Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die OberdeMiche SZolks«ettun, erschein! tcben Werktag Abend in Bietzen. Der ilbonnemenlspreis beträgt wöchentlich 15 SBfo— monatlich » ®fa- emlchl. Bringerlobn. Durch die Polt bezogen viertetsäbrl.ILOMi. Redaktion und Grvcditton Gielien. Bobnbofltralie 23. (kcke Löwenoaffe. Tclcvdon 2008. Jnlcrate tosten b,c 8 mal gelpalt. Kolonclzcile oder deren Raum 15 Psg. Bei arötzcren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bi» adend«7>dr kür die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 243 Gießen, Dieilstlisi, den 20. Oltolicr 1014 9. Jahrgang Luftkriensrecht. Tie Besetzung Antwerpens durch die deutschen Truppen hat x Sorge der Engländer vor Angrifscn durch deutsche Lnstfahr- ugc erhöht. Die grotze Stadt an der Schelde kann zum Stützpunkt in Zeppelinen und Fliegern gcuiacht werden, und nun fürchtet an, dass sich in London bald derselbe Besuch cinstcllen wird, an ■flen regelmätzige Wiederkehr die Pariser sich schon nahezu geahnt haben, und das, in seiner Begleitung möglicherweise die oben Luftschissc erscheinen, die in Lüttich und Antwerpen ihre rstörende Kraft bewiesen haben. Tie Frage drängt sich auf. ob cS denn völkerrechtlich gestattet i, auS Luftfahrzeugen auf die englische Hauptstadt Geschosse und rplosivstofsc zu werfen. Tamit gelangen wir ans das interessante cbiet des KricgsrcchtS in der Luft, das in den letzten Tagen auch jeder durch die Androhung der französischen Presse, für jede ombc, die ein deutscher Flieger auf Paris wirst, zehn Bomben if deutsche Städte zu richten, berührt worden ist. Das Luftkricgsrccht ist lehr wenig ausgcbildct, und das hängt cht nur daniit zusammen, das; die Eroberung der Lust durch lcut- ire Fahrzeuge erst jungen Datums ist, sondern cS ist auch darauf irückzusühren, das, die Nationen, die in der Luft einen Vorsprung rungcn hatte» oder errungen zu haben glaubten, leine Neigung Üatzcn, die bisher praktisch »och nicht erprobten Belätigungsmög- chkcitcn ihrer Fahrzeuge durch völkerrechtliche Schranken eineiigen i lassen. Durch die sogenannte Petersburger Konvention von 1868 ar allerdings bas Wersen von Geschossen lind Sprengstoffen an» istschissen ganz allgemein verboten. Aber zu jener Zeit gab bekanntlich nur die vom Zufall der Windströmnng abhängigen iwersälligen Ballons. Auf dem ersten Haager Friedenskongreß i Jahre 1899 erneuerte man die Bestimmungen der Petersburger »ivciition und nahm eine Erklärung an, wonach daS Werfen von eschoflcn und Sprengstoffen „aus Luftschiffen oder auf aiidcren h n I i ch e n neuen Wegen für die Dauer von fünf Jahren" itersagt ivurde. Der Hinweis auf „ähnliche Wege" deutet an, das; c Vertreter der Mächte bereits beginnen, mit technischen cucrungc» in der Lustschiffahrt zu rechnen und die Beschränkung r Tauer de? Verbots auf fünf Jahre lässt den Wunsch erkennen, h fiir die Zukunft nicht zu binden. Als der zweite Haager Keines; im Jahre 1907 zufammcntrat, wurde die Angelegenheit sofort icder In Erwägung gezogen, und Belgien stellte den Antrag ir eii;cit bis zum Schluß der dritten Friedenskonferenz reichenden citraum das Verbot von 1899 zu erneuern. Jetzt aber wollten die rohe» Militärmächte aus die uneingeschränkte Verwendung der eucn Lasse, die im Entstehen begriffen war, nicht verzichten, und I csondcrs Frankreich stemmte sich gegen den belgischen Anrag. Au Frankreichs Seite traten Deutschland. Spanien und ! lluinänieu und Nusstand, und da für die Beschlüsse der Haager konseienz Einstimmigkeit erforderlich ist, scheiterte der Vorschlag -Belgiens, obwohl ihn 29 Staaten unterstützte». Damals ahnte vohl niemand, das; gerade die belgische» Fcstungcn die ersten sein vuiden, die unter der Freiheit des Bombeiiwerfens zu leiden i laben würde». I Es fehlen also bis zum heutigen Tage Bestimmungen, die die rtegcrische Verwendung der Lustfahrzcuge über die allgciucinc» ,citii>»nii»gcn des intcruationalcn Kricgsrechts hinaus eiucugten, ibivohl eine ga,„e Reihe von VölkerrcchtSlchrern und Anhängern >cs Nedanken» der sogenannten Vcrmcnschlichniig des Krieges ^/e ^üinine gegen den Kampf in und aus der Lust erhoben haben, „as ist „mcr diese» Umständen rechtens? Wir habe» uns icncn und grausamen Grnndsav vor 'Augen zu halten, datz völlec- echtiia, alles erlaub, ist, was nicht ausdrücklich verböte» ist. Aber ns kann natürlich nickst heihcu. dah die Luftfahrzeuge nun i» der Betätigung des Willens, dein Feinde möglichst viel Schaden ziizu- o r ut frei und n ii b c h i » d c r » sind. Es müssen nt de» .ustkrieg die eiitsvrcchcndcn völkerrechtlichen Bcslimmungen per den ^and- und Seekrieg augewcndet werden und hier kommt or allem der Artikel 25 des Haager Abkommens betreffend die 'elctze und Gebräuche des Landkrieges vom 18. Juli 1907 in Beacht mit dem Wortlaut; jfl untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer. Wohnstätten oder Gebäude. mit welchen Mitteln cs auch sei, anzuqrciscii oder zu beschießen." cr 9'6t sich als erlaubt die Bcschicfiung von b c f e st i a- ' u l a tz c n . und zwar nickst nur der eigentlichen Festunas- erkc. sondern auch der einem uukrfegcrischcu bicbranch dienenden ivaten Eicbäude. Von der Völkerrcchtswisseiischast ist zwar das echt zum Bombardement der von der bürgerlichen Bevölkerung wohnten Stadtteile gelcgcntlich bestritten worden, und zumal die ranzoicn haben 1870 die Beschichnng der innerhalb der Bcfesti- Ü^äencii Wohnstätten als rechtswidrig hingcstcllt. Jroend- eichc .lbkonimen aber gibt es über dielen Punkt nicht. Kein Hccr- hrer wird aus die dcmoralistcrcndc» Wirkungen verzichten ivollcn. ,, -'eichichnng bei den friedlichen Bürgern hcrvorrnft. und 2 Serien von Bomben aus der Lust ist. eine doppelt willkommene des TchlcndcrnS von Gcschoffe» von einem festen »Punkte auherbalb des Fortifikationsgürtels. deutschen Flieger, die über Paris krcnzcii und durch ihre r i n "eben und Gut der Einwohner bedrohen, verstoßen also »in i- 1 ” 1 keine Bestimmung des Völkerrechts. Zweifelhaft >m <ül r mit ^ein. ob man nicht auch vor ihrer erste» Entsendung rtÄnf. ■ hätte genügen solle», nach dem der Belagerer die zssskeit von der Absicht des Bombciiivcrfcns in Kenntnis t ^'chikombattanten ein sicheres Obdach suchen können. I lätn- .der Verwcndling der Luftschisfe gegen befestigte I f ft 8 ’ m so bleibt »och die Frage, ob sic gegen Ire unverteidigte Ortschaften ebenfalls I rtnu». en . kehren dürfen. Ist cs beispielsweise den Deutschen Ir , a üi .doS unbefestigte London Bomben zu iverfen? I eran eine Bestimmung auS dem Haager Abkommen I- c krieg zu erinnern, die auch in unbefestigten Orten I tchietzung von militärischen Werken. Militär- oder Marine- > gen, Niederlagen von Wasscn ober Kriegsmaterialien, Werk- Ner j'rricq. stättcn und Einrichtungen, die für die Bedürfnisic der scindlichcn Flotte oder des Heeres nutzbar gemacht werden können, g e - stattet. Tiefe Klausel ist ohne weiteres für den Luftkrieg anwendbar. Es kann also nichts daiviücr cingewendct werden, wenn deutsche Flieger gegen militärische Anstalten in London Geschosse richte», ebenso wie ja englische Flieger beispielsweise die Luftschift halle in dem unbefestigten Düsseldorf zu zerstören versucht haben. Davon abgesehen aber kommt cs daraus an, was unter einer nichtvcrteidlgtcn Stadt verstanden wird. Ist ein Ort. an dem sich zur Zeit des Austauchcns eines Fliegers Militär anshält, als ein verteidigter Ort anzusehen? Wird diese Frage besaht, — und nach allem, was wir gerade in diesem Kriege erfahren haben, ist die Wahrscheinlichkeit ihrer Verneinung autzerordentlich gering — so schwebt die Gefahr des Bombardements ans der Lust über allem privatem Besitz und über dcni Leben aller friedlichen Bürger. Tie Beweist!rmrq ist Schwindel! Die Neue Freie Presse veröffentlicht Mitteilungen eines Portugiesen in hervorragender Stellung. ans denen hervor- geht, daß die Stimmung des portugiesischen Volkes durchweg friedlich ist und daß nur der Wunsch nach Frieden in Portugal besteht. In Portugal würden die Deutschen sehr geschätzt und geliebt. Tie Behauptung, datz das portugiesische Volk den Krieg gegen Deutschland mit Begeisterung herbci- schne, sei eine st a r k p h a n t a st i s ch c Erfindung. — In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der Neuen Freien Presse erklärte ein bekannter Anhänger Ton Miguels von Braganza, Graf A l m c i d a , datz er über die Meldung von der bevorstehenden Kriegserklärung Portugals best ü r z t sei. Tie Kläglichkeit eines solchen Beginnens erscheine ihm unverkennbar: es sei nnniöglicki. auch nur Kombi- nationen darüber anzustellcn, wie dieses Abenteuer Portu- gals enden solle. Er halte d e n K r i c g für ein Unglück und sei der unerschütterlichen Uebcrzeugnn.g, die von allen wirklichen Patrioten Portugals sicher geteilt werde, datz Portugal sich in dem Weltkriege völlig ruhig verhalten müsse. Japan gegen die Türkei? Zürich, 18. Okt. (Etr. Frist.) Tie Rutzkoje Siowo meldet aus Tokio: Japan werde der Türkei eine Note überreichen, daß cs mit ganzer Wehrkraft für Nutz- land und England eintrete. Sie will von amtlicher Seite er- fahren haben, daß der englische Gesandte in Konsiantinopel der Türkei mit Japans Hilfe gedroht habe. Japan soll für seine Bnndeshilfe Deutsch-Ostafrika erhalten. Tic österreichische» Mörserbatterie». Von amtlich:» »nliÄrisch-en Stelle» Oesterreichs werden jetzt Mitteilungen über die österreichisch:» Mörserbatterie» gemacht, die von de» deutschen Truppen bei den Jestungskämpsen in Belgien und Frankreich mir großem Ersolg verwendet wurden. Wir entnehmen diesen Mitteilungen folgendes: „Deutschland hafte de» 12-Zcutimcier-Mörscr. Mau wird wohl in der Annahme nicht sehlgehe», datz das im Hinblick aus einen Krieg mit Frankreich gescheh:,, ist. Da dorthin ein hochcnt- ivickeltes Eisen bahn netz führt, konnte ein sehr schweres, nur für den Bahntransport eingerichieles Geschütz gebaut werden: dabei wurde die Langwierigkeit des Montieveu.z in den Kauf genommen. Ganz anders lagen jedoch die Vcrhältnisie für uns. Stuf Schauplätzen, die für einen Krieg Oesterreich-Ungarns in Betracht kommen, ist das Eisenbahnnetz sehr dünn, und die für einen Angriff in Betracht kommenden Festungen liegen meist weit im Feindesland, sodatz man Angrisssgelchütze bauen mutzte, die auf jeder Straße fortbewegt werde» können. Ran nahm deswegen zur Fortbewegung dieser schweren Geschütze Automobile. Die geringe Tragfähigkeit der Brücke» und Durchlässe und die Vorsorge, daß die Geschütze auch über Kricgsbrllckrn gefahren werden sollen, haben daö Höchstgewicht beschränkt. Ilntcrsuchnnge» ergaben, das; c>n Rohr ron 39,5 Zentimeter das größte Kaliber darstellt, das zulässig ist. So entstand der 30 , 5 -Z:ntimctcr-Mörscr, der von den Skodawerk«! in Pilsen gebaut wurde. Das geringere Kaliber dieses Geschützes mutzte, damit die Wirkung grIßerer Kaliber erreicht iverde. durch Steigerung des Geschotzgcwichis, der Anfangsgeschwindigkeit und damit der Wurs- höhe wettgcmacht werden. Die Versuch: wurden mit zunehmend steigendem Gcschotzgcwicht und steigender •Anfangsgeschwindigkeit durchgcstthrt und es wurden Betonbauten beschossen, die in der Stärke der neuesten Fe st ungs bauten hergestellt waren. Das Ergebnis war vollständiges Durchschlagen der stärksten Betondecken. Der S0,ö-Zentimeter-Morser verfeuert Bombe,; im Gewichte von 385 Kilogramm und wird durch einen Motorwagen von 100 Pscrdekrästen aus drei Anhängewagen befördert. Diese Anhänge- wagcn sind fiir die Beförderung des Rohres, der Laset!« und der Bettung eingerichtet. Die sinnreich: Konstruktion des Mörsers ermöglicht eine sehr rasche Monticrmig des Geschützes. Es kan» in 10 bis 50 Minuten nach seiner Ankunft bereits schußbereit sei». Auch das Abmonriercn ist so rasch durchführbar, datz das Geschütz einen Stellungswechsel mit Leichtigkeit durchführe» und im Notfall selbst ohn« Bettung, also beispielsweise ans dem Stratzenkörper selbst schießen kann. Der Mörser findet insolge seines verhältnismäßig geringen Umfanges überall leicht Deckung und stellt daher ein fiir den Feind sehr schwer auffindbares und zu bekämpfendes Ziel dar. Während der 12-Zenckimeler-Mörfcr beim Angriff auf das mit der Bahn leicht erreichbare Lüttich seine Uebcrlcgenhcit zeigte, war cs den 30,5 Zenttmeter-Motorbattcrien Vorbehalten, bei den schwerer zugänglichen Festungen Givct und 'Manbengc die Arbeit allein z» verrichten. Unmittelbar nach der Ausladung setzte» sich beispielsweise am 20. ?l»gust zwei Motorbattcricii in Akärich, bewältigten am ersten Tage eilt«, Marsch von 30 Kilometer, am zweiten cine-n von 20 Kilometer 11118 eiösftieteii am dritten Tage gegen die Nordsorts von Nankiir das Feuer. ?>ack> drei Tage» fällt Nanmrk Hieraus erfolgt kurze Rast, ein weiterer Marsch ron 60 Kilometer, der in drei Tage» beendet ist. und am 29. August beginnt die Feuer» tätigkcit vor Manbengc, die bis zu dessen Fall am 8 . September an» dauert. Hierbei wurden verhältnismäßig wenig Sckiüsic verfeuert." Ter Kanrpf um Tsingtau. Toliv, 16. Tkt. (Eir. Bin.) Am 14. Oktober zerstörte nach einer jcipanischen Meldung eine japanische SchiffS- division einen Teil der Forts „Iltis" und „Kaiser" von Tsingtau. Gleichzeitig warfen Aeroplanc Bomben. Die Engländer verloren einen Toten »nd zwei Verwundete, die Japaner hatten angeblich keine Verluste. An Berliner amtlichen Stellen hat man über das Schicksal Tsingtaus keine Nachricht, aber man weiß zur Genüge, daß die dortige Besatzung sich trotz heldenmütigen Widerstandes auf die Dauer nicht zu halten verniag. Osiiglische Schiffsvcrlirstc. Loiido», 18. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die Zeitungen vom 11. Oktober melden, baß zwei Dampfer aus Abcvbeen, welche mit dem Aussischen von Sceminen befchästigt waren, als vermißt ge- nicldet werden. Man hat von ihnen seit dem i. Oktober nichts mehr gehört. Tic Besatz,mgeii betrugen 21 Mann. Die britischen Dampfer „Highland Hape", „Fndpanr", „Ttrathroi," mid. „Maple Brauch", die seit einigen Tagen als Übcrsällig gemeldet sind, gelten in England airscheinond als verloren, wenigstens werden Versicherumgen ans sic nicht mehr abgeschloffen. Die Dampfer haben England mit dem Ziel nach Häfen in Nord- und Siidamerita verlassen. Die beiden crstgcnaim- ten sind mit je Lst. 70 000, die „Maple Brauch" mit Lst. 17 000 und drc „Strakhrop" mit Lst. 40 000 beivcrlct. „Jndrami" und „Strah- rvi," scheinen in der Hauptsache Kohlciiladnngen zu haben. Bor ciiiigeit Tagen wurden in engliichen Blattern Besorgnisse wegen „Eornish Erft," laut: dieser britische Danipser hat Madeira am 3. Teptcniber verlaffcn, um von Barr» „ach Rio mit Kohlen zu gehen. Diw ist erst der Anfang: Englisch-russische Krosimauligkcit. Lviidon, 18. Okt. (W. T. B.) Ter niilitärische Mitarbeiter der Times tritt der Behauptung entgegen, daß Großbritannien nur 600 000 Mann aufstellen könne. Ec schreibt, daß bereits t A>0 000 Mann unter den Fahnen stehen. Tie neuen Rekruten meldeten sich so zahlreich, daß es für die Leitung schwierig sei, Schritt zu halten. ES besändcir sich nunmehr 100 000 Manu indische »nd kanadische Truppen in Europa. Diese Mannschaften und diejenigen, welche nun in den Kolonien ausgebildct werden, seien nur der Kern, aus dem die anderen aufgebaut werden könnten. Großbritannien hat einen Teil seiner Avant-Garde nach Frankreich gesandt, der Rest werde ini Laufe des Frühjahrs solgcn, die Haupt- slürke Ende 1915. Man habekeinc Eile. Insolge des großen Andranges der Freiwilligen hätten die körperlichen Ansordcriingen höher geschraubt werden müssen, als sic irgendwo in Europa seien, andernfalls wäre Kitchencr von dem Zustrom der Freiwilligen überwältigt worden. Kopenhagen, 18. Okt. Das Reuterbureau meldet auS Petersburg: Erst jetzt beginnt der wirkliche Kampf. Die Kämpfe in Galizien und Ostpreußen sind nur Proben davon gewesen, wie schwer die Russen zu schlagen sind. Der Rückzug zur Weichsel ist befriedigend verlaufen und der Anfang zu einem schon vorher genau ausgedachtcn Plan. Wären die russischen Truppen in ihren ehemaligen Stellungen geblieben und hätten sie die Ankunft der Deutschen abge- wartct, so würde der Feind den Vorteil epzielt haben, daß er den Kampfplatz bestimmen könnte, während die Russen in ihren jetzigen Stellungen den Feind zum Kamps zwingen, wo sie es wollen. Tamit ist auch die Erklärung gegeben, weshalb nian den Feind den halben Teil von Polen hat okkupieren lassen. Gesienseitige englisch-rusfische Vorwürfe. Rttsiiand enttättscht drc Eirpländer. Der Lsiniichestcr 6 -uardian übt an dem militärischen Verhalte» Rußlands hcftiq Kritik. Statt datz man den deutschen Widerstand durch fortdauernde Ucbcrslntniia mit groben Truppen,„affen zu er- schöpscn suche und einen unaufhörlichen Druck auf die Grenzen aus- iibc, gehe es in, Osten schlechter als im Westen. Im Augenblick seien die russischen Truppen weniger vorangckommen (das heißt: niehr zurückgcwichcni als in, ersten Monat. Die t'licderlagc von Tanuciiberg sei ärger als die von Mukden, da die Ruffen bei Tanne,iberg allein an Gefangenen soviel verloren hälicn wie bei SNukden insgesamt. Dann seien die Niederlage» von Insterburg und Lyck erfolgt. Przcnins! habe ivieder srelgcgebc» werden inllffcn. in den Karpathen seien die Kosaken zuriickgetricbcu worden und Lemberg sei, wenn auch noch nicht wieder verloren, so doch bedroht. Die Stärke ber beutsche» Truppen sei unterschätzt worbe», als man angenommen habe, Deutschland käme infolge der notwendigen Teilung seiner Streitkräfic in Ost und West vor einen stärkeren Feind zu stehen und Franzosen und Engländer im Westen würden mindestens anderthalb Mal io stark sein als die Deutschen. Die gleiche Feststellung des wirklichen Kräfteverhältnisses gelte für den Osten, denn wenn die Russen nicht geringer an Zahl seien als die Deutschen und Oesterrcichcr, dann wäre das rasche Zurückweichen der Russen in Polen doch unmöglich. England schuld am Falle Antwerpens. Konstaiitinopcl. 18. Okt. lEtr. Bin.) Das gestern eingetrosfenc Hauptblatt Sübrutzlanös, Odeßka Ltftow. wirft England in bitteren Ausdrücken die Schuld am Falle Antwerpens vor. England habe Belgien keine ausgiebige Hilfe geleistet. Die Engländer wollten, das; andere die Kastanie» für sic aus dem Feuer holen, damit sie sich selbst nicht die Hände verbrennen. Englands Besorgnisse nm die islamitische Bewegung. Rotterdam, 18. Okt. Die Londoner Presse fängt nun- tnehr an, sich eingehender mit der panislamitischcn Bewegung zu befassen, deren Gefahren nie zu unterschätzen seien. So habe man sichere Nachrichten, daß sowohl die Eingeborenen in Algier als auch in Marokko bereits wüßten, daß die Deut- scheu bereits ganz Nordfrankreich beseht hielten. Auch gähre es in Tunis, wo bei Djebul ein Pulverturm in die Luft gesprengt wurde. Meldungen aus Biserta zufolge sollen durch Explosionen auch die Besestigungswerke von Djebul zerstört worden sein. Mehrere hundert französische Soldaten und 21 französische Zivilbeamte wurden dabei getötet. Die französische Negierung ist um so mehr davon überzeugt, daß man es hier mit der Tat fanatischer Mohamedaner zu tun hat, als wenige Tage später die Nachricht von dem Attentat auf die Brüder Buxton eintraf, das bekanntlich von einem Türken verübt wurde. In Fez, Agadir, Tarudant, Mogadir und anderen marokkanischen Städten werden unter den Marokkanern, wenn sie zum Markte komnien, Zusammenrottungen beobachtet. Englische Ableugnungsversuche. Zu der kürzlich durch die Nordd. Allg. Ztg. erfolgten Peröffentlichung von Dekumenten aus dem Archiv des belgischen Generalstabes läßt die englische Regierung durch ihre Vertreter im Ausland erklären, es handle sich um eine reine Erfindung, solche Dokumente existieren nicht. Die Voss. Ztg. benierkt dazu: „Alle diese lahmen Versuche, sich reinzuwaschen, können England nichts nützen: die Beweiskraft der Dokumente, die in den Originalen Im Besitz der deutschen Regierung sind, kann durch heuchlerische Lügen nicht aus der Welt geschasst werden. Der Neutralitätsbruch, den England und Belgien gemeinsam begangen haben, liegt vor aller Welt klar zutage." Auch der Golf vo>» Smyrna gesperrt. Konstantinopcl, 18. Okt. Spekulation wucherischer Landwirte wendet sich y scharfer Form die Köln. Ztg.; sie schreibt: „Fn dieser schweren Kriegszcit. in der zahlreiche Familie, von der Äriegsunterstlltzmig iebeu miissm, wird die Lebens Haltung durck, solche Preistreiberei eines wichtige» Nahrungz mittels n-och erschwert. Vom nationalen Standpunkt i-st ü. Verhalten solcher Landl«Ute sehr zu bedauern und der Ruf nac Festsetzung von Höchstpreisen für Kartoffel» erschallt iunnr lauter: er ist dnrchalig berechtigt und die Behörde sollte nn dieser Maßualmic nicht zögen,. Sollte aber die Festsetzung vo Höchstpreisen für Kartoffeln unangebracht sein, weil dadurch nu für die minderwertigen Sorten ein Hchstpreis festgesetzt ivü« so müßte die Enteignung der Kartossclmcngcn zu angebrachte, Preise und der Verlaus durch den Staat stattfinden." Der Winter steht vor der Türe; hoffentlich entschließe, sich die maßgebenden Stellen bald zu Maßregeln, wie sie hie vorgeschlagcn werden. i t' !< * * fd Ist Sin die ins Rückkehr der ostpreuszischen Flüchtlinge. Ter Staatskommissar für bas Flüchtlingswescn, Laniöcshaup. manil von Berg, teilt zur Aufklärung der Frage, in welchem llir fange ostpreußischen Flüchtlingen die Rückkehr in die Heimat irnif ti-ch ist, folgendes mit: Tie Provinz Ostpreußen wird mich zurzen noch von den Russen bedrängt. Es fft unseren Truppen aber bisbc im weseiitlichen gelungen, die Russen an dem Betreten vstpreußische Bodms zu hindern. Ans dm, Kreis« Lyck, in den sic zeitweise ei, gedrungen warm, sind sie hinausgedrängt worden. Es ist die Hofi nung begründet, daß ein nochmaliger Einbruch der Russen ln di Provinz wird verhindert werden können. Immerhin könne» di Grenzkreis« der Provinz zurzeit als ovilkomnwn ungefährdet n ich bezeichnet werden. Fi» größten Teil der Provinz erscheint d! Rückkehr aber unbedenklich, und zwar gilt das unbedingt für de ganzen Regierungsbezirk Königsberg- für den Regierungs-bezii Allenstein bis zur Linie Lötzen-Nikolaiken-Ortelsburg-Neidenbur, für den Regierungsbezirk Gumbinnen diesseits der Linie Fnste Angerapp und Lötzen. Dementsprechend werden Freisahrtscheiu nach diesem ungefährdeten Teil der Provinz Ostpreußen vergebe, sobald für den Aufenthalt des Flüchtlings der zuständige Aintt Vorsteher, Lanörat oder Bürgermeister dein Flüchtling eine B< schcinigung ausstellt, baß er zurzeit mittellos ist und seiner Rück kehr, von den, mit Namen anMührendm Aufenthaltsorte um dem gleichfalls mit Namen anznführenden Heimalsorte nichts ti Wege steht. nie! M Ti» W all 3 vor. best und „0 wer! tigei Mi trmi Kein Rückzug der Franzosen. W. B. Frankfurt, 19. Okt. (Nichtamtlich.) Von amtliche Seite wird »ns folgendes niitgctcilt: Einige Zeitungen habe aus einer Baseler Zeitung die Nachricht übernommen, daß si: die Franzosen aus ihren Stellungen an der Aisnc auf da Plateau von Mormant zurückgezogen haben. Diese Mcldun ist unzutreffend. Zur Zerstörung der deutschen Torpedoboote Zum unglücklichen Seegefecht an der holländischen Küste crhä! die Tclcgraphen-Union folgendes Telegramm ihres Spezialkorre spondenlcn: London, Ist. Okt. Tic englische Adniiralität gibt bekannt: An der holländischen Küste wurden vier deutsche Torpedoboot von dem englischen leichten Kreuzer „Undauntcd" und vier Tor podcobooten, „Lance". „Lennox", „Legion" und „Loyal" iiberrasck nnd nach heftigem Kampf znn, Sinken gebracht. Tie „Undauntcd' ein Schwesterschisf der „Arethusa", ist einer der modernsten enf lischen Kreuzer von 3700 Tonnen und erst kürzlich in Dienst nt stellt worden. Die englischen Torpedoboote gehören der E-Klass an und sind gleichfalls erst kürzlich in Dienst gestellt worden. Si haben einen Gehalt von 1100 Tonnen nnd entwickeln eine 8c schwindigkeit von 81 Knoten. London, 18. Okt. Die cngliche Admiralität meldet wetzt, offiziell von den vier unweit der holländischen Küste zun, Sirti gebrachten deutschen Torpedobooten: Es wurden 31 Seeleute gc rettet, von denen die meiste» verwundet sind. Die englischen Ber luste belaufen sich aus 1 Offizier und 1 Matrosen. Amsterdam, 19. Okt. Nieuwe van den Tag gibt den Berich der Bemannung zweier Fischdampser wieder, die der Vernichtun der dcntichcn Torpcdoiägcr beiwohnten. In ber Nordsee still liegend, sahen sic um '/-I Uhr nachmittags plötzlich ein Sccgcfech' Sic zählten 15 englische und deutsche Schisse. Manche waren I nahe, daß die Geschütze der Bedienungsmannschaft sichtbar wäre, Tie Granaten flogen allseitig nnd gefährdeten die Holländer. Si sahen ein Schiss sinken nnd sahen auch verschiedene Unterseeboot cmportauchcn und Wassersäulen cmporschicken. Der 42 ctm.-Mörser vor Belsort? Berlin, 19. Okt. Die Stockholmer Zeitung Dagen Nyhetcr meldet aus London unter dein 12. Oktober: Di M Ml jestii wch hat l Ter dem m gl cm Schi vom Nie! IKrti 5m tw' «nw Bl® Mii ■je cm. „So sage mir zuerst," fuhr der junge Mann fort, „wie es Gula geht?" „Es geht ihr wohl," war die Antwort. „Wo hast du sie? Ist sie in der Nähe?" Ter alte Häuptling ließ eine Minute vergehen, ehe er seinen Bescheid erteilte. Die Hände um seinen Stock gc- klainmcrt, schien er sich zn bedenken. „Mein Kind," sagte er, „sitzt in seiner Gamme am Ufer des Baches, wo die guten Götter Blumen tpachsen lassen. Sie lacht und freut sich, daß sie frei umher springen kann mit den leichten Füßen des Nenntieres unter jungen Birken und nicht mehr in dem engen Hause des Geizhalses wohnt." „Helgestad hat ihr Gutes getan," sagte Johann, und ec erinnerte sich, was er Jlda versprochen hatte. „Ich glaube dir nicht, Afraja," fuhr er fort, „du bist ein harter Vater. Du hältst sie gewaltsaiu in irgend einer Einöde versteckt und zwingst sic, bei dir zu bleiben." „Ist sie nicht freiwillig gekommen?" antwortete der alte Mann. „Hat sie das Haus am Lyngensjord nicht selbst verlassen, uni wieder bei niir zu wohnen?" „Aber sie sehnt sich, dorthin zurückz'ukehren." „Glaube mir," sagte der Lappe, „daß ihre Augen hell sind und ihre Lippen lachen." ' „Was willst du mit ihr? Was soll ihr Schicksal sein?" rief der junge Mann lebhaft. „Soll sie mit dir umherwan- dcrn bis ans Eismeer, jahraus, jahrein? Sic muß verderben bei solchem Leben, und du bist alt, Afraja. Was soll aus ihr werden, wenn du von ihr scheiden unußt?" „Sie wird den Mann nehmen, an dessen Herd ihr Platz ist." „Wen? Mortnna etwa?" Afraja bückte sich tiefer und antwortete nicht. „Ist das ein Mann für dein Kind, das, sittlich und ge schickt, zum Besseren bestimmt ist?" fuhr Marstrand fort. £ „Du wirst die Blume, die Gott dir gab, welken und sterbei sehen, che der Winter kommt, und vergebens dann bereuen. „Du weiser Vater," sagte Afraja aufblickend, „bedenki du, was du sprichst? Gula ist eine Tochter des verstoßene Volks, wo soll sie wohnen, um glücklich zu leben? Bei euc etwa? Soll sie als Magd verachtet und verspottet sein Soll sie eines schmutzigen Ouäncrs Hans hütend — Wer ho uns in die Wüste gejagt? Wer hat uns das Land unsere Väter geraubt? Wer zwingt uns, mit dcm Rennticr uw herzuwandern?" Marstrand schwieg darauf. Er konnte dcm alten Man nicht unrecht geben. — „Tu klagt gerecht," sagte er endliö „aber nicht alle verdienen deine Vorwürfe." „Tu," erwiderte der Lappe, „bist milder, wie dies harten, gierigen Männer. Tu bist ein verständiger, sreuni sich gesinnter Jüngling, aber würdest du Gula in dein Hau führen? Würdest du sie an deinen Herd setzen und dein Schüssel mit ihr teilen?" Er schlug ein lautes Gelächter auf, nickte heftig mit seine hohen, spitzen Mütze und krümmte sich an seinem Stabe zu sammen, als er die Wirkung seiner Frage sah. — „Siehst in wohl, Väterchen, siehst du wohl," rief er dann. — „Bist di gerechter, bist du besser? Aber du kannst es nicht sein, den sie würden dich behandeln, wie sie uns behandeln. S: würden dich sortstoßen wie einen H»nd, sie würden Schimp und Schande über dich bringen, dich jagen wie den graue Wolf, und nichts würde dir übrig bleiben, als in die Wüst zu fliehen, wo die Verachteten wohnen." Afraja sprach niit klarer, voller Stimme und ohne di gewöhnlichen Wortvcrdrehungen und Zeichen der Lapvkk Verständig und mit der Würde, die Marstrand schon öftc an ihm bemerkt, beschrieb er ihm das Unglück seines Stmst uies, und er bemerkte den Eindruck recht gut, den er daini auf seinen Zuhörer machte, der mit Tcilnahnie nnd Rührum seine Schilderungen vernahm. (Fortsetzung folgt.) r i> ri ji -> Sei ven ® ricdrich, Zell, lvw. — Karl Kringel, Wahlen, low. — Emil bock, G letzet», lvw. — Wilhelm Lamp, Inheiden, tot. — Gesr. Heinr. Zulauf. Wallen ros. lvw. — Bzfeldw. Hans Thiclert, Tuchcl, schvw. ~~ llntoff. Hrch. Becker, Arnshain, schvw. — Gesr. Lorenz Flcisch- hau>«r, Nieder-Lflciden. sckivw. — llntoff. Karl Fritz, Schotten, lvw. — Hermann Nccb, bopmiaiiusseld, lvw. — Gesr. Ludwig Ectm, Lverbuch lvw., jedoch dienstfälilg. — llntoff. Friede Rod- nrch. Falk. Elbenrod, lvw. — Gesr. Karl Fehl, Gunzcnau, lvw. Geir Hrch. Faust, Bvanerschwend, lvw. — Karl Göbel, Brciten- l"rn. lvw. — Gesr. Johs. Haber, Udenhausen, lviv. — Will). Hof» wnrn, Kesielbach, lvw. — llntoff. Ludw Jung. Salt. lvw. — Andr. 5 er *» Obermoos, lvw. — Gesr. Adolf Knapp, Tarnistadt, schvw. — ^arl Kraft, Altenschlirf, lvw. — llntoff. Felir Klipstein, Gent in Belzpen. lvw. — Karl Koch. Alsfeld, tot. — Johann Lampe. Gan- mckelheim. lvw. — Hermann Langer. Apolda, lviv. — Adam Lob, lvw. — Engelbert Leindergcr. Herbstein, low. — Friede. zFch. Londorf, lvw. — Hrch. Lich. Londorf, tot. — Alb recht .Wrnng. Schotten, lvw. — Karl Moll. Nötiges, lvw. — Karl -voller, Altenschlirf, lvw. — F-rtedr. Rebbergen Giuizcnau, lvw. — Wilh. Rauft, Geilshausen, lvw. — Ludwig Sarer. Hochheim. Kr. Worms, lvw. — Johannes Schell, Bannerod, lviv. — Ludwig Tck-ivahn, Alsfeld, tot. — Hernianii Tröllcr, Groß-Eichen, lvw. — Benedikt Traut, Herbstem, lvw. — Otto Tenkler. Rebgcshciin, lvw. — Gg. Schicserstci!,. Ober-Bessingen, lvw. — Hrch. Sä>arf, Lollar, schvw. — Hrch. Schaas, Fcldkrnckcn, fchwv. — Vzieldw. Heinrich «, Rainrod, verni. — August Tröllcr, Groß-Eichen, verm. — Albert Theiß. Paris, verm. Wilh. Wagcnbach Hcuchelhein», tödlich verunglückt. — Georg Wahl. Gießen, verm. — Jakob Zinn. Reuters, vermißt. 7. Kompagnie: Ltn. d. R. Ernst Hosch. Biedenkopf, verw. — Gesr. Karl Martin. Gontershausen, vcrw. — Otto Eich. Ober-Lais, veno. — Karl Bolz. Steiniberg. vcrw. — Wilh. Kleis. Mittel- Seninen. vcriv. — Ludw. Joh. Schäfer. Steinberg, tot. — Karl Walter, Garbentcich. tot. — Theodor Haudstein. Appenrod in Heffeii, tot. — Karl Hllhnergarth, Gelvrrsiheim, verw. — Georg Scharmann. Ulrichstcln, vw. — Hrch. Linker. Breit npeSheim. vw. — Hrch. Appel, Eschenrod, vw. — Gesr. Karl Binz, Leidgestern, vw. — Gg. Brück, Leihgestern, ow. — Gesr. Karl Ludwig Böcher. ANen» hain, vw. — Joh. Schmalbach. Rebgeshain, vw. — Karl Knöß, Stumpertenrod, vw. — Hrch. Rausch. Stodenrod. vw. — Hrg seine Entlasinng -gegeben. Tie amtlich all-crding-s noch nicht bestätig-Ie Alachricht hat in der Bevölker-irng den besten Eindruck gemacht. 70 000 Russen bei Przemysl gefalle«». Wie die Vossische Zeitung aus Wien zu berichten weiß, geben die Russen sicherem Vernehmen nach ihren Verlust de? dem Sturm aus Przemhsl, dcn sie durch Flatterminen rr- littcn haben, nicht aus 40 000, sondern 70 000 Mann an. Die russischen Zeitungen i» Lemberg habe» diese Nachricht ge- bracht. In Lemberg selbst haben die Oiussen weniger Schaden nngerichtet, als man anfänglich angenommen hat. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm Sc Cie, Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m.b.H., Offenbach a.M. Mirsterunq der nnausgebildeten Landstunnpflichtige». Die Musterung und Ausihebung der in der Stadt Kietzen wohn hasten, nnausgebildeten Landsturmpslichtigen der Fahrgängc 1894 bis 1885 findet am 23. und 24. Oktober 1014 im Taalban Easö Leib jWalltorstratze Nr. 38> statt. Es haben sich zu itette»: Am Freitag, den 24. Oktober 1614, vormittags 8 Ul,r, dir In dr» Jahren 1864 bis einschlieftlich 1888 geborene» Pflichtige», am Samstag, den 24. Oktober 1814, vormittags 8 Uhr. die in den Fahren 1887 bis einschl. 1885 geborene» Pflichtige». Die in Frage kommenden unansgebildeten Landsturinpslichtig-en werden hiermit ausg-esvrdert, sich an den vvngenannte» Tagen rechi- zettig im Musternngislokal einznfinden. Besondere Ladungen «r- gethen nicht. Tic Psli-chdigeit müssen reinlich und ordentlich geklerdei erschcincn: die Landstnr»,scheine sind mitznbringen. Wer durch Krankheit oder körperliche hieb reche,, am Erscheinen iin Musterungs-l-okal verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes, ärztliches Zeugnis rcchtzett-ig einznliesen. Die von der Bail>ii, Post und Teleg-rapheiirerivaltn-ng als unabkömmlich bezeichiiete» Beamten und ständigen Arbeiler sind vvn der persönlichen Gestellniig in, Mnsterungsterm-i-ne besrelt: es genügt die Einsendung der Unabkönimlichlkeiitsbeschei-nigungen. Wer sich der Grstrllniig entzieht, wird mit Frriheiisstrase von sechs Monaten bis z» fünf Fahren bestraft, es kann auch im Faste der Tauglichkeit sofortige Einstellung als »»sicherer Landsturmpflichtiger rrsolgen. Gießen, de>« 17. Oktober 1914. Ter Oberbürgermeister: Keller. 2lrbeit für die Fraur««. Viele Frauen und Mädchen unserer Stadt suchen Arbeit. Fch bitte die Eiietzener Frauen, z» helfen, daß sie sie erhalte». Auch die Frauenwelt mutz ain Fortbestand unseres Wirftchastslebens niitwirken und die Arbeitsgelegenheiten schassen, die sie »ach Lage der Verhältniffe bitten kann. Wer ohne Not Dienstboten oder Saussranrn entläßt, wer falsche Sparsamkeit iibt, indem er notwendige Aufträge zurückhält oder nllr Näharbeiten selbst besorgt, dir tr sonst durch bezahlte Kräfte verrichten ließ, wer überhaupt z» jeder unentgeltlichen Arbeit bereit ist nnd dadurch dirjenigrn verdrängt, dir zu ihrem Unterhalte bezahlter Arbeit bedürfen, der schädigt die gejamte Volkswirt- jchast. Arbeitgeben ist die beste Form des Wohltnns. Arbeitsgelegenheiten iverden zweckmäßig bei dem städtischen Alrbcitsn achweiö jAsterweg Nr. 9) gemeldet, der durch sachkundige Frauen unterstützt wird. Ain gleicher Stelle wollen sich arbeitsuchende Frauen nnd Mädchen melden, insbesondere solche, die im Nahe», Stricke», Bügeln und Waschen geübt sind. Gieße», de» 18. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. Wieseck. 3-ZiiMtt-Wchiiiiig mit Garienanteil per sofort z» vermieten. Näheres: Grabenstratzc:r.