Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Obcrheffen und der Nachdargcbiete. Oberbelülfbe <8»!kS,eitun, rrschclnt teden Werktag Abend in \ ien. Der Abonnernentrorci» beträgt wöchentlich 15 Psg, monatlich ) ta. etnlchl. Bringerlohn. Durch die Polt bezogen tncrttljäbrl.lchOMk. llchk! Redakti«» und Erbcdttion Dieben, Badnt-oksiraßc 23. Ecke Löwengaüe. 2-elrvb»» 2008. Inserate kosten d,e 8 mal aespalt. Kolonclzcile oder deren Raum 15 Big. Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man b>» adei»b«7L>r für die folgende Nummer in der Expedition aulgeben. m | Nr. 239 StlUit jetzt 8 die >en, eßtze, chtz Gicycii, Donnerstag, den 15. Oktolicr 1914 9. Jahrgang Iteibt ozn- lenen , der non Somit mgeii Neutralität Italiens unerschüttert! Rom, 14. Okt. (Etr. Frkst.) Zum Interview Jagows J tbt der Popolo Romano, der Staatssekretär irre sehr, o«> er sage, daß der größte Teil der öffentlidjen Meinung Sipenä gegen Deutschland sei. Tie Tatsache, daß ein be- « tlicher Teil der am meisten verbreiteten italienischen sch ingen den Dreiverband begünstige, sei ein trügerischer 31 in. Maßgebend seien nur die Kundgebungen der >»ufenen Vertreter des italienischen Volkes. Von § ntzn hätten sich die Konstitutionellen, Giolitti und seine nde, die Demokraten, der größte Teil der Radikalen und »d trotze Mehrheit der Sozialisten für die Neutralität fr iti rt. Vom Senat seien mindestens neun Zehntel, von der 3 | vd vier reichlich drei Viertel für den Dreibund gestimmt. ol-w möge also nicht glauben, daß Italien seine Gefühle ^® ,ia t die verbündeten Mächte geändert habe oder Deutsch- „ j iüi seine Sympathien versage. (Franks. Ztg.) ff pe „deutsche»» ^riedensbedingungen". bin neuer Schtvi«»del. llemcnceau verösscntlicht die Friedensbedingungcn Deutsch- - für Frankreich, wie sic angeblich Botschafter Bernstorsf in H rL *1 J« f w kW oer i ch« K - '4 \\ a , K ?*' % I» Anklagen gegen Deutschland aufbaut. Es würde sich nicht nn nicht die sranzosi- r Tcmps, auf ilmcn Deutschland fordert j», % trö x n ** •I 9>0 - 11 >«ö! '« gll öfischen Bodens mit 15 Millionen Einwohnern, 10 Milliarden lscntichädigunq, Zolisreihcit auf 4» Fuhre ohne Gegeiiscltig- Abrüstung und ein halbes Dutzend ähnlicher Tinge. ollands Ncutralitüt ist den Engländern unbequem. Aus London wird gemeldet: „Ucber die ilkeutralität Hol- s spricht der Spectator seine symptomatische Meinung Er schreibt: „Eine Sache, die England sehr helfen )c, wäre cs, wenn sich Holland auf die Seite Deutsch- s schlagen und unsere Feindin werden würde. Daß and eine neutrale Macht ist und nicht gegen uns kämpft, ms eher ein Hemmnis als eine Hilfe." ie kricgögefangenc» französischer» Geistlichen. 11. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Während in Deutsch- die Geistlichen im Felde, soweit sie nicht als Militärfcelsorgcr enung finden, im allgemeinen zur Krankenpflege verwendet müsfei> bekanntlich die. französischen Geistlichen als ein- ' roldatcn i„ den Reihe» des Heeres mit der Waffe lämpfc». c von ihnen sind infolgedcsfcn bereits in deutsche Gefangcn- t geraten und wurden in unseren grvhcn Gefangenenlagern rg« bracht. Mit der Bitte, das Los dieser Geistlichen zu erlern, wandte sich der Erzbischof von Köln, Kardinal v. Harter,' Vf C "! CI ThronciNgabc an den Kaiser. Wie wir hören, hat .Kaiser dieser Bitte.slaltgcgcben und genehmigt, daß die ge- cncr sranMschx,, Geistlichen wie Ossizicre behandelt werden. uriedcnsstimmüng -irr Amerika. London, 14 : Okt. -(W. B. Nichtamtlick.) 'Dw Morning mct^ct^aus Washington: In den b Bereinigten t Staaten st die Stimuillntz «für cinent-b'fiA d-i g e n J8Ü>itz:ch e n s - u ß,lweiltdierAeremigtensStadtein von deinVÄiege w -in - sMiileidkrtschast . gezogen' werden. Diedrkw-Iork es.sche-cibt:. U5tsct":A'n ß:e n h'an d c l ist zittn! großen v e^r n i ch t et. ukser Im neu Händel e gr d r ii ck t. re'Finanzen sind in Unordnung, unsere Börsen sind ge- sjen. ..,'"7?^°t die amerikanische Landwirtschaft den deutschen Kali " nötig„sw Dagegen aber haben dcntschc Fndustrie» nt ^ d.suerikanische Prodnhte, wie zum Beispiel Baumwolle,'. VfEr-usw. durchaus notwendig. Eine Boykottierung solcher noeisguter kann zur Folge haben, dah diese Waren nach an- d" -.andern apgelcitct werden, inodurch dein. eigenen Lande e lcharfe Konkurrenz entstehen kann, die .nicht -leicht zu be- men ist. Ez gibt kein Land auf'der Erde, das, so vollständig, rbhängig ist von andern Ländern, um deren Produkte nicht zu 1 otigen" Fürsorge für die Hinterbliebenen der Soldaten in England. Ein Pfund die Woche! (Zwanzig Mark pro Woche) unter diesem Schlagwort hat, wie schon niitgeteilt, die Parlamentarische Arbeiterpartei eine lebhafte Agitation für die Hec- gavc pon Staatsmitteln ziigiitislen der Soldaten und deren Familien ejngeleitct. Die an de» Premierminister gerichtete Eingabe hat folgenden Wortlaut: „Wir, die Unterzeichneten Mitglieder des Parlaments, haben de» dringenden Wunsch. Ihnen unsere tiesstc Besorgnis bezüglich der Zukunst der Angehörigen unserer im Felde getöteten und verwundete» Soldaten zu unterbreiten. Diese Besorgnis wird von einem sehr großen Teil der Bevölkerung geteilt. Das Schauspiel, dah verwundete Soldaten oder deren Angehörige genötigt waren, ins Arbeitshaus zu gehen ' oder zu betteln, ist in der Vergangenheit ein so häufiges gewesen, »in vergessen zu fein. Wir als die Vertreter der Arbeiterbewegung verweisen ans die Bereitwilligkeit, mit der die Bevölkerung dem Rufe, das Vaterland z» verteidigen, gefolgt ist und wenden uns deshalb vertrauensvoll an die Regierung, Großmut walte» zu lassen denjenigen gegenüber, die hilflos sind. Wir sind überzeugt, daß die Angelegenheit bereits in Erwägung gezogen ist: aber wir fordern, daß ein Beschluß gesaßt und so schnell als möglich bekannt gegeben werde, damit die gegenwärtig bestehende Beunruhigung schwinde." ES ist nicht viel, so bemerkt hierzu Daily Citizen, was hier von der Regierung eines so reichen Landes, wie das unsere, verlangt wird. Französische Zustiiude. Ei» Pariser, der die Schweiz besucht, schreibt dem Baseler Anzeiger: Man säugt endlich in Paris an. zu merken, daß die Bc- völkcruiig systematisch in llnwiflcnhcit gehalten wird über die wichtigsten Vorgänge. Fevt wird sic nicist in Spannung gehalten durch Berichte der Agencc Havas. die hinterdrein sich als Falschmeldungea erweisen. Nachrichten über deutsche Siege werde» erst nach tage- langem Zöger» mltgctcilt. Das ictzige Gefühl der Unsicherheit lastet aus den Menschen mehr, als durch unliebsame Nachrichten bemerkt würde. Feht sieht man auch, daß den Franzosen in bezug auf die Verkchrseinrichtnngen jegliches Organisationstalent abgcht. Wie erstaunt war ich. als ich in der Schweiz die dentschcn Verlustliste» erblickte. Solche aibt cs ln Frankreich nicht. Nur die Namen der aefalleneu Lffizicrc werde» in den Zeit» igen veröffentlicht. Von den vielen Tauseiiden von Gefangenen erfahre» die Franzosen nichts: sind sie tot, verwundet, gefangen? Niemand kann begreifen, welche lleberraschung der erlebt, der lebt von Frankreich nach der Schweiz komnit. Man fällt geradezu ans allen Himmeln. Fetzt ivird einem endlich klar, warum mit solcher ?lengstlichtclt darüber gewacht wkrb, daß keine fremden Zeitungen nach Frankreich komme». Eine ffUiiimc Bcktliitlvi >una. In Marokko wurden nach einem Telegramm der Franks. Ztg. t4 Deutsche verhaftet und vor ein Kriegsgericht ln Casablanca gestellt. unter der Beschuldigung, durch Verteilung von Waffen und Munition einen Ansstand gegen Frankreich und die Ermordung von Europäern vorbereitet zu haben. Die italicnischc»» Freiwflii;ic!:. Ans Montelimar wirb gemeldet, daß Pappen» Garibaldi alle Blühe l>at. leine Abenteuerertruppcn ini Zaum zu halte». F» dem von ihm für Frankreich zusammengcstclltcn Korps, das neben gebildeten Leuten befferer Stände zumeist entgleiste Existenzen enthält, herrschen wüste politische Zänkereien. F'lcqcleic:r dcntschcr Maulhelden. Die Franks. Ztg. erhält folgende Zuschrift: Bon befreundeter, durchaus zuverlässiger Seite wird mir aus Zürich folgendes geschrieben: Es ist in der letzten Zeit zweimal vorge- korumen, daß Teurschc im Tram in d e u t s ch e.r M ü n z e bezahlen wollten und, als der Schaffner ' deren .Annahme sclostvcrstündlich verweigerte, antworteten:- „Nehmen Sie nur, Tic werden ja so wie so bald deutsches Geld" nehmen müssen." Diese, von einer seltenen Taktlosigkeit und politischen Unreife zeugenden Aeußcrungen sind uin'so tiefer zu bedauern, als sie in der deutschen Schweiz stattgefiinden haben, wo die deutsche Sache sich so warmer, aufrichtiger und dankenswerter Sympathien erfreut. Es ist nur zu hoffen, daß dasclosi durch solche Vorgänge nicht etwa di?r Gedanke äufkommt. weite oder gar maßgebende Kreise in Deutschland röuntcn ähnlich denken. Wenn man uns Deutschen im übrigen neutralen Auslände leider wenig Wohlwollen ent- gcgcnbringt, so sind daran gewiß nicht in letzter Linie ähn- fichc Flegeleien deutscher Maulhelden schuld, die wie diese öffentlich an den Pranger gestellt zu werden verdienen. O. v. Ii. 1 Tie Frankst. Ztg. bemerkt dazu: Wir nehmen an, daß die erwähnten zwei Fälle aut ein und dieselbe Person znrück- zuführcn sind und diese Person zugleich die einzige in ganz Deutschland ist, die so denkt. Tic vernünftigen Schweizer tverdcn sich dnrl^i diesen seltsamen Heiligen gewiß nicht regen lassen. Wir notieren den Vorgang auch nur deshalb, üm daran die allgemeine Mahnung zu knüpfen, sich in dieser Zeit im Verkehr mit dem Auslande des größten Taktes z» be- fleißigen. Takt steht einem Volke immer gut an, er ist in nationales Erfordernis ersten — bei Braunschwcig. bei Braunschweig ist am ungefähr 50 000 Zentnern Welche Umstände zu dicsein Zeiten wie den jetzigen ein Ranges. Eilte verlorene Schlacht In der Lehndorscr Mühle 7. Oktober ein Getreidesilo mit Roggen vollständig verbrannt. Verlust geführt haben, der in der gegenwärtigen Zeit bcson dcrs cmpsindlich ist, darüber hat der Direktor des Untcr- nchmens, Arnhold, einen Bericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen: llin 7 Uhr 10 Minute» meldete ich der Berufsfeuerwehr in Brannschweig Großfciicr und zwar dergestalt, daß der ncuerbautc große Getreidespeicher der Braunschweigcr Roggcnmühlc A.-G. in Lchndorf an der Hildcshcimcrstraßc in Gcfe.hr siche, möglichcr- iveise auch das ganze Miihlcnetablisicmciit ein Opfer des Feuers ivcrdcn könnte. Der Beamte der städtische» Bcrussscucrivehr lrhnic cs jedoch ab, die Berufsscncrwchr »ach der Brandstelle ausrücken zu lasten, weil strenger Befehl vorliegc. daß man über die Siadtgrcnze nicht hinausgehen dürfe. Ter Beamte gab mir zur Antwort, daß die Lehndorscr Mühle auf Lehndorscr Flur liege, »nd somit sür die städtische Berilssfenerwehr nicht in Frage käme. . . . Alls mein wiederholtes und dringendes Bitten angesichts der ungeheuren Gefahren, der Braunschweiger Roggcn- mühlc die Löschhilfe nicht zu versagen, erhielt ich von dem Bc- aintcn der Feuerwehr schließlich die Antwort, ich müßte mich an - den Magistrat inenden. Fch ries sofort den Sladtmagistrat an, doch war dortselbst vermutlich nur ei» Bote amvesend, »nd ich erhielt die Antwort, der Herr Oberbürgermeister sei nicht mehr da. Bei der weiteren telephonischen Anfrage in der Privatwohnung konnte ich den Herrn Oberbürgermeister ebenfalls nicht erreichen. Fch rief daraufhin wieder die Feuerivehr an, schilderte ihr. daß ich den Herrn Oberbürgermeister nicht erreichen könne, und bat zu wiederholten Malen dringend, sofort Fcuerhllfe zu senden, und vor allen Dingen eine Tampsspritzc abzuscnden. Auch das ziveitc Mal wnrde die Bitte abgeschlagen unter den gleichen Vor. wänden wie zuerst. Mittlerweile war Herr Bankbircktor Hossmann, welchen lch cbcnsalls sofort telephonisch von dem ansgebrochcnen Brande verständigte, ebenfalls bei der Bernfsfeuerwchr mit seinem Auto persönlich vorgesahren und hatte bei dem wochthabenden Posten um Entsendung pvn Fenerlöschhilfe nach der Roggcnmühlc crsuchi. Herr Direktor Hosfmancn kam sofort znr Roggenmühle und hakte den unterwegs noch getroffenen Herrn Branddircktor Ba»rat Röttger mitgebracht, und wir versuchten, diesen Herrn zu bestimmen, Fenerlöschhilfe für die Rvggenmühle bei der städtischen Bcrlissfcuerwchr in Braunschwcig zn requirieren. Mittlerweile stand das Treppenhaus und der Raum, in welchem die Vorrcinigiingsmaschinen stehen, bereits in Hellen Flammen, und letztere sckilugen aus mehreren Fenstern gewaltig heraus. Herr Pranddriktor Ttadtbaurat Röttger lehnte jedoch selb« angesichts des Brandes und angesichts der weiterhin drohende» Gefahr die Requirierung der Beriifsfeuerwehr in Brannlchwcig cbenfalis ab mit dem Hinzusügen, daß er außerhalb des Stadtgebietes nicht zu befehlen habe. Herr Branddirektor Röttger verließ darauf unser Kontor und die Brandstätte. Schließlich irxtndlc sich der Direktor in der höchsten Der- zweiflnng an den Minister Boden, der Befehl zum sofortigen Ausrücken gab. Aber die Feuerwehr kam zn spät, es war >'chon alles verbrannt. Die städtische Vcrtvaltung von Brannichweig muß sich darauf gesaßt machen, daß inan sie nicht eben mit R»hmes- kränzen bedenken wird. Was schon in gewöhnlichen Zeiten eine unverzeihliche Verfehlung ist, wird unter den gegenwärtigen Umständen eine unfaßbare Ungeheuerlichkeit. Unter dem Kriegszustand steht auf vorsätzliche Brandstiftung Todesstrafe, denn das strenge militärische Gesetz muß die zur Kriegführung notwendigen Einrichtungen und Vorräte unter allen Umständen schützen. Das Verhalten der städtischen Verwaltung von Braunschwcig steht dazu in schärfsteni Kontrast. Ter städtische Bureaukratismns hat bei Braunschweig eine Schlacht verloren. Prcnszcns Hackfrucht-Ernte ist zurück gegangen. Nach der Ernte-Vorschätzung des Statislisä)en Landcs- amts beträgt die diesjährige Ernte in Preußen an Kartoffeln : 34 223 450 Tonnen gegen 39 215 298 Tonnen cnopiltige Schätzung der Vorjahrscrute: an Z u cke r r ü b en: 13124144 Tlonnen gegen 13(>25 483 Tonne»: an Futterrüben : 14 185 216 Tonnen gegen 14 979019 Tonnen. Es ergibt sich also durchweg ein nennenswerter Rückgang. Ao»r Burgfrieden. (W. B. Nichtamtlich.) Tic von dem stellvertretenden Borslkher der Stadtvc'.vrdgetciiverlammliiiig. Fustizrnt Peuckcr, in b-cr Schulischen Zeitung gegebenen Anregung, angesichts des großen Kamp^, den unser Volk nach außen zu bestehen hat. bei den im Nvveir.bee bevorslehendcn T t a ü t v c r o r d n e t c » w n h l e u in B r esla u jede» P a r t c i k a m p l zu vermeiden, hat bei al-c» Parteien der Stadtverordnetenversammlung Zustimlnung poF-im-r». Es sind zwischen ihnen Verhandlungen in, Gange, die, wie Fnsti: rat Pcncker auch vorgcschlagcn hat, daraus hinziclen, daß ,eder Partei die bisheriae Zahl an Sitze» >» der Versammlung iinan gesochtc» zngestanden ivcxüc. ?>m Montag bcjchästigtc sich auch yK Versammlung des sozialdemokratischen Vereins mit der Angelegenheit. Zur Begründung des Einigungsvorschlages wurde, der Volksmacht zufolge, vom Vorstände ausgesiihrt, daß Tausende von Wühlern sich im Felde bcsändcu und dass die daheim Gc- blicbeucn Kraft und (Held sitr Milderung dringender Not verwenden sollte». Tie Versammlung beschloß darauf einstimmig, der Vereinbarung mit de» anderen Parteien zuzustimmcn. Ei»c Maftnttirg zur Pflicht. Ter Oberpräsidcnt von Ostpreußen heit, wie die Köirtgs- bcrgcr Allgemeine Ztg. erfährt, an die Beamten der Provinz einen Erlaß gerichtet, in dem' er jenen Beamten dankt, die in den schweren Zeiten ihre Schuldigkeit g«an haben. Ter Erlaß fährt aber dann fort: „In vereinzelten Fällen ist leider von Beamten bei drohenden feindlichen Einbrüchen nicht das genügende Maß von Energie und llcberlegung bewiese» worden. Tas ist bis zu einem gewissen Grade entschuldbar, den» cs ist viel schwerer, einem rücksichtslosen und vielfach rohen Feinde unbewaffnet in die Hände zu sallcn, als ihn mit der Waffe in der Hand entgegcnzutreten, wie es unsere mutigen Truppen mit Erfolg getan haben. Diese Erwägung enthebt mich aber nicht der Pflicht, allen Beamten eine weit über das im Frieden gebotene Maß hinausgchendc Hingabe im königlichen Dienst ans Herz zu legen. Zeder Beamte muß sich während der Kriegsdancr ähnlich wie ein Truppenfllhrer vor dem Feinde verhalten. Rücksichten aus Zricdensgewohnhcitcn, Burcaustunden. persönliche Bequemlichkeiten selbst bescheidenster Art kommen während der Kriegsdauer gegenüber den Anforderungen des Amtes nicht in Frage." Krieqslnrterstützunfl und Steuern. Einzelne Gemeinden haben versucht, von der Staats- itnterstiitzung an Kriegerfamilien die Steuern zn kiirzen. Wie wir hören, hat ein Rnnderlah der Regierung die Anwendung dieses Modus untersagt. Eine Prüfung der Rechtslage ergab, daß die Unterstützung nach dem Wortlaut des Gesetzes als nicht pfändbar anzusehen ist, und da Ansprüche, die nicht pfändbar sind, nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch auch als nicht ausrechenbar zu gellen haben»war das Verfahren unzulässig. Die Pflicht zur Zahlung der Steuern, auf deren möglichst pünktlichen und vollständigen Eingang die Gemeinde- und Staatsfinanzcn jetzt in noch höherem Maste angewiesen sind als im Frieden, bleibt natürlich bestehen. Die Düsseldorfer Ausstellunq 1!)1.'» otifaestebei,! Zn der Ttadtverordnetcnsihunn teilte der Oberbürgermeister niit, daß cs unmöglich sein werde, die geplante große Ausstellung Düsicldorf 1015 burchzufübrcn. Auch den Gedanken der Verschiebung der Ausstellung auf das Fahr 1910 oder 1017 habe man aufgebcu müssen, da sich nicht übersehen lasse, wann wir wieder Friede» haben werden. Als der Krieg ausbrach, sei eine Stockung in den Arbeiten auf dem Ausstellungsgelände cingctreten, ein großer Teil der Arbeitskräfte wurde zu den Fahnen einbcrufcn und die Anfuhr der Baumaterialien stockte. Auf die Mitarbeit zahlreicher hoher Behörden habe nian verzichten müssen. Tie Finanzkonimission sei in Ucbcreinstimmuna mit der Ausstellungsleitung dahin gekommen, von der Durchführung der großen Ausstellung ganz ab- z u s e h c n . die Ausstellungsgebäude abzubrechen und den Hos- garten sowie den Kaiser Wilhclmpark in den alten Zustand wieder herzustcllcn. Zur Deckung der für die bisherigen Arbeiten und die Organisation entstaiidencn erheblichen Kosten, deren Höhe sich heute noch nicht übersehen lasse, sollen die Garantiezeichner nicht hcran- gezogen werden. Die Kosten sollen vielmehr, falls sic nicht durch besondere Fonds gedeckt sind, möglichst von der Stadtkassc übernommen werden. Przemysl aus strategischen Gründen anfgegeben. Ans Przemysl wird berichtet, dnst die Russen die Belagerung der Festung a u f h o b e n , angeblich, wie auS Petersburg bekannt wird, um den deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen gegenüber eine strategische Stellung einzunehmen. Noch andere Stellungen in Galizien seien aufgehoben worden. England und Belgien. WTB. Berlin, 14. Okt, lAmtlich.s Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt unter der »cbcrschrist „Die Beziehungen Englands zu Belgien": Der militärische Mitarbeiter der Times erörtert in der Nummer vom 12. Oktober die Beziehungen Englands zu Belgien, wobei er u, a, ausführt: Die Neutralität war ein verhängnisvolles Geschenk für Belgien: sie machte cs ihm unmöglich, militärische und andere llnterhanblungen zu führen und Abkommen zu treffen, die ihm die schnelle cntschicdcnc Hilfe seiner englischen Freunde sicherten. Die englischen und belgischen Stäbe konnten über niilitärischc Vorbereitungen, Truppentransport- mittcl, Eisenbahndienst, Borratsvcrsorgung usw, keine entsprechenden Pläne machen, ohne, streng genommen, die Neutralität zu ver- A f r a j ö. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 87 Er nahm seinen Hut ab und zeigte Marstrand die großen Löcher einer Kugel, die ihren Weg durch den Filz genommen hatte. „Sich her", sagte er, „das Blei ging dicht über meinen Schädel fort. Mag die Hand verdorren, die den Schuß tat! Aber verdammt will ich sein, wenn cs nicht eine war, die ich kenne." „Wer könnte dich ermorden wollen?" „Bist du je da hinauf gewesen", fragte Olaf, „wo der ungeheure Felsenkegcl steht, den sie den Kilpis nennen?" Marstrand verneinte es. „Tas ist ein seltsames Stück", fuhr Olaf fort. „Ein waldiges, zerrissenes Fjeld führt hinauf. Bald findest du tiefe Schluchten voll Wald, tobende Wasser darin, bald nackte Spalten, schwarz zertrümmert und wie verbrannt, bald wie- der ebene Flächen voll ungeheurer Steine und Blöcke, die manchinal ganz seltsam in Kreisen liegen, als hätten Menschenhände sic dort ausgestellt. — Eine Herde wilder Renn- ticre sprang über diese Klippen fort, ein halbes Dutzend Wölfe war ihnen auf den Fersen, ich hinter beiden und in meiner Jagdlust vertieft, ihnen den Wind abzugewinnen, dem eine Renntienase immer cntgcgcnläust. Es war aber alles vergebens. Der ganze Schwarni stürzte in eine Schlucht hinab, und weit aus der Ferner hörte ich das Rasseln ihrer Geweihe und das heisere Heulen ihrer Verfolger. Als ich jenseits des Spalts aiifklctterte, stand der Kilpis vor mir, ein kantiger Fclsenstock, wohl eine Stunde lang und mehr als tausend Fuß hoch. Mitten in einem Meer von Trümmern ragte er auf: das Wasser sammelte sich darunter in einem schwarzen See, Sumpf lag ringsumher, überdeckt von cnö- losen Feldern roter Moltebceren und gelber Enzianblütcn. Kein lebendiges Wesen war zu entdecken, kein Laut bewegte die Luft, nur zuweilen polterte ein Stein von dem schwarzen letzen. Diese Erklärungen fallen das unliebsam empfundene Ausbleiben der rechtzeitigen ernstlichen Hilfe Englands für Belgien cittschuldigcn und beschönigen. Der Militärpolitiker der Times macht nicht den Versuch, zu leugnen, daß Belgien berechtigt war, viel ivcilcrgchcndc Unterstützungen von England zu erwarten, — Auch die Morning Post bat bekanntlich getadelt, daß England zur Rettung Antwerpens so wenig getan habe, lieber die Berechtigung solcher Vorwürfe mögen die Belgier und Engländer sich uiitcr- cinandrr verständigen. Für uns ist das Eingeständnis des Timcs- Sachverständigen wertvoll, daß die englischen und belgischen Stäbe militärische Vorbereitungen nur unter der Verletzung der belgischen Neutralität verabreden konnten. Aus den an dieser Stelle vcr- össcntlichtcn belgischen Aktenstücken geht aber zur Genüge hervor, daß über eine derartige Verletzung der Neutralität Belgiens zwischen den amtlichen englischen und belgischen Stellen tatsächlich im geheimen Verhandlungen gepflogen und Verabredungen ge- troffcn worden sind. Dies ist entscheidend für die Begehung des Nentralitätsbruchcs, Diele Feststellung machen wir auch gegenüber dem Berlingske Tidcndc, die vergeblich Belgien mit dem Hinweis zu entschuldigen sucht, daß es ja keinen Bund mit England und Frankreich gegen Deutschland geschlossen habe. Die Sorgen um die Buren. W. 15. London, 14. Okt. (Nichtamtlich.) Tie Times melden aus Salisbury: Tas rhodcsische Kontingent. drS heute nach England abreiscn sollte, hat beschlossen, in Afrika zu bleiben. Versickeruttfl acaei, Zeppeline. Die bekannte große englische Versicherungsgesellschaft „Llond" versichert jetzt die großen Warenhäuser und Banken in London gegen Bombardement und gegen Zeppeline für eine Prämie von S Prozent. Wbmcht ks ßrojp Kniichmrtiets. Die Kr egsbcute von Antwerpen. In I-rankreich nichts Neues. Die Denichci» vor Marschau. IVB. Großes Hauptquartier, 15. Oktober, mittags. (Amtlich.) Bei Aiitwcrpcu luurde» iui ganzeu 4000—5000 Gefangene gemacht. Es ist anzunchincn, daß in nächster Zeit noch eine große Anzahl belgische Soldaten, die sich in Zivil- klcidrr niigczogc» linbcn, dingfest gemacht werden. Rach Mitteilungen des Konsuls von Tcrnenzcn sind etwa 20 000 belgische Soldaten und 2000 Engländer auf holländisches Gebiet übergetrctcn, wo sic cntwassuct wurden. Ihre Flucht muß iu großer Hast vor sich gegangen sein. Hiervon zeugen Massen wcggcworfciicr Kleidersäckc, besonders von der cng- lijchen Royal-Naval-Division. Tic Kriegsbeute in A»t- tucrpcii ist groß. Mindestens 500 Geschütze, eine Nnmcnge Acunitiu.n, Massep von Säcken und Wohachs, sehr viel Sani tätsmaicrial, zahlreiche Kraftwagen, viele Lokomotiven und Waggons, vier Millionen Kilogramm Getreide, viel Mehl, Kuhle», Flachs, für 10 Millionen Mark Wolle, Kupfer und Silber im Werte von etwa Million Mark ein Panzcr- cisenbahnzug, mehrere gefüllte Bcrpslcgungszüge, große Viehbestände. Belgische nud englische Schisse befinden sich nicht mehr in Antwerpen. Tic bei Kriegsausbruch im Hafen von Antwerpen befindlichen 54 deutschen Dampfer nnd drei Segler sind mit einer Ausnahme vorhanden, jedoch sind die Maschinen unbrauchbar gemacht; nngebvhrt nnd versenkt wurde nur die „Gnciscnau" des Norddeutschen Lloyd. Tic große Hafenschleuse ist intakt, aber zunächst durch mit Steinen beschwerte versenkte Kähne nicht benutzbar. Tic Hascnanlagen sind unbeschädigt. Tie Stadt Antwerpen hat wenig aclitten. Tie Bevölkerung verhält sich ruhig nnd scheint sruGzu sein, daß die Tage des Schreckens zu Ende sind, besonders da der Pöbel bereits zu plündern begonnen hatte. — Tic Reste der belgischen Armee hatten bei Annäherung unserer Truppen Gent schleunigst geräumt. Tie belgische Regierung mit Ausnahme des Kricgsministers soll sich nach Le Havre begeben haben. Angriffe der F r a n z o s c n in der Gegend von Albert wurden mit erheblichen Verlusten für sie abgewiescn. Sonst ist im Westen keine Veränderung vorgckommc». Im O st e n ist der russische mit starken Kräften unternommene Vorstoß auf Ostpreußen als gescheitert anzuschen. Ter Angriff unscrcr in Polen Schulter an Schulter mit dem steilen Riescnkopf herunter und fiel in das aufspritzcnde Wasser. Wie ich de» sonderbaren Felsen betrachtete, erinnerte ich mich, daß die Lappen ihn anbetcn als den heiligen Sitz ihres Götzen Jubinal, und ich spürte umher, ob ich keines der schmutzigen, lauernden Tiere entdecken könnte, denn nieine Tasche war leer und meine Zunge klebte am Gaumen fest, doch alles vergebens. Ich kletterte auf einen Höcker am Rande und schaute mich um, nichts als tiefe Klüfte, schwarze Kret- lmgranken für die Bären, verwachsenes Birkengestrüpp und die kahlen, öden Fjclder der Alpen. Ich riß Enzianstcngel ab und steckte sic in den Mund, wie es die Lappen tun, um den Durst zu stillen, doch plötzlich zu meiner Freude sah ich über einem Grat des Berges, der mir gegenüber lag, einen dünnen Rauch aufsteigen. Es war harte Arbeit genug, um durch Sumpf, Wald und Wasser bis dahin zu gelangen. Mehr als einmal verlor ich die Richtung, ein wahrer Irr» garten von Steinen, Schutt und wildem Buschwerk lag davor, endlich aber stand ich oben und blickte in ein grünes Tal hinunter, das wie mit einem Messer cingeschnittcn in den Leib des Kilpis lief. Menschen sah ich nicht, allein es war jo schön hier, als müßte dies Tal bewohnt sein. Ein heller Dach strömte zwischen bewachsenen Ufern, hohe Bäume wuchsen am Rande der Felsenmauer, und ein leiser klingen- der Ton verkündigte Rcnntierc, die Lcitglocken trugen. Ich habe oft gehört, daß es in diesen Einöden solche kleine, liebliche Flecke geben soll, die wie das Paradies aus- schen, ebenso wie Bücher erzählen, daß es mitten in dein Sandmeere der heißen Länder solche gibt. Wie verzaubert blickte ich hinunter, eben aber als ich umherschaue, wo ich am besten einstcigcn kann, höre ich einen Knall, ob von oben oder unten, ich weiß nicht woher er kam, aber mein Hut fiel mir vom Kopfe, und mein Haar richtete sich auf. Mit einem Satz war ich von dem Grat und duckte mich hinter einen Stein. Mein Büchsenlauf zielte nach allen Seiten, nichts regte sich. Ick) sah keinen Rauch aufsteigen, wahrscheinlich hatte der österreichischen Heere kämpfenden Truppen befindet sich i w Fortschritten. Unsere Truppen stehen vor Warschau. (fj„ mit etwa 8 Armeekorps ans der Linie Jwangorod Warschg,, über die Weichsel unternommener russischer Vorstoß wurdc auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten für die Rußen znrückgewiesen. Tie in russischen Zeitungen verbreiteten rächte über erbeutete deutsche Geschütze entbehren jeder 9 e , gründung. Tic Bulletins der seanzösischc>r Oberleitung. W. B. Paris, 15. Ott. Die amtlicsie Mitteilung von gcsirr, besagt: Die von der Front eingclanfenc übrigens sehr allgemein cg, hattcncii Nachrichten, bringen keine wichtige Aendcrnng der Lage. H IV. B. Paris, 15. Okt. Eine amtliche Meldung von gesie,, abend besagt: Au! unserer Linken bis zur Oise dauert die Operation in normaler Weise sort. I», Zentrum wcrscn die Fsrtjchritlc b« Bcrry-au-Bac bestätigt. Aus dem rechten Flügel nichts Neues, ß, Belgien haben im Gebiete von Gent i» der Nacht vom 12. zum U. Oktober und am Tage des 13. Oktober einige Gefechte stattgesuiid«^ Englische und sraiizössschc Truppen haben Ppern besetzt. 0 Hessen und Nachbar gebiete. Gieszen und Umgebung. Ei» Lehrer des Sozialismus (Zum 16. Oktober) Tic Not der Zeit, die alles, was zusammengehört, nur fester aneinander vindct, gibt uns Anlaß, mit besonderer Herzlichkeit des Tages zu gedenken, an dem Genosse Karl Kautsky seinen 60. Geburtstag feiert. Uns allen, denen die Welt des Sozialisnius zum geistigen Vaterland geworden ist, ist Karl Kautsky ein Lehrer gewesen; eine gewaltig; Schütergcmeinde samniclt sich heute dankbar um jhn. Tic Arbeiterbewegung ist nicht das' Erzeugnis einer Theorie, sondern das Produkt lebendiger Wirklichkeit. Sie mit Selbsterkenntnis im Geiste des Marxismus :u erfüllen, hat sich Kautsky zur Lebensaufgabe gemacht. Als er sein Werk begann, war das gewaltige philosophisch- nationalökonomischc System des Sozialismus, wie cs uns Karl Marx hinterlassen hatte, den meisten Arbeitern, auch den Gebildeten unter ihnen, ein Buch mit siebe» Siegeln. Erst Kautsky hat ihnen durch seine Schriften und seine Arbeit als Herausgeber der Neuen Zeit Mut und Möglichkeit gegeben, in die verwickelte Gedankenwelt des klassischen Sozialismus einzudrmgcn. - Sein Buch „Karl Marx ökonomisä;; Lehren" ward vielen Tausenden ein Wegweiser zu Marxens „Kapital". lind alle seine späteren Arbeiten haben in gleicher Weise der Aufgabe gedient, die deutsche und die internationale Arbeiterbewegung mit marxistischenl Geiste zu erfüllen. Ei» wissenschastliches Systeni kann sich nur im Kamps der Meinungeu bewähren, und an Kämpfen hat cs der Lehre und dem Lehrer auch nicht gefehlt. Die hcstigsten Anfecht - ilngcn mußte der Marxismus aus dem Lager derjenigen cr- sahren, die vewußt oder unbewußt die Interessen der Herr- schenden Klassen vertraten und die nun wahre Bücherbarrikaden ansbailtcil. um den gegen den Kapitalismus ge- richteten Angriff abzuwehrcn. Tie schier unabsehbare Litteratur über den Marxismus hervorgeruseu zu habcnM nicht zum geringsten Teil Kautskys Verdienst. Auf der ar deren Seite war aber auch der Marxismus unaufhörlichem Nachprüfungen aus dem eigenen Lager ausgesetzt, inwieweit er noch als brauchbare Waffe für die kämpfende Arbeiten klasse dienen könne, welche Erweiterungen oder Berichtigungen nötig seien, um das geistige Rüstzeug blank zu cr< halten. In all diesen Kämpfen hat Genosse Kautsky seine» Mann gestellt, und den hohen Nutzen, den er damit gestiste!, werden auch diejenigen nicht bestreiten, die nicht in all« Fällen an seiner Seite gestanden haben. Ter wisscnschastliche Sozialismus dient nicht allein der Erkenntnis: vielmehr will er durch die Erkenntnis die Arbeiterklasse für die Erreichung ihres notwendigen Wil- lc n s zi c ls, die Bcsreiung aus den Fesseln des Kapitalist mu-s, stärker machen. In diesem Jncinanderwirken vor Schelm aus der Schlucht herauf geschossen, wo ich ihn nick bemerkte. — Es ist keine Schande, Johann Marstrand, das ich zu laufen anfing, und hinter mir her schallte ein höllische! Gelächter, als wäre cs Jubinal selbst, der vom Kilpis her unter schrie. — Im Sumpf bis ans Knie watete ich durch dr Moorbüsche und war von Herren froh, als ich wieder an den schwarzen See stand und meine Richtung hatte. Am Aden war ich an den Balsclfqucllcn, die von der Tanajaure strr men, und wer kam mir dort entgegen? Kein anderer als Mo> tuno, der schiefäugige Schuft, die Federmütze auf sein linke Ohr gesetzt und so boshaft grinsend wie ein blauer Fuch! wenn er den Fischern das Fischgerüst erstiegen hat. An de Ouellcn lagerte seine Herde, vier Zelte standen dort in de> Gehege, und eine ganze Bande Männer und Weiber hock: um den Feuerstein, die eine häßlicher als die andere." „Und von Gula keine Spur dort?" fragte Marstrand. „Nichts konnte ich erfahren. Ter lächerlich Bursä nötigte mich, in seine Gammc zu treten und auszuruhen, ab wenn er auch nicht so höflich gewesen wäre, ja wenn alle die sratzigen Wcchsetbälge sich gegen mich erhoben hätten, >' wäre doch nicht von der Stelle gegangen, denn ich war e schöpft und hungrig, daß ich Rcnntierküse verschlungen habe würde." „Brachtest du denn nicht das Gespräch aus Gula, liebt Olaf?" „Ich tat's wohl, denn Jlda macht immer noch Aussehe» von ihr, auch Björnarnc kann die gelbe, schwarzäugige H«' nicht vergessen. Ich fragte nach ihr, aber Mortuno zeig mir seine Affenzähne von einem Ohr bis zum ander! wieherte mit dem übrigen Gesindel, iprach und schrie in fein- nichtswürdigen Sprache, die kein ehrlicher ll°el Tas ist e Ziilusckste" teirw die me ifjrern rrupp- rciii- im 8 ste, hin. Ei» 7e> kn Aogehön (legriiiiME » «uäfiM befind aussiihrl missten ze na pi mache». - der ©efangcni mit de» stagl Bei der s sind ci über •' km Ausschuss Iroh ihrer de, zeiidt zu sei«, Stuäfunft mit Die Hoc fommen, 6Io| der letzten W als Ergebnis schaslsministi daß sie erst aus dem Ho sollen, also badische uni Ämtern dem möglichst schnelle: itntx Aesch/u Wtoierigfeiti beutet später, «bu aber ein }u bei man ss Händler zuge: »es gelaust I !«!}. die hintx, ■«h juriiilj; " bei, au* ti tot eine. Eldreilen. %bel: Men t anc >s *ekn 6% Höchst, öle ijni brät*. moqüifx oiiiffen u “ or % bl, ätzten 7 ® cm eini cn ^bießn t . Kt1 stach cf "i toct ■ Mk ja .. ’Ä iafc «eite ’itit »o,, C'i, bi, i' dein, Hl f ybji. »>ch?>t,b.s »ti ■fiiUcr Gelchrienqrbcit und lautem Tagcskampf liegt die große innere Schwierigkeit, mit der die Verbreitung und Weiterbildung dieser großen politischen Theorie zu rechnen liat. Heilsam und nützlich bleibt es aber auf alle Fälle, wenn W ir uns angesichts der Notwendigkeiten, die uns der tägliche Kampf aufürängt, auch der tiefen Zusammenhänge und der großen geschichtlichen Entwicklungslinien bewußt bleiben, l>-.e uns das wissenschaftliche System des Marxismus ausgezeigt hat. Hier hat Genosse Kautsky seines Amtes als Lehrer und Mahner gewaltet, auch als temperamentvoller Streiter gegen Auffassungen, die er für die Arbeiterbewegung verderblich hielt. Für diese Arbeit gebührt ihm der Tank der Partei. Der 60. Geburtstag dieses Lehrers und Kämpfers fällt in eine Zeit, die schwanger an Unheil ist, aber auch an größten Aufgaben und Hoffnungen. Mehr denn je wird unsere Be- wcaung nach Beendigung des schrecklichen Krieges tüchtiger Kräfte und erfahrener Berater bedürfen. Und daruni freuen wir uns — wenn das WSrt Freude in solcher Zeit erlaubt ist — den Genossen Kautsky in voller Schaffenskraft unter uns zu sehen. Was wir ihm wünschen, wünschen wir uns allen: daß er den Sieg der Sache erleben möge, der er leine ganze Kraft geweiht hat! „Vermiet." Das ist ein hartes Wort und schmerzlich für die, die cs in den Verlustlisten hinter dem Namen eines Angehörige»,finden. Zwar kehren die meisten der Vermißten, die aus irgend einer Ursache von ihrem Truppenteil versprengt worden sind, teils bald wieder zurück, teils sind sic, wenn verwundet, in ein Lazarett aufgenommen worden. Ein Teil aber ist in Gefangenschaft geraten und nicht imstande, den Angehörigen ein Lebenszeichen zu geben. Ta tritt die kürzlich gegründete Agentur für Kriegsgefangene beim Internationalen Ausschuß des RotcnKreuzcs in Gens helfend ein. An diese also sind ausführlich gehaltene Anfragen über den Verbleib von Vermißten zu richten: Briefe sind mit 20 Psg., starten mit 1» Pfg. frei zu machen. Ter Ausschuß »ermittelt auch den brieflichen Verkehr der Gefangenen, deren Verweisungsort er ausfindig gemacht hat, mit den Angehörigen. Bei der großen Zahl der Gefangenen — in Deutschland allein sind es über 300 000 Mann — dauert es sehr lange, bis die Listen dem Ausschusic zugehen, so daß er die Antragsteller bitten muß, trotz ihrer begreiflichen Beängstigung (Geduld zu üben und überzeugt zu sein, daß er das Menschenmögliche tut, um die begehrte Auskunft möglichst rasch zu erteilen. Höchstpreise für Getreide, Mehl und Brot. Die Höchstpreise für Getreide und Müllereiprodukte konimen, bloß wann sie komnien, das weiß man nicht. Ende der letzten Woche hieß es, sie ivärenAnfang dieser zu erwarten, als Ergebnis der Beratungen, die im preußischen Landwirt- schaftsministcrium stattgefunden haben. Jetzt wird vermutet, daß sie erst nach der Rückkehr des Staatssekretärs Delbrück aus dem Hauptquartier und aus Belgien erlassen werden sollen, also frühestens Mitte Oktober. Inzwischen haben die badische und die sächsische Regierung beim Reichsamt des Innern beantragt, daß man der Festsetzung von Höchstpreisen m ö g l i ch st schnell näher treten möge. Schnelles Handeln ist nötig, denn je länger der entschei- Lende Beschluß hinausgcschoben wird, desto größer werden die Schwierigkeiten. Da die Preise fortgesetzt steigen, so be- deutet spätere Festsetzung entweder höhere Festsetzung oder aber eine bedeutende Schädigung von Privatintcrcssen. zu der man sich nicht so leicht entschließen wird. Wenn einem Händler zugemutct wird, Getreide billiger zu verkaufen, als er es gekauft hat, wenn der Müller Mehl zu Preisen hcrgcben soll, die hinter dem Gctrcidcpreis plus den eigenen Geschäftskosten Zurückbleiben, so ist das eine kleine oder unter Umständen auch große Expropriation. Selbstverständlich dark man vor einer solchen Schädigung von Privatinteresscn nicht zurückschrccken, wo es sich um eine Existenzfrage des ganzen Lölkes handelt. Aber je größer dieser Kreis von Privat- intcressenten wird und je größer der Schaden wird, der ihm aus einer angemessenen, für die Allgemeinheit erträglichen Preisfestsetzung erwachsen würde, desto 'stärker wird die Neigung sein, die Höchstpreise hinaufzuschraubcn. Höchstpreise haben aber die Neigung, Normalpreise zu werden. Das wissen die Vertreter der Landwirtschaft, die für die Festsetzung von Höchstpreisen eintretcn, und alle ihre bisherigen Erfahrungen berechtigen sic zu dem Vertrauen, daß die Höchst- oder Normalpreise in einer Höhe festgesetzt werden, die ihnen noch ein ganz einträgliches Geschäft sichert. Darum drängen die Vertreter der Landwirtschaft selbst nach einer möglichst schnellen Lösung der brennenden Frage. Tie verbrauchenden Massen werden sich damit abfinden müssen, daß sje für ihr tägliches Brot verhältnismäßig hohe Preise zu zahlen haben werden. Sie dürfen aber Beruhigung darüber verlangen, daß man sic nicht zu Opfern einer fortgesetzten Preistreiberei niachen wird. Erst wenn die Höchstpreise für Getreide und Mehl festgesetzt sind, wird man dazu übergehen, auch die Höchstpreise für Brot in den einzelnen Gemeinden zu normieren. Tie Verbraucher werden dann mit diesen Preisen schlecht und recht zu rechnen haben, sie werden aber wenigstens wissen, daß während des Krieges die Preisschraube nickst noch öfter angcseht werden soll. Eine möglichst schnelle Entscheidung liegt also im Interesse aller Beteiligten, und erst beim Inhalt des bevorstehenden Entschlusses liegt der Interessengegensatz. Es muß zugegeben werden, daß der Versuch, diesen Gegensatz in ge- rechter Weise auszugleichen, für die zuständigen Stellen ein' ickstvierige Frage ist. Handelt cs sich doch auf der Seite der Produzenten nicht bloß um einige Große, die eine geschüft- liche Schädigung ruhig ertragen könnten, sondern auch um eine große Anzahl kleiner und kleinster Existenzen. Auf der anderen Seite sind möglichst billige Brotpreisc während bei Kriegzzoit von so ungeheurer Bedeutung, ist das zahlcn- wäßige Ucbcrwiegcn der Vcrbrauchcrintcressen so stark, daß es besser ist, die durch Festsetzung bescheidener Höchstpreise getroffenen kleineren Eristenzen auf andere Weise zu entschädigen, statt ihrem Schutze der Allgemeinheit unerträgliche —ajfcn aufzuerlegen. . Die Höchstpreise dürfen sticht dazu führen, daß sich eine kleine Minderheit auf Kosten der verbrauchenden Volks- wasscn bereichert. Darum dürfen sie nicht zu hoch angesetzt werden. Wir möchten in diesem Zusammenhang auch auf unseren Vorschlag zurückkomnien, daß der gesamte während der Kriegszcit erzielte und durch das Bcsitzsteucrgesctz von 1913 feststellbare Vcrmögcnszuwachs an das Reich zuriick- crstattct werden soll. Die kleinen Landwirte, Müller und Bäcker, die aus ihrer Tätigkeit ein reines Arbeitseinkommen beziehen, werden durch diese Maßregel nicht getroffen. Tie Großen aber werden kein Interesse daran haben, Brotwucher zu treiben, wenn sie den dadurch erzielten Vermögenszuwachs wieder herauszahlen müssen. Tie vorgeschlagene Maßregel ist also auch ei» zweckmäßiges Mittel, allen zurzeit doppelt gefährlichen Preisüberhaltungen aus dem Lebensmittelmnrkt vorzubcngen. Eine zeitgemäße Warnung. Der stellvertretende kommandierende General des 7. Armeekorps macht bekannt: ES ist mir ein Erlast des Gouverneurs von Metz zur Kenntnis gekommen, den ich feiner Bedeutung wegen in der Hauptsache wicderzugebcu mich veranlaßt sehe. Das Gouvernement hat in Erfahrung gebracht, daß einzelne Geschäftshäuser verabredet haben, während der Kriegszcit ihren Angestellten, die sic weiter beschäftigen, nur die Hälfte des bisherigen Gehalts zu zahlen und daß die Angestellten sich i„ ihrer Notlage diesen Bedingungen haben fügen müssen. Abgesehen davon, daß das ganze Verhalten dieser Firmen ungesetzlich ist, werden dieselben darauf aufmerksam gemacht, baß. falls die Angestellten nicht ihr volles Gehalt, und zwar auch für die vcrfloffcnc Zeit, ansbezahlt erhalten, der gesamte Güterverkehr für die in Frage kommenden Geschäfte unter Vorbehalt weiterer Maßnahme» gesperrt wird. Auch mir sind in der letzten Zeit aus den Kreisen kaufmännischer Angestellter vielfach Klagen über ein ähnliches Verhalten von Firmen zu Ohren gekommen. Wenn ich dieses Verfahre» auch aufs entschiedenste verurteile, so habe ich bislang doch nicht verallgemeinern wolle» und mich deshalb nicht entschließen können, eine ähnliche Strafbestimmung zu erlaßen, vielmehr habe ich in allen Fällen durch gütliche Verhandlungen ein Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer» zu erzielen versucht und säst immer auch erreicht. Diesen Weg bin ich deshalb gegangen, weil ich nicht bloß der unzweifelhaft vorhandenen schwierigen Lage der Arbeitgeber Rechnung tragen wollte, sondern weil ich der lleber- zeugung bin, daß die meisten Arbeitgeber die Interessen ihrer Angestellten als ihre eigenen ansehen und es deshalb für ihre Pflicht erachten, die durch den Krieg hcrvorgcrnfene Notlage gcnicinsam mit ihnen zu trage». Fch gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeitgeber auch für die Folge nach Möglichkeit in diesem Sinne handeln werden. y. Was geht aus Grube Fernic vor? Aus Bcrqarbeitcr- kreisen schreibt man uns: Sind in diesen unheilvollen Zeiten viele Unternehmer infolge der Umstände gezwungen, die Arbeitszeit herabzusetzen, Arbeitcrentlassungcn vorzunehmen und auch vielleicht die Löhne herabzusetzen und demzufolge sich mit weniger Profit zu begnügen, so stehen diesem aber auch solche entgegen, welche die augenblickliche Lage benutzen, ihr „Schäfchen" zu scheeren. Es ist leider eine bedauernswerte Tatsache, daß das deutsche Volk sich in diesen Zeiten, wo jeder sein möglichstes für das Vaterland tut, von solchen Leuten schröpfen lassen muß. Eine solche Handlungsweise ist gewiß nicht als schön zu bezeichnen. Selbst die Bergwerks- Zeitung sah sich gezwungen, gegen eine ungerechtfertigte Lohnreduzierung Stellung zu nehmen und davor zu warnen. Eine Schröpfung der Arbeiter wird auch von der Gießener Grube Fernic berichtet und zwar für den ganzen unterirdischen Betrieb. Standen die Löhne schon vor den K'riegszeiten nicht hoch, so hat sie die Werksverwaltung im Laufe des Vor- inonates um 30—40 Pfg. pro Schicht heruntergesetzt. Aus welchem Grunde diese Herabsetzung vorgenommen wurde, entzieht sich unserer Kenntnis; eins siebt aber fest, die Produkte, welche Fernic fördert, haben augenblicklich und auch für die Zukunft schlankweg Absatz. Auch sind dieselben nicht etwa im Preise gefallen, sondern das Gegenteil wird eher der Fall sein. Was mag nun die Triebfeder dieser Handlung gewesen sein? Vielleicht trifft es zu, wenn wir vermuten, daß die Gewerkschaft einen Ersatz sucht und auch gefunden hat, um auf diese Weise wieder zu den Geldern zu kommen, welche sie auslegt, um die eiubcrufenc» Bergarbeiter in die Kriegsversicherung einzukaufen. Wer nicht eine moralische Verpflichtung fühlt, etwas zu tun in dieser Zeit, kann ja leider nicht ge- zwungcn werden; ein Beispiel sollten sich aber gewisse Leute nehmen an solchen Werken, die nicht nur die Einberufenen in die Versicherung einkaufen, sondern auch noch die Frauen in wcitgxhcnster Weise unterstützen. Wie Figura aber zeigt, treibt man in diesem Falle auf anderer Leute Kosten einen schwunghaften Patriotismus. Im hessischen Staatsschuldbuch sind in den Monaten Juli bis September d. I. weitere 8 729 500 Mark eingetragen worden und die gesamte Buchschuld stellt sich vom 1. Oktöbcr d. I. auf 100 156 700 Mark. Hieran sind be- tciligt Private mit 28 825 700 Mk., Handelsfirmen mit ! 812 800 Mk., Gesellschaften und rechtsfähige Vcrmögcns- massen mit 49 439 400 Mk. und nichtrechtsfühige Vermögens- Massen mit 20 078 800 Mk. Näheres ist aus dem amtlichen Merkblatt, das unentgeltlich bei allen Behörden sowie bei den Bürgermeistereien und Postbchörden erhoben werden kann, zu ersehen. In der gegenwärtigen Kriegszeit bietet die Verpfändung einer Schnldbuchforderung bei den neu- gegründeten Tarlehnskassen die einfachste und bequemste Ge- lcgcnheit, sich vorübergehend benötigte Geldmittel zu ver- schaffen, ohne zu dem allerdings augenblicklich schwierigen und mit erheblichen Verlusten verbundenen Verkauf von Schuldverschreibungen zu schreiten. Außerdem stellt die Schuldverschreibung die sicherste und billigste Form der Aus- bcwahrung von Vcrmögenstcilen dar, die in hessischen Staatsschuldverschrcibungen angelegt sind. — Gefallene des Gießener Regiments. AIS gefallen werden weiter vom Infanterie-Regiment Nr. 116 bekannt am 26. September: tlnoff. d. R. Heinz Tchcpp, Lehrer aus Gießen; am 22. Ang.: Gcfr. d. R. Karl Loos, aus Gießen; am 27. Tept. Vtzcscldw. O. Ludwig, aus Langsdorf; am 17. Tept.: Untoff. d. R. Dr. phil. Paul R ö l l« r , Lchramtsveferendar, aus Gießen. — Gefallene aus Obcrhcsic» und Nachbargebictcu. Wehrniaun Karl E r m e l, aus Hopfgarten, Kr. Alsfeld, Landivchr-Jns.-Rcq. Nr. 81. — Ottomar C zaudern aus Braunfels, Juf.-Rcg. Nr. 81. — Am 27. Sept.: Untoff. Wilh. Stroh, aus Wißmar, Fnf.- Rcg. Nr. 81. Georg Volk gestorben. Georg Volk ist am Dienstagabend nach länaerem Leide» gestorben. I» ihm verliert das VolkSbildungS- ivcfen im Rhein-Main-Gebiet feinen Gründer und hervorragendsten Förderer. Georg Volk wurde am 26. April 1862 in Kirch- Brombach im Odenwald geboren. Er besuchte das Lehrerseminar zu Bensheim und wirkte dann 25 Fahre als Lehrer in L f f c n » b a ch. Hier entfaltete er auf dem 6!cbietc der BolkSbilbungSarbeit eine außerordentlich segensreiche und vorbildliche Tätigkeit. Die Gründung der Ttadtbücherei und des Ausschusses für Volk^vor- lcfungen find Volks Werke. 1904 gründete er in Gemeinschaft mit andere» VolkSfreunbe» den Rhcin-Mainischcn Verband für Volksbildung, etliche Fahre später als erstes feiner Art in Deutschland das Rhein-Mainifche Verbandstheater. Dann ries er mit Lic. Fuchs die Bolksakademic zu Rüflelshcim ins Leben, und schließlich veranstaltete Georg Volk die sogenannten Volkstage, die sich weithin des größte» Zuspruchs erfreute». Leit zehn Fahren stand Volt vollständig im Dienste des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung, den, er in mehr als 400 Ortschaften Hessens, Nassaus, KurhesicnS und der Pfalz Eingang und Heimatrecht verschaffte. Volk war eine glänzende organisatorische Kraft, den, alles, was er anpacktc, gelang, wozu freilich eine fcsiclndc Bcredtfamkeit, die die Herzen war», machte, sich gesellte. Obgleich Volk den größten Teil seines Lebens in der Großstadt zubrachte, vergaß er seine Heimat, den Odenwald, doch niemals. Seine Gedichte in Odcn- wäldcr Mundart sind heute Gemeingut des HcsscnvolkeS und sein prächtiges Werk „Der Odenwald" gilt als eine» der besten volkskundlichen Bücher. Das deutsche Volksbildungswesen verliert in Georg Volk einen seiner hervorragendsten Förderer, das Hcsicn- land einen seiner besten Söhne. Die letzten LebcnSmonaic wurden Volk durch die bekannten Vorgänge im Ausschuß für Volksvor» lesungen verbittert. — Nutzen der Bolkssürsorge. Die 45jährige Bürsten- und Pinsel«rbeiteri» H. in Hilbersdorf bei Freiberg (Sachsen) versicherte bei der Volksfürsovge in Hamburg am 15. Oktober nach Taris III l«er einer 10 Fahre zu zahlenden Halbinvnatsprä>»ic von 40 Psg. eine beim Tod: oder spätestens im 65. Lebensjahre fällige Versicherungssumme voti> 88 Ndark. Tic Versichert« starb am 22. Juli 1014 an einer im Beruf entstandenen M i l z t> ra n d v c r - giftung. Die VoWfüvforge erkannte dies: Todesursache entsprechend den Entscheidungen der bei der Unfallversicherung in Frage kommendeu Instanzen als Unfall an und zahlte an die Hinterbliebenen Kinder die fällige VersichcrnngSsumme im Betrage von 86 Mark ans. An Prämien sind 7,26 Mk. bezahlt worden. — Der 33 Fahre alte Maschinist F. Sch. in Ludwigs Hafen versicherte am 15. Dezember 1013 gegen eine HatbNronatSpräini« von 2 Mark eine spätestens nach 2» Fahre» fällige Versicherungssumme von 760 Mk. aus Grund des Tarifs kl. An, 11. August 1914 ertrank der Versicherte in der Alb bei Waldshut (Rhein), Die VolkSfür- sorge erkannt: den Tod als durch Unfall erfolgt au und zahlte der Witwe die fällige Vcrsichevungssumme im Betrage von 738 Mark Es. Au Prämien sind 26 Mark bezahlt worden. Von der Post. Von den Beschränkungen im Postverkehr innerhalb Deutschlands bröckelt erfreulick^rweiie ein Stück um das andere ab. Rach einer Verfügung des Rcichspostantts iverdcn Privatpatetc nach den Grenzgebieten in Elsaß-Lothringen »sw. mit Ausnahme der int Elsaß gelegenen Kreise Altkirch, Mülhausen, Thann, .Gebweller und Kolmar wieder angenommen. Bricsliche Miitcilungcn dürfen aber diese Pakete — außer Rechnungen und ofscncn ans den Paketinhalt sich beziehenden Schriftstücken — nicht enthalten. Noch immer zu ivenig bekgnn! ist die Vorschrist, daß die Briefe nach dem Ausland sclnschließllch Oesterreich-Ungarn) imb den doutscheii Schutzgebiete» zivar in fremder Sprache — aber mir offen — versandt werden dürfen. — Vom Knriossclmarktc. Am letzten Markttage, am Dienstag, lvare» wiederum keine Kartosselveriäuscr oder doch nur vereinzelte auf dein Wochenmarkte zu sehen. Von den Landwirten wird mit dem Verkauf zurückgchaltcn, um die Preise in die Höhe zu treiben, was sic in jetziger Zeit jedenfalls als ganz besonders patriotisch ansehen. Di: Kartoffelernte ist so reichlich ansgesall:», daß wirklich ein mäßiger Preis gestellt ivcrden könnte; mit höchstens 2.00—2.50 Mark wäre der Zentner (bei Bezug für den Winterbcdarf des Haushalts) jedenfalls gut bezahlt. Mehr ist in früheren Fahren bei gleichen Evnte-Bcrhältnisic» nie verlangt wvrdcn. Der städtische Kartosscloerkauf in der Schule in der Neustadt wird sehr stark in Anspruch genommen. Wie wir Hüven, beabsichtigt die Stadt noch größere Mengen zu kaufen und in gleicher Weise abzugebcn. Man wird einer solchen Maßnahmen unbedingt zustmimen müssem, die Stadt l>at zwetsellos die Ausgabe, die Eruähruitg ihrer Einwohnerschaft sichcrzustcllcn. Dadurch werden allerdings einig: Geschästs- lcnic in Nachteil gebracht, aber das Verhalten der Landwirte zwingt die Stadt zu diesem Vorgehen, — Von der Bäckerei des Ko»silmvcrei»s wurden im vcrsloffc- nen Geschäftsjahre, wie ans dem Jahresberichte zu entnehme» ist, nicht weniger als 213 541 Laibe Brot (zu 4 und 2 Pfund) und 1 153 758 Brötchen hergcstellt. Außerdem noch für 3541 Mark verschiedene Kuchen. A» Material zur Herstelluug dieser Backwaren ivar n. a. erforderlich: 6910 Ztr. Mehl, 2817 Pid. Hcse, 110 Ztr. Salz, 19 000 Llr. Milch, 615 P>d. Butter, 5650 Psd. Schmal,, 2600 Pfund Zucker, 1069 Eier ufw. Die Heizung der zwei Doppel-Dan,pf- bachöse» erforderte 3200 Zentner Briketts. Beschäftigt waren ein Backmeistcr und 5 Bäcker, 6 BrölchcnauSträgcrinucn und 1 Ein- kassiererin. Arbeitszeit und Löhne der Bäcker sind tariflich geregelt, — Keine briefliche Auskunft über Verlustlisten. Der Reichs- aitzeigcr vcröffentlicht eins Bekanntmachung, in der darauf hinge- wieien wird, daß briefliche An fragen vom ZcittralnachwciS- bnrcau nicht beantwortet irerd:» können. Aufklärung wünschende Personen, auch diejenigen, die über Kriegsgefangene Auskunft haben möchten, werden ersucht, hierzu die auf jeder Postanstalt erhältlichen Rosa-Karte» zu benutzen. Etwaig: Anfragen wegen des Fnhalts der Verlustlisten kaum nur das Zentral - R a ch io c i S b u e a u des K r i egSm i u i ster > um s, Berlin NW 7, Dorothecnstraß: 48, beantworten. Wünsch: bc- treifend den Bezug der Verlustlisten sind lediglich an di: zuständigen Postämter zu richten. — Vom Ttadttheatcr. Das Ergebnis des Abonnements entspricht iusowclt den Erwartung:», daß die Spielzeit ab 1. November mit den zwei Aboiinemeittstagen Dienstag und Freitag nuu- mehr gesichert ist. Fmmerhin ist eine weitere Stärkung des Abonne- inents dringend wünschenswert. und darum fei wiederholt daraus hinglivieien, daß neue Anmeldungen in der Musikalienhandlung von C. Ehallier im Ncuenweg «ittgegengcnommeii werden. — Wegen gngebliätcr Plünderung von Leichen auf dem Tchlaed!- fclde wurden gestern sriih mehrere Leute aus dem Gießener Bahn- Hofe verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Fn ihrem Besitz hätten sich Gegenstände befunden, wodurch sic in den Verdacht geraten wären. Die Leut: hatten einen Hafertransport nach dom Schlachtscld« gebracht und sollen sich verschiedene Andenken »tttge- nomincn haben. — E!» alter Sünder. Bor der Gießener Strafkammer batte sich am Dienstag der 60 Fahre alte Taglöhner Foh. Nicß ans Bellmuth zu verantworten. Er hat sich wiederholt gegen den Paragraph 176,3 des Strafgesetzbuchs vergangen, weswegen er schon öfter vorbestraft ist Das Gericht verurteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus und Verlust der Ehrenrechte aus 5 Fahre. Rechtskräftig geworden ist das Todesurteil gegen den Raubmörder, Brandstister usw. PH. Flor sch aus Hosixim, der sort- gcsctzt ein kaltblütiges Verhalten zur Schau trägt und auf den das Urteil bisher auch nicht den allergeringsten Eindruck gemacht bat. Er ist entschiede» gegen jede Revision des Urteils und will lieber, wie er auch ,'chon seinem Verteidiger mitteiltc, das Henkerbeil spüren, als lebenslänglich ins Zuchtlzans. Trotzdem wird den gesetzlichen Bestimmungen gemäß das Urteil dom Landesherr» vor- gclcgt werden, der !e nach dem Bericht des Justizministeriums und der Staatsanwaltschaft von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch machen, oder dem Gesetz seinen Lauf lassen kau«. Die Kämpfe in Belgien. Nus Amsterdam wird der Franks. Ztq. telegraphiert: Tic Tentschen rücken rasch nach der Küste vor und ihre Vorhut ist, nachdein kleine Gefechte bei Ursel stattgcfnnden hatten, bereits in Brügge und dessen altem vor Jahrhunderten so rührigen Vorhafen, dem heute gänzlich ausgestorbenen Damme, angekommcn. Eine größere Anzahl belgischer Sol- daten wurde bei Slnis in der Nälie der Küste über die holländische Grenze getrieben. Die belgischen Truppen suchen osfenbar in raschen Märschen längs der Küste nach Frankreich zu den Verbündeten zu kommen oder sich in einem der Häfen einzuschisfcn. Abteilungen von französischen und englischer. Marinesoldaten, die sich bei Wern festgesetzt haben, sollen augenscheinlich dazu dienen, den Weg srerzuhalten. Wie in Lille, wird hier wieder einmal eine offene unb zwar diesmal eine Stadt von wundervoller alter Schönheit besetzt, deren Beschädigung den Franzosen wie den Engländern wohl recht gelegen käme, zumal sic weder dem einen noch dem anderen gehört und glänzend zu einem neuen Geschrei gegen die „deutschen Barbaren" gebraucht werden könnte. Inzwischen rücken aber auch die Deutschen südlich über Eourtrai vor. Ei,»nähme von Brügge. Das Handelsblad berichtet über die Vorgänge in Belgien: Beinahe ganz Belgien ist nun von den Verbündeten geräumt. An der südlichen Grenze wird noch bei Furnes »nd Hazcbrouck gekämpft. Tie Stadt Lille ist nach einer heftigen Beschießung wieder in dem Besitz der Deutschen, nachdem in einem Straßcnkampf eine 60 Mann starke Patrouille verjagt wurde. — Gestern nachmittag um 2 Uhr erschienen deutsche Radfahrer in B r ü g ge an dem Gentcr Tor. Es fielen ein■ zelne Schüsse und sofort zogen der Bürgermeister, der Bischof und die Schössen den Deutschen entgegen. Ein Stunde später zog c i n d e u t s ch e r L e u t n a n t mit z w ei M a n n über den Marktplatz, dicht umdrängt von der Menge, die im ersten panischen Schrecken geflüchtet toar. Auf der Landstraße und in Eourtrai wurden die Deutschen mit Mitrail- leusenfeuer empfangen, aber nach einem kurzen Kampf zogen sich die Belgier in Eile nach Ostende zurück. An dcurselben Tage wurde bei 2 i s s e c l-c die Bürgerwchr in der Stärke von 5000 Mann durch General de Kloot aufgelöst. Viele von diesen Leuten hatten absolut keinen Schuß abgegeben, da die Bürgerwehr nicht eingeübt warz sic gehen nun in allerhand Bürgerklcidern in ihre Dörfer zurück. Starke deutsche Truppcnabteilnngen zogen nach Belgien ad, doch sie finden nirgends Widerstand. Sie rücken in der Richtung von Sec- brügge vor. Lille ist sehr beschädigt. Ter ganze Stadtteil zwischen dem Bahnhof und der Kirche St. Moritz ist ein Trümmerhaufen. Die Feuerwehren von Roubaix und Tourcoing löschen das Feuer der brennenden Häuser, wobei ihnen die deutschen Soldaten Helsen. Um 3 Uhr wurden der Bürgermeister und die Schöffen, die Vorsitzenden der HandelSkamnier und der Jndnstriegcsellsckiaft in geschlossenen Wagen weggeführt. Ter Ticgcs-ErrrfUst m Antwerpen. Wie die TimieS aus Newyvrk meldet, besindet sich i» der New short World eine packende Beschreibung der- siegreiche» Einzuges der Deutsche» i» Antwerpen. Der Korrespondent sah den Einzug von «jn«m Balkon des amerikanischen Konsulats, wohin er sich begeben halle, nachdem der Konsul geflohen war. Er und ein freund war.» so ziemlich die einzigen Zuschauer in der ganzen Stadt. Tic ersten Truppen, die cinrückten, waren militärisch: Radfahrer, denen eine Brigade An sänke ri« und verschiedene Feld- l>at!erien folgten Die letzteren zogen j» slotte», Trab durch die Stadt nach dc» Kais, wo die Geschütze ausgestellt wurden, um ans die belgisch- Nachhut zu feuern, die gerade am jenseitigen User der Scheide ankau: Eine KompaMn« Jnsantcrie begann sosor! über die Schiffsbrücke zu ziehen, aber als man bemerkte, das; sie in der Mitte durch die Belgier vernichtet worden war, sprangen zwei Soldaten in die Schelde, nach dem anderen Teil der Brücke, lim dort das Terrain zu erforsche». Nach zwei Stunden hatte» die Deutschen die Schisssbrücke iviederhergesteltt. und die Truppen zogen daraus in nnwbschbaren Reihe» darüber. Ter Kern des deutschen Hoc res zog jedoch erst spät am Nachmittag in die Stadt ASIgemeinss tSrauereien unci Bicrliandiunqen SWffi ta Sie ]. H. Jliring. Lieh ist die Beste erhältlich i. (L Kolonial w. (Jeschäft. Gäbet & AppTfg p Export - Biere Uoioira- SSrsäisei-’eS Aktien-Gcscllsch. Gsesseiii Alicestr. 25 Tel. 736 Adler-Autos u. Fahrräder Q Kontrollkassen, Rcptwkst. □ Saiae- Einrichtung. Chr. Zimmer Bahnhofstraße 12 Knpferkessel. 000$ jBaugeschäfte| ] Jean Dern & Cie., Gießen fl jgegr. 1883 Westanlage 31 fl I Baumaterialien- Großhändler fl Zcmentwarenfabr. m. Motorbetrieb f iBIumengesch. Selters Weg 44 L H§rensi- materialien Joh. Fischer Alicestraße 28 30 Telephon 72 Kohlen, Koks un d Briketts. Chokolade u. | Konfitüren Elvira Jost Selters^ Telephon 1 Bierbrauerei mit eigener Mälzerei Anerkannt vorzügliche hello und dunkle rin. General v. Schulz und Admiral r. Sch weder hielten die Parade über 60 000 Manu ab. Mit ihren, glänzenden Gefolge hatten sic zu Pferde neben den. Königlichen Palast Aufstellung genommen. sfünf Stunden lang marschierte der mächtige Zug durch die Straßen der verlassenen Stadt, ivährcnd die leeren Häuser widcrhrlltcii von dem Schall der Schritte. Kompagnie auf Kompagnie, Regiment ans Regiment Brigade ans Brigade, bis das Auge müde ivar vom Scheu nach diesem Gran und den, regeimähi- grn Tichbewegcn der Glieder. Metallene Sli.nme.ii sangen die „Wacht am Rhein" oder „Eine scste Burg ist unser Gott". An der Spitze jedes Regiments marschierte ein Mnsikkorps und ein Fahnenträger. Es sind Truppen, dir beinahe fortdauernd im Kampfe gewesen sind während zwei Woche», und die in den letzten 30 Tlanden Tod und Verderbe,, sandten über eine feindliche Stadt, lind doch sahen die Mann schiften und Pferde wohlversorgt ans, und das Sattelzeug der Arlilleriepserde glänzte. Nach d:r Artillerie kam ein Kavallerieregiment, Kürassiere mir ihren glänzend:,, Helmen, Matrose», eine Marinedivision, bäuerische slnsanteric, Ocslerreichcr usw. »sw. Aus den, gefarmten Auftrelen der Deutsch«, ging hervor» das, sie de» Auftrag bekomme» hatten, die Einwohner der Stadt mit besonderer Schon u n g zu behandeln. Die Flucht nach England. In Ostende wurden Mittwoch die letzten Ueberreste der belgischen Armee, meistens Verwundete, welche vorher in einen: traurigen Anszuge nnt bandagierten Armen »nd Beinen durch die Straßen gezogen waren, eingeschifft. Tan,: tvurdc den Bewohnern mitgeteilt, daß keine Dampfer mehr abfahrcn. Nun begann eine gewaltige Auswanderung aus Ostende und de» umliegenden Dörfern nach der holländischen Grenze, wo man mit dem unaufhaltsamen Strome der Flüchtlinge nichts mehr anzufangen weiß. In Slnis waren wohlhabende Bürger uns Ostende frol:. sich eines Stuhles be- mächtigen zu können, worauf sie die Nacht verbringen konnten. In den englischen Häfen Deal und Walnier trafen ain Montag abend mehr als 5000 Mann der englischen Marinsbrigade ans Antwerpen unversehrt ein. Sie wurden vo»: Müttern, Frauen und Bräuten lebhaft begrüßt. In Folkestone sind wieder mehrere tausend Flüchtlinge ans Antwerpen gelandet, von denen viele halb verhungert und ärmlich gekleidet waren. Rückkehr der Flüchtigen nach Belgieü. Nachdem die holländische Regierung sich mit der deutschen über die Rückkehr der Bevölkerung von Antwerpen und der Gemeinden innerhalb des zweiten Festungsgürtels verständigt holte, verhandelt sie setzt über die Niickbcförder » n g der Leute aus dem Waes- land. Weil diese Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gc- komnieii sind, wurden vorläufig noch 3000 Waesländer nach Norden transportiert. Vlisstngcn ist von Tausenden der ärmsten Flüchtlinge überfüllt. Versorgung mit Lebensmitteln. LonLon, 15. Okt. (Etr. Bln.) Tie Times meldet ans Ostende: Tie Vereinigten Staaten haben der deutschen Regierung angeboten, Brüssel mit Nahrttngsmitteln zit versehen. Ter amerikanische Konsul Thomson ist aus Antwerpen nach London gefahren, um von der englischen Regtet nng die Erlanünis zu bekommen, daß Nahrungsmittel unter amerikanischer Flagge nach Antwerpen gesandt werden können, da die Not in Antwerpen groß sei. Ein Lebenszeichen der belgischen Regierung. Paris, 15. Skt. (Gtv. aikfl.s Die belgische Negierung in Le Havre erläßt einen A u f r u f an das belgische Volk, in dem gesagt wird, der Feind habe gehofft, das belgische Heer bei Aitt- iverpen zu vernichten, aber ein geordneter würdiger R ü ck z u g habe diesen Plan vereitelt und das Heer erhalten, das für die gerechte Sache zu kämpfen fortsahre. Die Regierung müsse nunmehr ihren Titz an einem Orte aiisschlagcn, wo sie einerseits mit den, belgischen Heere, andererseits mit Frankreich und England in Verbindung stehe. Deshalb wähle sie zeitweilig Le Havre. Diese zcitwciliac Prüfung werde zu schneller R e - vanchc fuhren. Alle Regicrungsabteilungen führen fort, in den, durch die ll,„stände erlaubte,, Maße zu funttioiiiercn. Mit den Worten: „ES lebe das freie unabhängige Belgien!" schließt der Aufruf. Vcreinskalcnder. Samstag, 17. Oktober: Hriichekhcim. Abends 0 Uhr Aitgliedervcrianimlniig bei Friedrich Reim. mm US [ empfehlenswerter Geschäfte Die Offensive unserer Verbündeten in Galizien. Wien, 15. Okt. (\V. I>.) Amtlich wird verlautbart: Gestern eroberten unsere Truppen die bcfcstigteu Höhen von Sle.rasol. Auch gegen Star» Sniubor gewannen unsere Angriffe Raum. Nördlich des Strwiaz haben tvir eine Reihe von Hohen bis zu der Südostfrvnt von Przcinysl im Besitz. Am Tanflusse abwärts der Festung wird ebenfalls gekämpft. — Unsere Verfolgung des Feindes über die Karpathen hat Wtzskow und Skvle erreicht. Ter Stellvertretendc Chef des GcucralstabrS: v. H ö f c r, Generalmajor. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Lssenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Osfenbach a. M. Km'toffelverkauf. Samstag, den 17. Oktober, von 8—12 Uhr, werden von der Stadtverwaltung im Schulhous in der Neustadt Kartoffeln in -ücngen bis zu 25 Pfund an Bewohner der Stadt abgegeben. Der Preis beträgt für das Pfund " Pfennige. Ebenso werden Möhren, abgegeben zum Preise von 5 Pfennigen für das Pfund. Gießen, den 10. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. E. G. nt. b. H. Tonnta-, den 18. Tt'tober 1314, nachmittags 3 Uhr, Generalversammlung im Saale des GkwerkichaslshauseS, Schanzenstraße 16. Tagesordnung: ' 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Beschlußfassung über die Verteilung der Erübrigung. 3. EreänZungswahl des Anssichlsralcs und Wahl von 3 Stell-, Vertretern. 4. Anträge. Der Aussichtsrat. Aul vielseitiges Verlangen will ich nun iiir obige Leiden Etat nas«l Hilfe erteilen. Nach meinen 25jährigen Erfahrungen habe ich anerkimiitermassen genngemde Kenntnisse liiertiir ge^nminelt. Lauter jgnto ilrfolire. Zu sprechen: Morgens 9—11 und mittags 3—5 Uhr. Christian Petrij Moltkestrasse7.__ ISS ESI mm Der verehrlichen Kundschaft zur t]efl. Kenntnis, daß ich meine l«l FEI wieder betreibe. Ich bitte, mich auch fernerhin mit Aufträgen beehren zu wollen. Hugo Henkel. Ei-ßc», Kaplansgasse 12. Wasserdichte KldlllkßM s 1 Lesüudcrcr Scc^Jnng crapfohlcu empfiehlt ihre 1k. Biere und Kraftbicr mit geringem}*; Alkoholgehalt. Gerlach & Euler vormals J. Luy Wetzla r_ R smlirinus-Brniizrei L. J. ÜVIeScbsor Butzbach Vertr.: Georg Hebstreit Gieß en . Telephon 163 Exaxsribrauere? Jusltiä Hildebrand C. II!. b. ü. Pfungstadt ^^Niederlage^Gießeii GieOener Brauhaus A. «fcW. Denninghoff empfiehlt hol! t: i. d un kiel Si e re ] CÜeorg Ouht G. in. b. H. Wetzlar. lTraue!’ci an unsT’ Bie r h andlun p e rt. U wäSJtu zJ jsiai Wetzlar. Lli® ] Alsfeld (Hessen) Lazcr-Tafelbler \ f und Kraftbräu (alkohola rm) W Pr ot;., ^ EEiHälEEE^.ij J^j Hoiz, Kohlsn, BrSit. if">r - Pr. Sßkisr- nnb SfllntiifittofflR empfiehlt zu billigstem Tagespreis. % Hantel Nclitllbiiue l _Telephon 126 . Weizlar F. Ö 8 PJ 3 SÜ StSGSlü. 4J.fr.Fra 'Crjci]clnt rvöchrsrUd; einmal liiscmem Happs ’illrä B Diver se '■ lassägorSssei* 2(Licht, Dampf und Heißluft) J bei allen Kassson zugelas3cn i u. I ia i. ^ I; ;K l~ 11 Sladlftsl H Uf/iillasi'ol^torer u. UrkVra.tnr . lirSIIIRy Fr: rankfurterstr. }t), rieDächenetenl LU.RAII. ff. Fleisch- u. 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