t X r 1 is % id n» tn icht cm* den fl» ID i ||3 4 •£ ß(t»M iß* 1 ^ Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete. Cbecbefflfdje ColfajUiung erscheint leten ffleröao Abend tn liefcen. Der SlbonnemeiU*Bret» belränl »öchenttich 15 ®ffl. monatlich ) Pta. ftnidjL Bnusczlobn. Durch du Polt bezogen lnerteljäbrl.IbÜMk Redaktion and Ervcdttton Stellen. Babnboslira'ie 23. (ide S-wenaasic. relcvbon 2008. Ankerate losten die v mat gcivait. KolonetzeUe oder deren Raum 15 Pt» Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man In» abend« 7 Ihr kür die folgende Nummer in der Expedition aufgedei» Nr. 238 Gicßen, Mittwoch, Den 14. Oktober 1914 9. Iayrgailg ^rrqtarid und Belgien am Pranger Enthüllungen aus amtlichen Dokumenten. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Durch die eigene Erklärung Tir Edward Greys ist die Be- »ptung der englischen Regierung bereits als unhaltbar erwiesen, f) die Verletzung der belgischen Neutralität durch Tculschland S Eingrcisen Englands in den gcgcnivärtigen Krieg veranlaßt I t. Das Pathos sittlicher Entriistnng, mit den, der deutsche Ein- > rrsch tn Belgien von englischer Leite zur Stimmungsmache gegen ! lutschland bei de» Neutralen verwertet wurde» ist, findet eine iue eigenartige Beleuchtung durch gewisse Dokumente, tllche die deutsche Heeresverwaltung in den Archiven des l I g i s ch e n G c n e r a I st a b S in Brussel aufgesundcn hat. Aus dem Inhalt einer Mappe, ivelchc die Aufschrift trägt , ntervontion anglaise en Belgiquc" geht hervor, daß schon im Iihre 190H die Entsendung eines englischen Erpe - l tionskorps nach Belgien für den Fall eines dcutsch- Iinzösischcn Krieges in Aussicht genommen war. Nach einem vor- isundencn Schreiben an den belgischen Kriegsministcr vom I April 1006 hat der Ehcf des belgischen Gcncralstabs mit dem »maligen englischen Militärattachec in Brüssel, Oberstleutnant I irnardiston, aus dessen Anregung in wiederholten Beratungen »len cingehcnden Plan für gemeinsame Op c r a t i o.n e n Ries englischen Expeditionskorps von 100 000 Mann mit' der I gischen Armee gegen Deutschland ausgcarbeitct. Ter Plan fand P' Billigung des Ehess des englischen Gcncralstabs, Gencral- l ijors Griorson. Dem belgischen Gcneralstab wurden alle An- I ben über die Stärke und Gliederung der englischen Truppenteile, 1er die Zusammensetzung des Expeditionskorps, ferner die Ans- I iffungspunktc, eine genaue Zcitbcrechnung siir de» Abtransport I dcrgl. geliefert. Auf Eirund dieser Nachrichten hat der belgische > neralstab den Transport der englischen Truppen I das belgische Aufmarschgebiet, ihre Unterbringung und Er- » hrung dort eingehend vorbereitet. Bis in alle Einzcl- I tcn ist das Zusammenwirken sorgfältig ausgcarbeitet worden. I sollten der englischen Armee eine große Anzahl Dolnictschcr »nd I gischcr Gendarmen zur Bersügiing gestellt und die nötigen I rten geliefert iverden. Selbst an die Versorgung englischer Ver- W Mieter war bereits gedacht worden. Dunkirchen, Calais und > iulogne waren als Ausschiffspunkte für die englischen Truppe» > rgesehen. Von hier aus sollten sie mit belgischem Eisenbahn- > »erial in bas Aufmarschgebiet gebracht werden. Tic bcabsichligte > islabung in französischen Häfen und der Transport durch fraiizösi- > es Gebiet beweist, daß den englisch-belgischen Vereinbarungen > iche mit dem französischem Generalstab vorausgegangen Waren. Die drei Mächte haben die Pläne für ein Zn- W>m ni cn arbeiten der „verbündeten Armee n", wie ■ ■ in dem Schriftstück heißt, genau fest gelegt. Dafür spricht > >ch, daß in den Geheiinakten eine Karte des französischen I ‘ll®’ arsches vorgesunden worden ist. Das erwähnte Schreiben W "halt einige Bemerkungen von besonderem Fnteresse. Es heißt Wirt an einer Stelle. Oberstlcutiiaiit Barnardiston habe bemerkt, ■ '* 1011 zur Zeit auf die Ilnterstützung Hollands nicht ■ rS*” lönnc - Er habe ferner vertraulich mitgcteilt, daß die W iglnche Regierung die Absicht habe, die Bassins für den englischen ■ orpfleginigsnachschnb nach Antwerpen zu verlegen, sobald die M vrdice von allen deutschen Kriegsschiffen gesäubert sei. Des M eiteren regte der englische Militärattachec die Einrichtung eines Wel irischen S p i o n a g c d i e n st e s in der Nheinprovinz an. I chas Vorgefundene militärische Material erfährt eine wertvolle W 'äkii'Bwg durch «ine,, ebenfalls bei de» Gcheinipapicicn bcsind- ■ ,,cn "(sicht des langjährigen belgischen Ge - I Een in Berlin. Baron G re i n d l, an den belgischen I """er des Acußern. in dem mit großem Scharssinn die dem cng- > che» Angebot zugrunde liegenden Hintergedanken enthüllt I'rbcn, und in den, der Gesandte auf das Bedenkliche der I tuation hinweist, hje steh Belgien durch eine einseitige »artet n ahme zugunsten der Ententemächte be- » >cn habe. Zn dem sehr aussührlichen Bericht, der vom 21. I zcmbcr 1011 datiert ist, und denen vollständige Veröffentlichung »rbchaltcn bleibt, führt Baron Grcindl ans: » Der ihm mitgcteilte Plan des belgische» GencralstabS für die » rtcidigung der belgischen Neutralität in einem deutsch-sranzösi- » :n Kriege beschäftige sich nur mit der Frage, was für militärische »ißnahmen für den Fall z» ergreifen seien, daß Deutschland die I gische Neutralität verletzte. Tic Hiipothcsc eines franzöii- I tu Angriffs aus Deutschland durch Belgien habe aber I ade viel Wahrscheinlichkeit für sich. Der Gesandte führt dann I rtlich folgendes auS: „Von der französischen Seite her droht die Gefahr »ichi nur > m Süden von Luxemburg, sie bedroht uns auf unserer ganzen > iemeinsamcn Grenze. Für diese Behaiiptung sind wir nicht nur W ilif Mutmaßungen angewiesen. Wir habe» dafür positive An- »laltspunkte. Ter Gedanke einer Umsassungsbcwcgnng von » lorde» her gehört zweifellos zu den Kombinationen der Enieiiie ■ ® cnn das nicht der Fall wäre, so hätte der Plan. W «listingkn befestigen, nicht ein solches Geschrei in Paris und > j:.' , n bervoraerufcn. Man hat dort den Grund gar nicht vcr- I "cht, aus dem man wünschte, daß die Schelde ohne Vcrtcidi- **(:• Man verfolgte dabei den Zweck, unbehindert eine I Wo* Garnison nach Antwerpen überführen zu können, als m f roe . 1 *.' f"h bei uns eine Operationsbasis für eine I Tn ' D e ' n der Richtung auf den Nicdcrrhein ■ ^'estfalcii z» schassen und uns dann mit fortzurcißen, > , "Mt schwer gewesen ivüre: denn nach Preisgabe unseres ■ i L fn Zufluchtsortes hättest wir durch unsere eigene M = J/ U ., uns jeder Möglichkeit begeben, den Forderungen unserer > w e i s e l h a f t e n Beschützer Widerstand zu leisten, nachdem I m w unklug gewesen wären, sie dort einzulasien. Tie ebenso » er f, den wie naiven Eröffnungen des Obersten I »uuedlston zurzeit des Abschlnsics der Entente Eordialc haben W ^ deutlich gezc-gt. um was es sich handelte. Als es sich heraus- > ieiuc, u»>r uns durch die angeblich drohende Gefahr einer Schließung der Schelde nicht ein schüchtern ließen, ivurde der Plan zwar nicht aufgegebcn, aber dahin abgeändcrt, daß die englische HilfSarmee nicht an der belgischen Küste, sondern in dem »ächftliegeiiden französischen Hasen gelandet werden sollte. Hierfür zeugen auch die Enthüllungen des Kapitäns Zaber, die ebensowenig dementiert worden sind, ivic die Nachrichten der Zeitungen, durch die sic bestätigt oder in einzelnen Punkten er- gänzt worden sind. Diese in Calais und Dünkirchen gelandete englische Armee würde nicht an unserer Grenze entlang nach Eongivn marschieren, um Deutschland zu erreichen, sic würde sofort bei uns von Nordwcsten her eindringen. Das würde ihr den Vorteil verschasfcn, sofort in Aktion treten zu können, falls wir eine Schlacht riskieren ivollen. Es würde ihr ermöglichen, an Rcsiourccn aller Art reiche Provinzen zu besetzen, auf alle Fälle aber unsere Mobilmachung zu behindern oder sie n n r z u z u l a s s c» , nachdem wir uns formell verpflichtet hätten, die Mobilmachung nur z» m Vorteil Englands und seines Bundesgenossen durchzuführen. Es ist dringend geboten, im voraus einen Schlachtplan für die belgische Armee auch für diese Eventualität anfzustcllen. Das gebietet sowohl das Fnteresie an unserer militärischen Verteidigung als auch die Führung unserer auswärtigen Politik im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich." Soweit die Nordd. Allg. Ztg. Die amtlichen Tvknnicnte sind ein vernichtender Beweis für die Schuld Englands und Frankreichs wie der belgischen Regierung selbst am Schicksal Belgiens, zugleich aber eine glänzende Rechtfertigung des deutschen Ncutralitäts- bruchs. ^ran;ösi'chcr Bericht vom Westen. In Paris gibt man jetzt offiziell die Niederlagen der beiden französischen Kavalleriedivisionen bei Hazebrouk zu. Man sucht sich aber damit zu trösten, dah man erklärt, daß die Lage bei Ärras günstig sei, falls die Deutschen möglichst lange nördlich der Oise sestgehalten würden. Die Laae im Osten. Der Einfall in Ostpreusten ab;;ewiesett. Für die Kriegslage an der ostpreusiischeli Grenze ist be- merkenswert, das, die Russen die Tatsache zugcben, daß die Deutschen ihre Positionen halten und das; die Lage unverändert sei. Das bedeutet mit dem Hinweis aus die Per Wendung der deutschen Eisenbahnen, daß der neue russische Einfall in Ostpreußen abgewiesen wurde. Die Dardanellen bleiben geschlosse«». Aus Konstantinopel wird der Reichspost gemeldet: Die Entente-Regierungen besagten sich mit der türkischen Forderung, nach Entfernung des englischen und französischen Geschwaders von dem Mcercngen-Eingang und stellten die Gegenforderung, daß die deutschen Offiziere und Schiffsmannschaften zurückgesandt würden. Da die Türkei darauf nicht eingeht, bleiben die Dardanellen geschlossen. Die Finanzlage Frankreichs. Zürich, 12. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Zu Besprechung der Finanzlage Frankreichs schreibt di« Neue Züricher Zeitung: Während es Dcutschlands hervorragender Organisatkonsfähigkeit gc- lungen ist, mit der Begebung der Milliarden-Anleihe ans jrnan- zicllcni oicbiet «inen glänzenden Erfolg zu erringen und die wirt- ichastlichen Krä-te der Nation in wcügcheudstcr Weise für das Staatsintercsie l>cranzuzi«li«n, versagte Frankreich gerade in der großzügigen Anpassung des Kreditwesens an dt« Kriegslage Bisher hat es durch eilt unglücklich formuliertes Moratorium seinen vorl>anden«n Reichtum in sehr unzweckmäßiger Uebcrvor- sicht imniobilistcN und lahmgclegt, Ter Tcmps und andere Blätter klagen ständig darüber, daß die teilweise Sperrung der Depositen und Bankguihabeii sogar angesichts der Zeichnung der Bonds der Tösence national« ausrccht erhalten ivurde, Tic »n- zusi7i«drtth«ii über dis Moratorium und seine Verlängerung wird übrigens in Frankreich immer allgoniciner, Itnircil und die Elltente. Zu der drohenden Sprache, die neuerdings die Entente gegen Italien anschlägt, bemerkt die Persevcranza, diese sei nur einer Folge der Erschütterung des Vertrauens in einen Sieg aus eigener Kraft; deshalb sollten die Italiener neben Indern, Marokkanern, Senegalesen und Kanadiern für die Interessen Englands kämpfen. Tic nationalistische Jdca Nazionale bemerkt, der Sieg bei Augustow (? T. Red.) scheine de» Russen zu Kops gestiegen zu sein. Trotzdem wird stark weiter gerüstet. Tic Regierung hat für Rüstungen weitere 177 Millionen, wovon 160 Millionen fürs Landhecr und 17 für die Marine angewiesen. Damit erreichen die Bewilligungen für Rüstungszwccke seit dem Kriegsausbruch 358 Millionen. Eine Gefährdung der italienischen Neutralität kann in der schweren Erkrankung des italienischen Ministers des Auswärtigen, Tan Giuliano, liegen, der bisher alle Versuche Englands und seiner Verbündeten zurückwics. Wie das Bcrl. Tagebl. meldet, erhielt San Giuliano die Sterbesakramente. Man befürchtet, daß der Kranke vielleicht die Nacht nicht überleben wird. Es scheint, daß Salandra'das Ministerium des Acußern interimistisch übernehmen wird. Die Neutralität Rumäniens. (fixe der blesauvtschaft in Bern. Gens, 12. Okt. (Ctr. Fvkst.) Um gerade km jetzigen Augenblick allen in den neutralen Ländern verbreiteten Nachrichten enk- gcgenzutreten, die ans den bekannten ausländischen Quellen stammen mid sich über alle möglichen Absichten Rumäniens aus- lasien, setzt die rumänische Gesoiidschaft in Bern diese» Meldungen und Gcrlichten ein kategorisches Dementi entgegen. Derartige tendenziöse Nachrichten — so erklärt sie — seien einsach Fritrigen. dazu angetan, die Lage des Landes und die längst entschiedene Halmng der rumänischen Politik in einem ganz falschen Lichte zu zeigen, (Franks. Ztg.j Die Soziaitsteu und die Neutralität. In den neutralen Staaten sehen wir die Sozialisten überall an der Arbeit, ihrem Volk die Schrecken des Krieges zu ersparen. So haben die Sozialisten Italiens Ende Sep- cmber zugunsten der Neutralität eine Art Volksabstimmung veranstaltet und damit einen ungeheuren Erfolg erzielt. Je länger der Weltkrieg dauert und je mehr von seinen Schrecken bekannt wird, desto stärker muß der Wunsch der neutral gebliebenen Völker werden, von seinen Greueln verschont zu bkeibcu. In gleichem Sinn wie in Italien arbeiten die Sozialisten in Holland, Dänemark, Rumänien und Portugal, obwohl dort überall die Sympathien für die Westmächte sehr stark sind. In Schweden ist die Furcht vor Rußland stärker, dort tritt eine gewisse Sympathie für Deutschland zutage. Die Sozialisten arbeiten aber natürlich auch dort für die Neu< tralität; (fi«» englischer Protest. Ti« englische Regierung läßt durch ihre Haager Gesandtschaft einen Protest gegen Deutschland verbreiten, weil Deutschland zwecklos Minen selbst vor neutralen Häsen auslege, was im Widerspruch mit Deutschlands Erklärung ans der zweiten Haager Friedenskonferenz stehe. Acht neutrale und sieben englische Kousfahrtei- und Fischcrschisfe feien hierdurch bereits zu Grunde gegangen. — Dieser verblüffende Protest geht von demselben England aus, das eine breite Minensperre dem nentralen Holland direkt vor die Tür gelegt mid damit dessen Schiffahrt nahezu nntrr- bundcn hat. Das alert. das jetzig« Rußland fei ein ganz anderes als das jrühcre, cs werde liberal iverden und habe schon Beweise seiner Wandlung in Hülle und Fülle gegeben, sowohl den linbcrdrücktcn Finnen, Fubtii und Polen gegenüber, wie ai^ch im Hinblick auf die konstitutionellen Wiinsä>c des russischen Volkes. Diesen pl>antastischen Lobpreisungen des -arischen Rußlands treten im englischen sozialkstischen Wochenblatt Labour Leader eine Anzahl russischer Fonrnalisten entgegen, die sich in England aufhaltcn. Fn einer Erklävung, die von den russische» Fonrnalisten B. Eliashcff, W Kerjcntsoff, W. MaiÄn, ®. Rappaport, S. Roshin und Th. Rothstein unterschrieben ist, heißt es: „Bisher sind Versprechungen nur den Polen gemacht iov»- den, ivährcnd den Finnen und Juden nichts versprochen wurde, Fni Gegenteil hat jsingst der Russiiche Fnvalibe, ein in Militärkreisen weit vcvbvcitetes offizielles A rrneeorga n. die Ho ii innig der Fnden und Finnen ins läckpirliche gezogen und die Möglichkeit einer Besierung ihrer Lage als einen .xibsuvden Traum" bezeichnet. Gerade gegen di« Finnen wurde noch zu Beginn des Krieges «tn besonders strenges Regiment «ingefsihrt. und die Beschränkungen der staatsbürgerlichen Freiheit der Fuden bestehen nach ivie vor weiter. Die Kinder der Fuden. die an der Front siir den Ruhm der ruf st schon Armee kämpfen, sind nach wie vor von den Sekundär ich ulen und »niversitäten ausgeschlossen/ Ein einflußreicher russischer Publizist, desien Namen ber Labour Lcaber verschweigt, schreibt: „Es ist wahr, baß sehr viele Russen ictzt siir den Kriea sind. Man muß ober di« Psvchologic eines unterdrückten Volkes kennen, das daran verzmeiselt, sc sein Land frei und glücklich zu scheu, das alle Hofsnitng verloren hat, ie eine gute und ehrliche stiegieruna durch kostitutionellc Mittel zu bekom-men, das deu Krieg betrachtet als di« einzige Aussicht aus Freiheit. Der Krieg wurde in Rußland begrüßt nicht aus nationaler Animosität gegen die Donllchcn. nicht aus Furcht für die deutsche Gefahr, solide ni weil das Volk in ihin die einzige Rettung von der tyramihschei, Regierung sali. Es ist der mnstische Glaube eines verzweifelten Tklavcn oder eines im Fieber liegenden Ölefangenen, der Visionen der Freiheit an-eänimern sicht ans einer Katastrophe. Der Wunsch ist der Vater des Gedankens. Viele Rnsien meinen. Rußland iverde nach der Besiegung Tentsch- lands sich zum hcssercn wenden. Aber ivarum nicht zum schlcck>- tcrcn? Und diese Frage fängt setzt schon an. manchen Geist ,tl bcunruhigcn. der, als der Krieg begann, anders dachte. Sie schcn kein Zeichen der Besserung, keinen Ansaiig dcr Aenderun». kerne Neigung bei ber Regicrung. des Volkes Wunsch »nd Hoss- n-iina cntzzegcnznkvmmen." Endlich verösfentlicht Im selben Blgll« Peter Pc troff einen Brief. t«r vcri bcr Timcc- und vom Dgi!» Ehroniclc abgewiesen wurde. Dcr Brief lautet: „Es ist wahr, daß gewisse russisch« Revolutionäre und Anarchisten alles vergesien haben »nd sich der Regier»,>a aii- schloycn, aber die Regierung bat nichts vcrciesken >md nichts gelernt. Die meisten cnropäisckcn Regierungen haben Aniueiycn er« lassen, aber die russischen Gciängnisse sind jetzt noch niehr überfüllt als früher, mit ,zeh>itcmseiidgn junger Männer mid Frauen, deren einzige Missetat es war, Sie Freiheit des ruf fischen Voiles zu erstreben, Di« Marter höhlen in £re(, Snrolensk und Schlüsiel- burg bienen »ach wie vor der gemeinen Peinigung der Gcftnge- ncn. Beim Kricgeaiistzriich find die zwei ArbciterzcitunHcn in Diersburg. Nabochaja Eiazctla und Za Pravdn, unterdrückt, die Redakteure ins Gefängnis gebrmht worden. Kann Herr Wells uns sagen, warum diese Leute und alle die hervorragenden Kräfte aus der Gewerkschaftsbewegung gefangen gehalten werden, wenn »jede Parket in Russland ausser den erln-eme» Reaktionären diesen Krieg mit Begeisterung begrüßt", wie Herr Wells aus freien Stücken versichert?" Rach einer von uns dem Baseler Vorivürts entnommenen Nachricht hat die sozialdemokratisch« Dumafraktion einstimmig beschlossen, die von der russischen Negierung neuerdings geforderte» iveiteren Kriegskredite in der Hohe von zwei Milliarden a b z n - lehnen, Ter Beschluss erklärt sich aus den genugsam bekannten inneren Berhältnissen des russischen Reiches, An dem guten Willen, Russland auf der Basis der ivestlichen Kulturstaaten zu behandeln, hat es wie oben gezeigt, bei den russischen Revolutionären nicht gefehlt. Die zarrsche Regierung selbst hat alle diese Bestrebungen zunichte gemacht, indem sie auch im Kriege fortfuhr, alle sreihieitlichen Bewegungen nach der landesübltckien Methode zu unterdrücken, und den sreiwillig zuruckgekchrten Burtzew sogar ver- hastete, Es ist darum kein Wunder, dass die sozialdemokratisch« Fraktion nicht die Illusionen der Dummnehrheit zu teilen vermag, die ihre Adresse an die westlichen Verbündeten mit einem Hoch aus Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schloss, Tie russischen Sozialdemokraten können sich nicht begeistern sitr di« Freiheit Sibiriens, für die Gleichheit des Galgens und die Brüderlichkeit der Knute, Jndeni aber der russische Staat es seinen Sozialisten unmöglich inachte, in gleicher Weise wie die westlichen Genossen für ihr Vaterland cinzustchcn. hat er sich selbst aus der europäischen Gemeinschaft ausgeschlossen und vor der Welt ein Brandmal aufgedrückt. Französische Unznfriedeicheil mit England n d Rußland. Englands Ohnmacht scheint allmählich Frankreich ans fernem schweren Kriegsfieber gesunden zu lassen. Wenigstens melden sich die ersten Stimmen der Vernunft. Tic nationalistische Liberte klagt, daß England bisher für Frankreich nur Versprechungen statt Taten gehabt habe. Auch die 20 000 Kanadier, die jetzt durch London Parade marschieren, ehe sie nach dem französischen Kriegs- schauplatz abgehen und die indischen Truppen, die England nach Marseille hat schaffen lassen, nachdem sie sich vorher vergewissert hatten, daß sie erhöhte indische statt englische Krieg?- löhne beziehen, werden Frankreichs Schicksal wohl nicht wenden können. Es mag ja sehr schön aussehen, wenn „die kleinen tzsurkhas und die gigantischen Sikhs" durch die Straßen der Stadt stolzieren und ein paar indische Fürsten mit brillantengeschmückten Turbanen ihnen auf feurigen Rossen voranreitcn. Aber für einen Wintcrfeldzug im kalten Europa sind diese Truppen natürlich erheblich minderwertig, und die ganze Kolonialarmee England-Frankreichs wird dem Regen und der Kälte noch sicherer zum Opfer fallen als den deutschen Granaten und Maschinengewehren. Auch von Rußland fühlen sich die verständigeren Franzosen betrogen. Ihm werfen sie vor, daß es den Angriff auf Ostpreußen mit Kräften unternommen habe, die zu ge- ring waren, um die deutsche Heeresleitung zu einer erheblichen Verminderung ihres Wcsthccres zu zwingen. Aus Gier nach dem Besitze Galiziens hätten sie die ganze Stoßkraft gegen Oesterreich gerichtet. Mit dieser Stoßkraft scheint cs nun auch nicht allzuweit her zu sein. Die Oesterreicher haben sich zwar vor der Uebermacht zurückziehcn müssen, sind aber doch nicht von ihr erdrückt worden. Jetzt sind genügend deutsche Truppen nach Galizien und Russisch-Polcn geschickt, um das Mindergewicht der Zahl ausglcichen zu können. Die schwarzen Aelven Frankreichs. Die Trsbniin teilt mit: Ein ans Frankreich hci-mgekehrter radikaler Abgeordnetr erzählte gestern in Montevittorio: Die schwarze» Kontingente, welche die Republik vor die Front ries, sind ein Schrecken für Freund und Feind. Ala» wagt es kaum, sic gegen die europäischen Truppen zu stellen. Sie geben keinen Pardon, sondern morden, sengen und brennen noch Herzenslust. Selbst die Gefangenen, dt« ihnen anvcrtrant sind, erleben den nächsten Tag iiicht mehr. Vor kurzem wurden Senegalesen einem Zuge verwundeter deutscher Gefangener in Lyon als Eskorte bei gegeben/ Als der Zug in der Station eintraf. waren die Gefangenen tot. Die Senegalesen halten sic alle erstochen. Asraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 85 „Gula", erwiderte der junge Man», „verdient Besseres, als diesen Spott." „Und was verdient Jlda?" fragte sie. „Ihre Achtung, Hanna Fandrcm." „Mehr als das, ich bewundere sie. Sie ist so ruhig, ent- schlossen und verständig wie der beste Fischhändler ans Nordland, so unterwürfig unter Gottes Willen wie ein Missionar, so demütig wie ein Lappe, und doch hat diese fromme, stille Jungfrau ein heißes, zärtliches Herz und ist stolzer als manche Reichsratstochter." Marstrands Gesicht glühte, er wandte sich ab und stand auf. Hanna ergriff seine Hand. — „Ta kommt der Wind und zerreißt die glatte Decke des Fjord", rief sie. „So wird der Morgen auch über uns kommen und wird die schwüle Luft verjagen. Man sucht uns. Leben Sie wohl, teurer Freund. Jeder spiele seine Rolle, wie er kann; mögen die Betrüger betrogen werden." Klaus Hornemann streckte den Kopf um die Ecke des Hauses; er hielt Björnarnc an der Hand. — „Da sitzt sic ja, die schöne Braut", rief er, „die der betrübte Bräutigam vergebens sucht. Der letzte Tanz wird aufgcspielt." „Nicht der letzte, lieber Björnarnc", sagte Hanna, ans ihren Verlobten zueilend, der mißtrauisch »nd ungewiß schien. „Wir werden noch viele Tänze tanzen, ehe der letzte Ipmmt, aber immer sollst du mich bereit finden, mein Bestes zu tun." Sie zog ihn fort, Marstrand begleitete den alten lächelnden Priester, der vertraulich seinen Arm nahm. — „Nun", sagte dieser, „zweifeln Sie noch, daß dies Paar ein glück- indes sein werde? Solche rasche und tätige Frau muß fstvknarne haben. Sic wird Segen in dies Haus bringen, H-elqestad zu guten Werken und zur Buße leiten." Marstrand hatte nichts darauf zu erwidern, denn ans „Tauben" über Paris. Nach offiziellen römischen Mitteilungen aus Paris sind gestern wieder zwei deutsche Fliigzcuge über Paris erschienen, die 20 Bomben abwarsen. Drei Personen wurden getötet, 14 verwundet. Eine Bombe fiel auf das Dach der Notre- Tamc-Kirche, das zum Teil durch die explodierende Bombe zerstört wurde. Eine andere fiel auf einen Platz in der Nähe. Französische Flugzeuge nahmen die Verfolgung der deutschen auf. lieber die gestrigen Flüge der deutschen „Tauben" wird weiter bekannt, daß vier Personen getötet wurden. Tie Flieger warfen eine mit eincni Sandsack beschwerte Flagge herunter, worauf geschrieben stand: Antwerpen ist gefallen, letzt kommt die Reihe an Euch! Das «nc» leuchtete London. London, 12. Okt. (Ctr. Frkft.s Seit dem Fall von Antiverpen werden hier die Tchntzmassregeln gegen einen nächtlichen Luftjchsss- Ilcberiall noch verstärkt Schaufenster dürfen nachts nicht mehr erleuchtet fein und Cmnifruffc dürfen nur mit hernntergelassenen Vorhängen »»erkehren. (Franks. Zig.) Ein ncn s australisches Hil skorps. Tie englische Regierung hat das Anerbieten der australischen Regierung zur Bildung einer weiteren Brigade leichter Reiterei angenommen. Ties ist die dritte australische Brigade. Antwerpens Fall im Ausland. Sofia, 12. Okt. Die Eroberung Antwerpens macht ani Balkan überall einen niächtigen Eindruck. Dnewnik nennt sie einen Stich ins Herz Englands. Tie Kambani sagt gleichfalls, die Eroberung Antwerpens sei nicht so sehr ein gegen Belgien als gegen England und Frankreich geführter großartiger Schlag. Die Montenegriner befchieszen doS Rote Kreuz. Wien, 12. Okt. (W. B. Nichtamtlich^ Die österr«ichtsch-ungari - ich« Regierung hat den Regierungen DeutschKmds und der neutralen Staaten folgend« Verbalnote zukvmmen lassen: Die Sani- tätsamdulanzen der 11 österrcichiich-ungarischen Gcbirgsbriqade wurden, so oft sie in Tätigkeit traten, von Montenegrinern beschossen. Obgleich die Ambulanzen die Fahne mit dem Genfer Kreuz auf hohen Stangen angebracht hatten, beichoffen die Montenegriner die Verbandplätze und zwar am 13. August denjenigen am Lisiac, am 18. August den in Cercevopolje ln Montenegro mit Schrapnells und am 2. September den Verbandplatz i» G ra- toro in Montenegro mit Jnsanterleg« schossen. In Eerevopoljc ivurde die Errichtung des Verbandsplatzes gänzlich verhindert, da die monienegrimschc Artillerie sofort, nachdem das Rot« Kreuz auigcvilanzt war. ihr Feuer daraus richtete. Die österreichisch- i ungarische Regierung erhebt in aller Form Protest gegen diese Verletzung der Genfer Konvention. Russische Pretzjusiiz. j Die Petersburger Zeitung und Tjen wurden mit je 1000 Rubeln administrativ bestraft wegen Artikeln über die Friedcnsaussichtcn. Die Moskauer Rußkija Wjedomosti er- hielten 3000 Rubel Strafe für einen Aufsatz über die Stellungnahme der russischen Arbeiter zum Kriege. Die Gefangenen als Erzieher. Zu dem sehr schwierigen Thema der Gefangenenbehandlung liefert Mar Theodor Behrmann in der Tägl. Rundschau einen bemerkenswerten Beitrag, indem er schreibt: „Sagen wir rund heraus: silr den russische» Soldaten bedeutet die Gefangenschaft weder Schande noch Entbehrungen — für das Empfinden der crsteren mangelt es ihm an den nötigen Ehrbegriffen, sein Hundeleben in der Heimat macht für ihn eine Verschlechterung seiner Lage schier zur Unmöglichkeit. Aber noch etwas möchte ich hervorheben: die Gcsangenschaft wird für den russischen Soldaten zur ernsten Schule werden. Er wird bei uns deutsches Leben, deutsche Art und Sitte kennen lernen: und wenn er nach seiner geknechteten Heimat, nach seiner schmutzigen, verräucherten Bauernhütte, in feinen dumpfen Fabriksaal zuriickkehrt, wird er ein weit stärkerer »nd gefährlicherer Feind des verrotteten Rnsslanü von heute werden, als wie dies unser prächtiger Landwchrmann nunmehr seit Wochen im Felde ist. Der Gefangene als Erzieher." Ter Vorschlag, der hier gemacht wird, ist jedenfalls viel nützlicher als alle in den Zeitungen veröffentlichten Berechnungen, wie an der Verpflegung der Gefangenen ein paar Pfennige mehr gespart werden können. In absehbarer Zeit Serien diese Gefangenen, die sich aus allen Schichten der Bevölkerung rekrutieren, wieder in ihre Heimat znrückkehren, und dann wird man überall dort draußen die Erzählung ihrer Erlebnisse »nt Begierde aufnehmen. Werden die Gefangenen so behandelt, daß sie von deutscher Kultur und Gesittung eine hohe Vorstellung erhalten, so werden sic später einmal sehr viel dazu beitragen, um gehässige Vorurteile zu zer- stören und den Völkerhaß zu mindern. Ausgaben für die Gefangenen sind darum ein im Interesse künftiger Friedens, erhaltung ausgezeichnet angelegtes Kapital. Vielleicht würde cs sich auch empfehlen, für die (sftfnnge. neu kleine und billige Zeitungen in ihrer Mutter, spräche herauszugcbcn, die Artikel aufklürenden Inhalts enthielten. Daß diese Zeitungen mit außergewöhnlichem Takt und Geschick abgefaßt sein müßten, versteht sich von selbst, sonst könnte am Ende durch sie mehr Schaden als Nutzen gestiftet werden. Wollten die zuständigen Stellet einem solchen Plan nähcrtretcn, so würde es ßcwiß nicht an erfahrenen Journalisten der ■ verschiedenen Richtungen, fehlen, die bereit wären, dabei zu helfen. Gewerkschaften keine politischen Vereine. Ter Berliner Polizeipräsident hat an verschiedene Ge, werkschaftsführer das folgende Schreiben gerichtet: Unter Bezugnahe auf Ihre niündlichcn Besprechungen mit meinem Referenten, Rechnungsrat von Berger, teile ich Euer Hochwohlgcboren ergebenst mit, daß ich in den Be» waltungsstreitsachen Leipart, Cohen, Bruns, Schmidt, Schnh- monn und Witt wider mich die angcfochtene Verfügung vom l. April ds. Js, hierniit des Krieges wegen zurückziehe. Ich stelle anheim, nunmehr die betroffenen Zentralvcrbände bezw. Zahlstellen zu veranlassen, ihre Klagen bei dem hiesigen Bezirksausschuß zurückznnehmen. von Jagow. Damit ist die Verfügung, daß die Gewerkschaften als politische Bereine zu behandeln seien, vom Polizeipräsidenten vorläufig aufgegeben worden. Wahlprüsunsic» im Reichstag. Von einer Korrespondenz wird die Nachricht verbreitet: „Um die Einmütigkeit aller Parteien während des Krieges auch fernerhin zu erhalten, wird die Wahlpriifungskommisston wohl vorläufig ihre Beratungen „ich, aufnehmcn, zumal durch die zahlreichen Einberufungen von Abgeordneten in den Heeresdienst auch die bisherige Besetzung der einzelnen Kommissionen bedeutende Veränderungen erfahren würde." Dazu schreibt uns ein Mitglied der Wahlpriistingskominission: „Diese Nachricht hat sich die betresscndc Korrespondenz rein aus den Fingern gesogen. Wenn der Reichstag seine Arbeiten wieder ans» nimmt, dann beginnt auch wieder die Tätigkeit der Wahlpriifnngs- kommission, die noch einige sehr strittige Mandate zu erledigen hat. Bon den 11 Mitgliedern der Wahlprüfungskonimission find über» dies nur drei zu militärischen Diensten cingezogcn." Urlaub für Lauvtaqsabgeorvnete. Das Kricgsminifterinm macht amtlich bekannt, dass Angehörige des Heeres, die als Mitglieder dem preussischen Herrcnhanfe oder Abgeordnetenhause angeboren, zu der am 23. d. M. beginnenden kurzen Tagung beider Häuser beurlaubt werde» sollen, soweit sie nach Lage und Dienst abkömmlich find. — Auch die im Felde befindlichen Mitglieder des Reichstags müssen, soweit als möglich,, zur Teilnahme an den Verhandlungen des Reichstags beurlaubst werden. «. Zeilrina für krieflsgefangeue Franzose». In Wesel erscheint seit kurzem zweimal wöchentlich eine Zeitung in französischer Sprache, die in den Gefangenenlagern im ganzen Reiche verbreitet werden soll. Der Zweit der Zeitung besteht darin, daß den Franzosen nach und nadk der deutsche Standpunkt in diesem Kriege klar gemacht wird.' Zugleich werden die Kriegscrcignisse in entsprechender Form berichtet. Wikilcr eintet eines isinWii Unterfcebootts W. 15. Berlin, 13. Okt. (Amtlich.) Ein russischer Panzer- kreuzer der Tajanklassc ist am 11. Oktober im Finnischen Meerbusen durch einen Torpedoschus, znm Sinken gebracht worden. Ter stellv. Chef des Admiralstabs: v. Behnke. W. B. Berlin, 13. Okt. Nach uns vorliegenden Telegrammen vcrbreilcl die amtliche russisltte Tklrgraphenageninr über de» amtlich gemeldeten Untergang des russische» Panzerkreuzers folgende oein Hause strömte die ganze Schar seiner jungen Freunde die sich seiner bemächtigten und ihn im Triumph in die Singa zurückbrachten, wo er seine Abschicdsrede halten und von allen Abschicdsfreudcn, Händeschütteln, Glückwünschen. Trinksprüchen und Späßen sein vollgemesscn Teil erhalten sollte. Eine Stunde später stand er auf dem Hinterdeck der Jacht, die mit weitbauschigcm Segel den Fjord hinab- schwamm. Unzählige Hurras folgten dem Fahrzeuge nach, das vor dcni frischen Winde sich rasch entfernte. Ein sonderbares Gefühl ergriff ihn. als er endlich allein in der Kajüte des Schiffes saß, das ihn seinem ungewissen Schicksale entgegcntrug. Bor wenigen Augenblicken noch umringt von Menschen, die mehr oder minder ihm Teilnahme zuwandtcn, fühlte er, daß er jetzt gänzlich vcreinsanit sei, ganz auf sich angewiesen, ohne den Beistand irgend eines Wesens, das sich ihm gleich oder nahe stellen konnte. Er warf eine Reihe ernster Blicke aus die Hansen der Kisten und Geräte, welche den Raum füllten, und legte seinen heißen Kopf in seine Hände, bis er die Augen mnftg wieder ausschlug, um sein Gelübde zu wiederholen, unablässig tätig zu sein und alle Schwierigkeiten zu überwinden. Das Glück hatte ihn begünstigt, er hatte Freunde und Unterstützung gefunden: sein Königsbrief hatte ihm einen ungeheuren Landbesitz verschafft, dies ganze Schiff mit allem, was es enthielt, war sein, und rüstige Männer stunden bei ihm, bereit zu seinen Diensten. Leicht mußte es sein, manche andere hcrbeizuschaffen, die er brauchen konnte, denn neben ihm in der Ecke sah er den Eijcnkastcn voll Speziestaler, und was ist für Silber und Gold nicht zu haben! Mit Ungeduld betrachtete er den ganzen Tag über den Lauf der Jacht, die an der Küste hinaiiffuhr und am nächsten Morgen vor Tromiö Anker warf. Ter Vogt hatte ihm einige Arbeiter und' Zininierlcute und Holzfäller genannt, welche gegen guten Lohn und Versprcchniigcn bereit sein würden, ihn zu begleiten, und wirklich fand er mehr guten Willen dazu, als er erwartete. Das Gerücht von der neuen Niederlassung am Balsfjord und von dem dänischen Herrn, welcher dort Mühlen I bauen und dem den Balselstvald zu Balken und Breftern zer- I schneiden lassen wollte, war vor ihm nach Tromsö gelangt, I und obwohl die meisten darüber spotteten, so waren sie doch nicht abgeneigt, den Zug mitzumachen, um auch ihren Teil an dem weggeworscnen Gelde in Empfang zu nehmen. — Ter Balsfjord war öde und ziemlich unbekannt, verrufen als ein fischarmer Mecresspalt, an dem nur Lappen und Remitiere hausten. Aber auch in diesen armen, trägen, von ‘ Not und Klima entnervten Männern war immer noch ein Teil der Triebe und Leidenschaften ihrer Vorfahren, jener! raubsüchtigen, gierigen und abenteuerlichen Normannen zui ! rückgcblieben, und als die Jacht ihren Weg fortsetzte, hatt^ i sich die Zahl der Arbeiter an Bord um das Doppelte der- f mehrt. Am dritten Tage lief das Schiff in die gewundene, I immer enger werdende Secbucht ein, aber der Anblick war t kein schreckender. Liebliche Gründe streckten sich, je weiter I man gelangte, um so breiter und grüner aus. Die nackten, I ichwarzcn Felsen wichen zurück und gaben Raum für kleine » Täler, aus denen Bäche da und dort mit schäumenden Ka^ » caden hcrvorpolterten. - lieber die Borhügel fort erkannte der I Blick manche mit dichtem Grün und leuchtenden Birken' I blütcn bewachsene Absätze der Berge, und endlich sah man de" I neugebauten Gaard liegen, der aus erhöhtem Boden ftattli« | und groß aussah. Mit einem dreifachen Hurra wurde das Haus begrüß!, und aus den verschiedenen Erdhütten und kleinen Gebäude stürzten Männer und Weiber den Ankommenden entzöge"' Ein Psahlwerk war schon zwischen den Usersteinen begönne" wo das Pnckhaus stehen sollte, und wenigstens war cs so we» gediehen, daß die Jacht sich dicht davor festlegcn kannte. M""' strand war der erste, der mit einem mächtigen Sprunge do» Land erreichte, und da stand er nun, wie Helgcstad sagt'- auf seinen eigenen Füßen, seinen Hut auf dem Köpft, Mann, der beweisen soll, daß er für sich selbst zu sorge" versteht. (Fortsetzung folgt.) I Nachricht : Am 1. Oktober lalit» Stils ^ 13. Okt) grissen stiudliche Unterseeboote von neuem unsere Panzer-Kreuzer Dga,, und Pallada, die in der Ostsee aus Vorposten waren, an. Obgleich die Kreuzer sosort ein starkes Artillcricscuer erössnetcn, gelang es gleichwohl einem Unterseeboot, einen Torpedo gegen den Panzer ,n schießen. Aus diesen, entstand eine Erplosion und der Panzerkreuzer mit seiner ganzen Besatzung sank senkrecht in die Tiefe. Die Belagerung von Belfort. Gazetto dcl Popolo meldet über die mit fieberbafter Eile betriebenen Maßnahmen zur Verteidigung Bclforts. Mit Ausnahme von einigen kleinen Läden zur öffentlichen Der- teilung der notwendigen Lebensmittel sind in Belfort sämtliche Läden, Werkstätten und Fabriken geschlossen. Längs den Ufern des Flusses, welcher die Stadt von der Zitadelle trennt, wird an der Fertigstellung der Zufluhkanäle gearbeitet, die zur Zuführung des Wassers für die Außen- kanäle und auch für die Uebcrschwemmung dienen. Sämtliche Auhenforts wurden durch erweiterte Fortisikationcn verstärkt. Auch lieh der Gcneralgouverneur die umliegenden Törfer und Gutshöfe militärisch besetzen. Tie Franzosen sind im Begriffe, ganze Wälder nicderzulegen, um die Wirkung ihrer Batterien zu erleichtern und das Holz für die Schützen- gräben zu benutzen. Deutsche Kavallerie in der Nähe von Ostende. London, 13. Okt. Daily Mail meldet, dah deutsche Kavallerie nahe bei Tixmonde, 11 Meilen südlich von Ostende, bemerkt worden ist. Deutsche Flieger über Paris. lieber den Besuch zweier deutscher Flieger über Paris erfahrt bas B. T. jetzt nähere Einzelheiten. Danach) haben die adgeworsene» Bomben iveit gröberen Sck>»d-cn angerichtet, als anfänglich gemeldet wurde. Ez war genan 12 Uhr mittags, als bej bewölktem Himmel plötzlich zwei dentsch« Flugzeuge anstauchtcn nnd Boniben ivarsen. Ti« erste siel zwischen der .Rn« Lofayette und St. Tcnis nieder, wo sie ein tiefes Loch in die Erbe riß, di« Straszenbahngleis« zerstörte und alle Fenster in der Umgegend zertrümmerte. Bier Personen wurden mehr oder weniger schiver verletzt. Sofort sammelt« sich ein« gröbere Menschenmenge, dir noch den, Hfmmel schaute und die Flieger beobachtet«, di« imnier neue Bomben onf die Stadt herabwarfen. Durch diese wurden im Fanbonrg St. Antoine und im Fanbourg St. Martin »och zahlreiche Menschen getroffen. Fm ganzen wurde» 13 Personen getötet und 23 verwundet. Warum die Russen jeht geschlagen werden. Der Kriegskorrespondcnt der Neuen Freien Presse führt den Zusammenbruch der russischen Offensive auf drei Ursachen zurück: 1) das s ch l e ch t e W e t t e r, das in der vorigen Woche die Flüsse zu uniiberwindlichcn Hindernissen und die Straßen zu Kotsümpfen machte; 2) auf Cholera, die bei den Russen furchtbar wütet; 3) auf kolossale Schwierigkeiten beim Mu nition sc rsatz und den Nachschub. Die russische Armeeleitung hatte fest darauf gerechnet, die österreichische Armee beim ersten Ansturm zu vernichten und hatte däher alle vorhandene Munition daran gesetzt. D«r Nachschub wurde aber jetzt unmöglich. Alle Munttionsdcpots sollen erschöpft sein. Die Schlachten in Ostgalizien brachten den Russen schwere Enttäuschungen. Ihr Kriegs- Plan ist dadurch vollständig über den Haufen geworfen worden. Die Moliamcdauer gegen die Tr ipel Entente. Dem Pariser Tarnps wird ans Beirut telegraphiert, daß bi« Lag« der diplomatischen Vertreter und Untertanen der Triple- Entene tn Snrien. wo Deutschland eingestandenermaßen durch die Türkei in jeder Necke tatkräsckg untersckitzt iverdc, ein immer drohenderes nnd täglich unerträglicheres werde. Seit Kriegsbeginn, sagt das Blatt, habe die Pforte nicht allein nur jene Nachrichten, die durch das Wölfische Bureau veröffentlicht iverden, begiinsckgt, die überdies zun, Nachteil Frankreichs lanicten. sondern sämtliche ans französischen Quelle» herrührenden Nachrichten unterdrückt. Die ,venigcn noch in Beirut und Aleppo wohnenden Franzosen wagten jetzl schon nicht mehr, ihr« Häuser zu verlaffcn. Fn Baallek sei di« französische Fahne. »reiche die Oberin ans der Schule gchibt habe, um das Eindringen der fanatischen türkischen Soldaten zu verhindern, hernntergeholt nnd zerfetzt worden. Es veraehe kein Tag. ohne das, stürmische Kundgebungen zugunsten der Aushebung der Kapilulationen stattfänden. Fürsorge für die Soldaten nnd deren Hinterbliebene in England. Ti« englische Arbeiterpartei, insbesondere der Abgeordnete bi. ■' Barnes, hat eine Bewegung in Gang gebracht mit dem Ziele, den Soldaten, ihren Familie» und den Hinterbliebenen der Soldaten ein« angeinesicn« Entschädigung zu sichern, G. Barnes fordert: At Mark pro Woche sür die Witwe eines jeden getöteten Soldaten, 2t> Mark pro Woche sür die Akutter eines jeden gelöteten Soldaten, soscrn dieser ihr Ernährer gewesen, Mark sür die Frau eines im Felde stelzenden Soldaten, -v Mark pro Woche fiir jeden ständig am Kampfe beteiligten Sol- ^ daten. Jailn Citizen. das Organ der englischen Arbeiterpartei, hat eine ganze Reihe in der Ociientliästeit stehender Persönlichkeiten veran- labt. sich zu den Forderungen Barnes zu äusiern. Dies« schließen 0°,. den, „Programm" an und verlangen, hast die Negierung bald hellend eingreise, Tie Forderung wird u. a. damit begründet, das, der Soldat nicht bloss schwere, sondern auch gefährliche Arbeit leiste. Tte englffchen Arbeckcr seien rm allgemeinen viel besser bezahlt, als die Soldaten, Sie. die jetzt mit ihrem Blut« das Vaterland verteidigen, müßten die Sicherheit haben, daß für die Zukunft ihrer p-mnilien gesorgt sei. Es sei Pflicht des Staates, hier einzugreifen. ^cindlickre Kliener über Karlsruhe. 1k,L. Karlsruhe, 13, Oktober, Gestern nachmittag und abends erschienen scindlichc Flieger über der Stadt. Abends t> Uhr erschien ein Fliigicug und brwrgte sich langsam über dir Waffen- und Munitionofabriken und übrr dr» Kasernen. Sic entkamen unerkannt. TerTagesberichtdes(4ros;en.Hauptguar1iers t!t'< eitere Fähigkeit im 21 esten. IVB. Großes Hauptquartier, 13. Okt., mittags. (Amtlich). Pom w c st l i ch e n Kriegsschauplätze liegen Nachrichten von Bedeutung nicht vor. Heftige Angriffe des Feindes östlich Soissons sind abgcwicscn worden. In, ^rgonqen Walde finden andauernd erbitterte Kämpfe statt. Unsere Truppen arbeiten im dichten Ilntcrholzc und äußerst schwierigen Gelände mit allen Mitteln des Festungs- kriegrs, Schritt sür Schritt vorwärts. Tic Franzosen leisten hartnäckigen Widerstand, schießen von den Bäumen und mit Maschinengewehren von Bauinkanzcln und haben neben etappenweise ange'cgtcn Schützengräben starke scstungsartigc Stützpunkte eingerichtet. Tic vrn d-r französischen Heeresleitung verbreiteten Nachrichten noer Erfolge ihrer Truppen in der Wocwrcs- Ebenc sind unwahr. Nach Gefangenenaussagen ist den Truppen mitgetcilt worden, die Tcutschen seien geschlagen und mehrere Forts von Metz bereits gefallen. Tatsächlich haben niiscrc dort fechtenden Truppen in keiner Stellung Gelände verloren. Etain ist nach wie vor in unserem Besitze, die hitzigen französischen Rngrisfc gegen unsere Stellung aus St. Mihicl sind sämtlich abgewicscn worden. Unsere Kriegsbeute von Antwerpen läßt sich auch heute noch nicht übersehen. Die Zahl der in Holland Ent wafsnetcn ist aus annähernd 28 000 Mann gestiegen. Nachz amtlichen Londoner und Niederländischen Nachrichten be> finden sich hierbei auch 2000 Engländer. Scheinbar habe» sich viele belgische Soldaten in Zivilklcidung nach ihren Heimatorten begeben. Ter Gebäude- und Materialschaden in Antwerpen ist gering. Tic Schleusen und Fährcnanlagcn sind vom Feinde unbrauchbar gemacht worden. Im Hafen befinden sich 1 englische, 2 belgische, 1 französischer, 1 dänischer, 32 deutsche und 2 österreichische Dampfer sowie 2 deutsche Segelschiffe. Soweit deutsche Schisse bisher untersucht wor- den sind, scheinen die Kessel unbrauchbar gemacht worden zu sein. Ans dem östlichen Kriegsschauplätze verlies der II. Oktober im allgemeinen rnhig. Am 12. Oktober wurde ein erneuter Umsasinngsvcrsuch der Russen bei S ch i r- wind, (an der dentsch-rnsstschen Grenze in Ostpreußen, Red. d. O. A.) abgcwicscn. Sie verloren dabei 1500 Gefangene nnd 20 Geschütze. In Südpolen wurden die russischen Vortruppcn südlich Warschau durch unsere Truppen zurückgcworfcn. Ein Ncbergangsvcrsuch der Russe» über die Weichsel südlich Jwangorod wurde unter Verlusten für die Russen verhindert. Die oberste Heeresleitung. Der Lagebericht des Oesterreichischeir Generalstabs. WB. Wien, 12. Okt. Amtlich wird mitgeteilt: llnsere Offensive erreichte unter vielfachen, für unsere Truppen durchweg siegreichen Kämpfen den San. Ter E n t- s«tz der Festung Przemysl ist vollzogen. Nördlich und südlich der Festung werden die Reste der feindlichen Einschließungsarmee angegriffen. I a r o s l a u und L c z a y s k sind in unserem Besitze. Von S i c n i a w a geht ein starker Feind zurück. Ocstlich E h y r o w schreitet unser Angriff gleichfalls vorwärts. In R u s s i s ch - P o l e n wurden alle Versuche starker russischer Strcitkräfte, die Weichsel südlich von Jwangorod zu überschreiten, abgeschlagen. Der Stellvertreter des Chefs, des Generalstabs: v. Hofer, Generalmajor. Hessen und Nachbm gebiete. Gietzei» und Umgebung. Verlustliste des Jnf.-Reqiments Nr. 116 Gießen. 3, Kompagnie: Hauptm. v. Thumen vw. — Lt. d, N. Mal- zan vw, — Lt. Gotzler vw. — Bz^ldw. d. R. Nudols Kraft, Gießen, tot. — Vzfeldw. d. R. Philipp Guntrum, Schlitz, tot, — Serg. Konraü Fink, Heidelbach, Kr, Alsfeld, tot. — Untosf, Johannes Born, Oberstmmtshanfm, Kr. Marburg, tot. — Fahnenjunker Wilhelm Theobald, Mainz, vw, — Julius Berg, Siege», tot. — Hrch. Loncht, Allna, Kr. Marburg, tot. — Phil. Täzwetfer, Gnnders- hcim, tot. — Wilh. Keller. Angcrsdach, tot. — Christoph Möller, Slngersbackf, tot. — Untosf. Ernst Göbcl, Giessen, vw. — Einj.- llntosf. Karl Petri, Gießen, vw. — Vzfeldw. d. R. Gustav Petri, Gießen, vw. — Hornist Konvad Balzer, Schröck, vw. — Franz Kilian, Bürstadt, vw. — Wilh. Schmiede r, tzfciß-Nidda, vw, — Hornist Hrch, Wehrhcini, Lindhcini, vw. — Paul Statst, Weidenau, Kr. Siegen, vw — Eins.-Union. Julius Tchönhals. Gießen, vw. — Hrch. Albolni, Hartenrod, Kr, Gießen, viv. — Hrch. Bernhardt, Würges, vw. — Adam Bahn, Friefenheini, Kr. Oppenheim, vw. — Jakob Dickhant, Mörfelden, Ke. Gr.-Geran, vw. — Anton Ludwig, Lorsch, Kr. Benshvim, vw. — Johannes Ttadlseld, Heesheim, Kr. Frankenthal. vw. — Karl Stroh, Bretzenheim. Kr. Mainz, vw, — Georg Rcnkcr, Angersbach, vw. — Adolf Müller, Gießen, vw. — Ludwig Lnh, Kro Heu-Linden, vw. — Gcir. d. N. Konrad Wurm, Ems, vw, — Johannes Dobel. Bcrßa, Krtis Ziegcnhoin, vw, — Friedrich Zmimermann, Hcrmannstrin, vw. — Jakob Gering, Schwarz, vw. — Johann Döring, Langenschwarz, vw, — Willfclm Schneider II.. Wetzlar, vw. — Karl Jost, Slunipertcnrod, vw, — Wilhelm Schneider, Decke,ibach. vw. — Karl Rolhäcker, ArnSheim. Kr. Alsfeld, vw. — Gesr. d. R. Friedrich Kl«. Hol?,h:im, Kr. Gießen, vw. — Wilhelm Grün, Atzenhain, vw. — Bruno Eberhard, Altenburg, Kr. Alsfeld, vw. — Hrch. Zimmer, Ulfa, vw, — Jakob Hammel, Kirchhcim. vw. — Jcchann Margraf, Rommelhausen. Kr. Büdingen, vw. — Joh. Fchr, Schlitz, vw. — Vfseldiv. Wilh. Götz. Stockhause:,. Kr. Laulerkach, vw. — Pclcr Lininger, Worms, vw. — Hrch. Wagirer. Gedern, tot. — Otto Mandler, Kinzenbach, vw. — Joh. Heid, Worn:s, vw. — Friedrich Philipp, Watzenborn, vw. — Aug. Münch Ettingshausen, vw, — Karl Pfeiler, Höchst, Kr. Erbach, vw. — Joh. Reiber. Schlitz, vw. — Friede. Hoi Heinz, Bergobcrsbach, Kr, Till. vw. — Eins.-Gesr. Georg Hambach. Biwbach. vw. — Vzfeldw. d. R Adolf Schudt, Mnschenhcim, Kr. Gießen, vw. — Franz Mahr, Mainz, vw. — Karl Sattler, Wetzlar, vw. — Fcrd Schwalb, Alten-Bnseck, vw. — Wilh. Albon, Hattenrod, Kr. Gießen, vw. — Johann Keil II., Allendorf. Kr. Gießen, vw. — August Geiß, Untcr-Scibertcnrcd. tot. — Hrck. Stein, Groß-Felda, tot, — Untosf. d. R. Karl Best. Arnshain, Kr, Aloseld, vw, — Konrad Raubcr. Zell, Kr, Ais seid, vw. — Karl Ludwig, II f io, vw. — Gesr. Wilh. Gülerding. Kröckelbach, vw, — Sera. Peter Landau. Gernsheim, Kr. Darnistadt. vw. — Hrch. Bainn, Eiershausen, vw. — Gesr Friedr. Hosmwnn, Fränkifch-Eritmbach, vw. — Hrch. Zeiß, Holz- hanscn, Kr. Gießen, vw. — Wilh. Böß. Grünberg. vw. — Johannes Weitzel, Lautcrbach. verm, — Kvnrad Theis, Kt-oß-Eihen, verm. — Joh. Karl Mignon. Wetzlar, verm. — Wilh. Lnh, Großcn-Linden, verm, — Franz R:iß, Hcldcnbcrgen, verm. — Ludwig Wenzel, Rommelhausen, verm. — Karl Korcll, Schivatzcnrod. verm. — David Maas. Wctzsar, vernn, — Karl Weber, Schlitz, verm. — Hrch, Becker, Niedcrivcimar, verm, — Hrch. Flocke. Friedücrg, vernn — Wilh Schein. Mainz, verm. — Aböls Müller, Gießen, verm. — Otto Schmidt. Gießen, verm. — Gesr. d, R, Ernst Müller Ilk.. Wisien- bach. Dillkreis, verm. — August Junker, Qucckborn, verm, — Her- man„ Hirtzcl, Ortenbcrg, verm. — Sebastian Jörg, Hartershausen, Kr, Laickerbach, vermißt, 4. Kompagnie. Hanptm. v. Normaim, tot. — Lt d. R Tchcerer. lvw. — Fähnr. Marguardt, Ivw. — Untosf. d. 3k Ludev. Nceb, Alsfeld, tot. — Untosf. d. N. Hermann Kans. Mnschenkxtim, tot. — EKsr. Wilh. Akeister, Grvumi. Kr. Bcnshcim. tot. — Gesr. d. R. Otto Fischer, Sichenhausen^ tot. — Kar! Wilh. Grob, Geilshausen, tot, — Johannes Uehl, Bonbad 7 : 1 , tot. — Georg Schneider, Kefenrod, Kr. Büdingen, tot. — Wilh. Hrch. Weiter. Gießen, tot. — Karl August Hohloch. Wiesbaden, tot. — 2l»gnft bkeitz. Flensungen, tot. — Wilhelm Rösch, Obermockstadt, Kreis Büdingen, tot — Eins -Gesr Hrch. Harros, Obergleen, Kr. Alsfeld, tot. — Vzseldw. Gust. Kedlowskn, Raberlshanscn. lvw. — Gust. Adam Keil I., Hainstadt. Kr. Lfsenbach, lvw. — Gesr. d. R. Gustav Kalbfleisch, Billertshausen. Ivw, — Anton Schulz, Friedberg, lvw. — Karl Nannurnn, Lich, lvw. — Hrch. Stumpf, Akbach, Kr. Gießen, low. — Eini.-Gefr. Georg Appel, Gießen, ichwerr. — ift-lf.« Frciw. Otto Mahlerwein, Bechtheim, Kr. WorrmS, kom. — Konaas Biedcirkupf, Sicidcrfelwin, sckpverv. — Ernst Diegol. Eh ringst, an sen. Kr. Girßcn, Ivw. — Philipp Knell, Reichelsheim, Sr. Erbach, sckvw. — Herinami Kleinckurth, Laiqfsdors, lrw. — Karl Stark«. Lollar, Kr. Gießer,, Ivw, — Wilh. Müller. Langgöns, Kr. Gießen, lvw. — Alfred Michel >.. Güstern Hain, DUkrois, low — Ernst Bollmollcr, Gießen, lrw. — Hrch. Appel, KauIstoß, Kr. Schot«», lvw, — Gefr, Hrch, Sommer, Wahlen, lvw. — Hugo Keck II.. Ettingshanfen, ww. — Kvnrad Schwing, Gilserberg, Kr. Zirgeichain, ww. — Aug. Wahl, Wernges, lvw. — Hrch. Kreiling, Wiefcck, lvw. — Karl Trapp, Heddesheim, Kr. W<«int,cim, Ivw. — Leopold Rothsckxld. Lollar, schiverv. — Hrch. «dam Görlach, Holzheim, Kr. Gießen, schn'erv. — Gesr. d R. Hrch. Beuler. Sichenhausen, vcrni. — Hermann Wagner, Saasen, lvw. — Karl Eisenkrämcr, Mainz, lvw. — Friedrich Bcllos. Gießen, Ivw. — Gefr. d. R. Hrch. Erb, Trcts, a. d, L., lvw, — Gefr. d, R. Karl Hostnann, Schivcinsurt, UMerjra-nden, verm. — Gefr. d. R. Wilh. Hadrich, Billerlshausen. iuvm. — Hrch. Zchniiüt, Albackx, tot. — Gefr. d. R. Hrch. Dielst. EhriiWShansen, Kr. Wetzlar, venu. — Jakob Christ, Albehaus«,i, Kr, Wetzlar, tot. — Gesr. d. R. Joh Rci-ning, Angere-bach, tot. — Hern,. PcknilnS, Effeichoim, Kr. Mainz, lvw. — Karl Merz, Alienhain, Kr. Soliew. tot. — Untosf. Jot>. Karl Listmann. Romrod, Ivw. — Eduard Rahn, Alten Hain, renn. — Wilh. Wallenfels, Geilshausen, lvw. — Friedr. Arnolh Rödgen, Kr Gießen, lvw. — Hrch. Winter, Voltartshain, Ivw. — Friedr. Schmidt I., Treisberg, lvw. — Karl Brost, Ober-Ohmen, lvw. — Karl Becker, Billertshausen, verm. — Hrch. Stoffel. Atzenhain, lvw. — Hrch. Fco, Vockenrod«, Kr. Alsfeld, verm. — Eduard Will, Wetzlar. ck>w. — Wilh. Fink, Kaichen. lvw. — Karl Bechthold, Launobach. Kr. Wetzlar, zwnn. — Hrch. Schäfer, AIbach, Kr. Gießen, lvw. — Karl Aug. Kaspar, Heiincriehmisen, norm. — August Deißlcr, Sprendlingen, Kr. Lsfenbach. rern,. — Gefr. d. R. Ed. Roih Beltrnhauien, tot. — Hetnr. Boß, Bannerod. Kr. Lautcrbach, lvw. — Friedr. Görlach, Groß-dKran, lvw. — Konr. Alles, Rainbach, Kr. Lanterback,, lvw. — Heinv. Baiser, Slciskirchen, Kr. Gießcn, tot. — Christ. Zindel. Hubert, Unter- taunus, Ivw. — Eins.-Gtisr. Ang. Germer, Henchelheim. Kr. Gieße,:, lvw. — Joh Meurcr, Siegen, lvw. — Karl Zulans, Niederbreidenbach, Kr. Alsfeld, lenv. — Phil. Klos, Hütschenhausen, 3ilpcknpsalz, lvw. — Konr. Merz, Bergen, Kr. Hanau, verm. — Tamb. Theod. Gerhardt, Sdeinbach, Kr, Gießen, schvw. — Heinr. Linn, Roniroö, Kr. Alsfeld, tot, — Georg Krug, Willofs, Kr. Laulerbach, vcnn. — Heinr, Listberger, Hopsmaiinsfeld, Kr. Lanterbach, rerni. — Hcinr. Eisenhuth, Burkhards, Kr. Säivttcn, verm. — Rcinh. Edelmann. stiaiiirod. Kr. Schotten, vcrni. — Wilh. Theis, Rainroü, vcriii. — Heinr. Lenz, Gießen, lrw, — Gesr. d. R. Adolf Hahih Krofdorf, lvw. — Sozialdemokratischer Wahsvercin Giessen. In dc«l am Montag abend stattgefundencn halbjährigen (Äcncral- ocrsammlnng, die leider nur mäßig bcsuckst war, wurde zunächst der Geschäfts-, Kassen- nnd Revisionsbcricht erstattet. Tie vorzunchmenden Ergänzungswahlen sür den Vorstand wurden bis zur nächsten Versammlung vertagt. Mitgetcilt wurde noch, daß 80 Mitglieder zum Kriege eingczogen worden sind, darunter zwei Vorstandsmitglieder. Hicranf hielt Gen. Vetters einen Vortrag über „Krieg ,>nd Sozialdemokratie", an den sich eine kurze Diskussion schloß. Tie Anregung, eine Arbcitslosenstatistik aufzunehmcn, wird als zwcckniäßig bezeichnet und empfohlen, daß das hiesige Gewerkschaftsknrtcll der Sache näher tritt. Hoffentlich hat sich die nächste Versammlung eines besseren Besuchs zu erfreuen, denn auch in Kriegszeiten soll man seiner Ueberzeugung treu bleiben nnd dies auch durch den Besuch der Versammlungen kund tun. — Gefallene des Giesiencr Regiments. Als gefallen werden vom Infanterie-Regiment Nr. 116 weiter folgende bekannt: Landwehrmann Peter Töll ans Albshanscn bei Wetzlar, — Reservist Hch. Ludwig Baiser ans Rciskirchen bei Gießen. — Wehrmann Heinrich Geißler aus Staufenberg. — Gefreiter Wilhelm Schneider aus Annerod. — Fcldwcbel-Lcutn. Otto Müller aus Langgöns. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbnrgebieten. Vize- fcldwebcl Ludwig L c v i ans Alsfeld. — Vizefeldwebcl Georg Althen, Stadtsckretär ans Wetzlar, Jnf.-Regt. Nr. 81. — Reservist Karl Mandler ans Kinzenbach, Jnf,°Rcgt. Nr. 81. — Musketier Jakob Strack ans Niederbiel, Jnr.- Rcgt. Nr. 112. — Reservist Friedrich Dictz ans Steindors bei Wetzlar, Jnf.-Regt. Nr. 81. — Musketier Hermann Hoffinann ans Burkhardsfelden, Jnf.-Regt. Nr. 168. — Vizefeldwebcl Friedrich Krüger, Oberlehrer ans Wetzlar. — Wie hoch Ist die Löhnung der Toldotcn im Kriege? Diese Frage wird jetzt vielfach gestellt. ?lach den Vestinrinungen beträgt der monatlich« Sold für FriedcnS- immobilen mobilen zn stand Zustand Zustand Alark Mark Mark Gemeine, unbcritten. . . . 9,00 15,‘K* „ berltden . . . . 10,50 11,40 15,90 Fahrer als Gemmne . . . . 10,5» 11,40 17,40 „ „ Gefreite . . , . 12,— 12,90 30,40 Sanckälögesrcibe bercktan! . . . 10,50 IS,90 23,40 Kranken wärt«r un beritten . . 15,— 17,40 20,40 Gesrcite u»beritten .... . 10,50 11,40 18,90 „ beritten .... . 12,— 12,90 18,90 Oberg« freite ...... . 15,— —,— 18,90 Unteroffiziere...... . 25,20 38,00 40,— Sergeant . ....... . 30,00 40,50 57,— Vizeseldivsbel...... . 47,10 57,— 03,— Feldwebel und Wachtmeister . 02,10 81,— 90,— Feldivobel und Wachlmrcistcr erhalten außerdem im imnuzbilen Zustand 15 Mark, im mobilen Zustarch 3fl Mark Dienstzuläge. Mobil sind nach dem Wortlaut der Befolhungeporschristen die „ar- niationen, die für den Gebrauch im Feld« mit Pcrional und Material besonders ausgestatbei sind: fmrnvbil dasttMii sinh die For- niaiionen, bei denen ein« solche AuSslaltunz rmierblieben oder nckoier alvstiehoben ist, — Ocffcntliche Blicherh-rlle. Im September wurden 1507 Bände ansqclichcu. Davon tommcu ans: Erzählende Literatur 002, Zeitschriften 150, Jngendschriiten 114, Literaturgeschichte 4, Gedichte und Dramen 31, Lander- und Völkerkunde 2l, Knllurgesänchte 15 , Geschichte und Biographien 77, Kunstgeschichte 3, Natnrwistcnschaft und Technoloale 50, Heer» nnd Seewesen 17, Haus- und Landwirtschaft 3, Religion und Philosophie 21, Ttaatswisfenschast 4, Sprach- wisienschaft 17, Fremdsprachliches 0 Bände. ?!ach auswärts käme» 19 Bände. — Bildhauerarbeiten am alte» Schloß. Gegenwärtig werden die schon seit etwa 5—0 Jahren vergebenen Bildhaucrarbcilcn libcr dem Portal des alten SchlosieS von Bildhauer S ch e u > » g in Frankfurt ausgeführt. Heber der Türe wird ein Ritterkopf dargestellt, darunter in kleinerem Ausmaß ein Ritter zu Pferde. Auf dem Tragstein des Erkers rechts vom Eingang soll ein Minnesänger zur Darstellung gelangen. X Zigarettenfteuer. Im Jntcresie unserer zahlreichen mit der Zigarcttenstencr unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen wir an dieser Stelle aus die entscheidende Bcslimninng in ij 15 des Zigaretten st e u ergesetzes besonders aufmerksam, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarcttcntabak. Ztgarctlenhtilsc» und -Blättchen ve- fasse» will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzcigen hat a'« Anmeldung hat im Bezirk eine« Steneramt» bei diesem, im Uvrigeu «Jov muuittcIDar bci den, zuständigen Hauptsteucramt zu erfolge». Die Beachtung dürste umsomehr erforderlich sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden geschlichen Vorschriften mit besonders hohen Strafen, bis z» 300 Mark geahndet werdet'. Die Kohlcnproduktion in Hesse». Tie monatliche Statistik der Kohlenprodiiktio» des Großherzogtums Hessen weist laut Tarm- stüdter Zeitung für den Monat September 1914 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 31 17V Tonnen, vcrkanft wurden davon 2634 Tonnen. Ter größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohbraunkohlcn wurden neben Schwclereiproduktcn erzeugt 1776 Tonne» Braunkohlenbriketts und 1535 Tonnen Raßpreßsteine: außerdem wurden in Hessen 5386 Tonnen Steinkohlenbrikctts erzeugt. Unter Berücksichtigung der an» Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbranchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig 2722 Tonnen Rohbrannkohlcn, 2092 Tonnen Braunkohlenbriketts, 5975 Tonnen Braupkohlen-Raßprcßsteine und 20 935 Tonnen Stein- kvhlenbrikctts, zusammen 31 724 Tonnen im Gesamtwert von 489 000 Mark. — Wilde Cisenbahnziige. Welch ein Aussehen erregt cs, wenn ln FriebcnSzeiten ein Eisenbahnzug entgleist! Man kann sicher sein, daß darüber alle Zeitungen berichten, selbst wenn dabei Menschenleben nicht zugrunde gingen, wenn auch nur einige Wagen entgleisten. In der jetzigen Zeit gehts anders, waS fragt der Krieg nach Menschenleben, er fragt auch nicht, ob sie schuldig oder unschuldig sind. Tas zeigt folgender kurze Bericht: Tie Belgier ließen vor einigen Tagen ei» halbes Tugend mit Sand gefüllte schwere Eiscnbahnzüge in rasender Fahrt führerlos ins Blinde auf die deutsche Verbindungslinie loSsahren und dachten, großen Schaden anzurichten. Einer dieser Züge kam in Hal an, als gerade ein deutscher Truppentransport die Stadt verlaffcn hatte, so daß glücklicherweise nur zwei deutsche Bahnbeamtc dem Anschlag zun, Opfer fielen. Der Zug liegt nun als wirre Masse bei Hal. Sofort wurden nun zwei kleine Brücken westlich von Hal durch die Deutschen gesprengt. Tie kurz daraus ankommenden wilden Lokomotiven stürzten dann, ohne Schaden anznrichtcn, in den Abgrund. So ist der Krieg! Ob die wilden Züge auf Soldaten oder Verwundete trafen, gleichgültig: wenn sie nur Menschenleben vernichteten! Telegramme. Tie Kämpfe in Belgien. Die Verbündeten umzingelt! Amsterdam, 13. Okt. (Ctr. Frkft.) Durch den Besitz sicn Gent verfügt Deutschland über den wichtigsten Eisenbalm- Knotenpunkt. Nach hierher gelangten Berichten geschieht der Vormarsch auf der ganzen Strecke von Courtray über Gent bis Selzaete, das auch in deutschem Besitz ist. Ter Versuch des Restes des belgischen Heeres, der durch Abteilungen englischer und französischer Marinesoldatcu verstärkt ist, zu der verbündeten Armee in Frankreich durchzn- stotzcn, ist jetzt schon als mißglückt anzusehen, während die Umschlietzungsoperationen sich automatisch vollziehen. (Franks. Ztg.) in Holländische Berichte. DaS Nicuws van den Tag berichtet, daß Montag Kwadrecht zwischen deutschen und englischen Truppen gekämpft wurde. Die Engländer zogen sich aus Gent zurück in der Richtung nach Seebrügge. Die telegraphische Verbindung ist unterbrochen und der Zugverkehr nach den niederländischen Grenzorten hat aufgehört. Auch St. Nicolas ist durch die Deutschen besetzt, und auf dem Bahnhofsplatz wurden Kanonen und Mitrailleuscn ausgestellt. Aus Vlissingen berichtet der Nieuwe Rottcrdamsche Courant, daß gestern nachmittag wieder ein Schiff mit eng- fischen Matrosen angekommen sei, die ebenfalls in Holland interniert wurden. Das Nieuws van den Dag meldet: Am Sonntag abend haben sich die belgischen und englischen Truppen aus Gent zu rückgezogen, während die Deutschen dort ankamen. Gütern abend wurden sie durch die Deutschen verfolgt, die sie schließlich bci Brügge eingeholt haben sollen. Es entstand ein hartnäckiges Gefecht, das heute noch in vollem Gange war: — Aus Gent wird berichtet, daß die Bevölkerung sich freundlich gegenüber den Deutschen verhält. Das gegenseitige Verhältnis ist gut. Die Deutschen erklären, daß sie mit den Gentern zufrieden seien und ihnen durchaus nichts zu leide tun würden. Ter Nieuwe Rottcrdamsche Courant berichtet: Tas bel- gische Heer ist an Brügge vorbeigezogen, während der König und die Königin dort am Samstag morgen um lOhß Uhr im Autonwbil hindurchgekommcn sind. Weiter be- richtet das Blatt aus Rosendaal: Die in der Strafkolonie Mercxplas freigelassenen Gefangenen beginnen hier in der Gegend äußerst lästig zu fallen. Die belgische Negierung zieht nach Frankreich. (Ctr. Frkst.) Um sich die Aktionsfreiheit zu erhalten, hat die belgische Negierung beschlossen, ihren Sitz nach Frankreich zu verlegen. Das ganze Kabinett außer dem Kriegsministcr hat sich in Ostende nach Le Havre cinge- schifft. Tie französische Regierung hat bereits die nötigen Maßnahmen für die Installierung der Belgier getroffen. Zugleich mit der belgischen Regierung begaben sich das bci ihr beglaubigte diplomatische Iforps sowie eine Anzahl Beamte nach Le Havre. Die durch diese Verlegung entstandenen Fragen des internationalen Rechts sind zur Genugtuung der Verbündeten erledigt worden. Die belgische Regierung wird Exterritorialität, Abgabcnfreiheit und Telegraphen-Priorität besitzen und dieselben Rechte genießen, wie sie dem Heiligen Stuhl von Italien im Gesetz über die konstitutionellen Garantien eingeräumt sind. Der französische Bericht aus dem Westen. Die Franzosen schreiben die gestern nachmittag erfolgte Ausdehnung der mit besondereni Nachdruck geführten deut- scheu Offensive deni Eingreifen erheblicher Verstärkungen zu. doch wird das französische Publikum damit zu beruhigen versucht, daß ein großer Teil der deutschen Truppen durch die angeblich noch nicht erfolgte Besitzergreifung von 24 Schelde- ufcr-Forts von Antwerpen festgehalten werde. In Privat- dcpcschen wird übrigens zugestauden, daß die Deutschen sich gestern nachmittag in Nordfrankreich überlegen zeigten. Wetzlar. o-cbetem, V-i Stunde scheinen. Vercinskalcnder. Mittwoch, 9 Uhr Kardellfitzung. früher zu einer wichtigen To«H!es“ Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung,-dass heute fiiih meine innigstgeliebte Fiau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Karo!ine Feldbaus geh. Kreiling' im Alter von 40 Jahren sanft verschieden ist. Giessen (Neustadt 19), den 13. Oktober 1914. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Feldbaus und Kinder. Oktober, nachmittags 2 Uhr Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15 von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. E E □□□El □□□ G 3 E 3 □□□□ Für die kältere Jahreszeit bringe den Eingang der Neuheiten Paletots, Ulster, Bozener Mäntel, Capes, Joppen 3 Buckskinhosen u. praktisch. Knabenbekleidung □ □ in empfehlende Erinnerung. Militärpflichtige □ □ □ □ finden grosse Auswahl in Unterhosen ohne Naht ^7^,.. Pelz-Unterhosen Unter-Jacken, Walk-Jacken, gestrickte Herren- Westen, Hosenträger, Taschentücher etc. Mein Lager in Herren-Anzugsstoffen bietet bei reichhaltiger Auswahl die neuesten Ausmusterungen. H. Kaess Nachf. C3 □ □ EU □ W. Morn Während des Neubaues Mäusburg 5. [f Mitglieder des Konsumvereins erhalten 5 u /o Rabatt. □□□□□□□□□□□□EHE — Unterstützung fiir Ostpreußen. Für die durch den Krieg Hein, gesuchte Provinz O st Preußen sind bei dem Oberbürgermeister cingcgnngen: Von Wilhelm Sanstein 5 Mk„ von R. R. 5 Mk., von stzeldwcbclleutnant Hcrgct von Vilbel 10 Mk., von Geh. Rat Zhering 10 Mk., von ftrau Schlcncke 10 Mk.. von Matcrialvcrwalter Gg. Friysch 5 Mk., von Postsekretär a. D. Hölzel 15 Mk., von A. S. 3 Mk., von Karl Jäckel 6 Mk., von Formhals-Grotzen-Linden 5 Mk., von R. N. 3 Mk., von August Kalbfleisch 3 Mk., von Oberfeldschtitz Weber 5 Mk., von Schreincrmeister Joh. Lenz 10 Mk., von Amts- gcrichtsrat Hirsch 10 Mk.. von Lehrer Habicht 10 Mk., von Land gcrichtsdircktor i. P. Bücking 50 Mk., von Landgerichtsrat Schndt 30 Mk., von Geh. Hofrat Tr. Haupt 3 Mk., von Frl. A. Bansa 5 Mk., von Prof. Tr. Holzapfel 5 Mk., von Geh. Hofrat Tr. Hansen 20 Mk., von Obcravotheker Hotz 5 Mk., von Julius Paul Wwe. 5 Mk., von Wilh. Kilbinger 20 Mk., von Gymnasiallehrer i. P. Aillenblicher 3 Mk., von Oberlehrer Tr. Boeck 10 Mk., von Rcal- lehrer Jann 10 Mk.. von Hoflieferant Wilh. Rudolph 50 Mk., von Professor Müller 10 Mk., von Geh. Kirchenrat D. Schlosser 25 Mk., von Stadtsekretär Allcndors 5 Mk., Ertrag der Kriegsbctstunbe in Stcinheim bci Hungen 14 Mk., von R. N. 3 Mk., von Stadtgcometer Wißner 10 Mk., von Professor Schaumann 20 Mk., von Ludwig Kämmerer 10 Mk.. von N. N. 5 Mk., von Konrad Bender 10 Mk., von Bauunternehmer Georg Becker 10 Mk., von D. Wasle 10 Mk., von Jeldschiitz Georg Belmborn 5 Mk., von Reallehrer Salomon 10 Mk., von E. M. 1 Mk., von Professor Jreih. v. Gall 33 Mk., von der Untersekunda des Realgymnasiums 41 Mk. 31 Psg., von Kanzleirat Schifsnie 5 Mk., von Architekt Stein Wwe. 40 Mk., von Prof. Tr. Bernbcck 10 Mk.. im ganzen 608 Mk. 31 Psg. Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. _ Naclinti. Auf Frankreichs Erde steten unsere Mitglieder Paul Zeidler und Carl Haas. Wir werden denselben jederzeit ein ehrendes Andenken! | bewahren. Wieseck, den 13. Oktober 1914. Gesangverein Sängerliranz. Spezialmarke 10.50 12 50 14 50 l-c-nnder 16.50 18.50 20.50 Srhnbhnas Friedrich MM Inhaber: tphr. MaanuS tSIelien. Seltersweg 01 Telephon 910. Wasserdichte Mllltßkll sr Neu eingetrofen Für Militärpflichtige iNormalhemden Unterjacken Baumw. Flanellhemden Unterhosen Gestrickte Westen Fusslappen Leibbinden Kniewärmer Pulswärmer Ohrenwärmer Taschentücher usw. usw. zu mässigen alten Preisen. J. Schmucker* üaehf., Marktstrasse 8 Noch sehr grosses Lager Wk ■*> 8kl>l Ä»! NtkiilW illt unfere , c lnicrcBten!r rahnen -- I n «i 4 . ■ M CS . 6Ä a mM ‘ — 4 r,c» »uS<» f\ Der Vorstand wird Besprechung zu er. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Oiicnbachcr Abendblatt. G. m. b. H., Off-nbach a. M. Ni (ifjijtt »Wen Leide: it in de liege de M taut JO s braud) ijutomm lei in u riet alle seitlich! tfin - b ilt Sätn mit, die stndelt lind fi ah ab «tonfito Wstm ton St dib an i gelcfli l«> ist mit die lertannt t tnfllift tt j iter/nnÄ ffrfr« «i«M, ’ ncuj an tii wis k6 w Jlr. Sprifc-- null Snlntliiutüfflii empfiehlt zu billigstem Tagespreis. I. Hantel SUucitbttuc 7. lelep^on 126. iS IF?°> Reinecke Hannover Vereins -Hcdnrfaartikel.