Organ für die Interessen -es werktätigen Volkes -er Provinz Oberhessen und -er Nachbargebicte. vtt OdcrdeiNich« v»lks»ein>n, erichcml leden Werktag Abend In biekcn Der AdonnementSvreld beträgt wöchentlich IL Pfg, monatlich 0 Ptg. emlchl. Bringerlodn Durch die Post bezogen vierleljäbrl.ILvMk Redaktion an» Lrvcdtilon Dieben. Badndosliraiie 23. Ecke Löwen, alle Deievbon 2008. Nr. 237 Jnieraie tollen L,e ü mal geipail. Kolonclzeiic oder deren Raum u> Pt». Bei größeren Aufträgen Ra. alt Anzeigen wolle man dir abend« 7 »br kür die ioigende Nummer in der Expedition ausgeben Gicßcn, Ticil^tug, Den 13. Oktolicr 1914 9. Jahrgang »| t< \ Ernste Mahnungen. Bei ciiicm Siegcsfestc »ach dem Kriege von 187V rief ei» ipziger Philister aus: Run soll noch rnal einer kommen und die tutschen ein Bult von Dichter» und Denkern nennen! Leiber ist dieser »„mündige ei» rechter Prophet gewesen, und e in den letzten Zahrzchnlen, so ist auch in dem gegenwärtigen 'lege das deutsche Dichten und Denken nicht aus der Höhe. Rach der Berechnung eines bürgerlichen Blattes sind im onat August anderthalb Millionen Kriegslicdcr gedichtet worden, i braucht dabei aus das eine oder andere Hunderttausend nicht zukommcn: eine stattliche Zahl wird es gewiß gewesen sein. >er in welchem Mistverhältnis steht die Qualität zur Quantität! rtcr allen Kricgslicdcrn. die von den bürgerlichen Blättern vcr- cntlicht worden stnd — und das sind sicherlich noch die besten ge- sen — befindet sich kaum eins, das sich mit den Liedern der Arndt er Körner, genug mit jener Lyrik der Befreiungskriege niesten in, die in der deutschen Literaturgeschichte schon von oben herab sandelt zu werden pflegt. Und so schlecht, wie die Dichter, haben ini allgemeinen auch die nker abgeschnitten. Wir erinnern nur an jene uncrgniikliche monstration, womit eine Anzahl hervorragender Gelehrter die iszeichnungen nnd Ehrentitel abgelchnt hat, die ihnen von geilten Körpcrschastcn Englands verliehe» ivordcn waren. Nicht S ob an diesen Auszeichnungen und Ehrentiteln an und für sich l gelegen gewesen wäre. Wie nicnschlich es dabei herzugehen egt, ist bekannt genug. Aber wer sie einmal angenommen und nit die wistcnschaftliche Forschung als ein internationales Gut trkannt hat, der hat kein Recht, sic aus die Gasse zu werfen, weil englischen Gelehrten dasselbe tun, worin die deutschen Protestler c höchste Ehre sehen: nämlich in der Stunde der Gefahr zu ihrem tcrlanüc zu stehen. Erfreulicherweise bat sich eine Minderzahl deutscher Gelehrter oeigcrt, sich an einer Demonstration zu beteilige», der sich weder ult noch Würde nachrühmcn läßt. Und auch sonst fehlt cs nicht iz an einzelnen Kundgebungen, die in dankenswerter Weise den weis erbringen, das, die deutsche Wistcnschasl sich '«jicr Pflichten b Rechte bewusst geblieben ist, auch mitten in den tosenden ilrmcn des Weltkrieges. So warnt Profcstor Hans Delbrück davor, im Falle des dcut- :n Sieges die Politik zu wiederholen, die Napoleon vor hundert hren gegenüber dem preußischen Staate bcsolgt hat: die Politik. > drohe Gebietsabtretungen machen zu lasten, beherrschende feste inkte zu behaupten und de» Gegner wirtschaftlich auszuprcsten. lbriick schreibt: „Gott bewahre »ns davor, das; das Deutsche Reich >t nach dem Siege, den wir erwarten, in die Bahnen der s l rpoleonischen Politik einlenkc! Eine unabsehbare Reihe von ! 1 würbe die Holge sein. Denn was wir auch immer den ackern für Hesseln anlegen möchte», sic könnten sie doch nicht ganz wegimgsios machen, nnd Europa ist in dem einen Punkte einig, n « Herrschaft eines einzelnen Staate? niemals gcsallcu zu " cn - Das ist nnzwciselbast richtig und für-jeden, der auch nur '.’ c emstc Ahnung von der geschichtlichen Entwicklung unseres oteus hat. sogar ganz selbstverständlich, es hat aber obendrein ln die nachdrücklichste Bestätigung erhalten durch die heitigen An- tne. die Delbrück wegen seiner verniinstigcn Worte von astcr- ,.ckwkn Bicrbankpolitikern erfahren hat .licht minder anerkennenswert ist eine Rede, die der Profestor ^ ilaniowin-Nlöllendorff dieser Tage gehalten hat. Er wies rin aniS lchärsste vok, sich, alles Französische so herabzuschcn. wie lebt vielfach in der deutschen Prcste geschieht. „Tenn." so i-nte •: c j» v> unsere Ausgabe in diesem grösste» Kriege der Welt- Michte nicht, „ns mit den Bölker», argen die wir die Wasien ircn. iiir immer zu entzweien. Unsere Ausgabe ist vielmehr. Ui veizutragen. daß sich die Bölker nach dem Fricbensschlnn bester ncn und würdigen lernen, damit sie mit vereinten Kräften an - r s r . cn ^"^wicklung des Mcnichenaeschlechts arbeiten " Auch ' . " o^ave Worte, womit freilich nicht gesagt ist. dasi sie einen ttigcn Widerhall in den Kreisen sindcn werden, für die sic keimt sind. .ckm so mehr missten die ernste» Mahnungen, die diese Prediger der Wüste erheben, von der Partcivreste beachtet werden. Fe ! r ” c "ircm Tun und Lasten beschränkt ist. um so sorgsamer v ckc sich vor icbem unüberlegten nnd jedem unvorsichtigen Worte ^ .Heine Erobererpolitik und keine Nationalitätenbcne: das schranken, die sie nie übertreten darf Zn dicken Fragen darf sich nicht einmal von den weißen Raben der Bourgeoisie bc- men lasten Russischer Vormnr ch in Ostpreus;cn verhindert! Stockholm, 11. Okt. (Ctr. Bln.) Das russische Tele- Phcnburcau gibt zu, dass die Deutschen durch Brücken- | c e n g i, n g e n den russischen Vormarsch bei Lyck zun: illstand brachten. Zwischen Jvangorod und San- | ^ Q t ein Artillerickampf begonnen, die Tcut- . n lind bereits bis nahe an die Weichsel vorgedrungen. Przenrysl befreit! "• (W. B. Amtlich.j Amtlich wird verlautbart: Mittags: Unser rasches Borgehen a» der San hat i t" » , """ brr feindliche» Umklammerung b e bir ®7r c Truppen rückten in die Festung ein. Wo Suiten noch stellten, wurden sie angegrisfen und g c > ch I a - 7. t,r »raucht gegen die Fluftübcrgängc von Sieniawa rczaisk fielen maste»!,ast Gesangenc in unsere Sande. Ter stellvertretende Ehcs des Gcncralstabs: v. Höscr, Generalmajor. ,c Russen aus Ungar!» völlig vertrieben. Budapest, 11. Okt. (Ctr. Frkft.) Nun scheinen die letzten Reste von Russen auS Ungarn vertrieben. Bei Oekörmezö auch Majdanka wurden die Russen geschlagen und flüchteten bei Toronya über die Grenze, von unseren Truppen verfolgt. Auch aus dem Bcsztercze-Naszodcr Komitat flüchten die dorthin verschlagenen russischen Abteilungen. Unsere Truppen haben neuerlich viele Gesangenc gemacht und mehrere Geschütze erbeutet. Die Eroberung Antwerpens. Im folgenden geben wir einige von der Franks. Ztg. zumeist holländischen Blättern entnommene Darstellungen der Vorgänge bei der Eroberung Antwerpens wieder. Zunächst Die Ucbergabc. Am Donnerstag war es, einem Bericht des Handelsblad zufolge, schon deutlich, daß die Position nicht mehr z:( halten war. Ucbcr die Art. mit der sich die Ucbcrgabe vollzog, berichtet das Blatt: Am Freitag Mittag gegen 12 Uhr kamen vier deutsche Offiziere auf dem Rathanse an, um tüe Ucbcrgabe der Stadt zu verlangen. Nach einer kurzen Unterredung erfolgte die Zustiminung. Hals über Kopf verliehen die belgischen Truppen die Wälle rings um die Stadt. Ein Teil floh nach dcni Norden und übergab sich den Holländern, ein anderer Teil, die Mehrheit, zog in wilder Flucht über die Scheldebrücke. Uni 2 Uhr nachmittags wurde die Brücke in Brand gesteckt, uni eine Verfolgung zu hindern. Die „Gnciscnau", das deutsche Schiss, das als Lazarettschiff für Lerwnndcte eingerichtet war, wurde schon nachts wcg- geschafft. Im Augenblick, als die letzten Truppen über die Schelde gezogen waren, kamen die deutschen Truppen von der Südseite durch die Tore von Bcrghcm und Merrcm in die Stadt. Heute Nacht war diese zum ersten Mal unter deutscher Verwaltung. Sofort zogen Trnppcnabteilungen durch die Stadt, u,n auch die südlichen belgischen Forts, die nun von allen Seiten gestürmt werden konnten, zu erobern. Spätere Berichte melden jedoch, dah die Belgier selbst diese Forts, zum Beispiel Saarbruck und Eapcllcn, in die Luft gesprengt hatten. — Heute früh passierte in Rosendaal wieder ein Zug mit 230 belgischen Soldaten, die über die holländische Grenze geflüchtet waren. Tcv »Hicfjufl. Als am Freitag der Rückzug aus Antwerpen begonnen wurde, versuchten die Deutschen sosort den Abzug unmöglich zu nmchen und dem Feind bei Termonde in die Flanke zu fallen. Das britisch-belgische Heer war wohl durch starke Truppenmassen in seinen Flanken gedeckt, aber diese genügten nur für einest Jnfantcricangrifs. Den Deutschen glückte es. mit ihrer Artillerie bei Termonde vorzurückcn und den Engländern nnd Belgiern bei St. Nicolas in die Flanke zu fallen. Das geschah mit Artillerie, die auf einem Abstand von einem Kilometer stehen blieb nnd mit solcher Genauigkeit ihre Granaten warf, daß eine Panik unter den zurück- ziehendcn Bataillonen entstand, da man keinen Feind sah und nur die furchtbaren Schrapnells in die Reihen ein- schlugen, wodurch jedesmal eine Anzahl Leute fiel. Tic Engländer, die noch genügend physische nnd nioraliichc Kra't hatten, da sie am kürzesten in der Stadt gewesen waren, hielten diese Feuertaufe ans. Aber die Belgier sahen, wie tief sie ins Elend gekommen waren und hielten cs nicht länger a»S. Ihre Offiziere baten sie und flehten sie an, ruhig zu bleiben, aber es glückte nicht überall, was nicht zu verwundern war. Sie standen nun in der äuhcrstcn Ecke ihres verlorenen Landes, das einzige Stückchen, das noch nicht in den Händen des Feindes war. Auch die Engländer beabsichtigten, sich ins neutrale Holland znrückzuzichcn. Man tat dies, ununterbrochen verfolgt durch das Feuer der unsichtbaren deutschen Kanonen. Von St. Nicolas gingen sie über Seitenwege nach Klinge südlich von Hnlt. wo sie Waffen und die Munition den holländischen Soldaten übergeben und von wo sie auch dann mit Booten nach Vliisingen überführt wurden. Ein Teil der Nachhut hatte nicht mehr Zeit, das neutrale Gebiet zu erreichen. Sie wurden durch die Deutschen obgcschnitten und entweder im Kampfe getötet oder gefangen genommen. Wie groh die Anzahl dieser Leute ist, kann man nicht fcst- stcllcn. Es werden wohl einige tausend sein. Sie zerstörten Morts. Di« Forts, die die englisch-belgische» Soldaten in die Luft gesprengt haben, sind die Forts Schooten. Brasschaet, Merxcm. Eappellrn, Lillon und Elverselc. Als die Genietruppen mit dein Sprengen der Forts begannen, bekam die Besatzung den Bcsehl. sich dem belgisch-englischen Scere anzuichließen. Eine sehr große Anzahl der Besatzung war jedoch hierzu nicht mehr jm Stand« und rog ob, um sich in Holland internieren zu lasten. Deutsche rlnfforderuug zur Rückkehr der Flüchtlinge. Amsterdam, 10. Okt. (Etr. Frkft.) Heute nachmittag kamen in Hülst (Holland) zwei dcntsckie Offiziere im Auto an, an deni die weihe Flagge befestigt war. Sic verfügten sich sofort zum Konunandantcn der niederländischen Grenz- tnippen und teilten ihm im Namen des Kommandanten der Stadt Antwerpen mit, dah die Stadt unter deutsche Verwaltung gestellt sei. Sie ersuchten ihn, die belgischen Flüchtling: zu bewegen, nach ihren Wohnorten zurückzukehren. Tausende dieser Flüchtlinge folgten sosort dieser Aiisforderung. Infolge des Andranges belgischer Flüchtlinge in den holländischen Gemeinden rings um Bergen op Zoom ist Mangel an Nahrungsmitteln entstanden. Die verschiedenen Eh- Ivaren wurden im wahrsten Sinne des Wortes bestürmt. Geringe Beschädigung der Lt«tdt. Der Korreipoi!.d«nt der Franks. Ztg. schreibt: Mein« Meldung von vorgestern istacht nach Ablaus der Beschießung. daß die Bcschädignng der Stadt mir ganz gering sein tönnc, ivird j>cul« ausnahmslos von allen Berichterstattern bestätigt, entgegen den Berichten englischer Blätter, die gemeldet haben, der Brand von AnUoerpe» sei schlimnier al-s der Bvainü von Moskau! Am anssührlichsten oerbreitet sich hierüber der richterstattcr des Maasbodcn. der durch fast alle Straßen Antwerpens gegangni ist. Er berichtet aus eigenem Augens«ip:in, daß die Kathedrale nicht getroffen imird«, und daß nur auf der bmter- seite ein Prosektil cingeschiagen l>at, daß der Schaden aber sehr gering sei. Ter Berichterstatter sagt, das Bombardeinent l»abe verhältnismäßig sehr wenig Schadm angerichtet. Wem, im ganz Antwerpen etwa 10 Häuser vernichtet seien, so sei das schon eine sehr hoch gcgrtsscne Zahl. Die Wasterleitung und die Gasfabrik funktionieren nicht mehr, • jedoch sind die Deutschen eifrig dabei, alles wieder hcrznstellen. Sie hoffen damit schon heut« abend m Ordnung zu kommen. Es macht den besten Eindruck in Antwerpen, das, das deutsche Militär jüfort daran ging, der Ant- wcrpener Fcuerivchr beim Löschdienst zu leisen. Der Kommandant fordert, wie schon gemeldet, die Flüchtlinge ans, sobald wie möglich nach ihren, Wohnort zurückzukchren, wo sic in völliger Sicherheit leben können. I» vielen Häusern, in die Truppen gelegt wei'den sollten, konnte man. da di« Bewohner abwesend ivaren. nur hinei»kommen, indem die Türen gewaltsam geöffnet wurden. In den Ställen der Landgeineindcn war da? Bich dem Berhungeru nahe: die Soldaten trieben cs daher ans die Weide. (W. B. Nichtamtlich.) Das Handelsblaü berichtet: Die Zerstörungen Antwerpens sind sehr viel geringer, als eL die übertriebenen Meldungen glauben liehen. Jm Zentrum nnd bis zur Südstation ist viel zerstört, aber von einem ernsten Schaden kann keine Rede sein. Die Antwcrpcner täten weise, zurückznkehren und die Geschäfte wieder zu öffnen. Die Belgier haben alle Petroleumlager verbrannt, die ganz Belgien »nd Nordsrankrcich zu versorgen lwtten. Der Nicuwe Rotterdamsche Courant meldet aus Breda: Tic Verwüstung in Antwerpen, ausgenommen die Südstation, ist u n b e d c n t e n d. Eine Bombe hat die Lieb- frauenkirche beschädigt. Ter Königspalast und die Zentralstation sind unbeschädigt. Sven H e d i n ist in Antwerpen eingetroffen und hat seine Freude über die geringe Beschädigung der Stadt ausgesprochen. Die Bcrtcidiannaswcrkc. Wie sehr an der Bcrtcidignug Antwerpens gearbeitet wurde, geht auS einem Artikel des Amsterdamer Korrespondenten deS Nicuwc No!terdamsck>c Eourant hervor, iu dem er schreibt: Die dringendst« Arbeit schien ein« vorläusig« Fnitaubietznng der Ber- tc^ignn« zwischen dem Fort HacSdoiick und den unter Wasicr gefetzten Ländereien im Norden. Tow:it einmal die zweite Bcr- tcidigmigSIinie Kruydcke Zwynbrecht, Ealloo i» den Betteitngimgs- z,.stand gebracht war, ging man dazu über, die Front in einer Länge von 0 bis 7 Metern instaud zu setzen. Es wurden natürlich im ganzen Umkreise Antwerpens BeischanzungSwcrke ansgeworfcn. aber im Qste.i von Antwerpen war der Brialmontsche Plan bereits gänzlich durchaenihrt. die Forts ivaren in bestem Zustand nnd mau sah völlig dem Aniall von Osten aus ohne irgend welche Beiürch- tungen entgegen. Vom 15. August ab wurde mit großem Nachdruck gearbeitet. Um Lücke» auSzufüllen, wurden sieben Rcdouten cut- ivorsen. Di« Rcdouten wurden durch Feldbattcrien und Schntz- ivälle für Maschneugewcchre slaukiert und durch Laufgräben verbunden. Fcde Redourc besaß ciue starke Umzäunung von Ttachel- draht. die zehn Meter breit war. Längs der ganzen Linie lief noch eine geradezu starke Stachcldrafttumipanmnig. Wolf-arubcn wurden in einer Breite von 20 bis 30 Meter gegraben. Es entstand bald die Ueberzeugung, daw wen» wirklich ein schwml,er Punkt bestanden hätte, durch das cisrige Graben. Piähieichlagcu nnd Drahtfpannen das ganze Bcrschanzungswerk in einen Zustand gebracht worden fei. der das Vertrauen in die Stärke der Ver- tcidignnq rechtfertigte. Prachtvolle Baucrnhöie wurde,, nieder- gerisien und wundervolle Baumanpflanzung.en umgelmckt. Al>er je grau,äm.cr das Werk schien, desto mehr habe man sein« sstotwendig- keil cingeschen. Ter Gindrttck bei den Belgiern. Tie g r o h e moralische Wirkung, die den Fall Antwerpens in ganz Belgien, auch in den noch nicht von den Tentschen belebten Webteten, ausübt, fbieflcrt sich in der Auf. rcgimg der Brüsseler Bevölkerung. Man kann sich nicht mehr mit der Erwartung englischer oder französischer Hilfe trösten, sondern muh sich entschließen, gegenüber der deutschen Be- satzung und Verwaltung einen klaren Standpunkt einzu- nehmen. Während die römischen Blatter größtenteils bemüht waren, die Einnahme von Antwerpen als z i e m l i ch b e » l a n g l o s darzustellen, gesteht der belgische Gesandte in Rom in einer Unterredung in einem dieser Blätter selbst die volle und verhängnisvolle Bedeutung des Verlustes des starken Waffenplatzes ein. Er hoffe zwar, daß es dem belgischen Heer gelingen werde, zwischen Gent und der holländischen Grenze zu entschlüpfen und englische Truppen, die vor Antwerpen stünden, zu erreichen, von deren Anwesenheit er sichere und genaue Kenntnis habe. Tie Folgen des Falles von Antwerpen seien aber sehr schwer, weil dort alle Arsenale, Verpflegungsdepots und Proviantmagazine seien. DaS Problem der Verpflegung werde sehr schwierig werden, weil Belgien jetzt ganz aus England angewiesen sei. Die Deutschen hielten jetzt acht Zehntel Belgiens besetzt und würden das Land aus- hungern. (!) Die Auslin-p» esse zum Fall Antwerpens. alles Wissenswerte machen. französische Ailffordermm zur Desertion. ^ Von einem deutschen Kavallcricofsizier wurde dein Berliner ! Tageblatt eine Proklamation z»r Verfügung gestellt, die französische Flieger ans deutsche Truppen herabgeworfen haben. Tie Proklamation hat folgenden Wortlaut: „Deutsche Soldaten! Eure Offiziere lügen, wenn sie Euch ! sagen, dass wir Eure Gefangenen erschicssen oder schlecht behandeln. I Dies ist nicht wahr. In den umliegenden Wälder» haben wir Nach- zligler vom 6., 18. und 18. Armeekorps gefangen genomtnen und alle wurden gut behandelt und erhalten eine gesunde und kräftige I Kost. Diejenigen von Euch, die dieses elenden Lebens überdrüssig I und der Strapazen des Krieges müde sind, diejenigen, die nicht I mehr von Euren Offizieren als dummes Vieh behandelt iverdcn t wollen, können sich ohne Angst bei den französischen Vorposten ohne s Waffen melden. Es wird Euer Schade nicht sein." Vattdcrvelde über die deutschen Sozialdemokraten. Aus London wird dem Vorwärts vom 3. Oktober geschrieben: Genosse Vandervelde, der Führer der belgischen Sozialisten, der im Austrage der belgischen Regier»»», der er angchört, nach den Vereinigten Staate» gereist ist, um den Amerikaner» die Leide» des belgsichen Volkes z» schildern, hat in der amerikanischen sozia- listischcii Presse eine Erklärung vcrösscntlicht, in der er die Taten der dcntichc» Armee in Belgien verurteilt, aber sich in i t grosser Toleranz über die Haltung der deutschen Sozialdemokraten äuftcrt. Er sagt unter anderem: In allen inicrnationalc» Uonflitten der letzten Jahre hat sich die inicrnationalc iozialistischc Bewegung einig gesunden. So war cs auch noch am Vorabend des gegen, väeiigc» Konslikts. Oesterreich hatte schon Serbien den Krieg erklärt, als das Internationale Sozialistische Bureau, das schleunigst nach Brüssel cinbernfen war- den war, sich aus den Standpunkt stellte, dah Deutschland aus Oesterreich »nd Frankreich aus Rutzland einen Druck ausübcn müsse, um den Konflikt zu lokalisieren. Und von ganzem Herzen stellen wir unsere» deutschen Genossen das Zeugnis aus, dass sie In ihren Bemühungen zur Ansrcchterhaltung des Friedens ihre Pslichi, ihre ganze Pflicht, und mehr als ihre Pflicht taten Aber diese Bemühungen find vergeblich gewesen. Der Krieg ist allgemein geworden. Alle direkten Verbindungen zwischen den Sozialisten Deutschlands und denen anderer Länder sind »»möglich geworden. Auf beide» Seite» stehe» sich Millionen von Arbeitern als Feinde gegenüber. Was unserer Lage einen besonders tragische» Eharakter verleiht, ist, dass auf beide» Seiten die Sozialisten in gleicher Weise davon überzeugt zu sein scheine», dass es sich ihrerseits um einen Verteidigungskrieg handelt Aehnlich den französischen »nd belgischen Sozialisten, bei denen sich die Idee fest eingewurzelt Hai, datz sic einen berechttgten Verteidigungskampf führen, haben auch die deutschen Sozialdemokraten für die Kriegskreditc gestimmt. Wir werden uns natürlich hüten, ihnen wegen dieser Sache Vo r w ü r s e zu mache ». Wir nehmen Kenntnis von de» Schwierigkeiten der Situation. Wenn sic die Kriegskreditc verweigert hätten, dann würde» sic ihr Land dei Kosakcninvasion überantwortet haben. Indem sie für sii stimmten, haben sie Waffen geliefert gegen das rep», blikanischc Frankreich und dns demokratische West' e u r o p a. Von diese» zwei Nebeln wählten sic dasscnigc, dak ihnen das geringere schien. Ich wiederhole, wir werfen keine Schuld auf si c." Die rnisischen Sozialdemokraten gegen der Krieg! Ter Baseler Vorwärts meldet: Wie aus Petersburg über Kopenhagen gemeldet wird, beschlossen die sozialdemokratischen Dumaabgeordneten einstimmig die Ablehnung des geforderten 2-Milliarden-Kredits für die Fori-j, sctzung des Krieges. — Tapfere Genossen! Der Zar als lieber Rumänien wirb gemeldet: Die Petersburger Tele< I graphcn-Aacntur gibt bekannt, dass der Zar das Oberkommand« > über die Armee mit dem Hauptquartier in Brest-Litowsk über- iiommcii hat. Kriegsminister Suchomlinow fungiert als General' adsutant des Zaren. Grossfiirst Nikolaus Nikolajewitsch hat de« Oberbefehl über die Nordarmce übernommen. Die Zustände i» Wa schau. Tie Korrespondenz Rundschau nieldct über Kopenhagen, das I die Lage in Warschau sich sehr bedenklich zu gestalten beginne. Lb wohl die Stadt einen optimistischen »nd sorglosen Anstrich zu> l I Schau trage, schreite eine wirtschaftliche Katastrophal heran. Ungefähr 60 Prozent der Kaufleute und Industrielle, lll stünden vor dem Bankrott oder hätten bereits falliert. Es sei W jfl icidjt möglich, dass Hungerrevolten ausbrächcn. In der russische, » Marstrand schwieg und blickte vor suh nieder. Alles, wai > Hanna sagte, war nicht anzuscchtcn, und dennoch wußte cr> daß cs Lüge war. Eine Panse trat ein, die Blumen in den! Gärtchen wachten ans ihrem Schlaf auf, ein Luftzug fache» I tibcr sie hin und erinnerte daran, daß der Morgen kam. Au I dem Gaard tönten die Musik und jauchzende Stimmen. _ „Björnarne", sagte Hanna, „hat sein Herz mit einerl Kummer beschwert, der schuld an seinen matten, roten Auge I ist. Es ist lächerlich und schmachvoll zugleich, davon 51 sprechen. Er kann das entlaufene Lappenmädckien nicht ve> I gcssen. Gnla liegt ihm im Sinne." „Das wissen Sie?" rief Johann. „Wer hat es Ihne I gesagt?" I „Still", fiel sie lachend ein, „das ist Torheit. — C' f Freund hat cs mir erzählt, ein sehr aufrichtiger Freund, d, I mir wohl will »nd mir mehr vertrant wie Sie, mit eirte' I Worte, impn lieber Schwager Paul Petcrsen." „Ter elende Heuchler!" murmelte Marstrand. „Ter gute Paul", fuhr Hanna fort, ohne darauf S I achten, „er gibt sich die größte Mühe, den Gram des arme > Björnarne zu verscheuchen. Am ganzen Fjord und iibctaj I wohin fein Einfluß reicht und wo er Freunde hat, läßt er m > kundigsten Männer aufbieten, um anszusorschen, wo ® W Dirne steckt. Es wird ihm bald gelingen, ihren Aufentha zu erfahren, »nd ich glaube beinahe, er weiß schon etwa davon." j|j| „Wo dieser Mensch sich einmischt, hat er Böses vor", i Marstrand. „Hüten Sie sich vor ihm. Warum sucht, 1 Gula auf? Was will er tun, wenn er sie gefunden hat? | „Was kümmert es mich!" war ihre Antwort. „Mag,, sie hierher bringen, ich will sic aufnehmcn, oder meinen daß ich eifersüchtig sein müßte? Ich glaube, der Schelm ® Schreiber hat selbst gern in die sck)warzen Angen der h"b^ Tirnc gesehen, wenigstens spricht er davon mit sonderbare Elfe- und Jlda mag sich in acht nehmen, daß er sic nicht na Tromlö in sein Hans führt." (Fortsetzung folg' ' ! f I» tn «« st ff t [af 2t jx) Dt je, lat gel @f etl SS SS ft{ j» sei: U- itx ftät 2t« tute una der fol« Hilf, lani fflii non fiön «to! übe Di ii.« mit 21 ,: wti< de« 51 oo (M 2oi [am ftti Jor ttor Ml», 8ni| »ch («fl »HÜ entj hm Stao «irt Mi tat ih s e i« a (ti u kt iiof Uff) Urf« »o» fci « S, I Sjti,' M- ln s' tz 1? % ‘»I tpcr werde jetzt „Das Lebe» für bc» Zaren" aufgcführt, aber mit gewissen Acndcrungen, die verhindern sollten, das, das Stück die Gefühle der Polen verletze. Einige Tage hindurch habe infolge der Kunde vom Hcranrückcn deutscher Truppen in Warschau eine 'sörm- liche Panik geherrscht: Flüchtlinge aus Mlawa hätten die allgemeine Unruhe noch erhöht. Einige Bahnzüge aus der Warschau-Wiener Linie seien eingestellt worden und der Sturm auf die Lebens- m i t t e l b e st ä n d c sei so wild gewesen, das, vor vielen Geschäften die Polizei habe einschreite,i müssen. Auch jetzt sei wieder eine beträchtliche Steigerung aller Lebcnsmittelpreise zu verzeichnen, zumal sich bei einzelnen Produkten bereits großer Mangel zeige. Es heiße, daß die S t a d t b e h ö r d e n die Regelung des Ver- proviantiernngswcsens durch neue Verfügungen festsctzcn werden. An? verschiedenen Gefängnisse» würden Unruhen der Insassen gemeldet. Tie Zensur arbeite mit rücksichtsloser Strenge und die Bestrafungen aus a d m i n i st r a t i v c m Wege erreichte» eine selbst sür Rußland ungewöhnlich hohe Ziffer. König Knrol von Rumänien gestorben! König Karol ist Samstag früh gestorben. König Karol tvar trotz allen Jntriguen und allen Angriffen der Freund Deutschlands und er hat gerade in den letzten Wochen den- jenigen Parteien in Rumänien, die einen Anschluß an Rußland, Frankreich und England forderten, energisch Widerstand geleistet. König Karol hat ein Alter von 75 Jahren erreicht. Seit einiger Zeit hieß es, das; er leidend sei. Tic Regierung hat folgende nicht ganz bestimmte Proklamation erlassen: Rumänien hat den großen König Karol, den Gründer des Königreichs, verloren, Fast ein halbes Jahrhundert weihte der König alle seine Kräfte dem Wöhle des Landes. Ter Tod allein setzte seiner »ncrmiidlichcn Arbeit ein Ende. Ein glänzendes Muster in seiner Hingebung für da? Volk, in seinem Pflichtbewusstsein, in seinen Tugenden, sägte der König in die Geschichte ein ruhmvolles Blatt ein. Seine Tapferkeit aus dem Schlachtfelds ließ den Ruhm der Vorfahren wieder erstehen. Seine Weisheit sicherte die Beständigkeit der Organisation und die ununterbrochene Hebung des Staates. Tas Vaterland wird ewig dankbar sein für die Wohltaten seiner Regierung. Tas Wirken König Karols knüpfte ein unauflösliches Band zwischen Tnnastie und Volk. An diesem Tage der Trauer scharen sich alle Rumänen um den geliebten Thronfolger, der sicher ist. in der Liebe und den, Vertrauen seines Volkes nicht nur Trost in dem von allen Rumänen geteilten Schmerz, sondern auch Kraft zu finden, um die großen Schwierigkeiten der Mission zu crsüllen. zu der er heute berufen worden ist. Beseelt von denselben Gefühlen wie sein ruhmreicher Oheim, ivird der neue König das Werk der Erfüllung der Geschicke der Nation sortsetzen. Tiefe Proklamtion ist von sämtlichen Ministern gezeichnet. Die Pariser Blätter messen deni Tod König Karols große Bedcntung bei, enthalten sich jedoch eines Kommentars über die mutmaßliche Haltung des Thronfolgers. Die Sozialisten Amerikas imd der Krieg« Die eben ei ii getroffenen amerikanischen Parteiblätter enthalten u. a. einen Bericht über eine Versammlung in Newyork, di« sich mit dem Weltkrieg beschäftigt«. Tie Versammlung tagte am 21. September und war von ungefähr 6000 Männern und Frauen verschiedener Nationalität besucht, di« gemeinsam den Nus nach dem Frieden erheben wollten. Genosse Cahan sprach >m Namen der russischen Juden und forderte zur Sammlung von Gelder,, zur Unterstützung der Opfer der zairischen Despotie au' sssenosse I n g e r ui a ii n . der im Namen der Grupp« russischer Sozialdemokraten in Neivnork das Wort ergriff, legte den Versammelten bar, wie die Stellung der französischen Sozial!- st c n durch das Bestreben diktiert ist, ihre Kultur und ihren sozialen Fortschritt gegen den ein dringenden Lanbesseind zu verteidigen, ebenso wie die deutschen Sozialdemokraten sich zusam- n, enge sch lassen gegen den Einfall der Kosaken. Für die deutschen Gruppen sprach Ludwig Lore. Auch der imgorischc Redner. Genosse Pc n na cs ko, trat eifrig für die Internationale ein. Nach ihm gelangte Genosse H i l l g u i t als Vertreter der amerikanischen Sozialistischen Partei zum Worte, der zunächst mit Nachdruck darauf hinwies, daß der Kapitalismus selbst verantwortlich fei für die Katastrophe Europas. Denn bas dem Kapitol innewohnende Ausdchnungsbedürsnis habe di« kapitalistischen Staaten von Jahr zu Jahr in immer stärkeren Gegensatz gebracht und so zum Krieg« geführt. Es sei unbillig, die Sozialisten Europas dafür verantwortlich zu niache». das, sic den Krieg nicht verhindert haben. Berechtigt iväre «in solcher Vorwurf nur dann, wenn die Sozialisten in den Parlamenten Europas nicht Minoritäten mären, sondern die Macht in Händen hätten. Wären wir aber schpn k« weit, dann wäre es sicherlich nicht zum Krieg« gekommen. »Ter Geist internationaler sozialistischer Solidarität, schloß villquit, „ist durch den Krieg nicht getötet worden. Di« Reihen des organisierten Sozialismus sind sür den Augenblick durchbrochen, die Sthitm« der sozialistischen Propaganda ist M'rläusig in den kriegführenden Ländern e r st i ck t. Aber der Sozialismus wird ans diesem allgemeinen europäischen Zusammen- bruch stärker hervorgchcn als er jemals war — als dir Asig« soziale Macht. die imstande und entschlossen ist. die tiefen Gegensätze, die die Menschheit durchziehen, zu iiberwindeu. Er lebt nt intf ollen, hier und in Europa, und selbst, wenn dieser Krieg be- 'ein wird, wirb er wieder sein Haupt erheben und die -samsienden der ganzen Welt zu höherem menschlichen Glück bc- llElstern. Es lcbe die sozialistische Bewegung!" Noch eingehender als von den Rednern dieser Versammlung riuifbc b«r Standpunkt der sozialistischen Parteien in den krieg« lull re »den Staaten vom Genossen Algernon Lee dargclcgt, der so- ■H. fS 8 ^" Tül>a zurückkchrte. wo er die Zeit des Kriegsausbruchs miterlebt „nd mit den führenden Genossen in den wichttgstcn der am Krieg l>eteiligtcn Länder gesprochen hatte. Deshalb sind seine .lusnibrungen. die in der Nummer des Newport Eall vom 20. September ivicdergegcben sind, auch sür uns von großem I n- te reise. Nach ausführlicher Besprechung des Standpunktes und -"Haltung der deutschen Sozialdemokratie betonte Genosse v e r mit Nachdruck, daß seiner lleberzengniig nach die Masse dco deutichen Volkes den Krieg nicht wollte und von der Ilebcrzeugimg durckckrnngen ist, in gerechter Abwehr zu stchcu Auch er sieht im kapitalistischen Sn ft cm selbst die Ursache des Krieges. Er meinte aber, wenn irgendeine Griinve von Menschen kür dessen Ausbruch mehr verantwortlich zu macben lei als die andere, io sei es die englische Regierung, die vor 7 Jahren ein Bündnis mit Rußland schloß. Ein großer Teil des englischen Volkes fei deshalb auch entschieden gegen den Krieg, was besonders in Aenßcriingen von Arbeiterführern. Geist- nchcn und Prosessoren klar zum Ausdruck komme. Lee alaubt. der Krieg wäre vermieden worden, wenn dem west- und mitteleuropäischen Sozialismus nur 3 oder 4 Jahre länger Zeit gelassen worden wäre die vier großen zivilisierten Länder England. Frankreich. Tcitt,chlanb und Italien zu einem großen Verteidigungsbimd genc» russische Barbarentum zu vereinen. Auch Lee glaubt n i ch t an den Zusammenbruch der I n- lErnati anale und wies besonders darauf hin, daß auch die "anzösischcu Parteigenossen, die mit der Regierung ihres Landes gemeinsame Sache gcniacht haben zur Verteidiaung ihrer "nnot, ihre Pslichtc,, der Jnternationalilät dock, nickst vergessen vaven. Tenn auch jetzt noch bekämpfen sie aus allen Kräften ® aß gegen das be» tschc Volk. „In kindrinalichen und t n Kundgebungen", erzählte Lee. „hat die französische Pattes "chi-^sischen Volke dargclegt. daß nicht das deutt'chc Volk der nmyr« Feind ist. sondern der Kapitalismus." Attsfenbcros Verab chicst««n,i. ... ^ar österreichische Feldherr Freiherr v. Ausfcnbcrg ist rcrab- lmiedct worden, wie es amtlich heißt, seines Gcsundheits- Auslandes wegen. «träfe sür einen Freund des Friedens. Ter liberale bayerische Landtagsabgeordnete Dr. Ouiddc versendet von Haag ans einen Brief, in dem er für den Frie- den cintritt. Tas veranlaßt den auch liberalen Abg. Dr. Goldschmidt, ein Schreiben an die Münchener Zeitung zu richten, in welchem er die Ausscheidung Tr. Ouiddcs aus jeder politischen Organisation und aus der liberalen Fraktion des bayerischen Landtages fordert. Die Beschickung von Pap,etc. stV. B. Nichtamtlich.s Marineininister Augagneur hat von dem Gouverneur von Französisch-Lceanicii die B estätig u ng der Nachricht von der Beschießung P a p c e t e s durch die deutschen Kreuzer „Scharnhorst" und „Gnciscnau" erhalten. Die OrtSbehorden verbrannten, um eine Verproviantierung des Feindes zu verhindern, die Kohlciivorrätc und machte» durch verschiedene Maßnahmen die Etnsahrt der Kreuzer tn den Hafen unmöglich. Tie Deutschen konnten nur das vorher cntwaffnete Kanonenboot „Zclee" versenken. Sic gaben 156 Schüsse aus die Stabt ab, durch die das Handclsvicrtcl in Brand geriet: es ist nur Materialschaden angerichtet worden. Bericht der cnglischeil Admiralität. London, 12. Ott. (W. T. B.) In einer Bekanntmachung der Admiralität heißt es: Ans Ersuchen der belgischen Regierung wurden in der letzten Woche Marinetruppen abgeschickt, um an der Ver- teidigung Antwerpens teilzunehmen. Sie bestanden aus einer Brigade Soldaten, zwei Brigaden Matrosen und einer geringen Anzahl Schiffsgeschütze. Tie Belgier und eine Marinebrigadc verteidigten di« Nethc-Linie erfolgreich bis zum 5. Oktober. Am Dienstag abend wurden di« Belgier auf dem rechten Flügel und die Seesoldaten zum Zurückwcichcn genötigt. Die Verteidigung zog sich aus die inneren Forts zurück. Dadurch kam der Feind m die Lage. Batterie aufzustellen und die Stadt zu beschießen. Tie Briten verloren dank dem Schutz durch di« Laufgräben kein« 300 Mann von 8000. Di« Verteidigung hätte länger fortgesetzt werden können, aber sodoch nicht solang«, bis bedeutende Verstärkungen hätten herankommen können. Durch die Uebermacht wurden die Belgier ständig zurückgedrängt. Unter diesen Umständen beschlossen der belgische und englische Befehlshaber, di« Stadt zu räumen. Die Engländer erboten sich, den Rückzug zu decken. General de Guts« wünschte aber, daß sie vor der letzten belgischenDlvision abmarschier- tcn. Nach etneni langen Nachckmarsch kamen zwei von drei Brigaden in Ostende an. Der größte Teil der ersten Matrosenbrigade wurde von den Deutschen nördlich von Lookeren angeschnitten. Die Mann- schasten erreichten dt« niederländische Grenze bei Httlst, wo sic die Waffen niederlegten. Di« Panzerzüg« und di« schweren Marinekanonen wurden sämtlich nach Ostend« gebracht. Ein Gefecht in der Nordsee? Rotterdam, 12. Okt. (Etr. Bin.) An der Nordsee westlich der Schelde hat man heute Nacht schweren Kanonendonner vernommen. Keine Versenkung der Schiffe in Antwerpen. Die Rheinisch-Westf. Ztg. hatte durch Extrablatt gemeldet, daß tm Hafen von Anttverpcn 32 deutsche Schisse versenkt worden seien. Anscheinend beruht diese Melduna nicht auf Wahrheit, denn der Nieuwc Rotterdomsch« Courant meldet: „Wie wir vernehmen, ist brr Bericht von den 32 deutt'chcn Handelsschiffen, di« ans der Schelde In die Luft gesprengt worden sein sollen, sehr übertrieben. In der Tat scheint man die Gneiienau im Hafen versenkt zu haben, von den anderen Schiffen sind jedoch nur di« Maschinen unbrauchbar gcniacht worden, das muß aber schon tn der vorigen Woche geschehen sein. Tie Ursache dieses Vorgehkns wird wohl die Sorg« gewesen sein, daß die Schiss« nickst in brauchboreni Zustand« den Deutschen tti di« Hände fallen sollten, falls sie in di« Festung hineinkommen sollten." Rumäniens Neutralität gesichert! Mailand, 12. Okt. Tie Unionc meldet aus Bukarest: Dercucuc König lehnte die Demission des Ministeriums ab und sprach in einem Handschreiben an den Ministerpräsidenten seinen Entschluß zur strikten Einhaltung der bisherigen Neutralitätspolitik Rumäniens ans. Tückische Vorbereitungen. WB. Paris, 11. Okt. (Nichtamtlich.) Die Zeitungen melden ans Athen, daß die Türkei in Syrien, Palästina und Nordarabicn eine lebhafte Tätigkeit entfalte. Sie ziehe dort Truppen zusammen und befestige bestimmte Punkte. ?fc Stimmung in Serbien. Wien, 12. Okt. (Etr. Bln.) Ein aus Risch am 3. Oktober ob- gereistcr Herr berichtet, daß der Kronprinz Alexander leicht und sein Bruder. Prinz Georg lebensgesährlich verwundet sind. Die Stimmung in Risch ist sehr gedrückt. Tie Kirchen. Schuten nnd Tpitäler sind überiiiül mit Verwundeten, die fast ganz ohne ärztliche Pfleg« sind. Die Sterblichkeit ist deshalb außerordentlich groß. Viele Ruhrfälle kommen vor. Die Verwundeten erzählen, die Armee fei moralisch gebrochen. In den serbischen Blättern machen sich starke antirussische Bewegungen geltend, ohne daß die Regierung diesen entgegentritt. ' Japan besetzt Tschinansu. London, 11. Okt. Der Daily Telegraph meldet aus Peking: Die japanische Vorhut besetzte am Mittwoch Tschinanfu, die Endstation der Schantungbahn. Die Japaner beschlagnahniten alles rollende Material. Tie Deutschen in Indien. Bern, 12. Okt. Ein in der Schweiz wohnender Deutscher, der in Indien eine Niederlassung hat. erhielt von dortigen Geschäftsreisenden am 3. September eine Nachricht, wonach in Indien alle Deutsche im Alter von 23 bis 39 Jahren nach Alinanagar östlich von Bombay gebracht worden seien. Keine Heraln'ehiina der Frachten flir Futtermittel. Der preußische Eisenbahnmmister hat auf ein Ersuchen der Handelskammer zu Detmold um Ermäßigung der Frachten für Futtergetrcide geantwortet, daß durch derartig« Maßnahmen die Preis« des Futtergetrcides n-cht bceinslußt würden. Am Schluss« des Bescheides heißt cs: „Auch die jetzt besonders geboten« vorsorgliche Behandlung der Staats fl nanzen nötigt mich zur Zurückhaltung." Lnnvtassöwahl in Karlsruhe. Bei der am Samstag tm Landtagswahlkreis« Karlsruhe-Ov für den sseiallcnen Genossen Dr. Frank vollzogenen Ersatzwahl ist Genosse Dr. Marum mit 625 Stimmen gewählt worden. Di« Zahl der Wahlberechtigten betrug 7200: die Gegner halten keinen Kandidaten ausgestellt. Gedrückte Stimmung in Paris. IV. B. Kopenhagen, 12. Okt. Berlinski Tidendc meldet aus Paris: Ter Fall Antwerpens hat hier einen sehr schmerzlichen Eindruck gemacht. Die Stimmung ist die gleiche wie Anfangs September, als deutsche Ulanen sich dicht vor Paris hatten sehen lassen. Steht der Fall von Reims bevor? W. B. Paris, 12. Okt. Der Tcmps bespricht die Möglichkeit des Falles der Festung Reims und meint, daß dieser Fall keinen Einfluß auf die Gesamtlage haben werbe. Hessen nnb Nachbargebiete. Gietzen u„v Umgebung. Tic deutschen Gewerkschaften im Kriegsdienste. Die gewcrkfclsttstlichen Zcntralvcrbändc, die der General- ko.nmifsion angcschlossen sind, haben sich sofort bemüht, durch Erhebungen bei den örtlichen Bcrbandsfilialen die genauen Zahlen aller zunt jetzigen Heeresdienst einberufcnen Mir- gltcder sestziistellcn. Tie Umfrage wurde im September vor- genommen und als Erhcbungsdatum der 7. September an- gcjeht. Es fehlen meistenteils ans den Zwcigvereinen der Ärenzbezirkc die Berichte. Nach den Angaben der Bcrbands- vorslände sind 569 755 Gewerkschaftsmitglieder bis Anfang September zum Heere eingezogen. Die Zahl der tatsächlich Eliigczogenen dürfte wesentlich höher sein, denn bei dem Verband der Fabrikarbeiter sind z. B. nur 69,5 Prozent der Mitglieder von der Erhebung erfaßt. Die absolute Zahl der zum Kriegsdienst eingezogcnen Mitglieder betrug in den Verbänden: Metallarbeiter 131 891, Bauarbeiter 109 000, Transportarbeiter 61 247, Fabrikarbeiter 44 429, Holzarbeiter 44 060, Bergarbeiter 25 446, Zimmerer 19 776, Gemeindearbeiter 13 856, Buchdrucker 12 714, Textilarbeiter 12165, Brauerei- imd Mühlcnarbcitcr 11 594, Schneider 10 823, Maler 9781. Bäcker und Konditoren 8211, Steinarbeiter 6705, Schuhmacher 6500, Maschinisten und Heizer 6421, Glasarbeiter 3383, Fleischer 3634, Landarbeiter 3354, Lithographen und Steindrucker 3454, Lederarbeiter und Handschuhmacher 3190, Sattler und Porteseuiller 3189/ Gastwirtsgehilfen 2871, Porzellanarbcitcr 2700, Buchbinder 2701, Dachdecker 2584, Steinsetzer 2505, Tapezierer 2493, Töpfer 2476, Gärtner 2040, Böttcher 1925, Handlungsgehilfen 1705, Tabakarbeitcr 1589, Kupferschmiede 1421, Hutmachcr 1220, Glaser 1277, Vuchdruckerei-Hilssarbeitcr 4100, Bureauangestellte 1013, Schisfszimmerer 945, Bildhauer 760, Kürschner 495, Zivilmusiker 370, Friseure 359, Asphalteure 244, Lylographerr 72, Notenstecher 67. Prozentual gestaltet sich das Ergebnis etwas anders. Danach stellen die Fleisckzer (Metzger) den höchsten Prozentsatz mit 56,5; den niedrigsten die Tabakarbeiter mit 11,3 Prozent ihrer Mitglieder. Von den Bauarbeitern sind 39,0, den Transportarbeitern 29,6, den Metallarbeitern »nd Brauern 27,4 Prozent, von den Holzarbeitern 23,9 Prozent, den Buchdruckern 18,4 Prozent zum Kriegsdienst eingezogcn. — Gefallene des Gießen» Regiments. Laiiöivehrmaim Jakob Haas aus Stelubach. — Rknskeiier Wilhelm Müller ans Stiehl» linden. — Reservist Heinrich Weiter ans Gießen. — Reservist Karl Jakob aus Muschenheim. — Reservist Karl Langohr ans Wettlaufen. » — Gefallene ans Obcrhesse» und Nachbargebieten. Musketier Karl Wend landaus Oberohmen, Jnf.-Reg. Nr. 168 (Butzbach). Musk. Heinrich Scharm ann aus Oberohmen. Jnf.-Reg. Nr. 88. — Neserv. Wilhelm N i« b ch, aus Krofdorf, Jnf.-Reg. Nr. 81. —- Mnsk. Rudolf Schneider aus Gießen, Jnf.-Reg. Nr. 115. — Verwüstete Fluren. In einem Feldpostbriefe eines Frankfurter Parteigenossen, der in der Boiksfttmm« verössenilicht wurde, heißt cs u. a.: „Mein Urteil über den Krieg selbst ist das gleich« geblieben, es ist ein Morden und Schlachten, und es ist siir mich beut« noch unbegreiflich, daß sich die Menschheit im zwanzigsten Jahrhundert in ein« solche Schlachterei begeben konnte. Wie es Bertha v. Suttner und der Lehrer Lamszuö in ihren Schriften „Die Massen nieder" und „Das Menfchenschlachthaus" schildern, genau so ist der gegenwärtig« Krieg EingroßesJammertal wird dtc Welt nach di«s«ni Kriege sein. Di« Ernte, ii« die Natur schenkte, verfault in Frankreich und Belgien auf dam Felde, das Vieh läuft in Massen herrenlos umher und wird krapicren. wenn cs nicht von unserer Heeresverwaltung zusammengetrieben wird. Viel« Dörfer und Stadt« sind Trümmerhaufen." Sollte angesichts solch grauenhafter Verwüstung, wozu noch unsägliches Laib sür Millionen Menschen kommt, die Menschlzcit nicht zur Vernunft kommen ? — Mörderische Maschinen. „Dies ist kein Krieg von Menschen, es ist der Krieg der Maschinem", so erklärie ei» verwundeter englischer Offizier dom Korrespondenten der Tail» Mail, Hamilton Fifc. Ein bitteres Lächeln umspielte dabei sein« Lippen, war doch über die Hälfte des Bataillons, das er führt«, unter seinen Augen von den ftirchterlichen Pdaschin>engewelyxn dahingerasst worden wie das Gras unter der Senfe. „Es ist einfach u n m «ii s ch l i ch . man stell« sich vor: ein Mann dreht den Handgriff des kleinen unscheinbaren Apparats, und heraus fliegt der Tod, nicht ein Tod, nein, tausend Tode zugleich. Was diese Schlacht wirklich bedeutet — die Schlachten an der Marne und an der Aisne bilden tatsächlich nur eine einzige Schlacht — das kann sich niemand vor stellen, der nicht dabet gewesen ist. Menschen würden nie imstande sein, ihresgleichen zu Hunderten auf einmal abzufchlachten. Von Entsetzen ge- lähnit, müßte ihr« Hand erstarren. Nur ausgeklügelt«, seelenlose Maschinen sind imstande. Menschen zu töten wie einen Schwarm von Heuschrecken, der auf ein fruchtbares Land eingefallen ist. ... O, dieses Sätlachtseld an der Marne! d!ic und nirgends hat ein Krieg so furchtbare Bilder geschaffen. Frankreich muß bereits beginnen, einem einzigen großen Hospital zu gleichen." Der Korrespondent fügt hinzu: „Ich habe es selbst gesehen, ich bin von der Atlanlischen Küste durch das Herz von Frankreich gereist, überall wimmelt es von Verwundeten. An Betten beginnt bereits Mangel zu sein, wenn auch die Leichtverwundeten schnell genesen und anderen Opscni Platz machen können. Eine Vorstellung von dem unerhört entsetzlichen Ringen beginnt aufzudämmern, wenn nian sieht, wie sehe Schul«, sedes Kloster, sebes össenlliche Gebäude, die meisten Bahnhöfe in überfüllte Hospitäler verwandelt sind, um von den Tausenden von Privatwohnungcn, die zu Lazarcttzwecken zur Verfügung gestellt sind, ganz zu schweigen. Und noch immer geht der furchtbar« Kampf an der Marne, an der Weichsel, an der Save und aus dem Meere weiter . . ." — Ter Konsumverein Gießen hält nächsten Sonntag, 18. Okt., nachmittags 3 Uhr seine Generalversammlung im Saal« des Ge- imrkschastshaufes ab. Nächste Woche beginnt die Auszahlung der Rückvergütung an die Mitglieder. In diesem Jahre gelangen rund 35 606 Mark an Rückvergütung zur Äuszahlnng. — Ein Durchbrenner. Eine Anzahl Sträflinge der Zellenstraf- anftalt ln Butzbach war bei der Zuckerrübenernte beschäftigt. Am Samstag entfloh einer von den Gefangenen, der nur noch eine kurze Strafzeit zu verbüßen hatte. Man konnte den Flüchttgen noch nicht wieder erwischen. Krci< Wcßlar. X Aus der Verlustliste des Reserve-Jnsanterie-Regiments Nr. 81. 16. Kompagnie: Res. Wilh. Schubccker, Krosdors. lvw. — Res. Lndw. Wagner, Krofdorf, lvw. — Gesr. Hoch. Medenbach, Bonbadcn, lvw. — Sanitätsnntcroffizier Henkel, Gleiberg, lvw. — U utero ff. Christ. Jäger, Krofdorf, lvw. — Unterosl. Alb. Hcrrmann, Hirzenhain, lvw. — Res. Jak. Schmidt, Burgsolms, lvw. — Hornist Konr. Weil. Bctzlierg, lvw. — Re,. Friedr. Lenz, Lützellinden, lvw. — Krankenträger Hrch. Lang. Kraftsolms, luiu. — SHcf. Will,. R i b ch, Krofdorf, tot. — Res. Karl N «uhauS, Krofdorf, fchw. vcrw. — Hornist Hcrm. Schiefer- stein, Krofdorf, low. — Ref. Hrch. Si x ci m e r , Oberkleen, low. — Ref. Hrch. Naumann, Oberndorf, lvw. — Ref. Peter Belt, Laufdors, tot. — Ref. Ernst Heinz, Bon da de», lvw. — Res. Will». Wolf, Klein-Altenstädten, lvw. — Ref. Will,. Suchau, Krofdorf, lvw. — Res. Hrch. Werner, Aßlar, lvw. — Ref. Hrch. Brück. Erda. lvw. — Res. Ludwig Kre mbuch, Lützellinden, lvw. — Res. Friedr. Haupt, Gr.-Rechtenbach, lvw. X Staütbaumcifter Prof. Erlwein in Dresden, einer der hervorragendsten zeitgenössischen Städtebaumeister, ist bei Ueberbringung von Liebesgaben an die sächsischen Truppen in der Nähe von Reims mit dem Auto tödlich vcrungliickt. Dos Auto war mit einer Lokomotive zusammengestoßen. — Erlwein hat in Dresden bedeutende Werke geschaffen. Bitte zu merken! Dem Briefe eines wackeren Iserlohners vom 53. Infanterieregiment aus dem Felde an die Rheinisch-Westfälische Zeitung gerichtet, entnimmt di« Nordd. Allg. Ztg. die folgenden iibcrzeugenden Worte: „Eine Bitte hüte ich: Sag doch mal den größeren Zeitungen, man möge bekannt geben, daß di« Ulkkart«n über den Krieg nicht aus den Kriegsschauplatz gesandt werden, denn hier den Leuten steht nicht der Sinn nach — teilweise recht faden — Witzen. Fm Gegenteil: wie ich die Post in der vergangenen Nacht ldeun das kann nur des Nachts gemacht iverdenf austcilte. da Hobe ich verschiedentlich Klagen darüber gehört. Man soll doch einfache Postkarten oder Briese nehmen und di« Groschen, die für Ulkkarten ausgegeben werden, für Liebesgaben verwerten, denn die tun uns besser gut." Verlustliste des Jnf.-Reqiments Nr. 1l6 Gießen. Anloy am 22., Amblimont am 2ß. und 27. und Antrecourt am 28. August, an der Marne vom 3. bi» 8. und Pargny am S. und 10. September 1914. 1. Kompagnie: Oberlt d. R. Meinberg, tot. — Lt. d. R. Mülberger, tot. — Lt. von Erhardt, tot. — Lt. Wolf, vw. — 8t. Theis, vw. — Nnteroff. d. R. Kapl Heinr. Heun, Gießen, tot. — Ludwig Schön, Staufenberg, Kr. Gießen, tot. — Georg Jakob Kögel, Bad-Rauheim, tot. — Joh. Peter Schmidt, Groß-Steinheim, tot. — Wilhelm Joh. Lind, Frankfurt a. M., tot. — Ludwig Keßler, Steinbach, Kr. Gießen, tot. — Will). Blasius, Niederquembach, Kr. Wetzlar, tot. — Joh. Berngas I., Hutzdorf, tot. — Johannes Fischer, Queck, tot. — Wilhelm Fay, Grünlngen, tot. — Untcrofs. Rich. Leschhorn, Muschcnheim, tot. — Nnteroff. Ernst Dictz III., Herchcnhain, Kr. Schotten, vw. — Nnteroff. d. R. Karl Stein, Nntcrseibcrtenrod, Schotten, vw. — Wilhelm Friedrich Eichhorn, Braunfels, vw. — Philipp David Heß, Heldenbergen, vw. — Karl Hasser, Rieder-Weisel, vw. — Walter Naffauer, Niederschelden, vw. — Ge fr. Karl Zulauf, Leusel, Kr. Alsfeld, vw. — Rudolf Adolf I., Wingertshaujcn, vw. — Karl Knös, Raunheim, vw. — Karl Wagner, Großcn-Buseck, vw. — Engelhard Ceyffarth, Alsfeld, vw. — Wilhelm Keller II., Lardenbach, vw. — Oskar Lohncrt, Ludwigshasen, vw. — Otto Dictz IV., Billertshausen, Kr. Alsfeld, vw. — Adam Trabes, Sandlofs, Kreis Lauterbach, vw. — Hermann Haas, Arborn, Dillkreis, vw. — Ludwig Tittert, Wetzlar, vw. — Werner Tiemon I., Krofdorf, vw. — Karl Jung, Hochelheim, Kr. Wetzlar, vw. — Wilhelm Arnhold, Beuern, vw. — Heinr. Adolf Rücker, Bechlingen, vw. — Heinrich Johann Kehr I., Trais a. d. L., vw. — Karl Bcchtold, Launsbach, Kr. Wetzlar, vw. — Adam Bcrngcs II., Hutzdorf, vw. — Heinrich Schäfer VII., Wicseck, Kreis Gießen, vw — Karl Mohr, Crainfeld, vw. — Heinrich Michel, Villingen, Kreis Gießen, vw. — Friedrich Reif, Mnschenheim, vw. — Heinrich Otto Rasch, Ilbeshausen, vw. — Hilsshoboist Karl Seibert, Wieseck, vw. — Ludwig Söder, Langenleiten, Unterfrankcn, tot. — Ernst 'Hieran, Wicseck, vw. — Konrad Muth I., Warzcn- bach. Kr. Marburg, vw. — Karl Keil, Billertshausen, Kr. Alsfeld, vw. — Ludwig Wahl, Slorndorf, vw. — Jak. Hayimel II., Queck, Kr. Lauterbach, vw. — Heinrich Eurich, Nösberts, Kr. Lautcrbach, vw. — Emil Heinrich Schäfer VII., Grebenhain, vw. — Valentin Sippe!, Queck, vw. — Otto Fink I., Inheiden, vw. — Val. Heinrich Kolb, Marburg, vw. — Georg Habermehl II., Wallenrod, Kreis Lauterbach, vw. — Konrad Neul, Nauborn, Kr. Wetzlar, vw. — Wilhelm Ncitz, Holzhcim, Kr. Gieße», vw. — Anton Klüber, Wisselsheim, vw. — Wilhelm Brunner, Tteinbach, Kr. Erbach, vw. — Philipp Metzger, Gambach, vw. — Karl Heinr. Enders, Gießen, vw. — Heinrich Selig, Billertshausen, vw. — Adolf Hirsch, Stendenbach, vw. — Karl Bischer. Gelnhaar, vw. — Heinrich Friedrich, Riiddingshauscn, vw. — Otto Göbel, Billertshausen, vw. — Unteroffizier Peter Jungk, Angenrod, tot. — Heinrich Bambey, Strcbcn- dorf, tot. — Ludwig Schneider II., Vetzberg, tot. — Konrad Habermehl I., Schwarz. Kr. Alsfeld, vw. — Georg Murrmann, Seligenstadt, vw. — Vizcseldw. Julius Mengcs, Großcn-Linden, tot. — Untcrofs. b. R Albert Heinr. Becker II., Oberlankcn, vw. — Friedr. Joh. Geiß. Bnrg-Gräfenrode, vw. — Tambour Wilhelm Gärtner, Kirchgöns. vw. — Rich. Mart. Griffe, Salchendorf, vw. — Untcroff. Konrad Münch, Großcn-Buseck, vw. — Untcrofs. Heinrich Spanier. Schotten, vw. — Heinrich Kasper, Niedcr-Ohmen, vw. — Oskar Albert Holighaus. Eiershausen, vw. — Ludwig Leschhorn, Villingen, vw. — Heinr. Ad. Glasncr, Schwalbach, Kr. Wetzlar, vw. — Rudolf Sonnier. Schupbach, vw. — Ad. Emil Hauß, Eibach, vw. — Karl Heinr. Fchr. Kassel, vw. — Heinrich Schäfer, Grebenhain, vw. — Karl Metz, Niedcr-Lfleiden, vw. — Heinrich Rühl, Köddingen, vw. — Karl Liickhofs, Lollar, vw. — Wilhelm Vich- manu, Gießen, vm. — Heinrich Dippel, HcrgerSborf, Kr. Alsfeld, vm. — Johannes Kehr II., Burg-Gemiinben, vm. — Bernhard Stomp, Langgöns, vm. — Otto Stöhr. Ulfa, vm. — Gcfr. Johannes Schäfer I., Sprendlingen. Kr. Osfenbach, vm. —- Otto Müller II., Altcnhaln, Kr. Schotten, vm. — Konrad Ochs, Willoss, Kr. Lanierbach, vm. — Untcroff. Wilhelm Herr, Eppelsheim, vm. — Eduard Rnpp, LaNzcnhain. Kr. Lautcrbach, vm. — Johannes Eifert, Eichelhain, vm. — Wilhelm Seibert, Reuters, Kr. Lauterbach, vm. — Wilhelm Weber. Blißfcld, vm. — Wilhelm Pfeil, Ober-Osleiden, vm. — Otto Engel, Birklar. Kr. Gießen, vm. — Johannes Greulich. Frcicn-Stcinau, Kr. Lauterbach, vm. — Georg Dich I., Niedcr- Mörlen, vm. 2. Konipagnic: Vizcseldw. Heinrich Bernhardt, Wahle» kn Heffcn, tot. — Ludwig Breunig, Lindenstruth, vw. — Untcrofs. Adolf Schabt. Limburg, lvw. — Karl Bnchhammcr, Obcrsorg, vw. — Heinrich Stock, Angersbach, tot. — Ludwig Ortwcin, Frischborn, vw. — Unteroff. Paul Hcidcnrödcr, Nicdcrmoos, vw. — Karl Schäfer, Ossenheim, Kr. Fricdberg, vw. — Gefr. Joi'cs Prarrcs, Sondcrbach, vw. — Ludwig Heß, Münster, Kr. Gießen, vw. — Heinrich Ucbcling, Burkhardsfelden, vw. — Gefr. Heinrich Fuchs, Bobenhausen, Kr. Schotten, vw. — Adam Vciker, Lich, vw. — Unteroff. Christoph Reuter, Riebcrweisel, vw. — Fdricdrich Riisil. Liederbuch, vw. — Heinrich Walter, Billertshausen, lvw. — Fried- rich Burghardt, Hohenkirchen, lvw. — Vizcseldw. Karl Stosscl, Echzell, lvw. — Untervsf. Ludwig Schöne. Lich. lvw. — Gefr. Heinrich Moos II., Staufenberg, lvw. - Ernst Semmlcr, Ettingshausen, lvw — Heinrich Lachmann, Hemmen. Kr. Alsfeld, tot. — Tamb. Heinrich Rcppler. Dorlar, lvw. — Georg Rockel, Schwarz, lvw. — Johannes Schnabel, Hemme», lvw. — Karl Schwindt, Grttningcn. lvw _ stzcorg Mandler. Kinzenbach, lviv. — Jakob Bock, Obernauses. lvw. — Ludwig Scheid, Großen-Buseck lvw. — Friedrich Rauch, Babenhausen, lvw. - Maximilian Schw.nn, Darmstadt, lvw. — Joh. Muth. Freiensteinau, tot. — Georg Kalbfleisch. Braucrschwend. lvw. — Heinrich Hosmann IV, Dorheim, lvw. Jakob Lind, Bcrmutsbain. lvw. — August Strobel, Gießen, lvw. — Heinrich Hascnau, Rirfclb. Kr. Lauterbach vw. - Otto Losslcr, 'Ilbeshausen lviv — Georg Schmidt II-, Elbeiirod, Kr. Alsseld, ?v,v - Nnteroff Heinrich Grnmcr, «Icin-Karben lvw Gefr. «ijlhclm Klein, Fricdberg, lvw. —Johannes Rausch, Bcrmnts- ^i n ,vw. - Andreas Fricanff. Pscdbcrshenn. lvw - Adolf qinnnertenrod lvw — Gcfr. Karl Schcpp, Lindenstrnth, Johann Schmidt NI.. Bnrkardsfcldcn, lvw. - Philipp Ha^kenhäuscr Worms, lvw. - Sebastian Holz. Unterhambach, lvw — Untcroff' Johann Arnold. Burkardsseiden, lvw. - Heinrich Seip, Büdesheim, Kr. Friedberg, lvw. — Gefr. Wilhelm Konrad, Odenhausen, Kr. Gießen, lvw. — Gefr. Karl Moos I., Gießen, lvw. — Heinrich Hedrich, Leusel, lvw. — Tamb. Konrad Hildebrandt, Niederweisel, lvw. — Gcsr. Johann Gauß, Klein-Auheim, lvw. — Eduard Römer, Münster, Kr. Gießen, lvw. — Joh. Wolf II., Lautcnwcselnitz, Kr. Heppenheim, lvw. — Gcfr. Eduard Blütcr, Eisenrod, lvw. — Karl Schäfer, Lbcrhörgern, lvw. — Heinrich Münch, Großen-Buseck, lvw. Telegramme. Gent von den Deutschen besetzt. Amsterdam, 12. Okt., abends. (Ctr. Frkst.) Tic deut schcn Truppen haben heute morgen Gent besetzt. Um 10 Uhr kam eine kleine Abteilung Kavallerie an und ritt nach den« Stadthaus. Ihr Kommandant begab sich zum Bürgermeister und zu den Schossen, worauf auf dem Rathause die deutsche Flagge gehißt wurde. Hierauf begab sich die Kavallerieabteilung. geführt durch die Schösse» Ansecle und Bruyne, nach dem Post- und Telegraphcnamt, wo einige Befehle erteilt wurden. Eine größere Abteilung deutscher Truppen wird jeden Augenblick erwartet. Auch längs der holländischen Grenze bei Selzaetc sind die Tentschen im Anmarsch. (Franks. Ztg.) 45000 Gefangene! Paris, 12. Okt. (Ctr. Bln.) Der Neuwe Rotterdamschc Courant meldet: Belgische, in Holland internierte Offiziere schätzen, daß sich noch gegen 20 000 Mann belgische Truppen in Antwerpen befinden und gefangen genommen worden sind. Nach einer Meldung desselben Blattes aus Hulst wird die Zahl der dort nach Holland übergetretenen Soldaten aus 26 000 geschätzt. Darunter befinden sich 4 Generale und 7 Obersten. Die Verluste der belgischen Armee sollen 15 bis 20 000 Tote und Verwundete betragen. Belgische Bahnbeamte sagen aus, daß den Deutschen große Mengen an Kriegsmaterial, darunter ein Zug mit 60 000 Gewehren in die Hände fiel. Generalleutnant de Guise, der Kommandant von Ant- werpcn befindet sich in Aachen kriegsgefangen und wird nach Köln gebracht werden. Ebenso wurde Generalmajor Maes von der Antwerpener Besatzung bereits nach Köln gebracht. Haag, 12. Okt. Tie Deutschen haben gestern abend die an der holländischen Grenze befindlichen belgischen Truppen durch Maschinengewehrseuer gezwungen, die Grenze zu überschreiten und sich dort festnehmen zu lassen. Deutsche Pa- trouillen durchstreifen das Grenzgebiet, um es von den versprengten belgischen Truppen zu säubern. Die Entsetzung von Przemysl. Die Russen verlieren 40000 Mann. Wien, 12. Okt. (W. B. Nichtamtlich-l Das Neue Wiener Taqblatt schreibt über die Entsetzung von Przemysl: Die Russen gingen nicht weiter als bis zu den Drahtverhauen und den Gräben der äußere» Werke. Die ganze Festung schien ein einziger feuerspeiender Vulkan, der nach alten Seiten Tod und Verderben hinausdonnerte. Durch die Explosion von Flatterminen im Vorfeld wurden ganze Abteilungen der von Ossiziere» vorgetricbencn Gegner auf einmal zerfetzt. In den Stürmen vom fi. bis 9. Oktober verloren die Russen bei Przemqsl an Toten und Verwundeten nicht weniger als 40000 Mann, also ein ganzes Armeekorps. Przemysl hat seinen strategischen und taktischen Wert für die Operationen unseres Heeres glänzend bewiesen. Deshalb trachteten die Ruffcn auch beim Anmarsch der verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Kolonnen noch im letzten Moment, sich der Festung zu bemächtigen; denn ei» weiteres Vorriickcn gegen Westen mit einer so ossensivcn Besatzung dieses schlagkräftige» Stützpunktes im Rucken hätte gewiß für das russisch« Heer eine äußerst ungünstige Situation bedeutet. Unmittelbar nach dem letzten Angriffe machte» sich aber schon die Wirkungen unseres Vorrückens über Rzcszow fühlbar. Während der Feind Przcmqsl immer wieder vergebens bekannte, entsandte er zur Deckung der Tturmangrisse eine starke Abwehrgruppe von sechs Infanteriedivisionen und einer Kosakcndivision, mehr als 100 000 Mann, längs der Chauffce über Jaroslau 00 Kilometer westwärts. I» zweitägiger Schlacht warf unsere von Rzeszow-Bario gegen Lancut-Dynow vorstoßcndc Armee die feindliche Sccresmacht und verfolgte sic bis an die San. Eine Pression ans Rumänien? Sosia, 12. Okt. Freitag früh lief die russische Schwarze Mcerflottc, aus 28 Einheiten bestehend, den rnmänischcn Hasen Baltschik an. Drei Torpcrdobootsserstörer drangen in den Hafen ein und dein Direktor der Zollwache imirde von einem russischen Offizier cin Brief an di« rumänische Regierung überreicht, der, wie man nniimnt, voni Admiral hcrstammt. Inzwischen zogen sich die drei Zerstörer in eine bestimmte Entfernung zurück und das ganze Gcschivader verteilte sich iu drei Gruppen. Ter erste Teil, aus 2 Panzerschisscn, 4 Torpedobooten, 2 Kreuzern und 4 Minenlegern bestehend, verschwand am Horizont. Der zweite Teil, aus 3 Einheiten bestehend, verblieb vor Baltschik in einer Entfernung von 5 Meilen. Der dritte Teil wandte sich Konstanza zu. Jedoch hält dieser Teil wahrscheinlich vor Mawarano. Zwischen diesen drei Teilen stehen vier kleinere Einheiten. Die Jagd auf die „Emden". Wie die Kölnische Volkszeitung aus russischer Quelle lnckdct, habe der englische Kreuzer Triumph und die japanischen Kreuzer Missin und Massuga in aller Eile Hongkong in der Richtung nach dem malaiischen Archipel verlassen, wo der deutsche Kreuzer Emden japanische Reisschiffe zcr- st ö r t hat. Bereinskalender. Wetzlar. Mittwoch, 9 Uhr Kartellsitzung. Der Vorstand wird gebeten, % Stunde früher zu einer wichtigen Beiprcckptng zu er- schciurik. Bekanntmachung. Am Mittwoch, den 14, Oktober 1914, nachmittags 3 Uhr werden im Städtischen Hospital, Scltcrsweg 11, eine Anzahl Möbel, Kleidungsstücke u. v, A. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Gießen, den 10. Oktober 1014. Ter Oberbvgcrmcister: lArmenvcrwaltung.j Keller. Svochtttmarktpreise in Gichcn am 10. Oklobcr 1914 Butter per Pfd. 1.10—1.20 Mk. Milch Liter 22 Pfg. Hühnereier Stück 9—10 Psg Gäniecier Slück — Big. Käse Stück 6—8 Psg Käsematle 2 Stück 5—0 Psg. Tauben per Paar 0.8U—1.20 Mk Hühner per Stück 1.20—1,80 Mk. Hähne per Stuck 1.50—2.r>0 MI. Gänse per Pfund 0.70—0 75 Psg. Enten per Stück 0.00-0.00 Mt Olhscnsicisch per Psd. 0.80—0.92-!üf. Kalbfleisch per Pfd. 70—75 Psg. Kuh- u.Nindll. per Pfd. 80—84 Psg. Schweinefleisch per Psd. 70—90 Psg. Hammelllcisch per Pfd. 70—90 Psg. Kartoffeln p. Ztr. 2.50 — 2.80 Mk. Kartoffeln 2 Pfd. 5—6 Psg. Zwiebeln per Pfund 5 —6 Psg. Blumenkohl per Slck. 15—30 Psg. Kohlrabi Stck 5-6 Psg. Weißkraut p. Haupl 8-12 Psg. Rotkraut p Haupt 15—29 Psg. Aepscl per Psnnd 10—15 Psg. Birnen Piund 8—12 Psg. Zwctschen Psd. 9—10 Pfg. Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Kießener Fleisch- und Brotpreise am 7. Oktober 1914 Schlachtviehpreise iit Franlfurt a. Pt. Fleischpreise in Gießen Ochsen ! 50 kg Schlachtgewicht 85—102 Mk. Kälber >/, „ . 102—113 Pf. Schweine | •/* - . 69—74 . '/- kg 86-96 Pfg. '/» „ 70—75 . 70-96 . Gclreidepreise itt Mannheim. Brotpreise in Gießen Weizen 100 kg 27.-- 27.50 Mk. Roggen . „ 23.-- 24.— „ Weißbrot 2 kg 68 Pfg Schwarzbrot 2 „ 60 „ Standesamt Gießen. Geborene. Scpt. 28. Ten, Schreiner Hans Wilhelm Wicdmeycr ein Sohn, Karl Hans Wilhelm. — 30. Dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Sicvcr cin Sohn, Kurt Willi. — Okt. 3. Dem Jngenieur-Be- triebschef Mathis Scharfer ein Sohn, Karl Heinz. — 4. Dem Tapezierer Friedrich Julius Bohling eine Tochter — Dem Heizer Heinrich Staubach eine Tochter, Johanna. Aufgebote. Oktober 2. Hans Heinzcr, Pianist, mit Gcitrubc Gasper, beide in Frankfurt a. M. — 5. Albert Heinrich Dangendorf, Lokomotivführer in Gieße», mit Pantine Blcilc in Burbach. — Hans Ludwig Friedrich Martin Hartlcben, Musiker, mit Anna Johanna Margarete Josephine Klara Luise Katharine Handloscr, beide in Gießen. Fritz Hugo Mendete. Postassistent in Leipzig-Möckern, mit Luise Karoline Balßer in Gieße». — 7. Heinrich Georg Peter Schellen» bcrg, Kellner, mit Anna Kliegl, beide in Mainz. Eheschließungen. Oktober 3. Karl Andreas Martin, Packer, mit Margareta Habermehl, beide in Gießen. — Christian Heinrich Wilhelm August Wcidig, Geschäftsreisender, mit Berta Emilie Elisabeth Andreas, beide in Gießen. Sterbesälle. Oktober 1. Konrad Jöckcl, Schuhmacher, 69 Jahre alt, Lichcr- straßc 100. — 2. Käthchcn Viehl, 5 Jahre alt, Wcidengaffe 7. — 3. Auguste Roese, 57 Jahre alt, Löbcrstraßc 15. — Louis Hauß, ohne Beruf, 78 Jahre alt. Frankfnrtcrstraße 1. — 5. Marie Paula Elisabeth Selbe,, 21 Jahre alt, Kaiser-Allee 58. — 8. Hart Heinrich Rausch, 2 Monate alt, Neustadt 55. Städtischer Arbeilsnachweir Gieße». Es können eingestellt werben: a) bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Schreiner, 1 Glaser. 1 Küfer, 2 Zimmerleute, 1 Bäcker, 1 Mctzgerbnrschc, 1 Schuhmacher, 1 Fuhrknecht, landwirtschaftliche Arbeiter; Zeitungsvcrkäufer. b> bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Nieter, 1 Müller, 2 Bäcker, 1 Schreiner, 1 Glaser, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte; Drainagearbeitcr, Erdarbeiter, Mineure, Maurer. Zimmcrlcutc, Bctonarbcitcr, Taglöhner. Lehrlinge / 1 Schuhmacherlchrling. Es juchen Arbeit: 1 Schmied, 8 Schlaffer, 2 Spengler, 2 Mechaniker, 5 Pflasterer und Tapezierer, 6 Schreiner. 1 Glaser, 2 Schuhmacher, 8 Wciß- binder und Lackierer. 1 Stukkateur, 1 Heizer, 0 Kauflciitc, Schreiber, landwirtschaftliche Arbeiter und Kncchlc, Erdarbeiter, Taglöhncr, Kellner, Hausburschen. Putz-. Wasch- und Lauffraucn; Mädchen zur Erlernung der Haushaltung. Lehrlinge: 1 Schlofferlehrling. Bekannlmirchnna Am Mittwoch, den 14. Oktober d. Js., werben im Städtischen Hospital, Selterswcg 11, eine Anzahl Möbel, Kleidungsstücke, Taschenuhren und sonstige Schmuckstücke öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Gießen, den 8. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister sArmenverwaltungs. _ Ke ller. __ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Osfenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Osfenbach a. M. MDG v tanni-ferein dielen und Ingen. E. Q). m. b. H. Zonntag, den 18. Oktober 191-1, nachmittags 3 Uhr, Generalversammlung im Saale des Gewerkichafishauses, Schanzeustraße 16. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Beschlußfassung über die Verteilung der Erübrigung. 3. Ec> änzungswahl des Aussichlsrates und Wahl von 3 Stellvertretern. 4. Anträge. Der Attfsichtsrat. pr. $i)fi|r- 11116 Snlntinirtoffrlii empfiehlt zu billigstem Tagespreis. I. Hantel 91encnbäuc 7. Telephon 126. Wasserdichte Mlltßkll