I Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcssen und der Nachbargcbiete. t« Cberbclftidit Volks,eitun, erlchcuU leben Werktag ödend in Redaktt»n und Srvedtttoii ießen Der öbonnementevreiS beträgt wöchentlich 15 Pjg, monatlstb Dleften, Babnbosstrasie 23. Cr cf c Löwen aasie. i Ptg. crntchl, Bruigerlobn Durch die Post bezogen viertcliabrl-I^OMt relcvdon 2008. «i. 23« Gicßcii, Moutllg, Den 12. Oktober 1914 3nferotf fofitn die 6 mal oelpalt Jlolonelacile oder deren Utaum 15 Bla- Bei «roheren Aufträgen Rae alt Anzeigen wolle man bi» abcnMTKir für die folgende Nummer in der Expedition ausgedri» 9. Iolirgang Krieg und Kredit. Di« möglichen Rückwirkungen eine-Z Krieges auf die Vollöl I rtschait haben die Natioiralökonamen schon vor dem Ausbruch | rfts Weltkrieges lebhaft beschäftigt. Man war sich schon lauge I ir darüber, das, alle geschichtlichen Beispiel« versagen, das, bei I m heutigen Stande unseres Wirtschaftslebens die Störungen I ober und tiefer sein müssen als bei dem lebten groben Kriege I >i dem europäischen Festland«, dem Dculsch-Französischen Kriege l-o. Unberechenbar und nirift vorhcrzusel>en war vor allem, welchen liörungen die modernen Fiihustrieslaalen unterliegen werden. I:ine Agrarstaaten leiden — so ivcit nicht der Kriegssckfauplatz I icht, auf dem die landwirtschaftlich)« Bevölkerung allerdings am I wersten getrossen wird — ersahrungsgemäb weniger als Fndu- I icstaaten. Ter Boden bleibt, die Banlichkcilcn außerhalb des »chlachtfcldeS bleiben siel)«», die Ernte reift und für sie erzielt der > lNdwirt höhere Preise. 3« rückständiger das Land, um so leichter I ersteht cs den Krieg: wo wenig Werte sind, werden wenig zer- lirt. Das ist der Grund, warum man die volkswirtschaftlichen ischeinungen der Balkankricg« für den jetzigen Krieg nicht als aßstab nehmen kann. AnS dem gleichen Grunde sind unter den reiverl>andöstaaten Rußland und Frankreich ein sehr ungleiches cspann: Frankreich verliert, selbst ivenn cS siegte, wahrscheinlich ehr als Nubland, wenn es besiegt wird. Die Zerstörung einer ladt mit dreibigtauiend Einwohnern in Frankreich oder in Ruß- nb macht gewiß «inen Unterschied von zehn zu eins, Das gilt cht mir für die materiellen Guter, sondern noch mehr für die enschenverluste. Es ist nicht bas gleiche, ob ein« Muschikfamilic n acht Köpfen zwei ungelernte Söhne oder die Familie eines anzöstichen Goldarbciters ihre zwei technisch vorzüglich geschulten ohne, sagen wir Buchdrucker, Graveure oder dergleichen, verliert, ationalökmiomisch und volklich ist der Schoden in Frankreich im crgleich zu Rubland gewih vielmal höher zu werten. Noch verwickelter wird dieses Bild dadurch, dah der Fndustrie- iat nicht aus dem Boden der reinen Geld-wirtschaft, sondern aus m der K r e d i t w i r t s ch a s t steht. Fast alle Erwerbswirt- fasten und Haushaltungen sind in ihm miteinander durch ein chtes Netz von Forderungen und Schulden verbunden, ein Netz, ;i dem «in Faden am anderen hängt und nur einer zu reihen raucht, um unter Umständen das ganze Netz zum Zerreißen zu ringen. Ter Kredit ermöglicht eine Ansdchnuna der Geschäfte ui das Anderthalbfache oder Doppelte ihres sonstigen Umfanges, las Krcditinstem lxtt sich als der stärkste Hebel zum Aufschwung er Fndustric- und Handelsstaaten erwiesen, es hat selbst ein« lamienswerte Entsaltung genommen, eine wundervolle, höclfst vernickelte Organisation von Kreditanstalten und Kreditgeschäften aus- ubaui und beherrscht die Staaten umsomehr, je reicher und riihri- ier sie sind N. ®'t große Unbekannte iüt den Fall eines künftigen Welt- rieges war also bisl»er besten Einwirkung aus das Kreditinstem, tcr Stieq bringt zunächst allen Verkehr, alles Geschäft zum -locken und crschiittcrt das Vertrauen, da-s die Seele des Kredits st. Kanu eine ans Kredit aufgebaute Volkswirtschaft überhaupt >‘ )nc Zusammenbruch einen Krieg überdauern? Das war die weorctsich« mig praktische Frage, die dieser Weltkrieg bcaittworten rnrd Das Aasgcsuhrte erklärt uns zum Teil, ivarum gerade Eng- midS und nach ihr Frankreichs Volkswirtschaft so übermäßig cr- chntlert stnd, weit ichwcrcr ais icn« Rußlands sVvlkswiriichait ind «laatshgushglt sind dabei wohl zu unterscheiden.) Rack diesem ocstchtsvmikte aber mußte Deutschland, das beute iveit indu- triellcr als Frankreich ist, die Störung des Krieges schwerer ragen als Frankreich Aber zu den großen ilcberraschnngen, die Weltkrise gebracht hat, gekört die st a u n « n s >v c r l c I d c r !l a n d s k r a ! t der deutschen Bolkswirtschast. Während - ng land und Frankreich StundiiiigSgcsrtzc (Moratorienl nötig >atten, braucht« das Deutsche Reich ein« solche NolauSkunst gar ilcht! Ter Grund daiür liegt ciuerseits in der durch viele Gene- atione» ancrzogenen wirtschaftlichen Tolidariiät der Deutschen, ie sich im kleinen wie im großen iast in jedem Fmnilicnhaushalt isciibarl. Das Volk der Dichter und Denker ist schon lange »ebener auch zuin Volke der klugen Ziechner und vromvtcn Zahler geworden. Andererseits erklärt diese Solidität, die ja im großen und anzen auch der Engländer bcsttzl, nicht alles! Deutschland hat oic kein Staat der Welt verstanden, daß man zum Kriege nicht loß durch Festungsboulen und Kanonenerzeugung, sondern auch ' o l k s w i r t s ch a s t l s ch r ü st c n müsse. Wie man setzt hört, Hai s dir Städte die von Verkclirsbeichränkungen bedroht waren, noch echtzeitig mit Kohlen Vorräten ausgerüstet. Das ist nur c i n rnmvlom, aber sehr bezeichnend, lind !o hat das Dcutich« Reich, bgcieben von seiner vorbancnden Bankvolilik, auch bei Kriegsaus- >ruch für die Auirechtcrhaltring des Kredilknstems vorgeiorgi. in- «s Kriegsdarichenskastcn und Kriegshillsbanken sofort ins -eben ries Diese Fnstitntc sprangen alsogleich ein, wo die Stockung fi 1 Zvblunaen die Fortsiilnmng des Betriebes bedrohte. Fn ersten !^vu eine Vicrtelmilliaidc Mark Darlehen gewährt, setzt biirfte_ bie schon ein Vielfaches dieser ersten Hilf« onsmochen. ->nd „Z. erste Schrecken und die anianglich« Stockung ani dieie Wciic ,-n"""^uden und das Eriverbsleben in Ekang erhalten, io kehrt das von selbst zurück und di« normaien Krcdinniltel reichen Diese und manche andere Vorsorge erklären, warum eines Stnndungsgesetzcs nicht bcduntc. ES :ras nur um) di« ein« Maßregeln, daß der geklagte Schuldner, der nachivtist, , " Er nnverfchuldet durch den Krieg zahl ungsun fähig geworden ist. mrch nchterssches Stundungsurtcil vor dem Zusammenbruch t-imal des Krieges, bis Ende August, hatten die Darlehenskassen icschutzt wird, Fn jedem einzelnen Falle spricht also der Richter >rm Schuldner einen erstreckten Zahlungstermin zu, kann dab«, iuk di« näheren Umstände Rücksicht nehmen und foivohl in bezug a 9 den Gläubiger wie auf den Schuldner individualistercn, Län- »er ohne -feie gesetzlichen Vorsorgen bedurften, irm ein« verhängnisvolle Störung ihres Kredilwesens zu vermeiden, sofortiger Ttiindmigsvorschrislen, Dies« Vorschriften hemmen jedoch selbst wieder den Kredit und unterbinden di« frei« Geldzirlulation, müssen also schrittweise und tunlichst bald einer organischen Abhilfe iveichen. Antwerpens Fall. Die stolze Handelsstadt an der Schelde, eine der stärksten Fcst- nngc» der Welt, ist gesntten. Es war wahrlich nicht Uebcrmut und nicht die Hilft, den Sieg über ein kleines Hand bis aus den lcßtcn Dropse» auszukosten, was die deutsche Bclagcriingsarmee vor die Tore Antwerpens führte, es war harte militärische Notwendigkeit, Mit der Lösung dieser Ausgabe gewinnt das deutsche Heer neue Kraft füt die noch schweren Ausgaben, die ihm im Westen bcvor- slchcn. Darum wird jeder, der e!»c rasche Beendigung des Krieges durch den Sieg der deutschen Wassc» wünscht, die Nachricht voni Fall Antwerpens mit Genugtuung anfncljmcn, und er wird im Interesse der Menschlichkeit wünschen müssten, daß nun auch der letzte Verzweislungskamps rasch beendigt wird. Aber cs würde sich einem großen Volk, wie dem deutschen, nicht gezieme», nach der cnd- giltigcn Niedcrringiing des kleinsten seiner Gegner in überlaute Triumph gcsängc auszubrcchcn. Der Krieg stellt uns alle vor ungewohnte Ausgaben, und auch das Siegen will gelernt sein, nicht nur von den Soldaten draußen, sonder» auch von der Zivilbevölkeruiig. Von den Soldaten fordert cs höchste Anstrengniig, die für den Erfolg der Sache auch das Allerletzte drangibt, von der Zivilbevölkerung sordert cs politisches Verständnis und ein erhebliches Maß von Takt und Würde. Vom VolkSganzcn verlangt es gradlinige Entschlosienheit, die ihr Ziel verfolgt, ohne zwischen StimmiingSertremcn hin und herzu- schwankcn. WaS immer das Schicksal Belgiens in der Zukunft sein mag, so muß man doch den Wunsch hegen, das; die Belgier die Gründe des dcullchen Vorgehens später einmal verstehen lernen. Die Belgier soUcn auch nicht glauben, daß das deutlchc Volk von uiiaus- löschlichcm Haß gegen sic erfüllt sei. Ist Belgien besiegt, steht es den notwendigen militärischen Operationen nicht mehr im Wege, dann hat kein Deutscher, welcher Ansicht er auch sonst huldigen möge, einen Grund, die Belgier zu hassen oder sic mit Unheil zu bedrohe». Deutschland führt de» Krieg gegen Belgien nicht des Krieges und auch nicht Belgiens wegen, sondern weil dieses kleine Land in- solgc seiner unglücklichen geographischen Lage in den Weltkrieg mit hincingezogen wurde, und weil cs. vor die orrhängnisvollc Wahl gestellt, zwischen den beiden Parteien zu entscheiden, aus die Seite der Gegner getreten ist. Selber Nein und schwach, wurde cs der Bundesgenosse von Großen und Starken. Aber in dem Augenblick, in dem diese Bilndesgeiioffenschast aushört, dem Deutschen Reiche gefährlich zu kein, gibt cs für das große deutsche Volk dem kleinen Lande gegenüber keinen Grund mehr zu Kamps und Haß. Ter Fall Antwerpens ist ein Schritt ans dem Weg zum Frieden, der für das Deutsche Reich der allein mögliche ist. aus dcni Weg des Sieges. Aber der kleine Thron des Königs Albert, über den sich das deutsche Heer krachend und splitternd Bahn gebrochen ha«, war nicht der Sitz des kiirovällchen Ucbels. Belgien ist nicht Rußland, und Alber! ist nicht Nikolaus! Bon der westlichen Schlachtliuie. Bis zur Nordseeküste. Bei Oudcnarde wurde ein nochmaliger Versuch belgischer Truppen, zum sranzösischcn Heer durchzubrechcn, zurückge- illicsc». Tic Kavallerie der Deutschen und der Verbündeten haben die Front bis zur Nordsccküste wcitcrcntwickclt. Tie Situation in« Lichte des An lands. Kristiania, 9. Okt (Y\°. B. Nichtamtlich.) In einer Betrachtung der Lage auf dem ivestlichen Kriegsschauplatz führ; der militärische Mitarbeiter des Blattes Astenposten, ein Generalsiabsoffizier. aus: Wenn Antwerpen fällt, werden nickst allein 200 090 Deutsche für Nordsrankreich frei, sondern auch bedeutende Massen schwerster Artillerie, was alles zu- lammen die Entscheidung bringen must. Ter Umstand, Satz die Verbündeten auch Verstärkungen von Indien erhalten haben, ist nicht besonders schwerwiegend, weil ihre Zahl noch nicht groß sein kann. Falls es richtig ist, daß die>'e Hindus sind, ist es zweifelhaft, ob sie gleichwertig mit den deutschen Soldaten sind. Daß Joffres Armee aus Franzosen, Engländern, Negern und Hindus zusammengesetzt ist, ist ein Tchwä chemo ment gegenüb. i der deutschen, auf gleichartiger Kraft ausgebauten Armee. Falls nian sagen darf, daß die Wagschale des Sieges sich nach einer Seite neige, so ist es die deutsche Seite. Mailand, 9, Lkt. (Ctr. Frkst.) Generalstabshauptmann Aldo Eabiati erklärt in der Persevernnza, daß der f r a n - ; ö s i s ch e Versuch, den deutschen rechten Flügel zu u m - f a s se n, mit dem Auftauchen eines neuen deutschen Heeres bei Lille endgültig gescheitert sei. Nachdem es den Verbündeten trotz bedeutender Uebermacht, ja vielleicht doppelter numerischer Ueberlegenheit nicht gelungen sei, die deutschen Linien zu durchbrechen, werde ein solcher Versuch künftig noch aussichtsloser sein, da die Deutschen nach dem Fall Antwerpens neue Kräfte sreibekommen werden, während Frankreich schon seine letzten Reserven in der Schlachtfront stehen habe. Sie^esnachrichten ans dem Osten. Abzug der Russen von Przemysl. WTB. Wien, 9. Oktober. Amtlich wird unterm 9. Oktober gemeldet: Unser Vorrückcn zwang die Russen in ihren vergeblichen Anstrengungen gegen Przemysl, die in der Nacht ans den S. Oktober ihren Höhepunkt erreichten und den Stürmevdcii ungcheurc Opfer kosteten, nachzulasscn. Gestern vormittag wurde das Artillericseucr gegen die Festung schwächer. Der Angreifer begann, Teile seiner Kräfte z n r Ü ck z n n c h m c n. Bei Lnnrut stellte sich nnscrn vordringenden Kolonnen ein starker Feind ,zum Kampfe, der noch andanert. Aus Rozewadvw sind die Russen bereits vertrieben. Auch in den Karpathen steht cs gut. Ter Rückzug der Russe» aus dem Marmaroser Komitat artet in Flucht ans. Bei Bocskc wurde eine starke Kosafcnabtcilung zersprengt. In diesen Käiupsk» zeichnete sich auch das Ukrainische Freiwilligrnkorpe aus. Das eigene Vorrückcn über de» Bcckid und über den Vcrcckc-Pnst ist im Vorschreiten gegen Slawsko und Tucholka. Ter am Uzsokcr-Paß geworfene Feind wird über Turka wcitergedrängt. Ter stellvertretende Chef des Generalstabs v. H ö f e r, Generalmajor. Russische Verluste. (W. B. Nichtamtlich.) Die B. Z, am Mittag meldet aus Wien: In der amtlichen Ausgabe der Petersburger Tele- graphen-Agentur werden die großen V e r l u st e der Russen in der L e m b e r g e r Schlacht zugegeben. Es gab dabei so große Massen von russischen Verwundeten, daß alle öffentlichen Gebäude zu ihrer Aufnahme nicht genügten. Sehr viele Kanonen blieben, wie es weiter in dem Bericht heißt, in den Sümpfen stecken und fielen so in österreichische Hände. Kristiania, 9. Okt, (W. B. Nichtamtlich,) Der militärische Mitarbeiter des Dagblad schreibt über die Lage im Osten: Der Umstand, daß die Deutschen und Oesterreicher beoentend mehr Bahnen als die Russen im Rücken zur Verfügung haben, um die Truppen von einem Ort zum anderen zu bringen, trägt den Keim der Niederlage für die Russen in sich. Erstattung von Kriegsschäden. Berlin, 9. Oft sCtr. Bin.) Tic Mitteilung ans dem Großen Hauptquartier von gestern Abend, daß «ine russisch« Kolonne di« ostprcnßischc Grenzstadt Lqck erreicht hat, wird in den Blättern als ein Siiniptom dafür angesehen, daß russische Kräfte, die zunächst lidcrseqen sind, van neuen argen Ostpreußen vergehen. Mit dieser Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit ist in militärischen Kreise» schon seit längerer Zeit gerechnet worden. Es ist das. Schicksal einer durch natürliche Grenzen nicht verteidigten Provinz wie Ostpreußen, daß stc der Gefahr ieindlichcr Einiällc bis zu einem gewissen Grad« preisgegeben ist. Fn den Abendblättern wird mit dem Ausdruck des Bedauerns darüber, daß unsere oswreutziichen Landsleute neuen Sorgen und Schädigungen ausgesetzt sein werden, der Trost verbunden. daß die Invasion wieder nicht lang« dauern wird, und daß Reich und Staat die heimgesuchte Provinz nach allen Aräskeu entschädigen werden. Die Frage, ob die Einzelstaaten, wie also Preußen, für die Kriegsfchädcn einzelner Landesteile ansznkommen haben, ist im Kricgsleistungegefttz von 1873 geregelt. In § 35 dieses Gesetzes findet sich folgende Bestimmung: Für Leistungen, durch welche einzeln« Bezirke. Gemeinden oder Personen außergewöhnlich belastet werden, sowie für alle durch den Krieg verursachten Beschädigungen an beweglichem und unbeweglichem Eigentum, welck>e noch den Vorschriften dieses Gesetzes nicht oder nicht hinreichend ent. fck>ädigt werden, wird der llmsang nud di« Höh« der etwa zu ge- niährendcn Entschädigung und das Vcriahren bei Fcststcllnng der- selben durch jedesmaliges Spczialgesetz des Reiches destimnit. Ter Zweck dieser Bestimmung ist, da-s Reich nicht in Kricgszcitcn, wo außerordentliche Anspriiä)« an sein« Finanzen gestellt weiden, auch noch mit der Erstattung der Krtegsschäden zu belasten. Es ist also zunächst Sache der Landrsregierungen, hier Hilfe zu gewähren. Ter Umstand aber, daß der Erlab eines Tpeziolgcsetzetz sür die Entschädigungen im Kriegsleisinngsgeseb vorgesehen ist, deutet daraus hin daß das Reich nach einem siegreich beendeten Krieg« gnindsätz- lich die Kosten der Entsckxidigung für Kriege-ichäden übernehmeo soll, sFranks. Ztg,) Das Schicksal der deutschen Kolonien. London, 9. Okt, (W. B.) Dem deutschen Standpunkt, daß sich das Schicksal der deutschen Kolonien auf Europas Schlachtfeldern entscheide, schließt sich auch die Morninz Post an, indem sie schreibt: Alle Veränderungen in den Kolonien hängen von dem Kriege in Europa zu Lande und zilr See ab. Tie Verbündeten beherrschen das Meer und können alle deutschen Kolonien besetzen, aber der dauernde Besitz dieser Kolonien hängt von dem Tieg der Verbündeten zu Lande in Europa ab, denn ohne einen solchen kann Deutschland nicht gezwungen werden, die Friedensbedingungen der Verbündeten anzunchmcn. Das Schicksal der Kolonien kann nicht als entschieden angesehen werden, bevor die englische Flotte die deutsche Schlachtflottc besiegt hat. Gärung in Aegypten. Aus der Durchreise in Basel erzählten ausgcwiescnc Deutsche, wie die Basler Nachrichten berichten, allerlei über die Lage in Aegypten. In der Bevölkerung, besonders unter den eingeborenen Truppen, herrscht eine sehr große Erregung gegen die britische Herrschaft. Die ägyptischen Offiziere wurden gefragt, ob man sich im Falle eines Krieges gegen die Türkei auf sie verlassen könne: als sie erklärten, niemals gegen das Kalifat kämpfen zu wollen, versetzte man sie strafweise in den Sudan. In Kairo mußte eine Meuterei der eingeborenen Truppen niedergeschlagen werden. Durch 40 000 Inder, die zur Stütze der englischen Wehrmacht landeten, wurde die Pest cingcschleppt. Am Tage, wo die Deutschen abreisten, waren in Kairo 48 Todesfälle zu verzeichnen. Sowohl in Palästina wie in Aegypten ist das Volk für die Deutschen begeistert. In den Moscheen wird täglich für den Deutschen Kaiser, Hadschi Mohamcd Raljun, gebetet (Raljun bedeutet Wilhelm, Hadschi heißt Pilger, da der Kaiser auf seiner Palästinarcisc Jerusalem besuchtes, lieber das Vorgehen der Negierung führen die Deutschen bittere Klage. Tausende von Postsäckcn aus Deutschland wurden vernichtet. Geldsendungen und eingeschriebene Briese zurückgehaltcn. Die Ausweisung traf die Deutschen Knall und Fall: beim Vcrlaffcn des ägyptischen Bodens mrirdcn sic einer äußerst scharfen Leibesvisitation unterzogen, bei der auch das Ausziehen von Schuhen nicht fehlte. — In Monza ist ein italienischer Ingenieur aus Kairo eingctrofsen, der die Wahrnehmung gemacht hat, daß England mit einem türkischen Angriffskrieg gegen Aegypten rechnet und ganz außerordentlich starke Vorkehrungen getroffen hat. Die Behandlun-k deutscher Gefangener in Belgien. Der Nieuwe Rotterdamsche Courant veröffentlicht eine Sammlung mit Namen gezeichneter Zuschriften gefangener deutscher Soldaten in Belgien, darunter mehrere Offiziere. Alle drücken ihre große Genugtuung über die ausgezeich- nete Pflege und Behandlung aus, die ihnen in Belgien zu teil geworden ist. Frau Vandervclde, die Gattin des s o z i a I i st i s ch e n S t a a t s m i n i st c r s , die mit ihren, Mann die deutschen Verwundeten besucht hat, um sich über ihre gute Pflege zu überzeugen, hat ihnen zahlreiche Bücher und auch Spielkarten zugesandt. Die skandinavischen Karteien und der Krie \ Im Gegensatz« zu der Haltung der Paricipresie verschiedener anderer neutralen Länder kann gesagt werden, daß im allgemeinen die dänische und norivegische Parteipresse sich in bezug auf die zivischen den Parieiorganisolion:,, der kriegsführenden Länder entstandenen Zwistigkeiten möglichst neutral verhalten. Sozialdemokraten in Kopenhagen ebenso wie das gleichnamige Parteiorgan r« Ehristiania beichränken sich darans. schlechthin die von den verschiedenen Seiten hcrrührenden Kundgebungen und Proieste wicder- zngebcn. Während das Kopenhagener Blatt überhaupt keine Kominentare hinzpfügt, begnügt sich das norwegisch« Hanpiorgan damit, einige kurze, am die Mitteilung von Tatsachen sich beschränkende Bemerkungen anzuhäugen. Umsomehr beschäftigt man sich, besonders in Dänemark. mit der Stellungnahme der eigenen Partei. Von verschiedenen Seiten wird in der dänischen Provinzpresse an der Parteileitung herbe Kritik geübt, weil die Abgeordneten der Partei beim Kriegsausbruch im Reichstag« für die Bewilligung der bei den kleinen Verhältnissen des Landes recht bedeutenden Summe von 10 Millionen Kronen gestimmt haben, die von der Regierung als außerordentliche Miliiärmisgabcn bezw. für die zur Ausrechtc rha I tung der Neutralität vorgenommonen teiliveisen Mobilisscrung verlangt worden waren. Sonst aber scheint die Stimmung in Pariükreisen der Parteileitung recht zu geben. Der Parteivorsstzcn.de Slaimmg wird ivohl der allgemeinen Meinung den richtigen Ausdruck verliehen haben, als er in einer Versammlung von zirka 1000 Vertrauensleuten der Gewerkschaften und der Partcivcrcine Kopenhagens und der Vorstädte die Ansicht der Parteileitung wie folgt zusammensaßi« : „. . . Wir haben den Militarismus, dessen Gegner wir sind, nicht gntgeheißcn, wir haben uns aber nach den nun einmal gellenden Gesetzen gerichtet und dahin gestrebt, die für unser Volk »nd für unser Land minst-gsie Stellung »uicr dielen schwierigen Verhältnissen zu bewahren." Aebnlich liegen die Verhältnisse kn Norwegen. Dagegen hat sich in der schwedischen Parteiprcssc von Anbeginn des Krieges an ein« ansgesprochen« deutschseindliche Stimmung., die gelegentlich der 5 Miliiarden-Bewilligung auf die deutsche sorialdcmokraiil'chc Partei übertragen wurde, bemerkbar gemacht. Ein Artikel des Abg. Südekum in dem schwedischen Zeniralorgan Sozialdemokraten in Stockholm, in dem die Stellungnahme der deutschen Partei erklärt wurde, fand keine besonders gMe Ausnahme. Die von der Redaktion angehängten Bemerkungen kvarrn dem Standpunkt« der deui- sckien Partei clzrr ungünstig. Solche kriiischen ÄKmerkungen baden sich seitdem, wenn auch später in etwas abgeschwächter Form, mehrmals wiederholt. Ihre Meinung wird jedoch nicht überall geteilt. So hat neuerdings Ny Tid, das Parteiorgan in der zweitgrößten Stadt Schwedens, Gothenburg, einen Artikel gebracht, der sich sehr scharf gegen die genannten Ausführungen des Sozialdemokraten wendet. Es wird u a. gesagt, man dürfe solche bitteren Borwürse nicht gegen die deutsche Partei richten, dieselbe Partei, die früher der schwedischen Arbeiterschaft tatkräftig und hilfsbereit zur Seite stand, und zwar un>t«r schwierigen Verhältnissen, während sich die Arbeiterschaft anderer Länder mit — Resolutionen begnügte. Ansru, der rumänischen Sozialdemokratie. Tie sozialdemokratische Parteileitung Rumäniens hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem cs heißt: Wir sind ver- pflichtet, die Aufmerksamkeit auf die Gefahr zu lenken, welche für unser ganzes Land in der russischen Propaganda liegt. Die sogenannten „unabhängigen" Organisationen treiben eine schamlose Propaganda, um neben den Spionen des Zarismus eine russophile Stimmung zu erzeugen und unter den> Vorwand, daß sie für Frankreich und für die französische Demokratie und Zivilisation seien. Wir haben Grund, zu behaupten, daß diese Propaganda nur unser Verhängnis sein kann. Sie führt uns direkt zum Kriege. Wir lenken die Aufmerksamkeit der arbeitenden Klassen des ganzen Volkes auf diese unglaubliche systematische Kampagne. Ein Zu- iammengehen mit dem Zaren bedeutet die Absetzung der Demokratie, Unterdrückung der Volkssreihcit und die Reaktion. Wir müssen uns gegen diese Strömung, gegen den Rubel, der rollt, wenden. Das rumänische Volk muß wissen, daß die russiiche Gefahr immer die größte war und ist. Tie Sozialisten Portugals. Der Reichspost wird aus Mailand gedrahtet: „Wie die hiesigen Blätter aus Mailand über Lissabon melden, haben die radikalen Sozialisten der portugiesischen Cortes eine gemeinsame Kundmachung erlassen. Das Manifest fordert „in letzter Stunde" zu strengster Neutralität Portugals im eng- tischen Krieg ans und richtet sich sonach gegen die Forderung des Dreiverbandes, daß Portugal seine Truppen Frankreich zu Hilfe sende. Dcntschfrenndliche Stimmung in Australien. Der stenographische Bericht über die Sitzungen des Parlaments von Neuilldwalcs in den ersten Augusttagen enthält eine Kundgebung, die für die Stimmung der bevölkertsten Kolonie des australischen Staatenbundes bezeichnend ist (Parliamentary Debates, Scond Session 1914, S. 588). Ein Mitglied äußerte am 5. August den Wunsch, der Premierminister möchte der Bevölkerung empfehlen, sich icdcr unnötigen Herausforderung der vielen tausend naturalisierten Deutschen zu enthalten. Der Führer der Opposition, Mr. Wade, fügte diesem Wunsch den weiteren hinzu, es möchte auch gegen die nicht eingebürgerten Deutschen Duldung geübt werden. Der Premiermini st er, Mr. H o l m a n. antwortete folgendermaßen: „Ich bin für die Anfragen dankbar. denn sie geben mir Gelegenheit, mich über diesen Gegen- stand zu äußern. Ich glaube, den Gefühlen des ganzen Ge- memwcsens — sicherlich denjenigen dieses Hauses — Ausdruck zu verleihen, wenn ich sage, daß der Abbruch der freundlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen den Gefühlen, welche Australien als ein Ganzes gegenüber den in unserer Mitte weilenden Deutschen empfindet, keinen Abbruch getan hat. Ich brauche nichts beizufügen. Ich hoffe, daß während der schweren Zeit diese unsere Wohngenossen erfahren werden, was australische Gastfrenndschast heißt." (Franks. Ztg.) Karin Michaelis als Afteunvi«, Deutschlands. Wie», 0. Okt (33. B. Nichtamtlich.) Die dänische Schriftstellerin Karin Michaelis bat der Zeit ein Schreiben Übersandt, in dem sic den den Dänen ciiigein.pficn, in jüngeren Generationen „roß,gezogene» Dcutlchcnbaß verurteilt und hcrvorhcbi, wie Deutschland und Oesterreich die Schätze, die das kleine Dänemark an Kunst und Literatur besitzt stets gewürdigt haben und schätzen, und wie Deutschland die Dänen stets mit ofsenen 3lrmen ausgenommen habe. Sic erklärt, daß sie jahrelang auf wiederholten langen Reisen nach Deutschland und Oesterreich niemals auch nnr dem geringsten Zug begegnet sei der daraus gedeutet habe, daß in der deutschen Nation die Elemente des Barbarentums vorhanden seien. Im Gegenteil, es gebe keine Nation der Erde, die im Grunde k, sanft und gefühlvoll wie die deutsche sei. Ich wollte, schließt Karin Michaelis, die Zeilen möchten zu allen gelangen, denen sie etwas zu sagen haben, als treuer Gruß einer, die, so lange die deutsche Nation eine Barbarennation geschimpft wird, es als eine Ehre be. trachten würde, diesen Schimpfnamen zu tragen. Giuc türkische Abweisung Nutzlauds. Wien, 9. Okt. (Ctr. Bln.) Der russische Botschafter tu Konstantinopcl hat die Absetzung eines in einem Stambuler Dheater mit großem Erfolg anfgeführten Stückes vom Spieß plan verlangt, weil das Stück Rußland herabsctze. Seing Forderung wurde nicht erfüllt. Der Liigc«scldi>«a «nkerer Gegner. Dem Berl. Lolaianz. wirb geschrieben: „Dieser Tage wurde I eine Anzahl hier lebender Brasilianer, die hiesigen größere» ind,- i stricllen Firmen als Beamte angehörcn, zum bräfilanische» Oie-; > sandten in Berlin zitiert. Er empfing sie mit den bemerkenz-i, werten Worten: „Meine Herren, ich habe Ihnen mftzuteilcn, dH Sie tot sind." Auf die begreiflicherweise etwas erstaunte Gegen, frage fügte der Gesandte hinzu, daß nach dem ihn gewordenen Berichten brasilianische Blätter die Nachricht gebracht hätten, es seien in Berlin dreißig dort lebende Brasilianer erschossen worden , Irgendwelche Gründe für dieses summarische Verfahren gegen B» wahner eines neutralen Staates scheinen nicht angegeben morde, zu sein. Natürlich forderte der Gesandte seine Landsleute auf, aus schnellstem Wege nach Brasilien die Kunde zu senden, daß sie nsch, nur leben, sondern auch, wie es sich von selbst versteht, in vollste, Sicherheit und Freiheit ihrer Beschäftigung nachgehen." Ter Rcichsctat für 1915. Wie die Berl. Politischen Nachrichten mitteilcn, wird! dem Reichstag, schon um den verfassungsmäßigen Vorschris- ten zu genügen, rechtzeitig ein Etat für 1915 vorgelegt wer. den. Tie Korrespondenz sagt darüber: „Ter künftige Etat bann naturgemäß einen Anspruch ans Richtigkeit nicht erheben, da gegenwärtig die Dauer des Krieger nicht abzusehe» ist upd tnsoigedcssen über den Wiedereintritt normaler Verhältnisse ni Einnahmen und 3lnsgab«n keiner!« Vermutung möglich ist. Man wird sich daher daraus beschrän- keu, bei bm Ausgaben im wesentlichen dieselben Eiaisposien wieder cinzustelleii, die der lebte Etat enthielt. unter Veracht aus alle Neuforderuugen. Bei den Einnahmen, ans deren Gestaltung die Kriegsdauer von ent scheid« indem Enisluß ist, kann nian mangels jeglichen Vvranschlag:s nnr die Sätze des vorigen Etats einstellen. Der Etat bietet mithin tm ivejcnt sichen nur di« gesetzliche Grundlage für spätere Nachtragsetots, deren Ausgabe cs sein wird, der aus der Entwicklung der Ding« ans den Kriegs- schanplätzcn sich ergebenden Lage Rechnung zu tragen. lieber den Zeitpunkt der Einbringung des Etats im Reichstag sind endgültig« Entschließungen noch nickst gefaßt: cs ist möglich, daß er erst nach Neujahr zur Vorlage gelangt." Ter Reichstag ist bis zum 24. November vertagt; man rechnet aber damit, daß er erst im Dezember zu einigen Sitzungen zusammentretcn wird. Unsichere Grenzen. Während die Russen sich auf ungarischem Boden aufge- halten haben, soll den Kosaken verboten gewesen sein, zu plündern. Aus diese Art wollten die Russen die Sympathien der rumänischen und ruthcnischen Bevölkerung gewinnen, aber cs wird gemeldet, daß diese sich in ihrem Patriotismus nicht wankend machen ließ, sondern bemüht war, die östcr- rcichisch-nngarischcn Truppen durch Rauch- und Jcuersignale zu unterstützen. Die Nachricht wird durch Wolfss Tclegraphenburcan verbreitet und wir dürfen sie demnach als zutreffend arischen. Sie ist nicht ohne Interesse, weil hier die Zivilbevölkerung, , die die Truppen in ihren Operationen unterstützte, ein Lob i wegen ihrer patriotischen Haltung erhält. Nun ist das t Signalgebcn sicherlich nicht mit der unmittelbaren Beteiligung I am Kampfe mit den Massen in der Hand auf eine Stufe I zu stellen. Immerhin aber treten Privatpersonen, die so in W oie militärischen Operationen cingreifen, aus der Reserve I' heraus, die nach dem Völkerrecht für die Nichtkombattanten ! vorgeschrieben ist, und wer sich über die Feuersignale der ' Ruthenen freut, muß am Ende auch ein gewisses mensch- 1 liches Verständnis dafür haben, wenn Belgier und j Franzosen noch einen Schritt weiter gehen und sich für berechtigt, ja geradezu für verpflichtet halten, ihr Vaterland l mit der Flinte zu verteidigen. Man verstehe uns nicht falsch: !> Wir sind weit davon entfernt, den Franktireurs das Wort zu > P f)0 den ßi * jjäln, Hi s iW' Di« des Krie sonders i Aussig- d in Kurls zweimal zeitungen Arbeiierk die Eier besondere Blötteru beibcbultl die Massl hindert. Teri der heilig blutigen! und anbei Mission de kide ohne andere J> nicht »er» der Mense iaMiebe dere stets das Solf Knnsch no christlichen sie auch ge Haffes gel eingebe. Sdad Lftsarab Juden c Kurs R, driiiklichsl Der Tie i ttfooniett; lungichen Stidiid z telwgtti «ichische» inijiltig i Kpä >l»i ichtii I ^»chiki Vjo W.i m A fraj a. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 83 „Ein kluger Mann", fuhr sie fort, „weiß den Baum w:e den Halm zu benutzen, ich tadle dich nicht, wenn du dies tust Tu wirst wissen, was du darfst, und wirst nickt weiter gehen, als dein Gewissen und deine Einsickt es dir gestatten." In diesen Worten milchten sich Warnung und Anschuldigung, die seine Verlegenheit vermehrten. Er konnte nicht mit JIda von ihrem Vater und seinem Mißtrauen sprechen, konnte ihr nicht sagen, was er von Asrajas Freundschaft hoffte, ebensowenig aber niochte er ungerechten Verdacht er- tragen. Mit größerem Stolze sagte er daher: „Ich danke dir für deine gute Meinung. Ich werde nichts tun, was gegen mein Gewissen ist, und wünsche von Herzen, daß ich Asrajas Dlcnste niemals nötig habe. Was Björnarne betrifft" — Sie fiel ihm in die Rede und deutete nach dem Hause hin. „Dort steht er", sagte sie. „bei seiner Verlobten. Ehe drei Monate vergehen, wird ec Herr in Oerenäes sein und dir allen Beistand leisten, den du von ihm erwarten kannst." Marstrand blickte unmutig hinüber. „Dein Vater", mur- melte er halblaut, „ist ein harter Mann; am härtesten ist er gegen seine eigenen Kinder." „Es steht dir nicht zu, ihn zu tadeln", antwortete sie, „am wenigsten in meiner Gegenwart." „Du weißt immer, was sich schickt", rief er mit höhnender Bitterkeit. „Du bist eine edle, vortreffliche Tochter und wirst den Segen, der Häuser aufbaut, mit dir nehmen. — Laß uns hinabgehen. Jungfrau Jlda, ich danke dir. Du hast keinen Kummer, keinen Gram, kein wundes Herz. Was auch geschehen möge, Gottes Wille hat es so gefügt, und was dein Vater auch tun mag gegen dich, gegen Björnarne, gegen mich oder gegen wen es auch sei, es ist wohlgetan." „So sollst du nicht gehen, Johann Marstrand!" ries sie ihm nach. „Du sollst wissen, daß ich dir verzeihe und daß ich besser von dir denke, als deine bösen Worte es verdienen." Ter Ton ihrer Stimme war so weich und bittend, daß Marstrand schnell versöhnt sich umwandte: aber vcrgcbenS snchte er in ihren Augen den Widerhall ihrer Worte. Still und kalt blickte sie ihn an und sagte dann gelassen: „Laß uns als gute Freunde scheiden und niemals den Glauben verlieren, daß wir das Rechte tun nach unserem Erkennen." Am Abend oder in den späten Stunden, welche Abend und Nacht bedeuten, ob auch die Sonne hell und warm in die Fenster schien, ging es im Gaard fröhlich her. — Zur Feier der Abreise seines Gastes hatte Helgcstaö mehrere Nachbarn geladen und als ein Ungeladener kam Klaus Horncmann aus der Wohnung seines Amtsbruders von der Lyngcnkirche, da Stures Krankheit sich gebessert hatte. Auch die Gaard- lcute rund umher sammelten sich auf dem Vorplatze, wo sie bewirtet wurden und Marstrand unzählige Male leben und gedeihen ließen. In der großen Stuga wurde getanzt und in dem Gärtchen an der Seite des Hauses erholten sich die ermüdeten Tänzer und suchten im Schatten der hochgcringcl- tcn, blühenden Bohnen Schutz vor den mitternächtlichen Sonnenstrahlen. Marstrand hatte getanzt, getrunken und gespielt. E- war so aufgeregt, so wild, so voll Laune und Ucbcrinut. Nie- uiand hatte ihn je so gesehen. Seine Augen blitzten vor Lust und Neckerei, seine Hand war immer willig, ein neues GlaS anzunchmen oder ein Mädchen im Kreise zu drehen und seine Zunge immer bereit zu Antworten, die er nach allen 'Seiten austeilte. Mit den Männern saß er im Kreise und stritt über die Einrichtungen, die er am Balsfjord ansznführen dachte, daß viele bedenklich den Kopf schüttelten und ein schlimmes Ende voranssahen. Ten jungen Leuten versprach er Einladungen, Feste, Tänze und Jagden und den Mädchen sagte er Artig- reiten und schien bald die eine, bald die andere mit seiner Gunst zu bedenken. Seine Fröhlichkeit hatte den Erfolg, daß sie ansteckend wirkte. Paul Pctersen wollte sich den Ruhm, der beste Gesellschafter zu sein, nicht nehmen lassen, vielen jungen Männern erhitzten starke Getränke die Köpfe, Gelächter und Ge- I sänge, Mummereien und ausgelassene Scherze trieben sich I gegenseitig auf die Spitze, selbst der immer ernsthafte Olaj I wurde davon hingerissen und der alte Gaard von Oerenäes I zitterte unter dem Jauchzen und Jubeln seiner übermütigen I Gäste. Endlich traf Marstrand unter dem Gcblätter der Laube I mit Hanna zusammen, die sich hierher geflüchtet hatte. I „Nun, Herr Marstrand", sagte sie, als er vor ihr stand, „ich I hätte nicht geglaubt, daß Sie uns den Abschied so leicht und I fröhlich machen würden." „Warum sollte er nicht fröhlich sein", erwiderte er, „da I ich glückliche Menschen zurücklasse, und warum sollte ich nicht I freudig gehen, da niir so viele Freuden winken?" „Und was ist unter dieser fröhlichen Hülle verborgen?" I sagte sie, ihn anblickcnd: „der Kummer, der in seiner Vec« I zweiflung über sich selbst zu spotten sucht!" „Tann wenigstens", erwiderte Marstrand, „wird die I Verstellung nicht lange mehr dauern, denn in einer Stunde I beginnt der Morgenwind und mein Schiss bringt mich aufs I Meer hinaus." „In die Einöde von Baisfjord, wo es nicht viel zu lachen > und zu scherzen geben wird." „Um so besser, Hanna, wenn ich nichts mehr davon sehe! N wenn ich müde von Arbeit und Wachen schlafen kann und alles Denken aufgebe, was nicht zu meinem Einsiedlerleben j I paßt." „Ich hoffe," versetzte sie, „daß, wenn Sie alles vergessen, j doch ich und andere Leute davon ausgeschlossen sind und, ob- > wohl der Weg über die weiten Fjelder sehr mühevoll sein soll, I hoffe ich dennoch, daß wir Sie nächstens wieder hier sehen" I Marstrand schüttelte den Kopf. „Nein," sagta„cr mit ge- I dämpfter Stimme, „ich werde lange Zeit nicht wiederkchreu- > Ich habe fünfzig Arbeiter in Ordnung zu halten und bin I ganz allein, denn Olaf hat mir seine Hilfe versagt. Er will | nicht dabei sein, wenn ich mein Geld auf schlechte Weise ver- > tue und verliere." (Fortsetzung folgt.) h s «»Iß, *»iin tliinj i tfen, ei »«SKI "»pp, «eschla uni ier w Cün Ul Mti, s ui!®’ 1 toHij "reden und halten es für notwendig, sic zur Strafe zu ziehen. Uber wer sich die moralische Rechtfertigung für ein energisches Vorgehen gegen die Freischärler nicht verscherzen will, der muß dem Gegner jeden Anlaß zu dem Glauben nehmen, daß er beim Freunde billige, waS er beim Feind als ein Vcr- brechen brandmarkt. Das L.'«ftschiff i» Düsseldorf Wenks, beschädigt. Köln, 9. Okt. sEtr. Frkst.) Zum Erscheinen eines feindlichen Fliegers über einzelnen rheinischen Städten meldet die Köln. Zig.: Bei Köln hatte es der Flieger anscheinend aus zwei Bahnzüge abgesehen, die in der Nähe der Absahrtsjtclle standen, weil sic keine Einfahrt hatten. Bei Groß-Königsdorf warf der Flieger aus 2000 Meter Höhe eine Bombe in die Nähe der Eisenbahnbrückc. Tas Geschoß scheint englischen Ursprungs zu sein. Ter über Dllsscldors kreisende Flieger war in Dllsscldors gemeldet worden. Aachioldaten scuertcn auf ihn, desgleichen ein Maschinengewehr. Ter Flieger ging plötzlich sehr schnell herunter und cs gelang ihni, eine Bombe auf das Dach der Lustschisfhalle zu weisen. Die Beschädigungen der Salle sind unbedeutend, desgleichen wurde das Luftschiff selbst nicht erheblich beschädigt. Fortschritt der Parteipresse Oesterreichs. Die österreichische Partcipressc macht trotz des Kriegszustandes erfreuliche Fortschritte. Das trifft be- sonders auf Böhmen zu. Tie Partciblätter in Tcplitz und Aussig, die bisher dreimal wöchentlich erschienen, wie auch d:e in Karlsbad, Asch und Bodenbach erscheinenden Blätter, die zweimal in der Woche hcrauskamcn, sind alle in Tageszeitungen umgewandclt worden. Das steirische Organ, de: Ärbeiterwille, erscheint jetzt sogar zweimal täglich und auch die Wiener Arbeiterzeitung hat sich zur Herausgabe eines besonderen «Abendblattes veranlaßt gesehen. Von anderen Blättern l/ird berichtet, daß diese ihre alten Auflagen meist beibchaltcn, zum Teil sogar erhöhen konnten. Nur das für die Massenverbreitung bestimmte Volk ist am Erscheinen verhindert. Der Vatikan ermahnt die Priester. Ter Osscrvatore Romano hebt in einem Leitartikel hervor, daß der heilige Stuhl in de» Streitigkeiten der Menschen und den blutigen Konflikten, die sich aus ihnen ergeben, stets vollständigste und unbedingteste Unparteilichkeit beobachten wolle, weil er seine Mission des Friedens und der Nächstenliebe unter alle» Völker» der Erde ohne Unterschied der Nasic und der Religion über jedes andere Interesse stelle. Deshalb dürften besonders die Priester nicht vergesse», das, man das allgemeine Interesse der Kirche und der Menschlichkeit iiumcr über das berechtigte Streben der Vaterlandsliebe stehen müsie. Tiese Grundsätze müßte» sic sich insbesondere stets bei der Ausübung ihres Amtes und bei Ansprachen an das Volk gegenwärtig halten und über den au sich berechtigten Wunsch »ach einem Sieg für ihr Land den weit menschlicheren und christlicheren eines allgemeinen Friedens stellen. Daher dürften sic auch gegen ihre Feinde nicht Worte der Verachtung und des Halles gebrauchen, sondern eine Sprache, wie sie die Nächstenliebe eingebe. Russische Progroine. Nach zuverlässigen persönlichen Mitteilungen sind in Bessarabicn und in Russisch-Polen blutige Pogrome gegen die Juden ausgebrochcn. Gleichzeitig wird der judcnfeindliche Kurs Rußlands jetzt wieder von der Rückschrittspresse nach- drücklichst verfochten. Der Entscheidnniiskampf im Osten. . Die russische Armee ist, wie die Neue Politische Korrespondenz erfährt, dem Entscheidungskampf mit der Hinden- burgschen Armee ausgcwichen und hat sich hinter die Weichsel zurückgezogen. Dieser Rückzug ist strategisch deswegen von so entscheidender Tragweite, weil er die österreichischen Truppen von der Umklammerung durch die Russen endgültig befreit, und die Stoßkraft unserer dortigen beiderseitigen Armeen wesentlich erhöht. Dieser Situation gegen über scheinen die von Lomsha ans Lhck marschierenden russischen Kolonnen eine den Rückzug der Russen deckende Kolonne des rechten russischen Flügels zu sein. Am Vorabend des russisch-türkische» Krieges. W. B. London, 10. Lktbr. Daily Telegraph meldet aus Petersburg: Das Verhältnis zwischen der Türkei und Rußland hat einen sehr ernsten Charakter angenommen. Tie Russen auf dem Rückzug! W. B. Wien, 10. Oktober. Amtlich wird gemeldet: Gestern versuchte der Feind noch eisien Sturm aus die Südsront von Przcmysl, der jedoch zurückgewiesen wurde. Dann wurden die Nückwärtsbewegungen der Ausien allgemein. Auch mußten sie die Westfront niunten. Unsere Kavallerie ist dort bereits eingeritten. Ftinf bis sechs russische Infanterie-Divisionen stellten sich bei Lancut, mußten jedoch gegen den San-Fluß flüchten. Ferner wurden eine Kosakendivision und eine Jnfanterie- Brignde östlich von Dymow zurückzeworsen. Unsere Truppen sind dem Gegner überall an den Fersen. Der Benzinverbrauch ist freigegeben. Das B^liner Polizcipräsiditim gibt bekannt, daß die Beschlagnahme der Dcnzinlagcr und -Vorräte aufgehoben und der Handel mit Benzin wieder frcigegebcn worden ist. .Hessen und Nachbargcbiete. Gießen und Umgebung. Siaatliche Bekämpfung der Knegsaracttslost.itklt m Hessen. Sämtliche Fraktionen der Zweiten hessischen Kammer, derlretcn durch die Abgg. Köhler, Korcll-Angenrod, Tr. Schmitt, Brauer, v. Brentano. Dr. Oiann, Reh und Ulrich, haben der Staatsrcgierung folgenden Gesetzcsantrag untec- ÖtCliei; Wenn auch die Arbeitslosigkeit in Hessen den Umfang, oen man kurz nach dem Ausbruch des Krieges befürchtete, noch nicht angenommen hat, da viel Arbeitskräfte in der Land- wirtschast Arbeit gefunden haben und auch die Industrie imd das Handwerk teilweise die Betriebe wieder eröffnet und somit Arbeitsgelegenheit gegeben haben, ist doch in einzelnen Betrieben und Handwerkszweigcn die Arbeitslosigkeit schon deutlich hervorgetreten. Sie wird sich ohne Zweifel mit dem Eintritt des Winters erheblich steigern. Die auf dem Lande vorhandenen Arbeitslosen werden, da an eine Beschäftigung >n Industrie und Handwerk in dem Umfang, wie in Friedens- zeiten, nicht zu denken ist, sich erheblich vermehren und di-: Gemeindekasscn bedeutend belasten. Tie Städte und Landgemeinden werden zwar nach ihren Mitteln bestrebt sein müssen, der Arbeitslosigkeit zu steuern, aber dies wird in dem Umstand seine Grenze sinden, daß die Kassen der Städte und Gemeinden durch die ihnen obliegenden, durch den Krieg besonders gesteigerten Verpflichtungen stark in Anspruch ge- nommen sind und peinlich Haushalten müssen, wenn sie ohne finanzielle Erschütterung durchkommcn sollen. Es wird deshalb die drohende Arbeitslosigkeit auch ein Eingreifen des Staates notwendig machen. Wir ersuchen deshalb Großbcrzogliche Regierung: 1. Alle im Haupkooranschlaq 1914 vorgesehenen Unterhalnni-gs- ar beiten wozu auch di« im Betriebsvoranschlag vorgesehenen Neubauten uns grössere Unterhaltungen gehören, soweit sie noch nicht ausgesührt sind, tunlichst in den Winlcrmonaten zur Ausführung zu bringen mid di« ciul«it«nden Schritte baldigst zu veranlallen; 2. zu veranlallen. daß di« Herstellungen in der VermogenSrech- nung soweit die Regierung daraus eine Einwirkung bat. seden- soll- baldigst und tunlichst im Winter ersolgen, insbesondere gilt dies von den Ausgaben unter Kapitel 124 „Staotseisen- bahnen". Aber auch darüber hinaus müßte Arbeitsgelegenheit be- 'chasft werden. Dabei müßte die Großh. Regierung dahin wirken, daß bei allen von ihr anszuführenden Arbeiten nur in Hessen wohnende Arbeitslosen hcrangczogen werden und es dürste sich empfehlen, daß die Grobherzogliche Regierung sich mit dem Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband mir dem Sitz in Frankfurt zwecks Zuweisung Arbeitsloser aus dem Großherzogtum in Verbindung setze. Sogenannte Rotstandsarbeiten werden in den einzelnen Landcsteilen nicht zu umgehen sein. Dem Staat steht z. Zt. in den Rcste-Fonds I und II der Betrag von über 12 Millionen zur Verfügung, der in Zeiten her Not, wie der jetzigen, nicht weiter anfgcsammclt, sondern zum Wohl der Gesamtheit zum Teil herangezogen werden könnte und müßte. Außerordentliche Zeilen und Verhältnisse machen außerordentliche Maßnahmen notwendig. Die Vorbereitungen hierzu müßten alsbald erfolgen, damit die Ausführung der Arbeiten in den nächsten Wochen nicht aufgehalten würden. Wir bitten daher: 3. Für wettere Notstandsarbeiten in den einzelnen Lanbesteiben Fürsorge zu treffen nnh die hierfür erforderlichen Kredite bereit zu stellen. Verlustliste des Jil?.-Nesiimcnts Nr. 116 Gießen. II. Bataillon. Sermatz«, Pargnp vom 7. bis 10. 9. 14. 5. Kompagnie: Serg. Karl Schmidt, Hörgenau, Kreis Lauterbach, vw. — Ge fr d. R. August Rochiitz, Jühnde, vw. — Res. Wilhelm Scip, Ober-Bessingen, vw. — Musk. Ludwig Weiß, Biebrich, vw. — Wehrm. Aug-ust Flach. Nieder-Moos. Kr. Lauterbach, vw. — Res. Karl Martini, Leihgestern, vw. — Musk. Philipp Vollmann. Windecken, vw. — Res. Johannes Greel. Gunzenau. vw. — Res. Friedrich Kübel, Herbstcin, vw. — Res. Heinrich Wallenfels, Odenhausen, Kr. Gießen, ow. — Musk. Heinrich Wetz, Hoizheim, Kr. Gießen, vw. — Musk. August Gutermuth, Ober- ehnbach, vw. — Musk. Johann Wozuiak, Strzelz«, vw. — Musk. Heinrich Viehmann, Großen-Lindcn, vw. — Res. Justus Decker, Angenrod, vw. — Musk. Zenon Girord, Urbeis, tot. — Unteross. b. R. Keil, vw. — Unierofs. d. R. Bernhard Pfann, Nürnberg, vw. — Vizeseldw. d. R Helsrich, Mensselden, vw. — Ge fr. Adam Baum, Heusenstamm, vw. — Res. Heinrich Schaum, Kirchgöns, vw. — Musk. Heinrich Dorndors, Oberhörten, vw. — Res. Georg Weihgerber, Heblos. Kr. Lauterbach, vw. — Gefr. d. R. Ludwig Schäfer, Wicseck, vw. — Muss. Joses Boulauger, Beurg-Bruck«, vw. — Gefr. d. SR. Peter Kaiser. Dirlammen, vw. — Musk. Heinrich Schaub, WovmS. vm. — Musk. Heinrich Weibe, Sterzhauseu, vm. — Musk. Johannes Buchhgupt, Lauterbach, vm. — Gcsr. Richard Hedrich, Eibelshausen, vm. — Res. Wilhelm Port, Ruppertsburg, vm. — Gefr. Franz Hossterheid«, Buer-Bülse. vm. — Musk. Georg Stenger. Seligenstadt, vm. — Musk. Wilhclm Kraft, Gießen, vm. — Musk. Hermami Säst«er, Hennibach, Kr. Freibuvg. vm. — Res. Philipp Wallhausen, Bosenheim, Kr. Alzey, vm .— Res. Robert Klein, Plettenberg, vm. 7. Kompagnie. Oberst. Emil Firmcntch, vm. — Lt. d. SR. Ludwig Nicolaus, Gießen, tot. — Gesr. d. SR. Lorenz Hoppen, Breitenscheidt. low. — Gcsr. d. N. Otto Mau, Bremerhaven, lvw. — Musk. Karl Stötzcl, Weidenau, tot. — Musk. Gotthardt Dictz. Wermertshausen, tot. — Musk. Fritz Busch. Katzensurt, tot. — Vizcfeldw. d. SH. Haus Schmidt. Darmstadt, lvw. — Res. Heinrich Loth, Kirschgartcn. lvw. — Res. Karl Christ. Hambach, Kr. Alsfeld, tot. — Res. Vol brecht Hederich/Lauterbach. lvw. — Unteross. d. R. Karl Steinmiillcr, Lang-Göns, tot. — Musk. Georg ^oh. Frank. Villingsbach. Iviv. — Rei. Heinrich Gutermuth. Ilbeshausen. Kr. Lauterbach. lvw. — Must. Damast»z Guzinsdi. Nclberg, lvw. — Gcsr. d. SR. Heinrich Reul, Hopfgartcn, Kr. Alsfeld, lvw. — Musk. Karl Rührig. Lanperthrim. lvw. — Musk. Georg Hciien- thak, Bingen, tot. — Unteross. d. SR, Paul Frank. Stadtoldendorf. Kr. Holzminden, schvw. — Unteross. Franz Gkeitze, Scebnrg, t o t. — Gcsr. d. SR. Heinrich Bork, Lützellinden, lvw. — Musk. Karl Süß. Höchst a. M., lvw. — Unteross. Karl Haas, Gießen, lvw. — Musk. Philipp Gernert. Worins. lvw. — Muss. Eduard Dietrich. Bühr, schvw. — Muss. Karl Kilian I., Wörsdors. low. — Muss. Friedrich Kleiner, Weinsberg. vm. — Muss. Wilhelm Freund, Niederlemp, vm. — Res. Karl Satorius. Merlau, vm. — Unteross. Heinrich Ludwig, Nidda, vm. — Res. Magnus Em-mert, Fusida. vm. — Res Robert Krast, Rüppertshausen. vm. — Gesr. d. R. Gustav Grotcnsohn, Altona, vm. — Res. Karl Bruder. Rodheim. Kr. Friedberg. vm. — Res. Friedr. Türner. Becke, Kr. Gummersbach. vm. — Musk. Joses Emil Stroh. Bürgel, vm. — Muss. WM. Karl Schmidt I., Hahnstetten. vn>. — Musk. Schmidt III.. Hepbach, Kr. Erbach i. O.. vm. — Musk. Karl Hartung. Gcrings- walde, vm. — Musk. Pctcr Barth, Lsihosen. Kr. Worms, vm. — Res. Karl Theiß. Nauborn, vm. — Nies. Zwölf Pohl, Nauborn, vm. — Res. Heinrich Stahl, Beilstein, Kr. Dill. vm. — Res. Heinrich Pitzer. Boltenhorn, vm. — Res. Ernst Reitz, Nieder-Ohmen, vm 8. Kompagnie. Res. Ludw. Jos. Bierau, Atzbach. lvw. — Res. vorn,. Louis Kretzer. Sillendors, Dillkreis, low. — Musk. And. Alfred Müller II., Wilcrchausen, lvw. — Gcsr. Heinrich Karl Sames, Torf-Gill, lvw. — Viaefeldw. Peier Turins. Hainstabt. Inw. — Res. Hcrmauu Heusel. Obbornhofen, lvw. — Res. Johann«? Berting. Salz, Kr. Lanierback. lvw. — Rcserv. Heinrich Miller II.. Dberdieten, lvw. — Res. Wiih. Schmidt. Griedelbach. Kr. Wetzlar, lvw. — Res. Jakob Pitz, Laivdorf. Kr. Kirckhain, lvw. — Vi.ze- feldwebel Ernst Menget, Marburg, lvw. — Musk. August Jung, Weicrstein, lvw. — Res. Wilhelm Titzcl, Lock, Kr. Hagen, lvw. — Res. Wilh. Eugen Peiseler. Riebercbersbach. lvw. — Res. Karl Heinrich Müller II.. Herbstem, lvw. — Res. Albert Leid. Gleiberg, lvw. — Musk. Wilhelm Dorth. Weilburg. lvw. — Res. Heinrich Uhl. Unterschmitten, lvw. — Res. Johannes Berting, Salz. Kreis Lauterbach. lvw. — Musk. Karl Wilh. Gorr. Worms, lvw. — Res. Heigr. Frsch, Ortenberg, lvw. — Res. Hermann Raumier, Lbborn- hvsen. Kr. Gjehen. lvw. — Muss. Jacob Lutz. Seimen, Kr. Heidel- berg, tot. — Musk. Bartholom. Rvglcr, Bodenheim, lvw. — Musk. Karl Bärbel in. Azudaugen, lvw. — Unteross. Start ?<«m Niederivcidbach, lvw. — Musk. Johann Mar>, Bodenheim, low. Musk. Wilhelm Fink, Bürstadt, Kr. Bensheim, lvw. — Unteross. Adolf Stent, Ronrrvd, lvw. — Gesr. Hermann Schneider, Bellersheim, schvw. — Musk. Karl Becher, Sukgcndors, lvw. — Res. Karl Heinr. Borst, Lindheim, lvw. - Res. Theodor Scheld, (Badenloch, lvw. — Musk. Johannes Bott, Elbersolb, lvw. — Res. Konrad Schaas, Hürgenau. lvw. — Musk. Joses Dlubeck, Grabow, vm. —l Unteross. Johannes Günther, Cölbe, lvw. — Vom „Burgfrieden". In Düsseldorf fanden dieser Tage Stadtverordnctcnwahlen statt. Das reaktionäre Wahlrecht verhindert dort, ebenso wie in vielen anderen preußischen Städten, daß die stärkste Partei, die Sozial- dcniokratie, keine Vertretung bekommt. Um das gesetzliche Unrecht den Arbeitern noch eindringlicher vor Augen zu. halten und den Wahlen den Stempel eines erbittertem Klassenkampfcs aufzudrücken, I)abcn die Liberalen uni» Ultramontanen einen Block gegen die Sozialdemokratie gebildet und damit natürlich erreicht, daß die Sozialdemokrtie keine Vertretung erhielt. Die Kandidaten der vereinigten bürgerlickien Parteien erhielten 6085 Stimmen, die der Sozialdemokraten 2620 Stimmen. Wegen der Kriegslage waren unsere Genossen in der Agitation behindert. Das mttzte der schwarz- blaue Block weidlich zu seinen Gunsten aus. — Tas ist eine ganz nette Illustration zu dem berühmten Burgfrieden. Wir sagten neulich, daß nach dem Kriege die Verhältnisse gcnail dieselben wie vorher sein würden. Hier in Düsseldorf sehen wir schon ein SScispiel und der Krieg ist noch nicht einmal zu Ende! Bald »verdcn die Sozialdemokraten wieder „Vater- landsfcinde" sein, obwohl viele Tausende von ihnen auf den, Schlachtfclde verbluteten. — Gefallene des Gicßener Regiments. Weiter werdew vom Infanterie-Regiment Nr. 116 als gefallen bekannt: Am 20. August Gefreiter d. R. Wilhelm Peter ans Rcis- kirchcn. — Am 15. September Landwchrmann Philipp A m e n d V., Schreinermeister auS Treis a. d. Lumda. — Offiz.-Stcllvertrcter Hermann Handwerk, Oberlehrer auS Groß-Umstadt. —Unteroffizier d. R. Konrad Wolf aus Wolf b. Büdingen. — Reservist Wilhelm E ck a r d t aus Dillheim. — Gefreiter Georg Harnisch IX. aus Watzenborn (gest. im Lazarett). — Unteroffizier Otto Fischer aus Lorsch. — Gefallene aus Obcrhcssen und Nachbargebicten. Am 26. Sept. Offiz.-Stellvertrcter Eduard Meyer aus Krofdorf, Jnf.-Regt. Nr. 81. — Jäger Otto M ü l l e r aus Lollar. 11. Jägerbataillon Marburg. — Meldung von Landsturmpflichtigcn. Die in Gießen wohnenden, in den Jahren 1894 bis 1885 geborenen irtili- tärisch nicht ausgebildeton Landsturmpflichtigcn sollen sich im Regierungsgebäude, Zimmer Nr. 4, melden. Siehe die Bekanntmachung in heutiger Nummer. — Verpflegungsgelder für die Einquartierungen für den Monat September gelangen von heute ab in der Bürgermeisterei (Stadtkasse) zur Auszahlung. Wir verweisen aus die Bekanntmachung im heutigen Blatte. — Städtischer Kartossclvcrkaus. Von der Stadtverwaltung werden morgen Dienstag vormittag von 8—12 Uhr im alten Schulhaus in der Neustadt wieder Kartoffeln zum Preise von 3 Pfg. für das Pfund verkauft. An einzelne Käufer werden jedoch nur bis 10 Pflind abgegeben. — Unqllltiqe Verzichte. Vereinbar unpen, denen zufolge Dienstmädchen das Kriegsausbruchs wegen auf ihren Lohn verzichtet Hatzen, sind nichtig. So entschied mit Recht in diesen Tagen Kammer 0 des Gewcrbeqerichds Berlin unter Vorsitz des MaglstvatSrats v. Sätziltz. Es handelt« sich um die Klage eines Ti-eiisnnädchens gegen di« Gastwirtin Gaezki. Der Kiügcri» waren nicht mir 2ö Mark voin Julilohn eintzehalten worben für eine zerbrcck-ene Glas schale, deren Wert das Gericht nach eingehender Prüfung aus 3 Mark abschätzte; es wurde ihr auch von der Beklagten zugemutet, weil der Kriag ausgebrocheu war, aus Gchalt zu verzichlen und nur gegen frei« Station tätig zu sein. In ihrer klncrsahrenheit lmtie die Klägerin zugestimmt, um nicht sosort völlig brotlos zu rvcrden, denn sic war der cbcnsalls irrigen Meinung. daß niit dem Ausbruch der Feindseligkritcii die Tienstver- trägc hiirsällig wurden. Der vorsttzende Gewerberichtcr Rat von Schultz wendete sich mit scharfen Worten gegen das Vorgehen der Beklagten und bezeichnet« diese Ausbeutung der Augestelltennotlage als eine „wncherischc". Deshalb feien derartige Abreden als »ichttg zu betrachten. Die Bekiagte wurde wcrurteitt, an die Klägerin SO Mark zu zahlen. — Tas ist ein crsreulichcs Urteil, dos mit gesundem Rechtsempfinden nicht minder wie mit dem Gesetz durchaus übereinstimmt. — In der heimatlichen Erde begraben. Am Freitag nachmittag wurde auf dem neuen Friedhöfe der im Kriege gesallene Gefreite S e m m y Rothenberger a»S Gießen unter großer Beteiligung beerdigt. Der Bruder des Gefallenen hatte die Leiche nach Hause geholt. Wie uns mitgeteilt wirb, war Rothenberger bei allen, die ihn kannten, beliebt und geachtet, besonders auch bei seinen Arbeitern. Trotzdem ihm sein Kompagnic-Hauptmaun des öfteren empfahl, sich krank zu melden und zurückzukehren, tat er bis zum letzten Atemzug seine Schuldigkeit. Von den Liebesgaben, die ihm aus der Heimat geschickt wurden, teilte er alles bis auf den letzten Bissen mit seinen Kameraden. Er verbrachte Jugend und Mannesalter in seinem Elternhaus«, wo er an Stelle seines früh verstorbenen Vaters in Gemeinschaft mit seiner Mutter das elterliche Geschäft im Neucnwca voll Umsicht und Eifer leitete. An der Beerdigung nahmen eine Anzahl Verwundete teil und der Verein der 116cr hatte eine Abordnuna geschickt. — Vom -tadttheatcr wird geschrieben: Diesenigen Abonncutcii, die wegen Beibehaltuna ihres Abonnements noch nicht geantwortet haben, werden brinacnd ersucht, dies bis Montag zu tun, damit die wegen der Vorbereitungen drängende endgültige Entscheidung über die Gestaltung der Spielzeit getroffen werden kan». — Wenn auch die Zahl der geplanten Vorstellungen naturgemäß kleiner sein wird als i» früheren Jahren, so wird im übrigen die Bllhncnleilung den bewährten Grundsätzen, die bas Gießcner Stadtthcatcr bisher zum Erfolg geführt haben, auch in diesem Kricgssahr treu bleiben. Die Zahl der darstellenden Mitglieder wird nicht weniger als 28 betragen, so daß auch sigurcnreiche Stücke möglich sind. Auch an Ausstattung wird neues geboten werden. So werden neue Möbelgarnituren aus dem Atelier von Prosesior Buttemcycr, die für das neue Emser Kurtheater bestimmt und zum Teil noch gar nicht in Gebrauch genommen waren, dem hiesigen Fundus einverlcibt werden. Auch die Spielzeit soll sich wie bisher abwechslungsreich gestalten und wenn natürlich auch den Zcitverhältnisien Rechnung getragen wird, so ist damit nicht gesagt, daß nicht auch der echte Humor gelegentlich zu seinem SRechte kommt. — Die neue Franksurter Universität wird am 18. Oktober tf öffnet. Von einer aus diesem Anlaß geplanten Feier wurde Abstand genommen. — Vekämpsung der Lbstbaumschädlinge. Die Raupe des F r o st s p a n n c r s ist in diesem Jahre trotz der Maßregeln im vorigen Herbste wieder stark ausgetreten und verursachte crhed- ftäieit Schade» an den Obstbäumen. Die Ortspolizeibehörden solle» daher die Obstbaumbcsiber durch Anlegen von Raupenleimgürteln zur Bekämpfung des von Mitte Oktober ab erscheinenden Schmetterlings aussordcrn. — Anton Erkelenz, der fortschrittliche Reichstagskandidat bei der letzten Rcichstagswahl. ist im Kriege in Nordfrankrcich leicht verwundet worden. Er hat einen Schuh im Bein erhalten. — Der Brand in Mainzlar am Donnerstag, von dem wir am Samstag berichteten, äscherte die gefüllten Scheunen der Landwirte F. Schwarz, I. Grölz und L. Vogel ein. Tic beiden letzteren sind im Kriege. Natürlich hat das Feuer großen Schaden verursacht, der jedoch durch Versicherung gedeckt ist. Kleine Jungen, die in der Vogelschen Scheuer mit Streichhölzern spielten, haben den Brand verursacht. Krei< Wetzlar. y. Kriegsopfer. Aus Wetzlar und Umgegend sind gefallen: Reservist Karl Loh aus Dutenhofen, Reservist Heinrich Schaub aus Oberlemp, Landwehrmann Heinrich A m e n d ans Ncukirchcn, sämtlich Jnf.-Rcgt. Nr. 81; Reservist Wilhelm Zickel aus Nicderwctz, Musketier Fritz Busch aus Katzcnfurt, beide Jns.-Rcgt. Nr. llfi (Gießen): Landwehrmann Heinrich V e t h aus Niederkleen, Art.-Rcgt. Nr. 20, Grenadier Friedrich Fciling aus Atzbach, Gardc-Regt. Nr. 2, Füsilier August Schmidt aus Diefenbach, Garde-Regt. Nr. 1 (Alexander). — In der letzten Verlustliste sind folgende Angehörige des Infanterie-Regiments Nr. 81 angesührt: Unteroffizier Edmund Höh aus Wetzlar. leicht verwundet. Gesr. Heinrich Krcuter aus Aßlar, schvw. —Res. Joh. Reibnll aus Nauborn lvw. — Res. L o tz I. aus Wetzlar-Niedergirmes, lvw. — Res. Wilhelm Loth aus Wetzlar, lvw. — Wchrmann Heinrich Stahl II. aus Kröffelbach, schvw. — Wehrmann Georg Frech aus Wetzlar, lvw. — Wehrmann Georg Traser ans Wetzlar, schvw. — Wehrmann Ludwig Schaab aus Wetzlar, schvw. — Wehrmann David Wols I. aus Wetzlar, schvw. — Unteroffizier Karl Gaul aus Wetzlar, lvw. — Gefreiter Adolf Gümbel aus Krofdorf, schvw. — Gefreiter Heinrich Krombach aus Krosdorf, lvw. — Gefreiter Louis Hch. Wagner aus Gleiberg, lvw. krchc ßrftljc im Westen uni) Lsten. Die Eroberung Antwerpens ein Höhepunkt. Gewaltiger Eindruck in» Auslände. Großes .Hauptquartier, 10. Oktober, abends. (Amtlich.) Nach nur z >v ö l f t ii st i g c r Belagerung i st A » < >v e r p e n mit allen Forts in unsere Hände gefallen. Am 28. Srptcniber siel der erste Schuß gegen die Forts der äußeren Linie. Am 1. Oktober wurden die ersten Forts erstürmt, am 6. und 7. Oktober der stark ange staute, meist 400 Meter breite Nethc-Abschnitt von unserer Infanterie und Artillerie überwunden. Am 7. Oktober wurde entsprechend dem Haager Abkommen die Beschieß- »» g der Stadt a n g e k ü n d i g t. Ta der Kommandant erklärte, die Verantwortung für die Beschießung übernehmen zu wollen, begann Mitternachts vom 7. zum 8. Okt. die Beschießung der Stadt. Zn gleicher Zeit setzte der Angriff gegen die innere Fortlinie ein. Schon am 9. Oktober früh tvarcn zwei Forts der inneren Linie genommen und am 9. bs. nachmittags konnte dir S t a d t ohne c r n st h a f t e n Wider st and besetzt werden. Die vermutlich sehr starke Be s a tz n n g hatte sich anfänglich tapfer verteidigt. Ta sic sich jedoch dem Ansturm unserer Jnsanterie und der Marinc Tivision sowie der Wirkung unserer gewaltigen Ar tillcric schließlich nicht gewachsen suhlte, war sie in voller Auslosung geflohen. Unter der Besatzung befand sich auch eine unlängst cingetrosscnc englische Marine brigade; sic sollte nach englischen Zeitungsberichten das Rückgrat der Verteidigung sein. Ter Grad der Auslösung der englischen und belgischen Truppen wird durch die Tat sache bezeichnet, daß die Uebcrgabe-Verhandlungen mit dem Bürgermeister geführt tvcrdcn mußten, da keine militärische Behörde anfzusinden war. Tic vollzogene Ucbcrgabc wurde am 10. Oktober vom Chef des Stabes des bisherigen Gouvernements von Antwerpen bestätigt. Tic letzten noch nicht übergebenen Forts wurden von unseren Truppen besetzt. Tie Zahl der Gefangenen läßt sich noch nicht übersehen. Viele belgische und englische Soldaten sind n a ch Holland entflohen, wo sie interniert werden. G e < waltige Vorräte aller Art sind erbeutet. Die letzte belgische Festung, das „uneinnehmbare" Antwerpen, ist bc- zwungcn. Die Angrissstruppcn haben eine außerordentliche Leistung vollbracht, die von Seiner Majestät damit belohnt wurde, daß ihrem Führer, dem General d. I. v. Besc- ler, der Orden I'our In )lörito verliehen wurde. Eine Proklamation des Generals v. Beseler. Brüssel, 10. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) General v. Bcseter, der Befehlshaber der Bclagernngstruppcn von Antwerpen, hat folgende Proklamation erlassen: Bewohner von Antwerpen! Das deutsche Heer be- tritt Eure Stadt als Sieger. Keinem Eurer Bürger wird ein Leid geschehen und Euer Eigen- t u in w i r d geschont werden, wenn Ihr Euch jeder Feind- seligkcit enthaltet. Jede Widersetzlichkeit dagegen wird nach Kriegsrecht bestraft und kann die Zerstörung Eurer schönen Stadt zur Folge haben. 25000 Gefangene ii» Holla>»d? Amsterdam, 11. Okt. (Priv.-Tel. der Franks. Ztg.' Ctr. Frkft.) Die Zahl der bis jetzt über die holländische Grenze gedrängten Engländer und Belgier ist auf fünfundzwanzfgtausenü zu schätzen. Siege an der Westfront. Schwere rassische Niederlage«». Großes Hauptquartier, 11. Okt., abends (W. B. Amtlich.) Westlich von Lille wurde von unserer Kavallerie am 10. Oktober eine französische Kavallcriedivision völlig, bei Hazcbronk eine andere französische Kavallcriedivision unter schweren Verlusten geschlagen. Die Kämpfe in der Front führten in, Westen bisher zu keiner Entscheidung. lieber die S i c g c s b c u t c v on Antwerpen können noch keine Mittciiungcn gemacht werden, da die Unkcr- lagcu erklärlicherweise noch fehlen. Auch über die Anzahl der Gefangenen, über den Uebertritt englischer und belgischer Truppen nach Holland liegen noch keine zuverlässigen Nachrichten vor. Aus dem östliche n Kriegsschauplatz wurden im Norden alle Angriffe der 1. und 10. russischen Armee gegen die ostprcußischen Armeen von diesen am 9. und 10. Oktober zurückgeschlagen. Auch ein Umfassungsvcrsuch der Russen bei Schirwindt wchrdc abgcwiescn, dabei 1000 Russen zu Gefangenen gemacht. In Südpolcn erreichte die Spitze unserer Armeen die W e i ch s c l bei G r o j e g. Südwestlich Warschau fielen 2000 Mann des 2. sibirischen Armeekorps in unsere Hände. Russische amtliche Nachrichten über einen große» russischen Sieg bei Augustowo-Snwalki sind Erfindung. Wie hoch die amtlichen russischen Nachrichten einzuschätzcn sind, zeigt die Tatsache, daß über die gewaltigen Niederlagen bei Tnnnenberg und Insterburg keine amtlichen russischen Nachrichten veröffentlicht worden sind. Städtischer Wohmmasnachweis Gießen. Es sind zu vermieten: 1 Wohnnnq von 7 Zimmern, cvcntl. mit Mansarde, 1 Wohnung von 5 Zimmern und 1 Mansardczimmcr, 1 Wohnung von 5 Zimmern, 3 Wohnungen von 4 Zimmern, 1 Wohnung von 4—5 Zimmern, 3 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 1 Zimmer, 1 Wohnung von 1—2 Zimmern, 1 Lager- oder Fabrikraum, 1 Werkstatt, 1 dreistöckiges Lagerhaus mit Pjcrdestall und Heu. boden, 8 möblierte Zimmer. Zu mieten gesucht: 20 Wohnungen von 2—5 Zimmern. _ Bekarmlrnachuiia. Die in Gießen wohnhaften, in den Jahren 1894 bis einschließlich 188» geborenen unausgebildcten Landsturmpslichtigen, die sich noch nicht zur Laubstuvm-rolle gemeldet haben, fordere ich hievnrtt auf, die Anmeldung auf Zimmer 4 des Regierung-sgebäudes (Landgraf Philipp-Platz) unter Vorntage des LandstnrnrscheinS sofort zu bewirken. Wer die Anmeldung zur Landsturm roll« unterläßt, wirb mit FreihcitSstvafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahr«n bestraft. Gießen, den 10. Oktober 1914. Der Oberbügcrmelster: Kartoffel-Verkauf. Dienstag, den 13. Oktober, vormittags von 8 bis 12 Uhr werden seitens der Stadtverwaltung im Schnlhans m der Neustadt Kartosfctn in Mengen bis zu 10 Pfund an Bewohner der Stad» verkauft. Der Preis beträgt für das Pfund 3 Pfeimige, Gießen, den 10. Oktober 1914. Ter Oberbügcrmeistcr: _ Keller. _ Bekanntmachung. Ti« Friedhöfe sind in der Zeit vom 10. Okiober 1914 bis t». November 1914 von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöffnet. Gießen, den 12. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister: _ Ke ller . _ _______ Bekanntmachung. Die Verpslegungsgelder für di« während des Monats September in Bürgerwohnmigcn untergrbrachten Munnsrhastcn des 1. und des Erfaß-Landsturm-Bataillons gelange» bej der Stadtkasie (Ein» gang von der Tüdanlagc) zur Auszahlung und zwar: l> vom 12. Lktober an für die in ihren eigenen Wohnungen verbliebenen (also di« Gießen««) Mannschaften (soweit sie nicht inchr anwesend sind, erfolgt Zahlung an ihre Ehefrau«» oder andere Personen, di« sich über Empsangsbernlitigung auswcisen): 2) vom 15. Oktober an für die übrigen (das sind di« in fremden Wohnungen verpflogte-n) Landsturmleute. Di« Vergütungen für die zu 2 bezeichnet«» Mannschaften werden bezahlt: a) soweit sic für Mannschaften des 1. Bataillons zu leisten sind, an den Hausbesitzer oder einen d«r beteiligten Bewohner je in einem Betrag sür's gang« H-auS: die AuSein.cmdersetzun« mit den übrig«« Beteiligten ist Sache des Empjängcrs: k) im übrigen an di« einzeln«« Empfangs berechtigten. Für die im September hier untergebrachten Mannschaften anderer Truppenteile, insbesondere der Gardercgtmenter, können die Vcrqiiiungcn gegen Vorlage der Vcrpslegnngszcttel wie seither tm Stadthaus, Seitenbau von den beteiligten Einwohnern in Empfang genommen werden und zwar ans den Straßen mit den Anfangs, bnchftaben A (Aliccstraßc) bis G (Gütendevgstraße) vom 12. Oktober an H (Hammstraße) bis L (Lndwigltraste) vom 15. Oktober an M (Mäusbttvg) bis So (Tonnenstraßcl vom 20. Oktober an St (Steinstraße) bis Z (Zozelsgaffe) vom 24. Oktober an. Gießen, den 8. Oktober-1914. Der Lbcrbügcrmeistcr: Keller. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen. Vcrlaa von Krumm & Eie., Gießen. Truck: Verlag Osfenbacher Abendblatt. G. m. b. H., Ofsenbach a. M. □□□□El □□□□□□□□ Für die kältere Jahreszeit bringe den Eingang der Neuheiten __ in n Paletots, Ulster, Bozener Mäntel, Capes, Joppen n Buckskinhosen u. praktisch. Knabenbekleitlung 1,1 11 in empfehlende Erinnerung. i-j Militärpflichtige Auf dem Felde der Ehre starb am 26. September den Heldentod fürs Vaterland mein innigslgeliebter und herzensguter Mann, der treu- sorgende Vater seiner Kinder, unser heißgeliebter Schwiegersohn, Bruder Schwager und Onkel Karl Slhieferflei» im Aller von 28 Jahren. Im Namen lief tieftrauernden Hinterbliebenen Johanna Lchicfcrstein, geb. Ekaius, und Kinder. finden grosse Auswahl in nach /orschrifl, Unterhosen ohne Naht Unter-Jacken, Walk-Jacken, gestrickte Herren Westen, Hosenträger, Taschentücher etc. Mein Lager in Herren-Anzugsstofien bietet bei reichhaltiger Auswahl die neuesten Ausmusterungen. Pelz-Un!erliosen U 1 Sojidb. WaftvertiN □ □ □ □ H. Kaess Nachf. □ □ □ □□□□ □□□□□ □□□UHU W. IIoi-ii * Während des Neubaues Mäusburg 5. Mitglieder des Konsumvereins erhalten 5°/o Rabatt. Kietzen. Montag» de»» 12. Oktober, abcndö halb 9 Uhr, in» Geiverkschaftshaus K Halbjahrs-^ Generalversammlung Tagesordnung: 1. GejchäftS- und Kassenbericht 2 Ergänzungswatü des Vorstandes. 3. Vortrag des Genossen Vetters über: Krieg und die Sozialdemokratie. 4 Verschiedenes. Zahlreiches Erj-teinen erwartet Der Borstand 'tu'teipoiicu! Agitiert fit die LbkchWe Msjtililig! Sporlalmsrhs l.paiuler 10.50 12 50 14 50 16.50 18 50 20.50 Ncholihnas Friedrich Magnus Inhaber: tkbr. Mao »,,3 Gießen, Seltcrsweg 61 Telephon 916. Jüngere Vcrkiinfcrin sucht Stelle bet sreter Stalio, und einer kleine» Vergütung, Näheres in der Expedition de Oberhesi. Voikszeilung.