n n L !r 0 ?t [ i te i te tt e k n le ft m !N nt ke m i i« i. k >n I- s de e- t t* e- rs >n s- e- P/7 en !- d* as Z- uö >en icit mö B it it iveg, ?uifl 8 fg H stl' cl»- mP 0 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcssen und der Nachbargebiete. vt« Obcrlieslillbe Volks,etnin, erscheint leben Werktag Abend in Kietzen. Der Abonnementivrei» beträgt wöchentlich Id Bi», monatlich 0 Big. etnlchl-törnigerlobn. Durch die Bost bezogen viertetjäbrl.IchVMk. Rednkllon and tkrvcdttton Girlien. Babnbokltrabe 23, (S die rutsche Sozialdemokratie sich gegen di« Regierung erheben und mit 'Ute Rußlands (!) und der anderen angegrisieneu Länder di« Hcrr- chast au sich reißen werde. Taß dies geschehe, schien umso glanb- illrdlger. als während mehrerer Wochen keinerlei Nachrichten ans deutschland ins Ausland gelangten. Das hat sich schwer gerächt, cn» während dieser Zeit wurden von Paris und London die aden- eueilichsten Meldungen verbreitet, die natürlich aus sruchtbaren loden sielen. So wurde u. a. gemeldet, daß die sozialistischen und ewcrkschastlichcn Organisationen in Tcutschland durch die Militär- rhörde unterdrückt, ihre Leiter verhaftet, ihre Fonds und Gebäude ousisziert seien, daß all« großen Städte sich in hellem Ausruhr bc- äntcn und allenthalben Masscncrekutionen der Sozialisten statt- anden. weil sic den Heeresdienst verweigert hatten. Auch der Ab- ecrdnetc Liebknecht und „seine Braut Rosa Lurcmburg", wie cS in tnigen Telegrammen hieß, feien erschossen, desgleichen 110 ober 20 andere sozialistische ReichStagSabgeordnetc. Ter Abgeordnete Sendrl iei in Paris ins iranzössicks« Heer eingetreten und seinem tcispiclc würden zahllose deutsche Genossen folgen. Viele gefangene eutsch« Soldaten und Offiziere hätten erklärt, daß sie Sozialisten teil und sich gelangen nchinen ließen, um nicht sür das verhaßte rutichland kämpscii zu müssen. Am 7. August brachte das größte argentinische Blatt die telc- raphiiche Nachricht leine» Korrespondenten in Berlin, „daß 100 »ziolistiiche Abgeordnete, darunter Liebknecht, aus Befehl des Kasers jusiljert worben seien". Zn allen möglichen Variationen machte ieses Telegramm die Runde um die Weit, biß am 11. August aus- >erechnct das Blatt der englischen Arbeiterpartei, der Tailn Citizen, ich „rou einem ugo> Dänemark geilnchdclcn deutschen Genoffen" elegraphieren ließ, daß Liebknecht crschoffcn sei. weil er den veeres- >ienst verweigert hrbc. Zhm und seinen vermeintlichen Lcidens- genoffen wurden zahlreickx Nekrologe gewidmet, die alle in Me in-iiming ausklangen, daß der Tod dieser Märtgrer das deutsche Proletariat bewegen möge, ihrer Klaffenherrschait ein Ende z» uuichen. Ta die Nachricht also schon znm zweitemnalc auitauchte und zudem von einem großen Arbeiterblattc gebracht wurde, cr- ichieu sie selbstverständlich glaubhast. Dazu kam, daß auch das satt- iaoi bekannte Telegraphenbureau Laiian am 16. August zugleich uon London. Paris und Kopcuhageu aus die gleiche Nachricht noch- hktiandte und „och hiuzuiügle. daß iufolgcdcffcn „aanz -reutlchinnd sich in einer Revvlte erhoben" habe, w n t ltm wurden diese Berichte von einem amerikaniichcn »regedureru dementiert, aber bis Ende August, d. h bis wieder ' Leitung«, aus Deutschland ins Ausland kamen, hielt .überall inr ernst. Daneben wurden — leider hat die c§ bezug auf das Ausland zum Teil nicht bester i-HÜISr" ~ tonst üblichen Alarmnachrichten verbreitet: Hnnger- w Teuiichlnnd, in Berlin koste da» Pierdeilciich schon 0 r- « ^u»d, Mißhandlungen aller Ausländer in Deutschland i , trample buchstäblich auf den ilüchteudesi Ameri- Acichl de» Kaisers, alle ausländischen Zourna- ,u erichikszen. Ermordung von Greisen, Frauen und Kisidern die deutschen in Eliaß-Lotliriugen und in Belgien, Vcr- ungcn, Plünderungen, Erschießen von Geiseln, Verwunde- b»ctanqe„e„ durch die Teutscksen uiw. Auch die eraltierten Aeußcningei, gewisser alldeutscher Blätter landen entsprechende Bc- r „et * el&c?, der stets als „Präsident des internationalen (-'Euchen Bureau» und belgischer Minister" angeiprochen wird, taw ^oudon und inzwische,, nach den Vereinigten Staaten, um die Negierungen und die öffentliche Meinung über den deutschen *£ tat ?^rad) — der überhaupt in der Qesientlkchkeit jj” Auslandes eine größere Rolle spielt wie alles andere — und -HtTJl 1 " wirklichen oder vermeintlichen Erciicltatcn der Dcutichen ihre Hilfe sür Belgien anzuruseii. Aus seinen Bc- it-r fii ■ bw n. a. die englische Arbeiterpartei bei ihrem Beschluß. 1 7, l'bgiening bei Anwerbung von Freiwilligen sür den Krieg »sw. inV® .. r «"en behilflich zu sein. Dazu und zu manchen vr N .Tinil«n märe es wahrscheinlich nicht gekommen, wenn ivelen wiire ^^'e^t Deutschland nicht völlig unterbunden ge- 0^ selbstverständlich, daß bei einer derartig künstlich cntsach- di« erst gegen Ende des August überall bekannte g u itj-jp* der wirklichen Stellungnahme der deutschen Partei n>ar ^^^ge- der inzwischen zum Verteidigungskriege geivorden kur,' vn„"i.E" Glauben fand. Besonders an Hand der ganz Militärn,. .. Kriegsausbruch stattgeiuudcneu Generalstreik- und crl» enzii^?. atten suchte man das- Gegenteil zu beweisen und s cki u „ o r ■ ^"ch^>cht sich bewahrheitete, war die Enttüu- Fiirirpr mllü* lgcmeine. Nicht nur die italieuischen Partei- Srfffiff6.7!,5 eTt s. “eftiirst, als sie hörten, daß die Meldungen von der rnler kirim Arbeilcrinhrer cnunde» seien! Wcieniiich inkere- Emdrnck hat sich, wie später gezeigt werden soll, ein« ,olleneinseitige Stellungnahme der ausländischen Ge- llrbeiit-^ ^ dentschen Partes herausgebildet, die im Ziilercnc der »ab ^^'.'"^tuationale sehr zu bedauern ist. Zu hossen ist nur, „„b /Aner späteren sachlichen Aussprache gelingen möge, die i<6 itl^^^baren Mißverständnisse weqzuräumcn und einer wirk- chnen ° Cn erzwingenden Jnternationolc die Wege ru Eine fran;ös,sche Niederlage. Ueber die neuesten Borgänge an der elsässischcn Grenze schreibt die Kölnische Zeitung: Bon der elsässischcn Grenze wird berichtet, daß die Franzosen am 1. Oktober aus dein Dliinstertal in der Richtung nach Kalmar vorzudringen vcr- suchten. Die Deutschen hatten sich bei Stoßweier gut verschanzt, ließen die französischen Alhenjäger bis etwa 30 Meter hcrankommen und eröffneten dann ein vernichtendes Feuer auf sie, dem nur wenige entgingen. Donnerstag und Freitaa wurden die französischen Stellungen von deutscher Artillerie beschossen, am Sanistag wurde auf deutscher Seite der Befehl zum allgemeinen Angriff gegeben. „Unaufhaltsam stürmten," sagt ein Bericht in den Basler Nachrichten, „die deutschen Landwchrlentc die hohen Berge hinan. Zwischen dem Weißen und dem Schwarzen See kam cs znm ent- scheidenden Gefecht. Mit großer Mühe hatte man deutsche Artillerie, darunter schwere Geschütze, hinaufgeschafft, die nun ein wirksames Feuer auf die befestigten Stellungen eröffnctc. Deutsche Infanterie drängte inzwischen durch die Schlucht vor. Um 1 Ilhr nachmittags begann der allgemeine Rückzug aiif französischer Seite und »ni 2y 2 Uhr war die Schlucht von- den Deutschen besetzt. Tie Deutschen machten einige hundert Gefangene und erbeuteten einige Geschütze der französischen Gebirgsartillerie. Man schätzt die Verluste der Deutschen ans etwa 250 Mann, die der Franzosen auf mindestens 500. Drei Lügen. Berlin, 6. Okt. (W. B. Amtlich.) In der englischen Presse ist von einem Tagesbefehl Kaiser Wilhelms berichtet, in welchem unter Ausdrücken der Verachtung gegen das englische Heer zu dessen Vernichtung aufgefordert werde. Dieser angebliche Tagesbefehl ist erfunden. — Das Reuter-Bureau schickte an das Ritzau-Bureau in Kopenhagen ein Telegramin zur Verbreitung, in welchem eine Baronin de B a y e nach einer Meldung des Tenips den deutschen Kronprinzen beschuldigt, auf dem Schlosse Baye bei Champaubert Kunstgegenständc und Kostbarkeiten g e - raubt und beim Verlassen des Schlosses die Bilder des Kaisers und der Kaiserin von Rußland mit Füßen ge- treten zu haben. Diese Meldung ist eine Lüge. Der Kronprinz war nach amtlicher Feststellung niemals in dem Schlosse Baye. Auch Truppen seines Heeres sind dorthin nicht gelangt. Auch die von französischen Blättern gemeldete Zerstörung der Besitzung des Präsidenten Poincard, Ribccourt in Lothringen, durch die Deutschen ist eine Fabel. Ribccourt lag allerdings in den Tagen vom 6. bis znm 9. Scpteniber im Brennpunkt von Kämpfen und wurde in Brand geschossen, aber durch französische Artillerie. Französische Trohnnften geften die Türkei. Das amtliche Organ der französischen Regierung beschäftigt sich in seiner Nummer vom 1. Oktober mit dem Verhalten der Türkei während der letzten Zeit. Tie Verbündeten hätten jetzt freilich anderes zu tun, als sich mit der Türkei auseinanderzusetzen. Allein es wäre unentschuldbar, die jührcnden Kreise in Konstanlinopel auch nur einen Augcn- vlick in dem Glauben z» lassen, daß das gefährliche Spie! für das Reich der Osmnncn einen noch so kleinen Erfolg verspreche. Nachdem das Blatt ansführt, wie sehr es die Türken in dpn letzten Zeiten an loyaler Politik den Ententemächten gegenüber fehlen ließen, saßt es seinen Groll in die Drohung zusammen: „Wir beabsichtigen für heute nicht, die Krisis zn ocschlcunigcn. Aber man soll daraus in Konstantinopcl nicht den törichten Schluß ziehen, daß die Regelung der Rechnungen damit aufgehoben sei. Nur ausgeschobcn." — Man kann es ruhig den Türken überlassen, die ohnmächtigen Drohungen, die ein Zeugnis der Schwäche darstellen, mit einem orientalischen Lächeln zu quittieren. Französi che Furcht vor dem Winter. Der Vossisch«,! Ztg. wird von cm«m Mitarbeiter, der in den letzten Wochen das Kainpsqebiet zwischen Marne und Oise hinter der sraiitzüsische» Front bereisen konnte, geschildert, wie der tommeude Winter sür die Franzosen ein noch weit ichlimmcrer Feind sei, als di« Bedrängnis durch die Deutschen. Er schreibt dem Blatte u. a.: „Wenn cs zu einem Winterseidzug kommt, dann tritt «in Zustand in Frankreich ein. in dem die Teutichen garnicht mal not- ivcndig haben anzugreiien. Denn Frankreich ist schon zu Beginn des Herbstes so total erschöpft, daß es einem Kriegswinter aus keinen Fall überleben kann. Das sag« nicht ich allein, das sagen alle Franzosen, die von heute auf morgen sehe» können. Ter Einbruch der TeuN'chcn hat über lö Millionen Franwl'en chaotisch durcheinander gewirbelt. Diese lö Millionen besinden sich auf einem fortwährenden Umzug, ohne Rast, ohne seste 2!ahrung. ohne zeitgemäße Kleidung, in einer seelische» Bersaffung, di« auszudrucken cs an Worten fcljlt. Ei» in Permanenz erklärtes Nomadenleben könmeu nicht 10 Prozent von den genannten 15 Millionen bei Einbruch der rauhen Witterimg ertragen. Sie müssen sterben und verderbeir: denn so etwas ivic eine Organisation für die Hebung der ?!ot dieser 15 Millionen ist nirgend» au entdecken. .. Für eine Winterkampagnc ist aber auch bas Heer absolut nicht vorbereitet. Di« Lebensmittel könnten da sein, mcnu die Verbindungen mit den Häfen auch nur cinigermaßen sunktionicrrii würden. Zn den Häfen alles spottbillig, da» meiste an Früchten und Lebensmitteln der Verwesung und Vernichtung prcic-gegeben. im Zmiern des Landes aber, im Herzen von Frankrcickz, Teuening, Hungersnot. Zn der Desorganisation im Eisenbahnbetrieb feiert man wahre Orgien. Auch die Vern>a!tnngen der Militärmagazinc sind mit ihrem Latein zu Ende. Die letzteren können nicht nachgesüllt werben. Zrgendwo stockt die Maschinerie in dem gewaltigen Betriebe iiir die Versorgung und Munitionierung de» MilltoncnheercS. Zeder weiß es, daß cs stockt. Zeder sucht nach Abhilfe. Der eine macht den anderen verantwortlich. Mau streitet, schrmpst. Mit dem einzigen sichtbare» Resultat: da-S Chaos wird von Tag zu Tag größer, r>cr- hängniSvoller, katastrophaler. An Unisormen hat es sa schon zu Beginn des Kriege» gefehlt. Huudertlauiende von Reservisten konnten gar nicht oder nicht reckstzeitig „eingeklcidct" werden. An den Winter aber Ixrt man offenbar überhaupt nicht gedacht. Und schon machen sich warnende Stimmen weilen des zusehends größer werdenden Mangels cm Munition bemerkbar. . . ." Eine englische Stimme der Bernnnst. In der bekannten radikal-liberalen Londoner Wochenschrift The Nation wendet sich der Schriftsteller Henry W. N e v i n s o n gegen verleumderische Angriffe, die von englischer Seite wider Deutschland gerichtet worden sind. Er stellt fest, daß er bei eincin Aufenthalt in Deutschland kurz vor dem Kriegsausbrüche den bestimmten Eindruck gewonnen habe, daß das deutsche Volk keinen Krieg wollte und ihn sicher nicht erwartete. „Die Dentschen fürchten für ihre Eristenz, für ihivn rasch ge-: wachsenen Reichtum, sür ihre Bildung, für ihre Schulen, für alles, da» sie ihre Kultur nennen. Es gibt kein nationales Fcindichafts-- geiühl gegen Frankreich. Das ist ein Zeichen für ktinftige Hosf- nung. Als ich von Transvaal nach der Natalgrenzc kam, ivcmgc Tage vor Ausbruch des Burenkriege». da sagte General Zoubcrt zu mir bei der Abreise: „Das Ziiucrst« meiner Seel« blutet vor Schmerz." Zch schreibe dies als ein Engländer, der denkt, daß wir, wenn wir beiseite gestanden hätten, als Belgien angegrissen und Frankreich nicdergeivorsen werden sollte, nicht wert wären, der Welt ins Angesicht zu schauen. Aber ivenn ich an Deutschland denke mid alles, was es uns gewesen ist, dann sage ich mit Zaubert: „Das Znuerste meiner Seele blutet vor Schmerz." Worte Goethes, in denen er die Duldung unter den Völkern und das enge Band gemeinsamer Kultur gepriesen, gingen mir durch de» Sinn, als der Zug uacki unserer ?lbreise aus Berlin langsam durch Deutschland fuhr. Vom Wage» aus konnte ich sie sehen, diese lieblichen deutschen Dörfer und diese alten deutschen Städte, in denen ich so oft mit Landsleuten und SNldentcn so glücklich gewesen ir>ar in dem Glauben, daß der deutsche Geist da» Gchcimms des Weltalls uinfasse. Zch bebanre nicht die Zeit, die ich unter den Deutschen auf der Suche noch diesen Geheimnissen verbrachte. Ta lagen sie noch vor mir, die ichsnen Häuser mit ihren hohen Dächern, die ivohlbestcllten Felder, die Wälder und die Hügel, raunend von der alten Weisheit des deutschen Märchenlandes " Es ist sehr erfreulich, daß ein Engländer den hetzerischen Phrasen seiner Landsleute entgegcntritt und sich bemüht, den über die festländischen Dinge und Menschen im allgemeinen lehr schlecht unterrichteten Bewohnern der britischen Inseln ein zutreffenderes Bild von deutscher Gesinnung zu geben. Zu wünschen bliebe nur, daß auch in Deutschland mehr als cs geschieht, Verständnis für die Art des englischen Volkes verbreitet würde, daß man anfhörtc, alle Engländer sozusagen in einen Tops zn werfen, und die Anstrengungen anerkennte. die von nicht ganz wenigen Angehörigen der englischen Nation gemacht werden, die verhängnisvollen Folgen einer verhängnisvollen auswärtigen Politik nach Möglichkeit abzuwcnden. Italienischc und schweizerische Sozialiste»» als Friedensvermittler. Der Mailänder Scccolo will (wie die Franks. Ztg. incldet) aus zuverlässiger Quelle vernommen haben, daß d'.e italienischen und schweizerischen Sozialisten auf ihrer Tagung in Lugano beschlossen, eine tatkräftige Friedenspropaganda in Szene zu setzen. Tie Wechselbeziehungen zwischen den Sozialisten aller Länder, die durch den Krieg sich etwas lockerten, sollen wieder gefestigt werden, uni an der Herber- 'ührung eines schleunigen Friedens mitzutnu. Zur prakt:- -chcn Ausführung dieser Idee werden zwei Parteiführer sich vorerst nach Berlin und Wien begeben. Gleichzeitig sollen einige sozialistische Abgeordnete nach Bordeaux fahren, um Jules Guesde und Marcel Sembat zu bewegen, aus der Regierung z u r ii ck z u t r e t e n und damit die V c r- a n t w o r t u n g des Krieges der Bourgeoisie zu über- lassen. Man verhehlt sich die Schwierigkeiten, ja persönlichen Gefahren, die mit der Ausführung dieser Mission verbunden sind, keineswegs. Allein das erstrebenswerte Ziel der Neu- tralität und des Friedens sei jedes Opfer wert, selbst das des Lebens. Damit werde übrigens die irrige Ansicht, daß Net,tralität Feigheit bedeute, vernichtet. Bei den deutschen Sozialdemokraten würden die vermittelnden Genossen aus der Schweiz und Italien gewiß Entgegenkommen finden. Ob aber der gegenwärtige Moment, die Gestaltung der kriegerischen Verhältnisse, eine Fricdensvcrmittlung möglich erscheinen läßt, muß sehr bezweifelt werden. Italiens Neutralität. Verättvernnge» im italienischen Ltrieasministerinm. Rom, 6, Okt, (Ctr, Frkft.) General Tafloni, Unterstaats- sckrctär des Krieges, nahm seine Entlassung. Leine Gründe sind von Bedeutung in diesem Augenblicke. Es sollen Differenzen zwischen ihm und dem Gcneralstabe bestehen, weil dieser die schnelle Turchsührung gröberer Riistungsvorbcreitungen forderte und im Kriegsministerium gewissen Widerstand fand. Gleichzeitig wird auch gegen den Kriegsminister Grandi gearbeitet. Dieser trat ins Kabinett Lalandra mit einem verhältnismäßig bescheidenen Programm ein, nachdem General Porro bas Portefeuille des Krieges abgclchnt hatte, da seine weitgehenden Forderungen aus Widerstand ans finanziellen Gründen gestoßen waren: auch macht man Grandi zum Vorwurf, daß beim Ausbruch des VölkerkricgeS die Bestände in den Magazinen Lücken auswiescn, obwohl der Premierminister Lalandra Anfang April in der Kammer feierlich versichert hatte, daß die Bestände in Ordnung seien. sFrankft. Ztg.j Die französischen Sozialisten für — die russischen gegen den Blutzarcn! Bekanntlich sind die französischen Sozialisten und Syndikalisten dem Zaren auf den Leim gekrochen und glauben an dessen Versprechungen von der „Befreiung Polens", der Gleichstellung der Juden, ja sind überzeugt, daß nach dem Kriege in Rußland ein freiheitliches Regime inauguriert werden würde. Auch B u r z e w, der bekannte Entlarver Asews, stößt ja in dasselbe Horn. Dieser Tage verösfentlichie nun die Humanit6 eine Zuschrift von einigen russisch-polni- schcn Sozialisten, die sich als Freiwillige in der französischen Armee engagiert haben. Sie erklären der französischen Demokratie, nicht aber dem Verbündeten des Zarentums zu dienen. Die Guerre Sociale veröffentlicht ihrerseits eine Zuschrift des Genossen M o r t o f k von der sozialdemokratischen Partei Rußlands, in der er Burzcw erwidert, daß die Dumasraktionen der Sozialisten und der Arbeitspartci „einmütig gegen die Politik protestiert haben, die den gegenwärtigen Krieg hcrbeigefllhrt hat und sich geweigert haben, die Ausgaben für den Kr i-eg zu votieren." Die sozialistischen Parteien Rußlands bleiben nach wie vor in unverbrüchlicher Opposition gegen den Zaren. Sie konnten schon deshalb die russische Regierung nicht unterstützen, weil diese alle einflußreichen Ge- nassen zu Beginn des Krieges eingekerkert, die Gewerkschaften aufgelöst und die Zeitungen verboten hat. Das gestohlene Unterseeboot. (XV. B. Nichtamtlich.) Der Messagers meldet aus Spezia: Die Schiffswerft Muggiano erhielt nachts eine Depesche auS Bastia von dem Ingenieur Tonchi, der sich an Bord des verschwundenen Unterseebootes befand, in der er un> Erlaubnis bittet, znrllckkehren zu dürfen. Die Werft forderte Tonchi telegraphisch auf, der Besatzung die Weisung zu erteilen, dem Führer des Unterseebootes, Belloni, nicht zu gehorchen und mit dem Unterseeboot auf die Ankunft eines italienischen Torpedobootes zu warten, welches das Unterseeboot zurückholen werde. (Ctr. Frkst.) Die russische Botschaft erklärt, daß das auS Spezia verschwundene Unterseeboot wirklich von Rußland bestellt war, daß jedoch Rußland dem geheimnisvollen Auslaufen völlig fernstehe. Russische föflttnmiftt. Rach Meldungen polnischer Blätter haben die Russen aus dem Ossolinskischcn Railonalmuseum in Lemberg 1044 Gemälde, da- runler Meisterwerke von Ranael und Tintorettv, ferner 28 000 Kupferstiche, tausende von Münzen, Medaillen. Büchern, Handschriften und verschieden« national-polnische Reliquien nach Petersburg geschasst. „(5s fehlt an derOpse Willigkeit der Reichen." Dies wird in einer Zuschrift an die Badische National- liberale Korrespondenz fcstgestellt. ES heißt da bezeichnender- weise: Wenn das Rote Kreuz immer und immer wieder bitten muß und klagt, daß es noch lange nicht die Mittel hat für sein« not- Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 80 „Lieber Björnarne." sagte Hanna, ihn festhaltend, „cs ist unserer Eltern Wille, daß wir einander angehören sollen, und wir kennen uns nicht erst seit heut. Seit Jahren, seit unserer Kinderzeit haben wir uns gesehen, und wie ich denke, hast du mich lieb gewonnen." „Ist ein Faktum!" ries Helgestad dazwischen. „Ist es nicht so, Björnarne? Hast seit Jahren in deinen Gedanken Hanna im Gaard von Oereäes gesehen. Denke ja! Sind deine Wünsche jetzt alle erfüllt. Schau auf in ihre Augen und falle ihr um den Hals. Kannst es tun, du Wcttcrjunge. streift die Blödigkeit ab, und hier kommt Klaus Hornemann, sagt ihm selbst, was ihr von ihm verlangt." Marstrand war kein Zeuge des letzten Teils dieser Szene gewesen, um welche sich ein dichter Kreis gebildet hatte, der ein Jubelschrci erhob, als Björnarnc der Weisung folgend Hanna küßte und einige Worte stammelte. Jlda und die nächsten Verwandten mischten sich mit ihren Glückwünschen und Umarmungen ein, und während das geschah, entfernte sich der Junker, um dem alten Priester entgegen zu gehen. „Finde ich Sie endlich wieder, lieber Freund," sagt? dieser nach der ersten Begrüßung. „Herzliches Willkommen nach Ihrer Reise, wir werden uns manches zu erzählen haben. Und was flüstert man sich zu?" fuhr er lächelnd fort. „Johann Marstrand hat eine schöne, junge Dame aus Bergen mitgebracht?" „Nicht für mich, ehrwürdiger Herr," siel Marstrand ein. Es ist Fandrems Tochter, die für Björnarne bestimmt ist. Verhüten Sic es, geben Sie weniAstens nicht zu. daß heut und hier das Verlöbnis ausgesprochen wird." „Und warum nicht?" fragte der Priester ihn anblickcnd. „Soll das Mädchen gezwungen werden?" wendige Arbeit, so frag« ich: „Wo sehlt's? Ich habe den bestimmten Eindruck: eo schlt noch gewaltig an der Opsirwtlligkeit der Reichen. Es ist bekannt, daß so manche Stedr ein« nicht geringe Zahl von Millionären hat: es sind zum Teil vielfache Millionäre. Wo sind denn die „Lvier dieser Leute?" Was bedeutet da eine Gabe von 1000 Mark oder mehreren 1000 Mark. Das ist noch lange kein Opfer. Das ist weniger, als weim unsere Bäuerlein und Arbeiter drei und fünf Mark bringen. Unsere Söhn« stehen draußen im harten Kamps und verspritzen ihr Herzblut vor dem Feind — auch für euch, ihr Vermöglichen und Reichen, zum Schutz und zur Erhaltung eurer Kapitalien. Wollt ihr ihnen mit Almosen dafür danken? Ich fürchte, wenn der Lpscrsinn der Großkapitalisten nicht noch ganz anders erwacht zugunsten unserer kämpfenden, verwundeten Brüder und ihrer notleidenden Angehörigen, dann werden nach dem Kriege die sozialen Kämpfe »och viel stärker und erbitterter als zuvor, zum Unglück für unser Volk mid Vaterland. Preußische Art Ueber den Streik der Briefträger in Brüssel entrüstet sich die P o st. Sie verlangt, daß den Beamten, die ihren Dienst nicht verrichten wollen, aufs deutlichste vor Augen geführt werde, daß cs in einer unter deutscher Herrschaft stehenden Stadt so etwas wie einen Streik nicht gebe. „Diese Frag« muß auf preußische Art geregelt werden. Fm Juni dieses Jahres haben die Pariser Postbeamten bekanntlich einmal gestreikt. Damals dem ich te sich j>er Bert ehrsminister Thomson noch nachts um 11 Uhr aus das Pariser Hauptpostamt, wo er vom Dach« eines Postomnibusses herab bcgüngende Worte an feine Untergebenen richtet«. Ein derartiges Schauspiel unfreiwilliger Koniik mag in Frankreich möglich sein oder in Belgien. Unsere Auffassung vom Beamtentum und vom geregelten Tienst- betrieb duldet solche Komödie nicht. Wir können uns in keiner Weis« vorstellc», daß ein höherer deutscher Beamter diesen Weg wählen würde, um sich den Gehorsam seiner Beamten zu sichern. Auch in Brüssel nicht." Zum Streik der Briefträger selbst sagen wir nichts, da die Nachrichten über ihn noch zu unbestimmt lauten. Wir stellen nur fest, daß die Post ihn auf preußische Art erledigt sehen will, das heißt also, daß das Blatt auch noch in diesen Zeiten von einer besonderen preußischen Methode redet, die sich nach seiner Meinung offenbar zu ihrem Vorteil von der allgemeinen deutschen Art der Behandlung politische: und sozialer Angelegenheiten unterscheidet. Der preußische Landtag. Berlin, 6. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Kaiser hat durch Erlaß aus dem Großen Hauptquartier voin 24. Sep- tcinbcr genehmigt, daß beide Häuser des Landtages zur Fortsetzung der Legislaturperiode vor dem durch Verordnung vom 15. Juni 1914 festgesetzten Zeitpunkt zusammentretcn. Daraufhin hat der Präsident des Abgeordnetenhauses die 96. Plenarsitzung auf den 22. Oktober anberaumt. Es werden nur mit dem Kriege zusammenhängende Vorlagen erledigt werden. Der Ostmnrkr,«verein stellt seine Agitation ein. Ter Hanpivorstand des Ostmarkenvereins hak, wie die Preußische Lehrerzeittmg nntteilt, beschlossen, di« Vercinslätigkeii einzustellen: denn nach den Satzungen ist di« Aufgabe des Vereins als beendet anzusehen, wenn di« polnische Bevölkerung einer deutschfeindlichen Agitation entsagen uni mit den übrigen Bewohnern ihres deutschen Sciinatlandes bestrebt sein ivcrdc, mi den Segnungen deutscher Kultur teilzune innen und ihre nicht zu verkennende Befähigung uni Tatkraft in den Dienst derselben zu stellen. Tie gesinnte Organisation des Vereins wird in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt. Neue englische Truppe« in Antwerpen. Aus dem Haag wird telegraphiert: Hier ist die Nachricht cingetrosscn, daß eine große Transportslotte im Kanal gesichtet werden soll, die sich in der Richtung gegen die belgische Küste bewegte. Es scheint sich um die Landung britischer Truppen in Ostende zu handeln, die dazu bestimmt sind, die belgische Armee in Antwerpen in ihren Operationen zu unterstütze». Rotterdam, 7. Okt. Eine amtliche belgische Mitteilung gibt bekannt, daß Verstärkungen in Antwerpen eingetrosfen seien, wodurch die Streitbarkeit der belgischen Truppen erhöht wurde. Tic Bevölkerung müsse aber wissen, daß das Schicksal des Landes und somit Antwerpens in diesem Augenblick an der Aisnc entschieden werde und daß die Verbündeten unter diesen Umständen eine Schwächung ihrer Kräfte vermeiden müssen. Die Antwcrpener Besatzung sei überdies stark. Ferner gibt der Kommandant von Antwerpen bc- „Nicht das", erwiderte der junge Mann. „Sie ist bereit oazu, aber Björnarne" — er sah verstumniend vor sich hin. Hornemann schüttelte den Kopf. „Der Pastor von Lyngcnfjord, Henrik Sture, ist krank", sagte er, „ich verwalte sein Amt, und dies befiehlt mir, Segen über die Paare aus- zusprcchen, welche sich mir vorstellen. Björnarne tut recht, wenn er dieser edlen Jungfrau seine Hand reicht und seines Vaters Willen erfüllt. Sie aber, der Sie der Freund dieses armen Jünglings sind, sollten nicht hindern wollen, was zu icincm Glücke gereicht." „Ist das ein Glück", versetzte Marstrand eindringlich, „wenn man bleich und verstört Ja sagt? Sie wissen nicht, was ich weiß, wissen nicht, was geschehen ist, auf welche Weise dies glückliche Paar zusammen komnit. was Helgcstad dazu getan hat." „Ich glaube nicht, daß dies das Aergste ist, was er in seinem Leben tat", sagte Hornemann. „Ihr Herz mag dabei leiden, mein junger Freund, aber erinnern Sie sich, was ich Ihnen einst schon über die Sitten dieses Landes sagte. Die Kinder folgen hier den Geboten ihrer Eltern, das ist ein strenges unverbrüchliches Gesetz. „Haben Sie,", fuhr er leiser fort, „auf Ihrer Reise in der Nähe dieser Jungfrau, die eines anderen Mannes Braut war, dies nicht bedacht?" „Seien Sie überzeugt", sprach Marstrand errötend, „daß sich für Hanna keine verbotenen Wünsche hege, daß überhaupt von mir nicht dabei die Rede ist." „Und wenn dies nicht ist," antwortete der Priester, „was treibt Sie an, Einspruch zu erheben?" „Meine Teilnahme sür beide und meine Furcht vor Unheil." „Sonderbar", sagte Hornemann. „Können Sie mir mit- teilen, worauf sich diese Furcht begründet?" „Nein, nicht jetzt, nicht hier," cntgegnctc Marstrand, „ich habe Hanna gelobt, darüber zu schweigen, aber hindern Sie das übereilte Gelöbnis." kannt, daß es den Bürgern freistehe, die Stadt zu verlasset In der Kathedrale wurde eine Betstunde abgehalten, bei de der Kardinal Mcrcier zugegen war. Nach dem Gottesdienj stimmte die Orgel die Nationalhymne an. Eine Prozcssic» mit dem Bilde unserer lieben Frau von Antwerpen, der Be schlltzerin der Stadt, verließ die Kirche. Ferner wird ge meldet, daß die Stadt nach der Zerstörung der Wasserleitun, schon seit einer Woche ohne Trinkwasser sei, wodurch die Ge fahr einer Epidemie in den ärmeren Teilen der Stadt in di, Nähe gerückt sei. Am Samstag drang Kavallerie übe, Dussel, das zuerst durch Artillerie zerstört wurde, in Lintl durch. Am Sonntag sahen die Deutschen von weiteren Ver, suchen, die Antwerpener Forts zu forzieren, ab. In di, Schlachtlinie der belgischen Truppen zwischen Schelde uni Senne konnten die Deutschen eine Bresche schlagen. Die Be- völkerung von Antwerpen zieht noch immer in langen traurigem Zuge nach der holländischen Grenze. Erschießung deutscher Gefangener? Rom, 7 .Okt. Barzini telegraphierte dem Corricre belle; Sera über das tragische Los deutscher Gefangener, die, zwe > und zwei aneinander gefesselt, ins Gefängnis transportiert und dort von französischen Gciicralstabsoffizicren vernommer und pcinlichst ausgeforscht wurden. Dann wurden die armer Soldaten — immer gefesselt — weitcrtransporticrt. All, deutschen Gefangenen, bei denen angeblich geraubte Gegenstände gefunden wurden, werden unbarmherzig erschossen Sie gehen alle mutig und gefaßt in den Tod. Die zum Tod« verurteilten Deutschen wollten sich die Augen nicht verbinden lasten. Sie falteten die Hände und erwarteten die Kugel iv knicendcr Stellung. Nun muß sich alles wenden —! Bon Petersburg wird telegraphisch nach Paris gemeldet, daß der Zar am Samstag in Lublin cingetrosscn ist, um den kriegerischen Vorgängen persönlich beiwohnen zu können. Kämpfe zwischen Bulgaren und Serben. WTB. Wien, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Die Reichspost nicldct aus Sofia: Vorgesteru in Struniitza angekommene bulgarische Flüchtlinge erzählen, daß zwischen Serben und Bulgaren erbitterte Kämpfe bei Jschtip stattfänden. Die Serben hätten Verstärkungen erhalten. Es finde eine regelrechte Belagerung Jschtips statt. Ueber 200 bulgarische Familien ans der Umgebung der Stadt seien gefesselt ins Landesinnere gebracht worden. Die Russen in Persien. B. Wien, 0. Okt, (Nichtamtlich ) Tic Korrespondenz Rundschau meldet über Konstantinopel: Die rustenfcindlichc Be- wequnq in Persien aewinnt immer mehr an Umfang. Aus der russischen Gesandtschaft tn Teheran sind Drohbriefe gesunden worden, Rnßland will deshalb zum Schutze seiner Untertanen „nt des diplomatischen Personals Truppe» absendc» und verschärstc Maßnahmen auf den russischen Bahnlinie» ergreifen. Bedrohst«» hat sich die Lage slir die Russen in Ardcbil gestaltet, das ziemlich bcscstigt und accignet ist. den Russen Ungclegcnhcitcn zu bereiten. In Täbris, KaSwin „nd Lerab wurden Befreiungskoniitces gebildet, die großen Zuzug erhalten, Bein, Unar-Gcbirgc kam cs zu heftigen Gefechten mit de» russischen Grcnztruppcn, i» denen die Lchachsewenncn die Oberhand erlangten. Die Lage in Südpersicn ist für die Engländer bedenklich. Unwürdiges Verhalten mit zehn Jahren Znchthanö bestraft. Vom Kriegsgericht ln T t l s t t wurde der Tclegraphen-Ober- lcitnngsaufsehcr L i » z c n a u zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, Als die Russen in Tilsit waren, fragten sic de» Vertreter des Postdircktors, Sekretär Papcndick, wo das Kabel läge. Der Gefragte gab elne ausweichende Antwort, darauf trat aber Linzenau, ohne daß er gefragt und ausgesordert wurde, hervor und sagte, der Papcndick wäre noch kurz vorher an der Kabelanlage tätig gewesen! Dadurch brachte er de» Vertreter des Postdirektors in die größte Gefahr. Eine neue Ncutralitätsvcrstchernng der Türkei. Konstantinopel, 7. Okt. Ein inspirierter Artikel des Jkdam antwortet auf die von der Petersburger Nowoje Wremja und dem Moskauer Ruskoslow gegen die Türkei gerichteten Angriffe. Jkdam führt aus, daß die Türkei England gegenüber ihr Programm und ihre Neutralität bewahren wird, um ihre eigenen Interessen verteidigen zu können. Die islamitische Welt erwache aus ihrem Schlafe, „Hierher mit dem Pfarrer, hierher!" ließ sich Hclgcstads Stimme hören. „Denke, ist keiner, der größere Sehnsucht nach ihm l>at, wie wir." Und an einer Hand Hanna führend, an der anderen Jlda, die von Björnarne und Paul Pctersen begleitet wurden, trat er aus dem Kreise, der mit dem Vogt an der Spitze ihnen unter Beifall und Freudcnruf nachfolgte. „Nichts kann ich ändern und nichts hindern", sagte Hornemann, „aber wünschen kann ich, Herr Marstrand, daß Gott auch Ihnen so viel Frieden und Ergebung verleihe, w>o ich in den Gesichtern dieser jungen Paare entdecke." „Amen!" murmelte Marstrand in sich hinein, indem er sich fortwandte. „Musik voraus und spielt das beste Stück, was ihr habt" rief Helgcstad. „Dann dreimal rund uni die Kirche den Zug, wie cs alte gute Titte ist, und nun, Klaus Hornemann, nehmt sic hin und schließt den Bund ab, daß er nie auseinander springt," „Ist cs so, meine teuren Kinder?" fragte der Greis. „Wollt ihr in Leid und Freude einander angehören und treulich halten, was eure Herzen in dieser Stunde geloben?" Er blickte Hanna an, die lächelnd neben Björnarnc stand. — „Ja", sagte sie mit einer lieblichen Neigung des Kopfes, und an der anderen Seite sagte Jlda ihr Ja, ohne einen Z"s ihres strengen Gesichts zu verändern. „So kommt denn", sprach Hornemann, und die Brautpaare ordneten sich, ihre Verwandten und Freunde uniringten sic, die Musik erscholl, Fahnen flatterten und Kränze von frischen Frühlingsblunicn wurden auf die Locken der jungen Mädchen gedrückt. In der ersten Stunde des Morgtfts, als die Sonne hellstrahlend ani Himmel stand, verkündete Klaus Hornemann den Segen des Himmels über die Verlobten. lFortsetzung folat) intfc da würde es für England und Frankreich gefährlich sein, die Türkei anzugreisen. Kreuzer „Emden" im stillen Ozean. London, 7. Okt. Wie Morning Post aus Calkutta meldet, ist durch die Tätigkeit des deutschen Kreuzers „Emden" Birma ganz von der Außenwelt abgeschnittcn. In- folge des Verbots, den Hafen von Rangun zu verlassen, ist bereits seit zwei Wochen kein Schiff von dort eingetroffen. Hesieu nnd Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Verlustliste des Jnf.-Reqiments Nr. 1l6 Gießen. Gefechte im Westen vom 10. bis 21., Anloy am 22. u. a. am 27. und 28. 8. 1914. 10. Kompagnie: Hauptm. v. Weltziey, tot. — St Ti »gelbe in, vw. — St. Meyer, vw. — 81. d. 91. Schmidt, vw. — St. d. 31. Fischer, vw. — Bizefeldw. Hermann Pretsch, Michätz, Kr. Merseburg, vm. — Unterosf. Karl 91an«, Marburg, lv. — Einj.-Freiw. Untcrosf. Fritz Tietz, Berlin, vm. — Gefr. d. R. Ewald Machelett, Eggenschcid, Kr. Altena, vm. — Ge fr. d. R. Wolter Mcttberg, 31ei,enrahnied«, Kr. Altena, vm. — Untcrosf. d. 31. Karl Stumps. Garbcnteich, schvw. — Sanitätsnirterosf. Franz Wild, Hohenfülzen, vm. — Ge fr. Wilhelm Herzog gen. Kranz, Ha gen-Delstern, Kreis Hagen, schvw. — Unterosf. Philipp Karl Prcutzcr, Düdelsheim, Kr. Büdingen, low. — Gefr. Paul Dior Schulte, Fserlohn, schvw. — Wert. Mathias Döbert, Obertslmuseu, lvw. — Einj.-Frciw. Unterofs. Ernst Strack, Leihgestern, Kr. Gietzen, schvw. linzwischcn gestorben). — Einj.-Freiw. Gefr. Wilhelm Knipp, Herchen, Siegtreis, lvw. — Gesr. d. 91. Johs. Weide, Werdol, Kr. Ztltena, lvw. — Gefr. ü. 91. Ernst Fleischhauer, Bützfeld, schvw. — Gesr. d. 91. Heinrich Haas, Gieszen, lvw. und vm. — Must. Will,. Brill, Aulendicbach. lvw. — Musk. Christian Foh. Gg. Bücher, Bärstadt, Kr. Untertannns, lvw. — Musk. Aug. Tewald, Frantfurt a. M., schvw. — Musk. August Gottschalk, Epstein, tot. — Dtusk. Johs. Heim, Rendel, lvw. — Musk. Hugo Klipper, Bergheim, Kr. Büdingen, lvw. — Must. Jakob Schicdhelm, Bwlstheim, Kr. Worms, sä/vw. — Musk. Foh. Baptist Schneider, Dietersheim, Kr. Bingen, tot. — Musk. Aug. Beith, Dedenau, Kr. Biedenkopf, lvw. — Dtusk. Fohann Weis, Aris, Kr. Unterlahn, lvw. — Atusk. Sttnislaus Ävyceiechowsti, Swisrczyn, Kr. Siffa, lvw .— Musk. Karl Philipp. Stansdors, Kr. Bolkcnhain, lvw. — Musk. Sucas Georg Jung, Niedersemen, lviv. — Musk. Herrn. Kahle, Magdeburg. schvw. — Musk. Bernhard AmoS, Kleintatz. Kr. Neustadt, lvw. — Musk. Christian Fischer, Sich, lvw. — Musk. Lorenz Fuchs, Nackcuhcim. lvw. — Musk. Ludwig Gaubatz. Darmstadt, schvw. — Musk. Josef Janz, Brau- bauerschast, Kr. Gelsenkirchen, schvw. — Must. Heinrich Im Hof, Münchhansen, Kr. Marburg, tot. — Musk. Siegfried Katz, Rausch- Holzhansen, Kr. Kirchhain, tot — Musk. Wilhelm Kn-ierim, Olt- Hosen, Kr. Worms, tot. — Musk. Franz Kuch. Sprendlingen, schvw. — Musk. Karl Momberger, Windhause», Kr. 3llKfeId, lvw. — Musk. Leonh. Müller II., Ober-Ramstadt, lvw. — Musk. Peter Schäfer, Unter-Monan, schmv. — Musk. Heinrich Schmidt, Banreuth, schvw. — Musk. Georg Steiner. Estcuheim. Kr. Mainz, lvw. — Musk. Georg Stumpf, Garbenleich, lvw. — Musk. Johann Träger, Niedcr-Rodeu, Kr. Dieburg, lvw. — Musk. Karl Will. Birlenbach, Kr. Unterlahn, lvw. — Einj.-Freiw. Felix Marnschte, Bärdors. Kr. Miinsterberg, lvw. — Musk. Konrab Niedermeyer, Furth, Kr. Ansbach schvw. — Musk. Friedrich Baitzki, Weinburg, Kr. Zabern, schvw. — Res. Friedrich Schlick, Niederhcnkelbach. Kr. Wipperfürth, schvw. — Gefr. d. 91. Konrad Rllhl, Burggemünden, lvw. — Res. Ktrl Fiedler. Beuern, lvw. — Res Otto Johannes Bommershcint, Billingen, Kr. Kietzen, schvw. — Res. Heinrich Beck, Slllstadt, Kr. «Äheinsekd. schvw. — Res. Karl Fahrt, Teckenbach, schvw. — 3des. Johann Michael Hiisteiidürser. Roth, Bayern, tot. — Res. Heinrich Heberling, Obersorg, Kr. Alsfeld, schvw. — Res. Georg Held II., Leihgestern, schvw. — Res. Richard Hoftnann. Oberschmitien. Kr. Schotten, schvw. — 31es. Heinrich Kühn. Ober-Bessingen, lvw. — Res. Karl Leidner, Villingen, schvw. — Res. Friedr. Lind. Villingen, tot — Res. Herm. Römer. Heucheliherm, lvw. — Res. Friedr. Will). Schröder, Rastabt, Kr. Altena, lvw. — Res. 9!ud. Sparend erg, Dalsen, Kr. Iserlohn, lvw. — Res. Johannes Stock, Angersbach, tot. — Res. Wilhelm Vinson, Utphe, lvw. — Res. Otto Wilhelm Heinrich Weller. Wieseck, Kr. Gietzen. schvw. — Gefr. d. R Adolf Becker II., Dierdorf, Kr. Neuwied, schvw. — Ncs. Heinrich Toll I., Borsdors, lvw. — Res. Georg Schmidt, Horrmannsdors. Pfalz, lmv. — Res. Ernst Hedrich, Edingen, Kr. Wetzlar, lvw. — Res. Ferdinand Schmidt. Schwabenrod. lvw. — Gesr. d. 9t. Heinrich Haas. Gietzen, vm. — Gefr. d. 91. Karl Heogcr, Münster, vm. — Musk. Emil Fischer. Wanzcnmi, Kr. Stratzburg, mn. — Tamb. Adolf Schäfer. Diez. vm. — Aluök. Josef Borheimer, Abenheim. Kr. Worui-S, vm. — Musk. August Ebner, Würzburg, vm. — Musk. August Flick, Siegen, vm. — Musk. Georg Jvh. Kiel, Niedererienbach, vm. — Musk. Wilhelm Kouftanz. Grotzen-Buscck. vm. tInzwischen als tot aemeidct.) — Musk. Franz Kopp. Klein-Krotzenburg, vm. — Musk. Hugo Ockenfutz, Stratzburg, vm. — Musk. Heiur. Weigand, Heuchel- tzchm. vm. (Inzwischen als tot gemeldet.) — Musk. Georg Ziminer- mann, Dietesheim, Kr. Osfeubach, vm. — Musk. Alois Zciiberger, Huudztori, Kr. Plastau, vm. — Res. Will). Bcckmerhageii. Dahle, Kr. Altona, vni. — 91e(. Hermann 'Becker. Stuttbof. Kr. Dainiger Niede- rimg. vm. - Res. Hch. Zippel, Eifa. vni. — 91es. Heiur. Greb, Leusel, Kr. Alskeld, vm. — Nef. Hch. Hutz, Alten, vm. — Res. Karl Hof- mann. Rödgen. Kr Gietzen, vm. — Res. Will). Jung. Leihgestern, vm. — 9)c(. Kormami. Decken buch, vm. — Res Hcinr. Lang, Nicder-Osleiden. vm. — Rcs. Heiur. Linker. Burgholz, 5ir. Kirch- h-un, vm. - Res. Ludwig Riihl. Homberg. Kr. Alsicld. vm. — Res. Andreas 91uhl. dlngersbach. vni. — Res. Bernhard Stipp. Olpe. vm. I? Heinrich Srbicsersteiu, Bessingen. Kr. Gietzen. vm. — Rci. Wilhelm Seipp, Leihgestern, vm. — Res. Hcinr. Paulus, Burg- holz. Kr. Kirchbain, vm. — 9!es Wilhelm Waldminghaus. Klein- Drctichcid. Kr. dlltoua. vm. — Rcs. Karl Roos. Edingen. Kr. Wetzlar. vm. — Unteroffiz, d. 91. Philipp Feling, Niederweisel, vm. — Rcs. Oswald Ei dach, Steiubach. Dillkreis, vm. — Res. Otto Gcmmer, Schwabcnrod .vni. 11. Kompagnie. Unteroffiz. Karl Teneck«. Lamerdrn, Kr. Hofgeismar, lvw. — Unterossiz. Walter Schaeser, Biebesheim. Kr Grotz-Gerau, tot. — Bizescldwcbel d. R. Georg Flott. Wembach. Kr. Dieburg, schvw. — Dizefcldw. d. 91. Sldolf Heincck. Alsfeld, tot. — Unterosf!-.. d. R. Friedrich Tresien, Schlitz, lvw. — Unteroffiz, b. 3!. Karl Döring, Wallenrod. Kr. Lauterbach. lvw. — Uiiierosfiz. d. 31. Kurt Lettow. Flatow, schvw — Unterosfiz. d. 31. Wilhelm Reihmann. Gau-Köngeruheim, Kr. Alzey, schvw. — Bizefcldw. d. R. Georg Freitag. Butzbach. lvw — Res. August Hehler. Appenrod, lt'w. — Gefr. Johannes Dieb. RüddingShauscn. schvw. — Gefr. Gg. Körper. Alsheim, lvw. — Gesr. Friedr. Becker. Burckhardsfelden, Ivc. — Einj.-Freiw. Gesr. Stöbert L-cidolf, Atzlar, tot. — Gefr. d. ■_> Hugo Born. Lüdenscheid, lvw. — Gesr. d. 31. Aug. Plate. Kierspe. Kr. Altena, tot. — Gesr. d. R. Hugo Hotzseld. Ober-Biinscheid, Kr. «Itena. lvw. — Gesr. d. 31. Fritz Gramer, Bollwerk, Kierspe, lvw. - Gefreiter der 3!cserve Georg Düvkcs, Bechtheim Kreis Worms, '«»bivcrwundet. — Gefr. d. N. Heinrich Bangel. Wölfersheim, ichvm. -r.amb. E. Hch. Peter, Frohnhausen, Dillkrcis. lvw. — Musk. 5"- Diesenbach. Griesheim k>. Darmstadt. lvw. — Musk 9.1. Fiston, Metajz,» Kr Saarburg, schvw. — Musk. Hch. Schmidt. Hosstedt, , Bochum lvw. — Musk. Jos. Truczinski. Hartowitz. Kr. Löbau. Ww. — Must. Jobs. Vogel, Recklinghausen. lvw. — Musk. August monier, buppcrt. Kr. Wiesbaden, lvw. — Einj.-Freiw. Gesr. Her- mann Möbus. Gietzen. tot. — Musk. Johannes Becker, Kavvel, Kr. Marburg, tot. — Musk. Erich Behrens. Braunfchweig. lvw. — Swf, Georg Bevghofer, Geisenhausen, Kr. Bilsbiburg, schvw. — viiiäf. Karl Blöcher. Wallau, Kr. Biedenkopf, lvw. — Musk. Friedr. Bosch, Langcnbrücken. Kr. Bruchsal, lvw. — Musk. Hermann Breth. Aisheim, schvw. — Musk Aloysius Buchen, Komvreifen. Kr. Altenkirchen, lvw. — Musk. AloyS Forsch, Karlsbach, Kr. Lohr, lvw. — Musk. August Futz. Obcr-Erienbach, tot. — Musk. Will). Graulich. Södel, schvw. — «Olite,f. Wilh. Groß, Tübingen, lvw. — MuSk. Ludw. Gllnkcl. Frankfurt, lvw. — Musk. Franz Hoch lei Neer. Pasta», lvw. — MuSk. Friedr. Hofniaun, Grebenstein, Kr. Hofgeismar, tot. — Musk. Martin Jakob Höhn, Abenheim, Kr. Worms, tot. — Musk. Heinrich Kronenberg. Londorf, tot. — Musk. Ernst Maurer, Davm- stadt, tot — Musk. Jakob Meuger, Bechtheim. Kr. Wvrms. lvw. — Minsk. Jakob Michel, Maiirz, tot. — Musk. Theodor Möbus, Burckharütsfelden. lvw. — Musk. Gottfried Noihelser, Wiblingen, Kr. Laupheim. tot. — Musi. Wichelm Pfasf, Lollar, lvw. — MnSk. Emil Röckel, Durlach, lvw. — Musk. Heinrich Rusch. Hochheide, .Kr. Mörs, tot. — 3>iusk. Karl NU hier, Hamm, Kr. Worms, tot. — Musk. Philipp La rer, Hochhcim, Kr. Worms, tot. — MuSk. Georg Schwebe!, Weiirbach, .Kr. Dieburg, lvw. — Musk. Friedr. Schweitzer, Weitengefätz. Kr. Erbach. !vw. — Musk. Oswald Stahlschmidt, Frendenberg., Kr. Siegen, schvw. — Musk. Sebastian Stemmler, Dieburg, lvw. — Musk. Peter Weycrshäuser, Allnar, Kr. 31arburg. lvw. — Musk. Karl Weiner, Haiger, lvw. — Rlusk. Lamb. Habech, Anzefahr, lvw. — Mnsk. Advlf Abraham, EhrrngShausen. Kr. Wetzlar, lvw. — Minsk. Otto Buh, Lardenbach. Kr. Schotten, schvw. — Minsk. Friedr. Schäfer, Sich. lvw. — Musk. Heiur. GregoviuS. Gietzen, lvw. — Mlusk. Wilhelm Schmittbergcr. Ober-Lais, Kr. Schotten, lvw. — Sief, {leiirr. Timpc, Amenungsborn, Kr. Holz- iniuden, lvw. — Res. Karl Friedrich, Stockl>a»sen, Kr. Lauterbach, lvw. — Res. Karl Korber, dllten-Buseck, lviv. — Res. Karl Balzer, Denheiru, Kr. Friedberg, schvw. — Res. Sllbert Schnaub, Frohnhausen, Dillkreis, ivw. — Res. Oskar Kränzer. Littfeldt. Kr. Siegen, tot. — Res. Sebastian Hcimbach, Sambach, Kr. Höchstadt, Ivw. — Rcs. Kavl Bichmann, Hochcllivim. Kr. Wetzlar. Ivw. — Res. Wilhelm Schmidt, Klein-Reckyenboch, schvw. — Res. Peter Grün, Atzenhain, lvw. — Bisefcldw. Karl Ochfenhirt, Ranstadt, vm. — Unter- ossiz. d. 31. Wilhelm Stecker, Alten-Buseck, vm. — 31es. Adolf Pfasf, Tonsbach, Dillkrei.s vm. .— Gefr. d. R. Heinrich Bäucher, Lauterbach. vm. — Musk. Adam Arnold, Trösel, Kr. Heppenheim, vm. — Musk. Ernst Bender. Krofdorf, vm. — Musk. Emil Faist, Steinach. Offenburg, vm. — Minsk, Georg Lv«, Freiendiez, vm. — Musk. Franz Rogall, Offenbach, vm. — Musk. Friedrich Strauber. Ortenberg, vm. — Musk. Heinrich Walter, Deckmauern, vm. — Res. Wilhelm Niggemann, Blomberg, Kr. Altena, vm. — 31es. Hermaim Packeiser, Dlahlsack, Kr. Braunsberg. vm. — Res. Josef Weller, Schwäb. Gmünd, vm. — Res. Georg Rück. Gunzeuau. Kr. Lauter- bach, vm. — Res. Emil Welschholz, Wernecke, Kr. Altena, vm. — Res. Daniel Neb«, Sterzhansen, vm. — Res. Hugo Valbert, Herscheid, Kr. Sllteua, vm. — Ras. Hch. Stracke, Freiutrap, Kr. Arn-s- berg, vm. — Res. Wilh. Deitenberk. Werdol. Kr. Altena, vni. — Res. Heinrich Schmitt. Ermnbach, Kr. Biedenkopf, vm. — Rcs. Heinrich Böcker, Grotzen-Linden, vm. — Res. Karl Wehn, Darmstadt, vm. — Gefr. d. R. Rich. Böck. Oder-LaiS, vm. — Res. Wilh. Leun, Leihgestern. vm. — Res. Hch. Steuernagel, Grotz-Eichen, vm. — Res. Emil Wagner, Trohe, vm. — 31es. Hch. Rühl, Ehringshausen. Kr. dllsfcld. mn. — Res. Beruh. Blvs, Nürnberg, vm. — Res. Karl Geitz, Möfcheldorf-Höckersdorf, Kr. Schotten, vm. — Res. Emil Lar», Frohnhausen, Dillkreis, mn. — Res. Joh. Hin-terthür, Kleinenbcrg, Kr. Miren, vm. — Res. Karl Schmidt, Königsberg, Kr. Biedenkopf, vm. — Res. Hch. Naumann, Mischenhcim, vm. — Keine Parteiuntcrschiedc mehr? In Breslau beschloß der Stadtmagistrat, die riesige, neuerbaute Festhalle, um die schon viel gestritten wurde, in Zukunft allen Parteien, also auch der Sozialdemokratie, zu Veranstaltungen zu überlassen. Dieser Beschluß wurde der Stadtverordneten- Berfammlung amtlich mitgeteilt. Das veranlaßte den Sprecher der Fortschrittlichen Volkspartei, Justizrat Feige, zu fordern, daß sich der neue Kurs nicht aus die Jahr- hunderthalle beschränken möge, sondern auch für die Turnhallen, für die Mitgliedschaft der Sozialdemokratie in Schul- deputationen, kurz für die gesamte Behandlung dieser Partei gelten müsse. Oberbürgermeister Matting erklärte, das sei auch die Meinung des Magistrats, und Schritte in dieser Beziehung seien bei der Regierung bereits getan. Ein konservativer Redner hielt alle diese Beschlüsse für „v e r f r ü h t". Wir müssen schon gestehen, daß wir dem „Burgfrieden" auch nicht trauen. Wenn der Krieg vorüber ist, wirds genau so gehen, wie vorher, Junker und sonstige „Ordnungsleute" werden sich nicht dazu verstehen Finnen, die Sozialdemokratie als gleichberechtigte Partei anzusehen. Um Gleichberech- tigung und Menschenrechte überhaupt werden wir auch nachher den Kampf zu führen haben. — Den Antisemitismus abgcschworcn hat die Staatsbürgerzeitung in Berlin, die jetzt nur noch wöchentlich erscheint. In ihrer letzten Nummer brachte sie eine Erklärung, in der es heißt: „Infolge Eingreifens des Oberkommandos in den Marken erklärt die Staatsbürgerzeitung, daß sie im Hinblick auf die patriotische Haltung der gesamten Bevölkerung von nun ab ihren Charakter als antisemitisches Blatt aufgibt, und zwar nicht nur für den Krieg, sondern auch für den Frieden." — Gefallene des Gicßener Regiments. Als gefallen vom Infanterie-Regiment 116 werden weiter bekannt: Hermann Olbrich aus Dornholzhausen; Reservist Karl B e ch t h o l d , Eisendrehcr aus Launsbach; Reservist Karl B echthold, Hüttenarbeiter aus Launsbach; Heinrich Martin aus Aßlar; Reservist Wilhelm Hofmann aus Nlcdcrbicl; Reserve-Unteroffizier Oskar Onacker aus Gießen; Unteroffizier d. Landw. Wilhelm Bechthold, Zimmermeister aus Gießen; Reservist Heinrich Hammel aus Annerod; Musketier Heinrich Rusch aus Gießen; Musketier Ludwig Lüter aus Gießen; Wehrmann Heinrich Kaufmann aus Wcitershain. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargcbietcn. Am 12. August Jakob Schmidt aus Burgsolnis, Unteroffizier im Jnfant.-Regt. Nr. 171. — Am 26. September Gefr. Karl Schiefer st ein, Maurer aus Krofdorf, Res.-Reg. Nr. 81. — Reservist Wilhelm Bechthold aus Launsbach, Hüttenarbeiter, Jnfant.-Regt. Nr. 81. — Offizier-Stellvertreter Karl Schipporeit aus Ulm, Kreis Wetzlar, Landsturm- Bataillon Wetzlar. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebicteu. Wel- hclm Bechthold, Hüttenarbeiter aus Launsbach, Jnt.- Regt. Nr. 81. — Wilhelm Will aus Waldgirmes, Jnf.-Rcgt. Nr. 167. — Marine-Artillerist Ludwig Jung, Mechaniker aus KIcinlinden (gefallen in Belgien). — Am 13. September Musiker Ferdinand Bauer aus Gießen, Jnf.-Rcgt. Nr. 55. — Am 17. Scpt. Gefr. Karl Hillgärtner aus Kesselbach, Jnf.-Regt. Nr. 115. — Reservist Heinrich Bender aus Rodheim a. d. Bieber, Grenadier-Regiment Kaiser Alexander. Z» dem Fonds für Liebesgaben sind bei dem Oberbürgermeister weiter einaeganqcn: Bon Fabrtkdtrektor Friedrich May 100 Mk., von Ch. H. 10 Mk., von Proscstor Urstabt 20 Mk., von Ztadtkastc-Kassterer Röhrich 2. 31atc 10 Mk., von Eisenbahn-Ber« kehrs-Kontrolleur Quircin 30 Mk., von H. I. 25 Mk., von N. N. 5 Mk., von 91. N. 30 Mk., von Obcraktuar Mann 10 Mk., von Landgcrichtsbireklor i. P Bücking, Oktoberratc, 1000 3>)k., vom. Gictzencr Lchrerinnenvcrein 2. Rate 101 Mk., vom städttscheu Zchlachthvf sErlös aus Goldschlägerhänten) 19,45 Mk., von Rentner Daniel Heil 50 3>!k., von 3!. N. 10 Mk., von L. Lazarus 10 3>lark, von Postdirektor i. P. Ritsert 30 Mk., von 91. 31. 3 Mk., von August Kilbiiigcr 10 Mk., von Heinrich A. Junker 10 31k., voeu Postsekretär 31örig 2. Rate 20 Mk., von Kt. 10 Mk., von Georg Töll 5 Mk., vom Gesangverein Harmonie 25 31k., vv» Kohlenhändler Adolf Fischer 150 31!., von Rektor Schaas 20 3.1k.; zusammew 1803,45 Mark. Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zu« Wendungen gebeten. — Das Schwurgericht verhandelte am Dienstag 1. gegen die Lorenz Schmidt Ehefrau, Katharine geh. Linn, geboren am 15. 3.1ärz 1868 zu 31aar (Kreis Lauterbach), wohnhaft zu Gietzen, wegen wi sseut l i ch eu Me in ei d; 2. gegen den Äeustmanir Ehristiau 31 o l l, gcb. am 17. Oktober 1876 z» Gietzen, und 3. gcgew besten Ehefrau, geh. Gelzenleuchtcr, geb. am 23. Juni 1878 zu Gietzen, Heide wohnhaft z» Gießen, wegen 31 n st i ft u u g zu m 3.1einetd. Die ?inklage vertrat Herr (tzcrichts-dlstcssor Jv. 1 Eckert, die Verteidigung führte für die Frau Schmidt Herr Justizrat Katz, für die Eheleute 31oil Herr Rechtsanwalt Hornberger. Der dlnklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Die 3l»gellagten bewohnten gemeinsam mit der Familie des Uhrmachers Gg. K«l> das> HauS Neustadt 3lr. 15. Anfänglich bestand zwischen de» Familien Koch und Noll ein sehr freundschaftliches Verhältnis, da? aber bald in daS Gegenteil umschlua und eine ganze Reihe von Privaibcleidi»! gungsprozestc» zeitigte. 3lm 30. Oktober 1913 wurde am Schöffengericht Gictzen ein Bclcibigungsprozetz verhandelt, den die Eheleute Koch gegen die dlngeklagte Noll angestrengt hatte» und der zur Verurteilung der Beklagten Noll flihrtc. Nach Beendiguna des fraglichen Termins ging der Angeklagte Noll mit seiner Ehefrau und der ebenfalls mitangeklaatcn Schmidt vom Gericht nach Hause: vor ihnen ging der Privatkläger Koch mit seiner Frau. In der Land- grosenstratze hat dann Noll mehrere Male laut „Pfui" aeriifen, was sich zweifellos auf die Eheleute Koch beziehen sollte. Der in der Landgrafenstratze wohnende Schutzmann K I c n z e r wie auch der Friseur Büttner wurden durch da» übermäßig laute Schreien des Noll auf diese» aufmerksam, was zur Folge hatte, daß dem Noll ein polizeilicher Strafbefehl in Höhe von 6 3.1ark und 1,10 Mark Kosten zuging, gegen den dieser richterliche Entscheidung beantragte. In der Zwischenzeit versuchte nun Noll, den Friseur Bllttner, wie auch zwei weitere Zeugen zu vcranlasten, tu deri Hauptverhaiidlung zu bekunden, das; sie von dem angeblich ruhc- störenbcn Lärm nichis gehört hätten, was zweifellos die Freisprechung Nolls zur Folge gehabt hätte. Die drei Zeuge» gingeu jedoch ans die Wünsche des 3!oll nicht ein, vielmehr zog sich dieser eine 3lnklage wegen versuchter Verleitung zum Meineid zu, wosürj er von der Ferieustrafkammer Gictzen am 11. Slugust 1914 zuj einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten verurteilt wurde,! di« er gegenwärtig in der Zellenstrafanstalt in Butzbach verbüßt.! dlnbers verhielt sich jedoch die Sache bei der Frau Schmidt. Diese versuchte Noll zu einer falschen Slussagc zu bewegen, stieß aber zuerst auf Widerstand, da die Frau befürchtete, sich einer strafbare»! Handlung schuldig zu machen. Später gab sie jedoch dem fortgesetzten Drängen Nolls nach und erklärte sich bereit, vor Gericht zu bekunden, datz sie, obwohl sie direkt neben Noll «in«, von den ..Pfuirufen" nichts gehört habe. Die Zweifel, die Fra» Schmidt dennoch hatte, räumte Noll mit den Worten aus dem Weg, daß ihr doch gar nichts passtercn könne, denn im Fall die Geschichte schief ginge, sei er doch auch noch da. 3luch die Ehefrau des dlngcklagten Noll soll sich an diesen Versuche», die Frau Schmidt z» einer falschen Aussage zu bewegen, beteiligt haben, indem sie erklärte:! „Frau Schmidt, über Ihre dlussage brauche» Sie sich aar keine (Tranen Haare wachsen zu lasten, denn der Schiltzmauu kann gar> nichts behaupten, der bat meinem 3>lann nicht ins 3.1aul gesehen!" Daraufhin hat Fra» Schmidt am 3. März 1914 vor dem Schöfsen- gericht in Gietzen, als tiber den Einspruch des 3!oll gegen den Siraf- befehl verhandelt wurde, unter Eid anKgesagt. daß Noll nicht ..Vstii" gerufen habe. Trotzdem wurde dieser verurteilt. In der Sitzung der Strafkammer, in der Noll wegen versuchter Verleitring zum Meineid verurteilt wurde, bat sie bann zugegeben, daß Noll sie ebenfalls bestimmt habe, die Unwahrheit auszusaaen. Darauf wurde das Verfahren gegen sie und die Eheleute Noll wegen Meineid, rcsp. Verleitung dazu eingelettet und die Untersiichiingshast angc- ordnet. Einige Tage nach ihrer Einlicferung in die Untersuchunqs- haft hat dann Frau Schmidt ein umsastendes Geständnis abgelegt »nd hierbei die Eheleute 3!oll schwer belastet. Bei diesen 3Ingabkn bleibt die Frau, die einen sehr aiaubhaftcn Eindruck macht, auch heute, während die angeklagtcn Eheleute Noll jede Schuld in 3lb- redc stellen. Der Slngeklantc Noll will sich aus nichts mehr entsinnen, auch die übrigen Zeugen, trotzdem er bereits abgcurtcilt ist. nicht beeinsliitzt haben. Es sind nur wenig Zeugen zu vernehmen. die bestätige», daß Noll der „Pfui"-Nufer war und daß er versucht hat, die Zeugen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Den Cieschworenen werden drei Schnldsraaen vorgeiegt und zwar wegen wistentlickem 31eincib bei der Fra» Schmidt und wegen dlnstistung dazu durch den dlnaeklaaten Ehristian Noll und besten Ehefrau. Tie Geschworenen bejahten »ach längerer Beratung die Frage ans wistentlichen Meineid bei der Schmidt, wie auch die Frage auf ?lnstift»ng z» beniselben durch den 3lngeklagten Noll. Bezüglich der Ehefrau Noll wurde die Schuldfraae verneint. Der Staatsanwalt beantragte darauf gegen die Ehefrau Schmidt eine Zuchthausstrafe von 1 Jabr. 3lnrechnung der Untersuchungshaft vom Tage des Gestäudnistes und dlberkenmmg der Ehrenrechte ans die Dauer von 3 Jahren, gegen den dlngeklagten 31oll eine Zuchlhaus- strafe von 2% Jahren, die mit der von der Strafkanimer erkaimten Strafe zu 3 Jahren Zuchtbaus zusaiwi'-euzuzieheu sei. dlberkenunnq der bürgerlichen Ehrcnrechie ans di« Dauer von fünf Jahren und gegen beide dauernde Unfähigkeit, als Zeugen oder Sachverständige vernonimeu zu werden. Die Ehefrau Noll fei freizusprechen. Nach kurzer Beratung verkündet« das Gericht folaendcs Urteil: Die Ehefrau Kaibarin« Schmidt wird wegen wiffenilichem 31cineid zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahrund zu 3 Jahren Ehrverlust vcrurtalt: auf di« Strafe wird diegauzeDauer der Uuterfuchimashaft (feit 14. Juni 1914) angercchuet. Der Tienst- n»ann Ehrisstau Noll wird wegen Barleitung zum Meincid zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren, die mit der zu ver- bützenden Strafe zu einer GrsaiNlkuchlchausstrase zu 2 Jahren 9 Monaten ziisammenziiiziehen ist, und zu 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Bei beiden Verurteilten Ist auf dauernd UnsSb'gkcit, als Zeugen oder Sachverständige vernommen zu werden, erkannt worden. Tie E hefra u N o l l wnrbe f r erg« fp r o ch« n. Ten Geschworenen unterbreitete der Verteidiger der Frau Schmidt, Herr Justizrat Katz ein Gnadengesuch, das diese unterzeichnet«, und das a»ch von: Staatsanwalt befürwortet werden dürfte. Mit dem übliche» Tank an die Geschworenen schloß ^crr Landgerichtsrat 31euernhagen die Herbsttagung des Schwurgerichts. — Die Alice-Schule in Gietzen hat am 5. Oktober ihren linierricht für das Winterfeinester aufgenEmen. 3lm 5. Oktober ist der 3!»fang der Kirrie im Schnlhaus auf Oswaldsberg, der Kurse im Schneidern, Büges,, m'd Weitzzeuqnäheu. di« von den Lehrcriniieii Sack, 31oll und Euler geleitet werden, und am 12. Oktober werde» d!« Kurse der HauShaltmigs- und Kochschule !m Schulhaus in der Steinstratze 19 eröffn«. Diese Kurs« werden von Fr>. Hos gehalten, die in den letzten Jahven Leiterin der HauswirtschafMurf« des Vereins „Frauenbilbung, Frauenftudium" in Kobieng war. — Die Sllicc-Schule bietet auswärtigen Schülerinnen die Möglichkeit, im Hause in der Steinstiatze zu wohnen u.id volle Pension zu nehmen, eine Einrichtung, von der sortms_ -and sehr fleitzig Gebrauch gc- niacht wird. Aiimeldungen neuer Schülerinnen werden in dieier Woche noch jeden Tag von 11—12 Uhr im Schulhaus auf Oswalds- garteu entgegeugenommen. — Vortrag. In der neuen Aula der Nnlvcrsttät hält Prof. Dr. Kinkel heute abend 814 Mir einen Vortrag über „D e r * r i c n u 11 S 5 i c 6 c u ( [ fl) r ,v o r f e n. Bei Antwerpen ist das Fort Brocchem in unserem Besitz. Ter Angriff hnt den N e t h e. A b s ch n i t t über- schritten und nähert sich dem inneren Fortgürtel. Eine englische Brigade und Belgier wurden zwischen äußerem und innerem Fortgürtcl auf Antwerpen zurück- gcworfcn. Vier schwere Batterie», 52 Feldgeschütze, viele Maschinengewehre, auch englische, wurden in freiem Felde genommen. Antwerpen wird beschaffen! Vor dem Eintreffen des Tagesberichts sind der Franks. Zig. Depeschen Über die Beschießung der Stadt Antwerpen zugegangcn: Amsterdam, 7. Okt. (Ctr. Frkst.s Nieuws van den Tag meldet aus Rosendaal: Heute früh um halb acht Uhr ließen die Deutschen durch eine Stafette ansagen, daß um halb zehn Uhr dir Beschießung der Stadt Antwerpen beginnen werde. Die Regierung ist um halb zwölf Uhr nach Ostende übergesiedclt. Der König blieb in der Stadt. Zahlreiche Flüchtlinge sind in folge dieser Ankündigung an der holländischen Grenze ange- kommcn. Amsterdam, 7. Okt. (Ctr. Frkft.) Die telegraphische Verbindung, ebenso die Zugverbindung mit Antwerpen ist seit heute früh unterbrochen. Der Tclegrammverkehr ist von hier nur noch mit Ostende und Gent möglich und zwar über London. Hunderte von Antwerpenern sind in Rotterdam und Amsterdam angekonimen. Verantwortlicher Redakteur: F. Bellers, Kietzen. Verlag von Krumm & Eie,, Kießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m, b. H., Offcnbach a, M, Versteigerung von Birkcn-Besenreiser. Samstag, den 10. Oktober 1014, vormiltags II Uhr, werden lin Stadthaus, Gartenstraß« 2, die in den Waldungen der Stadt Gießen sich ergebenden Birkcnbesenreiscr in verschiedenen Losen meistbietend versteigert. Gießen, den 5, Oktober 1014, Der Obcrbürgcrmelster: I. B,: Grünewald, Nachruf. Am 26 September fiel in Frankreich unser lieber Genosse und Kollege Karl Schieferstein Maurer im 28 Lebensjahre. Wir verlieren in ihm einen treuen und braven Genossen, dem wir stets ein gutes Andenken bewahren werden. Wahlverein Krofdorf• Gleiberg Freie Turnerschaft Krofdorf Arbeitergesangverein Eintracht Krofdorf*. Nachruf! Als Opfer des Krieges fiel am 8. September | unser Partei- und Turngenosse Philipp Buchtaleck Wehrniaiin im Inf.-Iteg. Nr. 116. Wir verlieren in demselben einen braven | Partei- und Turngenossen, welchem wir stets ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Grossen-Buseck, den 7. Oktober 1914. Der Vorstand des Volksvereins. I Der Vorstand des Turnvereins Frisch auf. | Spezialmarke Leander | 10.50 || 16.50 12 50 18.50 | 14 50 II 20.50 | Schnhhnns Friedrich Magnus Inhaber: <5hr. MaonuS Giebel,. Sclterswcg 81 Telephon 816. |it. Speist- «ui) Salathnrtoffrln empfiehlt zu billigstem Tagespreis. I. Hantel 'JleucnlJflue 7. Ttlqfton 126. Zöpfe, Haarnnterlagl iHaaruhrkettellPerück werft, billigst angeferii Zövic werde» «eför bei H. Tichy, «letze» «ckc «»etdeiir., Lettcrowea 4; Bilanz am 30. Juni 1014. sikiiva. Kassa konto..... 3570.82 Gewerbebankkonto . . 1915 57 Jmmobilienkonto. . . 226223.30 Jnventarkonto.... 9817.— Anteilkonto G -E.-G. . 6010.15 Ausständckonto . . . 1642.16 Bankkonto G.-E.-G.. . 21480.65 Böckerei-Jnvenlarkonlo. 3917.— Bäckerei-Maichinenkanto. 16875.— Fuhrwerkskonlo . . . 3346.— Anteilkonto Verlagsges. 602.10 Mineralwasser-Ino entark. 2642.— Mineralwasser-Maschinenk. 4493 — Warenkonto .... 61550.— Lieteran tenkonto . . . 457.14 364541.89 Passiva. Anteilkonto der Mitgl, . 48327.— Spareinlagenkonto . . 68287.68 Reservekondskonlo . . 22218.15 Spez.-Reservcfondskont» 9121.21 Hqoothckenkonto . . . 129200.— Nabattguthabcnkonto . 34997.— Zinsenkonto für Anteile . 37.40 Spormarkenkonto. , . 37171 Licfcrantenkonto . . . 46244.32 Reingewinn..... 5787.42 -i ‘ITiWi—i r Gewinn und Verlustrechnung pro 1913/14. Verluste Gewinn«. Uakostcnkonto .... 34024.27 Fuhrwerksunkostenkonso . 3397,45 Lohnkonlo..... 32218.86 Hauserlragskonto I , . 1017.76 Hausertragskonto II . . 11266.25 Jnventarkonto .... 1090.94 Bäckerei-Jnventarkonto . 979.01 Bäckerei-Maichmcnkonto. 1874.16 Fuhrwerkskonto . . . 836 30 Minerolwasscr-Jnventark. 293.16 Mineralwasser-Maschinenk. 499.20 Reingewinn..... 5737.42 93234 78 Warenkonto .... 88198.01 Rabatimarkenkontv . . 2366.26 Zinsenkonto..... 2670.51 Die Milgliederzahl betrug am 1. Juli 1913 2471 eingelreien sind im Laufe dcS Jahres . 357 2828 ausgeschieden sind......... 114 Mitgliederstand am 30. Juni 1914 .... 2714 Die Haftsumme betrug ani 1. Juli 1913 . 74 160.— Mk. dieselbe erhöhte sich um..... 7 290.— „ und betrug am 30. Juni 1914 . . 81 450.— Mk. Der Geschäftsanteil betrug am 1. Juli 1913 40 384.— Mk. drrjelbe erhöhte sich um..... 7 943.— „ und betrug am 30. Juni 1914 . . 48 327.— Mk. Gießen, Anfang Oktober 1914. Für den Vorstand: Mich. Keßler. P. Niewisch. C. Koppe. Für den AufstchtSral: Fried. Vetters, Vorsitzender. Sonntag, den 18. Oktober 1914, nachmittags 3 Uhr, Generalversammlung im Saale des Gewerkschafishauses, Schanzenstraße 16. Tagesordnung: 1. Geschäfts« und Kassenbericht. 2. Bcschlußsasiung über die Verteilung der Erübrigung. 3. Ergänzungswahl des AussichisrateS und Wahl von 3 Stell- verirelern. 4. Anträge. Der AnfsichtSrat. Feld-Westen neu eingetroffen tj&~ Sicherster Schutz gegen Regen und Nachtkälte -Mq Sämisch Lederwesten mit Aermel Seidenwesten mit Aermel, wasserdicht, als Briei zu versenden Feldweste „Lüttich“ aus wasserdichtem, imprägniertem Stoff mit Aermel aui la. Wollfutter Feldweste „Haeseler“ mit Aermel, wasserdicht, Mark 11.— Pulswärmer aus wasserdichtem Stoff — mit Pelz geiüttert — Mark 1.75 bis Mark 3.75 Militär-Umhänge aus grauem Gummistofi, ganz weit geschnitten, auch über dem Mantel zu tragen, unentbehrlich bei Regenwetter Gebrüder Stamm * Giessen Marktplatz Telephon 384 Schulstrasse