Die Cbetbtfnfdi« ©»IlÄjettun» ertchemt Irden Werktag Abend in Ncdaktisn und Trvcdition Pictzcn. Der AdonnementSvreiö beträgt wöchentlich lü Pfg.. moiiailich Gictzen, BabndoO,ratze 23. Ecke Löwengassc. 03 Big. rmfdjL Bringerlobn Durch die Post bezogen vierteliäbrl.ILOMt Televbvn 20V8. Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebicte. Inserate losten die Ü mal gewatt Kolonelzcüe oder deren Raum 15 Pig. Lei größeren Aufträgen Rai aU. Anzeigen wolle man Int abenM7>hr für dle folgende Kummet in der Expedition ausgeben Nr. 232 Gicßcii, Mittwoch, Den 7 . Oktober 11 H 4 ( J. ^litzrgang DerolganifierteDeutscheuhaßnud die Arbeiterschaft. Ein hervorragendes Merkmal dieses Krieges ist die völlige Isolierung Deutschlands. Solange cs stark und mächtig dastand, hatte es allenthalben gute Freunde, die stets zu einem Freundschaftsdienste, an dem etwas zu verdienen war, bereit standen. Das ist gründlich anders geworden, seit die Möglichkeit vorhanden scheint, dieses „Land des hochentwickelte» Militarismus" niederzu- ringen. Jetzt plötzlich osscnbart sich, daß mit zahlenmäßig unbedeutenden Ausnahmen die ganze Welt, Wissenschaft, Industrie, Handel und auch die Arbeiterschaft, sich gegen Deutschland wendet und dessen Niederlage, die zugleich der Todesstoß sllr den Militarismus überhaupt sein werde (!), schnlichst herbciwiinscht. Inwieweit die osfizielle Diplomatie und Auslandspolitik des Deutschen Reiches seine wirtschaftliche Expansion und im Zusammenhänge damit Konkurrenzneid und Mißgunst in den rivalisierende» Ländern an diesem starken Vorurteile gegen alles Deutsche schuldig oder mitschuldig sind, das wird zu gelegenerer Zeit zu untersuchen sein. Die Presse, die üfsentliche Meinung, spielen im modernen Kriegen eine ungeheure Rolle. Dazu gehört nicht zu allerletzt auch die Arbeiterpresse, besonders in den sozialden,okratischen Ländern. vie cs möglich war, da« die Genossen des Auslandes, ohne genauere Einzelheiten aus -ecutuhland abzuwartcn, zu ihren schroffen Ansichten so schnell kom- sps« und daran bislang sesthalten konnten. Denn für den Augenblick hat dieser Umstand u. a. schon, wie von allen Seiten bedauernd hervorgehoben wird, zum „Untergange der Internationale" geführt. . Reigen erössnete der deutsche sozialdenivkratischc Lcscklub V>mS. der am Abend des 1. August, also nach der Mobilmachung, P'UP Resolution au die Pariser Presse versandte, durch die das Vorgehen Deutschlands verurteilt und die Franzosen ausgcfordcrt wurden, nach Berlin zu marschieren, um die deutsche Monarchie zu stürzen. 0* schon von jeher das Schicksal vieler Deutschen, die sich lm Auslande nicderlicßen, gewesen, ort zugleich die Nolle des „auswärtigen Vertreters der deutschen Arbeiterbewegung" z» übernehmen, nicht immer ssch „nd dieser Bewegung zur Ehre. Sic möch- Epu bft ..päpstliche als der Papst" sein und staben dabei das Glück, daß ihr Auftreten, ihr? Aeiißerungen stets Anklang finden — nur mint immer bei der Arbeiterschaft ihre Adoptivlandcs. Bei wich Ugcn Ereignissen von internationaler Bedeutung dars daher ihre Stimme »cht fehlen, die natürlich in jener OeffcntUchkcii etwas gilt, die sse als eine Aeußcrung der bona licke Vertreter der deutschen Arbeiterschaft ansseht und verwertet. Von Mitgliedern dieses Lcscklubs wird jetzt versichert, daß an dem fraglichen Tamstaa iusolge der großen Erregung lind weil die meisten Mitglieder schon abgercist oder im Bcgrisse abziirciien waren, keine Versammlung mehr zustande kam. Die obige Reso- lution könne daher nur von einzelnen Mitgliedern ausgehen. (Schluß folgt.) Die Türkei zum .Urie^e bereit! , Der Nieuwe Rottevdamsche Courant veröffentlicht einen Bries tettteo Korrespondenten aus Konstantinopel, der allerdings schon vor emer oder zwei Wochen geschrieben worden ist, aber gerade heute ^ Interesse beansprucht, weil er die Ansichten d:r leitende» Fittichen Kreise wicdergibt. Es hatten damals durch Vermittlung ü ns i» Bukarest Verhandlungcn zwischen der Türkei und Q.l^chp«s?eii di« Verhandlungen in die Länge zogen, konnte er nicht I Konstantinopel abwesend bleiben (der Korrespondent I sn,,- * Ä , 6fn Hivilen Diktator der Türkei und meint, seine I das allzu schroffe Auftreten seines Mildiktotors E n v e r I vaicha zu mäßigen), und so überließ er die weiteren Verhalt di ungen atil Be» und dein türkischen Gesandten in Bukarest Der Korrespondeiit hat ram Talaai Bey sogleich nach seiner Der Krieg. Rückkehr gesprochen, und ivaö er als das Resultat dieser Verl>aiid- Innq mitteilt, ist bedeutsam genug. Zmiüchst wird die Türkei, solange es einigermaßen möglich ist, neutral bleiben, aber sich bereit machen, um einzngrcisen oder ihre Wünsche anzu- iiielden. Trotz dieser Neutralität macht inan kein Geheimnis daraus, daß ein Sieg des Dreiverbandes von der Türkei gleichbedeutend mir der Auslösung des eigenen Staates betrachtet würde: denn Rußland würde Konstantinopcl besetzen mid Armenien selbstständig machen and fest entschlossen. all« llntertaneii dieser Mächte auszuwcisen, auch die französischen Priester und Nonnen, und alle IiistiinItonen unter ihrer Flagge zu schließen, und damit wäre das Werk der sranzösischen Propaganda »nd der französische Einfluß für immer vernichtet. Des Zusammengehens mit Bulgarien ist man vollkommen sicher und sicher auch, daß in Rumänien niemand mehr etwas von Rußland erwartet oder hofft, und ebenso gewiß glaubt man der dauernden Neutralität Italiens zu sein, und so »lacht man sich auch über die Obstruktion der Griechen bei den Verhandlungen in Bukarest kein« Sorgen. Wenn sse nicht freiwillig borg eben, was sie sich im vorigen Jahre zu viel zugeeignet haben, wird es ihnen einfach abgcnommen iverden. Auch dafür wird alles, sa ist alles vorbereitet. Noch nie hat man in der Türkei eine Mobilisierung so gusgesührt wie diese. Alle Ltto- nianen, gleichviel von ivclcher Konfesston, vom 20. bi? zum 48. Jahre sind mobilisiert oder zum Heeresdienst verwendet. Alle Transportmittel, Last- und Reittiere, Velocipcde requiriert. Ueberall Leute in llniform. überall Patrouillen und Wachtposten. Bosporus und Dardanellen sind so d i ch t m i t M i n e n gesperrt wie noch nie. Alles ist zu ni Kriege vorbereitet, und die Türken sehen ihm mit Selb st vertrauen entgegen. (Frkf. Z.) Wan» ist der Krieg zu Ende? (\V. B. Nichtamtlich.) Ein militärischer Mitarbeiter der Times schreibt in einer Uebcrsicht über die Lage auf dem Kriegsschauplatz: Selbst wenn es den Verbündeten gelingt, die Deutschen zurückzutreiben und den Russen, ans dem östlichen Kriegsschauplatz einen entscheidenden Sieg zu gewinnen, - sind noch ungeheure Schwierigkeiten zu liberwindcn, die große Opfer kosten werden. Deutschland steht nach wie vor einig da, seine Hilfsquellen sind rcicki, seine militärischen Kräfte in der Hauptsache ungeschwücht und seine Arsenale und Wersten fernerhin iinstandc, dem Heere und der Flotte große Dienste zu leisten. Außerdem muß man damit rechnen, daß hinter den Stellungen an der Aisn? mehrere ähnliche Verteidigungslinien errichtet worden sind und daß der Krieg an der gewaltigen östlichen Front mehrere Monate dauern wird. Das vcr'chwuttdene Nnter'eeboot. (Etr. Bin.) Aus Rom wird der Franks. Zt«. telegraphiert: Das geheimnisvolle Verschwinden eines, wie man hier annimmt, für Rußland erbauten, wegen des Kriegsausbruchs aber nicht abgelieser- >«n U n > c i s c e b o o t s von der Fiat-Werst in Spezia-San Giorgio erregt in Italien größtes Aussehen, Ter Fall ist noch nicht geklärt: vor allem ist es noch nicht stckutr. ob irembe Anstifter vorhanden sind, oder ob nur Abenteurerlust des Führers, eines ehemaligen italicni- ichen Marineoffiziers Nanious Bclloni, die Tat veranlaßt«. Tie Nachforschungen nach dem Schiss sin-d bisher ofsenbar erfolglos geblieben. Man nimmt an, daß er sich nach Bastta (Eorsika) gewendet hat. Munition soll nicht an Bord sein. Ter Popolo Romano hält den Zwischensall für außerordentlich schwer. Es erscheine kaum glaublich, daß kein Einverständnis oder leichtfertiges Verschulden der Werft vorlicge. ES werde nicht schwierig sein, die auswärtige Macht sestzustelleii, weich: die Gesellschaft oder ihr Personal bestochen habe. Unzweifelhaft werde die Regierung strengstens in dieser Sache vorgchcn. in der der gute Name der nationalen Industrie und auch der der Nation selbst in Mitleiden schalt gezogen sei. Man nimmt in Mai land an, daß der Führer des verschwundenen Unterseebootes in einet» Anfall von U n z u r c ch n u n g s- fäfiifltcit gehandelt hat. An Bord befanden sich außer ihm etwa 10 Mann. Das Unterseeboot soll schon in einen sranzösischen Hafen eingelaufen sein. (WB. Nichtamtlich.) Die Agenzia S t c f a n i veröffentlichst folgendes: Das Haus Fiat-San Giorgio de Muggiano in Spezia teilte gestern Abend 5 Uhr dem Ehefkommandante» von Spezia mit. daß ein Unterseeboot, das aus der Werst dieses Hauses vollendet werden sollte, plötzlch mtt unbekannter Bestimmung abgesahren sei, indem es di« Ausfahrt aus der Werft, die zu Versuchen seiner ftinkenlelegraphisästn Anlage bestimmt ivar, dazu benutzte Das m Betracht kommende Unterseeboot soll nach Versick>er»»geu des Hanfes vollständig unbewaffnet sein mid unter dem Koimnando eines Angestellten des Hauses mit einer aus 18 Personen., Ingenieuren und Arbeitern des Hauses Fiat bestehenden Besatznna stelle». Das Unterseeboot wurde stir Rechnung einer sremden Mackst gebaut, die infolge dos Ausbruches des Krieges, da sic die von Italien erklärte Ncn- tralität achtete, das Unterseeboot nicht abnehmen konnte. Di« Direktoren, in deren Händen der Ban des Bootes lag, gaben dcni Marine- minister formelle Versicherungen, daß sic ohne vorh:rigc ministerielle Erlaubnis der Abfahrt des U»!ers«bootrs nicht ihre Zustimmung gcgcbcn hätten. Der Minister gab, sobald er benachrichtigt ivar, sofort Anweisungen, noch dem Unterseeboot zu suchen. Außerdem beauftragte der Marmeminister den Generalsekretär Vizeadmiral Nicastro. sch nach Spezia zu begeben und «ine strenge tlnterftlchung cinzulciten. Gegen die Schuldigen werden strenge Strafen verhängt werden, abgesehen von den Strafen, die gemäß deni geltenden Strafgesetze gegen sic verhängt werden können. Ettplisil-er Misserfolg m Südafrika. London, 5. Crt. ((itr. Ftkft.) Die Daily News berichtet aus Südafrika: Colonel Grant telegraphiert, daß die Engländer bei ihrem Mißerfolg an der Grenze des Nandsonlcin- und des Warm- bad-TistrlkleS 10 Tote, 43 Verwundete, 8 Vermißte und 35 Gefangene verloren. Die Gefangene» würde» von den Dcutsehcn gut behandelt. General Lukin telegraphiert, daß Colonel Grant keine Schuld an diesen, Unglück treffe: seine Leute hätten tapfer gesochten. Ern weiteres Telegramm sagt, daß die deutschen Gefangenen aus Ehrenwort entlassen worden seien, da man augenscheinltch Wasser und Siahru.ng sparen wolle. Die südafrikanische Regiernng teil! dei: Text eines angebliche!» Aufrufes der Deutschen mit, der aber durch Pieter rmd Andries de Wet gezeichnet ist, worin die Buren ausgefordert werden, die englische Herrschaft zu stürzen. Es wird darin weiter deutsche Hilfe zur Errichtung eines Burenkorps, sowie frete Liesenmg von Artillerie lind Gewehren u:id Dkunitton angeboten. Neue Beschieszunq Eaitaros. Aus illordalbanien wird neucrlieft die Beschießung von Cattaro durch drei große französische Panzer und vier französische Kreuzer genieldet. Die Oesterreicher erwiderten da- Feuer auf das energischste. Durch gut gezielte Schüsse wurden zwei Panzerkreuzer inehrmals getrosfeu und mußteit den Kampfplatz verlassen. Dcni größeren der beiden Kreuzer wurden die Schlote glatt weggeschossen. Wegen schwerer Maschineyhavarie wurde der kleinere Krpuzcr von dem größeren ins Schlepptau genomnien und nach dem Kanal Von Korfu geleitet. Die Stimmrma in Petcrsbnrq. Christiania, 5. Olt. (WB. Nichtamtlich.) Im Margenbladet erzählt ei» Norweger, der aus Petersburg hcimkehrte. daß der Tieg .Hindcnburgs in Ostpreußen und dt« Niederlage der Russen ln Petersburg einen lähmenden Eindruck mochten. Nicht weniger groß sei die Trauer darüber, daß zwei Generale, ans die man die größten Hofsnuiigcn setzte, geiollen seien. TaS Publikum ivurdc vorbehaltlos über die Nicdcriogc unterrichtet. Man gab zwar ketne Einzelheiten, erkannte aber den Umfang und die tzledeutnng der Katastrophe an. Von dem Augenblick ab hat sich die Kriegs- b c g e i st e r u n g in Petersburg stark abg « kiihlt. Die späterem Crsolge gegen Oesterreich vermochten nicht, dies ganz auSzugleichen. Man sehe jedoch der Zukunft vertrauensvoll entgegen und Hofs« ans den Sieg, fürchte aber, daß das Heer zu wenig Offiziere habe. Kohlcuman cl in Rntzland. Nachdem das Dombrowaer Kohlenrevier von der deutschen Armee eingenommen und besetzt worden ist, bleibt das Donez- Kohlenbecken als die einzig« Quelle zur Beick>affung voi: Kohle für ganz Rußland. Nun ist aber, wie der Pester Llond erfährt, die ruffisck>e Kohlenindustrie, die sich bereits lange vor Kriegsausbruch in einem krisenhaften Zustand-: besand, mininohr in ein katastrophales Stadium getreten: seit der Durchführung der Arineemobilt- sicrung werden beinahe keine Kohlen mehr gewonnen. Es herrscht Mangel an den nötigen Arbeitskräften und es häufen sich die finanziellen Schwierigkeiten von Tag zu Tag. Di« vorhandenen Kohlen- vvrräte werden bald ersä)öpst iverden. und der allgemeine Kohlen- niangel kann uichst nur eine LahmleMing der Fabrikindnstric, sondern auch in einem großen Teile Rußlands eine Unterbindung des Ciscnbahnvcrkehrs nach sich ziehe», dessen regelmäßiges Funktionieren i» Kriegszeilen von irniibersehbarcr Bedeutung ist. Nicht viel besser ist es uni die finanzielle Seite der rilssischcn Kohlsn- tndusti-ie bestellt. Tie Evubeiibesitzcr luibcn die Regierung bereits niehrcre Niole um eine bedcuteiid« Kreditgewährring ersucht, auch um Vorschüsse auf die sür die Sioatsbahnen zu iieferndc Kohle. Doch ist eine Finanzierung von industriellen Unlcriichmungen, mögen sic auch von staatserhalteiidn Bedeutung sei-ii. zurzeit uiimöglich. wo doch die Llarvorräte der rufstschcil Staatsbank viel zu knapp stnd, um mir die Kriegsauslageu zu decken. Tie Möglichkeit einer Kohlen» znilihr aus England auf dem Sceivcg über Archangelsk ist mehr als problematisch, und so kann Rlißland schon rct bald in eine höchst mißlich: Lage geraten. Die Naphtlm ans dem Bezirke von Baku kann den Maiigel an Kohle nur in sehr geriiigem llmsauge aus- gleichen. Eirr gerechtes Urteil. Nom, 4 . Okt. (Gtr. Frist.) Zu dem Vertcidigungs- ruanifeft deutscher Kulturträger gibt die Tribuna eineu Kommentar, der wenigstens versucht, dcni deutschen Standpunkt gerecht zu werden, und deshalb ein relativ erfreuliche? Dokument italienischer Presseäußerung darstellt. Volle Ge- reckitigkeit läßt das Blatt der Abwehr des Vorwurfs der Barbarei widerfahren. Tie Erfahrung aller Kriege lehre, daß solche Vorwürfe gegenseitig erhoben werden. Daraus müsse ein neutrales Urteil schließen, daß die angeblichen Grausamkeiten entweder vereinzelt Vorkommen, oder daß Jrrtümer oder militärische Notwendigkeiten vorliegen. Jedenfalls sei cs nicht anzunehmcn. daß die hochkultivierte deutsche Nation wissentlich und böswillig massakriere und verwüste. Der deutsche Protest sei deshalb gerechtfertigt, umsomehr als anzucrkcnnen sei, daß die deutsche militärisch? Abwehr zur Verteidigung gegen Jahrhunderte lange feindliche Uebcrfälle erfolge. (Franks. Ztg.) England und die schwedische Politiken zufolge meldet der Pariser Temps, dah das Kabel Bilbao—Longo» durchschnitten worden ist. Es sind dadurch außerordentliche Störunge n in der Verbindung zwischen Spanien und England hcrvor- gcrufen worden. Die Minensperre. Amsterdam, 5. Okt. lCtr. Bln.s Ter niederländische Dampfer „Rieuwland", mit Kohlen von Kovle nach Harlingen, ist dreißig Seemeilen von der englischen Humbcrmiindung auf eine Mine gestoßen und gesunken. Bon der Bemannung wurden 17 Personen gerettet. Poincart>s Reise ins Hauptquartier. Bordeaux, 5. Okt. Präsident Poincars ist mit den Ministern Millcrand und Viviani zum Besuche der Armee ins Hauptquartier abgereist. Ausweis,»nq der Deutschen aus bochiuchina. Amsterdam, 6. Okt. Ti« Deutschen sind aus Saigon, der Hauptstadt von Französisch-Cochinchina. ausgcwiesen worden und haben auf Java freundliche Aufnahme gefunden. Moyez bons avec len animaux! Das berliner 8 Uhr-Abendblatt gibt folgende Schilderung vonwcm großen Schlachtfeld in Frankreich wieder, die der bekannte italienische Journalist Diego Angeli im Giornale d'Jtalia entwirft: „Die Spuren der Schlacht sind in B . . . ganz schrecklich. Das kleine, inmitten der Felder verlorne Torf ist von den Ar- tilleriegcschvsien durchlöchert. Die Schlacht muß um jedes Haus, auf jedem Wege gewütet haben. Ter Kirchturm ist zerstört, die Glocke liegt unten zerbrochen. Die Häuser sind dem Erdboden gleich gemacht. Dreimal wurde das Tors von de» Deutschen verlassen und dreimal wurde es wieder von ihnen erobert. Mau kämpft in jedem Haus, in jedem Hof, in jedem Dinkel. Mau sieht aufgcschlißte Wände, verbrannt, von Granaten zerstört. Der Saal, wo früher einmal die Schule war — auf der Tafel steht noch geschrieben „Soyez bons avec les animaux" — muß der Schauplatz eines verzweifelten Kampfes gewesen sein, die Wände sind mit Blut befleckt, jede Bank diente als Itzte Barrikade. der Fußboden ist mit allerlei Brocken besät. Das ganze Dorf ist eine große Ruine." Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele tut sich auf. In der Schule lehrt man die Kinder „Soyez bons avec les hommes!" („Seid gut zu den TierenI") Und angesichts dieser Mahnung, die einen Glanz von Liebe und Güte ausstrahlt, tobt der grausame unerbittliche Kampf von Mann zu Mann. Wann kommt die Zeit, da man als ewig unzerstör- bare, immer gültige Lehre auf olle Schultafeln der Welt die Worte schreiben wird: „Soyez bons avec les hommes!" („Seid gut mit den Mensch e n!") Für und qcgn de»» Cl»a»»vi»»ism»»s tu de» ennlischen Arbtiterorqanisation. Aus Holland ivirb uns geschrieben: In welchem Maße einzelne Parlamentsmitglieder der englischen Arbcitcrparci sich in der Rckrutierungskampagne für die Armcc engagierten, geht aus Berichten hervor, die wir im Tailn Citizen finden. So sagte Charles D u n c a n z. B. auf einem Meeting in Willesdcn, es wäre nicht die Schuld des deutschen Kaisers, wenn die Zerstörungen, die in Belgien vorgekommc», nicht auch in England wiederholt würden. Auf jeden getöteten Soldaten Asraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 79 Helgestad machte keine andere Bewegung, als daß er sich cm neues Glas einschenkte. „Meine dennoch," sprach ei dann, „daß er sein Bestes tun wird. Ist ein kalter, klarer Kops, weiß, was hinten und was vorn ist, weiß, daß mein Finger ihn zerdrücken kann, und wenn er es nicht weiß, daß das Mädchen sich schicken muß, so weiß sie es. Sie kann nicht zurück zu dem alten Fondrem. mag auch nicht. Liegt abgetan, was vergangen ist, liegt unten tief in der See von Staaten- land, was sie ihr Herz nannte, und ist ihr jetzt alles einerlei, ob dieser oder jener, ob Björnarne oder Olaf, kalkuliere, ioird keine Uinstände machen." „Ist eine hübsche Sache, ein Weib ohne Herz," lachte de: Vogt, „Weiber haben immer viel davon. Hast sie auf alle Zeit kuriert, Niels, in der Nacht bei Silben. Bist doch gewiß, daß der dänische Räuber und seine Genossen nicht davon- gekommen sind?" „Bin's gewiß," murmelte Hclgestad. „Sind nackte Klippen viel hundert Fuß hoch, kann keines Menschen Fuß daran hasten. Höre noch den Krach, wie das Boot brach, höre den Schrei, Paulsen, ist sonderbar, manchmal noch in meinen Ohren, wenn ich daran denke." „Fürchtest dich davor. Mann?" fragte der Vogt spottend. Helgestad blickte finster auf. „Kein Gesetz kann dir einen Finger krümmen," fuhr Paulsen fort. „Hast in Nacht und Nebel Räuber auf deine, Jocht gefunden und hast sie von deinem Deck geworfen. Ist aber freilich besser, wenn nicht davon gesprochen wird." „Weiß es keiner als du und Helge, mein Steuermann, der schweigt still." „So laß es geschehen sein," sagte der Vogt. „Muß aber -.ein froher Morgen dich angeweht haben nach jener Nacht, als » zum ersten Male wieder vor dem Mädchen standest." seien in Belgien drei schrecklich und brulol ermordete Zivilisten gekommen. England sei stolz daraus, mit Frankreich in diesem großen Ringcn verbunden zu sein. Dill Erooks sagte in einer großen Versammlung in Brighton, das britische Reich sei wie eine Familie, die innerhalb des Hauses im Streit liege, aber wenn der Feind vor der Türe stehe, sich gegen ihn zusammenschließe Wenn im inneren England etwas schlecht gehe, so sei das der eigene Fehler der Engländer, die eine sich selber regierende Nation bilden. Sollen zukünftige englische Generationen eine Negierung von Blut und Eise» haben? fragte er, und als die Versammlung „nein" schrie, fuhr er fort: „Also, zeichnet Eure Namen für die neue Armee. Der Militarismus soll für immer gebrochen werden. Wen» unsere Jungen nach Berlin gehen — und das ist der richtige Weg — , werben wir dem Kaiser jagen: „Hier sind unsere Bedingungen, Sie können sie akzeptieren oder abweisc», aber wir habe» noch einige Jungen mehr z» Hause." James Parker, der in St. Austall eine Rebe hielt, sagte, Deutschland sei verantwortlich für den Krieg, während England alles tat, ihn zu vermeide». Nach seiner Meinung hätte Deutschland schon während des Balkankriegs England angegriffen, wenn es damals fertig gewesen wäre. Man sieht, diele Mitglieder der Arbeiterpartei lassen es an Demagogie nicht fehlen. Aber solche Redensarten werden nicht in der ganzen Partei gebilligt. Die Redaktion der Daily Citizen z. B. führt in, allgemeinen eine ruhige und besonnene Sprache. Sie brachte vor einigen Tagen einen Aufsatz, in welchem sie ihr Einverständnis mit der Haltung des Vorwärts ausdrückte und dessen Haltung als beste Bürgschaft für die Wiederherstellung der Internationale nannte. Auch der Labour Leader, das Wochenblatt der Unabhängigen Arbeiterpartei, hält sich tapfer. Dem Geschrei der bürgerlichen Presse Englands über die dcutschcn Kriegsgreuel in Belgien und Frankreich stellt er die Erinnerung an die englischen Greuel im Burenkrieg ocgennüber »nd fragt: „Sollten wir den ersten Stein werfen?" Ein anderer Aufsatz befaßt sich in längeren Ausfiih- rmiaen mit der „unveränderten Tyrannei" des russischen Bundesgenossen und fordert ein Zusammengehen mit den Sozialisten neutraler Staaten „zur Beratung was zu tun, damit der vollständige Untergang der Freiheit in Rußland und in aanz Ost-Europa verhindert werde, wenn dieser Krieg vorüber ist". Kurz, ein großer Teil der englischen Arbeiterbewegung läßt sich vom Chauvinismus nicht blenden. Rcichstaqsabqeordncte im Feld. Die Franks. Ztg. schreibt: Wir gaben eine Ziisammen- stellung der preußischen Abgeordneten, die jetzt im Heer Dienst tun. Auch von den Reichstagsabgeordneten ist ein erheblicher Teil im Heer tätig. Nach einer Zusammenstellung der Oktav-Korrespondenz stehen etwa 65 Reichstagsabgeordnete unter den Waffen, zum Teil bei dem Feldheer als Kriegs- trciwilligc, als Reservisten und Landwehrmänner zum Teil oei den Etappenlinien und Landsturmbataillonen. Tic Liste ist nickt vollständig, weil eine Anzahl von Abgeordneten noch ans ihre Einziehung zum Landsturm wartet. Tic Sozialdemokratie als stärkste Partei ist auch im Kriege mit etwa 25 Mitgliedern am stärksten vertreten. Von den Herren d-^ Rechten stehen acht als Offiziere unter den Waffen. Das Zentrum entsandte fünf Abgeordnete. Tie Nationalliberalen stellten eine stattliche Zahl. Auch die Fortschrittliche Volks- vartei sieht viele Mitglieder für Deutschlands Ehre und Freiheit streiten, nämlich den Freiburger Professor v. Schulze- Gävernitz als Kriegsfreiwilligen, außerdem die Abgeordneten Ncumann-Hoser, Sichr mit vier Brüdern, Hähnle, Gunßer, Bruckhofs, Tr. Blnnck. Röter. Tr. Haas, Struve. Der Ab- geordnete Fegter stellt fünf Söhne. Gegen ss'oststeit «nd Geschmacklost,keit. Das bayerische Kriegsanmisterimn macht jetzt ofsizicll gegen das »eberhandnehmen der geschmacklosen und rohen KriegS-Ansichts- nnd Witzkarten energisch Front und hat angeordnet, daß fortan alle Kriegskarten dein Kriegsministerium zur Prüfung vorgelegt werden müssen. Ferner wurde besohlen, daß alle anstößigen und geschmacklosen Druckerzeugnisse dieser Art unverzüglich ans den Auslagen zu entfernen seien. — Hoffentlich folgt die preußische Militärverwaltung diesem Beispiel, denn was z. B. in Berlin an Kriegs-Ansichtskarten angeboten wird, ist meist direkt standalös, Ka ,» Deutschla d ansgehnngert werden? Tiefe Frage erörtert eingehend Prof. Tr. Wohltmann, der Leiter des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Halle, in der Zeitschrift Das größere Deutschland. Wohlt- mann komint in seinen Betrachtungen zu dem Ergebnis, daß keinerlei Besorgnis »m die Ernährung des deutschen Volkes bis zum Termin der nächsten Ernte nötig ist. Die Dorlolienskastenscheine. Nach dem Tarlehrnskassengesctz vom 4. August wird der Ge- „Habe sic drei Tage lang nicht gesehen," antwortete Helgcstad. „Lag in ihrer Kammer wie eine Tote, kam niemand zu ihr als er, der ihr Helfer gewesen war." „Und dann?" fragte Paulsen behaglich. „Dann kam sie, »nd ich gab ihr die Hand, Es war keine Rede von jener Nacht zwischen »ns und soll nie davon gesprochen werden." „Hast es nicht versucht?" „Will's nicht versuchen," erwiderte Hclgestad. „Sah, daß der Jammer an ihrem Leben zehrte; tat alles, was ich konnte, um ihr zu zeigen, daß ich's gut machen wollte." Ter Vogt schnitt ein höhnisches Gesicht. „Bist ein vortrefflicher Vater, Niels," ries er. „Hast ein mildes, versöhn- liches Gemüt. Ich könnte es nicht so leicht verwinden, wenn meinem Sohn die Braut davonlaufen wollte. Aber ich begreife, alter Pfiffikus, cs handelt sich nicht »m die Tirne, cs handelt sich um die Verbindung, »m Fandrem, um die reiche Erbschaft. Würde es aber dem dänischen Scheint nimmer vergeben, daß er dazu mithelsen wollte." „Wird seine Stunde kommen," murmelte Hclgestad. „Denke wohl! Und wird eine gute Stunde sein. Mach' nicht zu lange damit, halte dich nicht ans, hast ihn jetzt schon in der Hand. Auch Paul meint, je eher je lieber solle der Faden reißen, ehe er sich anhcsten kann," Hclgestad erwiderte nichts, denn eben sah er Marstrand kommen, der Hanna Fandrem an der Hand führte. Er stieß einen langen knurrenden Gurgelton ans und deutete mit der Spitze seiner Pfeife ans die Nahenden. „Ich will Euch selbst Antwort bringen." sagte Hanna als sie vor ihm stand. „Herr Marstrand hat mir Euren - »nsch eröffnet. Vetter, und cs bedurfte keiner langen ttcber- rcdung. Wenn es Euch Freude gewährt, mich heut schon als Eures Sohnes Braut zu erklären, wenn ich dadurch zu Eurem Glück beitragen kann, und wenn Björnarne mich bitten will, wie cs sich gezieint, so will ich mich fügen, da ich weiß, daß ich es muß." samtbetrag der auszugebenden Darlehnskassenscheine mit 1500 Ml. liontn begrenzt, doch wurde der BundcSrat zu einer Erhöhung bts Betrages crniächllgt. Davon hat der Bundesrat nun Gebrauch gemacht, indem er de» Betrag aus 3060 MiUionen erhöht hat. Janrds letzier Wille. Tic Hunianits veröffentlicht einen Artikel Jaurds, der unter seinen hintcrlossenen Papieren gefunden wurde. Ter Artikel, der Ende Juli geschrieben wurde, enthält einen Auf- ruf an die französische Nation, den europäischen Frieden zu bewahren, um dem Wcltdrama zu entgehen. Krieq nnd Geisteskrankheiten. Daß der Krieg eine ungeheuere Vermehrung der Krankheiten mit sich bringe» wird, unteriicgl {einem Zweifel. Strapazen und Entbehrungen, Nässe und Kälte werden auch unter denjenigen, die nicht von einem feindlichen Geschoß getroffen werden, manche Opfer fordern. Vor allem werden bei Leuten schwüchiicker Konstitution schlummernde Krankheitskeime geweckt und zur Entwicklung gebracht werden. Aber nicht nur an die körperliche, auch an die geistige Gesundheit stellt der Krieg unerhörte Anforderungen. Wenn der Mangel an Schias und Ruhe, die starken körperlichen Anstrengungen einerseits, Singst und Schrecken und der Anblick all der surchtbarc» Greuel, die nun einmal nntrennbar mit dem Kriege verbunden sind, andererseits schon auf normale Nerve» ini höchsten Grade verwirrend und aufreizend wirken müssen, so wird ein bereits im labilen Gleichgewicht befindliches Ncrvcnsystcnl durch sie ohne weiteres zum Zusammenbruch getrieben werden. Hat sich doch im Kriege 1870/71, sowie während des Burcnkriegcs gezeigt, daß die Zahl der Geisteskranken, die in normalen Zeiten 0,3 pro Tausend der Bevölkerung beträgt, aus 5,0 pro Tausend, also aus das 17sache stieg. Auch aus dem jetzigen Kriege sind schon einzelne Fülle plöb- jich ausbrcchcnder Geisteskrankheit bekaunt gcivorde». So der eines Soldaten, der eines Tages ohne jeden Grund ansing, aus einer Kirche heraus auf seine Kameraden zn schießen, oder der jenes Soldaten, der ganz uncrwarict daheim bei seiner Frau anklopfte und als diese, erfreut über die schnelle Heimkehr ihm öffnete, das Gewehr auf sie anlegte »nd sie niederschoß. Von einem Vize» selüwebel wurde berichtet, daß er mehrfach dienstliche Befehle nicht befolgte und schließlich vor der Front seinen Truppenteil verließ. Vor dem Kriegsgericht machte» seine Angehörigen darauf aufmerksam, daß der Mann Paralytiker sei, was ihm den Kopf rettete. Ein anderer hatte, heimlich die Truppe verlassen und es war ihm gelungen, in voller feldmarschmäßiger Ausrüstung sich auf die Bahn zu setzen und nach Hause zu fahren. Seine Frau, die seinen Zustand erkannte, brachte ihn sofort in ein Lazarett und verhinderte so feine kriegsgerichtliche Aburteilung. In der Deutschen medizinischen Wochenschrift beschäftigt sich K. Bonhösfer eingehend mit den Gefahren, die aus dem Ausbruch geistiger Störungen im Kriege sowohl sür die Betresfenden selbst, als auch sür de» disziplinären Organismus des Heeres entstehen können und erwägt die Mittel zur Abhilfe. Gewisse Störungen des geistigen Gleichgewichts der Völker zeigten sich schön zu Beginn des Krieges, wo sie teilweise als eine Art Massenpsychose auftraten. Bonhösfer erinnert an die Spionensurcht und die Spioncnheve», die in den ersten Tagen der Mobilmachung in allen triegsfllhrenden Ländern ansbrachcn. z. T. mit genau den gleichen Symptonien saii» gebliche Brunnenvergisinna ufro.) und denen manch unschuldiger Ausländer zum Opfer gefallen ist. Im Kriege selbst äußern sich die verschiedenen angeborenen psychopathischen sgcistia krankhaften) Zustände und die Abstufungen der geistige» Defekte in sehr verschiedener Weise. Manche bekommen hysterische Zufälle. Ohnmächten, funktionelle Krämpfe, aus- gelöst z. B. durch de» Anblick eines Verwundctcntransportcs. Andere bekommen Anqstznständc, hysterisches Erbrechen, Schlaslosig- kcit, krankhafte Abneigungen aller Art. Am gefährlichsten sind di« auf dem Boden epileptischer Anlagen und leichter Erregbarkeit erwachsenden Vcrslinimunge» »nd Dämmerzustände, in denen oft unkontrollierte Handlungen schwerwiegendster Art begangen werden. Selbstverständlich nimmt auch bei sonst ganz gesunden Personen die Neigung zu Affekt- und Jmpulshandlungcn zu. Die fürchterlichen Vorkommnisse — Verstümmelungen Verwundeter, Schändung von Frauen und Kindern — die von Leuten begangen werden, die sonst zn Hause autmiitiae harmlose Geselle» waren, sind vielleicht aus diese Weise zu erklären, als Ausbrllchc eines vorübergehenden Irreseins. Manche gcistia schwache Konstitutionen fallen auch unter dem Eindruck all des Fürchterlichen, das sic sehen niiissen, in einen Zu- stand der Depression, in dem sie unter allen möglichen Sinnestäuschungen leiben. Sie hören ununterbrochen den Donner der Kanone», das Platzen der Gelchosse, Ne alauben faulende Leichen zu riechen usw. Bei anderen äußert sich die Erschütterung in einer lieberempfindlichkeit gegen alle Sinncseinbrücke, insbesondere Geräusche Sie befinden sicki in einem sortwährendcn Zittern und haben dle seltsamsten Angst,zustände. EhronischeAlkoholiker sind ja unter de» jüngeren Mannschaften jetzt glücklicherweise itltencr. Dagegen wurden bei der Landwehr einige Fälle von Delirium tremens beobachtet. Eine besondere Kateaorie stellen die Paralntiker. Das Schreckliche dabei ist, baß der Ausbruch dieser cntscülichcn Folgekrankheit der SnphiliS er- sahrnngsaemäß durch den Krieg beschleunigt wird. Während sonst 12—20 Jahre von der ersten Ansteckung bis zum tertiären Stadium „Willst es tun, Herzensmädchen?" ries Helgestad, „willst in Oerenäesgaard einziehen als meine Tochter? — Ruft Bjöornarne her, aus seinen Knieen soll er deine Hände küssen. Rust ihn her und den alten Klaus dazu. Ruft alle her, die da sind, Jlda und Paul. Soll eine Hochzeit werden ain Lsingensjord, von der in jeder Hütte in Finnmarken nach sünszig Jahren noch erzählt wird." Hclgestad hatte sich in eine Aufregung versetzt, die so selten bei ihm war, daß der Vogt ihn vewundert beobachtete, weil er nicht wußte, was ivahr und was falsch daran sei. — Viele, die in der Nähe waren, traten inzwischen näher, und das Aufsehen war nicht gering, als sie die Ursache der lauten Freude ihres reichen 'Nachbarn erfuhren. Glückwünsche kanicn von allen Seiten, und jetzt führten ein paar jung? Leute auch Björnarne herbei, der mit der Schützcngesellschaft nach der Scheibe schoß und noch die Büchse in der Hand hielt, als seine lustigen Freunde ihn fortschlcpptcn, ohne ihm zu cutdccken, um was es sich handle. „Konmi her, Björnarne," rief sein Vater ihm entgegen, „wirf die Flinte fort, gibt ein ander Wild hier, das auf dich wartet. Sollst cs mitten ins Herz schießen ohne Pulver und Blei. Kalkuliere, verstehst die Kunst. Sieh hier, da steht Hanna, hat nichts dagegen, wenn du init ihr zu Klaus Horne- mann gehst. Nuhl du Narr, bist zu Stein geworden vor Jubel? Faß sie an, ist von Fleisch und Bein, fall nieder, sie wird dich aufheben." Helgcstad hatte nicht unrecht, wenn er seinen Sohn mit einem Stein verglich-, die Ueberraschnng schien Björnarne gelähmt zu haben. Einige Minuten lang war er bleich, dann wurde sein ganzer Kopf dnnkelrot, er ließ die Büchse aus de: Hand sinken und seine Augen flogen scheu uniher: doch die väterliche Gewalt siegte schnell über seine widerstrebenden Gefühle, und bei den letzten Worten Helgestads machte er wirklich eine Bewegung, als wolle er sein Knie beugen. (Fortsetzung folgt.) jn vergehen pflegen, tritt dieses Stadium bei den im Kriege Befindlichen schon nach 5 — 10 Jahren ein. Die Behandlung der Geisteskranken im Feld hat zunächst in ihrer schleunigen Entfernung aus der Front — damit sic dort keinen Schaden anrtchten — und dann — wenn es sich um Ausrcgungs- zuftände handelt — ln ihrer Beruhigung durch Skopolamin- Morphiumdosen, die in den Sanitätskasten vorrätig sind, zu bestehen. Niemals dürfen solche «ranke wieder vor die Front zurück. Fn den Etappenlazaretten ist ausserdem für weitere Bcruhigungsmittel zu sorgen, so sllr feste unzerreißbare Anzüge, Borrichtungcn für Dauerbäder. Sobald als tunlich ist. wenn sich der Zustand nicht von selbst hebt — was übrigens sehr häufig der Fall ist — für eine lieber- fiihrung in eine Irrenanstalt zu sorgen. Besondere Sorgfalt will aber Bonhöffer schon auf die militär- ärztliche Voruntersuchung gelegt haben. Hier gilt es bereits nach Möglichkeit alle diejenigen Personen auszusondern, bei denen mit dem Ausbruch einer Geisteskrankheit im Felddienst gerechnet werden muß. Es sind dies also nicht nur diejenigen, die schon einmal in einer Irrenanstalt gesessen haben, sondern auch diejenigen Personen, deren schwache geistige und seelische Konstitution sic zwar den Anforderungen des gewöhnlichen Lebens noch gewachsen sein lässt, die aber unter der starken Inanspruchnahme der Nerven durch den Krieg zu schwereren oder leichteren Störungen neigen. Bei der kurzen Untersuchung ist cs natürlich nicht möglich, solche Anlagen seftzuftellen. B. tritt deshalb dafür ein, bah in die Stammrollen nicht nur der Aufenthalt in Irrenanstalten und Epileptikerheimen. sondern auch der Aufenthalt in Psychopathenheimen und Fllrsorge- anstalten, der Besuch von Hilfsschulen und Hilssklassen, sowie erlittene Vorstrafen auszunehmen sind. Dann könnte der Arzt in solchen, gewissermassen verdächtigen Fällen die Prüfung aus geistige Gesundheit mit umso grösserer Sorgfalt vornehmen. Die Japaner vor Kiautschou geschlagen. <2500 Mann Verlust,.) WB. Berlin, 6. Okt. Die B. Z. am Mittag meldet ans Rotterdam: Beim erste» Sturmangriff auf die Infanterie- Werke von Tsingtau wurden die vereinigten Japaner und Engländer mit einem Verlust von 2500 Mann zurückge- schlagen. Die Wirkung der deutschen Waffen, Geschütze und Maschiuengewehre waren vernichtend. Ter rechte Flügel der Verbündeten wurde von dem österreichischen Kreuzer „Elisa beth" und dem deutschen Kreuzer „Jaguar" wirksam beschossen. Die deutschen Verluste sollen gering sein. Die Japaner wollen erst Verstärkung abwarten. Russische Niederlage. WB. Wien, 6. Okt. Amtlich wird veelautbar 5. Okt.: Die Operationen in Pole« und Galizien schreiten günstig vorwärts. Schulter an Schulter kämpfen die deutschen und österrrichisch-ungarischea Truppen und warfen den Feind von Opatowklinurrtow gegen die Weichsel zurück. In den Kar- pathcn wurden die Russen am Uszokrrgcbirge völlig geschlagen. Verzweiflung in Antwerpen. Nach im Haag eingetrofsenen Nachrichten ist die Stimmung in Antwerpen trotz der schließlich doch eingetrofsenen englischen Hilfe verzweifelt. Bei der Aussichtslosigkeit weiteren Widerstandes wird ernstlich erwogen, ob die Besatzung kapitulieren oder, was noch möglich ist, entweichen soll. Die Befürchtung einer Zerstörung der Stadt bei der Fortsetzung des Bombardements spielt bei den Erwägungen eine große Rolle. Das unerwartete Eintreffen Churchills in Antwerpen bezweckt offenbar, die Belgier zum äußersten Widerstand anzufeuern. Bemerkenswert ist, daß unter den aus Antwerpen in Holland angekommenen Flüchtlingen Männer und junge Leute im Alter von 19 Jahren überwiegen. Die Antwerpener Flüchtlinge, die in Terneuzen angekommen find, bestätigen, daß die erste Fortslinie durchbrochen ist und die Antwerpener Behörde die Bevölkerung aufge- sordert hat, Frauen und Kinder wegzuschaffen. Der Strom belgischer Flüchtlinge, die zu Lande und aus dem Wasserwege nach den Niederlanden kommen, dauert unvermindert an. Flüchtlinge aus Maastricht melden, daß gestern zwischen den Deutschen und Belgiern bei L a n e k e n an der luxemburgischen Grenze gekämpft wurde. Nach der Behauptung der Deutschen haben sich auch Bürger an den Scharmützeln beteiligt. Es wurden deshalb verschiedene -Häuser von Laneken in B r a n d g e st e ck t. In die Kirch? der Stadt sind drei Granaten gefallen, die ziemlich viel Schaden angerichtet haben. Auf dem Wege von Laneken nach -rourncbride sind alle Häuser verbrannt. König Alberts „Abreise". Tie Kölnische Zeitung erhält in einem Telegramm von der holländischen Grenze die Meldung, daß König Albert von Belgien bereits aus Antwerpen abgcrcist sei. Gestern früh 11 Uhr bestieg er einen Kraftwagen nach Ostende, um dort aus einem Kreuzer nach England iiberzu- sehen, angeblich, um mit der englischen Regierung zu beraten. Nach einer englischen Version ist der Marineminister Churchill in Antwerpen eingetrofsen, um mit König Albert eine Beratung zu pflegen. Tie zweite Verteidigungslinie. Die Franzosen verlieren die Hoffnung. WB. Kopeuhagen, 6. Lkt. (Nichtamtlich.) Politiken nieldet aus London: Ter Gouverneur von Paris hat Joffre vocgeschlagen, alle Städte in der Umgebung von Paris zu b c f e st i g e n , die bei dem Vorrücken der Deutschen widerstandslos in die Hände der Deutschen gefallen sind. Die Befestigung soll so stark wie möglich gemacht werden, so daß die deutschen Truppen bei einem neuerlichen Vorstoß auf weit stärkere Hindernisse und einen stärkeren Widerstand stoßen, als bei dem Vorrücken auf Paris im August und September. Mit Billigung Joffrcs werden fol- gcnde Städte befestigt: Scnlis, Gifore, Saint Marent, Mont- morency, Beauvais, Chantilly, Melun, Mantos, Meaut. 2)t- sfiornifon dieser Städte wird aus den Rekruten des Jahrganges 1914, sowie aus Divisionen einer Armee bestehen, die unter Pau's Leitung in Slldfrankreich gesammelt wird. In f^reusot wird Tag und Nacht an der Herstellung schwerer Artillerie gearbeitet, die Mitte Oktober an die Front geführt werden soll. Aus dieser Meldung geht deutlich hervor, daß die Franzosen mit einem erfolgreichen Vorgehen der Deutschen rechnen. Eine nahe Schlacht im Osten? Tein Giornalc d'Jtalia wird aus Petersburg gemeldet, in der Gegend von Krakau stehe angeblich eine große Schlacht zwischen Russen und Oesterreichern bevor. Tie Russen seien IMillronMannstark mit einer mächtigen Artillerie. Nach Petersburger Meldungen der Times glauben die russischen Regicrungskreise, daß Deutschlands Schicksal an dem Punkt entschieden werde, wo die drei Kaiserreiche zu- sammcnstoßen. Tort rücken angeblich 20 russische Armeekorps auf zwei Linien vorwärts. Wenn es den Deutschen nicht glückt, hier die russische Sturmflut auszuhaltcn, würden die Russen hinter den Derteidigungswerken an der Oder nach Deutschland eindringen. Französische Nervosität. Das Oberkommando hat in Versailles durch Maueranschlag bekannt gegeben: Jeder Deutsche, welcher hinter der Front in Ziviskleidung angetroffen wird, wird als Spion betrachtet. Wer die Zivilklcidung geliefert hat und wer diese Tatsache kannte, ohne die Militärbehörde zu benachrichtigen, wird als Helfershelfer angesehen. Jeder Deutsche, welcher nicht auf den ersten Anruf stehen bleibt, wird erschossen. Jeder Trupp von mehr als drei bewaffneten Deutschen hinter der Front wird als bei der Verübung von Räubereien betroffen erachtet, und erschossen. Jede Zivil- und Mlitärpcrson, die dcs Diebstahls auf den Schlachtfeldern überfuhrt ist, wird vor ein Kriegsgericht gestellt. Hinter der französischen Front — nur sie kann gemeint sein — haben die Deutschen in Zivilkseidung allerdings nichts zu suchen. Werden aber bewaffnete deutsche Soldaten hinter der französischen Front betroffen, so sind die Franzosen nicht berechtigt, sie einfach niedcrzuschiessen, sofern sie sich gefangen geben. Tun sie es dennoch, so wird gegen die französischen Soldaten, die hinter der deutschen Front augetrossen werden, nach derselben von den Franzosen beliebten Art verfahren werden. Der französische Erlass ist ein neuer Beweis, dass die Franzosen schuld sind, wenn die Härten des Kriegs noch schlimmer werden, als sie an und sür sich schon sind. Russland und Persien. (W. B. Nichtamtlich.) Das st, Konstanttnopel erscheinend« persische Blatt Hover enthalt folgend« Mitteilungen: Persien hat Russland ein« neuerliche Note überreicht, bezüglich welcher noch die Verhandlungen zwischen den berden Regierungen andouern. Infolge der Schritt« Persiens haben di« Russen den Häuptling deS Stonimes Mag», Jkbal-es-Dultane. und dessen Sohn wieder srei- gelossen. Der hervorragend« persisch« General Salah-cs-Douleh ist mit einer Menge Waffen und Munition in der Grenzstadt Hasriischirin eingetroffen, um den Russe» Berlegenltkiten zn bereiten. Di« persische Regierung hat de» belgischen Generalschatzmeister Mornard und alle anderen in persischen Diensten steheitden Belgier abgelebt und eine Kommijssou zur Prüfung der Rechnungen Moruards gebildet. Amtlichen Nachrichten .zufolge hat brr Kriegs- niiinfter den Provin.chehörden und ollen StannnesobcrhSnpiern befohlen, ein« beträchtliche Streitkraft zu sammeln. Ter Schach bot die schleunig« Wiedereröffnung des Parlaments augeordnet. Er hat eine Lifte aller Beainlen verlangt, die russische Parteigänger sind: diese Beamten wenden wahrscheinlich abgesetzt werben. Die badische Regierung gegen den Brotwucher. Das badische Ministerium des Innern teilt mit, daß es iin Hinblick auf das stete Steigen der Getreidepreise und die erneute Erhöhung der Mehlpreise in den letzten Wochen Veranlassung genommen hat, beim Rerchsomt des Innern sich dafür auszusprechen, daß unter Führung der Reichsleituna durch die Bundesregierungen Höch st preise für Getreide und Mühlenerzeugnisse festgesetzt werden. Gleichzeitig sollen die zutreffenden Maßnahmen ergänzt werden durch Festsetzung von Höchstpreisen für Brote durch die Bezirksbehörden. Tödlicher Fliegerabsturz. Posen, 0. Okt. Gestern stürzt« bei Tarnvnntz der erst neuerdings zu in Leutnant besörderte Pilot Stiefvater und sein Begleii- offizier Kappe aus beträchtlicher Höhe ab. Beide Flieger waren sofort tot. Otto Stiefvater ivar einer der bekanntesten deutschen Flieger, der schon in den erstrn Jahren der deutschen Fliegerei sei,, Pilotenexamen gemacht hatte. Gleich zu Beginn des Krieges stellte sich Sliefoater, der von Geburt Oesterreicher ist. der deutschen Heeresverwaltung zur Verfügung. Er wurde von dieser zu einem Fliegerdetachement „ach dem Osten beordert. Durch besonders gute Erkundigungsslsige hatte , er sich das Eiserne Kreuz und die Beförderung zum Leutnant erworben. 8. Darmstadi, 6. Okt. Wertvolle Kriegsbeute. Ein ganzer Eisenbahnzug, etwa 30 Wagen, teil verarbeiteen, teils unver- arbciiete Baumwolle im Wert von über Vi Million Mark, ist vom französischen Kriegsschauplatz hier eingetrofsen. — lieber drei- hundertsnnfzlg französische Gefangene sind in der gestrigen Nacht wieder hier eingetrosscn und aus dem Grleshelmer Truppenübungsplatz unlcrgebracht worden. Bei den Arbeiten ist inicr- essant, zu beobachte», wie der einzige dort befindliche Engländer, ein baumlanger stämmiger Schotiländer, von seinen französischen „Bundcskameradcn" behandelt wird. Bei den Erdbewegungsarbeiten wird er in den Karren gespannt »nd muss die Hauptlast ziehen. In dem jetzigen Völkerringcn ist es umgekehrt: da ist Frankreich an den englischen Karren gespannt worden und muss die Hauptlast ziehen. Der sozialistische Gedanke im Krieg. Au zahlreichen Vorschlägen und Maßnahmen kann man jetzt das ungeahnte Vordringen des sozialistischen Gedankens verfolgen. Ueberall bewegt man sich jetzt auf Gebieten, die man bisher als sozialistisch streng verdammte. Jetzt betritt gar ein bürgerlicher Nationalökonom jene sonst so scheu gemiedenen Gefilde, Prof. Paul Arndt. Er macht in der Frankfurter Zeitung den Vorschlag, auch den gesamten Produktionsprozeß, nicht nur im Handel und Verkehr, unter slaaissozialistische Kontrolle zu stelle». Heute kann der Kom- mandiercnde General, so schreibt er, Geschäfte, in denen Wuchcrprcise verlangt werden, einfach schließen. Warum solle der Staat nicht auch das Recht haben, vorschnell geschlossene Arbeitsstätten, von denen die Existenz von Hunderten abhängt, wieder zu eröffnen und wenn nötig, unter seiner Leitung den Betrieb fortzufiihren. Dadurch würde auch der Vergeudung von jetzt besonders wertvollem Nationalvermögen Einhalt getan. Wenn gütliches Zureden nicht hilft, so brauche man in einer Zeit, wo das Höchste auf dem Spiele steht, vor rücksichtslosem Eingreifen in die Private Bewegungsfreiheit zum Wohle der Ge- srmthcit auf wirtschaftlichem Gebiete ebensowenig zurückzuschrecken, wie auf militärischem. „Mir scheint", so heißt es weiter, „es sollten in allen Mittelpunkten unseres Wirtschaftslebens, besonders also in den größeren Städten, Ausschüsse eingesetzt werden, die aus erfahrenen Vertretern der Industrie, des .Handwerks und der Landwirtschaft be- stehen, und deren Aufgabe es sein würde, auf eine zweck- mäßige Verwendung der vorhandenen nationalen Kapitalien hinzuwirken und die notwendige Neueinrichtung der Volkswirt schuft in die Wege zu leiten." — Oft lehrt die ?!ot eben denken, fozialistisch denken! BediUMMn dcr Bolkslürsorqc-KrieMcrsicherunMasse a. G. 8 1. Tie „Volksfürsorge-Kiiegoversick>«ru,igs4asse o. 8." gewöhn den Hinterbliebenen von Angehörigen heg d.-nischen HrcreS und der dorischen Marin« einen Versicherungsanipruch sür de» Fall, dass der Tod des oersichcrten Kriegsteilnehmers während des ini Jahre 1014 ansgebroä>enen Krieges oder innerhalb dreier Monate nach Friedensschluss stifotg« einer wahrend der Kriegsdienstleistung erlittene» Verleg,mg, Verunglückung oder Erkrankung rintritt. 8 2. Tic Mittel zur Befriedigung dieser Ansprüche werde« durch Barciuzahluugen dcr versichernden Personen aufgebracht. Für jeden Kriegsteiliiehiiier können von der „Volkssiirsovge-KriegSver- sichernngSkasse a. G." einmalig oder wieder!>ol! Anicil scheine er- ivorl»en iverden, die ans den Namen des Versicherten lauicn und je 5 Mark kosten. Für einen Kriegsteilnehmer dürfen insgesamt nicht mehr als 20 Anteilscheine gelüst iverden. 8 3. Di« Versicherung beginnt mi! der Leistung der tBarcüi- »ahlnngen. sofern di« Todesursache des Versicherten bis zu diesem Augenblick noch nicht emgeireten war. Einlagen, di« nach Eintritt der Todesursache geleistet worden sind, berechtigen zu keinen, Anspruch und iverden zurückerstatlei. 8 4. Die Kriegsslerbesäll« sind der Volksfllrsorge unverzüglich, spätestens jedoch vier Monate nach Friedensschluss airzuzelgen und durch militärbehorbliche Papiere nachzuwe, sen. Spätere Anzeigen baden keine Berechtigung zu einem Anspruch: jedoch sollen iikl>t ausdrücklich a»gemeldete Kriegssierbcsällc, ivelche der Volkssürsovge innerhalb der genannten Frist ans anderem Wege bekannt geivordn» sind, als rechtzeittg angemelbet gelten. Den Verstorbenen iverden diejenigen Versicherten gleichgestellt, welche vier Monate nach Fttcdensschluss als .Vermisste" in den, onttlicheii Listen ausgeführt iverden. Der Ziachiveis hierfür ist vori den Ansprncherhebcnden zu erbringen. 8 S. Der Stersicheriingsansprnch richtet sich nach der Summe der Gcsamieinzahlungen bei Beendigung des Krieges, nach dcr An. zahl dcr Bcrstorbenen »nd der aus diese gelösten Anteilscheine. Das vorhandene Vermögen wird noch dem Kriege ohne Abzug sür Ber- ivalttmgskosten. aber auch ohne Zinszuschlag im Verhältnis der auf di« Berstorbcncn ausgestellten Anteilschein« ausgeteilt. Ti« AuSzahlimg erfolgt spätestens sechs Monate nach Friedensschluss gegen Rückgabe der Anteilschein« an diejenigen Personen, zu deren Gunsten die Versicherung abgeschlossen ivnrbc: von ihnen gilt als empfangsberechtigt, wer sich im Besitze der Anteilscheine befindet. Abschlagszahlungen können auf Wunsch schon früher geleistet iverden. Ungültiger Lohuverzichk. Vereinbarungen, denen zufolge Dienstmädchen des Kriegsausbruchs wegen auf ihren Lohn verzichtet haben, find nichtig. So entschied in diesen Tagen das Berliner Gewerbegericht. Es handelte sich uni die Klage eines Dienstmädchens gegen die Gastwirtin Gaczki. Der Klägerin waren nicht nur 25 Mark vom Julilohn ein- behalten worden für eine zerbrochene Glasschale, deren Wert das Gericht nach eingehender Prüfung auf 3 Mark abschätzte. Es wurde ihr auch von der Beklagten zngemutet, weil der Krieg ansgebrochen war, auf Gehalt zu verzichten und nur gegen freie Station tätig zu fein. In ihrer Unersahrenheit hatte die Klägerin zugestimmt, um nicht sofort völlig brotlos zu werden, denn sie war der ebenfalls irrigen Rainung, daß mit dem Ausbruch der Feindseligkeiten die Dienstverträge hinfällig würden. Der Vorsitzende Gcwerberichter, Rat v. Schulz, wendete sich mit scharfen Worten gegen das Vorgehen der Beklagten un8 bezeichnete diese Ausbeutung der Angcstelltcnnotlage als eine „wucherische". Deshalb seien derartige Abreden als nichtig zu betrachten. Die Beklagtes wurde verurteilt, an die Klägerin 39 Mark zu zahlen. — Der diesjährige Verbandst«» der gemrinnüssigen Bauoereine im Grossherzogtum Hesien findet am Sonntag, den 11. Oktober 1014, vormittags 10'/- Uhr, in Gustavsburg bei Mainz im Kaiscr- saal, Tarmstädter Landstraße 183, statt. Der Verbandsvorftand war anfänglich der Meinung, die Tagung müsse des Krieges wegen in diesem Jahre ausfallen. Bon einigen Vcrbandsvereinen ist jedoch angeregt worden, die Tagung abznhaltcn. Es sei gerade wünschenswert, eine Aussprache der führenden Persönlichkeiten darüber herbeizusühren. in welcher Weise die Verwaltung der Bauoereine während der Kriegszeit zu handhaben, und wie bas Verhältnis zu den Mietern bezw. Käufern der Vereinshäuser zu gestalten sei. Ter Verbandsvorstand glaubte, sich dieser Anregung nicht verschließen zu sollen, da auch ihm eine derartige Aussprache ersprießlich erscheint. Demgemäss ist im Einvernehmen mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft in Gustavsburg, die die Freundlichkeit hatte, im vorigen Jahre den Berbandstag dorthin einzuladen, die Versammlung auf obigen Zeitpunkt anberanmt worden. Auf der Tagesordnung steht ausser den regelmäßigen 8e- schästsangelegenheiten ein Vortrag des Landeswohnnngsinspeklors Gretzschel-Tarmstadt über das Thema: „Die gemeinnützigen Ban- vcreine und der Krieg". Ferner wird Pfarrer Haus-Gustavsburg über die Entwicklung der Gemeinnützigen Bangenossenschast in Gustavsburg sprechen. Die Aufbewahrnng von Kariosseln und allen Hackfrüchten kann durch einfache Mittel verbessert werden. Sei cs im Freien oder in gedeckten Räumen, so bringt man vorteilhaft zunächst auf den Untergrund eine Lage von 3 bis 4 cm grobe Asche, daraus legt man die Hackfrüchte (möglichst in trockenem Wetter geerntet) in Schichten von 30—50 cm und streut zwischen jede Lage pulverisierten Schwefel. Durch dieses Verfahren kommen die Früchte nicht direkt mit dem Boden in Berührung, es kann Lust darunter hin- durch und der Schwefel unterdrückt die Fäulnis. Selbst stark mit angesaulien versetzte Kartossein lassen sich auf diese Weise gut durch den Winter bringen. Die gesunden bleiben gesund. sAus der Deutschen Obstbauzeiiung. Vereinsschrist des Deutschen Pomo- logen-Vereins in Eisenach). — Höchstpreise für den Großhandel. In einem Schreiben an den Regierungspräsiöenten führt« d«r Frankfurt e r M a g i st ra t aus, er habe bisher von der Fcstietziiiig von Höchstpreisen Abstand genomnien. weil es durch Verhandlungen mtt den Kleinhändlern, insbesondere den grossen Koloniolivaren- handlungen, erreicht iverden konnte, daß die Kleinhandelspreise i» einem angeincssene» Verhältnisse zu den Großhandelspreisen blieben. Gleich« Verhandlungen mit ben Mühlenbesitzern sind aber gänzlich erfolglos geblieben. Wir haben zur,zeit, so heisst es stk dem Schreiben, wieder die höchsten Preise sür Weizen- und Roggenmehl seit der MobAmachung. eine Erhöhung dcr Brotprcis« für Frankfurt hat bereits stattgesunden und es ist «ine weitere Erlröhung zu befürchte,,. Trotz der Schwierigkeiten, di« dir Festsetzung von Großhandelspreisen macht, glauben wir, da di« Androhung von Höchstpreise» mehr fach und dringend erfolgt, aber wirkungslos geblieben ist, dass nunmehr die Notwendigkeit vorliegt, dass der Minister Höchstpreise für den Großhandel mtt Getreide, Mehl und Kartoffeln alsbald festsetzt. Es wird schwer sein, die Höchstpreise auf Grund einzelner Kalkulationen scsttusetzen: man wird viestnehr aus Schätzungen angewiesen sein. Tüm Produzenten wird jeden falls krsti Unrecht geschehen, wenn die 'Höchstpreise fu beinessen mcr&cii, das, für dir ein?,«Inen f'Vrtrtide- und Mehlsortcu und mich für Kartoffeln ein prozentualer Zuschlag entweder zu den Preisen in der entsprechenden Zeit des Vorjahrs oder zu den Preisen in der Zeit vor der Mobilmachung gemacht wird. Dieser Zuschlag dürste mit zehn Prozent reichlich hoch gegriffen sein. Eine Festsetzung übermäßiger Höchstpreise würde zweifellos zu einer iveiteren Verteuerung der Lebensmittel führen. ES empfiehlt sich daher, den Zuschlag zunächst möglichst niedrig zu bemessen und eine Revision der Höchstpreise in ganz kurzen Zwischenräumen vorzusehen. — Schnellzüge ab Gießen verkehren gegenwärtig wie folgt: Nach Frankfurt: vormittags 8.05; nachmittags 12.28, 5.16, 6.29. Nach Cassel: vormittags 9.36, 9.59: nachmittags 6.90, 9.55. Nach Koblen z: nachmittags 5.30. Nach Köln über Betzdorf: vormittags 9.55. G e w L h n I i ch e Z ü g e verkehren in der Richtung Koblenz: vormittags 2.49, 3.49, 7.49 nachmittags 3.34, 5.49, 7.49. In der Richtung Köln: vormittags 1.19, 5.34, 10.04; nachmittags 2.19, 019. — Das Schwurgericht verhandelte am Montag unter Ausschluß der Oeffentlichkcit gegen den Hausburschen Wilhelm Weller aus Klcinlinden wegen Notzuchtsversuch. Die Anklage wird vom Ge- richtsaffeffor Tr. Knauß vertreten, Verteidiger ist Rechtsanwalt Kochs. Nach dem öffentlich verkündeten Urteil hat der Angeklagte ani Himnielfahrtstage dieses Jahres mit einem in der Nordanlage bcdirnsteten Mädchen und dessen Schwester einen Ausflug gemacht, von dein sie abends gegen Mitternacht zuriirkkehrten. Nach- dcn, sich der Angeklagte bereits in der Nordanlage Tätlchkeiten gegen das Mädchen erlaubt hatte, versuchte er es an, Eingänge zum Hmise ihrer Herrschaft zu vergewaltigen. Es gelang ihm glücklicherweise nicht, da sich das Mädchen heftig zur Wehr setzte. Die Geschworenen erkannten auf schuldig des Notzuchtsversuchs und das Oiericht verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis, wovon 0 Wochen als durch die Untersuchungshaft verbüßt in Anrechnung gebracht werden. — Wo die Kriegsfurie gerast hat. Eine erschütternde Schilderung von einem Kampsseld in der Nähe von M e a u r a» der Marne gibt der Sonderberichterstatter des Gaulois isprich: Goloa, ein Pariser Blatt monarchisttschcr Richtung), dem es gelungen war. auf di« blutgetränkte Walstatt zu gelangen. . . . Alles ist zerstört, schreibt er. zertrümmert, dem Boden gleiäigemacht. Es ist, als hätte ein Wirbelsttirm von Eisen und Feuer das Dorf verwüstet. Tic Kirche ist nur noch ein Skelett. Ti« Wände sind durchlöchert wie Spitzen. Der Turn, ist cinge- stürzt. Die große Turmuhr ist von einer Granate getroffen, die die eine Hälfte der Uhr in ihrer Steinhöhle ließ und di« andere aus die Straße warf. Vor einen, Tor steht in cinsanier Verlassenheit eine Gliederpuppe, die ein Soldat in spaßhafter Altwandlung aus de», Schaufenster einer Modifttn herauZgenommen und hier auf- gcpflaugt haben mag. Ich trete aus dem Don und schlage den Weg nach Vareddes ein. Hier harrt meiner eine Erscheinung des Grausens. Das Gemüt ist fieberhaft erregt. Man kann fick» unmöglich etwas Erschütternderes und Oiraueithaftcres vorstellen. Soiveit das Auge reicht, nichts als Gräber, die über die Ebene zerstreut sind. Schwankend bahnt sich ein von vier Ochsen gezogener Karren seinen Weg über das Feld. Er ist vollgepfropft mit Leichen. Das Herz krampst sich zusammen. Die Leichen tragen alle rot« Hosen. Fch wende meine Augen »ach der anderen Seite. Aber auch hier dasselbe Bild, man sicht ja, Gott fei’3 geklagt, die roten Hosen so entsetzlich weit. So begegnet man überall in der Ebene, in de» Gräben, hinter Strohhansen, Hecken und Sträuchcrn den fatalen grellen roten Punkten, die einem »nisere Verluste mit erschrecklicher Deutlichkeit zum Bewußtsein bringen. — Was kostet ei» Schuß der Artillerie? Angesichts der furchtbaren Wirkungen der 42-Zentimeter-MLrser wird öfter? die Frage gestellt, wie teuer sich ein Schuß aus diesen Riesen-Kauoneii stellt. ES werden deshalb folgend« Angaben sür unsere Leser von Interesse sein. Ein S ch » ß aus den 42-Zcntimcter-Kanouen kostet „ich, iveniger als 3 80 00 Mo r k! Ein Schuß ans den Kanone,, unserer 6cr Feldartilleric stellt sich ans etwa 26,50 Mark, ein solcher der ichweren Haubitze» aus etwa 280-300 Mark. Die Kosten eines Torpcdoschusses stellen sich aus ungefähr 14 000 Mark. Fermer seien noch einige Angaben gemacht über die Feuerschnelligkeit unserer Tchisfsgeschüdc. Es- feuert i» der Minute: Ein 28-Zentimeter- Geschütz 1—2, 24-Zentimeter-Geschütz 2—3, 21-Zentimeter-Geschütz 4, 17-Zrntimeter-Geschütz 6, 15-Zentimeter-GeÜhllb 9 Schüsse. — Wir sehen also, daß di« Schießerei gar keine billige Sache ist. — Vom Stadtthcatcr wird geschrieben: Es sei ausdrücklich daraus hingewiesen, daß.unsere Bühne auch in diesem Kriegsjahr mit v o l I st ä » d i g e »i Personal geführt werden soll. Merkwürdigerweise ist vom darstellenden Personal nur ein einziges Mitglied, Herr Höcker, von der Einbcrusungsordre getroffen worden, während das technische Personal zu großen, Teile im Felde steht und stark ergänzt werden muß. Von alten bewährten Mitgliedern, soweit sic Fach spiele», werden in der kommende» Spielzeit wieder tätig sein die Damen S t c t t n e r, S o n n t a g - B I u n, c . Martini, F r e n z c l und Jüngling, sowie die Herren Wolf, Dworkowskt. Ro 1 teck, Grosser, Stc i n h o fr r, Schubert »nd G r o s se r - B r a » „. — Zur Warnung für Elter» und Kinder sollte wieder ein Fall dienen, der an, Sonntag in Ober-Wöllstadt passierte. Tort hatten sich mehrere Kinder an den mit Rüben schwer beladenen LLagcn des Landwirts Feuerlwch gehängt, wobei der achtjährige Fniigc des Schreiners Ludwig Stark in die Räber geriet und io gc- auctscht wurde, daß der T o d „och kurzer Zeit eintrat. Dem »nfitzt, daß Kinder sich an Fuhriverkc anhäiigen, sollt« überall energisch eitt- gcgcngcwirkt werden. Klein-Linden. Die Enteignung von Gelände zum Ban der N m g c h » n g S b a h n ist durch Vergleich erledigt. Tie Eilcn- bahnbehörde bezahlt sür de» Holzlagerplatz den Erben Willi Jung l. an der Franksurtcrstraßc sür den Quadratmeter 8 Mark, außerdem sür Fasson, da das Gelände evcnttiell teilweisc als Bauplatz gebraucht werden kann, 6000 Mark, im ganzen rund 30 090 Mark. Die lwidcu Ackerstiicke. um weicke cs sich weiter handelte, werden pro Quadratmeter mit 7.50 Mark bezahlt. ES sind dies ertra hol»: Preise, welche sür Geiändeeriverb i„ unserer Gcnwinde an einzelne Besitzer bezahlt werdeii. Tie Allgemeinheit hat von diesen hohen Kcländcp reisen zweifellos nur Nachteil, da damit der Grund und Boden in nnserer Gemarkung ohne 2tercchttgnng unverhältnismäßig in die Höhe getrieben ist. Besonders wirb die Gemeinde dies spllren, wenn sie Gelände sür öffentlich« Zwecke braucht. Früher war der Preis sür Baugelände an der Frankfurter st raßc und in deren Nähe 3—4 Mark pro Quadratmeter. — Wicseck. Sein 25jähriges Jubiläum als Werkmeister in der Zigarreirsabrik W. Me,,er hier beging am Sonntag Herr Heinrich Schneider. Er wurde aus diesem Anlässe von der Firma wie auch von seinen Kollegen mit Geschenken bedacht und vom Tabakarbeiterverband wurde ihm eine Ehrenurkunde überreicht. Kreis Wehlar. 'X Die Lungenheilanstalt „Waldhos Elgershausen" ist in eine Geiellsätzist mit beschränkter Haftung mngeivandelt ivordcn und soll gleich nach Beendigung des Krieges erheblich vergrößert „nd zu einer Heilstätte größeren Stiles umgcäudert werden. An dem Unternehmen ist als Gesellschafter die Fürstlich Solms-Bvaun- selssch« Verwaltung beteiligt; finanziell wttd bas Reichsversichc- rungsamt das Unternehmen unterstützen, welches sich verpflichtet hat, 100 Betten mit Kranken zu belegen. Telegramme. Der deutsche Tagesbericht. Im Westen noch unentschieden. Fortschritte vor Antwerpen. Russische Niederlagen. Großes Hauptquartier 6. Okt., abends. (Amtlich.) Tic fortgesetzten ll m s a s s u n g s v e r s u ch e der Franzosen gegen unseren r c ch t e u Hecrcsslügel haben die Kampffront bis nördlich A r r a s ausgedehnt. Auch westlich Lille und Lens trafen unsere Spitzen auf feindliche Kavallerie. In unseren Gcgcnangrissen über die Linie Arras-Albert- R o h c ist noch keine Entscheidung gefallen. Auf der Schlachtsront zwischen Oise und Maas bei Verdun und in Elsaß-Lothringen sind die Verhältnisse n n v e r ä n d e r t. Auch von Antwerpen ist heute nichts Besonderes zu melde». Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist der russische Vormarsch gegen Ostpreußen im Gouvernement S u w a l k i zum Siche» gebracht. Bei Suloalki wird der Feind seit gestern erfolgrich angegriffen. In R n s s i s ch - P o l e n vertrieben deutsche Truppen am 4. Oktober die russische'Gardeschützen-Brigadc aus einer befestigten Stellung zwischen Lpatow und Ostrowiec »nd nahmen ihr etwa 3 0 0 0 Gefangene, mehrere Geschütze und Maschinengewehre ab. Am 5. Oktober wurde» 2 y 2 russische Kavalleriedivisioncn und Teile der Hauptreserve von Jwangorod bei R a d o m angegriffen und ans Jwangorod znrückge warfen. Der französische Bericht. Paris, 5. Okt. (Ctr. Frkft.) Die Abendzeitungen kommentieren nur das Bulletin von der verflossenen Nacht, sie enthalten sich aber eines Kommentars zu dem Nachmittags- Bulletin, das bereits von dem französischen Zurück- gehen spricht. Sie ermahnen das Publikum, geduldig daN Ende der Schlacht zu erwarten. Vor Antwerpen. Amsterdam, ti. Otk. (Ctr. Frkft.) Die letzten offiziellen Antwcrpener Berichte lauten lakonisch: „Der Zustand an der befestigten Stellung von Antwerpen ist n n v c r ä n d e r t", und dann von abends 10 Uhr: „Sehr heftiges Artillcrie- fencr fand auf der ganzen Front statt; der Zustand ist unverändert". Diese zwar kurzen, aber nicht wahrheitsgetreuen Berichte finden ihre Ergänzung in Privatmeldungen aus Antwerpen, nach denen die Deutschen jetzt bereits Linth und die dahinter liegenden Plätze Contich, Mortsel, E d e g h e m und Hove beschießen. Dies bedeutet den An- griff ans die Forts Nummer 5 und 4 des inneren Festungsgürtels. Von Lier, das bereits in deutschen Händen ist, bis zu den Wällen Antwerpens beträgt der Abstand nur etwa 14 Kilometer. Der Fortgang der Belagerung vollzieht sich also mit einer geradezu maschinellen Sicherheit. Da die Forts des inneren Gürtels zum Teil noch ans der Brial- montschen Zeit stammen, so können sie sich nicht mit den ganz modernen Werken des Außengürtcls messen, und die Stadtwälle sowie die dazu gehörigen Gräben sind als für Verteidigungszwecke wertlos seit Jahren aufgegcben; sic stammen aus der Zeit von 1859 bis 1862. Daß das Fort B r o e ch e m , das erste Fort nördlich der Nethe, zum Schwei- gen gebracht ist, bedeutet einen großen Vorteil für den Uebergang über den Fluß. Wichtig ist auch eine Antwcrpener Meldung des Telegraaf, daß die Deutschen sich nördlich von T c r ni o n d c die größte Mühe gäben durchzubrechen, um die Hcrnnbringnng von Hilfe nach Antwerpen unmöglich zu machen. Hieraus geht hervor, daß cs den Deutschen nickst nur gelungen ist, die stark exponierte Stellung ihres linken Henkels Bleich-Soda. Pr. Speise- unii SfllfltlmrtBffflii empfiehlt zu billigstem Tagespreis Z. Hantel SlenenDüne ?. Telephon 126. Auf dem Felde der Ehre starb am 22. August den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Kamerad Ludwig Lüter Reservist der 8. Komp, im Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Giessener Freiw. Feuerwehr. [ Flügels bei Ternwnde zu halten, sondern sogar den Flügel nach Norden vorzuschieben: ob hier der Sckjelde-Uebergang bereits erzwungen ist, läßt sich noch nicht feststellen. (Fr. Ztg.) Holländische Berichte. (Etr. Frist.) Der Maasbode meldet nach der Franks. Ztg. ans Putte (südwestlich von Antwerpen): Die Beschießung von Linth, Contich und Mortsel beweist, daß die Deutschen schon dicht bei der Stadt Antwerpen st ehe n. Das, englische Hilfshecr, das namentlich zwischen Linth und Lier Stellung genommen hatte, mußte eine Rückwärtsbewegung beginnen. Die gesamte belgische Strcittnacht ist im Gebiet zwischen der Schelde, Lier und Antwerpen konzentriert. Eine,' heftige Schlacht ist im Gang. Nieuws van den Dag vernirümt aus Ostende, daß die Negierungsorchive von Antwerpen nach Ostende gebracht worden seien. Die Engländer schiffen in Ostende eine große Anzahl Pferde und Fcstungsgeschützc zu Zwecken der Küstenverteidigung aus. Kanadische Freiwillige sind vorige Woche in Ostende angekommen; sie sollen mit Belgiern in Ostende ein Hilfskorps bilden. Die Zahl der in Ostende angekommenen Verwundeten ist so groß, daß neue Züge eingelegt werden müssen. Es wird auch die Ankunst, der Königin in Ostende erwartet. Die Kämpfe in Polen. Wien, 6. Okt. (W. B. Nichtamtlichst Amtlich wird unterm 6. Okiobcr verlautbart: Das plötzliche Vordringen der deutschen und üsterreichisch-unqarischcn Strcitkräste in Rujsiich-Poien jchcint die Russen vollständig überrascht z» haben. Sie schoben zwar starke Kräfte ans Galizien nach Norden vor, wnrden jedoch bei ihrem Versuch, die Weichsel in der Richtung Opatow zu überschreiten, von den Verbündeten über den Fluß zurückgeworsen Unsere Truppen eroberten den russischen Brückenkopf bei S a n d o m i r. — I» Galizien rücken wir plangemäß vor. Bei Tarnobrzeg wurde eine rnlsischc Jnfanteeie- diviston von unseren Truppen geworfen. ► Der stellvertretende Chef des Gcneralstabs: v. Höf er, Generalmajor. Berlin, 6. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tie Dossische Ztg. meldet ans Wien: Die galizischen Eisenbahnbeamten von Tarnow, Rzezow und Jaroslaw sollen eine Aufforderung zu sofortiger Ausnahme des Dien st es erhalten haben. Den Eisenbahnbeaniten aus Leinberg wurde mitgeteilt, sich zur Wiederaufnahme des Dienstes bereit zu halten. Man bringt dieses mit dem Rückzugedci: Russen in Zusammenhang. Bon den Kämpfen in Oberungarn. Budapest, 6. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Der Sonder berichtcrstatter des Az-Est meldet: Der Kampf mit den eingedrungenen Russen ist noch nicht v o l l st ä n d i g beendet. Es ist zurzeit noch nicht möglich, eingehend zu berichten, indessen kann schon gesagt werden, daß nordwestlich bei Maramaros- Sziget und Tarczkoez eine russische Kolonne z u r ü ck g e - schlagen wurde. An den Gefechten haben auch inzwischen eingetroffene deutsche Streitkräfte teilgenommen. Zwischen Poleno und Aknos machten die Russen einen letzten Versuch, unsere Reihen zu durchbrechen; sic wurden auch hier zurück- geschlagen. Unsere Truppen verfolgten die sich zurück- ziehenden Russen. Es wurden viele Gefangene gemacht. Das Komitat Bereg ist pon dem letzten Mann russischer Jnvasions- truppen befreit. Die serbischen Berluste. Beelin, 6. Ott. (Ctr. Bln.) Die 21. Z. am Mittag meldet aus Sofia: Bei den letzten Kämpfen östlich der Drina sind die serbischen Schumadja- »nb Morawa-Divisioncn fast vollständig ausgericben worden. Im ganzen haben die Serben bisher 13 00 Tote und über 50 000 Verwundete. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Eie., Gießen. Druck: Verlag Offcnbacher Abendblatt, G. m. b. H.. Offenbach a. M. Vortraff in der neuen Aula der Universität am Donncrstass, Sc» 8. Oktober 1914 abends 8'/» Uhr pünktlich Professor Dr. Kinkel: Der Krieg und die deutsche Kultur. Im Besten von Hinterbliebenen der im Felde geladenen Giessener, Eintrittskarte« — eine jit 30 Psg., zcnn zu Mk. 2.50 — sind in de» Buchhandlungen von FieeS, SeltcrSweg, Koch, Sellersweg, Legier, Südanloge, Schneider, Neueubäuen, sowie Ernst Baiser, Mäuzburg „nd abends an der Kasse zu haben. u Inhalt: 5 vorschriftsmäßig bedrncktc sftldpoftbrief- __ umschlösse nebst Briefbossen sowie 5 Feld- Postkarten. Preis nur JLO Pfg.