Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Obcrheffen und der Nachbargcbiete. Die Oderdeklttld« v«lk»>eNun, erfchcint leden Werktag Abend in Gikftcn Der AbonnementSpret« beträgt wöchentlich 16 Pin, monatlich ® Pin emlchl- Brivgrrlob» Durch die Polt bezogen vierteljäbrl.I^ÄMb Redaktion and »rvcdltton Dieben, Babnbotltralie 23. (f-dt Löwengasic. relevdon 2008. Jnterale lallen die 6 mal gelpalt. Kolonclzerle oder deren Raum 15 Psg. Bei grötzeren Aufträgen Ral'ätl Anzeigen wolle man bi« aden»«7Ubr iür die iolgcnde Nummer in der Expedition auigedeu Mr. 231 Gicßcn, Dienstag, Den 6. Oktober UM 4 9. Ialjrgaug Der Kampf um den Frieden. Die bekannten Betrachtungen des HcranSgcbcrS der Prcusti- schen Jahrbücher, Prof. Hans Delbrück, haben der Deutschen Tageszeitung und der Post Anlas, zu äußerst lebhastcn Entgegnungen gegeben. Besonders die Post ist ganz anher sich darüber, dah Prof. Delbrück die Erhaltung des bcitchcndcn politischen Gleichgewichts auf dem Lande und die Eroberung des Gleichgewichts zur Lee als das deutsche Jricdenszicl bezeichnet hat. Dazu schreibt sie: „Also dafür haben tausende »nd abertansendc edle deutsche Männer ihr Blut vergossen! Dafür haben Millionen ungeheuere Leiden und Mühen ertragen! Dafür sind soviel Tränen geflossen und soviel Leid und Schmerzen in Tcntschlanü getragen worden, dah das „politische Gleichgewicht", ivic cS vor dem Kriege bestand, wieder hcrgestellt werden soll. Es soll also alles wieder so werden, wie cs vor dem Ilcbcrfall der Moskowiter, Franzosen und Engländer, Japaner und Derben gewesen ist. Das Deutsche Reich muh ängstlich überall znrücktrcten, wo in der Welt eine grohe Dache erledigt wird. Wenn cs aber wagt, für seine stets wachsende Bevölkerung und sich iminer vergrößernden Gewcrbcsleiß Lust und Licht, Land ^ und Absatzgebiete in der Welt z» erringen, bekommt es von den „Hütern des europäischen Gleichgewichts" eins auf die Finger. . . . Wenn cs unseren tapferen Heeren, wie wir alle hoffen, gelingt, alle die vermeintlichen Hüter des europäischen Gleichgewichts zu Paaren zu treiben, dann kann cs nicht die Aufgabe unserer Diplomatie sein, die also ans ihre wahre Bedeutung reduzierten Mächte wieder in ihre alten Dtellnngcn zurückzusühren. Deutschland muh nach dem Kriege die Stellung in Europa und in der Welt erhalten, die cs sich durch die unvergleichlichen Taten seines Heeres und die beispiellose Opfcrwilligkcit seines Volkes errungen hat. Rnhland und Frankreich und England aber müssen so geschwächt werde», dah sic uns nicht mehr wie diesmal überfallen können. Es muh ihnen die materielle Möglichkeit dazu genommen werden: denn die Lust dazu können wir ihnen leider nicht auStreiben. Was Herr Pros. Delbrück als „politisch völlig klar und geschichtsphilosophisch begründet" bezeichnet, ist nach unserer Ansicht unklug und u » w ü r d i g." Das Ziel ist von der Regierung al? die D i ch e r u n g des Friedens für lange Zeit und der Krieg selbst ist von ihr als Verteidigungskrieg bezeichnet worden. Man dark darum vermute», dah Pros. Delbrück — wie es in ähnlichem Sinn zuvor schon Pros. Schiemann getan — die Aufsassung sehr cin- sluhreichcr Kreise wicdergibt. Ihnen entgegen stehen die Meinungen der Alldeutschen, vertreten durch den Grasen Ernst Rcvent- >°w in der Deutschen Tageszeitung und Dr. Pohl in der Post, die allerdings mit den berühmten Worten der Thronrede vom August „Uns treibt nicht E r o b c r u n g s I u st" kaum zu vereinen sind. Entgegen der offiziellen Politik versuchen diese Kreise für Eroberungen Stimmung zu mache», mit der Begründung, dah nur durch sie der Frieden dauernd gesichert werden konnte. Man muh sich aber nur die Landkarte von Europa ansehcn, um zu erkennen, wie weit die Eroberungen Deutschlands gehen muhicn, wenn der Zweck der Fricdenssichcrung erreicht werden soll. Kleinere Gebietsabtretungen würden kaum eine erhebliche Dchwäch- der Gegner bewirken, dagegen ihre Rcvanchelust desto stärker anstacheln, ganz abgesehen von den inneren Schwierigkeiten, um dem Reiche aus der Ausnahme fremder Volköbruchstücke erwachsen würden. Grohe Gebietsabtretungen würden aber diese ^müerigkeiten bis zur llncrträglichkcit steigern, »nd statt eines kurzen Krieges nach auhen wäre uns dann ein ewiger «r'eg im Innern beschert, der wiederum eine ganz nngchencrc Schwächung des eigenen Landes bewirken miihte. Damit wären s/st recht nicht die Mittel zur Führung einer auswärtigen Politik gewonnen. wie sse der Post gefällt. Alldeutschen, die den Feind so klein machen möchten, dah "ichr von ihm übrig bleibt, verfolgen damit nicht nur unmögliche Ziele, sondern ne richten auch durch ihren llcberciser im gegenwärtigen Augenblick nur Schaden an. Ihre Politik muh die »rcinde. denen sse den Untergang ankündigt, bis zum allerletzten verzweifelten Widerstande anstacheln, sse muh auch im neutralen Auslande Mihtraiien und unfreundliche Stimmniigeii hervor- rusen. Auch de» Alldeutschen muh bekannt sein, dah alle deutschen Stimmen, die sich in ihrem Sinne äuhern, von den Gegnern begierig aiifgegrisscn und zur Becinslussuna des neutralen Auslandes ausgenutzt werden. Eb die auswärtige Politik Deutschlands vor dem Kriege wirklich so beschaffen war. wie die Post sse schildert, darüber zu diskutieren ist wohl jetzt nicht an der Zeit. Sicher ist nur. das, die «orge, cs könnte nachher wieder so werden, recht überflüssig ist. -renn wenn es den, Reiche, dank der Einigkeit der deutschen Volkes gelingt, sich jm Kampf gegen drei Weltreiche und ihre Ver- oundcteii siegreich z» behaupten, dann wird es doch aus keinen «all zur Rolle des Aschenputtels verurteilt sein. Ein Ultimatum an die Türkei? . Berlin, 4. Okt. Tic Berliner Neuesten Nachrichten cr- lahren vo„ ihrem Korrespondenten in Rom, das, England, »rankere ich und Rußland soeben durch einen gemein w»>^Schritt ihrer Botschafter von der Pforte die Lcssnung «f Cr ,~ at ^ ant Ut» verlangen und um eine bestimmte I -i n t m o 11 unter Stellung einer kurzen F r i st ersucht ,aoen. Tag kommt einem Ultimatum gleich. Niederlagen der Serben «nd Montenegriner. Wien, 4. Okt. (W. 1>. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcr- lautbart: 4. Oktober. Die im östlichen Bosnien eingedrungcnen Ierbischen und montenegrinischen Kräfte zwangen, in dieses abseits der Hauptenscheidung liegende Gebiet mobile Kräfte z» detachieren. Die erste dort einge- leitete Aktion hat bereits einen erfolgreichen Abschluß gefunden. Zwei montenegrinische Brigaden, die „Spuska" unter dem Kommando des Generals Wnkowitsch und die „Zatska" unter dem General Rajewitsch wurden nach zweitägigen heftigen Kämpfen vollständig geschlagen und auf Foca zurückgeworfen. Sie befinden sich in panikartigem Rückzüge über die Landesgrcnze. Ihren ganzen Train, darunter nicht unbedeutende in Bosnien erbeutete Vorräte, muhten sie z u r ü ck l a s s e n. Aber auch bei dieser Gelegenheit wurden mehrere Gefallene eigener vorgcsandtcr Patrouillen, darunter ein Fähnrich, in einem b e st i a l i s ch v c r st ü m in c l t c n Z u st a n d e aus- gesunden. Bei der neuerlich eingeleiteten Aktion wurde ein komplettes serbisches Bataillon von einem eigenen Halbbataillon gefangen genommen. Potiorek, Feldzeugmeister. Tie türkische Presse gegen England. (Ctr. Frkst.) Di« türkisch« Presse veröffentlicht än Herst heftige '?[ r t i f c I gegen England wegen dessen jedein Völkerrecht hohniprcchenden Vorgehens in Aegypten. Es geschieht zum ersten Male seit der englischen Okkupation Aegyptens, dah die türkische Presse diesen Ton gegen das britische Reich anschlägt. Russisch-englische Differenzen. Konstantinopel, 4. Okt. (Ctr. Frkst.) Zwischen dem russischen und englischen Botschafter fand ein erregter Wortwechsel statt. Rußland wirft England vor, dah durch die übereilte Handlung des englischen Eskadrcchefs wichtige russische Interessen auf das allerempfindlichste geschädigt wurden. Rußland hatte mit einer neutralen Hecrverwaltung gröbere Abschlüsse Kriegsmaterials, besonders eines Artillerieparks gemacht, deren Zustellung dyrch die Dardanellensperre jetzt größtenteils unterbunden ist. (Frkf. Ztg.) Deutsche Erfolge zur See! Ein französisches Kanonenboot versenk. B e r l i » , 4. Okt. 4.25 R. (Clr. Bin.) Amtlich wird vom französischen Kriegsministerium mitgcieilt: Bordca » r, 4. Okt., morgens: Die dcutickien Kreuzer Scharnhorst und Gneiscnau sind am 22. Scpt. var Papccte auf Tahiti erschienen »nd haben das kleine Kanonenboot Zölee, welches am t4. September abgcriistct im Vasen lag, in Grund gebohrt. Hieraus beschossen sie die offene Stadt Papccte und fuhren weiter. Die Mittciliing spricht znm Schluh die Hoffnung aus. dah den beiden Schissen sehr bald die Kohlen aus- gchcn würde». Hierzu wird der Frankfurter Zeitung von unterrichteter Seite mitgcteilt, dah Papccte diirämnS nicht als offene Stadt gelten kan», da es Forts und drei Batterien mit etwa 2» Geschützen verschiedenen Kalibers besitze London, 4. Okt. (WB. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Lima: Der deutsche Dampfer Mari« ist in Callao mit der Bemannung des Dampfers Bancfieid eingetrosfen, der ay der Nvrd- küstc von Pen, durch den deutschen Kreuzer Leipzig in Grund gebohrt wurde. Bankiield führt« 6000 Tonnen Zucker sür Liverpool mit sich. Die Ladung ist 120 000 Pfund wert. London. 4. Okt. (WH. Nichtamtlich.) Das Reuter ich« Bureau meldet aus Valparaiso: Ter deutsche Kreuzer Leipzig bohrte das englische L e l i ch i s s E l s i n o r am 15. September in den chilenischen Gewässern in G r u n d. Tie Mannschaft wurde in Gala- pagvs gelandet. . London, 4. Okt. (Ctr. Bin.) Der Dailn Telegraph meldet: In Grimsby ist man seil einigen Wochen oiihcrordcutiich beunruhigt wegen des englischen Schisses Sl. Gulhiiers, das am 24. August die Ausiahrt angctretcn hatte. Aus dem Schreiben des Kapitäns gehl hervor, dah das Fahrzeug versenkt und die Steiatzung gefangen genommen worden ist. Der Kapitän Green schreibt: Wir sind von einem denrichcn Torpedoboot gesangen genommcn worden und unser Sckilss nmrde versenkt. Di« Deutschen kamen nachts zu »ns an Bord, und sordenen. nachdem st- sich unicrc Schitisprpiere hatten geben lassen, uns ans, nnvcrzliglich an Bord zu kommen. Ti« behandelten unS sehr gut. Die ,lichtem opäischen „R usreißer." Japanische Hilfe für Rnsiland. Die Dossische Zeitung meldet aus Kopenhagen: Politiken bringt einen Bericht eines zuverlässigen dänischen, in Sibirien ansässigen Meiercibcsitzcrs. der am 26. September aus der Reise von Moskau nach Memel in TUnaburg jatzani» :che Truppentransporte für Wilna bemerkt haben will. Ta? Bahnpersonal habe erzählt, daß bis dahin 160 Züge mit je 65 Wagen ans Wladiwostok durchgegangcn waren, Jm ganzen handle es sich um 150 000 Mann. Diese Mitteilung klingt sehr unwahrscheinlich. Wieder- holt sind seit Beginn des Krieges Gerüchte aufgetaucht, die von japanischen Truppentransporten durch Rußland wissen wollten, aber sogar offizielle japanische Persönlichkeiten haben diese Gerüchte dementiert mit dem Hinzufügen, daß Japan kein Interesse habe, sich aktiv an dem Kriege in Europa zu beteiligen, sondern nur in Lstasien Krieg führe. (Ctr. Bin.) Die indischen Drnppen. London, 4. Okt. (SB. B.) Die Times inclbcn aus Marseille: An der Beförderung der indischen Truppen haben zwanzig Tampsci tcilgcnommen Die Ausschisiung der indischen Truppen hat i» Marseille stalt- gcfiinden. Unter ihnen befinden sich GurkhaS aus dem Pendschab und anS Bclutschistan. Die kanadischen .Hilfstruppen. Genf, 4. Okt. (Ctr. Fkf.) Aus Havre wird dem Journal de Gcnevc gcmcldci. dah die Landung kanadischer Truppen bcvor- stche. Ossizicrc svwlc Unteroffiziere seien bereits im Norden Frankreichs angclangt. um die Operationen zu orgauisicrcn. Der englische Gcncralstab. der Havre als Operativnobasis gewählt hak, mietete mehrere Gebäude für diese» Zweck aus zwei Jahre. In Havre selbst werden etwa 5000 Mann cinqiiarticrt. Mehrere öffentliche Gebäude sowie der Rcgatlapalast wurden in Lazarette umgewandeit. Rumänien bleibt weiter neutral. In Bukarest hat nach der Franks. Ztg. der Minister. Präsident B r a t i a n u mit den Führern der verschiedenen Parteien konferiert und es hat sich dabei ergeben, daß eine Acnderung der bisherigen abwartcndcn Haltung Rumäniens nicht für nötig gehalten wird. Deshalb wird auch der angekündigte Kronrat nicht stattsiuden. Die weitere Entwicklung^ hängt natürlich zum Teil auch von den Ereignissen auf den Kriegsschauplätzen ab. Budapest, 4. Okt. Das Bukarester RegierungSkommuniquC über die unveränderte Aufrechterhaltung der Neutralität Rumäniens wird von der ungarischen Presse mit großer Genugtuung begrüßt. Der Pcster Lloyd schreibt: Es fanden sich in Rumänien mutige, gewissenhafte Staatsmänner, die unbeirrt von den Schlagworten, die der rollende Rubel in Umlauf setzte, an der für Rumänien einzig richtigen Auffassung scstgehalten haben, daß die Ausdehnung des russischen Machtbereiches bis zu den Dardanellen der Selbständigkeit Rumäniens den Todesstoß versetzen würde. Die Lage in Serbien. (WH.) Die Süddeutsche Korrespondenz meldet aus Tcrajewo: Aussagen der intelligenteren Ständen angchörcnden Kricgögcsangc- nen stimmen darin überein, dah die politischc wie die militarstche Lage Serbiens überaus ernst ist. Nur mit Geivaltinitlcl» gelinge cs der um den Kronprinzen geicharten Ossizicrspartei, die blindlings den Bcsehlcn RuhlandS gehorcht, dcn allgemeinen Zusammenbruch zu verhindern. Die völlig erschöpfte Bevölkerung des Landes wünsche das Ende des Krieges herbei und würde keinen Moment zögern, sich von den Elementen loszusagc», die man als Urheber des unaufhaltsamen NiedcrbruchS in Serbien ansche. England und die Neutralen-. Englische Minen in Ser Nordsee. Die englische Admiralität teilt mit, daß sie sich gezwungen sieht, in einzelnen Teilen der Nordsee Minen zu legen. Sie warnt die neutralen Schisse vor deren Gefahren. Amsterdam, 4. Okt. (Etr. Frkst.) Das englische Vor- haben, einen Teil der Nordsee durch Minen abzuschließcn, benachteiligt die holländische Schiffahrt außerordentlich. Das Handelsblad sagt, ein Blick auf die Karte zeige, daß die Sperung genau aus dem Wege vom Rottcrdamcr Kanal nach dem Nordländer Leuchtschiff liege. Eine Anzahl Schifte, die heute abend abfahren sollten, reisen erst morgen, um die gefährlichen Stellen bei Tage zu passieren. Es sei zu überlegen, ob die Schiffahrt im Aermelkanal unter solchen Umständen überhaupt noch möglich sei, und ob nicht die Fahrt nach Rotterdam den Umweg über die norwegische Küste und von da über die schottische Küste nötig mache, was eine Verlängerung der Reisedauer um fünf Tage und einen entsprechenden Kohlenmehrvcrbrauch bedeute. Kristiania, 4. Okt, (Ctr, Frkst.) Der norlvcgische Kohlendampfer „Tjönw", der von Methil (England) mit Kohlen nach Schweden unterwegs war, wurde in der Nord- fec von englischen Kreuzern ungehalten und nach England zurückgeschickt. Ter Kapitän drahtet, er kenne nicht dcn Grund. Kristiania, 4. Okt, (Ctr. Frkst.) Der Kapitän de^ norwegischen Schiffes „Bennestvct" telegraphiert, die französischen Behörden Hütten seine Papiere beschlagnahmt und ihm verboten, an Land zu gehen. Kristiania, 4. Okt. (IV. B. Nichtamtlich.) Der norwegi- sche Minister des Aeußern hat Vorstellungen bei der eng- lischen Regierung erhoben, um sie zu veranlassen,! daß die Erklärung, wonach Eisenerz als Kriegskonterbande anzu- sehen ist, zutllckgenommen wird. Was England als Konterbande erklärt. Washington, 4. Okt, Der amerikanische Botschafter in London teilte dem Staatsdepartement mit, das, England beabsichtige, sol- gcndc Giiter als Krjcqskontcrbandc zu erklären: Knpfer, Blei un- bearbeitet in Klumpen. Platten. Röhren, Glycerin, Eroinciscn, Rot- i ii’fnrrj Härmatiteisenerz, Mapneteiscn, Kautschuk, rohe Uttbearbei- trre Häute und ungencrbtes unbearbeitetes Leder, Man kan» hieraus ersehe», was die Erklärung Englands, cs wolle die Bestimmungen der Londoner Deklaration achten, wert ist Indem es diese Bestimmungen nachträglich durch willkürliche Festsetzungen wieder aufhebt und wichtige Feldhandclsartikcl als Konterbande erklärt, schädigt cs vielleicht mehr noch als den Gegner die neutralen Staaten, deren Handel durch die englische Gewaii- politik unermeßlichen Schädigungen und Belästigungen ausgcsetzt ist. Portugal »uv Gnglanv. Paris, 4. Okt. Nach einer Meldung der Daily Mml traf ein englisches Kriegsschiff am Montag in Lissabon ein. Der Präsident der Republik begab sich von Eascaes nach Lissabon, um den Kapitän zu empfangen. Man bringt den Besuch in Verbindung mit einer Konferenz in der englischen Gesandschast, der der englische und französische Botschafter sowie der portugiesische Ministerpräsident beiwohnte. Behandlung italienischer Freiwilliger in Frankreich. (W. B. Nichtamtlich.) Giarnale d'Fialia druckt einen Teil eines Brieses an das Fiarenzer Wochenblatt Voce ab, in welchen, von der Art und Weise die Rede ist, wie italienische Freiwillige in Frankreich behandelt werden. Tic italienischen Freiwilligen werden in die Fremdenlegion gesteckt und als Kanonenfutter verwendet. Man hat ihnen als Offiziere Korporale gegeben. Sie sind vielleicht gute Kerle, aber ihr erstes Prinzip lautet: „Moi ptrso»nallernent je m’en fous". Tie materiellen Bedingungen sind einfach fürchterlich, sodaß man alle möglichen Seuchen erwarten darf. Drei Leute sind schon an einer verdächtigen Krankheit gestorben. Zehn Tage lang hat man sie mit der unglaublichsten Nachlässigkeit behandelt und diese kräftigen, überzeugten Menschen in einen Haufen Mutloser verwandelt. Ter Artikel, mit dem das Giornale d'Fialia den Abdruck dieses Briefes einlcitct, rät vom Eintritt in die Fremdenlegion a b und hebt hervor, daß Italien seine Söhne jetzt selber brauche. Die deutschen Arbeiter und der Krieg. Gegen die Behauptung eines Mitgliedes des Holzarbeiterverbandes in einem Schweizer. Fachblatt, daß die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands von einem marktschreierischen Siegestaumel beherrscht sei, erklärt der Verbandsvorsitzende Leipart in der Holzarbeiterzeitung, dem Organ des Deutschen Holzarbeiterverbandes, daß in der organisierten Arbeiterschaft seit Beginn des Krieges eine ernste Stimmung herrsche, und daß jeder die schreckliche Zeit mit großem, inneren Bedauern durchlebe. Aber, fährt er fort, „wir deutschen Arbeiter teilen allerdings die in unserem ganzen Volk herrschende Auffassung, daß Deutschland der angegriffene Teil ist und sich nun gegen den Anprall der zahlreichen Feinde von allen Seiten nach Kräften seiner Haut wehren muß. Die von der deutschen Regierung über ihre Friedensbemühungen verössentlichten Dokumente sind bisher von keiner Seite widerlegt, sondern höchstens nur bekräftigt tvorden. Für einen Angriffskrieg gegen Frankreich und England würden die Arbefter Deutschlands natürlich niemals begeistert worden sein, wohl aber halten wir es für unsere Pflicht, und zwar nicht nur im Interesse unserer deutschen Kultur allein, unser Land und die ganze europäische Zukunft gegen den Uebersall des russischen Zarismus mit ganzer Opferwilligkeit zu verteidigen. Wir tun das ohne Ausnahme, obwohl wir wissen und es keineswegs in diesen Tagen vergessen, daß auch in Preußen-Deutschland die Freiheit des Volkes leider noch so vieles zu wünschen übrig gelassen hat. Wir wollen auch nach dem Krieg unseren Kampf für die Rechte und Freiheit der arbeftenden Bevölkerung fortsetzen und gerade deshalb verhindern, daß etwa der Sieg des russischen Kosakentums und der russischen Knute uns dieser Möglichkeit beraube. Der Sieg Deutschlands über Rußland dagegen wird, so hoffen wir bestimmt, auch für den Befreiungskampf des russischen Proletariats von größtem Vorteil sein." Frankreich, Deutschland und die englische Klapperschlange. Von befremidcter Seite wird Miseren, Kölner Parteibiatt das Original eines bemerkenswerten französischen Flugblattes zur Verfügung gestellt, das während des Krieges in Paris unter dein Pseu- drnnm Spartacus erschien. ES trägt die Aufschrift: I.a France dans les Anneaux du Crotale! (Frankreich in den Ringen der Kiapper- schiangcs. Mit der Klapperschlange ist England gemeint, gegen das sich die Streitschrift in den denkbar heftigsten Ausfällen ergeht. Sie stammt, wie aus vielen Bemerkungen zu entnehmen ist, ans sozial, stischen Kreisen. In einer phantastischen Einleitung läßt der Verfasser als Sinn- A f r a j a. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge, 78 Kraftproben wurden angestellt, gerungen und gesprungen, und Beifallklatschen nud Jubel begleiteten die Sieger, Spöttereien die Ueberwundenen. Während die fröhliche Menge sich bunt durcheinander drehte, sonderten sich auch einzelne Paare ab und suchten einsamere Stellen, um dort beisammen zu gehen und Bekenntnisse anzuhören, denn, wie Helgestad schon erwähnte, kam es bei diesem Feste zu manchen zarten Erklärungen und Abschlüssen. Der Vogt hob nach einiger Zeit seinen Stock auf und deutete nach der Kirchenseite, wo er seinen Neffen mit Jlda, Hanna und Björnarne mitten in dem Kreise sah, der den alten Priester umringte. „Da geht es lustig her," rief er, „ich will wetten, Paul bestellt das Aufgebot für die ganze Gesellschaft. Sie sollen wissen, Herr Marstrand." fuhr er dann lachend fort, „daß es eine seine, alte Sitte ist, die Brautpaare auszurufen an diesem Jultage und vom Priester den Segen darüber sprechen zu lassen. Habe soeben auch mit Helgestad darum geredet. Mein Neffe Paul und Jungfrau Jlda können ihren Herzenssturm nicht länger besänftigen. Ist ein stattliches Paar, ein besseres weiß ich nicht. Sagen Sie selbst, ist es nicht so?" „Ich kann nur Glück wünschen, so viel ich vermag", antwortete Marstrand. „Paul ist Ihr Freund", fuhr der Vogt fort, „einen, der es treuer meint, haben Sie hier nicht, Herr. Ich muß es sagen, daß er durch sein großes Lob und seine Künste alle meine Bedenken besiegt hat. Ihnen ohne weiteren Aufschub den Besitzbrief auszustellen. Demgemäß", sagte er, seine borstigen Augenbrauen in die Höhe ziehend, daß die runden Augen stechend hervortraten, „hat er auch selbst die Schrift i'ild des Länder- und Völkernmschwingenden England eine geivalrige Klapperschlange erscheinen, di« das unglückliche Frankreich mit den Ringen ihres R.esenicibes umklammert und zusammenpreßr, inährend sie ihm aus gifthmichcndem Maui heuchlerische Ermahnungen erteilt, bis zum lebten auSzuharren. Tann gibt der Bersaffer einem „von Tnni-Tuni-Kngein schrecklich verstümmelten tapferen Buren" das Wort, der nmi seine Anklagen erhebt. Er ruft Frankreich zu: „Trauernden AiitlitzeS muß ich Dir sagen: Seit 1 fiO Fahren spielst du m,n daS Spiel, wahrlich ein Narrenfpiel! Seit 1870 hast du nur immer untätig auf das Revanchegehcul der Chauvinisten gehört, dieser Verbrecher und Wüstlinge, die im Grunde doch nur verhindern wollten, baß in Frankreich die gerechten Re- formen cingeiührl werden, die in Deutschland schon längst bestehen. O Frankreich, hättest du doch nicht auf das Geschrei dieser selbstsüchtigen Gauncr gehört, du hättest weit mehr gewonnen in einer A n n ä h e r u n g a u T e u 1 s ch l a n d . das heute für die undankbare Menschheit gegen die verbündeten Mächte der Finsternis känrpft. Tenn das Barbarentum erkennt man doch wohl ain besten an der Zahl der Analphabeten in den verschiedenen Ländern, niemals aber wird cs ,w Haufe sein bei einem Volke, das an Schulen reich und sprachkundig ist und eine disziplinierte Arbeiterschaft hat." Ter Verfasser meint dann, die elsaß-lothringische Frage hätte sich mit Deutschland in freundschaftlicher Weise und ohne Blutver- gicßen lösen lassen: England zerschlage jetzt seine Töpfe aus dem Rücken Frankreichs. Tann heißt es: „Endlich hätte Dir die Freundschaft mit Deutschland, trotz seines Barbarentums, ein Zeitalter geordneter Arbeit ins Land gebrackst. So hätte die Altersversicherung einge- sührt werden küiinen. . . . Statt dessen haben wir das Zettalter der Knutenherrschast, der mandschurischen Greuel, und daneben die geräuschvollen Feste der Tango-Tiners unter dem Vorsitz deS Königs des Pauperismus . . ." Sehr scharf werden die französischen „Patrioten" anaegriften. die dem Lande mtt der Auswanderung der Kapitalien drohten, als die neuen Steuergesetze angekündtgt wurden. Und endlich wird Frankreich der Rat gegeben, sofort Friedensver Handlungen anzuknüpfen: „Frankreich vergiß nicht: Wen» Wilhelm kk. wirklich die Absicht gehabt hätte, dich zu vernichten, so hätte er damit nickst bis zirm gegenwärtigen Augenblick gewartet, wo di« Verschivörnng seiner Feinde ihn gezwungen hat, um der Eristeuz seines Landes . willen den Krieg zu erklären. Frankreich, knüpfe also schleunigst mit dem Kaiser Fr i e d c n s v e r h a n d I u n g e n an ! Mag er auch als Fürst rtvn Geblüt ein scharfer und verschlossener Vertreter dunasttschcf Fntercssen sein, so ist er doch nicht schlimmer als die üblichen Könige im republikanischen Mäntelchen, diese Emporkömmlinge und eifrigen Parteigänger der Krautinnker von der Sorte Karls des Neunten, die ihrem Laude ihre Rechnungen ungezählt und ihre Opfer uubecrdigt hinteriießeu." Gegen den Schluß des Flugblattes mahnt der Verfasser: „Fch bitte hie ausländischen Sozialisten, deren Organisation bsshcr noch ein schöner Traum ist. die d e » t i ck, c n Sozialisten zu achten, und nicht zu vergessen, daß sie mehr als vier Millivnen waren! Tie letzten Sätze fluchen der „Fusel der Räuberköuige", die die Kultur der Ausbeutung ausrecht erhält: „Möchte doch die immanente Gerechtigkeit (die kein leeres Wort ist) den Menschen den Sieg verleihen, die ssir den Fortschritt der Zivilisation kämpfen." Die Witzblätter im Kriege. Der Krieg hat für die Witzblätter eine böse Zeit gebracht. Ter Kampf der Parteien gegeneinander ist eingestellt und zu harmloser unpolitischer Fröhlichkeit fehlt wohl allenthalben die Stimmung. So sind die Witzblätter genötigt, sich auf das einzige Gebiet zu werfen, das ihnen noch offen bleibt und mit den Waffen der Satire und der Karikatur gegen den äußeren Feind mitzukämpfen. Hierbei tritt nun leider oft eine Geschmacklosigkeit und Roheit an den Tag. die höchst abstoßend wirkt. Ein Beispiel für viele: In einem verbreiteten Berliner Witzblatt wurde die Schlacht bei Tannenberg kürzlich so dargestellt, daß ein ertrinkend''? Russe eine Schnapsflasche hochbält mit dem Ruf: „Daß mir nur keen Wasser in die Pulle läuft". Ter Witzbold hat vollständig vergessen, daß es immerhin 150 000 Menschen waren, die in den Seen und Sümpfen Masurens umgekommen sind. Solche und ähnliche Ausschreitungen mag wohl der Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung, Dr. G. Oertel, im Sinne haben, wenn er schreibt: Tcr scharfe Spott hat auch im Kriege sein Recht, und unsere Feinde haben zu wahlberechtigtem Spotte genügend Anlaß qe- gcben. Aber das deutsche Volk wird und muß auch hier die Schranken der Würde und der Vornehmheit inne- haltcn. Es niuß im Banne der Selbstzucht bleiben, die dem deutschen Wese» das Gepräge in ernster Zeit immer aufgedriickt hat. Lasse» wir auch den hämischen, gemeinen, unwürdige» Spott unierc» Feinden! Auch unser Witzwort sei erhaben über kleinlicher Niedrigkeit und häßlicher Gehässigkeit. gemacht, hat Punkt für Punkt genau studiert, und steht alles so fest, daß nichts daran verrückt werden kann." Marstrand drückte seinen Tank aus, der Vogt sah den alten Helgestad listig an und schlug dem Junker darauf mit seiner groben Hand auf die Schulter. — „Tank hin, Tank heri" rief er, „stoßen Sie an, daß er von Herzen komm!. Dank, wenn es bei Worten bleibt, ist wohlseil. ich müßte aber gleich ein gutes Ding, das geschehen könnte, wenn Tie etwas für Helgestads Haus tun wollten," „Was meinen Sie?" fragte der Ansiedler. „Was ich meine," sprach der Vogt. „Ich meine, daß eS eine schöne Sache wäre, wenn wir heut gleich auch den Björnarne segnen ließen. Ist alles hier zur Stelle, Bräutigam, Blalit und Priester, würde im Umsehen festgemacht. waS sonst wohl Wochen und Monate sich hinziehen könnte." Marstrand erschrak. „Und was kann ich dabei tun?" fragte er. „Mit Fandrems Tochter ein vernünftiges Wort sprechen," sagte der Vogt. „Ihr d«i Kopf zurechtsetzen, wenn es nötig ist, ihr den richtigen Weg zeigen, der ihren Vater glücklich macht und Helgestad, Björnarne und uns allen die Herzen erheitert. Sie können es allein, Herr. Ich habe vernommen, welches Zutrauen Jungfrau Hanna zu Ihnen besitzt, ist's also mit dem Tanke wirklich richtig gemeint, so gehen Sie hin zu ihr, sie stebt dort allein, ist leicht zu haben." Ter junge Mann warf einen finsteren, fragenden, fast drohenden Blick auf Helgestad, der ein Bein über daS gndere geichlagen feine holländische Pfeife rauchte und gleichmütig zuhörte. „Kalkuliere," sprach er. als der Vogt anfhörte, „ist ein guter Rat und würde Eure Freundschaft daran erkennen. Herr Marstrand. Sprecht mit Hanna; ist einer, der es versteht, so seid Ihr es. Habe gesehen, daß sie Björnarne bei der Hand nahm, als Jlda ihn zu ihr führte, und war in ihren Fern sei cs von uns, dem scharfe» Worte, das die Tinge kenn, II Zeichner, wie sic sind, irgendwie zu wehren. Aber ein edles Vott l kämpft nicht mit v crgi ftc tcn P f ei lc n hämischen» Hohns. Wir haben der Welt gezeigt, das; unser Schwert nicht I nur scharf, sondern blank ist. Wir werden ihr auch zeigen, daß unser Schild rein ist und rein bleibt. Wir sind diesmal in der angepehmen Lage, der Deutsche,, Tageszeitung in vollem Umfang zustimmen zu können. Wcgcu Erregung von Klaffciihas; vor dem Kriegsgericht. Tcr Lokaibeamie der Stcinarbciter in S t r i e g a u hatte im August ein Flugblatt verfaßt, in dem er sich gegen die Maßnahmen der Unternehmer im dortigen Revier wandte. Einige dieserj Blätter wurden and, angckiebt und das hatte zur Folge, daß der Verfasser, Genosse Müller, wegen Klassenhatz-Erregmig vor das> Kriegsgericht kam. Tie Verhandlung fand unter Ausschluß der Ocffentlichkcit statt und Müller wurde zu zwei Monaten Ge> säugnis verurteilt, weit er als „gesähriichcr Agitator" erkannt sei und eine neue Anklage gegen ihn jdiwebe. Drei Tage Gefängnis erhielt der OrtSIciter der Breslauer Metallarbeiter, weil Gen. Philipp an den Vater eines Streikbrechers, der Gastwirt ist, eine» Brief deS Fn- halis sandte, er möge sich vorschen, daß sein Geschäft nicht durch I das Verhalten des Sohnes Schaden erleide. Darin sah das Gc-il richt eine Nötigung, die mit drei Tagen Hast gesühnt werden soll.' I Deutsche Krcimarike» für velgicu. (W. B. Amtlich.) Für den Postvcrkchr im Bereich des Kaiser- j iidicn Tcntschcn Generalgouvernements in Belgien ivcrden Frei») marken „Deutsches Reich" zu 3, 5, 10 und 20 Pfg. sowie einfache ( Postkarten und Weltpostkarten zu 5 und 10 Pfg. mit dem Uebcrdruck , „Belgien" und der Wertangabe, 3, 6, 10, 25 sowie 5 und 10 Ets. I verwendet werden. Diese Wertzeichen werden in einigen Tagen bei der Kolonialwertzcichenstelle des Bricfpostamtes Berlin C 2, Königstraße 01, zum Verkauf gestellt. Brüssel, 4 . Okt. (W. B.) Seit Anfang Oktober hat die deutsche Postverwaltuug den hiessge» seit Wodicn unterbrochenen Postverkehr wieder eingerichtet. Es werden offene Briefe von und nach Deutschland mit Auslandsporto besördert. Fn Brüssel müssen die Briefe im Postamt abgehoit werden, da die belgischen Briefträger den Dienst verweigerten. ^ Tcr Zar geht au? de» Kriegsschauplatz. (Ctr. Frkft.) Aus Petrograd wird gemeldet, daß dce Zar nach dem Kriegsschauplatz abgereist ist.' (Diese Mitteilung wird durch eine nichtamtliche Meldung der Petersburger Telegraphenagentur bestätigt.) Wie „Väterchen" die Freiheit schützt. WTB. Paris, 5. Okt. (Nichtamtlich.) Der Guerre Soziale veröffentlicht einen Brief eines politischen Gefangenen in Rußland. In diesem erzählt der Schreiber, daß die Behandlung der Gefangenen seit Kriegsausbruch in ganz Rußland unmenschlich geworden sei und daß Kniitenbiebe und Quälereien an der Tagesordnung seien. Der Brief schließt: Wir wünschen, daß durch den Krieg allen l Völkern Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit geschenkt i wird. Die Beltiaerlm«, von Antwerpen. (Etr. Frkft.) Der militärische Mitarbeiter der Aftcn- posten in Christiania schreibt. Deutschland besäße gewaltige i Hllfsguellen, um die Belagerung von Antwerpen und anderen I großen Festungen durchführen zu können. Wenn erst ein- i mal der äußere Fortsgürtel im Besitz der Deutschen sei, sei ! es unwahrscheinlich, daß die innere Fortskette widerstehe. I Tie deutschen Kanonen könnten dann über die innere Forts- I kette hinweg die Stadt bombardieren, so daß es kaum wahr- I jcheinlich sei, das» die Belgier dann die Verteidigung fortsetzen I würden. Es sei zu erwarten, daß die Feindseligkeiten über- I Haupt zwischen Belgien und Deutschland eingestellt würden, sobald die äußeren Forts genommen seien, da alsdann keine Aussicht mehr sei, das Schreckbild der Verbündeten auszuführen und englische Territorialfoldaten in Antwerpen zu landen, ganz abgesehen davon, daß diese erst nach Monaten Kriegswert erlangten. Mit der Einnahme Antwerpens würde die Lage der Deutschen noch ganz bedeutend gebessert sein. Der bolvige Fall Antwerpens. Tie belgische Gesandtschaft in London erhielt vom Ministerium des Acußern in Antwerpen die Nachricht, daß die Belgier nach hartnäckigem fünftägigem Widerstande vor dem unwiderstehlichen Angriff der deutschen Artillerie über den Fluß Ncthe zurückgehen mußten. Tie jetzige Augen und ihrem Weien etwas, was nicht aussah wie Mißfallen." „Hoho!" rief der Vogt lachend, „es gibt kein Mädchen in der Welt, die einen schmucken Burschen, wie Björnarne, nicht mit Wohlgefallen ansähe." „Können Sie es wünschen," fragte Marstrand, „daß heute schon, wo beide sich kaum gesehen haben, ein festes Versprechen gefordert würde?" „Niih!" sagte Helgestad mürrisch, „wißt so gut wie ich, daß es kommen muß, mag es heut sein oder morgen. Lieber kein langes Besinnen, bringt keinen Segen bei Mädchen wie diese da. Ist heut ein Freudentag, wo jedem der Himmel voll Geigen hängt, seht hier lauter zärtliche Gesichter. Ein halbes Dutzend junge Paare, die sich verfesten wollen. Ist ihr alles neu und hat Freude an Land und Menschen, an Himmel und Sonnenschein; ist Rührung in ihrem Gesicht, sch' es ihr an, daß ihr Herz weich und warm ist, denn ist ihrer Mutter Land hier, die manchesmal am schönen Lyngenfjord in der Jnlnacht getanzt und gelacht hat. — Kalkuliere darum, wird nicht Nein sagen, wenn Ihr es richtig zu wenden wißt. Ist eine Spekulation, Herr Marstrand, die, wie alle Spekulationen, ihre Stunde hat, so benutzt werden muß. Will halten, was Ihr wollt, Ihr kommt zu uns zurück und sagt: Schreibt ihren Namen auf des Pastors Zettel, sie wird's nicht übelnehmen." Marstrand sah ein, daß er der Zumntung nicht entgehen könne. Er stand auf und erklärte, daß er es versuchen wolle, obwohl er an keinen günstigen Erfolg glaube. Als er fort war, verzog sich das dicke rote Gesicht des Vogts zu einem spöttischen Grinsen. „Glaube cs^selbst" flüsterte er seinem Nachbar zu, „denn der Bursche hat keine Lust, Euch zu dienen. Werft ihn aus dem Hause, sobald Ihr könnt." tLortsebung feint.) Stellung der Belgier sei sehr stark. Man werde mit aller Kraft Widerstand leisten. Tiefe Nachricht wird in London dahin anfgefastt, daß sie -je öffentliche Meinung Englands aus den baldigen Fall Antwerpens vorbcreiten soll. Französischer Bericht. Kristiania, 5. Oft. (Ctr. Frkft.) Das Pariser Com- tminique von vorgestern abend lautet: Es find keine Einzelheiten zu melden. Tic Lage ist im allgemeinen sehr g ü n st i g. Ter Pariser Korrespondent der Aftenposten berichtet: Graf Zeppelin sei an der Front eingetroffen, um selbst den Oberbefehl über das Flugwesen zu übernehmen. Tie Schlachtlinic der Franzosen habe nunmehr eine Ausdehnung von 500 Kilometer. Aus der Tefensive sei der Feind wiederum zur Offensive übergcgangen. In Paris werde geplant, die Sorbonne in der nächsten Zeit wieder zu eröffnen. Turin, 6. Okt. Der Daily Expreß erhält aus Gent die Nachricht, daß die Deutschen 5 große Brücken bei Givet und Namur über die Maas geschlagen haben. Ru fische Niederlagen in Ungarn. Satoralja Ujhely, ». Ctt. Es wird berichtet, daß die Russen, die durch die Karpatcnpässc in der Richtung ans Marmaros-Tziget ringcdrungcn waren, vernichtet oder zurückqeworfe» seien und dass sich kein Russe mehr aus ungarischem Boden besinde. In der Bevölkerung ist die Ruhe wieder eingekehrt. Man erzählt, dass die Russen in Galizien lcbhaste Bewegungen nach rückwärts a»S- sühren, was dem Drängen aus dem Norden zugcschriebcn wird - Die Stimmung ist wieder durchaus optimistisch. Japanische Truppen in Indien ? Berlin, 5. Okt. (Ctr. Bln.) Ter Berliner Lokalanzcigcr schreibt: Einen, unverbürgten Gerücht zufolge sollen japanische Truppen in Indien gelandet sein. — Sollte diese Nachricht sich bewahrheiten, so würde das auf ernstliche Unruhen in den englischen Besitzungen Hinweisen, denn nur in diesem Fall ist in dem englisch-japanischen Bündnisvertrag die Entsendung japanischer Truppen nach Indien vorgesehen. Versammlungsverbot in England. Rottrrdam, 5. Okt. Ter Eourant meldet aus London: Die e»glisck>e Regierung verbot alle für Sonntag, den 14. Oktober, von der Arbeiterpartei in Gross-Britannien cinbcruscncn über 250 Massenversammlungen gegen den Krieg. Englische Versicherungen. (W. B. Nichtamtlich.) Die britische Gesandtschaft teilt mit, sie sei ermächtigt, zu erklären, dass das in den skandinavischen Ländern verbreitete Gerücht. Großbritannien beabsichtige, eine Fiottenbasis in Dänemark oder Norwegen zu errichten, vollständig unbegründet sei. Er müsse es entschieden in Abrede stellen, dass Großbritannien irgend eine derartige Absicht gegenüber irgendeinem der drei skandinavischen Länder habe. Die Stimme der deut che» tSelehrtenwelt. Eine große Anzahl namhafter deutscher Gelehrten haben einen Ausruf „An die Kulturwelt" gerichtet, in dem sie als Vertreter deutscher Wissenschaft und Kunst vor der gesamten Kulturwclt Protest erheben gegen die „Lügen und Verleumdungen, mit denen unsere Feinde Deutschlands reine Sache in dem ihm aufgezwungenen schweren Daseinskampf? zu beschmutzen trachten". Ter Aufruf schließt wie folgt: „Wir können die vergifteten Waffen der Lüge unseren Feinden nicht entwinden. Wir können nur in alle Welt Hinausrufen, daß sie falsches Zeugnis oblegen wider uns. Euch, die Ihr uns kennt, die Ihr bisher gemeinsam mit uns den höchsten Besitz derMensch. heit gehütet habt. Euch rufen wir zu: Glaubt unsl Glaubt, daß wir diesen Kampf zu Ende kämpfen werden als ein Kulturvolk, dem das Vermächtnis eines Goethe, eines Beethoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und seine Scholle." Widerrufene Verlenindnngen. Der Genfer Schriftsteller Albert Malsch, der gegen die deutsche l'kcrcssührnng die Anklage erhoben hatte, in Belgien seien Einwohner» die Augen auSgestockcn, vielen die Hände abgeschlagen worden, die Opfer dieser deutschen Grausamkeit seien im Spital Ti. Julien bei Kens zu Hunderten zu sehen, gesteht in der Gazette de Lausanne zu, dass seine Gewährsmänner ihn gctänicht hätten. Erkundigungen und Feststellungen des deutschen Konsulats in ^ens seien in dieser Hinsicht einwanbsfrei: er bedauert seinen arrtnm und bittet die Zeitungen, die seine unbegründeten Vorwürfe nachdrucktcn, auch seine Berichtigung zu veröffentlichen. .Harte Strafe. Der Sclterswasserfabrikant Bowien in Tilsit hat den "iussen, alz ssg die Stadt besetzt hatten, den Standort der deusichen Autos angegeben, die sich noch in Tilsit befanden, ^.aftir wurde er vom Kriegsgericht zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Kampf siegen Kiautschou. w - B. London, 5. Okt. Aus Peking wird gemeldet: Die eng- lilchcn Strcitkräste unter General Barnardiftc setzten mit grosser Energie de» Angriff auf Kiautichou fort. Die deutschen Truppen wurden ans Tsingtau zurückgezogen, deren Forts Tag und Nacht tätig sind. Das Feuer ist bciondcrS argen die japanischen Stellungen gerichtet. Teutschc Flugzeuge machen sortgcictzt Versuche, die japanischen Kricgsschissc durch Bomben zu zerstören: die Engländer und Japaner treffen Vorbereitungen zu einem entscheidenden Vorstoß gcgcn Tsingtau. Der Nachfolger Ludwig Franks. Mannheim, 4. Okt. CVV. B.) Eine hier tagende iozialdemo- kratjsche Wahlkrciskonfcrenz für den 2. badischen Rcichstagswahl- krcis stellte siir de» im Felde gefallenen ReichStagsabgeordneten -rr. Frank den Redakteur der Mannheimer Volksstimmc, Oskar Geck, als Kandidaten auf. Geck ist ein naher Verwandter des ftüheren ReichStagsabgeordneten Adolf Geck. Tie fortschreitende Beschießung Antwerpens. W. B Amsterdam, 5. Okt, Aus Antwerpen wird vom 4. Lktbr. gcmcidet: Die Lage ist für uns IBelgieni äußerst kritisch. Amtlich wird bekanntqcqcbcn, daß die äußersten Forts qesallcn sind. Die -l'vimung in der Stadt ist sehr gedrückt. Eine heute erlogene Proklamation ermahnt die Bevölkerung zur Ruhe. Man befürchtet, dass die Wasicrzufuhr abgeschnittcn wird. Poincares Reise ins Hauptquartier. Bordeaux, 5. Okt. Präsident Poincarö ist mit den Ministern Millcrand und Diviani zum Besuche der Armee >ns Hauptquartier abgereist. Ausweisung der Deutschen aus Eochinchina. . Amsterdam, 5. Okt. Di« Deutschen stich aus Saigon, der Haupt- trabt mh Französtich-Eochinchina, anSgewtesen worden inch haben eriv. Res. Karl Daniel, Wetzlar, veriv. Res. Richard Eifert, Glauchau, veriv. Res. Paul Juiig, Diez a. d. L., Kr. llnterlahn, veri». Res. Gustav Keil, Ol»erbessingcn, >tr. Giessen, veriv. Res. Heinrich Kräuter. Blasdach, Kr. Wetzlar, veriv. Res. Jphanii«» Launspach, Rcisskirchen, Kr. Giessen, veriv. Res. Ottv Necb, Hvpfinaimsseld, Kr. Lauterbach, vcriv. Res. Johc'nnes Roos. Burkhardsfelsen, Kr. Giessen, verw. Rcs. Wilhelm Rutenbeck, Loh, Kr. Hcigen, vcrw. Rcs. Heinrich Seim, Rieder-Ohme«. Kr Alsfeld, verw. Musk. Franz Ratajskr, Wierzhiezan», Kr. Hvliensalza, vcrm. Mnsk. Adam Dubs, Rhctn-Dnrkltcim, Kr. Worms, verm, Miisk. Jakob Sattler, We,tz-< kiichcn, Kr. Ofsenbach, vcrni. Must Philipp Tchöpplcr, Abenheim, Kr. Wvrnvs, verni. Rei. Karl Rinck II.. Meiches, Kr. Schotten, verni. 7. Kompagnie. Leutnant v. Grolmann. tut Unlerossiz. Wilh. Rob. Koch >., Mühlhmrfcn i. Th., kok Untoff. Karl Sänger, Friedberg in Hessen, tat. Musk. Karl Herm. Fr. Bach, Tonnenberg, Kr. Wiesbaden, tot. Gejr. Hcinr. Karl Henning, H>mien. Kr. Frankfurt, tot, Tambour Mar Lucia» Marr, Waitchoff, Kr. Wamcheim, tot Mnsk. Heinrich Rciiker, Angereil>ach Kr Laulcrl>ach. tot. Musk. JnlinS Landach. Schack», Kr. Altena, toi. Musk. Fvh. Georg Hittcr, Finthen, Kr. Mainz, tot. Musk Peter Jonrdan, Waldorf, Kr. Gross-Gerau, tot. Mnsk. Johann Metz, Nicdor-Weyer, Kreis Eeiisdörg, tot. Res. Will,. Karl Heinr. Klippett. Esche, Kr. Altena, tot. Rci. Josef Dohle, Brilon i. 85., tot. Rcs. Wilh. Streb, Algringeic, Kr. Dieden» Hosen, tot. Rcs. Wilh. Seim, Nieder-Ohmsn, Kr. Alsfeld, tvt. Rcs, Ludwig Müller IV,, Lollar, Kr. Gießen, tvt. Rci. Wilh. Ewald ThielmMin, Lder-Rossbach, Dillkrcis. tot. Res. Heinrich Tchäser, Giessen, wt. Res. Wiil>clm Drcnker, Schotte», tot. Res. Ludivig Straub, Schotten, tot. Gefr. d. Rcs. Heinrich Bnv, Altena, tvt. Vize-- scidwebel d. Rcf. Friedrich Adam, Weinhettn, Kr. Alzey, l, vcnv. Vizcfcldivcbel Gnfiao Fischer, Bingenheim, Kr. Büdiiiigen, verw. Vizefeldivebet Aleraiider Stracke. Morsdach, Kr. Waldbröl ichw. t>erw. Nitterossiz. Karl Rob. Wilh. Krahl, Gritsch, Kr. Borna, l. vcrw. Uuterofsi,. Wilhelm lsieinncr,, Klein-Liirdcn, Kr. Giessen, I, verw. Einj.-Freiw. llutn’offfet Friede. Phil. Freund, Schlichtern, verm, Nittervsfrz. d. Res. Adam Gotziitger, Llnidcnseis, Kr. Bens- hcim, verw. Musk. flnton Batrerniann, Wülssierfelm, Kr. Lelzr, ickpv. vcrw. Musk. Jvsef Held, Bürstadt, Kr. Bensheim, l. vcrw. Gefr. Joh. Phil. Kopp, Obcrhcchsladt, ObertannuS, veriv. Mirsk. Wilh. Ludivig Krauß, LangenschioaIbach. IIittertaintus, I» vcriv. Niusk. Heinrich Spengler, Langen. Kr. Osscubach. l. vcrw. Phrsk. Heinrich K I. Wangcr, Wiesbaden, >. vcriv. Gcsr. Pauk Karl Ludw. Wci° ncrt, Ncurvied, l. veriv. Muo-k. P Borg. Lörzweiler, Kr. Oppciiheim, l. verw. Musk O. Gust. Brvntbach. Altena, I. vcrw. Musk. Gg. Hoch. Kaiser. Jeppenheim, l. vcrw. Musik. Georg Friede. Kilian II., Darmstadt, l. vcrw. Ädusk. Adoni Oswald, Wcinheim, schiv. vcriv. Musk. Adam Tlcrnh. Riedel, fltshcim. Kr. Worms, l. vcrw. Rlusk Johann Ritter, Bennath, Kr. Ttrassburg, l. verw. MuSk. TaddäuS Schick, Wiebelingen, Kr. Lairdhcim, l. veriv. Gefr. d. Res. Friedr. Wilh. Schuhmachcr, Euringhanfen, Kr. Altena, k. verw. Gcsr. d. Res. Endcrs, Reiskirchen, Kr. Giesscir, l. verw. Gcsr. d. Rcs. Mich. Karl Heiser, Oberinollingen, Kr. Saarbrücken, l, verw. Mnsk. Martin Rob. Mickmlski. Lnbitze, Kr. Böirnt, vcrm. Rcs. Karl Frank. Rudinghain. Kr. Schotten, verm. Res. Kari Pitz, Lüdenscheid, vcrm. Rcs. Konrad Keil. Ernienrod, Kr. Alsfeld, verm. Res. Karl .Heinr. Schmidt, Offondillen, Dillkrcis, vcnn. 8. Kompagnie. Haupdiminn Geom Ricck, l. veriv. Leudnaiii d. Res. Eichhoji, Wetzlar, tot Leuttiant Buchholtz, l. vcrw. Lrrttnant Lunrmevich, wl. Vizefeldwebel Ludivig Wchrimi. Albach, 5kr. Giesscu, tot. Unlerosiiz. Karl Haibach» Kräicneck, Oberlahn. tot. Untcroffiz. Bernhard Wiiusky, Mölln. Kr. Marburg, l. veriv. Untcroiiiz. d. Res. Georg Jakob Rcinihcrr, Beerfelden, Kr. Erbacki, schiv. verm. Nnter- vfiiz. b. Rci. Karl Seng, Nieder-Gcmündcn, Kr. Alsfeld, ichw. vcrw. Uitteroffiz. Wilhelm Wahl, Rheinbrohl. Kr. Neuwied, schm. verw. Unterossiz. d. Rcs. Ernst Nicotai, Giesse». l. verw. Gesr. d. Res. Christi«« Rllhl. Bnrkhardsselden, Kr. Giessen, toi. Res. Oskar Diebel, Rothenbach, TillkreiS, veriv. Res. Edmmund Tporket, Werl, Kr. Soest, vcrw. Res. Karl Schult- I.. Wahl. Kreis Hagen, veriv, Gesr. Karl Feriing, Obeiammingen, Kr. Miindelheim, tvt. Hornist fkonraü Stadttnüller, Röhmbrischohl, Kr. Uittcrfranken, l. verw. M»Ä. Peter Boas, Framersheim, Kr. Alzey, verw, Geft. d. Rcs. Ernst Pfeiffer, Launsbach, Kr. Wetzlar, ocvw. Gefr. d. Res. Hans 2Kthkc. Lenzen, Kr. Westprignitz, vcrw. Res. Albert Laucht. Gleiberg. Kr. Wetzlar, tot. Musk. Adam Rodel, Nicder-Liebersboch, Kr. Heppenheim, tot. Rcf. Robert Hundt, Eschinghansen, Kr, Olpe, tot, Gcsr. d. Res. Adolf Hosmanii» Waldaudach. Dillftcis» verw. Gefr. d. Rc>. Karl Wcgfahrt, Usenborn, Kr. Büdingen, schw. verw. Res. Ludwig Rünipf, Beuern, Kr. Giessen» vcrw. Misk. Heinr. Schnapp. Osfenbach, schw. vcrw. Res 5larl Fischer, Lich. Kr. Giesscir, l. vcrw. MuSk. Anton Afttlenheimer, Worms, jchw. verw. Res. Ludw.^ Jung, .L>oltheim, Gießen, schm, vcrw Musk. Friedrich Dahmcn. Esch, Kr. Berkheim, tot. Res. Wi-lhclm Jakob. Treis-Horlosf, Kr. Giessen, tot. Musk. Heinrich Schneider II., Titlofsroder, Unterftanken. tot. Musk. »Ferdinand Gernaudt, Henchelheim, Kr. Giessen, tot. Geft. Wilheim Hopp-nianit, Schwelm, l. vcrw. Musk. Bernhard Octttg. Wertheim, Kr. Mosbach» vcrw. Mirsk. Friedrich Finkcnstcper, Bciiern, Kr. Giessen, verw. Mnsk. August Erb, Jnnenheini, Kr. Erstein, l. veriv. Musk. Christian Happel, Harzheim, Kr. Mainz, tot. Musk. Ludivig Lamm, Rauh-im, Kr. Biedenkopf, chw. verw. Musk. Heinrich Deick>- mann. Schalke. Kr. Gelfcnkichctt, schw. verw. Res. Friedrch Hart- mann, Lauterbach, l. verw. Gesr. d. Res. E»nl Reuter» Siegen, l. vcrw. Musk. Heinrich Müller I,. Ukendors, Kr. Gclfcnkirchen, I. vcrw. Musk, Johann Micdreich, Mainz, tot. Res. Heinrich Herrntann, Alsfeld, tot. Gefteltcr der Reserve Ernst Franz. Giessen, tot. Reservfft Ludwig Lütcr, Gießen, tot. Gefreiter der Rcs. Fritz Hirsch, Ernsdorf, Kr. Siegen, l. vcrw. Tambour Jakob Gürtticr, Echburg, Kr, Zabern, l. verm. Res. Wilhelm Zirkel, Riederirctz, Kr. Wetzlar, tot. Mnsk. Alsr. Herrmann., Molsheim. tot. Musk. Rudolf Steubcr, Bromskirchen, Kr. Biedenkopf, l. verw. Gefr. Friedrch Schniidt, Wieftitbach, Kr. Biedenkopf, tot. Musk. Phlipp Leinweber, Treis a. Lda., Kr. Giessen, tot. Res. Heinrich Rach. Fleschenbach, Kr. Lauterbach. r-riv. Musk. Konrad Fcldmonii, Dornbcim, Kr. Gross-Gcrau, tot. Musk. Heinrich .Heimlich. Unter- licderbach. Kr. Höchst, tot. Musk. Heinrich Maa«, Nicdcrchelt, Dill- kieis, verw. Res. Gcvrg Zimmer. Hofznrühle. Kr. Lauterbach, ichw. verw. Vizefeldwebel d. Res. Hermann Happel, Giessen, tot. Gcsr. d. Rcs. Heinrich Göbel, Rche. Kr. Westerburg, tot. Rcs. Konrad Heuser. Frtschdorn, Kr. Lauterbach. tot. Musk. Je sei Dillenchneider, Daqs- lmrg, Kreis Saarburg. chw. vcrw. Mirsk. Konrad Eickiert, Metz, ichw. vcrw. Nnicroifiz. Wilhelm Finger, Lauterbach, tot. Rcs. Georg Krug, Schwarz, Kr. Alsfeld, sthiv. verw. Rcs. Airg. Billasch, Fauerbach, Kr. Friedberg. verm. Musk. Georg Knipp. Dreieicheuhain, Kr. Osfenbach, verm. Rci. Karl Leschborn II.. Obbornhofen. Kr. Giessen, vcrm. Musk. Joh. Rttdolf Steinkrug. Ossenbach, vcrm. Trittes Bataillon. 0. Kompagnie. Gcsr. Ludivig Roicnseld, Hagen, l. vcrm. Rcs, Ernst Benninghaus, Versevörde, Kr. Altcna» tot. Rci. Heinrich Hoii- inann III., HcistcrS, Kr. Lauterbach, chw. veiw. Geft. Theod. Dörr, WciterShaiu, Kr. Gicsscii, jchw. verw. Einj.-Freiw. Joses Bremcrich, Stockum, Kr. Arnsberg, verm. Res. Jchs. Wirth, Frischborn, Kr, Lauterbach. schw. verw. Geft. Karl Andrcos Schneider, Bannerod, Kr. Lauterbach, schw. vcrw. Rcs. Anton Fahrer, Zinkhofen, Kr. Dietz, ichw. vcriv. Rcs. Friedr. Heinr. .Hardt. Burgsolms. Kr. Wetzlar, schw. vcrw. Iluterofnz. d. Res. Wilhelm Stoffel, Atzenhain, Kr. Alsfeld, tot, Jäger Johs. Walter, l, vcrw. 10. Kompagnie. Musk Karl Hinkel. Kastei, Kr. Mainz, vcriv. Res. Wilhelm Bing, Rüdingshain. Kr. Schotten, vcrw. Musk. Friedrich Wick, Ahucke. Kreis Werdohl, vcrw Musk. Johannes Jöckcl, Vadenrod, Kr. Alsfeld, vcriv. Rci. Ludwig Mciecki. Jnzftra, Kreis Naivitsch, verw. Gefr. d. Res. Wilhelm Benthans, Dortmund, vcrw. Res. Jakob Roth, Marburg, verw. Res Karl Kranskopf. Oberbiel, Kr. Wetzlar, rerw. Mnsk. Adam Schäfer III.» Höchst. Kr. Erbach, vcriv. . . . , 11. Kompagnie Leutn«>tt Rose verw Musk. Jakob ,i-ne»m> Brvtnhorst, Allcnwciler, Kr Zelem, I. veno Rdusk. Ferdmaud Her- uians, Strassburg, l. vcrw, Gefr. Franz Kuberski, Ä>alkow, Kr. Koschmin, l. ocno. MuSk. Jrrkbrirf) Koch, Guutersblum, Sr. WormS, I verw. ?1tuSk. Johann Meng, Worms, l. ucrro. MuSk. Theodor Wessel, Oelinghauserheide, Kr. ArnSbevg, l. vrrw. Res. Heinrich Schürinann. Schwelm, l. verw. Res. Heinrich Fink, Oppenrod, Kr. Giessen, l. verw. Res. Karl Dietz. Lich, Kr. Gießen, vcrm. Res. Ludw. Lißmann. Lich, Kr. Gießen, verm. Res. Ernst Fep. Mirg-Gemiinb:», Kr. Alsfeld, verm. 12. Kompagnie. Unterofsiz. Albert Möniiig. Ilbeshausen, Kr. Lauter doch. l. verw. Mist. Gregor Höhn, Abenheim, Kr. Worms, l. verw. MuSk. Richard Esswein. Weiblingen, l. venv. Res. Wilhelm Oppermann, Bcvgebesbach, Dillkreis, I. verw. Muss. Herm. Weiler, Bopfingen, Kr. Nevesheim, l. verw. Hesieu nnd Nachbargebiete. Gietzen und Umgebung. Ae htssischcil Horfetorpnii'flfiocni im -öctre. Der Ausbruch des Krieges hat, wie nicht anders zu erwarten, die Reihen unserer hessischen Parteimitglieder stark gelichtet. Mehrere Tausende mutzten den Ruf zur Fahne Folge leisten und nicht gering ist die Zahl derjenigen unserer Genossen, die im Osten und Westen in der Front stehen. Nach einer vom Landesvorstand aufgcnommcnen Statistik waren Mitte September 44 Prozent unserer politisch organisierten Mitglieder zum Heeresdienst berufen. In den einzelnen Kreisen ist der Prozentsatz der Einberufenen sehr verschieden. Während der Wahlkreis Bingen -Alzey 22 Prozent seiner Mitglieder als zum Heeresdienst eingezogen ermittelt, steigt der Prozentsatz dann in O s s e n b a ch - D i e b u r g auf 25 Proz. Gietzen-Nidda muhte 30 Proz., Mainz- Oppenheim 35 Proz., Worms-Hcppenheini 36 Proz., Friedberg-Büdingen, Alsfeld- Lautcrbach und D a r m st a d t - G r o tz - G c r a u je 50 Proz. und E r b a ch - B c n s h c i in 70 Proz. seiner Mit- glieder an das Heer abgeben. Unter den Einberufenen befinden sich 199 Parteifunktionäre. Die entstandenen Lücken in den Vorständen sind in fast allen Orten ansgefüllt worden. Andere Genossen traten an die Stelle der Einberufenen, um die Parteiarbeit zu erledigen. Möge der Gedanke der Solidarität auch im weiteren Verlauf des Krieges das leitende Motiv sei», damit die nach Fricdcnsschluß in unsere Reihen zurückkehrcnden Genossen erkennen, daß die Partei- bewegung im Takt geblieben und nicht vernachlässigt oder erschlafft ist. Polksfürsorge-Krieqsvcrsicherilngskasst ans Gegenseitiffkeil. Mit Genehmigung des Kaiserlichen Anssichtsanits für Privatversicherung errichtet die VolkSfürforge Gewerkschaftlich-Genossen- schastliche Versictlerungsattiengesellichatt in Hamburg über die Dauer des Krieges 1SI14 ein« Bolküfürsvrge-Kriegsversichcrnngskasse n. G. Ter Zweck der Kaffe ist, den Hinterbliebenen der im Felde Gefallenen und der durch Verwundung oder Krankheit infolge des Krieges Eiestorbenen nach Beendigung des Krieges zur Ileberwindnng der erste.» Not ein« größere Summe Geldes zur Versiegung zu stellen. Das Risiko des Todes ist bei dem jetzigen Kriege für alle Beteiligte» ei» sehr grotzcs. ES ist deshalb iiir die Angehörigen aller Kriegsteilnehmer ivichtig und empfehlenswert, sich ditrch Beteiligung an der Kriegsversichcrnngskasse für den eintretenden Fall den Anspruch ans eine beträchtlich« Snmnie zu erwerbett. Di« Bolkssürsorge stellt diese VersicherntigSmöglichkeit im Einverständnis mit der Generalkominisston der Gewcrksei-asten Deutschlands und mit den, Vorstände des Zentraloerbandes Deutscher Konsumvereine allen Angehörigen und Freunden unserer ausmarschierten Käinpser im gangen Deutschen Reich in uneigennützigster Weise zur Verfügung. Um die Beteiligung allen Kreisen zu ermöglichen, werden Anteilscheine zu tz Mark ausgegebcn. Für einen zu Versichernden können nicht mehr als 20 Anteilscheine emvorben werden. Familienangehörige, Verwandte, Freund«. Arbeitgeber. Kollege», Genossen, gewerkschaftliche, genossenschaftliche. politische oder gesellige Verein« können ans den Namen eines Kriegers zugunsten bestimmter Empfangsberechtigter Anteilscheine erwerben. Tie ganze, aus Anteilscheine eingegangene Summ« wird nach Beendigung des Krieges ohit« Abzug von Verwaltungskosten nach deni Verhältnis der Zahl der verstorbenen Kriegsteilnehmer und der für sie entnon,menen Anteilschine restlos aufgeteilt und an die Empfangsberechtigten zur Auszahlung gebracht. Der Bezug und die Bezahlung der Anteilschine kann bei dein Hanptburmu der Bolkssürsorge in Hamburg tz, steim Strvhlmuse 38, und bei deren sämtlichu RcchnnngSstellen in den größeren Orlen des ganzen Deutschen Reiches crsolgerr. Die Veriniltlung zur Erwerbung von Anteilschine,r übernehmen alle Orts- und Bczirksverwaltungen der der Generalkom- mission augcschloffenen Gewerischasten sowie alle dem Zentralver- bandc Deulschr Konsumverein« angehörenden Kottsnmveverne und deren Tekrelarnale. Fe größer die Zahl der Beleiligien. um so segensreicher das Resullat! Die Volksiuriorge-Kriegsversichernngskass« a. G. ist ausgcbaut aus dem sozialen Grundsatz: Alle slir einen und einer sür alle. Ter gliirkllch mil dem Leben davoukommeudc Krieger hlljt der Familie des mindergllliklich» Kaureraden! Wer praltrsch Kriegs- Hilfe sür die Familien gefallener Krieger leisten will, der kaufe für sic Auteilschiuc der Volkssiirsovne-Kriegsversichruugskaffe a. G. jn Hamburg. Der Vorstand der Volkssürsorge. GewrrkschastlichGcnoffenschsilich Vrrsichrringsakiiengeselljchst. — Ausruf au die Vereine des deutschen Arbeiler-Tängerbundes! Der Vorstand des deutsch,! Anbeiter-SängerbundeS richtet an die Arbeitcrgesangveveine solgeudeu Aufruf: Wie allgemein, so lml der Krieg auch in unseren Reihen Bestürzung und Mutlosigkeit hcrvor- gerusen; ein großer Teil unserer Vereine stellte seine Nebungs- stunde,, ganz ein oder ließ cs bei einem gelegentlichen Zusammen- kommcn bewenden. Erst allmählich sänge» die Verein« an, ihre Uebiingssttinden wieder abzuhalten. Dieses Aiiisichselbstbcstiinen ist ein erfreuliches Zeichen, zeugt es doch von der Erkenntnis, daß auch in dieser schveren Zeit die Pflege dcS Geistes und des Gemllis, die im Gesänge ihren schönsten Ausdruck fiiiöct, nicht verkünnnern darf. Wir empfehlen dalzcr. die Uebnugsstunden wieder regelmäßig statt- fiitdcn zu lassen. Wir verkennen die Schwierigkeiten dieser Ausgabe tu einzelnen Fällen gewiß nicht, aber wo ein Wille vorhanden ist. ist auch «in Weg. Wir sind es nnseveii ins Feld gezogenen Sangeö- hrtidern schuldig, daß sic ihren Vevein, den sie haben mit ansbanen und fördern Helsen, nach gliicklicher Heimkehr noch beisammen sindcn: es ist dies ein« Psiicht, die gewiß leicht zu nennen ist im Hinblick auf die Aufgaben, die von uuseven im Felde stehenden Sangesbrüder» zu bewälttgen sind. Ein jeder betätige das in der deutschen Arbeiterklasse so oft zum Ansdrink gekommen« Solidaritätsgesühl aufs äußerst«! beweisen wir durch die Tat, daß wir auch in schivevcr Zeit gewillt sind, unsere Ideale hoch zu halten. — Können Mitglieder einer Oristrankenkaffe zahnärztlich« Behandlung beanspruchen? Die für Ortskrankeiidasseimiitglieder wichtige Frage, ob der Versicherte bei einer Zahnkraitthett Einspruch ans Behandlung durch einen Zahnarzt hat, oder sich von einem Zahn- techntker oder Dentisten behandeln lasse,, muß, hotte das Leipziger Lberversichcrungsamt am Dienstag zu cnischetöen. Ter Verhandlung lag folgender Sachverhalt zugrunde: In Mittweida wohnt mir ein einziger Zahnarzt, der seiner Benissorgant- satton nicht angehört und mit dem auch ein Vertrag mit der Allgemeinen Ortskrankenkass« nicht zustande kam. Wird ein Mitglied der Krankenkasse zahnkvank, so muß cs .zunächst zu einem Kassenarzt, der cs nach der Untersuchung entweder an einem Dentisten in Mittweida cder an einen Zahnarzt nach Chemnitz überweist. Tos letzter« geschieht gewöhnlich mir bei schlimmeren Erkrankungen tKiescrerkraukungcns. Nattirlich ist die Fahrt nach khsinnitz umständlich und zettraubend, was besonders deshalb ins Gewicht fällt, weil Zahnkranke meist erwerbsfähig bleiben und durch die Reise viel Arbeitszeit versäumen. Zwei Mitglieder, ein Kaufmann und ein Handlun'gSgehilsc, haben sich nun nicht von dem Dentisten, au den sie der Kassenarzt gewiesen hatte, behandeln lassen, sondern sind zum Zahnarzt Slrunips in Mittweiba, mit dem die Kvankenkasse keine Vereinbarungen getrossen hat«, gegangen. Sie legten dann die Rechnung der Ortskrankcnkasse vor, di« aber die Zahliniq verweigerte. Ti« beiden Mitglieder klagten deshalb auf Zahlung ihrer Rechnungen und das Oberverficherungsamt verurteilte die Ortskrankenkassc zur Zahlung der Beträge. In der Begründung wurde ausgesühri. dass in den Statuten der Kasse freie ärztliche Behandlung dem Mitglied« zu- gestchcrt werde. Nur mit Zustimmung des Versicherten könne ein Zahntechniker in Anspruch gen-ommen werden. Deshalb seien die beiden Versicherten berochttgt gewesen, sich von dem einzigen in Mittwcida wohnenden Zahnarzt brhandcln zu lassen. X Wie im Kriege gelogen wird. Aus Köln wirb berichtet: Hier war das Gerücht verbreitet, dass in Aachen ein ganzer Saal voll Verwundeter liege, denen in Belgien die dingen ausgestochen worden seien. Die Kölnische Vol.kszettu.ng ivaubte sich barouslsin an den Stistspropst Dr. Kansmann in Aachen mit der Bitte, sestzustcllcn, ivas an diesem Gerücht wahr sei. Die Antwort lautete: „Ich teile Ihnen das Zeugnis des Ehcfarztes eines hiesige,, Lazaretts, eines berühmten AugenarzleS, mit, den ich gerade, weil er Augenarzt ist, auch befragte. Er schreibt mir: Es gibt in keinem der Aachener Lazarett« einen Saal, der mit Verwundeten gefüllt ist, denen die Augen ausgestochen worden sind. Meines Wissens ist überhaupt kein derartiger Fall hier i» Aachen beobachtet worden." — Vor kurzem wurde eine ähnliche Schauergeschichte von der Frankfurter Zeitung gebracht, die offenbar ebenfalls unwahr war. Nur feldgraue Wolle sür Liebesgaben! Man sieht mit Erstaunen, dass sich plötzlich braune Strickarbeiten einschmuggeln. Hellbraun, dunkelbraun, sogar hellgrau! Und wosür wird die anderssorbene Wolle benutzt? Nicht etwa sür Strümps« und Kni«wärmer, di« ja nicht an das Tageslicht treten, nein, ausgesprochen für Kopfwärmer, Ohrenklappen und Pulswärmer! 3 Ziclpunttel Wer möchte die Verantwortung dafür übernehmen? Also Achtung, liebe Frauen, holtet euch an das, was für unsere Soldaten vor- geschrieben ist. an das Feldgraue! Verstrickt die braune, lninte Wolle nur für arm« Kinder oder den eigenen Gebrauch! Darum nur feldgraue Wolle verstrickt! — Heringe Vor kurzem brachten wir eine Notiz, ln der gesagt war, dass die Heringe in diesem Jahre teuer werden würden. Demgegenüber ist einem Bericht der Königlichen Niederländischen Fsschereiinspektio» zu entnehmen, dass in, ersten Halbjahr 1014 die Anfuhr von Heringen aus See nach de» Niederlande» tz 413 920 Kilo gegen 3 546 000 Kilo im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug. Die An- und Einfuhr von Salzheringe» belief sich in, ersten Halbjahr 1014 auf 11 190 749 Kilo (10 161 484j und die Ausfuhr von Salzheringen aus 22 410 957 sitz 215176s Ktto. Von dieser Ausfuhr gingen über zwei Drittel nach Deutschland. Deutschland könnte also mit diesem Voiksnahriingsmittel reichlicher nnd billiger denn früher versehen werden. «r,i» M,kkar. 'X Bahnverkehr Wetzlar-Lollar. Auf der Strecke Wetzlar-Lollar gilt bis auf weiteres fohlender Fahrplan: 0.10 9.10 4.10 7.10 ab Wetzlar cm 5.56 7.56 2.56 0.56 6.15 9.15 4.15 7.15 Garbenheim ab 5.51 7.51 2.51 0.51 6.24 9.24 4.24 7.24 Dorlar „ 5.42 7.42 2.42 6.42 6.27 9.27 4.27 7.27 Atzbach „ 5.39 7.39 2.39 6.39 6.35 9.35 4.35 7.35 Kinzenbach „ 5.34 7.34 2.34 6.34 6.40 9.40 4.40 7.40 dlbendstcrn „ 5.23 7.23 2.23 6.23 p.43 9.43 4.43 7.43 Krosdorf-GIeib. „ 5.20 7.20 2.20 0.20 0.49 9.49 4.49 7.49 Lannsbach „ 5.14 7.14 2.14 6.14 6.54 9.54 4.54 7.54 Wißmar 5.09 7.09 2.09 6.00 7.01 10.01 5.01 8.01 a\\ Lollar ab 5.02 7.02 2.02 6.02 Telegramme. Vorwärts vor Antwerpen! Wieder zwei Forts gefallen! Großes Hauptquartier, 5. Oktober, abends. (Amtlich.) Vor Antwerpen sind die Forts Ressel nnd Brocchcm zum Schweige» gebracht. Tic Stadt Licrre tind das Eiscnbahn- wrt an der Bah» Mecheln Antwerpen sind genommen. Nicht nur aus den knappen Mitteilungen des deutschen Gcncralstabs über die planmäßigen Fortschritte der Belagerung von Antwerpen, sondern ebenso, vielleicht noch mehr, aus den Berichten der ausländischen Korrespondenten in holländischen, dänischen, schwedischen und englischen Blättern gewinnt man den Eindruck, daß die große belgische Festung in absehbarer Zeit in unsere Hände fallen wird. Und dann würde den Belgiern, namentlich auch den Bewohnern von Brüssel, wohl der letzte Zweifel daran schwinden, daß weder England, noch Frankreich die ihnen vor Beginn des Krieges zugcsagte Hilfe leisten können. Damit werden auch manche Illusionen schwinden, die bisher noch gehegt werden nnd die Stimmung der Bevölkerung stark beeinflussen. Die Ueber- legcnheil unserer Belagerungsgeschütze und ihre geniale Anwendung durch unsere Armeeleitung erweist sich auch bei dieser Belagerung von Antwerpen, wie schon vorher bei der Einnahme anderer fester Plätze. Belgische „Liege". (Etr. Frkst.) Antwerpener Berichte aus belgischer Ouelle enthalten natürlich wieder einen Sieg der Belgier über die Deutschen, die durch die in den Fortsgürtel geschlagene Bresche dnrchzudringen suchten, Ta aber gleichzeitig berichtet wird, daß die Brücken über die Nethe ge- iprengt worden sind, so geht daraus hervor, daß die Belgier sich über die Nethe zurückgezogen haben. Aus Antwerpen. an° Antwerpen- ^richtet aus holländischen Blättern solgende Nach dem Telegraf weht aus dem königlichen Schlosse wie au der Kathedrale die rot-weiss gclreuztc Flagge, zum Zeichen, dass c sich um Kunstwerke hank-elt, die nicht zu militärischen Zwecken gebraucht werden, Auch setzt noch verschweigen die belgischen ossi- zicllcn Berichte den Fall der Forts und geben nur den Rückzug über die Nethe zu. Der Rotterdamcr Maasbode lässt sich aus Ossenbrccht berichten: Soeben habe ich hier einen hohen belgischen Beamten gesprochen, der aus besonderen Gründen Antwerpen verlassen hat. Er sagt: Fünf Forts sind bereits gefallen. Das erste war Sk. Catherine. Schon Mittwoch hatten die Deutschen fünf von sechs Kuppeln entzweigeschosse». Ein Parlamentär kam »ach Antwerpen, um die Nebcrgabc der Forts zu verlangen. Man kam überein, das Fort zu räumen. Das Fort Waelhcm hielt sich bis Samstag früh. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wandte die Besatzung von Waelhcm eine K r i e g s l t st an. Sic lieft drei Kisten Pulver in die Luft stiegen und entzündete mehrere Faß Petroleum. Die Deutschen glaubten das Fort verloren und nahten heran. Mitrallensenseucr der Belgier brachte den Deutschen schwere Verluste bei. Aber auch diese List hals nicht. Jamstag nacht 12!4 Uhr wurde das Fort durch die Deutschen genommen. Bald daraus gelangten auch die andere» Forts in die Hände der Deutschen. Seit Samstag früh schwieg das deutsche Geschtitzfeuer, worin die Belgier ein gutes Zeichen sahen; jedoch sind die Deutschen im Begriff, schwere Geschütze auf den eroberten FortS auf. zustellen. Mo ist der Könia? Die Stimmung in Antwerpen ist sehr niedergeschlagen. Gestern soll der König um 11 Uhr im Aulomobil nach Ostende gefahren sein, um von da nach England zu reisen, angeblich um mit der eng- lichen Regierung zu konferieren. Doch dies unter Vorbehalt. Vom französischen nnd polnischen Kriegsschauplatz. Großes Hauptquartier, 5. Oktober, abends. (Amtlich.) Auf den« rechten Flügel in Frankreich wurden die Kämpfe erfolgreich fortgesetzt. In Polen gewonnen die gegen die Weichsel vorgchendcu deutschen Kräfte Fühlung mit den russischen Truppen. Der französische Bericht. Paris, 5. Okt. (XV. 13. Nichtamtlich.) Amtlich wird bckanntgcgeben: „Seit Sonntag nachmittag ist im Gebiet von Arras der Kampf in vollem Gange, ohne daß bisher eine Entscheidung erreicht wurde. Zwischen dem Oberlauf von Ancre und Somme, zwischen Somme und Oise war der Kampf weniger heftig. Im Gebiet von Soissons rückten wir vor und nahmen dort feindliche Schützengräben ein. Fast auf der ganzen Front dauert die bereits erwähnte Kampfesstille an. Im Woevre machten wir einige Fort- schritte zwischen Aprcmont und der Maas und längs Rupt de Mad". Panik in Warschau? Tie Zeitung Czas erfährt von einer aus Warschau ür Krakau eingctrossenen Persönlichkeit, daß -das Vordringen der Armee dcs Generals von Hindenburg bis nach Suwalki und Loilza eine Panik in Warschau hcrvorgcrufen habe. Die Filiale der russischen Staatsbank sei nach Moskau verlegt. Der Fabrikbctricb in Warschau und Lodz ist eingestellt morden. Vom oberungarischen Kriegsschauplatz. Budapest, 6. Okt. (\V. B. Nichtamtlich.) Der Obergespan des Marmaroser Komitats sandte an die Szatmarer Behörden ein Telegramm, worin er mitteilt, daß die russischen Truppen sich ini R ü ck z u g e befinden und daß keine Gefahr mehr vorhanden sei. Die österreichischen Truppen Hütten sich, nachdem sie Mam-Sziget geräumt hätten, in eine aus- gezeichnete Position bei Hoßzu-Mezoe zurückgezogen und dort die von mehreren Seiten eintrcffenden Hilfskräfte abgewartet. Sie seien dann zur Offensive übergegangcn. Die Schlacht habe für die österreichisch-ungarischen Truppen günstig bc- gönnen. Es ist erwiesen, daß die russischen Truppen nur auf Schleichwegen, die ihnen von Verrätern gezeigt wurden, über die Karpathen in ungarisches Gebiet cinbrechen konnten. Letzte Meldung. (Etr. Bin.) Nach hartnäckigem Ringen ist es unseren Truppen gelungen, die in das Bcrcgcr Komitat einge- drnngenen Russen, die 12 000 Mann zählten und mit Gebirgs- kanonen »nd Maschinengewehren ausgerüstet waren, in mehreren Gefechten zu schlagen und aus denr Komitat zu vertreiben. Unsere Truppen, etwa 4500 Mann mit wenigen (beschützen, hatten sich bei Felsoe-Vereczke konzentriert und nach mehrstündigem Kainpse gelang es ihnen, die Russen ab- zndrängen. Zur endgültigen Entscheidung kam cs bei S z o l y v a. Die Russen mußten sich fluchtartig zurückziehen, wurden jedoch zwischen Aknos nnd Polena umzingelt. Zahlrcithe Russen sielen, viele wurden gefangen genommen; außcrdcnr wurden Maschinengewehre erbeutet. Damit war das Bereger Komitat vom Feinde gesäubert. __ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Giessen. Verlag von Krumm & Sit., Giessen. Druck: Verlag Lssenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Ofsenbach a. Vt. Moch, „Marktpreis, in «ietzen am 3. Oktober 1914 Butter per Pfd. 1.10-1.20 Mk. Milch Liter 22 Psq. Hühnereier Stuck 0—10 Psq Gänieeier Stück — Piq. Käse Stück 6—8 Pig Käsemotle 2 Stück 5—6 Psg. Ttwbeil per Paar 0.80-1,20 Mk Hühner per Stück 1.20—1.80 Mk. Hähne per Stück 1.50— 2.d0 MI. Gänse per Pfund 0.70—0.75 Psg, Enten ver Stück 0.00 —0.00 M! Ochseusieisch per Psd. 0.80—0.92 Mk. Kaldsseiich per Pfb. 70—75 Psg, Kuh-». Rindfl. per Pfd. 80—84 Piq, Schweinefleisch per Pid. 70—00 Psq. Hammellleisch ver Pfd. 70—06 Psg. Kartoffeln p. Ztr. 2.50 — 2.80 Mk. Kartoffeln p. Psd. 4—5 Pfq. Zwiebeln per Pfund 5 —6 Psg. Blumenkohl per Slck. t5—30 Psg. Gelbe Rübchen Päck 5—6 Psg. Kohlrabi Slck. 5—6 Psg. „ im Hundert 2—3 Mk. Weißkraut p, Haupt 8—15 Pig, Aepset per Psund 10—15 Pfg. Birnen Pfund 10-15 Psg. Zwetschen Pfd, 9—10 Psg. Städtischer Wohnunasnachweis Gietzen. 8» sind zu vermieten: l Wohnung von 5 Zimmer und 1 Mansardenzinnner, 1 Wohnung von 5 Zimmer, 3 Wohnungen von 4 Zimmer, 1 Wohnung von 4—5 Zimmer, 2 Wohnungen von 3 Zimmer, 1 Wohnung von 1 Zimme". 1 Wohnung von 1—2 Zimmer, 1 Lager- oder Fabrikraum, 1 dreistöckiges Lagerhaus mit Pscrdestall und Heuboden, 5 möblierte Zimmer. Zu mieten gesucht: 23 Wohnungen von 2—6 Zimmer.