I Mr Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Obcrhcssen und der Nachbargebiete. Die Oberbciftlelie v-llSiettun, erichew! »den Werktag Abend in Gießen. Der itdonnementSprei» beträgt wöchentlich lb Psg.. monatlich 80 Ptg. etnlchl- Lrinaerlobn Durch die Pol! bezogen vlertctiäbrl.ILüMk Nedaktion und Trvedition Dieben. Pabnbokbeabe 22. «che Löwenaalie. relevdon 2008. Jnlerale tollen die v mal geipall. Kolonclzelle oder deren lltan!» lb Psg. Bei größeren Aufträgen Ra! alt Anzeigen wolle man b>» abend«7»br tür die folgende Nummer in der Expedition au'gebrn Nr. 226 Gießen, Mittwoch, Den 30 . Scptcmlicr 1 SM 4 9. v \a!)rpiifl Der Jubeltaa der zertrümmerten Internationale. In einer Zeit der furchtbarsten Krise jährt sich zürn fünfzigsten Mal der Tag, an dem die Internationale des Prolctariats gegründet wurde. Diese denkwürdige Gründung erfolgte am 28. September 1864 in St. Martinshall zu London. Unter den Mitgliedern des dort gewählten ersten Koniitces der Internationalen Arbeiterassoziation nannte der zeitgenössische Bericht als letzten den Namen dos „Dr. Karl Marx". In Wirklichkeit war aber Marx der theoretische Begründer und der leitende Kopf dieses ersten Unternehmens, das den Ruf des kommunistischen Manifestes: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!" zur Tat werden lassen wollte. Ter geniale Versuch scheiterte, wenigstens der äußeren Form nach, in den folgenden Kriegsjahren. Die Verschieden- heit der wirtschaftlichen Entwicklungsstufen, der theoretischen Anfsassungcn und der nationalen Temperamente schufen die schwersten Gegensätze innerhalb des neuen Gebildes, die schließlich zur Spaltung zwischen den Marxisten und den draufgängerischen Anhängern Blanquis und Bakunins führten. Und auch bei ihrem Wiederaufleben am Ende der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts finden wir die Internationale noch in heftigem Kampf gegen den Anarchis- nius, durch deren Ausschließung erst der feste Boden für ein praktisches Zusammenarbeiten gewonnen wurde. Seitdem hat die Internationale ein Vierteljahrhundcrt ruhigen und sicheren Aufsteigens zu verzeichnen, bis in die letzten Monate hinein. Wohl fehlte es nicht an Meinungsverschiedenheiten, und insbesondere hat die Frage, ob durch die Organisierung eines internationalen Generalstreiks der Ausbruch eines Krieges verhindert werden könnte, zu wiederholten lebhaften Auseinandersetzungen geführt. Der ablehnende Standpunkt, den die deutsche Sektion unter BcbclS Führung in dieser Frage einnahm, ist bekannt. Aber der -»nehmende Einsluß, den die Arbeiterorganisationen in den Parlamenten und aus die öffentliche Meinung ausübtcn. nahm mit der Zeit dcni Streit seine Schärfe. Daß Minderheiten im Kampf gegen nationalistisch erregte Volksmasscn auch nicht durch Gewaltmittel den Frieden sichern konnten, mußten auch die Anhänger des Generalstreiks einsehen. Au? der andern Seite bestand die Hoffnung, daß die wachsende Macht des Proletariat?- in allen Ländern auch durch die Mittel sriedlichcr Beeinflussung des Dolksgcists den Schrecken aller Schrecken von den Völkern werde abwcnden können. Es ist anders gekommen. Die Internationale feiert ihren fünfzigsten Geburtstag unter so tragischen Umständen, daß sie die Phantasie des größten Dichters nicht furchtbarer hätte ersinnen können. Ein Haufen von Leichen und Trümmern, bergehoch aufgcschichtct. wie ihn die Menschheit aus ihrem langen Leidensweg noch niemals gesehen hat. zeigt den schauerlichen Zusammenbruch ihres hohen Kulturwerks. Auf drei Kriegsschauplätzen liegen in hundertkilometerlangen Schützenlinien Proletarier fast aller europäischen Völker — Deutsche^ Russen, Tschechen, Polen, Serben, Belgier. Engländer, Franzosen — nur darauf bedacht, sich gegenseitig zu vernichten. Jaurds ist ermordet, Frank gefallen, tausende wackerer Genossen stürzen in den Abgrund nach. Wir erleben im Schicksal der Internationale die größte Tragödie der Weltgeschichte. Und nicht genug damit, daß wir alle vom gleichen Un- glück geschlagen sind. Das Unglück weckt in uns auch die Laster der Unglücklichen, und wir versuchen einander gegenseitig die Schuld an dein Geschehenen zuzuschieben. Während Kraft einigt, erzeugt Schwäche Diskussionen und Ohnmacht Spaltungen. Der Verlust gerechter Maßstäbe in der Beurteilung der andern zeitigt die Gefahr unfruchtbarer Streitigkeiten und dauernder Zerrissenheit. Aber ruhige Überlegung wird später einmal zeigen, daß alle Sektionen Internationale vor Ausbruch des Krieges nach Maßgabe wrcr Kräfte so gehandelt haben, wie sie handeln mußten, um .ihr S£cil zur Abwehr der Gefahr bcizutragen. Alle sozia- sitischen Parteien haben das System der geheimen Bündnis- . a sümpft, das uns solange als Mittel zur Erhaltung > ? angcpricscn wurde und das sich nun als Quell c .^ ^rderbens erwiesen hat. Alle haben sich in ihrem Lande u>>t ganzer Kraft gegen das Ueberhandnehmcn kriegerischer Strömungen gewehrt — wenn sie unterlagen, so war es eine Katastrophe, ssir die Menschheit, ober nicht ihre eigene Schuld. .. ,dunn dos Verhängnis hcreingcbrochcn war, handelten die -Sozialisten wiederum nur nach ihren eigenen Grundsätzen, indem sie für die Verteidigung ihres Vaterlandes cintraten. Tie Belgier und Franzosen, die in der Zeit der höchsten Be- drängnis in die Regierung ihrer Länder cintraten, trifft ebensowenig ein Vorwurf, wie die Deutschen, die die Kriegsanleihe bewilligten. Veränderte Umstände erzwangen verändertes Handeln bei unveränderter Gesinnung. Diese unveränderte Gesinnung wollen wir uns bewahren. Auch im Kriege wollen wir nicht vergessen, daß die aller- wichtigsten Entscheidungen der Menschheit erst in den zukünftigen Klassenkämpfen fallen werden. Wir wollen nicht vergessen, daß im Kampf gegen politische Unterdrückung und kapitalistische Ausbeutung die Interessen aller Proletarier die gleichen sind. Den großen Gedanken eines kommenden Weltfriedens, gegründet auf die Verbrüderung des internationalen Proletariats, wollen wir durch das schäumende Blutmeer zu den sicheren Usern der Zukunft hinübcrtragcn. Wenn alles zusammenbricht, was bleibt uns übrig? Nichts- anderes. als wieder von vorne ansangen, ohne Klage und ohne Streit wieder aufbauen, was in Trümmern liegt. So handelt der Landmann, dem der Krieg sein Haus zerstört hat. und wie der Einzelne so mutz auch die große Jnteressen- und Kulturgemeinschaft handeln, die internationales Proletariat heißt. Nach dcni Sturz zur Wicdererhebung, durch Nacht und Graus vorwärts zum Sieg! Don der Niesettschlocht. Ter bereits üblich gewordene Tagesbericht des Großen Hauptquartiers über die Kriegslage, besonders im Westen, ist beute aus- geblicbcn. Es liegt nur das weiter unten abgedruckte Bulletin der französischen Heeresleitung ans der Nacht vom Sonntaa zu Montag vor. Wir möchten fast aus dem Ausbleiben de? deutschen Tagesberichts und ans der Fällung des französischen Bulletins den Schluß ziehen, daß die Entscheidung in dem Riescnringcn zwischen Oise und Maas nun aefallen ist. und zwar zugunsten der Deutschen, nur daß sich- der volle Umfang der Entscheidung bei der Größe der Schlachtfront nicht so schnell übersehen lässt, stndcsicn Prophezeien ist immer eine missliche Sache, doppelt mißlich sind Kriegs- vropbczciniiaen. und so wollen wir uns auch heute in der großen Tugend übe», die »ns die letzten Wochen gelehrt haben: im zuversichtlichen Warten. Abermals «rUeftrv über Paris. T. U. Mailand, 28. Tept. iEtr. Bln.s Dem Tccolo wird aus Paris gemeldet: Ei» deutscher Eindecker hat unter dem Schuft des Nebels über Paris in der Ilmgcbung des EisscliurmS eine Bonibc geworfen. Ein Mann wurde getötet und eine Frau verletzt. Man glaubt, daß die Bombe dazu bestimmt war, die Tclcsnnkcnstalion auf dem Eiselturm zu zerstöre». Berlin, 28. Scpt. Ter Raine des deutschen Fliegers, der cr- neni Beunruhigung über Paris brachlr, wird dem L. A. in einem Telegramm ans Genf mitgctcilt. Er heißt »ach divcm Telegramm: van der Decke». Tie erste Bombe crplodicrtc gestcr» mittag aus der R„c Frcgcinct, »nwcit des Palastes des Fürsten von Monaco und einer Uniformfabrik. Eine andere Bombe siel in der Umgebung des TrinmphbogcnF und des Trocadcro sowie ans dem Rennscldc von Longckmmps nieder. Soweit bisher bekannt, wurde ein Toter und ein Verwundeter scstgestcllt. Die Pariser Bannmeile vrrlasiend, warf von der Decken eine Fahne herab mit der Fnschrist: Die Pariser grüstt ein deutscher Aviatiker. — Das Berliner Tageblatt lägt sich aus Rotterdam melden: Die Taube, die gestern Paris überflog, warf im ganzen ft Bomben aus. Die erste siel auf die Rennbahn von Aulcuil, mitten in eine Viehherde, die zweite in die Rue Veneuse, die dritte in die Rne de la Pompce neben den Ehamps ElysecS. Die beiden letzten sielen beim Eisselturm nieder. Ein Man» mit seiner Tochter wurden getötet. Durch den Ncbel konnte man den Flieger nicht schrn. Die Bomben halte» große Explosivkraft. Ans Sem Rrimier Dom keine Beobachkitttgspostcir? Paris, 28. Sept. astc» Bcharrliäi- kcrt so laug« an der Festung Metz, bis er sannt jeiuer Armee in sie hineingeworien und in ihr e, »geschlossen wurde. Das passierte schon v 14 Tage nach der Schlacht bei Weißen bürg, mit der der eigentliche Krieg erst begann. Anl 27. Oktober mußte er kapitulieren und damit gerieten mit einem Schlage drei französische Marschälle, 0000 Osjizierc und 170 (MM) Mann in die deutsch: Gcsangcuichaft. Der zweite große unfreiwillig« Heiser der Deutschen war der französische Krlegsmlnlstcr Palikao. Er verlang!« vom Marschall Mac Mahon, daß er die eingeschlosscn« Armee BazalneS befreien sollte. Vergeblich wies Mac Mahr» auf die Gesährlichkclt, ja Unmöglichkeit eines solchen Unternehmens hin, bei dem er sich mit einer 140 000 Mann zählenden Arme« und ihrem großen Train zwischen de» nach Paris maisch irrende» deutschen Armeen und der belgischen Grenze unbemerkt dar!« „dnrchschlängeln" sollen. Zuletzt mußte er sich aber fügen, weil der Entsatz BazzineS dos einzige Mittel zur Rettung des napoleoneschen Thrones gewesen wäre. Dcr Schluß bestand in dcr Schlackst von Sedan, durch die eine französische Armee von 100 000 Mann. 2300 Offizieren und 39 Generalen von der Bild- s lache verschwand. Der Mangel an solch unfroiwilligen Helfern wie Bazaine und Palikao cs 1870 waren, macht sich in diesem Kriege siir die Deutschen sehr unangenehm sühidar. Bisher hat noch kein französischer Hcer- siihrcr eine große verhängnisvolle Dnminhcit geinacht. Ganz den Lehren einer guten Taktik entsprechend lehnen sie z. B. ihre Armeen an die zahlreichen französischen Festungen und Tpcrrsorls nur an, d. h. sic benützen sie als Flankendeckungen. Selbstverständlich können die deutschen Truppen einen spanzüsischen Flügel. d:r in dieser Weise gedeckt ist. erst dann von der Seite fasten, wenn die betvessende Festung oder das betreffende Furt sich in ihrer Gewalt befindet. Dabei bieten derartige Anlehnungen eines Flügels noef) den Vorteil, daß man auf dem anderen Flügel große Trnppenniasien bereithalten und verwenden kann, weil man weiß, daß der angelehnte Flügel in dcr Flanke nicht angreifbar ist. ES genügt daher, diesen nur frontal zu verteidigen. An der sranzösischen Ostgrenze find die fvanzöstsehen Sperrforts und Festungen so dicht an» eiiwnder, daß es- sogar möglich ist, beide Flügel anzulehnen. Die große, tagelang währende Schlacht zwischen Marne und Aisnc war deshalb vorauÄzu sehen. Die Franzosen sind von dem blitzschnellen Eindringen dcr Deutschen in Belgien osfcndar vollkommen überrascht worden. Das einzige Mittel, mit dem sie den Vormarsch der Deutschen in Belgien hätten zum Stehen bringen und vielleicht umn»glich machen können, htben sie glücklicherweise versäumt. Es wäre darin bestanden. Belgien und die französisch-belgische Grenze eiusttvciten ihrem Schicksal zu iidcrlasien und den größten Teil des sranzösischen Heeres zu einem mit großer Ucdcr- macht durch Elsaß und Lothringen geführten Einbruch in das Deutsch,: Reich zu verwenden. Wäre eine große französische Arniee im Reiche cingedrungen, so häite die deutsche Offensive in Belgien wahrscheinlich nicht weitergesührt werden können. Aber die Franzo- fen teilte» ihre Macht, sic wollten sowohl das von Belgien her drohende Unheil abwcnden, als auch einen Einbruch in Deutsch-Lothringen versuchen. Zur Erfüllung dieser doppelten Aufgabe reichten aber ihre damaligen Kräfte nicht ans und daher mißglückt: das eine wie das andere. Allmählich wurde die französisch« Armee durch die Besatzungen freiwillig geräumter Festungen (Lille, Reims), durch später cingcrücktc Mannschaften, sowie durch Truppc.iscniningen aus England und Afrika verstärkt und daher konnte sic gegen die von Belgien aus vorgedrungenen deutschen Armeen sogar die Offensive ergreifen. Und nun leisten sic hinter jener Art von Berschanzungen, die seinerzeit Osman Pascha erfunden hat und die int russisch- iapanischen Kriege öfter angewcndet wurden, hesligen Widerstand. Die Zeiten, in denen große Schlachten in einem, spätestens zwei Tagen entschieden wurden, sind leider vorbei, obwohl die Wasfen- wirkung und die militärischen Hilfsmittel kolossal zugenommen haben. Es kommen eben in modernen Kriegen ungeheure Trnppen- niasie» in Betracht — an der Sck'lackü an des Aisnc find hüben und drüben zusammen mindestens 1% Millionen Männer beteiligt — und außerdem zwingt die moderne Wasscnwirkung znm Bon von starken Feldbefestigungen, die auch dem schweren Artilleriefeuer tagelang trotzen können. Zum Tckstuffc sei »och auf eine charaklcristiichc Achnliehkeit zwischen dem russisch-iapanisch-en und dem jetzigen enropäisehen Krieg: Hingeiviesen. Wenn di« Rusic» im Kriege gegen Japan ihre Veriehanzuiigen verließen und eine gewöhnlich: Feldschlaebt wagten, wurden sie in kurzem geschlagen. Genau so geht cs den Franzosen, Engländern und auch den Rüsten. Tic Kämpsc vor Antwerpen. Anistcrdai», 28. Scpt. (Etr. Frkft.) Reich einer bclsii- rdjcit Mitteilung operiert eine stcirke deutsche Truppenmacht gegen die belgische Stellung zwischen Mcchcln und Alost (Aalst). Die Belgier berichten von Angriffen dcr Dcntfchcn. die ober nngeblich schwächer geworden seien. Mit weit- tragenden Kanonen werde Mecheln von den Deutschen beschossen und zwar mit Äscher Wucht, daß die Granaten über Mecheln hinaus bis Waethein niederfielen. Zur Erklärung dieser belgischen Auslegung diene, daß bei Wacthcm Außcn- korts von Antwerpen liegen. Vor» der» östlichen Kriegsschauplätzen. "ZePPctir»^ über V.-arschan. D. bl. Rotterdam, 28. Sept. Wie das Rcuicr-Bureau aus Warschau meldet, überflog am Samstag früh ein Zeppelin die Stadt Warschau und wars zwei Bomben herab. Dcr angcrichtctc Schaden sei nur gering gewesen. Dcr Luftkrenzer soll bei Rodlin hcrabgeschosicn und die Besatzung gefangen genommen worden sein. Tic Bestliicstung von Oiovicc. Petersburg, 28. Sept. (Etr. Frkft.) Ein gestern aus- gegebenes Bulletin besagt: Tie Deutschen begannen die Beschießung der Festung Osowiec (zwischen Lomza und Grodno). Diese widersteht der deutschen Artillerie. Die Plänkeleien in den Karpathen. Budapest, 28. Sept. (W. B. Nichtamtlich ! Das Ungarische Korrcipondeiizbureau ist von kompetenter Leite ermächtigt, folgendes liekanntzugeben: Bei dem Ilzsokcr Patz ist gestern eine mehrere tausend Mann stark russische Truppenabteilung cingcdrungcn, die bei Malomrct zwischen Fenyvcswoclgy und Ezontos zurückgc- schlagen wurde, Maramoroser Komitat sind bei Tornya ebenfalls Plänkeleien mit dort eingebrochcnen russischen Truppen und unseren zum Grenzschutz befohlenen Truppen im Gang. Von Munkacs und Huszt sind größere Truppenableilungen unterwegs, um die Unseren zu unterstützen. Alle diese Grcnzplänkeleien sind von geringerer Bedeutung und geben, nachdem wir bei der Grenze und im Landesinnern über genügende Truppen verfügen, keinen Anlaß zur Besorgnis. Ei» Feldpostbrief aus Ostpreußen. Dem Briefe eines Parteigcnoffen, der als Landwehr-Unteroffizier bei den Truppen im Osten steht, entnehmen wir folgende Schilderung: Wir haben ifi ununterbrochenen Märschen mit wenig Nachtruhe und natürlich auch wenig Ruhe am Tage an der Verfolgung der Rusicn teilgcnonimcn. Wir waren auch an der Schlacht beteiligt, ,n der die Nullen vollkommen geschlagen wurden. Tu wirst wahrscheinlich durch die Zeitungen viel mehr davon wißen. Wir haben nämlich die ganze letzte Woche überhaupt weiter nichts erfahren, als soviel, daß die Russen geschlagen worden sind. Zu Deiner Beruhigung will ich Dir aber Mitteilen, daß wir an den eigentlichen Kämpfen nicht beteiligt waren. Wie ich Dir wohl schon mitteilie, sind bei uns sehr viel alle Laudwchrlcute, die nicht mehr soviel aushalten, wie junge Leute. Deshalb standen die jüngeren Truppen im Vordcrtresscn, und wir alten Leute blieben immer als Reserve in der hintersten Linie. Wir wären nur daran gekommen, wenn cs die anderen nicht'geschafft hätten. Von sämtlichen Kämpfen haben mir nur das Donnern und Krachen gehört, und als wir am anderen Tage über das Schlachtfeld kamen, lagen nur noch die getöteten Pferde aus den Feldern. Alles andere war schon weggeräumt. AIS dann die Rußen in die Flucht geschlagen waren, genügten auch die anderen Truppen, um die feindliche Armee auszulösen und wir konnten wieder zurllckmarschieren. Seit Samstag befinden wir uns auf dem Rückmarsch nach .... Gestern, Sonntag, sind wir 32 Kilometer marschiert .... Ueber das, was ich gesehen und erlebt habe, kann ich Dir leider sehr wenig schreiben, da es bald dunkel wird und ich kein Licht habe. Persönlich geht es mir soweit gut. Nur auf den Füßen bin ich etwas kaput, das kannst Du Dir wohl leicht denken. ... In den Gegenden, durch die wir durchgekommen sind, haben wir immer nur die Verpflegung durch unsere Bagage erhalten, da die Bewohner der Dörfer alle geflüchtet sind oder von den Rußen ermordet waren, d. h. gemordet haben eigentlich immer nur die Kosaken. Wir sind durch Dörfer gekommen, in denen haben wir noch die armen ermordeten Bewohner liegen sehen, teils auf dem Felde, teils in den Häusern. Tie meisten Dörfer waren bis aus die Mauern niedcrgcbrannt. Gestern auf dem Rückmarsch kamen wir durch ein Torf, da waren gerade die geflüchteten Bewohner zurllckgekommen. Wir Soldaten haben alle unser versligbarcs Brot den Leuten geschenkt, da diese nichts, garnichts zu cßen hatten. Tie wenigen Häuser, die in den Dörfern nicht niedergebrannt sind, sind alle bis aufs letzte geplündert. Und was nicht wegzuschleppen ging, haben die Rußen kurz und klein geschlagen. Ich habe gesehen, wie an dem einen Hause, von dem nur noch zwei halbe Mauern standen, die zurück- gekehrte Frau mit zwei Kindern stand und bitterlich weinte. Da sind auch mir die Tränen hochgekommcn, und ich habe unwillkürlich mein Gewehr fester angesaßt und bedauert, daß ich noch nicht habe aus Kosaken schießen können. Ich könnte noch viel mehr Einzelheiten aufzählcn, aber ich muß jetzt aushörcn. Es wird dunkel und wir miißen unsere Gewehre reinigen. Der Kolonialkrieg. WB London, 28. Sept. Das Reutersche Bureau meldet aus Pretoria vom 24. September: Die Polizeistatton Rietfon- lein ist am 19. September von einer deutschen Abteilung, di« ungefähr 200 Mann stark ist. genommen worden. Es handelt sich itm eine ziemlich bedeutende englische Station, die östlich von Kretmanshoop liegt. Eine Antwort an England. Die englische Regierung hat vor einigen Tagen einen Bericht ihres bisherigen Botschafters in Wien, Sir Maurice de Bunsen, veröffentlicht, in dem der deutschen Vertretung in Wien der Vorwurf gemacht wird, daß sie sich bei den Verhandlungen mit der österreichischen Regierung nicht auch der Mithilfe der Vertreter des Dreiverbandes bedient hätte. Dieser Vorwurf wird zurückgewiesen mit deni Hinweis darauf, daß es ganz ausgeschlossen war, diese Mithilfe zu erbitten, nachdem Rußland auf das allerbcstimmteste erklärt hatte, den Konflikt Oesterreichs mit Serbien als einen Streitfall anzusehen, in den Rußland eingreifen müsse. In der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung werden dann noch einmal die bereits bekannten diplomatischen Verhandlungen aufgeführt und dann wird erklärt: A f r a j a. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 73 „Sind zur Stelle und kommen zur richtigen Zeit", sagte er, „um das Jubelfest mitzuhaltcn. Anker los denn! Miissen Freude zu Freude bringen." Der Anker fiel, und in den nächsten Minute lag die Jacht hinter den Booten. Mt derselben Geschwindigkeit wurde die Jolle niedergelassen, die bequemste Leiter an die Wand des Bollwerks gehakt, und nun eilten die Männer, um ihre besten Kleider anzutun. Wahrend sie sich Putzten, stieg Helgestad in die Kajüte hinunter. Vor der Tür blieb er einen Augenblick stehen, horchte und trat dann mit freundlichem Gesicht herein. Hanna Fandrem stellte eben den Kafsetopf aus dem kleinen Öfen auf den Tisch. Marstrand stand davor und ordnete die Tassen. Beide waren vollständig angekleidet, was Niels zu gefallen schien. „Nuh!" sagte er leise, „sehe, habt eure Sache in Ord- nung. Bist in den Kleidern. Mädchen, schaust schmuck und festlich aus. Liegen dicht unter Lyngens Kirche im Hellen Sonnenschein, merkt aber kein Mensch etwas davon, als hätten wir Niffelheims Tarnkappe aus die Mastspitze gesetzt. Sitzen alle in der Kirche: kalkuliere, heizt Henrik Sture ihnen mit einer Danksagung ein, die ihnen Augen und Ohren verstopft, aber die Herzen öffnet." Er setzte sich nieder, nahm eine Tasse und schenkte sie voll, während er weiter sprach. — „Ist eine alte Sitte aus Heiden- zeit, Herr Marstrand, Julsest zu feiern. Hat viel Blut gekostet. ehe es in Norwegen aufhörte und die Christenprieste: cs durchsetzen konnten, daß Julsest auf Weihnachten verlegt wurde. Ward mehr als ein König von den Bauern gezwungen, Julfeier zu begehen zu Ehien Odins und Thors, Uiiö mußte Haken der Gu.e Stutcnflei.u) dabei essen, wie „Bei so offenbarer Doppelzüngigkeit der russischen Politik wäre ein weiterer Aufschub auf unserer Seit« geradezu ein Üler- brechen gegen Deutschlands Sickxrheit und vor dem deutschen Volk nicht mehr zu verantworten gewesen. Daher erhielt am gleichen 31. Juli der Kaiserliche Botschafter in St. Petersburg den Befehl, der russischen Regierung zu eröffnen, daß Deutsch land als Gegenmaßregel gegen di« allgemeine russische Mobilmachung vorläufig den Kriegszustand in Deutschland verkündet habe, dem die Mobilisation folgen niiiße. wenn Rußland seine militärischn Maßnahmen nicht binnen 12 Stunden einstellc. Hieraus hat die russisch Regierung überhaupt kein« Antwort gegeben. und es blieb der deutschen Regierung nichts anderes übrig, als der russichn nach Ablaus der gestellten Frist am 1. August erklären zu laßen, daß wir uns als im Kriegszustand mit ihr befindlich betrachteten. Schon am 1. August rückten russisch Truppen auf deutsches Gebiet vor und Rußland begann damit den Krieg gegen uns. Dies ist in lückenloser chronologischer Folge der Sachverhalt. Es bleibt allen nachträglichn Ausarbeitungen ciiglischcr Diplomaten zum Trotz bei dem. was der Reichskanzler bereits am 3. August in seinem dem Re ich tage vorgelegten Weißbuch auSge- sprochn hat: „Die russisch Regierung hat durch ihr« Riobil- machung die mühsame VcrmittlungSarbeit der europäischen Staatskanzleien kurz vor dem Erfolge zerschlagen. Die Mobilist erungsmaß reg« In in Verbindung mit ihrer fortgesetzten Ab- leugnung zeigen klar, daß Rußland den Krieg wollte." Und England auch. Eine einfach Erklärung aus London nach St. Petersburg, daß panslawistisch Bestrebungen Rußlands gegen Oesterreich-Ungarn durch den Dreiverband nich gedeckt seien, hätte genügt, um di« russisch Kriegs In st zu dämpfen. Und auch Frankreich würde sich, beim Abrücken Englands von der Be- gllnsttguna einer allslawistischcn Politik deni Bllndnissall haben entziehen können." , Schließlich wird dann noch Bezug genommen auf den von der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung veröffentlichten Bericht des belgischen Geschäftsträgers in St. Petersburg, der seinem Minister des Auswärtigen ausdrücklich schrieb: „Unbestreitbar bleibt, daß Deutschland sich hier en laßen wolle. Sir George Buchanon lder britische Botschafter in Petersburg) sprach dies offen aus. Heut« aber ist man in St. Petersburg fest davon überzeugt, ja man hat sogar die Zusicherung, dos, England Frankreich beistehen wird. Dieser Beistand fällt ganz außerordentlich ins Gewicht und hat nicht wenig dazu beigetragen, der Kriegspartei Ober- waßer zu verschaffen." Der Artikel der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung schließt mit der Bemerkung: „Diescs Zeugnis für Englands Mitschuld am Obsiegen der russischen Kriegspartei ist durch den Bunsenfchen Bericht nicht fortzufchaffen." Deutschlands wirtschaftliche Ueberlegenheit über England. Wie die Franks. Ztg. erfährt, hat im August, dem ersten Kricgsmonat, der deutsche Export weniger gelitten als der englische. Der deutsche Export ist um 345 Millionen Mark gleich 44,8 Prozent zurückgegangen, derjenige Englands aber absolut und relativ stärker, nämlich um 497 Millionen Mark gleich 45,1 Prozent. Das werden die Engländer nicht erwartet haben. Sie glaubten uns wirtschaftlich besiegen zu können. Und nun müssen sie erfahren, daß sie selbst auf dem Gebiete der Ausfuhr, auf dem wir es am schwersten haben, fchlinimer leiden als wirl Der Wirtschaftekrach Frankreichs vor derTür? Berlin, 29. Sept. In einem Artikel „Vorboten des großen Krachs" glaubt die Tägliche Rundschau Voraussagen zu können, daß die heute schon den französischen Geldmarkt verwüstende Panik nur noch wilder und die Flucht der Millionen ins Ausland noch allgemeiner werde, wenn die 509 000 Dcpotcinlcger keine Dividende vom Credit Lyonnais erhielten. Am Schluffe des Artikels heißt cs: Der französische Krach und das Versagen der Millerandschen Heeresverwaltung kann den raschen Abstieg der Poincarch Delcassä usw. nur noch beschleunigen. Brinnd, der dieser Firma geistig weit überlegene Ergcnosjc, steht nur kühl zu ihr und warte: seine Diktaiorstunde ab. Das Schwanken der Regierungs- manner zwischen Bordeaux und Paris untergräbt den Rest von Ansehen, der ihnen noch verblieben ist. Daran, daß diese Republik ini Sterben liegt, ist nickit mehr zu zweifeln. sehr er sich auch sträubte. Kannten sich Christen und Heiden viele Menschenaltcr lang daran, daß am Sonnenwendetag diese sich schmückten und opferten." „Das Julsest war also in alter Zeit die Frühlingsfeier?" sagte Marstrand. „War das größte Fest der Menschen und das schönste Fest, »m den Allvater zu bitten, seinen Kindern gnädig zu sein," antwortete Niels, „und haben es hier erhalten, bloß umge- wandelt nach christlichem Sinn, wie es überall am besten erhalten blieben wäre. Nun aber laßt uns nicht länger sitzen. Miissen ans Land und wollen sie überraschen in ihren Betstühlen. Wirst sie sehen, Hanna, denke, fehlt keiner. Liegt mein größtes Boot an den Steinen und trägt seine stolze Fahne, die Gula letztes Jahr gestickt hat." Er warf seine Jacke ab, zog den blauen, grün gefütterten Rock an, und als Hanna in die Nebcnkammer ging, redete er mit Marstrand. „Nuh!" sagte er, „ist allerlei Mißmut in Euren Kopf gekommen, seid verdrießlich und schwermütig geworden, soll jedoch kein Spahn zwischen uns liegen, der nicht sortgcstoßcn würde. Biete Euch nieinc Hand, Herr, laßt alles zwischen uns sein, wie es war. Achte Euch als einen Mann, der seinen Willen klar zu machen weiß, müßt dagegen achten, was ich als richtig kalkuliere: stellt sich Rechnung gegen Rechnung, nehmt aber Wort und Scklag darauf, bleibe Niels Helgcstad, der cs Euch zusagte. Euer Helfer zu sein, so viel er immer kann." Marstrand nahm die dargebotene Hand an. - „Ich sage Ihnen Dank, Herr Helgestad," erwiderte er, „und bin gern bereit, den Frieden zu bewahren." „Habt Einsehen von Gott bekommen," sprach Niels, „wird Euch Vertrauen zu mir geben. Denke, müßt Euch freuen, an diesem Tag hier zu sein. Findet alle sittsamen Jungfrauen da oben beisammen. Schickt der Herr Euch gleich seine Wachteln entgegen, könnt die fetteste sangen, wenn Ihr wollt." Eine Krieg kundgcbung der deutschen Kandels- und Fndustriewelt. WB Berlin, 28. Sept Die heutige gemeinsame Sitzung tx 4 Dcuisckien HandelstageS. des Dcutsck-ei, Lamdwirtschaslsralcs, des Krieqseiß. daß es sich um Sein oder Nichtsein des Vaierlandcs handelt. Daher Izaden unsere Wasjcn ihre glänzenden Erfolg« errungen, daher wird ihnen der Sieg beschieden sein. Hierfür bürgt auch di« starke Gesundheit unserer Voltsivirtfchaft und der beispiellos« Erfolg der mit fast 4Mi Milliarden Mark gezeichneten Kriegsan - I c i I) c n. Wohl hat uns der Krieg schwere wirtschaftliche Lasten auferlegt, freudig sind sie für das Vaterland überivommen worden. Zu sedcm weiteren Opfer bereit, sind all« Teile des deutschen Wirtschaftslebens, der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und des Handwerks einmütig eirt schlossen, des zu dem Ergebnis durchzuhalten, das de» ungeheure» Opfern dieses Krieges cirt- spricht und dessen Wiederkehr ausschließt. Tann wird ein« gesicherte Grundlage gegeben sein für neu« Blüte, neue Macht und neu« Wohlfahrt des Deutschen Reiches. — Es wurde dann bc- schloßen, folgendes Telegramni abzusenben: „Sr. Majestät dom Deutschen Kaiser, Großes Hauptquartier: Eurer Majestät bringt die von dem Deutschen Haudeistag, dem Deutschen Landwirtschaftsrat, dem Kriegsausfchuß der Deutschen Industrie und dem Teutfchen Handiverks- und Gewerbekammertag veranstaltete große V ersann» ln na di« eftrsurchtsvollste Huldigung dar. Einmütig im Zorn über den sreoelhaft gegen uns entflammten Krieg, einmütig jn der Zuversicht auf den Sieg unserer Waffen und einmütig in dem Gefühl unserer wirtschaftlichen Kraft, bekunden die Vertreter aller Teil« des deutschen Wirtschaftslebens, der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und des Handwerks, ihre feste Entschlossenheit, durchzuhalten bis zu dem Ergech- rris. das den ungeheuren Opfern dieses Krieges entspricht und dessen Wiederkehr ausschließt. Dann wirb unter seinem glvr- reichen Kaiser das Deutsche Reich en kann. Weshalb die Verwaltung der Straßenbahn diesen Wagen nicht auswechselt und einer gründlichen Reparatur unterzieht, ist uns nicht recht verständlich. — Erweiterter Zugverkehr. Vom 15. Oktober d. I. ab tritt der ständige Eifeubahnfahrplan im EisenbahndirektionsbeArk Frankfurt a. M. wieder in Kraft Der 1, Oktober wird jedoch schon erhebliche Erleichterungen im Zugverkehr bringen. Blutige Ehezwiste. In Frankfurt a. M.-Bockenh«im bat gestern ber 67jährig« Häfner Christoph Hcnzel seine 51 Jahre alte Ehefrau erschossen. Der Täter ging dam, flüchtig. Anscheinend geschah di« Tat aus Eifersucht nird Rache. Ter eiser- süchtige Gatte hatte oft die Frau mißhandelt, weil er glaubte, sic unterhalte mit einem Mieter intime Beziehungen. Als die Frau die Mißhandlungen nicht mehr ertragen konnte, erstattete sie Anzeige. Gestern sollte deshatb eine Vernehmung vor der Poltzei erfolgen. Vor dieser Vernehmung beging Henzel die scheußliche Tat. — Ein zweiter blutiger Ehestreit trug sich in K i l ta n st ä d te n zu. Dort weilte ein Frankfurter namens Johann Henning seit einiger Zeit zur Erholung. Vor einigen Tagen besucht« ihn dort seine Frau. Gestern wollt« das Paar abreisen und ,nachte vorher noch einen Spaziergang durch den Wald. Später kam di« Frau allein zurück mit einer blutenden Wunde am Halse und gab an, ihr Mann habe sie gestochen. Tic wurde in ärztliche Behandlung genommen, während der Mann verhaftet wurde, lieber den Grund dieser Tat wurde noch nichts bekannt. — Schwurgericht. Tie gestrige Verhandlung fand ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Angeklagt ivar der Arbeiter Johannes Marchewka aus Stenschewo wegen je eines Verbrechens der Notzucht und des Notzuchtsversuchs. Die Verhandlung gestaltete sich insofern recht schwierig^ als sowohl der An- geklagte wie -nnh die Zeugen der deutsche Sprache nicht mächtig sind, sodaß sich die Mitwirkung eines DoknetscherS erforderlich macht«. Der Spruch der Geschworenen lautete bezüglich des Not- zuchtrersuchs ans Nichtschuldig, worauf der Angeklagte wegen dieses Delikts frei,gesprochen wurde. Tie Frage auf vollendete Notzucht wurde bejaht und der Angeklagte unter Versagung mildcrnder Umstände zu 1 Jahr 0 Monaten Gefängnis verurteilt. Tie er. litten« Untersuchungshaft wurde nicht angercchnet. Die Anklage vertrat Herr Gerichts« ff« ssor Knanß, Verteidiger war Herr Jnsttzrat Metz. — Zu dem Fonds für Liebesgabe» sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingegangcn: von Gießener Oberlehrern 160 Mark, von Stadtgeometcr Wißner 2. Rate 20 Mk.. von Photograph Ludwig Uhl 15 Ml., von Hermann Winthcr Witwe 0 Mk., von Landgc- richtsrat Schudt 30 Mk., von Professor Dr. Kalbsleisch 20 Mk., von Fra» T. 50 Mk., von Gustav Lehr Witive 10 Mk., von Karl Horn 20 Mk., von Stodtrcchmr Maser- 30 Mk., von Ungenannt 100 Mk.. von, Gießener Lokomotivführer-Berem 2. Rate 80 Mk., voni Gießener Lehrerverein 2. Rate 200 Mk., von, Verein städtischer Beamten 3. Rate 100 Mk.. von Reailehrer Jonn 2. Rate 15 Mk., von Bürgermeistcreisekretär Kolb 2. Rate 20 Mk-, von Laudge- richtsrat Neuenhagen 2. Rate 25 Mk., von Ftnanzrat Tr. Ofsen- bächer 2. Rate 20 Sttf„ von Prokurist Georg Kreuder 20 Mk.. von N. 9t. 3 Mk., von Feldbaretnigungägeometcr Mener 2. Rate 10 Mk., von Professor Schaumanu 10 Mk., von Rentamtmann Weimer 2. Rate 10 Mk., von Milchhändler Nathan Eharack 7,50 Mk.. von Kaufmann Robcrt Stuhl 18 Mk., von Möbelfabrikant Franz Brtick 6 Mt., von Kaufmann Bruno Krohm 3 Mk., von Heinrich Zunmer Wttwe 3 Mk., von Geh. Schulrat Dr. Stoeriko 18 Mk.. oon Professor Tr. Hirt 42 Mk., von Bnchdrnckereibesitzer I. Weinert 6 Mk., von Musikalienhändler E. Challier 6 Mk., von Emil Schmall Witwe 5 Mk., von Landgerichts rat Wiener 13,50 Mk., von Glascrmeisier Georg Luh 0 Mk., von Hoflieferant Heinrich Hettler 4,50 Mk.. von August Letthäuser 1,50 Bkk . von Weinhäudler Karl Küchel 18 Mk., von Mctzgermeister Friedrich Schreiner 37,50 Mk.. Inhalt einer Sammelbüchse, aufgestellt bei der Auszahlung der Eiuguartiernngs» geiber 173,54 Mk., zusammen 1346,04 Mk. Mit herzlichem Tank fllr diese Gaben wird um ivcitere Zu. Wendungen gebeten- Beförderung o«„ Briefen und Geldsendungen an Angehörige In London. Briefe und Geldsendungen an in England lebende Angehörige werden am besten der Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft in den Niederlanden im Haag übersandt. Die Gesandtschaft übergibt die Sendungen der amerikanischen Gesandtschaft im Haag zur Weiterbeförderung nach London. Es ist hierbei zu beachten, das; Briefe unverschlosten und in englischer Sprache abgefastt sein müssen. Gebt Uniformstücke her. Viele Familien, deren Angehörige i>» Heere dienen oder gedient haben, befinden sich im Bestvc von llniformstückcn. Mancher steht sie vielleicht als einen unnütz die Schränke füllciiden Ballast an, den er gern loswerdcn möchte. Diese Bckleidungs- und Ausrüstungsstücke, auch Extrasachen, biete man irgend einem Ersatztruppenteile an. Sicher nimmt er sie gern: sic sinden zur Verbesserung der Einkleidung der dort in Ausbildung begrisfcncu Kriegsfreiwilligen gute Verwendung. Einst und jetzt. Den Tod des Hofmarschalls von Ungern- Sternberg zeigt beste» Witwe in den Darmstäbter Blätter» wie folgt an: „91,» 10. September fiel kämpfend für sein Vaterland" »sw. Die Witwe ist nämlich eine Engländerin, eine Dclme- Radclisfe. Nunmehr geht ein kleiner Entrüstungssturm durch die Spictzcrwelt der Hcstenrcsibcnz wegen des „sein Vaterland". Bis zum AuSbruch des Krieges haben sie aber alle gekatzbuckelt vor der jetzt geschmähten Engländerin. ifrril SYrchlar. — Keine Kriegcrsrau darf auf die Ttratzc gesetzt werden. Ter Justizminister erliest, wie Pfund 40 Psg. i Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gietzener Fleisch- «nd Brotvreike um 28. September 1914. Schlachtvieh preise tit Frankfnrt a. Di. Fleischpreile in Giesten Ochsen Kälber Schweine 50 kx Schlachtgewicht 81 — 100 Pf, . . 75-9.3 Pf. '/. „ „ 63-66 . -/. kg 86-96 Pfg. >/. „ 70—75 „ 70-96 . Getreidcpreise in Mannheim. Brolprciie in Gießen Weizen 100 kg 26.75 — 27.50 Mk. Roggen . . 23. -- 24— . Weistbrot 2 Kx68 Pfg Schwarzbrot 2 . 60 , Druck: Verlag Onenbacher Abendblatt. G. m. b. H., Olkenbach a. M. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Giesten, Verlag von Krumm & Cie., Giesten. pr. Sjikise- imii Siilfitkiirtoffrlü empfiehlt zu billigstem Tagespreis. I. Hankel Neiieilbliiie 7 . TclMn 612 . f Spezialraarke l.pundcr 10.50 12 50 14 50 16.50 1850 20.50 Scliulihnn» Friedrich Magnus Inhaber: Ehr. MaanuS Giesten. Selterswcg 81 Telephon 916. Fsknsn Reinecke Hannover Vereins -nednrtsnrtikel. mmmmsm Condcnsicrte Milch vorzügliches, deutsches Erzeugnis ^ Tose Psg- W Limbnrgertäse .. «38^.1 M Romakourkäse, hdbfctt . . Psinid 60 Psg. ! 2«-30°/o Fettgehalt. . . 1 Edamerkäse.... Schwcizerkäse . Gersle Pm»d 24^». Hasersiocken 1 °?°. Pfund «15 Psg.] . Pfund 1.2«) mittel Pfund Z»td Psg. l Pfund 28 6astnstols1ra?as 26 l.uck«igatrasss 20 Walltorstrasse 24. Telephon 186. in Ser nenen Anla der Uniucrfitöt jede» Donnerstaa, abends 8‘|i Uhr. Cftobev 1. Prof. Dr. Stoloff «. Die Entstehung des gegenwärtigen Krieges. Dr. Kinkel Ter Krieg und die deutsche Kulinr. „ 15. „ Dr. Skalwcit Ter Krieg und die deutsche Volksioirtschaft. „ 22. „ Dr. Schtai» Die Gerechtigleit gegenüber unscren Feinden. „ 29. . Dr. Elbs Aus der Eunvicklung der chemischen Industrie in Denischland und England. November 5. . Dr. Krüger Die valerländische Tichlung in de» großen Kricgsjahrciu ,, 12. „ Dr. Seift Vom Recht der Zuknnit. „ 19. „ Dr« Behaghkl Der Krieg im altdeutchcn Epos. „ 26. „ Dr. König Tic Verwendnng der Nalurkräfte im Kriege. Tczcmder 3. „ Dr. Eck Ter Scholle Earlhle, Dcuiichland und England. }m Ktstkn von gintfriilirbrnm im Felde gMener Gießener. Eintrittskarte» — eine z» ,30 Psg-, zehn z>» Mk. 2,50 — sind in den Buchhandlungen von FrccS. SeltcrSweg, Koch, Ecliersweg, Legier. Südanlage, Schneider, Nencnbänen, sonüe Ernst Baiser. Feldpost-Pakete an &o!dnten «los 18. Armeekorps sind erlaubt i Wichtigste Bekleidungsstücke in vorschriftsmässigen Kistchen mit wasserdichter Waclistuchhülle versandfertig Lungfenschützer Kniewärmer Leibbinden Kopfschützer A?' Socken Strümpfe Hosenträger Taschentücher Normal-Hemden Normal-Hosen Unter-Wämse Wollene Sweaters I Grosse Mengen. Nur prima Sachen. — Zum grossen Teil an Angehörige des Regiments geliefert. Bahnhofstr. 14 Kaufhaus Kat Zf Oiesseil^ Bahnhofstr. 14 Schriftliche Bestellungen werden prompt ausgefUhrt.