I Organ für die Interessen des der Provinz Obcrheffcn und werktätigen Volkes der Nachbargcbicte. Dt» VberdelNI»» v»lkS,eitnn, erlcheurt leben Werktag Bbcnb tn aitfeea Der Abonnementsvrct» beträgt wöchentlich >5 Prg.. monatlieb 60 Uta- etnlchl. Brinseilodre Durch die Post bezogen vlertciiädri.IXIMl. Redaktion und Eivedltion (Sieben, Babnboiiiraiie 23, tkcke Löioenaakic. Telephon 2008. Inserate losten d,e 6 mal gcspait. Kolonclzcile oder deren Raum 15 Pia. Bei grösseren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man big abend« 7 Wir kür die folgende Rümmer in der Expedition aufgcben Nr. 225 Gicßcn, Dicnstng, dcn 29. Scptcmlicr 11*14 9. Jahrgang Wir schlagen «ns durch! Es war zu erwarten, daß bei dem großen Ringen in Nordsrankreich die ersten Erfolge auf dem linken Flügel der Deutschen fallen würden. Der erste Erfolg war, wie unsere Leser sich erinnern werden, daß man eine Stellung südwestlich von Verdun einnehmen konnte. Daran schloß sich eine Ueücrwindung der Hindernisse, welche die Cotc Lorraine (sprich: koht lohrähn) bot, ein emporragendes Hochplateau, dessen Abhänge jedenfalls in schweren Kämpfen genoinmcn wurden. Der nächste Erfolg ist nuninehr Camp des Romains (sprich: kang däh romäng), dem Namen nach ein altes Römcrlagcr, also ein Standpunkt, den wohl schon Alt-Roni für militärisch wichtig gehalten hat. Camp des Romains liegt etwas isoliert von den übrigen Forts, und sperrt den Ucbergang über die Maas an einer sonst für unser Eindringen günstigen Stelle. Sein Fall bedeutet einen wesentlichen Fortschritt. Er gibt uns die Möglichkeit, auf den Fall weiterer Forts zu rechnen. Die Anlage der französischen Grenzfortkctte hat sich im allgemeinen bewährt. Sie hat unseren Truppen einen Aufenthalt bereitet, der eine gewisse Rolle in der Verzögerung der Entscheidung spielt. Die Fran- zosen haben freilich anders gerechnet. Sie glaubten, daß dieser Festungskranz, den sic im Osten ihres Landes zogen, verbunden mit den zwischen ihnen eingenisteten Heeren, ein unüberwindliches Hindernis für den deutschen Angriff sein Eürüe. Diese Ansicht ist mit dem Fall des ersten Forts, dem in absehbarer Zeit andere folgen werden, widerlegt. Der linke Flügel der deutschen Riesenaufstellung hat jetzt Aussicht, die ihm gebotenen schweren Hindernisse der Reihe nach zu überwinden, und damit auch die Möglichkeit, in absehbarer Zeit wesentlich stärker als bisher am Zusammenbruch der anglo-sranzösischen Armee mitzuarbeitcn. Auf der übrigen Front der deutschen Armee im Westen hat sich nichts verändert. Auf dem rechten Flügel, den zuvück- zutrciben die Franzosen das größte Interesse haben, toben noch unentschiedene heftige Kämpfe. Ungeduldige Leser, welche die Situation nicht recht erfassen, werden das mißvcr- stehen. Sie werden glauben, daß die deutsche Attacke ge- lähmt sei, oder annehmen, daß die Franzosen zu stark für uns sind. Das ist jedoch nicht der Fall. Wir haben jetzt auf biesen Gesilden nördlich der Marne mit einer neuen Form des Krieges zu tun. Es ist, als ob auf dem Kriegsschauplatz in Nordstankreich uns alle Möglichkeiten der Strategie in praktischer Anwendung vorgesührt werden sollen) Neben dem heißen Ringen um die Forts an der Ostgrcnze Frankreichs stand die gewaltige Riesenschwenkung, mit der die Deutschen aus Belgien in Frankreich hineindrangen, um den ersten französischen Widerstand in schnellen Schlachten zu brechen. An diese Erfolge knüpfte man die Ausführung einer zweiten Lehre der Strategie, die unaufhaltsame Verfolgung des Feindes, dcn man geschlagen hat. Als die wilde Jagd, die man da hinter den Franzosen her aufuahin und die bei ihnen nur auf schwachen Widerstand stieß, bis über die Marne und vor die Tore von Paris geführt hatte, traf man auf Stellungen des Feindes und Gegenstöße der Pariser Arnrce, denen der nicht allzu zahlreiche Verfolger nicht gewachsen sein konnte. Die Höhen südlich der Marne gaben den Franzosen eine so feste Stellung, daß di« deutsche Heeresleitung es sich zweimal überlegen mußte, eine Schlacht in dieser Lage mit schwachen Truppen einem gerüsteten Feinde gegenüber, zwei Flüssen im Rücken und der Festung Paris in der Flanke, anzunehmen. Sie entschied sich für die Wahl e.nes anderen Schlachtfeldes und erzwang dieses mit cirnr großartigen, über eine Front von 200 Kilometern ausgedehnten RUckwärtsschwenkuna. Hier wurde die Aufgabe, sich se:n Schlachtfrld zu erzwingen, glänzend gelöst. Tie Franzosen, welche erst den Zweck dieser Schwenkung nicht begriffen, träumten von einem Sieg und eilten hinterher. Da stießen sie auf neue, feste Stellungen der Deutschen. Angelehnt an Festungen und gestützt auf Bergeshöhen Und gebirgige Waldungen, niachten die deutschen Heere aui ommal Front, um eine neue Form des Krieges zur Anwendung zu bringen. Das, was die Franzosen im Süden der Marne gegen die Deutschen geplant »hatten, wurde hier mtt besserem Erfolge von den Deutschen eingeleitet, der soge- Positionskrieg. Man grub sich ein und führte Dcr- schanzungcn und Deckungen auf, die bei der Masse der Trup- Pon, die zur Verfügung standen, und der Geschicklichkeit unseres Geniewcsens gar bald zu festungsähnlichcn Werken auf der langen, weiten Strecke Heraufstiegen. Eine Festung bildet gewöhnlich einen stark bewehrten Kreis um irgend einen Mittelpunkt herum. Man suckt sie mit einem konzentrischen Angriff, d. h. mit dem von allen Seiten nach einer Stelle geführten Vorstoß zu nehmen. Das verbietet sich bei Riesenfronten, wie wir sic bei Plcwna und bei Mulden sahen, und hier aufs neue sehen. Beim Positionskrieg hat sich der Kreis in eine Riesenlinie verwandelt, auf der schwere Geschütze eingebaut sind, während die Infanterie in Deckungen im Hintergründe harrt. Ter Feind, der hier etwas erreichen will, und dessen Vorstöße zur Ueberrumpelung der unvollendeten Stellung mißglückt sind, folgt gewöhnlich dem Beispiel seines Gegners und gräbt sich ebenfalls ein. So haben wir nun von Verdun bis Uber die Oise hinaus eine französische und eine deutsche Linie schivcr bewehrter festnngs- nrtigen Positionen. Die Franzosen haben längst den Ansturm aufgegeben, mit dem sie zunächst noch Erfolge über einen ihrer Meinung nach fliehenden Gegner erhofften. Die Deutschen dagegen bereiten jetzt die wuchtigen Schläge vor, mit denen sie ihren Gegner schlagen und vernichten wollen. Es handelt sich bei diesem Ringen zunächst darum, die schwere Artillerie geschickt einzugraben und gut zu decken. Ist das geschehen, so stellt man fest, wo der Feind seine Artillerie hat, wie sie gedeckt ist, welche Hindernisse er außerdem anlegtc und wo sich seine Truppen befinden. Hierauf beginnen die Geschütze ihr verheerendes Feuer, und zerschniettern die feindlichen Einrichtungen nach Kräften tagelang, wenn es sein muß, wochenlang, um das Feld so weit frei zu machen, daß man die Infanterie ohne gar zu große Opfer an Menschenleben zum Sturm vorschicken kann. Hat man das erreicht, ist die Stellung des Feindes sturmfrei, dann erfolgen die Vorstöße der zahllosen Scharen der Fußtruppen. Tas Feuer der Geschütze muß schweigen, um die eigenen Truppen nicht zu gefährden, und der Sturm vollzieht sich auf der ganzen Linie. Selbstverständlich wird sich der Gegner mit den artilleristischen Mitteln, die ihm nach der Beschießung geblieben sind, so gut wie mit dem Feuer der Maschinengewehre und Gewehre zur Wehr setzen. Darum wird der Sturm kein Kinderspiel sein. Es kann auch sein, daß sich der Sturm nicht auf der ganzen Linie gleichzeitig vollzieht, sondern, daß man in zähem Ringen ein Werk nach dem andern berennt, einen Schützengraben der Franzosen nach dem andern in seine Hände zu bekommen sucht. Auf alle Fälle ist das ein Kampf, der, wie der Leser einsehen wird, nicht in kurzer Zeit erledigt werden kann. Aehnlich, wie unsere Truppen schwerer Kämpfe bedurften, ehe üe das Hochplateau der Cote Lorraine erstiegen, auf dem sich die Verdun schützenden Forts befinden, so wird es noch zahlloser, schwerer Einzelkämpfe bedürfen, ehe man die Stellung der Franzosen auf dem Schlachtfcldc an der Aisne überwinden kann. Aus alle dem erklärt sich, daß man nicht ungeduldig werden darf. Wir sind durch die Kette von Nachrichten, welche der erste Siegeslauf unserer Truppen mit sich brachte, etwas verwöhnt und harren in Ungeduld der neuen Entscheidungen. Wir tun aber gut, dcn Verhältnissen Rechnung zu tragen und müssen schon zufrieden sein, wenn vielleicht an jedem zweiten Tage ein Teilvorteil gemeldet wird, der nicht ohne Wichtigkeit ist. Solche Vorteile hat unser Generalstab bisher von Tag zu Tag melden können. Er berichtete von dem gescheiterten Ansturm der Franzosen, der sich gegen den Westen unserer Trup- Pen richtete, er konnte melden, daß die französische Offensive an einer Reihe anderer Stellungen zusammengcbrochen wgr, und diese Mitteilungen bedeuten mehr, als man im ersten Augenblick annehmen konnte. Sic bewiesen, daß die eigentliche volle Stoßkraft der Heere, welche Josfre südlich der Marne versammelt hat, nicht mehr besteht. Tann begannen die Kämpfe bei Noyon und Soissons, wo es den deutschen Truppen gelang, Stellungen einzunehmen, die vorher in den Händen des Feindes waren. In dcn Argonnen nahmen wir die Stadt Varcnncs, die einst Ludwig XVI. Flucht scheitern sah, zum zweiten Male ein und rückten so näher heran an den festen Punkt, der die französischen Stellungen im Osten beschirmt, die Festung Verdun. Später gelang cs, das schwere Forts Brimont in der Nähe von Reims zu brechen und eine Reihe von Einzelvorstößen, die uns auf einzelnen Strecken in bessere Stellungen brachten, erfolgreich durchzuführcn. Jetzt donnert auf der ganzen Linie das schwere Geschütz, der Eisenhagel rasselt hernieder auf die erkundeten französischen Artilleriestellungen und bricht ihre Stärke. Ueberall da, wo das mit dem Erfolg geschehen ist, daß uns der Sturm nicht mehr allzuviel kostbare Menschenleben nehmen kann, gehen unsere Krieger vorwärts. So ist die Situation auf dem großen Schlachtfelde. Gelingt es, wie wir sicher annchmen, durch weitere Erfolge zum endgiltigen Siege vorzudringen, so handelt es sich um einen Erfolg, der zu vergleichen ist dem Niedcr- rinaen einer acwaltiacn Festung und einem Stoß ins Lcrz des Feindes. Wird die Armee der Franzosen in diesen Siel- langen geschlagen, so ereilt sie eine Katastrophe, wie sie der Krieg bisher noch nicht gesehen hat. Die Hm»ptschlacht zwischen Somme und OEe. Christiauia, 26. Sept. Das Berl. Tgbl. meldet: Nach dcn heute hier eingetroffenen Pariser Nachrichten vom 25. September ist der wichftgste Moment der Kampf der deutschen Truppen mit dcn französischen Heeresmassen zwischen Somme und Oise. Ebenso haben die deutschen Truppen die Höhcnzügc auf dem rechten Maasuser in der Nähe von Hattonchatei siegreich gcnomnien und einen Vorstoß gegen Saint Milüel glücklich ausgesührt, sowie ein Bombardement auf das Fort Parochcs eröffnet. Paris, 27. Sept. (Gtr. Frkf.) Em in Paris am 26. September nachmittags 3 IIhr auegeycbenrs Bulletin besagt: Aus unserem linken Flügel, zwischen der Somme und der Oise, dauert die Schlacht aufs heftigste fort. Zwischen Svissons und Reims ist keine Veränderung von Bedeutung eingctrcten. Fm Zentrum, zwischen Reims mid Verdun, ist die Lage unverändert. (Der Fall eines Forts bei Verdun wird vom Bulletin verschwiegen.) Z« Lothringen tmd in den Vogesen scheinen die deutschen Kräfte vermindert worden zu sein. Eil» Kampf von unerhörter Erbitterung. Paris, 27. Sept. sFnd. Prtv.-Tel. der Frkf. Ztg. Ktr. Frkf.) Wenn die Schlacht vorüber ist, wird die Welt staunend von einer Erbitterung hören, wie ste noch nt« dagewesen ist. Schon m duir ersten Kampftagen, als die Bulletins nur nackte Tatsachen meldeten, ohne von der Kitze des Kampfes zu sprechen, hotte die Schlacht eine unerhörte Erbitterung angenommen. Ein von der Aisne znrückge- kehktrr Journalist berichtet, daß mehrere Tag« lang manche Orte täglich bis ein Dutzend mal von beide» Seiten gestürmt und dam» wicdrr geräumt wurden. Feder F»h Landes ist aufs äuherftc uu»- stritten. Fn manchen Dörfern bleibt kein Stein auf dcnt ander». Di« biegend zwischen Aisne und O i i c ist vollständig ruiniert. Seitdem betonen die Bulletins mit eindringlichem Erescendo die Heftigkeit und Erbitterung der Schlacht. Das Wetter wenigstens hat stch gebessert: der starke Regen hat aufgchört und eine milde Hcrbltsonne scheint auf di« Schlachtgesilde. Tie Spannung derPariserBepölkerung ist aufs höchste gestiegen. Den Zeitungsboten werden die Blätter aus der Hand gerissen. Die keiften Anstrenstnnqe» der Pariser Armee. Kopenhagen, 27. Sept. Tic Politiken erfährt aus Paris Einzelheiten über die letzten Kämpfe. Der Betrieb der Nord- und Slldbahn wird vorläufig wegen großer Truppentransporte eingestellt. Tag und Nacht wird an den Ausrüstungen für den Winterfeldzng gearbeitet. Tic Beaufsichtigung der Fremden wird täglich strenger. Jeder Angriff anssickft-los. London, 27. Scpt. Der Manchester Guardian meldet: Tie deutsche Stellung der Aisne ist so stark, daß, wenn keine strategischen Uebcrraschungeu eintreten, jeder Angriff zu einem Rückschlag führen muß und imr Erfolg haben kann, wenn der Gegner zur Erschöpfung gebracht ist. Die Deutschen haben die Kunst der Feldbefestigung auf eine Höhe gebracht, die bisher nicht erreicht wurde. Sie machen eine Stellung von gewöhnlicher natürlicher Stärke zu einer Fcstungslinie, die stärker und widerstandsfähiger ist, als eine erbaute Linie von Stahl. Das ^ort Eamp-deö-RolttaittS. Mailand, 27. Sept. sEtr. Frkft.) Rack) den Berichten dcS Eorricrc dclla Sera ans Paris ist dort der Fall des Forts Eamp- dcs Romains noch unbekannt: man begreift daher nicht, wie die Deutschen die Maas haben überschreiten tonnen. Der Erbauer dcS Forts Camp-dcs-Romains. General Sere de Rivieres, bczeichnete es »och jüngst als weder durch Belagerung noch durch Sturm einnehmbar. Der Talgrund, der den Kegel, auf dem es sich erhebt, von dcn nächsten Höhen trennt, sei zu weit, als bah Geschütze eine Bresche öffnen könnten: in das Tal hinabznsteigcn, um den Kegel zu stürmen, sei unter dem Feuer des Forts unmöglich. Höchstens durch Hunger könne man das Fort zur Nebcrgabc zwingen. Hauptmann Gatti meint im Corrierc, wen» cs dcn Deutschen gelinge, durch die in die Verteidigungslinie Toul-Vcrdun nunmehr gelegte Bresche frische Truppen gegen die rechte französische Flanke zu schicken, so sei ihr Erfolg von höchster Bedeutung: auf alle Fälle aber hätten ssc sich den Vorteil einer neuen Verbindungslinie nach der Heimat durch,Lothringen verschafft. Tie Stcinbriickie vo» Eompiössne. London, 26. Scpt. lEtr. Frkst.) Eine interessante Beschreibung von der festen Stclluna der Deutschen in den Ttcinbrüchen bei Eompiögne gibt der Kricgskorrespondent Marwell im Dailp Telegraph: Diese Brüche geben die weißen harte» Steine, welche zu wichtigen Bauten verwendet werden, und gehören meist deutsche» Unternehmern. Die ausgcbrochcncn Gänge und Höhlen dienen als Forts und verstärken gewaltig die deutsche Linie. Sie können mit einer von verschanzte» Lagern flankierten Festung verglichen wer- dcn, ohne die Einschränkungen und Engen solcher Anlagen zu besitzen. Tic Brüche bilden ein unangreifbare? Bollwerk. Sic dehnen sich viele Kilometer wett aus. Die grossen harten Stcinblöckc sind so auSgchoben, dass an der Obersläche lange starke Wälle cntstanden find. Die sranzöstschcn und englischen Ingenieure hätten keine furchtbareren Ste.ssuuaen £iir die schweren Becher >ev "-b -Nlal chin eu- gewehre bauen können als die, welche der Feind hier einnimmt. Sie im Sturm zu ncbmen ist unmöglich. Sie zn beschießen wäre ein reiner Zeitverlust: selbst die stärksten Explosivgranaten der schwersten Geschütze bleiben hier ohne Wirkung. Frankreichs Rekrutier«»,rskckimerie». Tie französische Negierung hat. wie über Rotterdam gemeldet wird, beschlossen. da der Jahrgang 1814 bereits unter Wassen steht, unverzüglich die lüjähriqen Rekruten des Jahrganges 1815 einzu- berufen. An alle Präfekten. Unterpräickten, Bürgermeister und Lrlsvorsteher ist der Beseht ergangen, die Listen bis zum 27. Sept. fertig zu stellen. Die Aushebung soll alsdann in den ersten Togen des Oktober vor sich gehen, so daß die Einkleidung des Jahrganges 1915 noch im Laufe des Oktober erfolgen kann. Dagegen soll sich, wie Petit Puristen meldet, das Heereskommando vor die Notwendigkeit verseht sehen, den Rücktransport der afrikanischen Truppen ins Auge zu fassen, da es sich seht schon berausgestellt habe, daß sie einem Winterseldzuge nicht gewachsen seien. Außerdem sei di« Verstärkung der Truppen in Tunis, vor allem aber in Marokko, eine durch die Verhältnisse bedingte dringende Notwendigkeit. Auf dem tmlizischen Kriegsschauplätze. WB. Wien, 26. Sept. Amtlich wird mitgeteilt: Die nach der Schlacht von Lemberg eingcleitetc Versammlung unserer Streitkräfte in einem Raume westlich der San hat nicht nur der Entcntcpresse Veranlassung zu den böswilligsten und lächerlichsten Kommentaren gegeben, sondern auch anderwärts falsche Vorstellungen über die Lage unseres Heeres hcrvorgerusen. Demgegenüber muß darauf hingcwiesen werden, daß die erwähnte Versammlung durchaus freiwillig erfolgte, wofür als Beweis nur angeführt sei, daß sie der Gegner nirgends zu stören vermochte oder versuchte. Jeind- licherseits ausgestellte Behauptungen über Erfolge an der Sanc sind unwahr. Es handelt sich lediglich um einzelne mit großem Aufwand an Truppen und schwerem Geschütz und Munition inszenierte Beschießungen gegen feldmäßig gesicherte und schwach besetzte Uebergangsstellen, die nach Erfüllung ihres Zwecks und Sprengung der Brücken freiwillig geräumt wurden. — Die auS London stammende Nachricht von dem Fall zweier Forts von Prezemysl ist natürlich gän;- lich aus der Luft gegriffen. Auf dem Balkankriegsschauplatz ist die Lage, wie auch aus dem letzten deutlich genug gefaßten Communiquö hervorgcht, unverändert gut. Ter stellvertretende Chel des Genervlstabcs. v. Höfer, Generalmajor. Kleine Plänkeleien. W. B. Budapest, 27. Sept. Das ungarische Korrespondenz- Bureau meldet: Einzelne kleine russische Abteilungen scheinen bei den Karpathenpäsien Diversionen zu versuchen. Gestern sank eine kleine Plänkelei bei dem Unfcheipast, Komitat Ilng, zwischen unseren zur Verteidigung des Paffes detachierten kleineren Truppen und den Rnffen statt. Heute kam es bei Tornna, Komitat Marmaras, zu einem Zusammenstost, ohne daß es den Russen gelungen ist, über die Grenze auf irgend einem Punkte einzudringen. Die von dem Schauplatz der großen Ereignisse weit entfernt erfolgten Ereignisse haben natürlich keine Bedeutung. Ihr einziger Zweck ist, die Aufmerksamkeit von dem Hanptkriegsschauplatz abzulenken und die Bevölkerung zu beunruhigen. Dadurch, daß diese Absicht offenkundig wird, wird sie auch vollständig vereitelt. Österreichische Kriegsschiffe im Kampfe. W. B. Köln, 27. Sept. Tie Kölnische Zeitung meldet aus Jgalo (Dalmatiens: Am 18. ds. nachmittags bombardierte» österreichische Kriegsschiffe Antivari und vernichteten dabei eine größere Abteilung Montenegriner. Bei dieser Gelegenheit singen wir eine drahtlose Depesche der sranzösischen Flotte an die Montenegriner ab, worin letztere von den Franzosen aufgefordert wurden, am 19. ds um 7 Uhr früh einen allgemeinen Angriff aus die Boeche de Cattaro zu unternehmen, die gleichzeitig durch die Franzosen von der Seeseite angegriffen würde. Ta man also unsererseits über die Absicht der Feindes genau unterrichtet war, konnten die entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden. Am 19. d. TYt Uhr begaben sich drei kleine und 15 große französische Schiffe nach der Boeche und kamen im Nebel bis auf sechs Kilometer an die Küste heran. Unsererseits wollte man sie auf die Minen fahren lassen, doch machten die Schisse plötzlich Halt und begannen umzukehren. Im Augenblick, als sie sich unseren Befestigungen auf der Breitseite zeigten, siel von der Festung Kabiia ein Signalfchuß, worauf sofort vier Batteriesalven von den Forts Lnstica und Mamula losgingen. Die Kanonade währte ungefähr eine Viertelstunde. Die Wirkung ist nicht ouSgeblieben. denn gleich die erste Salve vernichtete ein französisches Kriegsschisf, das von nicht weniger als 24 Granaten aus einmal getroffen wurde, wobei alle sechs Schornsteine samt der Kommandobrücke in die Lust slogen. Dann folgte eine Feuersäule, und als sich der Rauch verflüchtigte, war die Stelle, wo vorher der Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 72 3. Die Trondhjemküste, bei dem Gebirge der sieben Schwestern vorüber, welche am Eingang Nordlands Wache halten, und alle die wilden, abenteuerlich geformten Hexenklippen und Flsengruppcn hinter sich lassend, denen die nor- dische Phantasie Gestalt und Nanten verliehen hat, lief Helgestads Jacht während der nächsten zwei Wochen. Es war, als hätte der alte Schiffer sich von einem Seid- mann oder Zauberer guten Wind und das feinste Wetter ge- kauft, denn von jener Nacht ab, wo die schöne Jlda im schweren Sturm Staatenland uniscgclt, war der Himmel blau geblieben und der frische, günstige Luststrom aus Süden hatte das Schiff schnell seiner Heimat nahe gebracht. Der Juni war gekomnicn, und je mehr nordwärts die Jacht lief, um so mehr wurden die Nächte zur Dämmerung. In der Nähe der Lofodcn ging die Sonne kauni mehr unter den Horizont. Sie beschrieb einen Kreis am Himmel und ihre Strahlen beleuchteten zu allen Zeiten die hohen Gletscher im Grimfjord und die Tindenspitzen von Salten, bis endlich, als Tromsö vor den Reisenden lag, ein roter Schein an den Segeln und Mastspitzen hastete, eben als die Kirchenglocke Mitternacht schlug. Und noch ein Tag verging und eine Nacht kam, ehe die schöne Jlda in den Ltzngenfjord steuerte. Die hohen Berge standen in einer langen, leuchtenden Reihe, und aus dem tiefen Grund« dieser Felsengasse hob der Kilpis sein ungeheures Haupt und zeigte allein noch ein glänzendes Eis- und Schneelager, das gleich einen! funkelnden Deniantbandc um seinen schwarzen Nacken hing. Tie Sonne lagerte sich heut Franzose gestanden, leer. Zwei andere erlitten schwere Havarien. Tie übrigen verschwanden schleunigst. Die Franzosen hatten insgesamt zwei Treffer geniachi, durch die aus unserer Seite ein Mann schwer und einer leicht verwundet wurde. Die Absicht der Franzosen, die Rabiostation Lustica zu vernichten, ist gründlich mißlungen. Rußland und die Pole». Tie neue Züricher Zeitung entnimmt russischen Blättern Ter russische Gcneraiissimus macht jetzt die versprochene Autonomie Polens rückgängig. Er begründet dies damit, daß in der Leniberger Schlackst polnische Schützen auf österreichischer Seite gckänipft hätten. Tie Verfassung Polen? sei aber nur gewährt worden für den Fall, daß alle Polen loyal seien. Das Manifest an die Polen sei auch nicht vom Zaren unterschrieben, so daß es staatsrechtlich gänzlich be- dcutungslos sei. Jahren Zuchthaus verurteilte. — Mit Petroleum sparen! In den letzten Tagen isL unser notwendigstes »nd am meisten verwendetes Leucht» mittel, das Petroleum, knapp geworden. Die Detaillistenerhalten von ihren Lieferanten nicht die nötigen Mengen! und können ihre Kundschaft nicht befriedigen. Lieferungs- Verträge der Detaillisten mit den Großlieferanten werden! von letzteren einfach nicht erfüllt, auch wenn sie schon vor langer Zeit abgeschlossen wurden. Das Ucbel wird dadurch! verschlimmert, daß der Petroleumhandel fast völlig vertrustet ist und sich in den Händen weniger Gesellschaften befindet. Es mag sein, daß die amerikanische Zufuhr schwächergeworden ist, obwohl man annehmen sollte, daß sie über Holland und andere neutrale Länder jetzt noch in gleicher Weise als vor dem Kriege zu ermöglichen wäre. Man kann den Verdacht nicht ganz von der Hand weisen, daß die Ware von Großlieferanten zurückgehalten wird, um so die P r e i s e in die Höhe zu treiben. Zu solcher Preistreiberei wird der Krieg vielfach mit Erfolg von den Handelskapitalisten be- nutzt und das konsumierende Publikum ansgebeutet. Es .wäre zu wünschen, daß die staatlichen Behörden diesen Dingen ihre Aufmerksamkeit schenkten und Maßnahmen zum Schutze des Publikums ergriffen würden. — Vorläufig ist aber den Konsumenten zu raten, nach Möglichkeit sparsam mit Petroleum umzugehen. Wer es machen kann, soll lieber Gas oder elettrisches Licht brennen, worauf wir schon vor mehreren Wochen einmal hingewiesen haben. Selbstverständlich gilt dieser Rat nur für solche Häuser, in denen bereits Gasleitung liegt, wenn diese erst installiert werden müßte, würde die Sache allerdings teurer. Wo hiebet: GaS noch elektrisches Licht vorhanden ist — was in vielen Arbciterwohnungen der Fall sein wird — ist eben äußerste Sparsamkeit anzuratcn. Dazu fordert auch der Konsumverein seine Mitglieder auf. Durch möglichst geringen Verbrauch wird einer etwaigen Preistreiberei der Petroleum-Gesellschaften cntgegengcwirkt. — Ganz wie bei uns. lieber Fleischp reise und Viehpreife schreibe» die Siegblätter, das Aentrnmsorgan für den Wahlkreis Wctziar-Aittnbirchen: „Nachdem nunmehr sch»» seit uiehr als eine.» halben Jahre die Viehpreis« ganz bedeutend gesunken, die Fieiich- preise aber kaum l>cruutergegangen sind, nt es wohl endlich an der Zeit, zumal in diesen Tagen der Kriegsnot, dazu ein ernstes Wort zu sagen. Eine solche osfentlichcKlärung liegt sowohl im Interesse der produzierenden Landwirte ivi« vor allem des kaufenden Publikums zumal der Arbeiterfamilie». Bei einem Verbrauch von nur einem Pfund pro Tag verliert eine solche Familie 36,50 Mk. pro Jahr, wenn das Pfund auch nur 10 Pfg. zu teuer ist: das macht für die gegenwärtige Zeit ivohl ein halbes Monatseinkommen aus. Wenn man aber die Spannung zwischen Vieh- und FIcischprcifcn besonders von Schweinen ans dem vergangenen Fahre mit der der lebten Mouate vergleicht, dürften wohl fast 20 Pfg. pro Pfund zu viel bezahlt tverden. In einer Sladt am Rhein sagte «in Stadtverordneter bei dem Kapitel „Maßnahmen der Verwaltung gegen Lebensmittelverteuerung" folgendes: Auch für Fleisch besonders für Schweinefleisch, sei der Preis ungerechtfertigt hoch Die Schweine seien außerordentlich billig, ländliche Schwein« säst nicht verkäuflich. Trotzdem ivcrde für Speck und gewöhnliches Frischfleisch noch immer 00—95 Pfg. für das Pfund von den Metzgern verlangt. Das sei um so bedauerlicher, als es sich dock, um ein unentbehrliches Na hrringHin Ittel weiter Bolksireise handle. Er möchte fragen, ob di« Verwaltung, welche gegen di« wucherische Preissteigerung anderer Lebensmittel so energisch vorgegaugen sei, hier nicht «lngrcifen könne und dl« Metzger wenigstens gezwungen iver- dcn könnten, die Preise >m Schaufenster zu vcrösscittlichen. Eine Spannung von 35—40 Prozent zwischen Ein- und Verkaufspreis, er wolle nicht die zutreffendste Bezeichnung gebrauchen, sei unerhört. Ter Vorsitzende sagte Abhilfe zu, und cs hat geholfen. Anderswo sollte man ebenso verfahren. Wenn das nicht geschieht, müßte mau zur Selbsthilfe schreiten. Tie Produzenten sollten ihr Vleh selber schlachten, aber mich Reklame machen: oder mehrere Familien sollten genieinsam schlachten, wenn sie allein dazu nicht in der Lag« sind. Nach den Preisnotlerniigen rheinischer Vichmärkte i>eträgt gegenwärtig der Durchschnittspreis 55 Mk., also das Pfund 55 Pfg. Erhalten die Landwirte hiesiger (hegend mehr? Und was zahlt das kaufende Publikum? 00 Pfg.! „nd darliber! Di« weiteren Bcrcch- mrngen und Schlußfolgerungen mag jeder selber machen." — Wir haben diesen durchaus ziiireffcndcn Darlegungen nichls hinzu- zufügen. — „Das ist „Bernsteins" wilde, verwegene Jagd". Mit dieicm geistreich sein sollenden öde» Gewltzel schloß bekanntlich Abgeordneter Werner-Kietzen seine Rede im Reichstag, die sich als eine Verleumdung der silbischen Soldaten im allgemeinen »nd als eine Beschimpfung des feinsinnigen sozialistischen Kclchrten Bernstein im besonderen erwies. Inzwischen hat die Weltgeschichte mit blutigem Eisengrisfel diese Wcrncr-Worle in ihrer ganzen erbärmlichen Haltlosigkeit gekennzeichnet. Von hunderten Beispielen neueren Datums für heute nur das eine, das einem Berliner Blatte entnommen ist: Limburg sLahn). sEine tapfere Tat.) Wie man den, hiesigen Lokalblatt mitteilt, hat der Gefreite Lcvy aus Eulcy in Lothringen die Fahne seines Bataillons gerettet und die Mannschaften um sich gesammelt. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und wurde zur Beförderung zum Leutnant vor- geschlagcn." — Wcttcrauer Kartoffeln als Liebesgabe. Im Vogesenstädtchen Markirch steht das wctterauischc Landsturmbataillon. Auf einer nach Friedberg geschickten Feldpostkarte wurde die Bitte un, Zusendung von Kartoffeln ausgedrückt. Die Bitte ward öffentlich bekanntgegeben. Im Handumdrehen standen der Sammclstellc 67 Säcke Kartoffeln zur Verfügung, und zwar nur aus der nächsten Umgebung von Fricdberg. Eine große Anzahl Säcke aus der übrigen Wetterau treffen dieser Tage in der Sammelstcllc ei». Sittii Metzlar. -i Kriegssürsorge. Endlich ist in Naunheim bei Wetzlar die erste Unterstützung an Frauen von Kriegsteilnehmern ausgc- zahlt worden, nachdem unser liebeoolles Ortsobcrhaupt und Haupt- kricgcrvcreinler Rachsuchende abgewiesen hat. Wie soll da der Kampfes,nut der Männer auf dem Schlachtfeld erstarken? -r. Gemeindcratöwahlfieg in Kinzenbach. Bei der hier stattgefundenen Wahl gelang es unserer Partei, den ersten Kenosien in das Genieindeparlament zu entsenden. Es ist dies der Landwirt Georg Pfaff. Bei der Wahl wurde das Verhalten des Bürgermeisters Braun aus Krofdorf als Wahllciter recht unliebsam empfunden. Die Beteiligung war wegen des jetzigen Krieges gering und wäre durch die obere Behörde zu erwägen, ob cs nicht angebracht sei, die Wahlen zu vertage», damit nicht die vielen Männer auf dem Schlachtfeld um ihr Wahlrecht kommen. X Kriegsopfer. Als Tote vom Schlachtfeld aus dom Kreis Wetzlar und Bicdeukops werden ivcittr gemeldet: Reservist Friedrich Bruck aus Blasbach, Jnf.-Regt. Nr. 146 «Gießen): Wilhelm Schlitz (Lehrer) aus Garbe „heim, Jnf.-Regt. Nr. 174: Reservist August Stamm aus Waldgirmes, Jnf.-Negt. Nr. 167. -st. Die Generalversammlung des Actzlar-Braunfelscr Kon- sunivercins. die am Samttag stattfand, war für die jetzig« Zeit sehr gut besucht. Der Verein zählt 4218 Mitglieder und hatte in, ab- gelausencn Geschäftsjahr ein«.» Umsatz von 070 138 Mk. Davon aus eigener Bäckerei 222 514 Mk. Auf Antrag der Gesamtverwal- tung sollen 4 Progent Rückvergütung gewährt iverden, was nach eingehender Begründung auch aus den Reihen der Mitglieder von her Generalversammlung «nistimmig angenommen wird. Tie aus- schcidcnden Aufsichtsratsmitglieder und Ersatzmänner werden cben- salls elnstiminig wiedergcwählt. Zur Zeit hat der Verein 10 Verkaufsstellen. davon 4 in der Stadt Wetzlar und Niedergirmes, 4 im Dillkrels: Sin», Herborn, Ballersbach und Dillenburg, und 2 im Kreise Weilbnrg: Phrllppstein und Laudns-Eschdach. Telegramme. Das französische Bulletin, Paris, 28. Sept. (Ctr. Frkft.) In einen, am 27. Dept. nachts 11 Uhr ausgegebenen Bulletin heißt cs u. a.: „Die Deutschen haben in der Nacht vom 26. auf den 26. und bi- zun: 27. bei Tag und Nacht a»f unserer ganzen Front »naich- hörlich mit unerhörter Heftigkeit ihre Angriffe erneuert, mit dem offenbaren Zweck, unsere Linie zu durchbrechen. Die gesamte Anlage der Angriffe beweist, daß Instruktionen voin Oberkommando gekommen sein müssen, eine Lösung der Schlacht zu suchen. Ti« französischen Kominandostcllen teilen »nt, daß die Stimmung der Trupepn trotz der riesigen An- sirengnngen ausgezeichnet sei." Bekanntmachung. Zu vergeben sind aus der Elisabeth Schmidt-Ttistung: 4 Gaben von je 17 Mark an bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und 10 desgleichen a» arme Witwen. Meldungen nimmt bis zum 10. Oktober 1014 das Städtische Armcnamt, Astcrwcg 9, entgegen. Gießen, den 25. September 1914. Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) _ gez.: Keller. ___ Druck: Verlag Ofsenbacher Abendblatt. G. m. b. H., Ofsenbach a. S>L Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Kietzen. _Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Konsum-Verein Giessen u. Umges. Zur Aufklärung! Wie uns mehrfach mitgeteilt wurde, ist das Gerücht verbreitet dass die diesjährige Rückvergütung nicht an unsere Mitglieder zur Auszahlung gelangt, sondern für andere Zwecke Verwendung finden soll. Des ferneren wird herumgesprochen, dass wir überhaupt nicht in der Lage wären, die Rückvergütung auszahlen zu können. Wir erklären M „du„» Gerücht« unwahr und als Verleumdung und werden in Zukunft besonders gegen die Verbreiter der letzten Behauptung in unnachsiclitlicher Weise vorgehen und, falls Mitglieder dabei in Frage kommen, den Ausschluss derselben wegen Geschäftsschädigung bewirken. Die Höhe der Verteilung der Rückvergütung unterliegt der am 18. Oktober stattfindenden Generalversammlung, jedoch ist der Verein auch dieses Jahr wieder in der angenehmen Lage, eine Rückvergütung von 5 Prozent auszahlen zu können. Die Auszahlung ;WP 35«»« llitrk erfolgt sofort nach stattgeiundener Generalversammlung, wovon unsere werten Mitglieder schon heute Kenntnis nehmen wollen. Die jetzige schwere Zeit stellt grosse Anforderungen an die Verwaltung. Wenn wir uns auch in jeder Weise bemühen, möglichst allen Wünschen gerecht zu werden, kann es doch Vorkommen, dass nicht alles wunschgemäss zu erledigen ist. Die Verhältnisse sind eben mächtiger als wir. Das mögen unsere Mitglieder berücksichtigen, ver Vorstand. HV; Todes -Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, dass mein ! innigstgeliebter guter Gatte, treusorgender Vater und unser lieber Freund -M I I am 9. September im Kampfe fürs Vaterland im Alter von 26 Jahren den Heldentod gestoiben ist.] Krofdorf, den 28. September 1914. In tiefster Trauer: Frau Katharine Schneider geb. Kirch und Kind Frau Kath. Schleenbecker Wwe. Marie Drescher. Freie T urnerschaft K rofdorf. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am | 9. September unser wertes Mitglied An diejenigen Einwohner aber, die noch noch nicht Mitglied des Konsumvereins Giessen sind, ergeht der Ruf: Tretet ein in den Konsumverein, damit auch Ihr in Zukunft Anteil an den gewaltigen Summen habt, die unser Verein alljährlich an seine Mitglieder in bar zurückvergütet. Keine Zeit ist geeigneter zum Beitritt als die jetzige. Das Eintrittsgeld beträgt 50 Pfennig und werden Anmeldungen in allen Verteilungsstellen entgegengenommen. : im Alter von 26 Jahren. Durch seinen aufrichtigen und festen Charakter I hat er sich bei uns ein dauerndes Andenken ge- s ' c ^ ieit * Der Vorstand. Feldpost-Pakete an Soldaten des L8. Armeekorps sind erlaubt Wichtigste Bekleidungsstücke in vorschriftsmässiyen Kistchen mit wasserdichter Wachstuchhülle versandfertig Lungens chüt z er Kniewärmer Leibbinden Kopfschützer Socken Strümpfe Hosenträger Taschentücher Normal-Hemden N ormal-Hosen Unter-Wamse Wollene Sweaters Grosse Mengen. Nur prima Sachen. — Zum grossen Teil an Angehörige des Regiments geliefert. Bahnhofstr. 14 Kaufhaus Katz, Giessen, Bahnhofstr. 14 Schriftliche Bestellungen werden prompt ausgeführt.