Skr Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargcbiete. Dt- vbrrdclNtii,« tv»lk»,«ttu«, erscheint ,ed«n Werktag Abend »n Eießen. Der Adonnemcntsprci» beträgt wöchentlich 16 ®fa, monatlich w Big. «ntlbt. Bringerlobre Durch die Bost bezöge» vierteljäbrl.tMML Redaktion and Expedition Gleben, BabiibafliraKe 23. ffifc Löwengas!c. Delcvbon 2008. Inserate losten die 8 mal gcspalt. Kolonelzeile oder deren Raum tä Ps^. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abend« 7 »Kr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Nr. 222 Gicßcu, Ftcitnff, öcn 25. September 1914 9. Jahrgang Der innere Feind. Die Gegner des Deutschen Reiches setzen ihre Hoffnungen nicht allein auf die Kraft ihrer Waffen. Durch Lahmlegung der deutschen Ausfuhr und Einfuhr glauben sie, das Reich zur wirtschaftlichen Erschöpfung treiben zu können. Was die Albciterklasse in Friedenszciten so oft verspürt — daß das Unternehinertnin sie durch Sperrung der Erwcrbs- möglichkeit zur Nachgiebigkeit zwingen will — das soll jetzt das ganze deutsche Volk zu kosten bekommen. Mit der Hungcrpeitsche möchte nian cs zu Paaren treiben. Einen neuen Beweis für diese Absichten liefert ein Artikel, den der französische Gelehrte Prof. Charles Richer ini Journal veröffentlicht hat und der auszugsweise im B. T. wiedcrgcgebcn wird. Richet meint, das; Deutschland jetzt, wo «8 von aller Welt abgefperrt ist, durch seine dichtere Bevölkerung gegenüber Frankreich wirtschaftlich in Nachteil gesetzt sei. Tenn Frankreich müsse auf dem Quadratkilometer nur 73 Menschen, Teiitschland dagegen 12-1 ernähren. Richet meint, die deutschen Vorräte könnten nicht mehr für neun Monate reichen, aber schon in fünf Monaten werde sich die Furcht vor der Hungersnot in einer Weise fühlbar machen, daß Deutschland „moralisch" nicht mehr würde leben können. Es ist schon oft nachgewiesen worden, daß dieser Art der Rechnung verschiedene äußerst wichtige Faktoren unberücksichtigt läßt. Abgesehen davon, daß die deutschen Vorräte von den Gegnern regelniäßig viel zu gering geschätzt werden, wird außer acht gelassen, daß mit den fortschreitenden Erfolgen der deutschen Waffen auch die Verproviantierung? möglichkeiten für Deutschland wachsen. Es besteht also kein Grund, allzuschwarz in die Zukunft zu sehen, wofern nur dafür gesorgt wird, daß die vorhandenen Vorräte ungesunden Preistreibereien entzogen und der Allgemeinheit dienstbar gemacht werden. Auch liberale Blätter, die sonst im Wirtschaftsleben für das freie Spiel der Kräfte cintrcten, verstehen sich jetzt zu der Forderung, daß der Vundesrat von der ihm erteilten Ermächtigung Gebrauch machen und Höchstpreise für die wichtigsten Lebensmittel, vor allem für Getreide, festsctzen möge. Diese Forderung wird ohne weiteres verständlich, wenn man bedenkt, daß ani 23. März an der Berliner Prodnktenbörst Weizen mit 245 —248 Mk. berechnet wurde, Roggen mit 220-223 Mk.. Hafer mit 222—238 Mk.. Gerste mit 225 bi3 242 Mk. Diese Preise sind außerordentlich hoch, was aber an ihnen am allermeisten beunruhigt, ist die Tendenz zur weiteren Steigerung, die ihnen inncwohnt. Da das inländisch.' Angebot setzt mit keinem nenneswcrtcn Wettbewerb des Auslandes zu rechnen hat, kann, theoretisch gcnonimcn, der Preis zu jeder beliebigen Höhe hinaufgetrieben werden, Uno je langer die Preissteigerungen dauern, desto schwerer wird es. ihnen Halt zu gebieten, denn einem Händler, der Weizen für 250 Mk. gekauft hat, kann man nur schwer zumutcn, ihn für 230 Mk. zu verkaufen. Je länger alsch das Einschreiten herausgeschobcn wird, desto größer wird die Gefahr schwere: wirtschaftlicher Erschütterungen.-,, Der innere Feind, dessen Nahen sich in den steigenden Gctreidepreisen ankündigt, k«nn nur durch eines bekämpft werden: durch Organisation. Die .Organisation ist das Zoubermittel, das sich in den Kriegsnoten hundertfach be- währt hat. Sie darf in diesem gefährlichen Punkte nicht versagen. Die beste Lösung wäre es, wenn das Reich so rasch wie möglich sämtliche Vorräte an den -Nlichtigsten Lebensniitteln zu angemessenen Preistn in seinen 'Ersitz brachte, um sie den Gemeinden zur weiteren Verteilung zu überlassen. Dem Volke würde dadurch die Gewißheit gegeben, daß eine ein- iretende Knappheit an Lebensmitteln wenigstens nicht zum Vorteil einzelner Privatpersonen mißbraucht werden kann. Entbehrungen, die aus der Notwendigkeit der allgemeinen ^^entspringen, werden von der Masse bis zur Grenze des Erträglichen geduldig getragen werden. Aber unerträglich mnre der Gedanke, daß die Not der Bevölkerung durch die 5^^e>cherungsabsichtcn einer kleinen Schicht von Inter- eilenten gesteigert werden könnte! , ^rrrvieweit man sich die Erfahrungen der Kricgszcit wa er auch in Frieden zu nutze machen wird, ist eine spätere Dorge, die uns hier weiter nicht beschäftigt. Sicher würde c- " f n k' c jetzt notwendigen Maßregeln sprechen, wenn sie sich io vivohren sollten, daß man sie auch im Frieden bei- behalten sollte. Heute aber leben wir in einer außerordentuchen Zeit, die außerordentliche Mittel fordert, und nicht um den Streit theoretischer Lehrmcinungcn handelt es sich mehr, sondern um die brennend notwendig gewordene Wahrung praktischer Interessen zum Zweck der Erhaltung der nationalen Existenz. Paris und Bordeaux in äußerster Spannung. Oienf, 21. Sept. (Gtr. Bin.) Mit äußerster Spannung erwarten Paris und Bordeaux weiter; Nachrichten über den Ausgang des erbitterten Kampfes um die Maashöhen, weil davon wichtige Entschließungen der französischen Heeresleitung slir die Gesamtheit der Bewegungen zwischen Oise und Wocvre abhängen. Aach den lebten Meldungen dauern die deutschen Anstrengungen dort nnge- schwächt fort. In tiefem Wasser. Haag, 2b. Sept. (Ctr. Bin.) Der Exanche Telegraph vom Sonntag meldet: Die in der Front befindlichen Franzosen und Engländer stehen infolge des anhaltenden Regens in den Laufgräben bis an den Nabel im Wasier. Angriffe aus das Rote Kren; durch Franzosen. Berlin, 24. Sept. lAmtlich.s Die oberste Heeresleitung erhielt folgende Meldung eines Infanterie-Regiments: Bcthencourt, 10. September 1914. Am 8. September sind zwei Automobile mit Bcrwundctcn, die die Genfer Flagge führte», in Forc« Domaniatc von einer französischen Radfahrer-Abteilung unter Führung eines Offiziers übersatten worden. Verwundete »nd Führer wurden ermorde« und beraubt. Nur zwei Mann sind entkommen und haben diese Angaben dem Stabsarzt ihres Bataillons gemacht, der sic der Sanitätskompagnie in Gondrcville am 9. September übergab. gcz..... Regimentskommandeur. Ein sranzösiichcr Finanzplan. Genf, 24. Sept. Zur Gcsamtannahme eines großzügigen Nibotfchc» Finanzplancs wird das französische Parlament zu einer einzigen Sitzung zusammenbcrusen werden. Der Dom von Reims. Berlin, 23. Sept. Der Spezialberichterstattcr des L.-A., Gottfried Stoffers ans Dlisieldorf, der zur Verteilung von Liebesgaben einige Wochen im Westen an der Front gewesen tst, drahtet, er habe am Montag nachmittag von einer etwa 4 Kilometer von Reims entfernt liegenden Höhe aus das angeblich von der deutsche» Artillerie schwer beschädigte Reims gesehen. Er berichtet: Er und mehrere Herren seiner Begleitung können als Augenzeugen bestätigen, daß die von der französischen Regierung und von englischen Blättern verbreiteten Nachrichten, daß die Stadt Reims vernichtet und die Kathedrale zerstört sei, falsch find. Die Kathedrale und deren Turme sind wenig beschädigt und einige wenige Beschädigungen sind derart, daß sic bald wieder ausgebcstert werden können. Die Türme erscheinen schwarz, was darauf schließe» läßt, daß sie im Feuer gestanden haben. Ebenfalls sind dem Augenschein nach die Türme nicht nur zur Aufstellung von Geschützen, sondern auch zur Signalisierung verwendet worden. Ocstlich der Kathedrale haben einige Häuser gebrannt. Fm übrigen macht die Stadt nicht den Eindruck der Zerstörung. Da es aber die Franzosen gewesen sind, die die Stadt Reims und die Kathedrale zu den kriegerischen Operationen hincingczogcn habe», haben sic selbst die Verantwortung zu tragen für die Beschädigungen von Kunstwerken, über die unsere Gegner jetzt so sehr lamentieren, Tic Bcrnichtnng der drei englische»» Schlachtschiffe. Die amtliche Bcstätignna. Die vom W. T .B. heute vormittag ausgegcbcne be- stätigcnde anitlichc Meldung über die Vernichtung der drei englischen Panzerkreuzer hat folgenden Wortlaut: Das deutsche Unterseeboot „II 9" hat am 22. September früh etwa 20 Seemeilen nordwestlich von Hock van Holland die drei englischen Panzerkreuzer „Aboukir", „Cressy" und „Hogue" zum Linken gebracht. Der stellvcrtr. Chef des Admiralsstabes. Behncke. Die Darstellung eines Handelskapitäns. 117. Haag, 23. Sept (Etr. Bin.) lieber die Vernichtung der drei englischen Kricgsschisse erzählt der Kapitän des „Titan" folgende Einzelheiten: lim 7 Uhr morgens erblickte ich 30 Seemeile» südwestlich von Hock van Holland ein schnell heransahrendcs deutsches Unterseeboot und am Horizont drei englische Kreuzer. Nach einiger Zeit kam cs niir vor, als ob ein Kreuzer verschwunden sei. Fch beachtete es jedoch weiter nicht. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, als ob ein weiterer Kreuzer verschwunden sei. Da ich Rauchwolken sah „nd eine schwache Explosion zu hören glaubte, suhr ich in der Richtung nach dem Kreuzer. Bald darauf war auch der dritte verschwunden. Nach drei Stunde» kam ich an dem Schauplatz des Ereignisses an. llebcrall schwammen völlig nackte Leiche» herum und cs gelang mir, 114 Uebcrlebende der Mannschaften, die völlig erschöpft waren, z» retten. Die Aussagen der überlebende» Engländer lauten verschieden. Es wird von ihnen erzählt, daß zuerst der „Abukir" getrossen Worden sei. 10 Minuten nach dem erhaltenen Torpedoschuß sei et gesunken, während die Mannschaft teilweise sich aus den Panzerkreuzer „Hogue" rettete. Drei Minuten später sank dieser, woraus die Mannschaft zum Teil von dem Kreuzer „Ercsty" an Bord gerettet wurde. Aber auch dieser sank rasch. Das ganze Drania dauerte 25 Minuten. Tic Kreuzer sollen nicht zun, Schuß gekommen sein. Tie Mannschaft lag noch i» den Kojen, als das erste Schiff getroffen wurde. Die Angaben über die Zahl der deutschen Unterseeboote schwanken zwischen 1 und 1. Der Kapitän des „Titan" sah ein Unterseeboot nach der Katastrophe in der Richtung nach Cuxhaven abdampfen. Um 12>/- llhr kanic» englische Torpedoboote an, welche sofort die Verfolgung des deutschen Unterseebootes aufnahmen. Die Zahl der Toten beläuft sich auf 1300. Die übrige Mannschaft wurde von anderen holländischen Schiffen gerettet. Tic Heimkehr des IIN. WB. Berlin, 23. Sept. (Nichtamtlich.) Es wird uns mit- ßctcilt, daß das Unterseeboot 9" und seine Besatzung heute nachmittag unversehrt zurückgekehrt sind. WB, Wilhelmshaven, 24. Sept. (Nichtamtlich.) Zur Besatzung des llntersecbootcs „17 0" gehören: .Kapitänlenlnant Weddigen (Otto), Kommandant: Oberleutnant zur See Spieß: Marinc- inocnieur Schön: Obcrstcucrmann Träbert: Obcrmajchinist Hcine- mann: die Oberbootsmaate Schoppe und Hör: die Matrosen Geist, Rofemann, Schenker. Schulz: die Obermaschiniftcumaate Marlow, Stellmacher »nd Hiurich: die Maschinistcnmaatc März und Rcichardt: die Obcrniaschinistcnwärtcr Aollenbcrg und v. Kos- lvwski: die Oberhcizer Eisenblätter und Tchüschkc: die Heizer Karbe, Schober, Lied, Köster. Wollstcit und Funker-Heizer Sievers. Tic Geretteter» m (S»»a(onD. WB. London, 24. Sept. (Nichtamtlich.) Dreißig unverletzte Offiziere wurden ,:ach dem Untergang der Kreuzer aus dem Wasier gerettet und in Harwich ans Land gebracht. Fn Harwich schätzt man die Zahl der Geretteten auf insgesamt siebenhundert. Ueberrascht. WB. London, 23. Sept. (Nichtamtlich.) Fn Harwich einge- troffcnc Ucbcrlebcndc von den in Grund gebohrten drei englischen Panzerkreuzern erklärte», daß der Angriff des deutschen Unterseebootes an einer Stelle erfolgte, die seit Wochen sorgfältig abgesucht worden war. „Pathfinver" Vas Opfer eines dcntsche« Unterseebootes. WB. Berlin, 23. Sept. Wie uns von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, ist der Verlust des englischen Kreuzers „Pathlindcr", der am 5. September vor dem Firtb os Forth untcrging, ebenfalls auf ein deutsches Unterseeboot zurückzusührcn. Es war dies „17 21", Kommandant Oberleutnant zur See Hirsing. Tas despotische Rußland. WB. Sofia, 23. Sept. Die Arbeiterzeitung Rabotnit» jcheski Westnik gibt einen Artikel der Pariser sozialistischen Zeitung HnmanitS wieder, in dem dargelegt wird, daß die russische Regierung nach außen hin einen Befreiungskrieg predige, aber im Innern eine gewalttätige Willkürherrschakt einrichte gegen alle freiheitlichen Elemente und eine ähnliche Treibjagd veranstalte wie zu Zeiten der Gegenrevolution. 2a8 eingangs erwähnte Blatt bemerkt hierzu: „Das Manifest des russischen Zaren, das den unfreien Völkern die Freiheit verspricht, während das russische Volk selbst unter der uner- ttäglichcn barbarischen Regierung stöhnt, ist die größte BlaS. phcmie. Das despotische Rußland bleibt sich stets gleich: tückisch und gewalttätig." Ei», Brief aus Königsberg. Ein Kölner Parteifreund erhielt von einem Königsberg« De ivcrkschaftsbcamten de» folgenden, vom 9. September datierten Brief: Wie es hier aussieht, will ich Dir kurz Mitteilen. Durch die Tatsache, das, in Ostpreußen so viele Grenzbewohner flucht«! mußten, dann weiter dadurch, daß in der Auslandsprcsie von großen Siegen der Russen gcsasclt wird, kann sich sehr wohl dte Meinung bilden, cs stehe um die deutsche Sache im Osten verteufelt schlecht. Dem ist nicht so. Die Rnsicn drängen allerdings mit großer Mach) nach jeder Niederlage nach, aber bei den riesig«! Verlusten, die sic erleiden, muß die Armee in absehbarer Zeit erschöpft sein. Tie Siege im Osten werben eher vom Gengrat- guartiermcistcr verkleinert, wie umgekehrt. Es ist einfach erstann- tich, was unser Heer leistet. Denke Dir: in der letzten großen Schlacht in Lrtclsbnrg-Tannenburg wurden 92 000 Rüsten gefangen: was ans dem Kampsseld blieb, ist nicht geringer: das ganz« russische Artillcricmatcrial wurde vernichtet, nahezu fünf Arnier- korps ansgeriebcn, dabei hatten wir verhältnismäßig sehr w«ng Truppen gegen die Russen. Was unsre Siege möglich macht , ist vor allen Dingen neben der Einmütigkeit aller VolkSkrcisc a«>«i den Zarismus, die Empörung über die russischen Grcue!tak«i, unsre vorzügliche Artillerie und Infanterie in der Treffsicherheit, und die geniale Hccrsiihruiig. Was ich in Königsberg während d« Mobilmachung alles gcscbcn habe, und namentlich in den letzten Wochen, zivingt einem Bewunderung über die Zusammenarbeit der gesamten Militär- »nd Zivilbevölkerung ab. Unser Gewerk- schaftshaus ist zuni Lazarett umgcwandclt, im Restaurant »fr- kehren neben den Soldaten die Offiziere, unsre Zeitung les«, dtc Soldaten, ohne daß iracnd ein Wort von den Vorgesetzten dagegen gesagt wird, ja cs wurde an die Redaktion das Ersuchen seitens der Militärbehörde gestellt, unsre Volkszeitung in den Lazarett«, und in den Räumen des nationalen Fraucndienstes aufznlegen. Daß i»ir in der Partei- und Gewerkschaftsbewegung auf Fahre durch den Krieg zurückgcworscn werden, halte ich nicht für wabr- scheinlich. Ich habe die selscnfeste Uebcrzeugung, inan wird durch die Erfahrungen seitens der Behörden in dieser Zeit später eine gerechtere Würdigung unsrer Sache cintretcn lassen. Wohl werden dic Gegensätze nach dem Krieg zwischen der besitzenden und nicht besitzenden Klaste weiter wciterbcstchcn, aber nianche Härte wird doch verschwinden. Die Sicherheit Königsbergs steht bombensest. Mir scheint t* unmöglich, das, da die Rüsten Erfolge haben können: sie werden sich eher vor Königsberg verbluten. Der Zarismus wird kläglich zusammcnbrcchcn. Am 18. mutz ich mich stellen: was wird, weiß i(ü noch nicht, aber gegen die Rustcu geh ich gern los. Für den Ost«, tft Königsberg gegenwärtig der Brennpunkt: soeben scheint rdrf'er eine nvutse Schlacht im Gang zu sein, die Russen bringen nicht so viel Truppen auf die Dauer her, was da aufgericbcn wird. Wie im Westen drausgcgangen wird, ist ebenso stauuenswert, die Verbündeten werden Über kurz oder lang in Streit geraten, wer von ihnen die meisten Prügel bekommen hat. So sehr einem die Opfer au Gut und Blut ins Herz schneide», ändern last! sich an dem Gang der Ereignisse einstweilen nichts, aber es durfte der letzte Krieg sein. Welches Elend bei den Flüchtlingen herrscht, weißt Du ja tcil- weise aus dem Vorwärts. Es läßt sich einfach in der ganzen Größe nicht schildern. Hassen wir. daß die ungeheuren Schrecken des Kriegcs bald zu Ende gehen. Die französische Flotte in der Adria. WTB. Wien, 24. Sept Amtlich wird vcrlaultnrrt: Die srnnzö- sische Flotte, die seit der wirkungslosen Kanonade von Punta d'Ostro oni 1. September außerhalb der Adria geblieben ivar, hat i» den letzten Tagen neuerliche Großtaten vollbracht. Sie erschien am 19. September 6 Uhr vormittag« abermals vor Bocchc di Eattaro und beschoß, durch eine Stunde erneut die Fort« und die Einfahrt aus schivcrstcn Kalibern. Tie erzielte drei Treffer und verwundete einen Kanonier. Hierauf steuerte sie, insgesamt etwa 49 Einheiten stark, gegen Lista und beschoß um 19 Uhr vormittags die Scmaphor- Statiou und den Leuchtturm. Sie verwundete zwei Mann, konnte jedoch sonst nur vorübergehenden Schaden anrichten. Bis ungefähr ö Uhr nachmittags operierte das Gros der Flotte in den Elewästern vor Lista. Die Flotte verließ dann, mit südwestlichem Kurse steuernd, den Schauplatz ihrer Tätigkest. Gelegentlich dieses Rückzuges erschienen Teile dieser Flotte noch vor Pclagosa. Auch hier wurde der Leuchtturm bcschosten. Nach Zerstörung der Flaggenstation und unflätiger Berunreinmung des TrinkwastcrS durch gelandete Matrosen und Mitnahme des we-ngen Proviants des arinc» Leuchtturin» Wärters sowie cn-igcr Wäschestücke, verließ auch dieses Geschwader d'« Adria. Die Lverbunge« in England. Haag. 23. Sept. Aus London wird gemeldet, daß die Werbungen sür die neu«, ein« hals« Miüion betragende Armee günstige Fortschritte machen. Dagegen sind für die Ausrüstung der Truppen große Schwierigkeiten entstanden. Es sei, obwohl Tag und Nacht gearbeitet ivcrd«, gänzlich unmöglich, vor Neujahr bedeutend« Truppenmasten noch dem Festlandc zu entsendett. Tic britische Regierung hat vergeblich versucht, in Holland in den verschiedenste» Ausrüstungsorgeiistäitdeil Ankäufe zu machen. Ter südafrikanische Kolonialkricst. >VB. Kapstadt, 23. Sept. Botha übernimmt das Obe--, konimairdo gegen Deutsch-Südwestafrika. Amsterdam, 23. Sept. (Priv.-Tcl. Etr. Frkf.) In einem Brief des Generals Beyer an den General Smuts heißt es, die südafrikanische Regierung wisse, daß der größte Teil der holländisch sprechenden Bevölkerung energisch gegen jeden Ansall auf Dcutsch-Tüdwestafrika sei. Ter Rücktritt dreier Minister in England zeige, daß auch dort eine starke Minder- heit vorhanden sei, die nicht von der Rechtlichkeit des Krieges überzeugt ist. Englands Wunsch, die kleinen Nationen zu schützen, sei durch die Vernichtung der Unabhängigkeit der Burcnrepubliken widerlegt worden. Angeblich handle es sich um den Kamps gegen die Barbarei der Deutschen, aber im Burenkrieg hätten die Engländer sovielc Löwens geschaffen, die nicht vergessen worden seien. Beyer widerlegt die Ausstreuungen, daß die Deutschen Südafrika annektieren wollten, und daß deutsche Soldaten die Grenzen überschritten hätten. Smuts könne nicht Gefahren sür Südafrika Nachweisen, das von England verteidigt werde. Indien. i. Volk and Armee. Wieder steht da bübische Problem im Vordergründe der weltpolitischen Betrachtung, llub doch muß nian sich sagen, daß über dieses Indien di« Menschen so überaus wenig misten. Fa. selbst von der ungeheueren Bedeutung dieses Problems haben die wenigsten Menschen auch nur «ine ganz outferilte Vorstellung. Freilich, die Aufklärung über Fiibien zu schossen, ist nicht leicht möglich. Viel zu kompliziert >st das Problem, viel zu zahlreich sind die Fragen, die da aufzuwersen sind, und eine einheitliche Antwort ist vielfach aus dir Fragen versagt. Wir wisteu sehr wohl, daß im Rahmen einer Zeitung, ja auch vieler Artikel !n einer Zeitung, selbst auch das Wichtigste nicht gesagt werden kann, was man über die unermeßliche Bedeutung Fndiens für England wissen müßte. Einiges muß aber heut« dargclcgt werden, wo Indiens Besitz für Großbritannien in Frage steht. Mehr als für den Menschen die Amputation eines Beines bedeutet, würde sür Großbritaunien und vor allem für das imperialistisch« Großbrilauuscu, für da« Großbritannien der Rentner und der vielen Tausend«, die von den indischen Penstvueu leben, der Verlust Fndicn« bedeuten. Gar nicht zu vergleichen wäre dieser Verlust in seiner Bedeutung sirr Großbritannien mit dem Verluste der Neu-Englaudstaaten, die A s r a j a. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 6‘J „Es ist in der zehnten Stunde," erwiderte er. „Um elf wird Henrik hier sein," fuhr sie fort. „Noch eine lange Stunde, eine bange lange Stundcl Mein Herz will mir zerspringen, aber es soll gehorchen; hört mich an: Wenn wir am Tische sitzen, trinkt mit ihm, haltet ihn fest, ver- wickelt ihn in Erzählungen, sprecht von Euren Plänen, unterhaltet ihn, wie Ihr könnt-, und wenn ich hinausgehe, bleibt sitzen. Wendet alle Kunst an, daß er nichts hört, nichts sieht als Euch." „Ihr sollt tun, was ich Euch sage," fuhr sie fort, als Dkorstcand Einwendungen machte. „Ihr bleibt in seiner Ge- loalt und dürft keinen Anteil an meiner Flucht nehmen." „Ich würde meinen Anteil nicht verleugnen, wenn er ihn wissen will," sagte Johann. „Er wird keinen Verdacht schöpfen können, wenn Ihr nicht bei mir seid," antwortete sie. „Beschäftigt ihn, deis soll der einzige Anteil sein, den ich verlange. Und nun, werter Herr, laßt uns hinabgehen. Denkt von mir das Beste. Und wenn ich Euch jemals wicdecsehe, laßt mich Eure dankbare Freundin sein." In der Kajüte stand der Tisch mit Speisen bedeckt und auf dem Ofen brodelte der Teekessel, mit dem sich der alte Schisser angelegentlich beschäftigte. Er war zärtlicher und aufmerksamer als je gegen Hanna, legte die Hand auf ihre Stirne und fühlte ihre Hände. „Nuhl" rief er aus, „glüht dein Kopf wie Feuer, Mädchen, und deine Finger sind eisig anzufassen. Mußt dich vor Schaden bewahren, Kind, um mit rotem Gesicht an den Lyngcnfjord zu kommen: aber habe hier ein Mittel gegen Frost und Fieber." Er deutete aus den Napf, in welchem er den nordischen Nektar, den Punsch, bereitete, während Hanna sich herbei machte, die Teller ordnete, das Fleisch zerschnitt, Brot aus seit 1778 nicht mehr zu Großbrügnnien gehören, und nun bi« gc- ivaltigen Bereinigten Staaten von Amerika geworden sind. Eine einzige Zahl kann das beweisen. Ein« Zahl, die den meisten unserer Leser sosort die ganze BedeuNiug der Problems zwar nicht erklärt, so doch erhellt. F u d i c n ha t n, ehr Einwohner al s ganz Amerika und Afrika zusammen. Heute ist Großbritannien vor allem dank dem indischen Besitze einer der drei Staaten mit der größten Bevölkerung und dem wciiestc» Flächeninhalt in der Welt. Fndiens Verlust würde diesen Rang sofort ans- schaitcu. 294 268 791 Personen wurden bei der ersten großen Volkszählung Indiens am 1. März 1991 scstgestelli. Wie lächerlich gering erscheint dagegen die Zahl der Beherrscher dieses Landes, und noch vieler anderer Länder. Tie in Groß- britananicn weilenden Engländer und Schotten verschwinden unter, dieser ungeheure,, Volkszahl. Es gehört zu den merkwürdigsten weltgeschichtlichen Tatsachen, daß England mit einigen Zehntausend:» Menschen das dreihundert Millionenreich Indien, ganz abgesehen von den übrigen Kolonien, beherrscht. Sicherlich sollte da« verhindern. ans dieses Volk mit den, Hochmut und der Verächtlichkeit hcrabzusehrn, wie das in Denkschland sicherlich nicht zu unserer Ehr: vielfach geschieht. Die Notwendigkeit de« Krieges zeitigt nicht die Nodwendigkeit, sich unwissend zu stellen. Die Herrschaft über da« indische Ri« sc »reich ist freilich mit Blut geschrieben. Tauscndsältigc Sünden ans schivarzcn Blättern der Menschheitsgeschichte sind geschrieben al« die Geschichte der Eroberung Indien« durch eine englische Handelsgesellschaft und der Festhaltnng dieses englischen Besitzes. Aber jcder Tag de« Weiterbcstchen« de-r englischen Herrschaft bleibt ei» Wunder einer Staatskunst, di« wir, wie unsere englischen Parteigenossen, in erster Linie unser Genostc H y n b m a n . stets ans das eiilschicdciiste bekämpften. Nirgends ist das verr-uchte Nömcrwort divide ct ir.ipera (teile und herrsche) so stzstematisch dnrchgeftihrt worden, wie in der indischen Politik Englands. Aber kann, ein andere« Land hat so viel« Versuchung für diese Grundlätze der Politik geschasicn. wie gerade Fndic-n. 447 verschiedene Sprachen werden in Indien gesprochen. 2878 Kastennnterschcidungen. die sich in 84 Hanptkasten gruppieren, wurden bei der ersten Volkszählung scstgestellt. Religionen und Sekten herrschen dort in einer Mannigsajtigkcft, wie aus keinen, Flecken Erde sonst. So viele Unterscheidungen und Tchwierig- feitc» gibt cs in keinem Volke, wie in dem indischen Völkcrgemische, nirgends so viel Univissenheit und soviel Elend, nirgend auch soviel tiefe philosophische Schulung, „chen den dichtest bevölkersilen Gegenden der Welt auch wieder dünn mit Menschen besäte Gebiete. Aber doch war die Dichtigkeit der Gesamldevölkerung in Fndie» (85,5 Einivohncr aus den Quadratkilometer) säst so groß wie die Bauern« <86 Menschen auf den Quadratkilomeier): in einigen Gegenden, so in Eochin, stieg die Dichtigkeit mit 596 Einwohnern aus de» Quadratkilometer aus säst das Doppelte des Königreichs Sachsen, des dichtbevölkertste» Bundesstaates im Deutschen Reiche. Andcrcr- scits fände,, sich auch Gebiete mit einer Bevölkerung von 8—1t Personen aus einen Quadratlikometer, ja vereinzelt auch nur drei Personen aus den Quadratkilenietcr. Im Fahre 1911 wurden 5? Städte mit über 59 999 Einwohnern in Britisch-Ostindien gezählt. Groß- Kalkntta mit 1!4 Millionen, Bombay mit annähernd einer Million. F„ der indischen Bevölkerung, die nach der Zählung vom Fahre 1 91 1 313,523,981 Einwohner zählte, gab c« noch nicht 4 Millionen Ehristc». aber fast 67 Millionen Mohammedaner, ans die sich die Engländer vor allem stützten. War i» de» großen Ansständen und in den zahlreichen Verschwörungen gegen die englische Herrschaft in Fndien das mohimmedaiiischc Element die verläßlichste Stütze der englischen Herrschaft, so wankt nun auch diese Säule. Die Politik Großbritanniens, die zum Bündnis mit Rußland geführt hat, hat auch dieEntfrcmdungvv» derTiirkei und damit zum Gegensatz zum Sultan, dem geistigen Haupte der m v h a n, m c d a» i s ch e n Religion, geführt. Das Mißtrauen gegen Großbritamiien wurde bei den indiichcn Mohammedaner» durch die Politik, bi« aus die Teilung Persiens ausging, verstärkt. Di« Konfiskation türkischer Kriegsschisse in Großbritannien, wie das Fehlen jeder moralischen Unterstützung der Türkei durch Großbrftannien in den beide» letzten Kriege» haben zu einem Umschwung der mohammedanischen Bevölkerung in ihrer Stimmung zu England geführt. Ti« militärische Beherrschung Fndiens durch Kroßbritaniiien ist eines der größte» Kunststücke der Weltgeschichte. Die Armee besteht aus britischen und indische» Truppe», die sich im Oktober 1913 clwa folgen dermaßen verteilten: 52 britische, dagegen 139 ciiigeborenc Fnsanterlebataillone. 9 britische, jedoch 39'/. «siige- borenc Kavallerieregimenter, 91 britische Baltcric» und freilich »ur 13 von Eingeborenen bemannte Batterie,,. Die eingeborenen Truppen haben neben den eiiigeboreiiei, Lssizieren auch britische. Tie gesamt« jüdische Armee besteht ans 8119 Lssizicrcn. 168 959 Unter- osfizieren und Mannschaften. Hierzu kommen als Reserven noch 499 Lssiziere und 35 909 Unteroffizier« und Wehrmänner, so daß di« gesamte indische Armee 211 569 Mann beträgt. Hierzu kommen „och 5699 Pscrdc, Kamele, Elcsanten und Maulesel, doch müssen «vcntnell noch 91 999 Pserde gestellt werden. Ein Teil der Truppe», wie cs scheint, unzuverlässige eingeborene Regimenter, sind »ach Aegypten gebracht worden. Man begrcist, daß Grohbrilannie», wenn Indien unruhig wird, mit diese» Truppen seinen kostbarsten Besitz nickst sicher» kann. Freilich, ob die Fapancr den Engländern Fndie» sichern wollen und werden, werden die nächsten Monate uns lehren. dem Wandschrank holte und eine so emsige Geschäftigkeit entwickelte, daß Helgestad sein lustiges Gebrumme hören ließ. „Geht dir flink von der Hand," ries er vergnügt zn- schauend. „Wirst sic alle ansstechen. Macht das Blut, Hanna. Geht nichts über das reine nordische Blut, tut mehr wie aste Erziehung." „Ich hoffe niir heute deine volle Zufriedenheit zu erwerben, Vetter Niels," erwiderte sie ihm zulächelnd. „Hast sie erworben, Mädchen, hast ein richtiges Gefühl," rief er. „Will dich dafür pflegen wie eine gute Tochter. Nimm dein Glas und stoß an, sollst immer so glücklich sein wie heut. Mögen alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen!" „Morgen wie hci,t und bis ans Ende!" cntgegnete sie, herzhaft anstoßend und ihr Glas leerend. „Nach Gottes Willen, Amen!" sagte Hclgcstad. Sehe in deine Ai,gcn mit Freude, Hanna, blitzen wie die Sterne am Himmel, Konimt der Wunsch tief ans dcinein Herzen? Denke ja. Ist's nicht so?" „Ja, Vetter, recht aus meiner Seele wünsche ich, daß mein Glück auch dein Glück sein möge." „Kalkuliere, muß so sein", rief er, den Finger über seine Nase legend und schlau blinzelnd. „Siehst ans wie deine Mutter, Hanna, schmuck und kräftig und voll Treue. Fehlt nichts wie der grüne, nordländische Nock und die Faltenschürze." „Ich will beides tragen, sobald ich in Nordland bin," erwiderte sic. „Halt dich beim Wort, Mädchen!" schrie er auf. „Wirst eine Zierde sein in Tronisö und auf den Märkten." Unter solchen frohen Gesprächen und Scherzen saßen sie an dem Tische, und Helgestad stellte den dampfenden Napf vor sich hin, schenkte tapfer ein und spottete über Marstrands ernstes Gesicht, das nach seiner Behauptung aussah wie ein EiSlagcr vom Kilpis, „Nuh!" spottete er, „weiß nicht, was Euch Plagt, inuß aber schwer m , ertragen sein. Kommt zurück an den Aals- Das Gesamtergebnis der deutschen Kriegs» anleihcn. WB. Berlin, 23. Sept. (Amtlich.) Auf die Kricgs- inlcihen sind gezeichnet worden: 1 318199 80(1 Mark Rcichsschatzanwcisnngcn, 1 177 203 000 Mark Reichsanleihe mit Schuld- buchcintragung, 1 894 171 200 Mark Rcichsanleihc ohne Schuld» bnchcintragnng, zusammen 4 389 57(> 000 Mark. Kriegsgreuel und Kriegsaberglaubcu. Ei» sehr wertvolles LrziehungStverk an seine» Landsleuteni versucht der englische Schriftsteller H. R. Brailsfvrd, indem er ihnen! die unsinnigen Grcuelgeschichten auszurcüe» versucht, die in England über die deutsche Kriegführung verbreitet werden. Er siihrt — wie wir der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung entnehmen — 1 in den Londoner Daily News svlgcndcs auS: Fch habe in Berlin gelebt, und obwohl ich mit einem ziemlich cingcwnrzellcn Mißsallcn gegen de» preußischen Geist und noch mehr gegen preußsichc Manieren zurückkomme, so weigere ich! mich doch entschieden, manche dieser Geschichte» zu glauben, biäj nicht ein Gcrichtshos neutraler Richter sic für wahr befunden hat, nachdem er beide Seiten angchört hat. Eine Ver-: stiimmclungsgeschichte wird von einem uygcnannten englischen Qsfizscr erzählt, der sagt, er habe diese unbcgrcisliche Grausamkeit mit seine» eigenen Augen in einer Entfernung von 300 Meter gesehen und daraufhin den schuldigen Deutschen nieder- geschosten. Der Vorgang ereignete sich in den Schützengräben! während eine« heiße» Kampfes, der den ganzen Tag gedauert! hatte. Nun.könnte man ja vielleicht glauben, daß Deutsche so etwas tun in voller Sicherheit »ach einen, Sieg, aber wer sagt, daß ein Offizier die Muße finde» kann, zuerst einem Mädchen Gewalt anzutun und c« dann zu verstümmeln, mitten im Feuer, in der Hitze der Schlacht, 390 Meter von der scindlichen Front, der behauptet etwas, das einfach unmöglich ist. Vor zwei Monaten würde jeder englische Redakteur, dem man zugcmutet hätte, eine Geschichte von Deutschen zu bringen, die kleine Kinder auf ihre Bajonette a u f s p i c ß c » , den Erzähler erst auf seinen Geisteszustand haben untersuchen lasten. Unser Glaube, von vor zwei Monaten, nach dem die Deutschen zivilifierte moderne Menschen waren, vielleicht mit etwas schlechtere» Manieren, aber mit einer viel besseren Erziehung als wir selbst, beruhte- auf klareren und nüchterneren Beobachtungen als die gegenwär-j tige Ansicht. Ter Leser mag einwendcn, daß die Nicderbrcnnung von Löwen und Aerschot unzweifelhafte Tatsachen sind. Ich bitte! aber den Leser, sich zu erinnern, daß wir selbst unter dem Zwang einer scheinbaren militärische» Notwendigkeit jede« Bauerngehöft und viele Städle in Transvaal und im Freistaat nicdergebraiint haben. Nach meiner Ansicht beweisen solche harte Maßnahmen, nicht so viel für die besondere und ungewöhnliche Wildheit der Deutschen als sür die G r a u s a m k e j t des Krieges überhaupt. Solche Geschichten, die unter dem einfachen Volke nun Tag sür Tag die Runde machen, werde» ihre ernsten Folgen haben. Sie werden ln unserem Heer und de» Heeren der Verbündeten Hcn Geist nähren, der Wikdcrvergcltnng fordert, und die Masten z» Hanse werden sie glauben machen, dieser Feldzug sei ein Rachekrieg. Am Ende des zweite» Balkankricgs prägten die griechischen Zcituiigc» gerade durch eine solche Methode der Tchmähung und Herabsetzung den Griechen die Lehre ei», daß die Bulgaren „keine Mensche» wären". Dek Erfolg! war, daß die griechischen Soldaie» die bulgarische Bevölkerung, die nicht kämpfte, wie schädliches Ungeziefer behandelte». Wenn der Augenblick gekommen ist, um an Frieden zu denke», wenn Sic und andere zweisellos wünsche», daß das deutsche Volk nicht vernichtet und nicht ans unedle Weise erniedrigt werden darf, dann werde» Sic sich an eine Maste wende», die Ihnen antworten wird: „Was? Mit Wilden soüen wir uns vertragen, die Kinder; gespießt und Mädchen verstümmelt haben?" Fcdc« zornigk Woet», jede Lngcngcschichte, jeder parteiische Artlkel verlängert den! Krlrg und läßt aus der Tchmähnna von gestern die Vergeltung von morgen erstehen. Noch mehr. Es trägt dazu bei, ein Europa zu machen, dem der Fdealist vergebens Brüderlichkcitj und Menschlichkeit predigen wird. Es ist nicht nötig, hinzuzufügen, daß die Kricgsphantasie, die aui den wirklichen Schrecken des Krieges noch erträumte Tcheußlich-i keilen hinzufügt, nicht nur l» England, zu Hause ist. Alle diese Geschichten verdlenen mit starkem Mißtrauen ausgenommen zu werde», und selbst wenn sich einzelne von ihnen als wahr erweisen! sollten, wird man mit ihnen nicht vorschnell das Tchuldkonto eines ganzen Volkes belasten dürfen. Verbrechen und Wahnsinn sind ja- leider auch zur Fricdenszcit keinem Volk uiibckanntc Erscheinungen.! Man darf sich also weder durch Phantnsieprodnkse den Kopf verwirren lasten, noch — wenn wirklich Greuel fcstgestellt sind, die über die Notwendigkeiten des Krieges hlnausgchen — durch voreilige Bcrallgemctnerungcn über ganze Völker de» Stab zu brechen, fiorb wie ein Mcinn, der an seine Taschen schlagen mag, wo cr will, es klingt gut. Habt Elire Fische klug festgechalten. habt den richtigen Blick gehabt, bringt eine Jacht voll Waren! heim, und steht Euer Haus wohl schon fir und fertig da,! braucht nnr hineinzutreten und Euch niederzusetzen. Aber merke wohl," fuhr er fort, inbcni cr sich zu Hanna wandteQ „ist ein banges Gefühl in ihm wegen des Alleinseins, da^ vor Gott und Menschen nicht wohlgefällig ist. Müssen für. ihn sorgen, Hanna: wollen uns alle zusammen tun, daß wir eine finden, die ihm die Falten von der Stirne streicht, und. wenn s nicht glücken will, ihm das Herz weich zu machen, muß.! Afraja kommen und ihm einen Hexenbrei beibringen." Marstrand wurde durch diese Spötterei aus seine? Schweigsamkeit alifgeweckt. Er war seit den zwei Tagen in Zwiespalt mit sich selbst. So lebhaften Anteil er auch an seines Freundes Glück nahin und so herzlich er wünschte, daß dessen gewagtes Spiel gelingen möge, so fühlte er doch eine tiefe Abneigung vor dem Gedanken, dabei ein Helfer und Verbündeter zu sein. Er verachtete die Beweggründe, welche Helgestad leiteten, er kannte seinen Plan, sich diese Schwiegertochter zu verschaffen, und empfand das äußerste Mitleid sowohl für Hanna wie für Björnarste-, allein sein Rechtsgefühl sagte ihm dennoch, daß er nichts gegen diesen Mann tun dürfe, dem er so viel verschulde. Bei allem Mißtrauen gegen Helgestad schien ihm dies ein Akt der schlimmsten Undankbarkeit, und was er sich auch als Entschuldigung anführte, immer kam die Stimme wieder, daß er Böses mit Bösem hindern und vergelten wolle. — Er würde seinem Charakter nach Hanna jeden Beistand geleistet haben, wenn sic in offener Weise Hclgestad Widerstand geleistet hätte, ebensowohl wie er den Sohn gegen den Vater unterstützt haben würde, wenn Björnarne ihn dazu auffordern wollte: doch durch heuchlerische List den alten Spekulanten zu betrügen, diinkie ihm, mit diesem sich auf gleiche Stufe stellen. sFortsetzung folgt.) Verbreitung falscher Nachrichten. Ein Militärgericht in Qberschlesien hat einen Man», 6er um uiafore und die Bevölkerung be»»ruhigende militärische Nachrichten verbreitet hat, zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, xaS stellvertretende Generalkvmmando wird jeden ähnliche» Fall, der zu feiner Kenntnis gelangt, mit rücksichtsloser Strenge verfolgen. Zch veröffentliche dies mit der ernsten Mahnung an alle Kreise der Bevölkerung ohne jede Ausnahme, sich in der Besprechung militärischer Angelegenheiten der größten Zurückhaltung zu befleißigen. Der stellvertretende Kommandierende General von Baemeister. Paris ein Kriegohasen. Paris, 2-1. Sept. ((£tr. Bin.) Paris ist ein Kriegshafe» geworden. Seit einigen Tagen bemerkt man au der Aleranderbrücke eine kleine Flottille. Sie besteht aus fünf Schleppdampscrn. die mit Eisenblech gepanzert und arniiert worden sind. Tie Steuermann- Häuschen hat man mit Hilfe von Panzerplatten in eine Art Blockhaus für das Kommando umgeivandelt. Als Armierung dienen kleine Revolverkanonen und Maschinengewehre. Tie Mannschaft der Flottille besteht aus Matrosen der Marine. Zedcn Nachmittag stellt sich ein zahlreiches Publikum aus der Aleranderbrücke ei», um die Flottille manövrieren und die Mannschaft bei der Arbeit zu sehen. Ausklärende Arbeit der Sozialdemokratie. München, 24. Sept. Die Münchener Post berichtet, das; es durch eine Reihe persönlicher Anssprachen deutscher und österreichischer Genossen init den italienischen Sozialdemokraten gelungen sei, diese an der .Hand des Tatsachenmaterials über die wahre Sachlage auszuklärcn. Es sei nun in der bisher franzosenfreundlichen Presse ein Umschwung eingctreten. Eine Sitzung des Borslandes der italienischen sozialdemokratischen Partei im Bcrein mit der italienischen sozialdemokratischen Parlamentsgruppe hat sich fiir die strengste Einhaltung der Neutralität Italiens bis zun: Ende des Krieges zwischen Deutschland und dem Dreiverband und Oesterreich und dem Dreiverband ausgesprochen. Auf Veranlassung der schweizerischen Sozialdemokratie soll diese Woche in Chiasso eine Zusammenkunft von Vertretern der schweizerischen und der italienischen Sozialdemokratie eine Besprechung über eine wirksame Tnrchhaltung der Neutralität abgchalten werden. Keine rulstsche» Truppentransporte über England. Stockholm, 24 . Sept. (Gtr. Bin.) Hier liegen zuverlässige Nachrichten aus Archangelsk vor, nach denen bis zum 22. September entgegen den in England immer wieder verbreiteten Meldungen kein einziger Truppentransport eiugeschifst ivorden ist. Ter Eindruck der englische» Seeniederlage in London. Kopenhagen, 24 . Sept. Des englischen Volkes hat sich beim Bekanntwcrden der Unglücksnachricht eine ungeheuere Erregung bemächtigt. Das Gefühl vollkoinmcncr Sicherheit und Ueberlegenheit ist niit einem Schlage geschwunden. Zu der ständigen Furcht vor Zeppelinen ist nun die Unterseebootangst getreten. Den ganzen Abend erwarteten Tausende vor dem AmiralitätSgebäude nähere Nachrichten. — Ein weiteres Telegramm besagt, daß die Stimmung in den Marinekreisen Englands zwar gedrückt aber vertrauensvoll sei. Der Unter- gang der Schiffe sei loohl bedauernswert, weil so viele Menschenleben dabei verloren gegangen seien, das Geschehnis sei aber nicht geeignet, die Operationen in der Nordsee zu beeinflussen. Die zahlenmäßige Ueberlegenheit der englischen Flotte sei so überwältigend, das; derartige Verluste die Blockade der deutschen Küste nicht beeinträchtigen könnten. Berlin, 24 . Sept. Das Kopenhagener Blatt Berlinsk Tidcnde schreibt: In der Geschichte des Seekrieges wird der deutsche Sieg stehen bleiben als ein Ereignis von epochc- niachcnder Bedeutung, da die Unterseeboote den Beweis für ihren Wert erbrachten. Das ist ein Beitrag zu dem noch vor Monaten herrschenden Streite, ob die Hauptaufmerksamkeit dem Bau von großen Schiffen oder der Entwicklung von Unterseebooten und Torpedobooten zuzuwcnden sei. Reichstagsabgeordneter Tr. Temler t. Hamburg, 23. Sept. Ter Reichslagsabge ordnete Tr. Seniler ist heule im Alter von 56 Zähren gestorben. Ter Verstorbene war seit 1900 Mitglied des Reichstags, gehörte der nationalliberalen Partei an und vertrat den zweite» hannoversche» Wahlkreis Aiirich-Wiitmund. Sein Wohnsitz ivar Hamburg, dessen parlanientarischer Vertretung er seit 1889 angehörte. Hessen nnd Nachbargebiete. «setzen nnd Umgebung. Die Verlnftmeldutttien. Tie Auskunftsstelle für Feldpostsendungen inacht daraus aufmerksam, daß außerordentlich häufig sich erste Meldungen aus dem Felde über Verwundungen und Tod von Kriegern nachträglich als irrtümlich erweisen. Selbst Vermerke ans zurückgegangenen Feldpostsendungen wie „verwundet" oder „tot" geben noch keinen sicheren Anhaltspunkt darüber, das; diese Angaben wirklich zutrcfsen. Es sind eine ganze Anzahl solcher irrtümlicher Meldungen schon bekannt geworden, u. a. auch solche, die den ausdrücklichen Regimcntsverinerk trugen: „Starb am . . . den Heldentod fürs Vaterland", worauf ein acht Tage später datierter Kartengruh von dein Krieger eintraf mit dem weiteren Inhalt, daß er sich gesund und munter befinde. Ganz besonders sei davor gewarnt, den zahlreichen Angaben von Verwundeten, dah ibr Kamerad gefallen sei, Glauben zn schenken, da in der Aufregung häufig derartige Berichte in die Heimat gesandt werden, während sich in vielen Fällen nachher herausstcllt, daß der Betreffend? nur verwundet oder gestürzt ist. Sogar in den amtlichen deutschen Verlustlisten kommen häufig nachträglich Korrekturen vor, indem schon als tot Gemeldete nur verwundet sind und zahlreiche als vermißt Gemeldete, die oft als gefallen betrachtet werden, sich bei ihren Truppenteilen wieder ein- iluden. Erklärung. Die von uns in Nr. 130 der Oberhessischen Bolkszcitung vom 3. Juli 1914 in den, Artikel niit der Be- Zeichnung Ordnungsniann" gegen den Gastwirt Jakob o rn e r in Launsbach abgedruckten Beleidigungen und Verdächtigungen nehmen wir hiermit zurück. Ter Artikel wurde uns von einem Genossen zugeschickt und wir bedauern. nicht fcstgestcllt zu haben, ob der Inhalt desselben auf Wahr- heit beruhte oder nicht. Inzwischen hat sich die Haltlosigkeit der Angaben heransgcstellt. Redaktion der Obcrhessischen Volkszeitung. Ein Wchrman» über die Unterstützung unehelicher Kinder. Tic Unterstützung unehelicher Kinder, wie sie nach dem Vorbild Oesterreichs jetzt bei »ns eingeführt ist, findet bei manchem Kriegsteilnehmer freudige Anerkennung. Ein Wehrmann schreibt aus der Front dem Archiv deutscher Be- russvormünder: „Mit Freuden begrüßen wir das Vorgehen der deutschen Bcrufsvormnndschast, wird doch gerade die Landwehr am härtesten durch den Krieg getroffen. Von uns verlangt der Staat wohl die härteste Ausgabe, Frau und Kinder zu verlassen, die uns härter schien als der Tod. Wir sind fast alle verheiratet und stolz ans unsere Kinder, ohne zu fragen, ob sie ehelicher oder unehelicher Geburt sind. Auch mir brachte meine Frau zwei Kinder in die Ehe, über welche ich gerichtlich bestellter Vormund bin »nd welchen ich meinen Namen erteilen ließ. Tie Aermstcn, die vielleicht dein Staat oder der Gemeinde zur Last gefallen wären, sind nunmehr wohl erzogen nnd gut geborgen. Wie handelte sonst dazu der Staat? Schon während meiner Hebungen mußte ich es hart erfahren, als mir jede Vergünstigung für dieselben abgesprochcn wurde und man mich auf meine Paßnotiz hin. ioics, und dabei ist es bis heute geblieben. Auch jetzt ftol mich der Krieg nicht verschont und mich bereits am ersten Tage aus dem, was mir lieb und teuer war,'herausgerissen. Wer ernährt nun die Acnnsten? Die Frage quält mich und viele Tag und Nacht. Derselbe Staat, dem wir dienen und dem wir unser Leben lassen wollen, sollte sich ihrer erbarmen." In Fallen wie diesem l-at doch der Gesetzgeber jetzt bei uns sicher gewollt, daß solche unehelichen Kinder, die ihr Stiefvater selbst seinen ehelichen Nachkonnnen gleich gestellt hat, die Kricgsunterstützung erhalten. In Oesterreich geschieht es, und bei uns sollten die unteren Behörden ebenso entscheiden. Wo es nicht geschieht, müßte das Reichsamt des Innern, dem die nötigen Vollmachten erteilt sind, eine solche Auslegung vorschreibcn. Es handelt sich dabei um ziemlich viel Kinder, mehr als man gewöhnlich annimmt. Rechnen wir mit einer Million unehelicher Kinder unter 14 Jahre alt, so wird von ihnen etwa ein Fünftel einen solchen Stiefvater haben, der sie mit seinen eigenen Kindern erzieht, nnd der in sehr, sehr vielen Fällen dieselbe brave Gesinnung hat, wie sie ans obigem Briefe spricht. Wie den Kindern ist der Staat auch solchen Vätern eine Hilfe schuldig. — Der Konsumtiercin Gießen und Umgegend bittet uns um Anfnabme folgender Notiz: Nachdem vor einigen Tagen die Kaiserl. Oberpostdircktion das Verbot der Mitgliedschaft für unserem Verein aufgehoben hat, geht uns heute von der König!. Eisenbahndirektion ebenfalls der Besckieid z», „daß die Mitgliedschaft von Beamten und Arbeitern der Staatseisenbahnverwl zahlen, und das furchtbare durch den Weltkrieg hcrvorgerusene Elend für unsere invalide gewordenen braven Krieger selbst, aber auch für die invaliden Witwen und die unversorgten Kinder der Gefallenen zu lindern. Tie Vorstände der Landesver- sichcrungsanstaltcn werden cs sich angelegen sein lassen, für eine s ch l e u n i g e E r l e d i g u n g der an sie herantretenden Renten- usw. Anträge Sorge zu tragen." Die hessische Kriegsversicherung finbet fortgesetzt An- kiang. Nach den vorliegenden Nachrichten sind bis jetzt 15 000 Anteilscheine mit einem Einlegckapital von 150 000 Mk. gelöst. Nach einer dieser Tage aufgestellten Uebcrsichl sind Anteilscheine gelöst worden in der Provinz: Nheinbessen rund 4600, wofür 46 000 Mk. cingezahlt wurden, Starkcnburg rund 3800, mit 38 000 Mk.. Oberhessen rund 2900, wofür 29 000 Mk. eingezahlt wurden, zusammen rund 11 300 miß einem Betrag von 113 000 Mk. Ta die Annahmestellen demnächst geschlossen werden dürften, ist die baldige Versicherung erforderlich, weil dann nur noch bei der Hauptgeschäftsstelle in Tarmstadt — Obcrversicherungsamt —, Neckarstraße 1, versichert werden kann. Erfreulich ist, daß viele Arbeitgeber/ Städte, Gemeinden und Vereine Gesamtversicherungen für die in Betracht konnnenden znm Heeresdienst Einberufenen, abgeschlossen haben. — Krjegsbildee Zm Hamburger Echo erschien der Brief eines Pioniers von der Eiseiibahnbankoiiipagnie'. „Wieviel Elend habe ich/ gesehen! Z»........einem kleinen reichen sraiizösiichcii Tors.i sind alle Häuser Niedergebra»,», da schossen Fmuttireur» noch aus' den brennenden Häusern, als wir morgens antamen. Alles war »er-! wüstet uns in Flammen, die Bevölkerung war gesloheu. Auf den! Straße» lagen Möbel und allez mögliche wüst durcheinander, holb! verbrannt, da ein 8lavier, da Betten, ein 8iick>e»schrank oder Kiuder- lpielzeug Ich machte nttt einigen Kamerad«» «inen Slrnszug durch das Torf, das EKivrhr schnßl>ereit in der Hand. Zu einem Hqzisc, welches wir diirchiuchten, fanden wir Saffcctaffen und Geschirr aus dem Tisch, die nolweiidigsten Kleider hatten sie Leute aus der Flucht, herausgeriffen aus den Schränken Zu der Küche stand ein Kinder-! stühlchen, auf dem noch ein Rest Brot lag. das wohl das Bab» Inttb' verzehrt l>atte, iu der Stube am Fenster fand ich ein Tcknilzeichenhest' mit Buntsttstmalerei. das Kind hatte vielleicht glücklich n'chtsah'neiid gemalt, als das Unheil hereinbrach. Tas Buch habe ich als Andenken, behalte». Zu der Küche standen halbseitige Speisen. Nacht-er war alles verwüstet, ein wildes Chaos. Wir haben nichts an uns genommen, ich verachte das Plündern. Tie arme» Menschen sind plötzlich, unerivartet vom Unheil überrascht. Eine Fra« kam jam-inernd zurück und suchte ihre zivci Kinder. Tie dal uns. sie durch;» laste n. Wir lgiben ein Her; im Leide! Tie hat ihre Kinder geiuuden. Weiter iKTbcn wir da keinen Menschen mehr gesehen. Ein Haus ivar verschont für Lazarettzwecke, die Fahne niit den, raten Kren.; hingt heraus. Nachmittags mn 5 Uhr fällt auch ans diesem Hause noch ein Schuß von einen, Franktireur. Er wurde im Kleiderschrank ver-' steckt gefunden, wurde erschaffen und auch dieses Hans verbrannt.! Es standen nun noch eine Brauerei und das Bahnhosshotel mtttenl in dem Flammenmeer Zm Bahnhosshotel lagen vorn im Nestau-- raitt auf Stroh ein alter Mann »nd ebne alte Fra». Mir grisf's' ans Herz! Doch weiter, cS ist Krieg und gilt bas eigene Leben zu! schlitzen. Nachher winden die Leute mit den Verwundeten sorltraiis- portiert. Wir übevnachteteii in der Brauerei. Zch lag mit einiaen Kameraden im Pserdestall, (bewehr in der Hand, jeden Augenblick gewärtig, daß und das Tack, über dem Kops abbrannte oder so ein! Halunke von Frantireur herausgeschlichen käme Tas ivar eine Nacht! Zmiiitteii brennender Häuser. Schrecklich, snrchlbar und großartig! Ta Hab ich me!» Geioet>r so lieb gehabt wie mein eigen! Weib und Kind. Tock> genug davon. Ei» anderes Bild: Zn..... j bauten wir eine Rampe zum Verlade» der Artillerie, wir arbeiteten- eine» Tag und eine Nacht. Während der ganzen Zeit kam ein Wagen! nach dem andern nach dem Bahnhof mit Verwundeten. Ties Elends-' bild zu schildern, fällt mir schwer. Zch habe vielen geholfen, habe sie' getragen, ihnen Wasser geholt, inein bißchen Bkol ihnen gegeben,! auch aus meiner Kameraden Brotbeutel das Brot gestohlen und mich das den arme» Verwundeten gebracht. Ta ivareu welche mit vier Schüffe»: Bein, Kops nnd Rücken, kaum noch atmend, hungrig und schmachtend. Tie meisten hatten 8 bis 16 Tlnndcn in ihrem Blut' auf dem Tchlackitfelde gelegen, waren dann k» irgend einer Scheune oder Kirche oder Schule 2 bis 3 Tage, mit Nvtverband versehen, uutcrgebracht, imd sollten min noch vielleicht 1 bis 2 Tage aus der- Bah» liegen nach dem nächsten größeren Lazarett. ES ist mir kaum möglich, noch mehr davon zu schreiben. Einen kleinen Franzose» Hab ich auch nach dem Wagen getragen, er hat einen Fuß verletzt er ist. doch auch Fleisch und Blut ivie wir! Toch ich sollte noch Schreck-' sicheres sehen; Zn einem Wage» lag eine Mutter mit zivei Kindern,' sie selbst war heil, aber l>alb wahnsinnig vor Schmerz, eine ins Hans einschlagende Granate halt« zivei ihrer Kinder getötet. Auch in.....(einer dentsch-lothri»gischen Stadt), wo ich eine Nacht ivar, dasselbe Bild, viele, viele Verwundete. Auch dort eine Frau,! selbst am Kopf schwer verletzt, mit zivei verwundeten Kindern. Tie. Väter dieser beiden Familie» sind besser dran, wenn sie eine gnädige' Kugel erreicht. Wenn Tn nun, liebe Schwester, angesichls des Zam-' iiiers an Deine eigene Not denkst, so wird die Dir wohl klein erscheinen. Wenn Zhr nun einmal ieni in der Heimat trocken Brot eßt, so schützt Euch glücklich «ngesichi.. deffen, was ich bis jetzt gesehen. Zch führe Tagebuch »nd wünsche, daß Tn auch diesen Brief, mishebst. / , Wann wird denn endlich Zgnnner und Elend genug sein? Wan» hat der Moloch sich satt getrunken an Blut? Ter Sensen»! mann grinst, er hat rciche Beute..... — Krieg ist kein Grund zu plötzlicher Eittlaflnng. To entschicds das Kaufmannsgericht in Frankfurt. Eine beim dortige»! Adrcffcnvcrlag Prester beschäftigte Kontoristin war am 1. August ivegen des Krieges ohne Kündigung cntlaffe» worden. Zn einer von ihr gegen den Geschäftsführer Wallerseld erhobenen Klage wurde» ihr im Bergleichsivegen 65 Mark -»gesprochen. Ta Zahlung ausblieb und eine Pfänd»»g sruchllos ivar, klagte sie »un- mehr gegen die Firma Prester auf Zahlung des rückständige» Gehalts bis zum Ablauf der .Kündigungsfrist. Das Gericht erkennt de» Rücktritt von, Vergleich als berechtigt an, weil Zahinng nicht erfolgt ist. Zn Nebereiiistimniuiig mit früheren Ertenntniffen, wonach der Ausbruch des Krieges zu kündigungSloser Entlastung nicht berechtigt, wurde die Beklagte verurteilt, an die Klägerin 146 Mark sofort und 75 Mark Ende September zu bezahlen. Sammelt Eicheln! Die Franks. Ztg. erhält sulgenbe Zuschrift:! „ES ist uns anfge,'allen und auch von verschiedenen Seiten be» stätigt worden, daß in diesem Zahre eine ungeheuer große Ernte von Eicheln zu verzeichne,, ist. liniere Beobachtungen sind namentlich aus die Wälder im Odenwald zuruckzusühren, doch dürste zweisellos auch in anderen Gegenden das gleiche der Fall sein. Es durste sich nun für die Lehrer in den Dörfern, ivelche in der Nähe der Dörfer liege», empsehle», für die Schüler Erlaubnisscheine zum Taiiiiiiel» der Eichel» von de» betr. Forstämtern zu beschaffen und dafür zu sorgen, daß die Schüler au freien Nachmittagen die als Futtermittel sehr geschützten Früchte sammeln. Bei dem Ernst der Zeiten und in Anbetracht des llmstandes, daß der Winter vor der Türe steht, wäre es sicherlich schade, wenn man nicht in ausgiebigem Maße die Eicheln sammeln und das geschätzte Futermittel unnötig verderben ließe." Tie Relchspostverwaliung verteidigt sich. Mit den Klagen über die mehr als maiigell>ai>en Leistungen der Feldpost l>at sich natürlich auch di« ReickK-postverwaltnng beschäftigen müffe» »nd sie schiebt die Schuld auf die Heeresleitung, die mehrsach die Aushändigung der Postsendungen aus taktischen Gründe,, verboten habe. ES wird erinnert an die amtliche Mitteilung des Generalquartiermeisters von Stein, der ausdrücklich erklärt lmt, daß auch die im Felde geschriebene» Briese auf Veranlaffuiig des Generalstabs zurllckgehalten worden sind. Tie Zurückhaltung dicier Briefschiasten lmbe teilweise bis drei Wochen gedauert. Tie Reichspost vermöge den Unwillen der Briefschreiöer und Empsäiiqer zu ermestcn. muffe sich alxr den militärischen Jnterelle,, unterordne». die im Kriege an erster Stelle stehen, lieber die Schvieri gleiten, mit denen die Feldpost zu rechnen hat, wird lMSgeführt: „Tie Etappenstraßen, die an die Armeen hcranführe», dienen in erster Linie den Munittonskolonnen. deir Proviantziigeii und der Besörder»i,g der Verwundete». bkegenltber diesen Transporten ist die Feldpost nicht gleichberechtigt, sic niuß mit ihren Krafttvageii, deren sie jetzt schon gegen 250 >m Felde hat. zuruckstehen, ivonn dringende militärische Transport« dies erfordern. Es muß ferner berücksichtigt iverden, daß die Armecpvstdirektionen. welche die Postverb,ndmigen ans den Etappe »straßei, ei »zu richten und z» regeln haben, dabei täglich aus die Meldungen der Felbpost- anstaltei, über die Marschquartiere angewiesen sind, die ihnen, dick beim Stabe mitinarschieren, von der Militärbehörde mitgeleilt n>er- dcn sollen. Tic Quartiere aber wechieln täglich nach den jeweiligem militärischen Maßnahmen. Bei den mißervrüentltch großen Marsch- feist,, »gen der Truppe» ist es bisher den Staben keineswegs immer möglich gewcicn. den FetdposianslaUcn die Marschquartierc recht- scitin mitautcilci, Vollständig ansge schlossen ist cs, das, die Briefschaften den Empsänger» unmittelbar von der Post zugestcllt werden, Tie Abbolung erfolgt vielmehr bei der Feldpost durch die Bataillone, denen dann die Verteilung überlasten ist, Tast dieses Vertcilungs- gischäst vor dein Feinde gelegentlich ein „iisickxres wird, »nd daß cs Vorkommen kann, dast ganze Bricssäcke im Stiche gelassen werden, sobald eine Störung oder Beunruhigung durch den Feind cintritt, liegt nal>c. Hinsichtlich des Briefgewichts von über 250 Gramm ist, um den Wünschen des PnblikirmS zu entsprcchcn, eine Anweisung an die Postanstaltcn ergangen, dast sie solche Briese, die das Normalgewicht ein wenig überschritten, nicht znruckwcisen sollen. Als änsscrste Fchlgrenzc sind hierbei 25 Gramm angenommen worden. Bei dieser Gelegenheit wird daraus hingewiesen, dast gewisse Briefschreiber die Feldpost manchmal doch ctivoS allzu sehr ausnutzcn. Es ist fcstgestcllt, dast ein Absender an denselben Empfänger gleichzeitig 7V Kartcnbriefe zu 250 Gramm ansgeliefert hat, Tie Reichs- ppstverwaltimg bclzanptct, dast der grösste Teil der gegen die Feld- post gerichteten Vorwürfe nicht begründet sei. Insbesondere iverden seit dem 14, August alte Feldposticndungcn nngesäunit besördert, Stcrbebcurtundung für gesnllene Krieger, Tie Eintragung im Kriege Gefallener in das Sterbercgister geschieht nach schriftlicher dienstlicher Anzeige der Befehlshaber, Oft werden aber diese Angaben der Militärbehörde» über die Personalien nicht genau oder nicht vollständig sein können, TaranS können für die Angehörigen oft unangcnchtnc Folgen entstehen, weit sich dann später umständliche und zeitraubende Aenderungcu und Berichtigungen nottvendig machen. Deshalb liegt cs im Intereste der Angehörige», für die gesetzlich geforderte genaue Beurkundung zu sargen. Das kann dadurch geschehen, dast ein Angehöriger sofort nach dem Bekannt- ivcrdcn des Todes eines im Felde Stehenden unter Vorlegung des Familienstammbuches, der Geburtsurkunde oder sonstiger Fa- niilienpapicre aus dem zuständigen Standesamte die näheren Angaben macht. Zuständig ist das Standesamt, in besten Bezirk der Verstorbene zuletzt gewohnt hat. Ist sein Wohnsitz im Jnlandc nicht bekannt, so ist das Standesamt zuständig, in dessen Bezirk der Verstorbene geboren wurde, — Der Neue Welt-Kalender, auf dessen vorzügliche» Inhalt ivir gestern hinwiesen, kostet, wie immer, 40 Psg, »nd ist in unserer Expedition, Bahnhofstrasse 24, z» haben — Kartoffelpresse, Ans den, Frankfurter Markte wurden am Tienstag 4,50 bis 5,— Mark für den Doppelzentner gesordert, Hier in Giessen sind die Preise erheblich höher, aber der oben angegebene Preis entspricht zweifellos der Marktlage. — Das Schwurgericht, das nächsten Montag beginnt, hat voraussichtlich 0 Fälle zu verhandeln und zwar: :> Nötzuchtsverbrcchcn, 3 Meineibsfälle, 1 Raub, 1 Totschlag und l Kindesmord. — Frrie» der Volksschulen in Gieftc», Nächsten Montag beginnen nochmals Ferien in den Giestcner Volksschule», die nochmals 14 Tage dauern. Bei den Sommerfericn waren die Schule» wegen des Krieges 14 Tage früher geschlossen worden, die aber nicht z» den Ferien gerechnet werden, — Adressierung imb Verpackung von Frlbpostscnüuiinrn In welcher Weise Frauen bemüht sind, ihre Kräfte de» Kricgsarbcitcn zu widmen, ersehen wir aus der Anzeige „Nationaler Frauendienst" im heutigen Blatt, Hoffentlich wird diese nützliche, so freundlich angcbotene Hilfe slcistig benutzt, — Der Komet, der schon vor längerer Zeit angekündigt wurde, [ft jetzt mit Fernglas abends von etwa 0 Uhr ab sichtbar. Er befindet sich an, nordwestlichen Himmel, man findet sh», wenn man sich eine gerade Linie über die beiden hinteren Sterne des „Grossen Nachruf. Seinen auf den Schlachtfeldern Frankreichs erlittenen! Verletzungen erlag im Lazarett, zu Münden sHannovcrj | unser Mitglied Reservist im Inf.-Regt. Nr. 116. Wir verlieren in demselben einen braven Parteigenossen, l | dessen Andenken wir stets in Ehren hatten, Staufenberg, den 24. September 1914. Der Vorstand des Volkovcreins Stanfenberg.! Bären" denkt und die Linie „ach unten um reichlich das Doppelte verlängert, als die Entfernung zwischen den beiden Sternen beträgt, — Stauscnbcrg, Am Mittwoch wurde unter grosser Beteiligung der Einwohnerschaft unser Parteigenosse Heinrich Zecher 9, als erster aus den, neuen Friedhöfe zu Grabe getragen, Bon der Chamottcfabrik in Mainzlar, seiner bisherigen Arbeitsstätte, beteiligten sich Direktor Henning, die Meister und eine grosse Anzahl Mitarbeiter, Auch cintgc ocrmundcte Kameraden beglciletci, den Dahingcschicdcncn aus dem letzten Wege und gaben an. Grabe die Ehrensalve ab. Zecher stand als Neservtst bei dem Rcservc- Ncgimcnt Nr, 118 „nd wurde am 28, August in der Gegend von Sedan am Kopfe verwundet. Er kam in das Lazarett nach Hannövcrisch-Miinden, wo er an der Wunde, die zuerst für leicht angesehen wurde, am Sonntag den 20, September nach gualvollcn Leiden verstarb. Unser Genosse war 27 Jahre alt und hinterlässt Frau »nd Kind, Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Votl Nah «nd Fern. X Ein Pfarrer als Betrüger, Der vor einigen Tagen unter dem Verbucht des Betrugs verhaftete ehemalige Pfarrer Theodor Wangcman » ans E a ,„ i n hat in Frankfurt in kurzer Zeit niehr als 6000 Mart für sein angebliches Waisenhaus gesammelt. Die feldgraue Uniform öffnete dem Manne berettivilligst Tür und Tor, Die evangelische Geistlichkeit wurde schon seit Jahre» von, Ober- lirchcnrat zu Berlin vor Wangeniann ge,van,t. Die Kriegslage in West und Ost. Ruhig aber fest. WB. Grosses Hauptquartier, 24. Scpt., abends. (Amt sich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz sind heute im allgemeinen keine wesentlichen Greignissc eingctretcn. Einzelne Tcilkämpse waren den deutschen Waisen günstig. Aus Belgien und vom östlichen Kriegsschauplatz ist nichts Neues zu melden. Dos Neueste von der „Emden". W. B. London, 24. Tept, Das Renterjchc Bureau meldet amtlich aus Kalkutta: Der deutsche Kreuzer „Emden" erschien vor Madras und schoft zwei Oelbchälter i» Brand, Die englischen Forts erwiderten das Feuer, Die „Emden" löschte ihre Lichter »»d verschwand in der Dnnkclhcit, Vereiuskaleuder. SamStag, 26, September, Giessen, Tapezierer, Abends 6 Uhr Versanrn,lang im Ge- wcrkfchaftsha n f«.__ Standesamt Giehen. Geborene. Sept, 14, Dem Versicherungs-Inspektor Peter Schöncweiss ein Sohn, Kurt Ludwig Heinrich, — 15. Dem Handlungsgehilfen Ernst Wolter Schmidt ein Sohn, Kurt Paul Karl. — 16. Ten, Kaufmann Heinrich Schmitz eine Tochter, Marie Luise, — 17. Dem Gütcrboden- arbciter Georg Sim-mermacher eine Tochter, Karolinc Katharine Luis«. — 19. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Kroh ei» Sohn, Wilhelm Emil Christian, — Dun Schuhmacher Johann Jakob Lau» ekn«' Tochter, Maria, — 22. Dem Fuhrmann August M'gel ein Sohn, — Dem Eisenbahnschlosscr Wilhelm Bnscck ein Sohn, — 2:1 Dem Lc-ko- inotivheizer Johannes Wilhelm Schieiter eine Tochter, Elisabeth, Ausgebote. Scpt, 22, Tr, Friedrich Franz Gustav Heinrich Karl Sandmann,, Oberlehrer in Frankfurt a, M, mit Marie Schudt in Giessen. Eheichliessiinge». Scpt, 18, Friedrich Herold, Fabrikarbeiter, mit Maria Magdalena Mauz, beide in Worms, — 19, Wilhelm Wiesncr. Bürger, mcistcreiickrctär i„ Schotten, mit Karolina Klinge in Giessen, — Johann Georg Weidmann, Telegraplgui-Alsistcnt in Bad-Nauheim, mit Minna Nennstiel in Giessen, — Jakob Wilhelm Fuchs, Oberlehrer in Frankfurt a, M., mit Maria Elisabeth Auguste Braun tu. Giessen, — 23. Thomas Schwarz, Kaufmann in Bruchsal, mit Lina, Ioha»na Valeria Sadoweki in Giessen, Sterbesäll-, Scpt, t9, Ernst Ehallier, Ntuffkschriftsteller, 71 Jak, re alt, Neuen - ,veg 9, — Lina Margarete Weber, t Woche alt, Kaiser-Allee 34. — 21. Adolf Jakob Schön, Schnlamtsaspirant, 19 Jahre alt, Seltcrs- weg 68 a. — 22. Magel, ohne Vornamen, 1 Stunde alt, Sonnen- strasse 13. — Willi Stau, 1 Monat alt, Löwcngasse 34 . — 23. Agnes Jülich, geb, Thomas, 82 Jahre alt, Alicestrasse 4, — 22 Buseck, ohne Vorname», 'A Stunde alt, Frankfurter Strasse 167, — 23. Äaroline Kraft, 22 Jahre alt, Crediicrst-ratze 34, __ Ferien der Volksschulen. Es wird hiermit bekannt gegeben, dass di« Ferien der Volksschule» am 28. September d, I, beginnen >md am 16. Oktober d. Id zu Ende gehen. Gissten, den 24, September 1914, Der Schulvorstand: _ Keller, _ Bekanntmachung Für ösfentliche Bauten in Dillcnburg, Hatger und Siegburg werde» eine Anzahl tüchtige, zuverlässige Arbeiter gesucht und zivar: Erdarbeiter, Mineure, Maurer, Zsmmcrlcute, Betonarbeiter, Tag- löhncr, Schlosser, Nieter und Heizer. Vtclduiigen, zunächst hiesiger Leute, nimmt der städtische Arbeitsnachweis dahier, Asterwcg 9, entgegen, \ Giessen, den 24. September 1914. • \ ' _Der Oberbürgermeiste r: 1 Verantwortlicher Redakteur: F, Vetters, Giessen. Verlag von Krumm & Eie. Glessen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G, m, b, H„ Offenbach a, M. Die Marktpreise für Vieh »»» Fruckit und die Gießener Fleisch- und Brotpreis« am 14, September 1914.- Schlachtviehpieise tu Fra„kfiirt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 leg Schlachtgewicht 75—98 Ps. » . 68-86 Ps. */, „ „ 57—60 „ ‘1, kg 86 —96 Pf». / */, „ 70—75 „ ■/, . 70-98 . Gctreidepreisc in Mannheim, Brotprcisc in Giessen Weizen 10» l4 ^__ ijakollh!igi™E| p Gr.-Linden Jean Faber, 0, ” m8t " u ^ I Warengeschäft J Wieseck Emil Schäfer ff. Fleisch- und Wurstwaren Alicestraße 47. ^ibli mmsti.l< Wirtschaft. FerOöriaBer Kisonw., Maschinen, Kohlen.Baumatcrial. Uhrmacher Gießener Str. 124. SäckeröT Schulst. 8. Wetzlar uieiziarorounsioiser Konsum-üßmn J Eintrittsg.SOPf., 18 Verkaufs-1 J stellen. Eigene Bäckerei, g beste Waren, billige Preise. | Heuchelh eim | Wetzlar F. Gerüsca nacini. innaaer Hemr. spom Erstes u. größtes Schuhhaus am Platze. WarentiBGS Pranklort Größtes Sortlmentageschäft am Platze. Carl Garthe Jr. am Eisenmarkt, Kolonialwar., Cigarren, Cigarett., Waffen, Munition, Stahlwar.,Sämerei. Tel. Friedr. Heurich Nacbf. Inhaber: Albert Heurich Kolonialwar. u. Delikatessen. Karl Kranenbcrg Manuf.-, Kurz-, Weiß-, Wollw. Mitgl. d.Wotzlar-Braunholzor Kons.-V. erhalt. Rabattmark. Fr. Wilh. Lehr. Erstklass.Spezialgeschäft für fert.Herr.-u. Knnbenbekleid. Arbeiterkleidung. insularer mobeimagazin Inhaber: A. Diehl Langgasse 42 Lcitergasso 11 Brautausstatt, in jed. Preisl. Herrn. Pingel Inh.Wilh. Deubner, Eisen, Eisen kurz w.,Holi-n.Kohlenhandl. C.Schlemm Krämerstr. 9. Rep. -Werkst., feines Spezialhaus für Waffen und Stahlwaron. P. F. Zisseller Eisenwaren, Werkzeuge, Öfen und Herde. lUoltrh H' ,ra ®°P a ^' e - ^atnrbeilk. WK 1 HÜ Wandbch. Aagondlsaoose,