MrheWe Solfäjeitnng Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete. Dir ObrrdeMIche v»ll»«eit«ll, erlcheirU (cd«n Werktag Abend in Gietzrn. Der llbonnemenlivreil beträgt wöchentlich Id Pfg, monatlich BO Vkg. tinfdiL Bringerlobn. Durch die Post bezogen dierteljäbrl.lLoMl. Redaktion und Erbcditio» Siebe«. Babndositrabe 23. «fife LSw«n,-sic. Delrvbon 2008. Inserat« losten die 6 mal gespalt. Kolonclzctle oder deren Raum 15 Psg. Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bi» oben»» 7 Tbr für die folgende Nummer in der Ervedition aufgebeu Nr. 229 Gießen, Mittwoch, den 23. September 1D14 9. Jahrgang Weltanschauung. Ms eine Schule des Umlcrnens feiert Herr Oertel in der Deutschen Tageszeitung den Krieg. Damit hat er sicher ganz .-recht. Denn der Krieg, der für alle Erdbewohner ein gemeinsames ungeheures Erlebnis ist. muß im Denken der Völker die gewaltigsten Umwälzungen Hervorrufen. Auf einer gieuen Grundlage wird sich nach dem Kriege der alte Kampf der Weltanschauungen fortsetzen, und dann wird sich diejenige Anschauung als die stärkste erweisen, die mit den tatsächlich zutage getretenen Lebensnotwendigkeiten im besten Einklang steht, die von der höchsten Warte aus die kommende Entwicklung überschaut hat. Vielleicht ist es aber jetzt schon Zeit, aus den Ereignissen einige Lehren zu ziehen, und da können wir allerdings nicht den Weg des Herrn Oertel gehen, der durch den Krieg die Meinung widerlegt findet, „daß eines Volkes Kraft im Desentllchen auf feiner Geistesbildung und auf der sogenannten Kultur beruht". — Wie könnte sich denn daS deutsche Volk gegen das ungeheure Rußland zur Wehr setzen, wenn es nicht seine überlegene Geistesbildung und „söge- nannte Kultur" hätte. An Zahl können wir es von allen unseren Feinden nicht einmal mit diesem einzigen aufnehmen, auch an Körperkrast mag der russische Soldat dem deutschen vielleicht überlegen sein, nur die höhere Bildung und Kultur gibt diesem die Kraft zur Ueberwindung einer körperlich brutalen liebermacht. Daß neben der geistigen auch körperliche Tüchtigkeit zum Kriegführen notwendig ist, wird auf der anderen Seite niemand bestreiten. Gerade auf diesem Gebiet gibt eS zctzt für manchen deutschen Politiker Gelegenheit zuni Umlcrnen. Der Schutz der deutschen BevölkerungS- masten gegen die ihr drohende industrie-kapitalistische Entartung, der Kamps um ausreichende Arbeitslöhne, gesunde Wohnungen, billige Ernährung, war in Wirklichkeit nationale Tat! Wir können uns weiter aber nicht zur Auffassung des Herrn Oertel bequemen, daß nun die Notwendigkeit erwiesen ei. auch in Friedenszeiten „den derben kriegerischen 2inn zu wecken und zu erhalten". In Wirklichkeit war das «rutsche Volk doch bis zum Kriegsausbruch gar nicht kriegerisch. sondern durchaus friedlich gesinnt, und täglich bekämpfen wir die Behauptung der Gegner, daß dieser Krieg aus der Kricgslust des deutschen Volkes entstanden sei. Vor allem waren die Hundcrttauscnde von Soldaten, die überzeugte Sozialdemokraten sind, solange sie den Zivilrock trugen, ganz gewiß nicht kriegerisch gesinnt. Sie hielten und halten noch immer den Krieg für ein grauenvolles Nebel. Das hindert sie selbstverständlich nicht, alle Energie anzuspannen zur Abwehr einer Niederlage des eigenen Volkes. Aus solcher Gesinnung entspringt dann auch die höchste Kriegs- tzüchtigkeit, nicht aus dem „derben kriegerischen Sinn", der bei Kosaken, Baschkiren, Basutos und Njamnjani sicher viel stärker entwickelt ist als bei uns. Ein sehr heikles Kapitel berührt Herr Oertel schließlich, wenn er das Verhältnis von Religiosität und Krieg behandelt. Richftg ist jedenfalls, daß der Krieg überall einen starken Aufschwung der Kirchenfrömmigkeit mit sich gebracht hat. Wir sehen diesen Austchwung bei uns, wir sehen ihn ober auch in Frankreich, wo in überfüllten Kirchen Gott zur Rcftung des bedrohten Vaterlandes angcrufen wird, und ganz besonders stark sehen wir ihn in Rußland, wo die Popen ihre geistliche Tätigkeit auf die offene Straße verlegt haben, wo der Zar bei jeder Gelegenheit fromme Ansprachen hälr und das Heer sich an äußerlicher Frömmigkeit sicher von keiner anderen Armee der Welt llbertreffen läßt. Es ist nun einmal eine peinliche, aus zahlreichen Berichten erweisbare Tatsache, daß der Weg des russischen Rückzuges nicht nur durch verstümmelte Leichen, sondern auch durch zahllose Heiligenbilder gezeichnet ist. Daraus geht doch hervor, daß cs verschiedene Arten der Frömmigkeit gibt, und daß nicht wde von ihnen die richtige sein kann. Herr Oertel bleibt an der Oberfläche der Probleme, wenn er schreibt: Mn ^ CT Qltc kernige und kerngesunde Gottesglaube hat die muen Nebel des Zweifels gescheucht und die Herzen wieder im «n^ ?.gewonnen. Selbst die gewerbsmäßige» Gottesleugner (?) Et i Ue geworden und haben umlcrnen müste». DaS sind die Frieden^" 6eä Krieges, an denen wir festhalten wollen auch im p, Krieg ist über die Menschen wie ein unbegreifliches Gc,kyick hcrcingebrochen, er hat die Bedeutung aller Einzes- wlllen zu nichts zusammcnschrumpfen lassen. Das Wort, daß leder seines Glückes Schmied sei, gilt heut weniger denn je, und wir alle fühlen, daß über unserem Schicksal etwas waltet, Eas starker ist als wir. Dr durchleben wir jetzt die ganze Der frricy. Skala der Empfindungen, die den Wilden angesichts des blinden Waltens der entfesselten Naturkräfte beschleichen: bei Orkan, Blitzschlag, Erdbeben. Und daraus erklärt sich auch der Hang zum Uebersinnlichen, der jetzt in manchen Bevölkcr- ungslreisen unverkennbar hervortritt. Niemand wird den Schwachen, Schutzbedürftigen den Trost rauben wollen, den sie in solcher Betätigung ihres Gottesglaubens finden — aber ist solche verzweifelte Zuflucht ins Reich des unendlich Un- bekannten wirklich der menschlichen Weisheit letzter Schluß? Nein, wenn die Sturmflut vorüber ist, wollen wir wieder aufbauen und neue Dämme ziehen und wollen den Kops stolzer und zuversichtlicher tragen als je zuvor. In: Kampfe gegen sinnloses Toben der Gewalten wollen wir unser Menschentum bewahren und zu höheren Stufen geistiger Klarheit und sittlicher Kraft emporführen. Und wenn wir „umlernen", wollen wir nicht vergessen, was den Stolz menschlicher Kul- turcntwicklung seit Jahrhunderten ausmacht. französische Bulletins. Paris, 21. Scpi. Ein Bulletin vom 20. September, nachmittags 3 Uhr, sagt: „Aus unserer Linken haben wir am rechten Ufer der Oise Fortschritte gemacht. Alle Versuche der Deutschen, mit Unterstützung ihrer schweren Artillerie unsere Linie zwischen Craonellc und Reims zu durchbrechen, waren vergeblich. Tic Höhe von Brimont nördlich von Reims wurde von den Deutschen wieder genommen. Die Deutschen beschossen „ohne Grund" erbittert die Kathedrale von Reims, die in Flamme» aufging. In den Vogesen hat der Feind bei St. Die die Offensive wieder ergriffen. Unsere Angriffe aus dieser Linie schreiten langsam fort ivcgcn der Schwierigkeiten des Terrains, der Art des feindlichen Widerstandes und des schlechten Wetters. — Wir besitzen noch keine sichere Bestätigung des Falles von Maubeuge." Am 20. September. 11 Uhr nachts, wurde folgendes offiziell mitgctcilt: „Auf unserer Linken haben die Truppen westlich von Soissons ein wenig nachgcgebcn, sind aber dann unmittelbar darauf wieder vorgegangen: auf dem rechten User der Oise haben sic fortwährend Fortschritte gemacht. Nördlich von Reims sind alle feindlichen Angriffe, obwohl sie mit großer Energie geführt wurden, zurückgewicsen worden. Fm Zentrum und östlich von Reims haben uns unsere Angriffe neue Fortschritte machen lassen. In de» Argonncu ist die Lage unverändert. In Woevre hat der Regen den Boden so aufgeweicht, daß die Bewegungen der Truppen sehr schwierig sind." Eine Louvoner amtliche Meldung. London, 21. Sept. Das Preßburcau meldet: Die Lage ist unverändert. Das Wetter ist schlecht. — Das Preßburcau dementiert offiziell die Nachricht von einer Landung russischer Truppen in Frankreich. Zerstörung der Neimser Kathedrale? Deutsche Barbarei? Rom, 21. Sept. Aus Frankreich wird die Meldung verbreitet, die Kathedralen in Reims und Senlis ständen in Brand. Obwohl von Deutschland keinerlei Bestätigung dieser Sensationsmeldung cingetrosscn ist, wird sic ohne jeden Vorbehalt zu neuen Protesten gegen die „deutsche Barbarei" ausgenüyt. Die französische Regierung schürt diese Bewegung. Die hiesige Akademie San Luca und die internationale Künstlervercinigung protestieren dagegen. Französische Berichte behaupten, das deutsche Feuer sei ohne Zweck absichtlich aus die Kathedrale gerichtet worden, verschweigen aber, daß Reims das Zentrum der ftanzösischen Stellung ist, das die Deutschen natürlich nicht schonen dürfen. Bordeaux, 21. Sept. Im heutigen Ministcrrat teilte Viviani mit, daß ein Ausschuß ernannt worden fei, um in den Gegenden, die von den Franzosen wieder besetzt worden sind, eine Untersuchung über die von den Deutschen angerichtcten Grausamkeiten anzustellen. Die Regierung beschloß ferner, allen Mächten einen Protest gegen die Beschießung und Zerstörung der Kathedrale von Reims zu senden. Wer alle diese Bericht mit einander unvoreingenommen vergleicht, der kommt auch heute wieder zu der Ueberzeugung, daß zwar unsere Truppen noch immer und voraussichtlich noch längere Zeit erbittert und unter den schwierigsten Verhältnissen zu käinpscn haben werden, ehe sic den Raum nördlich und östlich von Paris, den sic angesichts des französischen Vcrzweiflungsvorstoßcs wieder aufgegcben hatten, wieder ganz in ihrem Besitz genommen und die unseren Waffen günstige Entscheidung in dieser größten Schlacht der Weltgeschichte herbeigcführt haben werden. Man erkennt aber auch, und zwar nicht zuletzt aus den amtlichen französischen Berichten, daß die Heeressäulen der Verbündeten auf allen Puntten des Ricsenschlachtfcldes in zwar langsamen und zähem aber doch stetem Zuriickwcichen. sind. Und das darf uns in diesen ernsten Tagen des Wartens mit Zuversicht erfüllen. Die Zerstörung der Kathedrale von Reims — vorausgesetzt, daß sic sich bewahrheitet, und wir hoffen noch, daß es nicht der Fall sein wird — die Vernichtung dieses wundersamen Bauwerks wäre wieder ein neuer Beweis für die Kulturfeindlichkeit des Krieges, der nur die Selbsterhaltung zum Maßstabe des Handelns nehmen kann und nicht einmal vor den herrlichsten Kulturschätzen Halt macht. Wie dein aber auch sei: mit guteni Rechte glauben wir die deutsche Heeresleitung gegen den Vorwurf in Schutz nehmen zu können, daß sie frivol und vandalisch das herrliche Bauwerk habe in Brand schießen lassen. Man denke an die Belagerung von Straßburg im Jahre 1870 und die peinliche Schonung des Münsters, man denke deiran, daß auch diesmal die Armceleitung ausdrücklich Anordnungen getroffen hat, die Kathedrale zu schonen. Nach aller bisheriger Erfahrung dieses Krieges kann und muß man zu der Vermutung koni- men, daß die Franzosen, wie schon in vielen Fällen, auch diesmal die Kirche zu einem Angriffspunkte durch Besetzung mit Maschinen-Gewehren, Geschützen usw. gemacht haben, so daß dann nur ihnen die Schuld zuzumessen wäre, wenn die deut- sche Armeeleitung zu einer Beschießung der Kathedrale gezwungen war. Die französischen Anleisteversnche in Amerika gescheitert. WB. Stockholm, 21. Sept (Amtlich.) Ein Lonboner Telegramm an das Stockholms Dagblad teilt mit, daß die sranzöfischen Anlcihcvcrfuchc in Amerika endgültig gescheitert find, da die amerikanische Regierung ihre Zustimmung verweigerte. Frankreich soll Ersatz in London suchen. Brüsicl wird nicht geräumt WB. Berlin, 21. Scpi. (Amtlich.) Die im Auslände verbreitete Meldung, daß Brüssel von den deutschen Truppen geräumt sei, ist falsch. Ebensowenig trifft die Behauptung zu, daß der deutsche Befehlshaber die Räumung der Stadt als nahe bevorstehend angekündigt habe. Keine Unterschätzung der Gegner. Tic gesamte deutsche Press« ohne Ausnahme und die meisten Deutschen hatten sich in den ersten Wochen des Krieges daran gewöhnt, mit iinsäglicher Verachtung von den Gegnern Deutschlands und deren Armee zu reden. Die ersten raschen Erfolge hatten zu einer weitverbreiteten Ueber- hebung und zu einer Trübung des ruhigen Urteils gefühtt. Wir haben uns von Anfang an bemüht, den Ereignissen dieses Weltkrieges gegenüber die ruhige Objekttvität des Urteils zu wahren, das sich auf das Wohlergehen des deut- schen Volkes und auf die Forderungen unserer sozialistischen Ueberzeugung zu erstrecken hat. Jetzt muß selbst die offiziöse Nordd. Allg. Ztg. zu einer Korrektur der öffentlichen Meinung schreiten und vor einer Unterschätzung der feindlichen Armeen warnen, obgleich sie selbst zu dieser Unterschätzung erheblich beigetragen hat. Die Nordd. Allgem. Ztg. schreibt letzt u. a.: „. . . Nicht jeder Tag kann Siegesmeldungen bringen. Das überraschende, man darf wohl sagen stürmische Vorbringen unseres Heeres in den ersten Wochen des Krieges hat uns verwöhnt und mag hier und da in Kreisen der Niclst- kämpfer zu einer Unterschätzung namentlich des ftanzösischen Heeres Anlaß gegeben haben. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß eine solche Auffassung bei unserer Heeresleitung niemals bestanden hat. Die Kenner der Verhältnisse haben vorhcrgesehen, daß wir mit unseren Gegnern kein leichtes Spiel haben würden. Durch das große Aufgebot, das sic östlich von Paris ins Feld gestellt haben, und durch die tapfere Gegenwehr, die sie dort zeigen, wird diese Voraussicht gerechtfertigt. Unsere Truppen haben einen hatten Kampf zu bestehen, sie fechten mit ganzer Hingabe ihrer körperlichen und sittlichen Kräfte und verdienen die höchste Bewunderung. Daß der Kampf längere Zeit erfordctt, als sich wohl mancher im Lande gedacht hat, ist in den Verhältnissen einer mit so gewaltigen Truppenmassen auf beiden Seiten unternommenen Schlacht begründet. Ungeduld bei den Nichtkämpfendcn würde ein Unrecht gegen die Truppen und ihre Führer bedeuten. . .. Ein Sieg über minderwettige Gegner könnte nicht die Genugtuung bringen wie die Niederwerfung von Feinden, die ernst zu nehmen sind. . . ." Natürlich ist diese Unterschätzung des Gegners nicht allein in Dcuffchland zu finden. Sie ist überall da anzutresfcn, wo einseitig nationalistische Erziehung zu einem nattonalen Egoismus gefühtt hat, der diesem Weltkriege in allen Lagern so furchtbare Formen gibt. Aber auch in anderen Ländern kommt man zur Einkehr und Besinnung. So schreibt die renommierte englische Wochenschrift der Economist: „. . . Das Bestreben der ersten Kriegstage, die Deutschen als Feiglinge darzustellen, die, genau wie die Buren, nicht schießen können und sich vor der blanken Waffe fürchten — oder ihr Heer als untüchtig, ihre Artillerie als weit hinter der französischen znrückbleibend, und ihren Transpott als so schlecht organisiert, daß die Soldaten an der Front Hunger leiden: das hat man nun aufgcgebcn. Denn die Logik der Ereignisse und die Berichte der zurückkehrenden Verwundeten beweisen, daß die Deutschen in Frankreich be- ängstigend rasch Notgedrungen sind, daß sie nnt teuflischem Mut gekämpft haben und immer wieder einem fast sicheren Tode entgegengestürmt sind. Wie wenig zeugt cs für den gesunden Verstand unserer gesamten Presse, das; sie es für einen Vorteil für unsere Truppen gehalten hat, dem Feinde Mangel an Mut und an Organisation anzudichten. Man muß seinen Feind auch im Kriege achten. Tie Behandlung von Verwundeten und Gefangenen ist cs, waS heutzutage gebildete Völker von barbarischen unter- scheidet. In diesen Dingen mutz Wechselseitigkeit herrschen. Ter blotzc Gedanke an Wicdervcrgeltung in dieser Forui ist abscheulich." Dic ostprc,«frischen Liege bringen den Lesterreichern Entlastung. Berlin, 21. Text. Die Voff. Zeitung meldet aus Stockholm: Tie Londoner Tailn Mail hat Nachricht aus Petersburg, dag mau dort auhcrordcutlichc Mastnahmen trifft, um de» General vo» Hinbcnburg auszuhaltc», der mit 760 000 Mann schon aus russischem Boden stehe, bereit, die Ossensivc zu ergreifen und auf Warschau zu marschieren. Hierdurch wäre mau genötigt, einen beträchtliche» Teil von den in Galizien gegen die Oesterreichcr operierenden Armeen gegen v. Hindenburg zu sende». Das Gouverncrncnt Snwalki. Das unter die deutsche Verwaltung gestellte Gouvernement Suwalki bildet das nördlichste Gouvernement Russisch-Polens. Im Westen grenzt es an Ostpreußen, im Norden und Osten bildet seine natürliche Grenze gegen die rnssisch-litauischcn Gouvernements Kowno, Wilno und Grobno der ftluf) Njemcn und nur im Süden ist es durch einen schmalen Strich vo» etwa 00 Kilometern mit dem russisch-polnischen Gouvernement Lomza verbunden. Es nimnit einen Flächcnraum von 12140 Quadratkilometern ein und gehört zu de» am dünnsten besiedelten Teilen Russisch- Polens: im Jahre 1009 hatte es eine Bevölkerungsdichtigkeit von nur 51,5 Einwohnern pro Quadratkilometer, seine Bevölkerung betrug in demselben Fahre rund 63? 000. lieber die Hälfte der Bevölkerung, nämlich 52,3 Prozent, sind Litauer, dann kommen die Polen mit 23 Prozent, der Rest verteilt sich zwischen Inden, Rusien, Weißrussen und Deutschen <0 Prozent). Tie Haupt- crwcrbszweigc sind Ackerbau und Viehzucht. Industrie ist ganz unbedeutend. Im Jahre 1010 wurden in dem ganzen Gouvernement 237 der Gcwerbcinspcktivn unterstellte Betriebe gezählt, welche nur 3088 Arbeiter beschäftigten. Der Seekrieg. W. I?. Berlin, 21. Sept. Nach Mitteilungen aus Amsterdam hat die englische Admiralität am 20. September folgendes bekannt gegeben: Der deutsche Kreuzer „Emden" von der Ehina-Ttation, der sechs Wochen lang ganz aus dem Gesichtskreise verschwunden war, erschien am 10. Scptenibcr plötzlich im Golfe von Bengalen, nahm 6 Schiffe, versenkte 5 davon und sandte das letzte mit den Beniannungen nach Kalkutta. Der englische kleine Kreuzer „Pegasus", von Sansibar aus operierend, zerstörte Dar-es-Salaam und versenkte daselbst das Kanonenboot „Möve". „Pegasus" wurde heute morgen, als er dicht vor Sansibar lag und Maschinen reinigte, von „Königsberg" angegriffen und vollständig unbrauchbar gemacht. 25 Mann der englischen Besatzung sind tot, 30 verwundet. Hierzu wird von zuständiger Stelle folgendes nntgeteilt: Bei „Möve" handelt cs sich keineswegs um ein kampffähiges Kanonenboot. Sie war vielmehr ein Vcrmessungsfahrzeug ohne jeden Kampfwcrt. Bei Beginn des Krieges wurde sie als für die Kricgsführung wertlos abgerüstet. Der englische kleine Kreuzer „Pegasus" hat eine Armierung von 8 Stück 10 Zcntimeter-Schnellladekanonen, während unser kleiner Kreuzer „Königsberg" (denn um diesen handelt es sich in diesem Falle) eine solche von 10 Stück 10,5 Zentimctcr-Schnell- ladckanonen hat. Die englische Admiralität macht weiter bekannt: Ter englische Hilfskreuzer „Earmiuia" versenkte ani 14. September einen bewaffneten deutschen Danipfer, vermutlich „Kap Trafalgar" oder „Berlin" nach zweistündigem Gefecht. „Carminia" hatte 9 Tote. — Zu dieser Londoner Meldung wird uns von zuständiger Stelle bekannt gegeben: S. M. Hilfskreuzer „Kap Trafalgar" ist am 14. Scpteniber in der Nähe der brasilianischen Küste nach heftigem Kampfe mit dem englischen Hilfskreuzer „Earniinia" untergegangen. Tie Besatzung ist durch den deutschen Dampfer „Eleonore Wörmann" gerettet worden. Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 67 „Marstrand, niein Freund und Bruder, steh' ihr bei," fuhr er fort, indem er sich zu diesem wandte. „Der Wind ist gut und wird stärker werden. Dic Jacht wird morgen übend an der Mündung des Eidfjord sein, dort erwarte ich sie. Sic wird während der Nachtstunden ankern, denn dieser schwerfällige Kasten wird in der Finsternis nicht durch das Klippcngewirr von Staatenland schleichen oder ins freie Meer hinaus wollen. Dann sei bereit, meine Hanna, ich komme. Alles ist eingerichtet zur raschen Flucht nach Christianssund." „Du sollst mich finden, Henrik", sagte sic, seine Hand fest- haltend; aber ohne Antwort lietz er sie los, denn eben wurde Hclgcstads Kopf über dem Kajütcnbau sichtbar. „Ich hoffe, Herr Helgcstad", ries der Beamte, der hinter ihm war, „Sie halten cs dem strengen Dienst zu gut, das; Sie belästigt wurden. Ich will nicht weiter untersuchen. Segel aus, Boot fertig. Glückliche Reise, Herr!" Ohne Aufenthalt sprangen die beiden Beamten in die wartende Jolle, und mit einigen Dutzend Ruderschlägcn waren sie am Bord des Luggers, der sogleich seine Geitaue fallen lieh und vor der Jacht hinschoh. Die höflichen Beamten grüßten hinüber, Hanna dankte sittsam, und Helgcstad, der seine Kappe ziehen mutzte, murmelte laut genug, daß sic ver- dämmt sein möchten samt allen diesen nichtsnutzigen Aufpassern, die aus lieber Langeweile und llcbcrinut ehrlichen Leuten den Weg verlegten. Das kleine Abenteuer war so schnell vorübcrgcgangcn und so lustig verlaufen, daß es bald vergessen war, als der Lugger, hart an den Wind gelegt, zurückeilte und in der nächsten halben Stunde verschwand. Tic Jacht setzte den ganzen Tag über ihre Fahrt sort, Helgcstad mischte sich seinen Grog und war guter Laune, daß Wind und Wetter die Fahrt so leicht und angenehm machten. Verschiedentlich durchschnitt Schließlich macht die englische Admiralität noch folgendes bekannt: In der Nacht vom 14. zum 15. September versuchte ein deutscher Dampfer auf dem Kamcrunfluß das englische Kanonenboot „Twars" durch eine Bombe zu versenken. Der Versuch mitzglückte. Der Dampfer wurde erbeutet. Am 16. September versuchte ein anderer deutscher Dampfer den „Twars" zu rammen. „Twars" wurde nur wenig beschädigt, der deutsche Dampfer wurde vernichtet, ebenso zwei Boote mit Explosivmitteln. Tie Tätigkeit der Oesterreicher ?,«»r See. Mailand, 21. Sept. Dem Giornale d'Italia zufolge hat ein österreichisch-ungarisches Geschwader, bestehend aus 6 Torpedobooten und einem Kreuzer, dic Station siir drahtlose Telegraphie in Antivari beschosien und schwimmende Minen gelegt. Vi«« japanisches Torpedoboot pcrttichtet. Nach Meldungen englischer Blätter lst ein japanisches Torpedoboot vor Äiautschau auf eine Mine gestosten und untergegangen. Die Kämpfe m den Koirnlicu. London, 21. Sept. Aus Kapstadt wird gemeldet: Tie Regierung kündigt an, daß deutsche Truppen aus Südwest zwischen Nokob und Upington ins Kapland eingedrungen sind und sich dort verschanzt haben. Man hält die deutschen Trup- Pen für wenig zahlreich. Alle naturalisierten Deutschen in Südafrika sind cinge- sperrt und in Johannisburg und Bloemfontein konzentriert worden. Aus Kapstadt sind in den letzten zwei Tagen fast 200 nach Bloemfontein abgcgangen, darunter Prinz Salm- Salm. (?) Zwei deutsche Handelsschiffe von je etwa 5000 Tonnen sind in Kapstadt beschlagnahmt worden. Nairobi, 21. Sept. Der britische Dampfer „Kavirondo" brachte zwei deutsche Handelsboote auf dem Viktoria Njnnsa- Sec zum Sinken. Der deutsche Dampfer „Muanza" griff am 15. September den britischen Dampfer „Winifred" an, welcher im Begriff war. in die englische Karungu-Bai einzu- fahren. Der „Winifred" zog sich zurück und kehrte später zusammen init dem „Kavirondo" zuriick. Er traf in Karungu, ohne Widerstand zu finden, ein. Was Indien erfährt. Wien, 21. Sept. Ein Kenner Indiens erklärte der Neuen Freien Presie gegenüber Englands Politik geradezu als selbstmörderisch. Die Einstellung der Dampserlinicn »ach Bagdad und von Bombay nach Buschir lägt verniutcn, das, eine mohamedanischc Bewegung in Indien im Entstehen ist. Diese Masinahmen würden jedoch in keiner Weise etwas nützen, da trotz alledem die Eingeborene» Indiens erführen, was in Europa vorgehe, und zwar aus den Bazargerüchten, die sich wie ein Lauffeuer aus noch aufgeklärte Weise über ganz Indien verbreiteten und oft Dinge verrieten, dic nie in europäischen Zeitungen erschienen. To sei der grosie Aufstand 1857/58 ohne Post und Telegraphie vorbereitet worden. Die Unruhen in Kairo. Berlin, 22. Sept. Ein vom 6. Septeinber datierter Brief eines in Kairo lebenden Oesterrcichers bestätigt die Meldung, daß in Kairo Unruhen ausgebrochcn sind. ES herrscht hier schon ein großer Aufruhr, was gefährlich werden kann, denn wenn die Araber den Heiligen Krieg erklären, kennen sie nur Christen und keine Nationalität. Gestern wurden dic Mufti- und die Ben cl Sulcin-Stratze im Hauptge- schäftsviertcl geplündert und ausgcraubt. Englische Kavallerie kam wohl und säuberte die Straßen, aber zu spät, es ging drunter und drüber. Es ist unmöglich, Geschäfte z» machen. Infolge des Moratoriums fällt cs den arabischen Kunden nicht ein, zu zahlen. Italiens Neutralität. Rom, 21. Sept. Die Stampa erfährt, daß der Ministerrat beschlossen habe, auch weiterhin eine Politik der Neutralität zu befolgen, da bisher keinerlei Ereignisse cingctreten seien, die Italien veranlassen könnten, aus seiner Neutralität herauszutreten. Tie Negierung erkenne jedoch dic Notwendigkeit, ihre Neutralität mit immer größerer Wachsamkeit und neuen Rüstungen zu umgeben. Kampf dcr italicttischc» Sozialist«« fiir die Neutralität. Rom, 21. Sept. Fraktion und Parieileitnnq her radikalen Sozialisten b-lschlosscn, nicht nur fernerhin an der Politik jdcr Reu- die schöne Jlda offene Mecresstcllcn, wo sie von gröberen Wogen gefaßt und geschaukelt wurde, aber bald verlor sic sich wieder zwischen den endlosen schmalen Sunden, bis zuletzt dic Dunkelheit kam und Helgcstad cs für das Beste hielt, seinen Anker in einer stillen kleinen Bucht fallen zu lassen. Hanna konnte sich nicht über Mangel an Aufmerksamkeit und Freundschaft beklagen. Co viel als möglich war der Schiffsherr sorgsam mit ihr beschäftigt und Marstrand immer bereit zu Gespräch und Unterhaltung. — Was der Gegenstand derselben war, ist leicht zu erraten. Wo cs nur geschehen konnte, verhandelte da? Fräulein ihren Plan, Helgcstad zu täuschen, und wie es am besten zu ermöglichen sei, bei Nachtzeit aus das Teck der Jacht zu kommen. Das Kabinett, in welchem Hanna schlief, bildete den innersten Raum dcr Ka- iiite. Sie mußte durch diese gehen, um nach der Tür zur Treppen zu gelangen. Eine Lampe brannte dort an der Decke, und rechts und links schliefen Helgcstad und Marstrand. Tie meiste Hoffnung, die Gefahr zu überwinden, war, wenn sie mit List oder Beharrlichkeit auf dem Teck zu verweilen suchte, bis Helgcstad von Ermüdung bewogen sein Lager suchte und den Verbündeten freies Spiel ließ. Um dies ausfiihrcn zu können, legte Hanna schon heute Hand ans Werk. Nach dem Abendessen, als der alte Schiffer seinen Schlaftrunk genommen hatte und schweigsam sich reckte, band sie den Hut von neuem auf und forderte Marstrands Begleitung zu einer Promenade auf dem Teck. „Bist närrisch, Mädchen", sagte Helgcstad, grälich lachend. „Ist dunkle Nacht draußen. Liegen hier zwischen jähen Klippen und fallen dic Nebel schwer wie blei auf die Brust." „Ich liebe die Nacht," anwortcte sic. „Es ist trostvoll und schön, mitten im Meere von eines Sternes Licht übcr- zittcrt zu werden, ihm zu vertrauen, wenn dic bösen Geister in Nebeln niedcrfahren, wenn Funken aus den Wolken sprühen und die hohlen Töne des Windes wie Geisterstimmen aus Klüften und Felsspalten sprechen." „Nuh!" rief Helgestad boshaft grinsend, „hört sich der I tveüiÄr sesizuhallen, sondern auch in ganz Italien eine Aqitaki'oii !K-(K» di« Kri-ogStrcibercien zu erössnen, da vor allem die ökonomische Lag« d«S Landes de» Frieden erheisch«. Die Kapitulation«». Wie», 21. Sepi. Wie nun bekannt wird, haben die vier Groß--' möchte, Rußland, Frankreich, England und die Bereinigt«» Siaatrn, di« sich gegen dic Aushebung dcr Kapiiulationcn ausgesprochen hatten, offiziell bei der türkischen Regierung Protest emgelcgt. Teiitjchland, Italien und Oesterreich-Ungarn haben keinerlei Einspruch erhoben. Mailand, 2t. Sept. Di« Psortc hat nach hier ciniresjenden Nachrichten di« Not« des Dreiverbandes wegen Aufhebnna dcr Kapitu-- lationcn abgelehnl. jcdcch di« Frist bis zum 1. November vcr!7 gcrt. Man nimmt an, die Mächte dcz Dreiverbandes würden der Pforte Vorschlägen, wenigstens die Kapitulationen über das Gerichtswesen besiehe» zu lassen. Ucbcr dic Hcibsttaqung des Reichstages berichtet «in« Korrespondenz: Dcr Reichstag ist bekanntlich bis znm 24. November vertagt morden. Ob dcr Reichstag bereits an diesem Tag« zuiammcntriit, ist noch unbestimmt, doch wird angenommen, das, der Reichstag ein« kurze Tagung vor Weihnachten obhalten wird, um einige Vorlagen zu beraten, die durch de» Kricqsvcrlans not- ivcndig geworden sind. Mit dem neuen Etat siir 1816 wird sich der Reichstag im Herbst noch nicht beschästigcn, sondern wahrsck>«in'iich erst im Frühjahr einen provssorischcu Etat verabschieden. Ob die Negierung Flottcnforderungen über den Rahmen des Etats hinaus schon jetzt stelle» wird, steh: noch nicht fest. Man ist der Ansicht, das; die im Kriege verlorenen Schisse tunlichst bald ersetzt iverden, ohne das; über den Rahmen des FlottengcsetzeS hinousg«gang«n wird. Die Veschlcunignng der bereits in Angriff genommenen Neubauten liegt im Interesse dcS Vaterlandes. Neubauten, die erst siir später in Aussicht gcuomnien waren, schon jetzt in Bestellung zu geben, wird während der Kriegsdauer kaum möglich sein. Die politische Wandlung in Badei«. In einem Vierteljahre hat sich i» Baden auf dem Gebiete der inneren Verwaltung eleu völlige Wandlung vollzogen. ES war am 16. Iunt d. I., als in dcr 01. Sitzung dcr Zweiten badischen Kammer dcr Minister Freiherr v. Bodman erklärte: es könne siir die Regierung keine Rede davon sein, dass Mitglieder dcr republikanische» Sozialdemokratie zu. Bezirksrätcu ernannt werden, da bei Ichicrcn nie entsprechender „Gcmcinsinn" (§ 2 Vcrwaltungs- gcsctz) vorausgesetzt werde» müsse. Nachdem Genosse Geist gegen diese Behandlung der Sozialdemokratie aus auLnahmegcsctzllche Weise energisch protestiert hatte, erhob sich auch Genosse Frank, une z» erklären: Tic heniigc Erklärung des Ministers ist ein bedauerlicher Schritt rückwärts, da er früher wenigstens nicht den Versuch machte, diese politische Vergewaltigung einer Volksklasic in eine gesetzliche Form zu kleiden: so ist er dazu gekommen, eine ganze Klaffe her Bevölkerung schwer zu beleidigen durch de» Vorwurf, wir Sozialdemokraten erniangellcn des GcmcinsinnS. Ich protestiere gegen diese Beleidigung unserer Partei, die ihren Gemcin- fiiitt einem Minister gegenüber nicht zu beweisen nötig hat. Minister v. Bodman entgcgncie: Er habe weder eine Bevölkc» rnngsklaffc, noch eine Partei als bar des GcnieinsinnS bezeichnet, sondern nur gesagt, die Angehörigen dcr Sozialdemokratie hätten nicht den Gcmcinsinn, welchen die Bestimmung dcS BerwaltungS- gcsedcS voraussctzt. Nicht nur von dcr republikanischen Gesinnung, sondern von den, Spielen mit dcr Revolution habe dcr Minister gesprochen. Dazu gehöre auch die Rede Dr. Franks zur Empfehlung des Massenstreiks als Gewaltmittel. Auf den Zurns Dr. Franks: „Ich will auch nicht Bczirksrat werden", bemerkte von Bodman: „Ja, Tic wären auch sehr ungeeignet dazu. Und solange Sie mtt dcr Idee dcr Revolution spiele», sind Sic nicht im Sinne des Gesetzes von 1863 geeignet, im Bezirksrat mitznwirken." In seiner Replik entgcgncie Genoffe Frank: „Ich habe nichts dagegen, wenn dcr Herr Minister a»S einer Partei Persönlich- kciten hcrausgrcist, dic ihm als Bezirksräte nicht geeignet erscheinen, und quittiere dankend, dast er mich als zu „revolutionär" sllr ungeeignet betrachtet. Ich weist nicinc Zeit anders anzu- wende», als im Bezirksrat zu sitzen! Dcr Minister hat aber nach der Verfassung kein Recht, meine vielen Parteigenossen, die ssch im Gegensatz zu mir als BezirkSrätc eignen, auSzuschliesten. Sein Tadel über unsere Haltung zur Monarchie laust immer wieder auf die Gcssnnungsverfolgung hinaus." Es war dic letzte polemische Parlamcntsrede des Abgeordneten Dr. Frank, die er überhaupt hielt, die letzte auch gegen den Minister v. Bodman, für welchen bekanntlich dcr Genosse Frank ans einem sozialdemokratischen Parteitag das Wort prägte von der „komplizierten Natur", Genau ei» Vierteljahr »ach jener Landtagspolcmik, welche noch lange in einer persönlichen Stimmung nachgewirkt hatte, am 16, September machte die Mannheimer Volksstimmc bekannt — »nd der Telegraph trug es durch's ganze Land — dast der Abg. Geist vom Mannheimer Bezirksamt die Erössnnng erhielt, derselbe sei von dcr Rcglerung zum Bezirksrat ernannt, Vicllelcht kommt auch noch der Tag, an welchem die Vertretungen znm Bczirksrat und zur Kreisversammlung in Baden durch das Volk mittels des allgemeinen. direkten Wahlrechts vorgenommen werden. Unsinn gut genug ein. Nennen es poetisch und ist gemacht von Leuten, die Zeit dazu haben, sich dic Dinge, wie sie sind, so einzubilde», wie sie sein könnten. Wirst aber bald davon geheilt werden, Hanna, wirst die rauhe Wirklichkeit schon fühlen »nd das sichere Hans und Bett suchen, wenn draußen der Stern nichts bleibt als ein zuckend Gefunkel ohne Heil und Frieden. — Geht mit ihr, Herr Marstrand, und zeigt, daß Ihr noch etwas von der Schwärmerei in Euch habt, von welcher Paul Peterscn ein Kapitel zu erzählen weiß: aber seht zu, daß Ihr sie richtig wieder abliefcrt, wenn ihr die Untcrröcke zu feucht werden." Mit dieser derben Spötterei ließ er beide laufen und lag in festem Schlaf, als Hanna nach einigen Stunden an seinem Lager vorübcrschlich und Marstrand leise gute Nacht sagte. Ter nächste Tag verging wie der erste. Das Wetter blieb schön, aber dcr Wind wehte dann und wann breite Wolken- masscn herauf und blies dabei mit doppelter Kraft in die Tegel. Tie Mceresbecken zeigten sich heute auch mannig- faitig belebt. Seehunde und Tümmler umschwärmtcn das Tchiff, aus den Vrütplätzc» dcr Seevögel flatterten Schwärme schreiender Raben und Alken auf, ein Finnfisch spritzte seine hohen Fontänen in dic Luft »nd verkündigte Hcringsscharcn, mit deren Fang sich zahlreiche Fischerboote beschäftigten. — Hummer und rotäugige Ure kaufte Helgestad von einem solchen Boote für den Mittagstisch, und durch seinen Spott und seine Künste nötigte er Hanna, selbst in der Küche zu versuchen, was sie zu Hause nie getan, sondern der erfahrenen Wirtschafterin ihres Vaters überlassen hatte. „Wirst es lernen, Kind," sagte er; „ist der Mensch darum auf der Welt, alles zu lernen, und gebe denen recht, die da meinen, Not sei die beste Lehrerin. Wirst an Jlda sehen, wie man ein Hans regiert, und hast etwas in deinem Gesicht, was mir sagt, kannst vieles, wenn du willst. Liegt in deinen Augen ein stolzer Ausdruck, nirgends znrückznstehen und keinem zu weichen." lFortsetzung solch.) Oraanisierte Sozialdemokraten im deutschen Kriegsstecr. Im dlgitationsbezirk Halle c. 2. hat eine statistische Aufnahme {*3 Bezirkssekretäriats zur Ermittelung der partcigeniifsischen Kriegsteilnehmer folgendes Ergebnis gehabt: Die Geiamtmitglieder- der 8 Wahlkreise betrug vor dem Kriege 26174, davon ivarcn 21769 Männer, Bis zum 15, September waren zmu Heeresdienst «sugezogen 7450, das sind 35 Prozent. Da noch immer Landsturm- pflichtige zu Tausenden cinberuscn werde», wird sich die Zahl der Organisierten im Heere noch steigern, Bon den Funktionären sind 17 KreiSoorstandsmitglieder und 106 Bezirks- bezw, OrtSleiicr cln- bcnrfon. Einzelne Orte haben den ganzen Vorstand bis auf den letzten Mann neu wählen milsic». staatliche Kriens-Arbeitslosenfiirsorge in Sachsen. Dresden, 21. Sept, Der Start hat die Aussührung umfangreicher NotstanüSarbciten vorbereitet. So sollen Bahnbauteu, Hochbauten, Strahenpflasterungen, Wastcrlmuteu, Landstraßen, Kanalisationen usw. ausgeführk werden. Die Arbeiten erfordern viele Millionen. Bedürftigen Gemeinden gewährte der Staat kürzlich einen Kredit von 30 Millionen Mark zu Notstandsarbcitcn und zur Kriegshilfe. Deutsch-österreichischer Ausruf au die „Paulen"-. Die deutsche und die österreichisch-ungarische Heeresleitung läßt in N u s s i s ch ° P o l e n einen Aufruf verbreiten, der in hebräischer Sprache und im „jidischen" Deutsch, der Unigangssprachc der östlichen Inden, abgefaßt ist. Das interessante Dokument, das trotz des auf uns etwas komisch wirkenden Dialekts sicherlich sehr wirksam sein wird, lautet: Zu die Jide» in Paulen. Die heldische Armees v»n die grauße mitteleiropüische Negierungen Deitschland »n Estcrrcich-Ungarn, seinen arcin in Paulen. Der mechtiger Marsch vun unser» Armees hat gezwungen die despotische russische Negierung zu antlaufcn. Unsere Föhnen brengcn eich Recht »n Freiheit: gleiche Bürgerrechte, Freiheit vorn Glauben, Freiheit zu arbeiten ungestert in alle Zweigen vun ekonomischen un kulturellcu Leben in eicr Geist! Zu lang hot ihr sich geplagt unter dem eisernen mosko- witischen Joch. Wi Freind kummen mir zu eich, die barbarische fremde Regierung is aus! Die gleiche Recht vor Jiden soll weren gebaut auf feste Fundamenten. Loht eich nischt, wie a tzach mol frilcr, obnarren durch chan»- fedige Versprechungen! Zu hot nischt auch in 1905 der Zar gesagt die gleiche Recht von Jiden, un zu hat er nischt daraus gegeben den hcchsten Manifest? Wie hat man eich obgezohlt dem dösigen Ehanw, was man Hot auf sich genummen vor der ganzen Welt? Gedenkt das Araustrciben, was man treibt tvgtcglich die sidische Masse» vun feiere eingesesienc Mekaumaus! G c d e n kt K i s ch i n e w, v o m e l, B i a l y st e k, S i e d l c tz un viel Hunderter andere blutige Pogromes! Gedenkt dem Betlis-Prozeß un die Arbeit vun die barbarische Regierung, zu verbreiten dem schrecklichen Ligen von Blutgebrauch bei die Jiden! Asau Hot der Zar gehalten sein monarchisch Wort, woS er hat gegeben, elendig ln die Klemm! Er is jetzt wieder in die Klemm! — Dt, doS !s die Siboh vun seiner Versprechungen. Eier heiliger Ehauw ist ajcvt, zusammen zu nehmen alle Krcftcn, mitznarbciten bei die Besreiuneg. Alle Volkskreften: eier junger Daur, eiere Kehillaus, eiere Chewraus muffen sich schtellen wie ein Mann, mitzuhclsen zu die heilige Sach. Mir erwarten, as ihr wet beweisen durch. Fakten eier Ver- schtand un eicr Uebcrgcgebenheit. Wendet sich mit dem grehten Bitochan zu die Kommandanten vun unsere Militär in die Ocrtcr, woS seinen nohent zu eich. Alle Sorten Lieferungen wellen bald un gut bezahlt. Bahnt dem Weg, zu bezwingen in ganzen dem Ssaune un zu breiigen dem Nizochaun vun Freiheit un Gerechtigkeit! Die obere Leitwng vun die verbindet dcitsche un e st erreichisch -ungarische Armees. » Unter dem Vorsitz von Dr. Franz Oppenheimer hat sich in Berlin ein Komitee gebildet, das eine im Jargon und in hebräischer Sprache verfaßte Sanimelschrift unter dem Titel Kol mcwasser (Herold) in den von unseren Truppen besetzten Gebieten Rußlands unter der jüdischen Bevölkerung verbreitet. Die erste Nummer enthält unter anderem eine historisch-kritische Beleuchtung des verlogenen Manifestes, das der Zar an seine „lieben Inden" gerichtet hat. eine erschütternde Liste von Gewalttaten und Wortbruch Mord und Verbannung, Hohn und Verachtung, die in der Mahnung des alten Testamentes ausklingt: „Gedenke, was dir Amalek angetan hat!" Tic Ricscnschlacht in Frankreich. Rom, 22, Sept. Wie die Tribun« ans Rom meldet, durfte die Schlacht noch einige Tage dauern. Die Verluste ans beiden Seiten seien bisher sehr groß gewesen. Die Teut- scheu Hütten auf den Höhen Schanzgräbcn angelegt und diese durch Baumstämme, Maucrwerk und Drahtgeflechte stark befestigen können. Außerdem hätten die Deutschen ihre Batterien dank ihrer Geschicklichkeit und der Gunst des Weich- bodcns so zu verstecken vermocht, daß sic selbst in Abständen von zwei Kilometern nicht wahrnehmbar seien. Tic Franzosen und Engländer hätten häufig Frontangrisfc machen müssen, die für sie verhängnisvoll gewesen seien. Rollerdam, 22. Scpi. Eine Depesche aus Soifsvns an den Daily Expreß meldet, daß die Verluste der Jnsantcric sehr ernst sein mußten infolge de« mörderischen Artillerie- und Jnfanterie- fcuers der Deutschen. Das Schlachtfeld soll nach dem Rückzug der sranzösischcn Jnsantcric überall mit Leichen bedeckt gewesen sein. Rotterdam, 22. Sept. Wie die Daily Mail meldet, folgen den französischen Truppen alte Bauern, um abends die Truppen zu begraben. Der Korrespondent schildert die furchtbare Verheerung der Ehampagne, die der Mittelpunkt der Operationen sei. Die Rebstgiix seien um den Armeen den Durchgang zu bahnen. Millionen von Weinranken und Trauben liegen vernichtet ans dem Boden. Die Beschießung der Kathedrale von Reims. Berlin, 22. Sept. Daß die Kathedrale von Reims in das Granatfeuer kam, gicbt dem Berliner Lokalanzcigcr An- latz sestzustellen, daß die französischen Geschütze vor der Kathedrale Aufstellung genommen hatten und ihrerseits zu ^sonnen haben. Daß sie dadurch das deutsche .lüiDttiefaiet auf sich und das ihnen als Deckung dienende Gotteshaus lenken mußten, verstand sich von selbst. .A.'ju 22 Sepr Die durch die Kathedrale in Reims gedeckten >raiizowa>en Hauptbaltcrien sollten Pariser Meldungen zufolge für iji” 5." öS*mciibcn Moment ausgeipart werden. Das ungestüme deutsche Vorgehen veranlaßt« sic jedoch, zu feuern. Dadurch wurde das Bombardement allgemein. Die Fassade der Kathedrale hat etwas gelitten, aber ihre Wiederherstellung ist durchführbar. Das Stadthaus ist teilweise zerstört. Rotterdam, 22. Sept. Ter Berichterstatter des Nieuwe Roitcr- damschc Eourant war gestern nachmittaa 2 Uhr in Reims und besuchte die Kathedrale. Das Gel>äude hat schiver gelitten, ist aber als architckiouisches Ganze noch intakt. Der Granatcnrcgeu dauert au. — Der Berichterstatter der Evening News war dieser Tage in Reims. Er berichtet: Um 4% Uhr sing das Gerüst an der Ost- slitc der Kathedrale Feuer und brannte; Hoszstücke sielen auf das Dach. Ter Zweck der Hebung. Berlin, 22. Sept. Dem Berl. Tageblatt wird aus Roni ein neues Einsehen der antideutschen Preßhehe signalisiert, auf das Pariser Losungswort hin, daß die Deutschen znm Vergnügen die Kathedrale in Reims in Brand schössen. Die französische Regierung versendet bereits einen entrüsteten Protest gegen den Vandalismus der deutschen Raserei, und die Prcßhetzc habe cs schon dnrchgcsetzt, daß die römische Kunstakademie bei der Internationalen Künstlcrvcreinigung protestiert habe. Haag, 22. Sept. Das Rentcrschc Bnrcan meldet, daß die französische Regierung beschlossen habe, sofort ans diplo- malischem Wege zu protestieren und die Entrüstung zu äußern wegen der Beschießung der Kathedrale von Reims. Der französische Gesandte im Haag übermittelte der niederländischen Regierung einen Protest Tclcassbs gegen die absichtliche Zerstörung der Kathedrale von Reims durch die Deutschen. Der Kampf um Kiautschau. Rotterdam, 22. Sept. Wie aus Peking gemeldet wird, nähern sich die Japaner langsam den Befestigungen von Tsingtau. Eine weitere Depesche aus Tokio besagt, daß japanische Truppen ani Freitag mit Unterstützung der Flotte in der Bucht von Laoschon, nördlich von Kiautschau, gelandet sind. Zum Schutze der rumänischen Neutralität. W. ]}. Turin, 22. Sept. Der Stampa lvird aus Bukarest gemeldet: Die Regierung wird über mehrere Städte den Belagerungszustand verhängen, um Kundgebungen gegen die Neutralität und zugunsten des englisch-französisch-russischen Dreiverbandes zu verhüten. Ein rumänisches RegierungSdementi. Rom, 22. Sept. Die rumänische Gesandschast in Rvm hat de» hiesigen Blättern eine Erklärung gesandt, des Inhalts, daß sie ermächtigt sei, die Preßmclduiigen von einer rumänischen KabinettS- krisis energisch zu dementieren. Unter den Mitgliedern des Kabinetts herrsche vollkommene Uebereinstimmuiig und die Politik dcr Rcgierung sei nur die vom Krourat festgclegte, an dem alle maßgebenden Parteien tcilgenommen haben. Wie die englische Regierung Truppen wirbt. Rotterdain, 22. Sept. Wie das Rotterdamsche Tageblatt aus London meldet, hat die britische Regierung eine Verfügung erlassen, durch die allen Behörden Großbritanniens verboten wird, Maßnahmen zur Linderung der Arbeitsnot z» treffen, so lange die Werbung der englischen Behörden bei den Arbeitslosen nndanert. Der Schrecken der Franzose». München, 22. Sept. Im Kaserucnhof eines bäuerischen Lanb- städtchcns schauten die dort gefangenen Franzosen beim Abschied des bayerischen Landsturmbataillons aus den Fenstern heraus. Als deren Major seine Ansprache mit einem dreifachen Hurra schloß, waren bereits beim ersten Hurra im Nu alle Fenster leer und die Franzosen verschwunden. So schrecklich war ihnen das Hurra der Bayern vorgekommen. Eine sozialdemokratische Versammiung verboie». Stuttgart, 22. Sept. Das Stuttgarter Generalkommando verbot eine geplante sozialdemokratische Versammlung, in der der Abgeordnete Dr. Liebknecht über das Thema „gegen die Agitationshetze" sprechen wollte. Zcitwciscs Verbot des Vorwärts. Berlin, 22. Sept. Der Vorwärts versendet an seine Abonnenten folgende Mitteilung: Das Erscheinen des Vorwärts ist durch Versüguiig des Oberkommandos in den Marken vom 21. September 1914 auf drei Tage verboten worden. Eine Gattcnmördcrin. Lenttirch, 22. Sept. In Wolferzhosen , hat die Ehefrau Vcronica Ticpolder, die seit einiger Zeit mit einem 02jährige» Manne ein Liebesverhältnis unterhielt, ihren 42jährigen Ehemann durch Ratcngist beiseite geschafft. Die Frau gestand, schon früher Vcrgiftungsversuchc gegen den Ehemann begangen zu habe». Sn. Reinheit», 22. Sept. In den Flammen umgekoin- m c i>. Heute nacht brannte das Anwesen des Landwirts Friedrich Becker, der als Krieger im Felde steht, nieder. Seine Frau ist in den Flammen umgckommcn. Die bedauernswerte Frau soll In ständiger Sorge um ihren Mann gelebt haben, sodaß dir Vermutung besteht, die Frau habe in einem Trübsinnsansall das Feuer, in dem sic nmgekomme» ist, angelegt. Hessen rind Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. — Mehl- und Brvtpreise. In den Zcitnngcn wurde dieser Tage berichtet, daß das Ministcriuni Höchstpreise für Getreide und Mehl festsetzen werde. Eine solche Maßregel wäre gewiß zu begrüßen, sie wiirdc auch jetzt noch eine für die Kon- sn'.ucnten günstige Wirkung ausüben, allein sic kommt viel z u s p ä t. Sofort bei Beginn des Krieges, anfangs August, mußten die Höchstpreise für Mehl und auch für Getreide lestgcsetzt werden, damit würde der von Großmühlen und Lieferanten betriebene Wucher verhindert worden sein. Denn die unerhörte Steigerung anfangs August war in keiner Beziehung gerechtfertigt, die damals von den Groß- wühlen verkauften Mengen waren zu niedrigen Preisen ein- gckaust und die Verkäufer, eben diese Mühlen und Großlieferanten, haben daran Wuchcrgewinne gemacht. Es ist scibstverständlich, daß eine Erhöhung des Brotpreiscs die Folge sein mußte, sobald die alten Vorräte verbraucht Waren, was bei vielen Bäckern schon nach wenigen Tagen der Fall ist. — Gegenwärtig steht der Preis des Roggen- m e h les , das für Brot in erster Linie in Frage kommt, reichlich nni e i n D r i t t e l h ö h e r als im Mai dieses Jahres. Im Oktober vorigen Jahres kostete der Sack Roggenmehl 0 (1 Doppelzentner) 22,60 Mk., im Mai dieses Jahres 23,— Mk., jetzt aber 3 3 Mark! Ebenso ist der Preis des Weizenmehles in die Höhe getrieben. Am 22. April dieses Jahres wurde der Sack Weizenmehl 0 für 30,33 Mk. verkauft, der gegenwärtig 4 0 Mark kostet. Dabei noch steigende Tendenz! Es wäre also auch jetzt noch sehr angebracht, Höchstpreise fcstzlisctzen. Daß dies nicht schon längst geschah, darüber muß man sich wundern. Das Brot kostet der 4-Pfnnd-Laib 00, 64 und 68 Pfg., das sind je 10 Pf. mehr als im Juli. Tic Familicnuiiterstützungcn der Gewerkschaften. Auf einer Konferenz von Vertretern der gewerkschaftlichen Zentral, verbände, die ani 13. d. M. tagte, kain allseitig znni Ausdruck, daß die Arbeitslosenunterstützung die weitaus meisten Mittel der Organisationen in Anspruch nimmt und daß mithin diesem Nnterstiitzungszweig die größte Fürsorge zngewcndet werden muß. Dagegen werde heute namentlich von den größeren Gemeinden für die Familien der Kriegsteilnehmer in weitgehendem Maße gesorgt, sodaß hierin eine Entlastung der Gewerkschaften möglich sei. Die Konferenz gelangt noch gründlicher Würdigung aller Umstände zur Annahme der: folgenden Leitsätze: „Die Konscreiiz der Vertreter der Verbandsvorständc er- klärt, daßEche die Unterstützung an die Familien der Kriegsteilnehmer durch das Reich und die Gemeinde ausgezahlt worden ist, eine vorläufige Hilfeleistung der Gewerkschaften in einzelnen Fällen angebracht war. Nachdem vom Reich »nd zahlreichen Gemeinden die Unter- stützung dnrchgesührt ist »nd sich ergeben hat, daß die Familien der Kriegsteilnehmer bei dieser llnterstützung zum Teil bester oder mindestens so gut gestellt sind als die Arbeitslosen und ihre Familien, hält die Konferenz es fsir dringend geboten, die Unterstützung der Familien der Kriegsteilnehmer dem Reich und den Gemeinde» zu überlasten und die Mittel der Gewerkschaften zur Untcrstllhung der Arbeitslosen zu verwenden. Unterstützung an die Familien der Kriegsteilnehmer svll nur in besondercii Notfällen ans freiwilligen Beiträgen der Mitglieder gewährt werden. Die Konferenz erwartet, daß alle Verbände dieser Aufsorde- rung Folge leisten, damit die Einheitlichkeit der gewerkschaftlichen Organisation gewahrt wird." Im weiteren Verlauf verständigte sich die Konferenz über die Maßnahmen zur Hilfeleistung für einzelne durch den Krieg besonders schwer in Mitleidenschaft gezogene Organisationen. Ans dem hessischen Genossciischastswese». Die in der Hessenkasse vereinigten landwirtschaftlichen hessischen Genossenschaften haben nach einem Bericht der Fr. Ztg. während der aufgeregten Zeit vor und nach der Mobilmachung gezeigt, daß sie die Krisis im hessischen Genossenschaftswesen gut iiber- standcn haben. Namentlich konnte auch ihre neue Zentrale alle Anforderungen leicht erfüllen; heute sind bereits alle Abhebungen wieder an dieses Institut zurückgeflossen, sodaß cs in der Lage lvar, bei der neuen Kriegsanleihe 500 000 Mark ans eigenen Mitteln und ungefähr denselben Betrag ans den Kreisen der ihm angeschlosscncn Genossenschaften zu zeichnen. — Paket-Versendung an die Äriegsteilnchmer. Vom Ersah-Bataillon des Jnf.-Regiinents 116 wird uns geschrieben: Pakete an Angehörige des Feldheeres werden durch Vermittelung der Ersatz-Truppenteile ins Feld nachgcsandt. Das Ersatz-Bataillon für das aktive Regiment Nr. 116 nimmt täglich von 8—11 Uhr vormittags und von 3—6 Uhr nachmittags solche Pakete, mit genauer Adresse versehen, auf der Wache der neuen Kaserne an. Di« von außerhalb ins Feld bestimmten Pakete an Angehörige des aktiven R e g i - ni e n t s können durch Vermittelung der Post hierher gesandt werden. Die Adresse für eine der 6. Kompanie Jnf.-Rcgts. Nr. 116 angehörende Person würde also wie folgt zn lauten haben: An das Ersatzbataillon Jnfanterie-Regiments Nr. 116 in Gießen zur Weiterbeförderung an: 18. Armeekorps, 23. Infanterie-Division, 49. Jnfanteric-Brigade, Jnfantcrie-Regi- mcnts Nr. 116, 2. Bataillon, 6. Kompanie, Gefreiter der Reserve X. Es wird darauf hingcwiesen, daß das Ersatz-Bataillon des Rescrvc-Jnfantcrie-Regiments Nrs 116 sich in Jugen- heim (Rheinhessen) befindet und das Ersatz-Bataillon des Landwehr-Jnfanterie-Rcgimcnts Nr. 116 in Sprendlingen Rheinhessen). — Tote des Giesicner Regiments. Als gefallen werden noch folgende Angehörige des Jnf.-Reg. 116 bekannt: Am 20. September Gefreiter Wilhelm Schütz ans Oberndorf (Res.-Reg.) — Am 8. Se'ptcmber Musketier Heinrich B a m - bey ans Strebendorf, Kr. Alsfeld. — Reservist Heinrich Fett, Buchbinder aus Großen-Linden. — Am 22. August Musketier Paul Zeidler, Dekorateur, aus Wicseck. — Gefallene ans Obcrhesscn und Rachbargebieten: Kanonier Wilh. Wißner ans Deckenbach, Kreis Alsfeld, Zcldart.-Reg. Nr. 23, 5. Batt. (Darmstadt). — Kanonier Joh. Konr. Schnchardt aus Wallersdorf, Kr. Alsfeld. Leichte Mnnitionskolonne, Feld-Art.-Reg. Nr. 25, Darmstadt. — Kanonier Otto Betz, Feld-Art. Rgts. Nr. 25 aus Kefenrod. — Musketier Peter E l a n d y , Jnf.-Reg. 88 ans Nauborn, bei Wetzlar. Zu dem Fonds für Liebesgaben find bei dem Oberbürgermeister weiter cingegangen von: Krsisamtinonn.Hemmerbe. 2. Rate 100.— M. Sladtbaumeistcr Gerb-ol 25.— .k. Lehrer Braun Wive 7.50 .k, Wilhelm Spruch Witwe 7.50 .k, Frau Dr. Brück, Witwe 10.— .k, Lehrer Kar! Schmidt 20.— .H.. Kaufmann F. 50.— M, Inhalt einer Tcnniskaste, überwiesen von Fri. H. Weigand 45.— JI, Frl. Iren« Günther 100.— .k, Sairikätsrat Dr. Kocß 50.— .^ Stadtverordneter Krumm, September rate 100.— M, Fa Wallenfels & Sauer 900.— M, Privat. Friedrich Kühnhold 20.— M, Geh. Justizrat Hell- mig, Wwe 50.— M. Pfarrer Bechtolsheimer und Frau IW.— Ji, Möbetfabrikant Franz Brück 50.— .k, Kaufmann Hermann .Heß IM.— Ji, Kaufmann Sicgmuud Schmidt IM.— .k, OberstaatZan- walt Hof manu 1. Rats 40.— .k, Real lehre r Gustav Wagner 12.-- k, Lihrer Loh 40— Ji, Architekt Hamann 18.— .k, Direktor «ahlhöfer 9— .k, Frau Emilie Roiuge 3.— .k, A. B. 5.— .k, Ertrag eines Lichtbilder abends in der Restauration Fehl in der Lichcrstrafte 11.70 Ji. Zahnarzt Dr. Albert Hoddcs IM.— M, zusammen 1473.70 Mark. Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird imi weitere Zn- ivendungen gebeten. — Postsendungen, an Kriegsteilnehmer. Es fei noch daraus aufmerksam gemacht, daß Regiment, Bataillon und Kompagnie (oder Batterie, ESkadronj des Adressaten auf das genaueste anzugeben ist: Armeekorps. Division »nd Brigade kön-nen fehlen, wenn der Ab- scndcr sie nicht ermitteln kann. Mittagsschluß für Metzgerlädcn. Die Metzger-Innung in Darmstadt erließ eine Bekanntmachung, in der es heißt: Der Kriegszustand und die durch ihn bedingten Geschäfts- und Betriebs- verhältniste haben auch auf unser Gewerbe äußerst erschwerend ein- gewirkt, sodaß der Meister mit seinen Angehörigen und HilsS- kiäften gezwungen ist, während lang ausgcdchiitcr Arbeitszeit, von früh morgens bis spät abends tätig zu sein, wenn den Anforde- \ tuiiflcn fic3 Geschäftsbetriebes flcniiqt und der Bedienung der Kundschaft dic nötige Sorgfalt und Ausmcrksamkeit gewidmet werden foO. Es darf deshalb jedenfalls berechtigter Weise eine kleine Unterbrechung der Arbeitszeit beansprucht werde» und sall diese dadurch erreicht werden, das, die Läden in der Zeit van 1 — 3 Uhr nachmittags, den Stunde», in denen erfahrungsgemäß der Verkehr nachläßt, geschlossen bleiben. In andere» Städten ist man schon seit längerem, selbst in gewöhnlicher Zeit, zu dieser Einrichtung iibergegangen und bitte» wir auch das hiesige Publikum, deren Durchführung durch entsprechende Betätigung des Einkaufs erleichtern und unterstützen zn wollen, — Der Konsumverein Gießen zählte nach seinem fetzt vorliegenden Jahresabschluß am 30, Juni 2713 Mitglieder gegen 2371 in, vorigen Jahre, Infolgedessen stieg auch der Warenumsatz von 4731)00 aus 539 336 Mark, wobei allerdings berücksichtigt werde» muß, daß bei dem vorsährigen Abschluß dic Bäckerei erst ein reichliches Halbjahr in Betrieb war. In der Sparabteilung wurden 29037 Mark ciugezahit und 9936 Mark znriickgezahltl die Spargelder erreichten damit die Summe von 68 287 Mark, — Ein „Sp!o»c»"-Auto! biester» gabs in Gießen mal wieder «in« Spionen-Afsärc, wie sie anfangs August aus der Tagesordnung waren. Aus dem Kreisamt fuhr ein Auto, Fabrikat „Ncnaut irreres", vor, Tie Insassen, ein älterer und ei» jüngerer Herr, sprachen den nnversäischten Hamburger Dialekt, Das Auto wurde von zwei Gendarmen und 2 Schutzleuten strcirg bewacht, während der ältere Herr, ein Groß-Kanftnann, sich in däs Kreisamt begab, Bor dem Auto sammelte sich natürlich in hellen Hausen das liebe Publikum, Von dem jüngeren Insassen des Autos erfuhren wir, daß die Fahrt von Hamburg bis Kassel gegangen, daß man dort übernachtet und unangefochten bis Gießen gekommen war, Tie Neifenden hatten als Ausavers ein« Bescheinigung des Generalkommandos in Hamburg und wollten noch Saarbrücken, Vom Kreisamt ging die Fahrt nach den, Bezirkskommando, wobei der Transport auf jeder Seite des Trittbretts von zwei Beamten bewacht wurde, Nachdem man hier sich als unverdächtig legitimiert und nachdem das gesamte Gepäck in das Bezirkskonunando geschasst war, ,m> dort gründlich untersucht zu werden, konnten die Neifenden ihre Fahrt fortsetzt», Ihr einziges Verbrechen war, daß sie ein in Frankreich hcrgestclltcs Auto benutzten, — Das Rhciii-Mainischc Verbandstheatcr ist eingestellt worden, da cs nicht möglich ist, unter den gegenwärtigen »mstände» den Betrieb aufrecht zu erhalten, Tic bei dem Theater beschäftigten Schauspieler sind dadurch in eine sehr fatale Lage geraten, — An der Marktlaubeustraßc ist der bisher dort befindliche Bretterzaun, welcher städtisches brachliegendes Gelände umschloß, beseitigt worden und der Platz wird befestigt und hcrgcrichtet. Dadurch wird ein ganz ansehnlicher Platz gewonnen, der an den Markttagen mitbenntzt werde» kann. Wie wirken Maschinengewehre? Die Alten haben den Tod oft als Sensenmann abgebildet, Längst überholt. Auch ddr Tod arbeitet heute mit Maschinen, Eine der furchtbarsten ist das Maschinengewehr: „Gicß- ckanne des Teufels" nanntens die Nüssen im russisch-japanischen Kriege, Wie diese furchtbaren Mordmaschinc» arbeiten, zeigt der Auszug aus einem Feldpostbrief der Hamburger Nachrichten, der Aber das Gefecht bei Soldau folgendes berichtet: . . Höre denn, was uns Dragoner von Soldau erzählen: An der Grenze aus einem langgestreckten Hügel eine preußische Neitcrabteilung. wenige Schwadronen, dicht hinter ihnen, durch den Hügel eben gedeckt, einige Maschinengewehre, der Kavallerie zugetcilt. Da kominen zwei russische Kavallerie- Brigaden an, sehen die paar feldgrauen Reiterchen, und gleich vergnügt aus sic ei», eine Brigade vorü, die andere als Rückhalt hinterher. Unsere Dragoner ihnen entgegen, vor dem Feinde aber, im rasendsten Galopp teilen sie sich rechts und links, den Maschinengewehren frei Schußfeld lassend. Da tat sich den Russen die Hölle auf. Was da geschah, soll unbeschreiblich gewesen sein: in zwei Minuten war dic erste Brigade ei» Knäuel von Menschen- und Pfcrdclcibern (etwa 6000 Menschen!), die zweite, erschüttert, aufgelöst, jagt zurück, aber rechts und links dic deutsche» holten auf, schwenkten ein, preßten die Linie zu einem Haufen zusamnien, wo keiner rücke» und sich rühren konnte, geschweige denn Lanze und Schwert gebrauchen. So wurden zwei Brigaden vernichtet mit einem Tpscr von drei Toten und 18 Verwundeten aus unserer Seite," Drei englische Kreuzer zerstört. WB. Berlin, 23. Scpt. Aus London wird unter dem 22. September amtlich gemeldet: Deutsche Nntcrsccbovtc schosse» in der Nordsee dic englischen Panzerkreuzer „Llbou- fii", „Hoguc" und „Cressy" i» den (strund. Cinc beträchtliche Anzahl Mannschaften ivurde» durch herbcigceiltc englische Kriegsschiffe und holländische Dampfer gerettet. Wie uns von amtlicher Stelle initgetcilt wird, kann eine Bestätiguug der Nachricht dcutschrrscits noch nicht erfolgen, da die Unterseeboote infolge der Entfernung Meldung noch nicht haben erstatten können. Aus anderen Quellen wird bekannt, das, der Zusammenstoß am 22. zwischen ti und 8 Uhr früh 20 Seemeilen nordwestlich von Hocck van Holland stattsand. „Aboukir"" wurde als erstes Schiff durch einen Torpedo getroffen. Ter holländische Dampfer „Flora" brachte 287 llebcrlebende nach Vmuiden. Dic Panzerkreuzer „Cressy", „Abonkir" und „Hogue" stammen aus dem Jahre 1900, haben je 12 200 Tonnen Wasserverdrängung, eine Bestückung von zwei 23,1, zwölf 15 und zwölf 7,6 cin-Geschützen, Maschinen von 22 000 Pferdestärken und 755 Man» Besatzung. Tie Kathedrale von Reims. IV, B. Großes Hauptquartier, 22. Scpt,. abends, sAmtlich > Die französische Regierung hat behaupte«, daß die Beschießung der Kathedrale von Reims keine militärische Notwendigkeit gewesen sei. Demgegenüber sei folgendes scstgestcllt: Nachdem die Franzosen die Stadt Reims durch starke Vcrschanzungen zum Hauptstühpunkt ihrer Verteidigung gemacht hatten, zwangen sic »ns selbst zum Angrisf ans dic Stadt mit alten zur Dnrchsührnng möglichen Mitteln. Die Kathedrale sollte ans Anordnung des deutschen Armcckommandos geschont werden, so lange der Feind sic nicht zu seinen Gunsten ausnuhtk Seit dem 20, September wurde auf der Kathedrale die weiße Fahne gezeigt und von uns geachtet Trotz- dcm konnten wir aus dem Turm eine» Bcobachtungsposten sest- stcllen, der die gute Wirkung der feindlichen Artillerie gegen unser, angreiscnde Infanterie erklärte. Es war nötig, ihn z« beseitigen. Dies geschah durch Schropnellscucr der Fcldartillcrie Das Feuer schwerer Artillerie wurde auch jetzt noch nicht gestattet nnd das Feuer eingestellt, nachdem der Posten beseitigt war. Wie wir bcobnchicn können, stehen Turm und Acußcres der Kathedrale iinzcrftört. Der Dachstuhl ist in Flammen ausgegangcn Die angrciscnden Truppen sind also nur so weil gegangen, wie sic unbedingt gehen mußten, Dic Verantwortung trägt der Feind, der ein ehrwürdiges Bauwerk unter dem Schutze der Weißen Flagge zu iiiißbrauchc» ocrsuchtc. Vereinskalender. Sonntag, 27, September. Gießen, Staats- und Gemein bearbeite rver- b a » d, Nachmittags 3 Ohr Versammlung im Gewcrkschastshaus. Verantworllichcr Rcbakteur: F, Vetter«, Gießen, Verlag von Krumm & Cie,, Gießen, Druck: Verlag Osfcnbachcr Abendblatt, G, m, b, H„ Ofsenbach a, M, Bekanntmachung. Die Vergütungen für Verpflegung der in Bürgerwohnungcn nntergcbrachtcn Mnnnschaficn des Landsturms — zunächst ftir dic Zeit bis 3t, August — werden vom 2», ds, Mts, an im Stabthairsc, Gartcnstraßc 2, Scitcubau, in den Stunden von 3 bis 6 Nhr nach, mittags bezahlt. Zur Vereinfachung wird für jedes Haus in einem Betrag an den Hausbesitzer oder einen der beteiligten Bewohner Zahlung geleistet, Die Auseinandersetzung mit den übrigen Beteiligten ist Sache des Empfängers, Will der Hausbesitzer ober einer der beteiligten Bewohner die Erhebung des Geldes durch einen Dritten bciorgcn lassen, so muss der Beauftragte einen schriftlichen Ausweis sVollmacht) bcsitzcn. Die in ihre» eignen Wohnungen verbliebenen sakso die Gicßencr) Landsturmlcutc könne» dic ihnen bis Ende August zu- kommenden Vergütungen schon von heute an erheben. Gießen, den 22. September 1914. Der Oberbürgermeister. Keller, G* 3 » G* 'S» G> G» & G- G* Wir haben für unsere Leser eine sehr exakt bearbeitete lle&ersichtskartä sämtlicher Kriegsschauplätze Europas in 8 Farben, Grosse ca. 60X70 cm, herausgegehen, welche sämtliche Kriegsschauplätze mit ihren Grenzen, Orten, Festungen, Flüssen und Eisenbahnen, soweit sie von der Militärbehörde zu veröffentlichen gestattet sind, darstellt. Preis nur 70 Pig*. OberhessischeVolkszeitung, Gießen Bahnhofstrasse 23 Telephon Nr. 2008 Versand nach auswärts gegen Einsendung des Betrages zuzüglich 10 Pfg. für Porto d «0 d d d d d d d d r. SM- ltui) SnIMiilliMl empfiehlt zu billigstem Tagespreis. I. Hantel Ntueiibille 7. Telega 61?. r __ Spezialmark» I,«ander 10.50 || 16.50 1250 18,50 13 50 II 20.50 Melmlihan« Friedrich Magnus Inhaber: («br. MaanuS wirken. Sctterswrg 61 Telephon 916. Feldpost-Pakete an Soldaten des 18. Armeekorps sind erlaubt i Wichtigste Bekleidungsstücke in vorschriftsmässigen Kistchen mit wasserdichter WachstuchhUlle versandfertig Lungens chüt z er Kniewärmer Leibbinden Kopfschützer feldgrau Socken Strümpfe Hosenträger Taschentücher Normal-Hemden Normal-Hosen Unter-Wämse Wollene Sweaters Schriftliche Bestellungen werden prompt ausgeführt. i Grosse Mengen. Nur prima Sachen. — Zum grossen Teil an Angehörige des Regiments geliefert. Bahnhofstr. 14 ÜCaufiiaüS ICatz, Oiesseil? Bahnhofstr. 14 zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desGewerkschaftshauses unterstützt der Arbeiter sein eig. Heim. Ia Speisen u. Getränke. Billig. Logie