MrhcWk Bolkszeit««- Organ für die Jntereffen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcffen und der Nachbargebiete. Dt» oberdeMIche Dolr»,ett»„, crschcrnt jeden Werktag Abend in Eirße». Der LbonnementSprei» beträgt wöchentlich 1b Psg, monatlich so vtg. «tnlchl-vringerlob«. Durch die Polt bezogen tnerteljäbrl.ILOMl. Redaktion und Erdedition Dieken. B-bnbofitrak- 23. Ecke Löwen, aste, relcvbon 2008 . Inserate losten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 1b Psg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bi» abend» 7 Uhr tür die folgende Nummer in der Eppcdition auigeben Nr. 218 Gießen, Montag, den 21. September 11U4 9. Jahrgang Balkangreuel. Wir hatten jüngst Gelegenheit, uns mit einem in Deutschland lebenden Angehörigen eines Balkanvolkes zu unterhalten, der sich ungefähr folgendermaßen vernehmen ließ: ... So gräßlich all das ist, was wir jetzt erleben, io kann ich doch nicht verhehlen, daß mich angesichts aller Greuel, die manche Völker Europas begehen oder deren sie sich doch gegenseitig beschuldigen, eine große Genugtuung erfüllt. Seit je, ganz besonders aber seit den letzten Balkankriegcn, hat man uns im zivilisierten Europa als kulturell rückständig und sittlich minderwertig angesehen. Das Wort „Balkan- greuel" haftete uns allen an wie ein Brandmal. Und ich kann nicht einmal sagen, daß wir Balkanvölker an diesem schlechten Ruf, der uns überall verfolgte, unschuldig gewesen wären. Wenn sich nur ein Zehntel von all den Scheußlichkeiten, die wir einander vorwarfen, wirklich zugetragen hat. so ist das genug, um die ganze Welt mit Abscheu und Ent- setzen zu erfüllen. Wir haben aber durch Uebertreibung und Verallgenicincrung unsere wirkliche Schuld verzehnfacht und verhundertfacht. Daß wir uns gegenseitig des Gebrauchs von Dum-Dum-Geschossen beschuldigten, war noch das wenigste. Haben Sie schon einen Krieg erlebt, in dem diese Beschuldigung nicht erhoben worden wäre? Aber man «ging weiter; die Zeitungen, serbische, türkische, griechische, bulgarische, veröffentlichten tagtäglich Entsetzen erregjjrdc Berichte über die Grausamkeit des Feindes. Man berichtete von furchtbaren Mißhandlungen der Zivilbevölkerung durch das feindliche Militär, Niedermetzeung Gefangener, Tötung Verwundeter. Niederbrennung von Ortschaften, von Leichenraub und Leichenverstümmelung auf den Schlachtfeldern. ° Die ganze zivilisierte Menschheit verbarg angesichts dieser Scheußlichkeiten schaudernd ihr Haupt. Und Herr Carnegie regte an, eine internationale Kommission zu ernennen, die den Balkan bereisen, den wahren Kern der Beschuldigungen feststellen und, wenn noch möglich, die Schuldigen der gerechten Bestrafung zuführen sollte. Dazu ist es nun fteilich nicht mehr gekommen.-- Glauben Sie mir, unsere Kriege, die ich selbst mitmachte, waren furchtbar. Und wenn auch die Kriegspsychose, die in jedem Volk den gleichen automatischen Verlauf nimmt, viel wilde und unwahre Gerüchte gezeitigt hat, so hat es in der Tat an zügellosen Ausschreitungen entfesselter Besftalität nicht gefehlt. Es war nicht bloß die ursprüngliche, durch rcakftonäre Zustände sorgfältig erhaltene Roheit ungebildeter Elemente, die sich hier Bahn brach, auch die Nervosität der modernen Zeit hat dabei mitgewirkt. Bedenken Sie, daß wir in diesen Kriegen, in denen es um unsere nationale ^Existenz ging, wirkliche Dolksheere auf die Beine stellten: Kein Wunder, daß sich in diesen — bei der geringen Aui- merksamkeit, die die ärztliche Untersuchung der geistigen Gesundheit widmete — auch ein gewisser Prozentsatz von Psychopathen befand. Und nun denken Sie sich diese geistig minderwcrftgen, an der Grenze der Zurechnungsfähigkeit stehenden Leute, von den ungeheuren Ereignissen durchgerüttelt, von körperlichen Anstrengungen und Nahrungsinangel erschöpft, durch ihre täglichen Eindrücke in ihren Gefühlen abgestumpft — können Sie sich da wundern, daß da über die Notwendigkeiten des Krieges hinaus mancherlei passierte, was sich vor dem Richtcrstuhl der Menschlichkeit nicht rechtfertigen läßt? Wir hatten in unserer Kompagnie einen Mann, der gleich zu Beginn des Feldzuges ein seltsam aufgeregtes Wesen zur Schau trug. Vorsichtiger Weise wurde er nach Hause geschickt, auf Urlaub. In der Nacht kam er an und klopfte an die Türe seines Hauses. Als ihm sein Weib öffnete, zog ir sein Seitengewehr und hieb blindlings auf die Unglück- lichc ein. War das Balkangrausamkeit? Nein, es war der Ausbruch des Wahnsinns! Wie würde dieser Mann wohl gehaust haben, wenn nich: Unserem Regimentsarzt der Verdacht der Geisteskrankheit ^chtzeftig aufgesticgen wäre? Und sicher war dieser recht- Erkannte nicht der Einzige, denn nach dem Kriege iQtten wir nicf)t genügend Platz, um die Geisteskranken in nnjeren Anstalten unterzubringen. Aber unrecht war es, I^.F ' 0l “l c Ausschreitungen einzelner Entarteter die ganzen Dotter verantwortlich zu machen, wie wir eS dort unten mit unseren gegenseitigen Anklagen gemacht haben. An dem Makel, der uns vor den Augen des zivilisierten ^haftete, trugen wir also zum großen Teil selber Schuld. Aber müssen wir Mißachteten, aus der europäischen Kultyrgcnieinschaft nusgestoßcnen Balkanier nicht das, was sich jetzt begibt, als ein::: Akt ansgleichendcr Gerechtigkeit Der Krieg. empfinden? Ihr feinen, zivilisierten, auf eure Kultur- crrungenschaften stolzen Europäer habt uns nun nichts mehr vorzuwcrfen. Balkan hin, Balkan her, Krieg bleibt Krieg! — So sprach der kluge Mann vom Balkan und zündete sich eine neue Zigarette an. Wir Eropäer saßen aber im Kreise um ihn und schwiegen. Die serbische Stosikrast gebrochen. W. B. Wien, 18. Scpt. lieber den Zusammenbruch der serbischen Offensive gegen Syrmien und das Banat erfährt die Südslawische Korrespondenz von besonderer Seite ans Esscgg: Kurz nach der Vernichtung der serbischen Timokbivision bei Mitrovitza drangen reguläre serbische Truppen sowie größere Banden Äömitatfchis, nach amtlichen Mitteilungen etwa 15 000 Mann stark, gleichzeitig an mehreren Stellen in Syrmien und im Banat ein. Unsere Ansklärungstruppen stellten ihren Vormarsch bereits im ersten Augenblick fest; man lieh sie aber ebenso wie vorher die Timokbivision unbehelligt über die Save einntarschieren. Als die Serben gegen Jndia vorrückten, wurden sie von unseren Truppen gestellt. Bald griffen auch unsere Verstärkungen aus Petcrwardein ein, worauf der Kampf einen raschen, für den Feind ungünstigen Verlauf nahm. Die Serben erlitten durch unsere Artillerie furchtbare Verluste. Ein gliickliches Ilmgehungsmanöver schnitt einen Teil der Serben von dem Rückzugswcge ab, so daß die cingedrungcnen serbischen Truppen eine katastrophale Niederlage erlitten. Die Zahl der gefallenen Serben dürfte mit 8000 Mann eher zu niedrig als zu hoch veranschlagt sein. Biele Tausende wurden gefangen. Auch die in Sübungarn sBanatj eingefallenen serbischen Truppen wurden von einer säst völligen Vernichtung ereilt, so dah kaum ein Bruchteil wieder auf serbischen Boden zurückgelangte. Kein Serbe weilt zurzeit mehr auf unserem Boden. Serbische Stimm««gsmache. W. B. Wien, 18. Sept. Amtlich wird mitgeteilt: Serbien versucht durch Nachrichten über Niederlagen der österreichisch-ungarischen Truppen im Auslände Stimmung zu machen. Demgegenüber braucht nur auf die amtlichen Pressc-Communiques verwiesen zu werden. Hiernach überschritten wir die Drina und habe» alle Versuche des Feindes, in Syrmien und im Banat Fuß zu fasten, vollständig und erfolgreich abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H o e f e r, Generalmajor. Vergebliches Liebeswcrben um Bulgarien. WB. Sofia, 18. Sept. Die hiesige russische Gesandtschaft veröffentlicht eine Erklärung, derzufolge der russische Gesandte Sawinski mündlich und schriftlich der bulgarischen Regierung Vorschläge gemacht hat, mit ihm in Verhandlungen zu treten, die einerseits die künftigen Beziehungen Bulgariens zu Rußland und andererseits die Erfüllung der bulgarischen nationalen Ideale bei Wahrung der Neutralität Bulgariens betreffen sollten. Hierzu bemerkt das Blatt Kambana, es sei ein offenbarer Hohn, wenn Rußland behaupte, das Wohl Bulgariens bilde seine unaufhörliche Sorge. Mehrere Gouvernements, die zehnmal größer als Bulgarien seien, würden von Rußland in härtester Knechtschaft und schlimmstem Elend gehalten, während man für Bulgarien zärtliche Fürsorge heuchle. Die russische Erklärung verspreche ferner die Hilfe Rußlands, falls Bulgarien angegriffen werden sollt«. Dies sei nur ein Vorwand für die russischen Truppen, bulgarisches Gebiet dauernd zu besetzen. Der Hintergedanke der Russen sei, daß Bulgarien für die russischen Truppen die Avantgarde gegen die Türken bilden und ihnen die Dardanellen und Thrazien erobern helfen sollen. Diese Erklärung sei ein neuerlicher Beweis dafür, daß jeder gute bulgarische Patriot nur der Losung folgen müsse: „Los von Rußland!" Der angesehene Tontschewist Jokos Wladikin sagt zu demselben Gegenstand im Utro, daß es eine große Täuschung wäre, an die Versprechungen der Triple-Entente bezüglich der Erfüllung der nationalen Ideale Bulgariens zu glauben. Außer Rußland habe auch England bei allen Balkanstaaten Schritte unternommen, um diese zu Gebietsabtretungen an Bulgarien zu veranlassen. Man würde heute selbst schriftlichen Versprechungen und Verträgen nicht glauben, nachdem die Serben den Bundesvertrag verletzt, Rußland die bul- garisch-russische Militürkonvention verleugnet und die Türkei, sowie die Großmächte ihre Unterschrift unter dem Londoner Vertrag mißachtet haben. Der Triple-Entente aber dürfe man am wenigsten glauben, weil gerade Frankreich seinerzeit vorgeschlagen habe, Bulgarien unter seine Nachbarn aufzuteilen. Frankreich vcranlahte überdies Griechenland, einen solchen Vorschlag auf der Bukarest» Konferenz vorzubringen. Die Spannu,,«, zwischen China und Japan wächst. Wien, 18. Sept. Der Korrespondent der Rundschau meldet: In Peking herrscht die größte Erregung über die Forderung Japans, ihm sreic Hand in China zu gewähren, die zu lebhaften Protesten Anlaß gab. Von chinesischer Seite werden alle Gerüchte über Unruhen und Revolte» in China dementiert. Die Erregung gegen die Ententemächte, namentlich England und Rußland, wächst. Man beschuldigt Großbritannien, daß es Japan gegen China hetze und auf Kosten der chinesischen Republik Japan Gefälligkeiten erweisen wolle. Die Mißstimmung gegen Rußland ist darauf zurück- zuführcn, daß der Petersburger Ctadthauptmann für die Dauer des Krieges die Ausweisung sämtlicher chinesischer Kausleute aus seinem Amtsbezirk verfügte. Uebcrdies behauptet man in Peking, daß zwischen Japan und Rußland jetzt eine Vereinbarung dahin zustande gekommen sei, daß Japan provisorisch und allein die Mandschurei und Mongolei besetzen solle. In Pekinger Regterüngs- kieisen macht man kein Hehl aus der warmen Sympathie für Lesterreich-Ungarn und Deutschland, die in China immer stärker zu Tage tritt. Die Kosten für die indische CxpeditionSarmee. W. B. i'onbon, 17. Scpt. Beide Häuser des Parlaments haben bcschlosten, die Regierung Indiens zu ermächtigen, die Kosten für die Ausrüstung der indischen Erpeditionsarmee zu tragen. Das japanisch-chinesische Kabel durchschnitten. Newyork, 17. Scpt. Die Kabclvcrbindung zwischen Japan und China ist unterbrochen, da das Kabel zwischen Nagasaki und Shanghai durchschnitten wurde. Die belgische Protestkommission bei Wilson. Washington, 17. Text. Tic belgische Protcstkommission ist heute im Weißen Hause von Wilson empfangen worden. Sie überreichte einen Bericht über die angeblichen deutschen Greuel. Wilson dankte für die gebrachten Dokumente und versprach, sie aufmerksam zu prüfen. Er stigte hinzu, er bitte Gott, daß der Krieg bald ein Ende nehme. Am Tage, wo die Völker Europas sich zum Friedensschluß vereinigen, werde die Verantwortung sestgestcllt werden, heute widerspreche cs der Lage eines neutralen Volkes, wie des amerikanischen, ein endgültiges Urteil zu fällen. Die Neutralität der schweizerische» und der italienischen Sozialdemokratie. Mailand, 18. Scpt. Die sozialistische Partei der Schweiz hat die italienischen Sozialisten zu einer Besprechung der Beziehungen zwischen den beiden neutralen Ländern gegenüber dem Kriege eingeladen. Der Avanti protestiert gegen die Gewohnheit der kriegslustigen italienischen Blätter, systematisch russische Preß- stimmen zu verbreiten, die Italien nahelegen, aus seiner Neutralität hervorzutreten, und sich gar dazu anbieten, einen passenden Vorwand für Italien zu finden. Die entscheidende Frage. In voller Würdigung des Ernstes der Lage hat bei Beginn des Krieges die Sozialdemokratie auf die Notwendigkeit hingewiescn, der wirtschaftlichen Anarchie zu steuern, wenn nicht die Notlage der Volksmasten ins Grenzenlose steigen soll. Seitdem sind Wochen vergangen und es zeigt sich, wie notwendig jener Warnungsruf war, aber auch baß nur wenig geschehen ist, was hätte geschehen müsten. Auf dem Gebiete der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln ist leider der Vorschlag, das Vieh aus den gefährdeten Grenzbezirken in Sicherheit zu bringen, nicht beachtet worden. Die Folge ist. daß in Ostpreußen, einer der vichreichsten Provinzen des Reiches, die in normalen Zeiten ihren Ueberschuß abgibt, große und wertvolle Vichstapcl von den eindringenden Rnstcn abgetrieben ober vernichtet worden sind. Noch viel ernster ist aber die Frage der Erhaltung der Viehbestände und die Regulierung der Schlachtungen. Schon heute dürfte klar sein, daß die optimistische Auffassung, wonach der Krieg nur von kurzer Dauer sein kann, nicht zutrisft. Eine nennenswerte Einfuhr von Futter» mitlel» aus dem Auslände ist daher für lange Zeit ausgcschlosten und cs kommt daraus an, mit den vorhandenen Vorräten aufs äußerste Haus zu halten. Wie es scheint, veräußern aber die Landwirte jetzt einen großen Teil des Jungviehs, wenigstens werden von den Schlächtern Klagen geführt, daß die Märkte mit nichtschlachtreifen Tieren beschickt werden. Noch bedenklicher ist aber, daß die Landwirte rücksichtslos Roggen verfüttern. Da nämlich zur Zeit Roggen billiger zu haben ist als Gerste, so ist cs freilich für jene Landwirte, die Roggen geerntet haben, aber keine Gerste, das einfachste, den Roggen als Kraftfutter zu verwenden. Auf solche Weise kann inbesten der Vorrat an Brotkorn in ganz erheblichem Maße verringert werden, er kann um ein paar Monate früher erschöpft sein, als cs ohne diese Vergeudung geschehen würde. Das Berliner Tageblatt will denn auch erfahren haben, baß in beteiligten Restarts der Regierung erwogen wird, die Verwendung von Brotgetreide zu Vich- futter gesetzlich zu verbieten. Ob jedoch ein solches Verbot wirksam fein würde, erscheint uns fraglich. Abhilfe könnte nur geschaffen werde», wenn das Brotkorn der Verfügung der Landwirte entzogen wirb, indem man den Vcrkaufszwang zu amtlich festgesetzten Höchstpreisen cinsiihrt, wie cS in den Vorschlägen unserer Partei vorgesehen ist. Allerdings wäre daS ein niedagewesener Eingriff in das Privateigentum. Wenn man jedoch davor zuriickschrcckt, kann leicht die Unvernunft und die Habgier einzelner das Gemeinwohl gefährden. Inzwischen scheint man sich ernstlich nii! der Frage der PrciS- rcgulierung des Brotes alz des notn>endigstcn Nahrungsmittels zu beschästigen. An vielen Orten sind denn auch den Bäckern bereits Brottaren vorgeschrieben, indem man das Entwicht des Brotes und der Wecken, die für einen bestimmten Preis abgegel>en werden sollen, testlegt. Aber cs liegt mit der Hand, daß eine solche Maßnahme nur dann aufrcchtrrhalten iverden kann, ivcn» die Preise von Mehl, und ums abermals nottvendig daraus folgt, des Getreides normiert werden, denn mis teurem Mehl kann der Bäcker natiirlich nicht billiges Brot Herstellen. Gegen diese Preisfestsetzung ereifern sich vor allen, die Müllereibesitzer. Man könne nicht einheitlich« Preise icstsetzen, weil die Torten gar zu verschieden sind und ivaS sonst der Redensarten nechr ist. Als ob es so ichnur wäre, für das Dutzend Smltn, dos tu Betrocht kvnunt, einen Tarif oufzustellcn! Außerdsm ist es ouch garnicht nötig, daß „Auszug ff. OOO herge stellt wird. He „seiner" dos Mehl, desto mehr vmn 9!Lhrstoff des Getreides geht in den Abfall, die Klei«, ein und gerade dos müßte jetzt vermieden iverdcn. Wie berichtet wird, haben die Behörden Versuchs anstellen lasten mit der Beimischung von Kartosselmehl zum Brotteig und man ist zu den, Schlüsse gekommen, das, eine Beimischung bis zu 20 Prozent hygienisch emwandsrcj sei. Di« Verwendung dieses Ersatzstoffes würde bewirken, das, der Mehlvorrat vergröbert wird. Aber, wenn man zu solchen Mitteln greisen must, so ist desto mehr geboten, unter allen Umständen die Vergeudung von Brotgetreide, die Verwendung zu anderen Zwecken, als für menschliche Nahrung mit allen Mitteln zu verhindern. Aber so wichtig die Frage der faktisch vorhandenen Vorräte ist, nicht minder wichtig und dringend ist die Frage der Verteilung. Die kapitalistische Gesellschaft kann die Frage nicht anders lösen, als durch Kauf und Verkauf. Tie arbeitenden Masten aber können nicht kaufen, wenn sie nicht ihr« Arbeitskraft verkaufen. Hier beginnt das schwierigste Probien,. Tatsache ist. dost die Arbeitslosigkeit unablässig steigt. Wir stehen vor der unheimlichen Frage, wie die Masten Erwerbsloser ernährt werden sollen, denn, wenn auch die Lebensmittel noch für länger« Zeit reichen, diese Masten haben nicht die Möglichkeit, sie zu kaufen. Es gibt hier nur ein Mittel: sozial« Organisation. di« im Nahmen der gegebenen Verhältnistc die Arbeitskraft zu verwenden ermöglicht und die vorhandenen Lebensmittel an di« Arbeitenden verteilt. Diese Ausgabe miistcn Staat und Kommunen in Angriff nehnien. Wie weit sie es zu leisten vermögen, das ist die Frage. Das neue Heer Englands. London, 18. Sept. Kitchener kündigt an, daß neue Heere von 500 000 Mann „fast fertig" seien. Im Oberhaus erklärte er, daß 6 englische Infanterie- und 2 Rciterdivisionen auf dem Festland stünden. Kanada sende 40 000 Mann, wovon 15 000 als Reserve; Ceylon sende ein Hilfskorps, das wahrscheinlich nach Aegypten gehe. Rcdmond schlug die Bildung einer irischen Brigade vor. Churchill lieh in Chatham verkünden, der Friede dürfe erst geschlossen werden, wenn der „preußische Militarismus" vernichtet sei. Ein englisches Schulschiff gesunken. London, 18. Sept. Di« Admiralität meldet: Das britische Schulschiff Fisgard the Secvnd ist im Kanal ,m Sturm gesunken. Trerundvierziq Manu der Besatzung wurden gerettet. 21 ertranken Es war ein älteres Schlachtschiff von (>000 Tons. Das Schulschiff Fisgard 2 ist ein als Hulk sür Maichinen-persmiol benutztes altes Panzerschiff, es hieß früher Jnvincibl«. Die Behandlung der deutschen Gefangenen in England. WB. London, 18. Sept. lieber die Behandlung der dcutschen Gefangenen in England berichtet die Evening News: Die Gefangenen dürfen Billard und Karten spielen, Zeitungen lesen und in die nächste Stadt gehen, um Einkäufe zu machen. Sie erhalten alle während der Zeit der Gefangenschaft eine besffmmte Summe, die ihrem Range entspricht. Für etwaige Arbeiten erhalten sie Bezahlung, die sie für ihre Einkäufe verwenden können. Die Gefangenen erhalten die gleichen Rationen wie die britischen Soldaten. Ihre Freunde können ihnen portoftei Karten senden. Sie selbst können Briefe und Pakete gleichfalls unftankiert absenden. Sie dürfen Besuche empfangen und den Gottesdiensten beiwohnen. Sterben sie im Lager, so werden sie mit militärischen Ehren wie die britischen Soldaten begraben. Der Tag der Aufhebung der Kapitulationen. Konstanitnopcl, 19. Sept. Die Pforte bereitet einen Gc- 'sehentwurf vor, demzufolge der Tag der Aufhebung der Kapitulationen als Feiertag gelten soll. Ferner soll durch einen zweiten Gesetzentwurf eine Neuordnung der durch die Aufhebung der Kapitulationen geschaffenen Rechtsverhältnisse geschaffen werden. Die bisherigen fremden Schulen sollen als türkische Privaffchulen gelten. Das Los der mazedonischen Bevölkerung. Sofia, 19. Sept. Tie Narodni Prawda veröffentlicht einen sehr scharfen Artikel über die Zustände in Mazedonien. Sie wirst der griechischen und serbischen Regierung die furcht- barsten Grausamkeiten gegen die mazedonische Bevölkerung vor und warnt beide Staaten, auf diesein Wege fortzu- schreiten. Es könnte sonst leicht der Augenblick kommen, in dem es Bulgarien unmöglich ist, seine Neutralität weiter zu bewahren. Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 65 Dieser Wunsch ging nun freilich nicht in Erfüllung, aber eS war doch Heller Tag geworden und vom Bergenfjord nichts mehr zu entdecken, als endlich Marstrand sich blicken lieh und Hanna ihm bald darauf nachfolgte. „Bist willkommen. Mädchen," ries Helgestad, ihr die Hand bietend, „kannst die See vertragen, wie ich merke. Und hast dich danach angetan." fügte er wohlgefällig hinzu, als ex ihr unkles Wollenklcid und den Hut von Glanztaffet ansah. den sie aufgesetzt hatte. „Ich denke, Vetter Niels," entwiderte, „du sollst mit mir zufrieden sein." „Und blickst nicht rückwärts, Hanna? Frägst nicht, wo Bergen liegt?" „Ich blicke vorwärts," erwiderte sie und ihre Augen hoben sich mutig auf „Was hinter uns liegt, muh ver- gcssen sein." „Ist ein Faktum!" rief er, „hab's richtig kalkuliert. Nur erst hinaus mit dir in Wasser und Luft, so wird dein Blut auswachen, dein nordländischcs Blut, Mädchen, das sich nach Freiheit sehnt." „Nach Freiheit, Vetter Niels, das ist das rechte Wort. Es ist mir, als fühlte ich sie schon in meinen Adern, und als wäre mir wohler und leichter." „Bist also gern hier, Hanna?" „Gern, ja," war ihre Antwort, „und denke, es soll mir bald noch lieber sein. — Es ist schön hier. Welche seltsame Natur! Welche zahllose Klippen! Und wie gewaltig diese Felsmassen, wie grün diese Schluchten und Täler!" „Wirst noch Schöneres sehen, weit Schöneres, Mädchen," sagte er zufrieden nickend. „Je weiter nach Norden, je all- mächtiger diese Schöpfung. Wirst nicht von ihr lassen können, Hanna, wird sich an dich drängen, wie die unsichtbare Tie drohende Revolution in Finnland. WTB. Kopenhagen, 18. Sept. Bcrlingskc Tidendc meldet aus Finnland: Man hasste und sprach diel von Erleichterungen in Finnlands politischer Stellung, ober dies hat sich als eine leere An- „ahme erwiesen. Der Gcncralgouvcrncur Toq» sährt mit neuen Tirascn gegen die Zeitungen, Anklagen wegen Maiestätsbeleidigun- gen und Verletzung des Gleichstem,, tgsgescßcä fort, lieber alt steht neues Militär, das die Vcrhättniffc nicht kennt und die vorgcsatzte Meinung hat, Finnland sei ei» revolutionäres Land. Ter Gcncral- gouvcrncur hat neuerdings die Anklage gegen den Sportverein „Voima" wieder ausgenommen, der von russischer Seite beschuldigt wird, Waffen und reoolulionäre Proklamationen eingeschmuggelt zu haben. Der langjährige Prozeß, der 1914 mit dem Freispruch der Angeklagten endete, soll jetzt unter der Militärdiktatur zum Soch- verratsprozes, gestempelt werden. Die Lage ist ernst, da böser Wille alles mitzdcuicn kann. Das letzte Ausgebot. Berlin, 19. Sept. Laut Bert. Lokalanzeiger gibt die französische Botschaft in Rom bekannt, daß alle in Rom lebenden Franzosen bis zum Alter von 48 Jahren, selbst militärfreie oder zurückgestellte, sich zur Abreise bereit zu halten haben. Serbische Hilscruse. Wien, 19. Sept. Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Petersburg über Sofia: Der serbische Metropolit Michael ist in Petersburg ein- getroffen. Er wurde vom Zaren in Audienz empfangen, dem er ein Handschreiben des Königs Peter überreichte. Wie aus guter Quelle verlautet, hat er die Mission, die russische Regierung im Hinblick auf die Lage Serbiens zu einer aus- giebigercn Hilfsaktion zu veranlassen, da die bisherige Hilfe ungenügend erscheint. Es wird auch aus der Umgebung des Metropoliten erklärt, daß eine sichtbare russische Aktion sür Serbien schon im Hinblick auf die Stimmung der Bevölke- rung notwendig sei. Die deutschen Verwundeten in Frankreich. Paris, 19. Sept. Eine Note des französische,, Ministers des Innern erinnert an die Pflicht, den deutschen Vcrwuirbcten die notwendige Psloge aiigodeihen zu lasten mit Berufung aus das internationale Recht, die Genfer Konvention und die Humanität. Das Eiserne Kreuz sür Baflcrmann. Karlsruhe, 19. Scpt. Dem Neichstagsabgeordneten Ernst Basscr- tnann wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Außerdem wurde Bassermann zum Major befördert. Traurige Lage spanischer Landarbeiter. Amsterdam, 19. Sept. Holländisch« Blätter veröffentlichen Zuschriften aus Barzelona. aus denen hervorgeht, daß an der französisch-spanischen Grenze das grötzte Elend unter den ans Frankreich zurllckkehrenden spanischen Handarbeitern herrscht. Die Spanier sind kurz nach Ausbruch des Krieges von ihren französischen Brotherren entlasten worden und sodann Hals über Kopf nach der Heimat abgereist, ohne ihre Ersparnisse oder sonst den geringsten Hausrat mitnehmen zu können. Im Westen allgemein unverändert gut. W. B. Großes Hauptquartier, 19. Septbr. abends. Die Lage im Westen ist im allgemeinen unverändert. Aus der ganzen Schlachtfront ist das englisch-französische Heer in die Verteidigung gedrängt worden. Der Angriff gegen die starken, zum Teil in mehreren Linien hintereinander besestigten Stellungen kann nur langsam vorwärts gehe». Die Durchführung des Angriffes gegen die Linien der Sperrforts südlich von Verdun ist vorbereitet. Im Elsaß stehen unsere Truppen längs der Grenze den französischen Kräften dicht gegenüber. Eine russische Schütze,, Brigade geschlagen. W. B. Großes Hauptquartier, 19. Septbr. abends. Im Osten ist am 17. die vierte finnländische Schützenbrigade bei Augustow geschlagen worden. Beim Vorgehen gegen Ossowiez wurden Crajewo und Szozuczin nach kurzem Kampfe genommen. Den Frieden hat der Dreiverband anzubieten. London, 19. Septbr. Reuter meldet aus Washington, der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg habe dem amerikanischen Botschafter Gerald bei der Besprechung des Vermittlungsangebots des Präsidenten Wilson gesagt, Kette der Trolle Oslo, die jeden, der sie berührt, umschlang, ohne daß er es merkte, und ihn hinabzog in ihre Grotte. Sollst die tiefe Höhle sehen am Lyngcnfjord, wo die Hexe gewohnt hat oder noch wohnt," fuhr er lachend fort. „Björnarne soll dich zu dem reißenden Strudel fahren, wo die Wasser in den Schlund wirbeln, niemand weiß wohin, und kein Boot ist je wiedergekehrt, das da hinunterschoß." Hannas Lippen zuckten, sie mußte sich fortwenden und versteckte ihre Bewegung unter Fragen nach fernen und nahen Gaardstellcn, Kirchen und hohen Felsen, die einen Riesenwall vor dem Schisse zu bilden schienen. Helgestad stellte einen Mann ans Steuer, ließ Tisch, Stühle und Frühstück aufs Teck bringen und erzählte und erklärte dann in aller Ruhe, was sie wissen wollte. Ein halbes Jahrhundert hatte er dies Meer befahren, nichts darin war ihm unbekannt. Jedes Haus zeigte er ihr, jede Familie, die dort wohnte wußte er zu nennen. Alle diese zahllosen Fjorde, Sunde und verschlungenen Meeresspalten waren ihm alte Freunde, und es gab kein Fclsenhaupt, das et nicht beim Namen kannte. Er lachte dazu, als Hanna meinte, die Jacht würde sich in diesen Labyrinthen verirren, irgendwo stecken bleiben, weder vor- noch rückwärts können. — „Sieht zuweilen wohl so aus, Kind," sprach er, „ist aber damit wie mit dem Menschenleben. Liegen auch oft Klippen und düstere Wände »m uns her, vor denen das Herz bangt und verzagend ruft: Da ist kein Ausweg! Wer aber mutig bleibt und die Hände rührt, die Augen wach und den Kops oben hält, findet immer wieder eine Straße und kommt zuletzt ans breites Wasser. Jst's nicht so?" „Es ist so," sagte Hanna. „Niemand soll verzweifeln." „Nuh!" sprach Helgestad, „sind hier vor der Jndre Sulen, wilde Felsen ohne Zahl, und geht dort hinein in den großen Sognefjord, der viele Meilen tief bis nach Justedals EiSbräen das Land zerspaltet. Haben zahlreiche Könige da immer gewohnt, Norwcngcs Geschichte ist hier gemacht worein etwaiges Angebot müsse von den Verbündeten ausgehen, da diese sich verpflichtet hätten, nur gemeinsam Frieden zu schließen. Die Hauptstadt vo» Ncn-Gninea in englischen Händen. W. B. Berlin, 19. Septbr. (Amtlich.) Me zu erwarten war, ist nach zuverlässigen Nachrichten nunmehr auch Rabaul. der Sitz des Eouvemements in Dcutsch-Neu-Euinca, von den Englänt ern besetzt worden. Parteinachrichten. Erklärung. Zu unserer am 9. September veröffentlichten Erklärung gegen das Exekutivkomitee des Internationalen Sozialistischen Bureaus teile» Schweizer Parleiblättcr jetzt mit, daß der „Aufruf an das deutsche Volk" nach der Wiedergabe der Humanite vom 6. September 1914 von den Genossen Ansccle, Bertrand, Hunsmans und Vander- velde in deren Eigenschaft als Delegierte der belgischen Arbeiterpartei im Internationalen Soztalistischen Bureau »nterzelchnet sei. Ter dem deutschen Parteivorstand mit Brief eines Genossen aus einem neutralen Lande vom 3. September im ausdrücklichen Aufträge des Internationale» Sozialistischen Bureaus übersandte Ausruf trug neben den Unterschriften: „Für die Französische Sozialistische Partei: Jul. Guesde, Jean Longuet, Marcel Sembat, Edouard Vaillant" die Unterschriften: „Für das Exekutivkomitee: Anseele, Bertrand» Huysmans, Vanderveldc." Berlin, den 17. September 1914. Der Parteivorstand. Wege» Verächilichmachung von Hccreseinrichtungcn ivar Genosse Franz Für st er von der Breslauer Volksmacht vor dem Kriege zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Das Reichsgericht hob das Urteil aus, weil nicht genügend nachqcwtesen ivar, daß der Angeklagte wider besseres Wissen gehandelt habe. In der neuen Verhandlung am Dienstag konnte sich Genosse Förster darauf berufen, daß der Verfasser des Artikels — es handelte sich um die Geißelung von Mißhandlungen — ein Soldat war. der jetzt in Frankreich im Kampfe steht: von Behauptungen „wider besseres Wissen" könne also nicht die Rede sein. Der Siaatsanwalt meinte trotzdem, daß er die „Uabertreibungen" hätte merken müssen, beantragte aber „in Anbetracht der unverändert«, iiterhältnisse" „nur" zwei Wochen Gefängnis. Das Gericht hielt cs wohl nicht für praktisch, jetzt Redakteure ins Gefängnis zu schicken und erkannte aus 2 0 0 Mark Geldstrafe. Arbeiterbewegung. Immer noch Jnnungs-TcrroriSmus. Die Fleischcrinnung in Frankfurt a. M. betreibt nach wie vor ärgsten Terrorismus gegenüber den arbeitslosen Gesellen. Im Arbeitsnachweis bekommen diese erst Arbeit, wenn st« einen Revers unterschreiben, wonach sie erklären, nicht Mitglied des Zentral- vcrbandes der Fleischer zu sein und es auch nicht zu werden, solange sic bei Jnnungsmitgliebern und in Frankfurt a. M. beschäftigt sind. Im Znwidcrhandlungsfallc erfolgt sofortige Entlassung und Ausschluß von der weiteren Arbeitsvernttttlung. Dieselben Fleischcr- meistcr, die hier ärgsten Terrorismus treiben, würden sich sicher aufs äußerste empören und nach Polizei und Staatsanwalt rufen, wenn der Zentralvcrbanb der Fleischer als Antwort den Boykott über sic verhängen würde. Hefieu und Nachbargebiete. «letzen und Umgebung. Was haben wir zu tun? Die Hunderttausende Proletarier, die hinauszogen an die Grenzen des Reiches, die dort jetzt unter unsäglichen Mühen, unter schweren Opfern den Kampf führen, — sie bringen ihr Leben gewiß nicht zum Opfer, um den Interessen einer kleinen Schicht zu dienen. Sie schlagen sich und nehmen Muhen, Entbehrungen sonder Zahl auf sich in der Hoffnung, daß die Abwehr der Feinde, der Sieg in dem gewaltigen Ringen dem Volksganzen zugute kommt, daß er ihnen, den Massen der Arbeiter, den Boden schafft, auf dem sie dann im Frieden stärker und weniger gehemmt denn je ihre Kraft cnffalten können. Int Augenblick ruht der Kanipf der Parteien. Nebenein- ander stehen im Felde Arbeiter und Unternehmersöhne: und auch daheim wirken vielfach Proletarier und Kapitalisten nebeneinander bei den Hilfsaftionen. Das ist durch die den. Hat König Nor sein Reich dort gegründet nach der großen Schlacht gegen die Aasen, König Harald Harfagr die blutigen Wickinger besiegt und den großen Jarl von Mar. und wohnen noch jetzt viele gute Leute an diesem gesegneten Wasser. Außen ist es eng und voller Klippen, drinnen abck herrlich und voll Fruchtbarkeit. Soll niemand also den rauhen Anfang fürchten, Hanna, ist, was sich hinter ihm birgt, oft um so lieblicher anzuschauen." Mit mehr Kenntnis, als ihm zuzutrauen war, sprach Helgestad von der Geschichte seines Vaterlandes und erzählte seinen Zuhörern manche Mär aus jener alten Zeit, wo das Innere dieser großen Fjorde samt den Inseln und Eiland«» von jenem wilden und streitbaren Geschlecht bewohnt war. das, von Seeraub lebend, den fürchterlichen Namen der Nor- männer weit durch Europa verbreitete. — Mehrere Stunden vergingen so, während welchen die Jacht durch die Jnsclkefte der Jndre Sulen schwamm und zum Erstaunen wie zum Schrecken des jungen Mädchens zuweilen auf jähe Felsen- masscn losranntc, die es fast mit seinem Bugspriet berührte, ehe eine plötzliche Wendung des Steuers das mächtige Schiff in eine unbemerkte schmale Gasse lenkte, durch welche die Gewalt der Strömung und der Segcldruck es in ein neues Mccresbecken und in neue Jrrgänge zerklüfteter Klippen lenkte. Endlich aber dehnte sich der Wasserspiegel auf Meilen aus, die hohe Küste trat zurück, waldige Berge bildeten tiefe Buchten, und westlich lag eine Kette von Inseln und Inselgruppen, zwischen denen die Wogen des atlantischen Meeres mit größerer Macht herein rollten. Hier war es, wo plötzlich ein anderes Fahrzeug sichtbar wurde, das nahe an der Küste hinstcucrnd, hinter flachen nackten Felsen zuerst zwei schlanke Masten zeigte, bis es unter höheren Ufern verschtvand und nach geraumer Zeit wieder zum Vorschein kam. Hannas Augen entdeckten cs zuerst. „Ta ist eine Jacht," sagte sie, mit dem Finger darauf deutend. (Fortsetzung folgt.) 'Sage der Dinge gegeben und um so eher möglich, als ja wenigstens die Sozialdemokratie stets gelehrt I>at, daß der wirtschaftliche und politische Kampf nicht den Gegnern persönlich gilt- sondern ihnen als den Vertretern der Wirtschaft- lichen und sozialen Interessen, die sie nach ihrer Klassenzugehörigkeit vertreten müssen. Ties Nebeneinanderwirken ,n einer Zeit, da der Krieg das wirtschastliche Leben ganz aus den normalen Bahnen geworfen hat, kann und wird aber keinen, der in der Schule der Arbeiterbewegung denken gelernt hat, die Tatsache verkennen lassen, daß Gegensätze da sind und auch wieder zutage treten, sich in wirtschaftlichen und politischen Kämpfen entladen werden, sobald der Friede die wirtschaftliche Entwicklung wieder in die alten Gleise zurückgelenkt. Das Ziel, das Hunderttausende beseelt und aufrecht hält in den Stunden der Erschöpfung, anfeuert in den Stunden des Kampfes, — dieses Ziel ist das: Wir wollen Ruhe haben nach auhen, freie Bahn unserer Entwicklung im Innern, wollen zeigen, was die so oft mißachteten und mißhandelten Massen der Proletarier verinögen, wollen unS erringen, tvaS man uns so lange vorenthielt, gleiches Recht für alle, — auf daß wir so den Boden ebnen, auf dem wir dann Abrechnung halten können, falls man uns fürder unterdrücken und unseren wirtschaftlichen Aufstieg zu hemmen suchen wollte. In diesem Glauben, dieser Hoffnung kämpfen sie, nehmen sie Opfer und Entbehrungen auf sich, lassen sie ihr warines Blut die ftemde Erde düngen .. . Wer wollte bestreiten, das jenes Ziel, das sie vor Augen sehen, das beste und höchste ist, das einen Proletarier in den Kampf geleiten kann? Aber wir wissen auch, daß es nicht erreicht werden kann, wenn nicht auch die Daheimgebliebenen ihre Pflicht und Schuldigkeit tun: wenn nicht auch sie das Ihrige erfüllen, um für den späteren Kampf der Parteien und Klassen alles bereit zu halten. Während unsere Brüder draußen im Felde die Grenzen sichern, müssen wir, die wir zu Hause bleiben, das Rüstzeug besorgen für die künftigen Auseinandersetzungen, die mit oder ohne unseren Willen kommen können — heraus- gcboren aus dem Zwang der wirtschaftlichen Entwicklung. Dieses Rüstzeug aber heißt: Organisation, Solidarität. Rur durch den Zusammenschluß, durch die Gemeinschaft werden die Besitzlosen eine Macht. Starke, viclbewunderte Oe- ganisaftonen schuf sich das Proletariat bereits in den vergangenen Friedenszeiten. Sorgen wir dafür, daß sie nicht zerfallcnl Daß sie auch in den Zeiten des Krieges durch- haltcn, ja, innerlich stärker und gefesftgter werden! Gefallen. Om Felde gefallen---Wieviel? Biel«, viel« Taufende. Da ivtrd der einzeln« namenlos, da vereinigt die vielen ein Name: Söhne des Volkes. Sie schufen rüstig Kulturwerke, denn es war die Blüte des Volkes. — Dann kam der Krieg . . . Aus den Fabriken und Werkstätten, aus Bergwerken und Schreibstuben, von den Bmitrn, von allen Arbeitsplätzen strömten di« Schassenden herbei. Sie muhten der Macht folgen, die stärker war als sie alle zusammen. Das arbeitend« Volk legte die Werkzeuge der friedlichen Arbeit in die Ecke und griff zu den Werkzeugen der Vernichtung. Fort von Vater und Mutter, von Bruder und Schwester, von Weib und Kind! Fort von allem, was lieb und teuer! — Lebt all« wohl, wir ziehen ins Feld--- Brennend war der Treimungsschmerz. Viele konnten cs nicht fasten, dah der, der ihnen lieb war, nun drauhcn in der Schlacht stand, im Zischen und Krachen mörderischer Kugeln und Granaten. — Allmählich und zagend zieht neue Hoffnung ein in die Herzen der Zurückgelastenen. Nicht jede Kugel trlsst. Warum soll eine Kugel ihn treffen? Doch die Kugeln sausen ihre Bahn und reihen wahllos nieder, was im Wege steht. Da ist keiner zu kostbar, keiner zu gering . . . Menschenopfer unerhört--- Und wieviel Hoffnungen brechen jäh zusammen, wenn die Nachricht kommt: Gefallen! Gerade er gefallen? Gerade ihn traf eine Kugel! Gefallen wie andere gefallen sind und wie noch mehr fallen werden — dis die rasende Kriegssurie sich satt gefrcsicn hat. Wer zählt die Gefallenen, wer nennt ihre Namen, die drauhen tot aus blutiger Erde liegen. Da liegt nicht einer oder der andere, nicht dieser oder jener, da liegen Berge zerfetzten, blutige» Fleffches, da liegt ileischgewescne. jugendstarke, zukunftsverheißende Bolkskraft gehäuft, bis die wilde Schlacht Zeit läßt, die toten Masien in die kühl« Erde z» betten. Nicht einer ist untrr den Gefallenen, der sich nicht ein ehrendes Gedenken erworben hätte. So grob wie die Masi« der Gefallenen, io groh ist der Schmerz der Hinterbliebenen. Der grobe Schmerz des ganzen Volkes, der jeden einzelnen Schmerz auflöst, um sie alle erlösend ,» vereinen. Und wenn einzelne Nanien ehrend genant werden, dann nicht, um einzelnen Gefallenen einen besonderen NuhmeSkranz zu winden, dann nur, weil einzeln« das Fllhlcn. Denken und Handeln ihrer Klasie verkörperten, dann nur, weil in den einzelnen einer ganzen Klasie Ehrfurcht bezeugt wird. Di« Fahnen, die sich trauernd vor einzelnen senken, senken sich oor allen Gefallenen. Lebenskreise. Unser Dasein ist ein Ancinanderliegcn und Ineinander- greifen von Lebenskreisen. Hier dreht sich das Interesse nm dieses Ziel, dort um jenes. Meist stellt dieses Interesse nichts als persönliche Gewinnsucht dar, doch finden wir auch andere Jnteressenkreise; die einen sind von diesem Ziele idealerer Art erfüllt, die anderen von jenen. Natürlich sind diese Kreise nichts Festes: sie schwanken in ihrer Weite und Aus- dehnung. Oft sind sie vorübergehend fast verschwunden und ein anderer größerer Kreis des Interesses tritt an ihre Stelle. So ist es, wenn große, gewaltige Ereignisse die Welt erfassen, wie jetzt zur Knegszcit. Systein liegt in der bürgerlichen Welt nicht in diesen Lebenskreisen: bemerkenswerte Berührungspunkte kennen sic nicht. Da ist dieser und dort jener und auch jene großen umfassenden Kreise, wie sie jetzt die Kriegswelt bildet, sind etwas Loses, ohne Zusammenhang. Es fehlt der bürgerlichen Welt ein hoher Geist, eine große Anschauung über Welt und ^eben, die alles eint und all die vielen Lebenskreise zu einem großen Kreise des Daseins zusammenschließt. Wir haben im Sozialismus diesen großen einenden Kreis. Wir leben nicht kurzsichtig und kleinlich diesem oder jenem Jnteressenkreise und nicksts anderem. Wir schauen von der hohen Warte sozialistischer Weltanschauung auf all die Lebenskreise herab und erkennen so aus der klärenden Höhe, was jene Lebenskreise trennt und tvas den größeren, ja. großen Kreisen, die wie jetzt eine große Begeisterung eint, ein nur vorübergehendes Dasein schafft. Die kapitalistische Weltanschauung, die jedem ein Leben und Streben für das eigene Ich ermöglicht, ist es, die jenen Lebenskreisen ihr Dasein bringt. Nur in einer Welt, in der ein jeder seine Kräfte für nichts anderes als für das Ganze cinsetzen kann, sind Lebenskreise möglich, die untrennbar verbunden sind und für eine starke Einheit verbürgen bis in alle Ewigkeit. Ter Sozialismus ist dieser große einende Kreis. Auch jetzt, wo der Krieg das ganze Fühlen und Denken der Kulturwelt in Anspruch nimmt, dürfen wir diesem Sozialismus, der uns sonst stets das Höchste war, nicht minder Treue halten als sonst. Im Gegenteil, von der hohen Warte des Sozialismus ans läßt sich das Glück des Vaterlandes und der Menschheit auch jetzt, wo die Welt in Flammen steht, allein klar und ungetrübt schauen. Gerade jetzt ist es unwürdig, in kleineren Lebenskreisen sich den Blick zu trüben: gerade jetzt hat jeder als Vaterlandsfreund Sozialist zu sein. Eine neue Aera wird nach diesem Kriege beginnen. Ein großer starker Sozialismus wird da auch ein großer treiben- der Faftor sein, t Die erste Nachricht vom Schatz. Fröhliches Kinderlachcn. Rf»gel-ring«l-r«ihc tanzen die Kleine» in sorgloser Lust. Ejn junges Mädchen mit blanken Augen und kecken, Stumpfnäschen dreht sich mit in, Kreis. Es hat heute „Dienst" in der Kinder-Kriegssürsorge, mutz die Kinder ivarten und anfpaffcu, dass den ganz .Kleinen kein Leid geschieht, auch alle ihr Essen richtig bekommen. Auf da» Spielplatz kommt der Mann mit dem großen Brotkorb. Ein Knirps von sechs Fahren hat ihn zuerst erspäht. Er reißt sich los, jauchzend rennt er über den Rasen: „Es gibt Brezel!" Hinter ilgn drein der ganze Schwarm, lachend und schreiend. Die Großen schauen vergnügt lächelnd zu. Nur einer kann sich kein Lächeln abgeminnen. Er koinmt aus dem Krieg. Sein kranker Körper ivar den Strapazen nickst geivachsem Aber Furchtbares muß er erschaut haben. Sein Haar ist in den wenigen Tagen ergraut, und in den Augen wohnt das Entsetze». Ern Freund schüttelt ihm die Hand: „Was nmchen unsere Freunde? Was macht der St. und der M.?" „Sie leben noch und waren unverwundet." „Und der Br.? Du weißt ja, das große gutmütige Kind mit der lockereu Zunge? „Ter Br.? Dem riß bei Beginn des Gefechts «!n Granatsplitter den Arm ab. Wir mußten ihn liegen losten. Wird wohl verblutet sein." Ein greller Schrei, ein Fall, erschreckt fahren di« Männer herum — das junge Mädchen, das soeben noch mit den Kindern gelacht und getollt, liegt ohnmächtig am Boden . . . Die „unvermeidbare" Armut. Bon einer gewissen Sorte Menschen wird immer be- hauptet, daß die Armut ein unvermeidbares Uebel sei, das nie aus der Welt geschafft werden könne. Wie sinnlos diese Behauptung ist, beweist einmal wieder dieser Krieg. Nicht als ob durch ihn die Armut beseitigt wäre, im Gegenteil, sie erstreckt sich noch auf weitere Kreise als zu normalen Zeiten. Aber trotzdeni ist die bitterste Not, der Hunger noch seltener als zu normalen Zeiten. Das kommt daher, daß der Wille zu helfen jetzt zur Kriegszeit größer ist. Und von diesem Willen hängt alles ab. Die Statistik hat fcstgestellt, daß der zehnte Teil der Nation im allgemeinen aus Armen besteht. Wie leicht wäre es gewesen, diesen Bruchteil des Volkes vor der Not zu bewahren, wenn der Wille, der jetzt hilft, stelexistiert hätte. Aber bisher hielt man es für unmöglich, daß 90 Menschen, die Brot, Geld und Zeit genug haben, ihren notleidenden Brüdern helfen können. Man sollte diesen Willen zu helfen auch für die Zeit nach dem Kriege beibc- halten und man würde sehen, daß die Armut nicht das unvermeidbare Uebel ist, als das sie von satten Pharisäern so gern bezeichnet wird. Mittagsfrieden. Mittag ist's, vom Turme bang' Letzte Glockcnschläge schallen. Nirgends froher Vögel Sang, Stille herrscht, nur Windes Lallen Schläfert ein das müde Land. Dort des Schmiedes Este ruht Und verstummt ist Hammers Schlag. Um zu schützen hehrstes Gut Ließ der Schmied sein heimisch Dach Und zog in den Kamps. Aus der Dörfler Kreis heraus Riß so manches Glied der Krieg, Die im wilden, blut'gen Strauß Kämpfen für des Reiches Sieg. — Doch nicht alle kehren wieder . . . Erleichterung der Lazarettbesuche. Der Eisenbahn- minister von Breitenbach hat angeordnet, daß den Angehörigen der kranken oder verwundeten deutschen Krieger, die sich innerhalb Deutschlands in ärztlicher Pflege befinden, 6cf Fahrten zum Besuche ihrer im Felde verletzten oder erkrankten Anverwandten eine Fahrpreisermäßigung gewährt wird. Tieie soll in der zweiten, dritten und vierten Wagenklasse die Hälfte der gewöhnlichen Sätze betragen: bei Benutzung von Schnellzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu entrichten. Die Vergünstigung tritt in den nächsten Tagen für das Gesamtgebict der deutschen Staatseisenbahncn, jedoch nur im Verkehr niit Stationen, die mehr als 50 Kilometer vom Ausgangspunkte der Reise entfernt sind, in Kraft. Al- Angehörige" gelten die Eltern, Kinder, die Eheftau und Verlobte des verwundeten oder kranken Kriegers. Wer für den Besuch solcher die Fahrpreisermäßigung in Anspruch nehmen will, muß sich von der zuständigen Ortspolizeibehörde einen Ausweis ausstellcn lassen, bei dessen Vorlegung am Schalter der Abfahrtsstation er die Fahrkarte ausgehändigt erhält. — Feldpostsendungen. Von vielen Seiten wird Klage geführt, daß Postsendungen an die im Felde stehenden Truppen gar nicht oder mit riesiger Verspätung ankommen, was auch umgekehrt ans Sendungen der Kriegsteilnehmer an ihre Angehörigen zutrifft. Daß es mit der Feldpost, die auf den eingeschränkten Eisenbahnverkehr angewiesen ist. nicht so glatt und pünktlich gehen kann, als zu gewöhnlichen Zeiten, ist ohne weiteres klar. Aber es hat doch den Anschein, daß die Feldpost doch etwas mehr leisten könnte und müßte. Wenn Briefe und Karten aus Belgien und Nord^ frankreich bis hierher 8 bis 10 Tage brauchen, so ist das denn doch zu lange, selbst unter den jetzigen Verhältnissen. Es müßte doch etwas mehr für bessere Beförderung getan werden. Es läßt sich ja denken, daß sich die Briefschaften ich Masse aufhäufen, weil große Mengen unbestellbar bleiben, viele Adressaten gefallen oder in ein Lazarett gebracht wor- oen sind. — Vielfach werden aber auch ungenaue, schlecht und undeutlich geschriebene Adressen daran die Schuld tragen. Bor allein müssen die T r u p p e n t e i l e bet denen der Adressat steht, genau angegeben wer-' den: dagegen ist es überflüssg und irreführend, einen! Bestimmungsort anzugebcn. Ta die Aufenthaltsorte der einzelnen Truppenteile häufig wechseln und die Feldpoststationen vielfach verlegt oder gänzlich aufgehoben werden,! muß vor der Anbringung derartiger Angaben in den Aufschriften im Interesse der sicheren und schnellen Beförderung und Zustellung der Sendungen dringend gewarnt werden. Am besten verwendet man Kuverts mit Vordruck. Daß die Feldpost nicht auf der Höhe ist, beweist auch eine Beschwerde des Generalleutnants Schott in der Vossi- schen Zeitung: „Ich habe in dem Feldzug 1870 regelmäßig meine Nachrichten von Hause bekommen. Heute sind die Armeen allerdings viel größer, aber die Verbindungen und die Verkehrsmittel sind auch sehr viel größer geworden. Der Grund der mangelhaften Beförderung liegt nicht in Schwie- rigkeitcn, sondern in der Unfähigkeit, diese z» überwinden. Wohin würde es geführt haben, wenn die Eisenbahnen ebenso versagt hätten? Uebrigens ist nicht mir die Feldpost dev Verbesserung bedürftig, sondern auch die Post im allgemeinen, besonders sind die Postämter sehr mangelhaft mit Personal besetzt. Behörden, die dcni Publikum dienen, sollten in erster Linie sich berufen fühlen, daß sie den Anforderungen gerecht werden. Es gibt genug stellenlose Leute, die Verwendung finden könnten: wenn die Behörden sagen, sie können nicht, dann wollen sie nicht, oder der blinde Bnreau- kratismns ist schuld: ihn abzustreifen, sollte eine-der ersten. Lehren des Krieges sein". — Tote des Gießcner Regiments. Als gefallen werden weiter gemeldet: Landwehrmann Wilh. Hildebrand. Maurer aus Hcnchelhcii». — Landwehrmann Wilhelm Steinmüller, Weißbinder aus Heuchelheim. — Am 8. September: Musketier Fritz Scho mb er aus Gießen. — Am 9. September: Einjähriger Unteroffizier Karl Hahn, Bankbeamter aus Gießen. — Am 22. August: Unteroffizier der Reserve Karl H e u n, Postassistent aus Romrod bei Alsfeld. — Landwehrmann Heinrich Stock aus Angersbach. — Reservist Arthur Landgraf ans Wetzlar. — Reservist Friedrich Hardt aus Burgsolms. — Am 7. September: Reservist Jakob H a g n e r aus Oberbiel. — Gefallen aus Oberbesscn und Nachbargebictcn: Musketier Wilhelm Schneller aus Gießen, Jnf.-Reg. 137 (Hagenau), 7. Komp. Nachricht von den Kriegsgefangenen. Amtlich wird bekannt gegeben: Mit der britischen, französischen und russische» Regierung ist der Austausch der Listen der Kriegsgefangenen verabredet worden. Die Listen der deutschen Kriegsgefangenen werden, soweit eS sich um Angehörige des Landheercs handelt, an das Zentral-Nach- weisbureau des Königlich Preußischen KricgSministeriumS, Berlin NW., Dorothcenstraße 48, und soweit es sich um Angehörige der Marine handelt, an das Zentral-NachweiSbureau des Ncichs- marineamts, Berlin NW., Matthäikirchstraße 9, gelangen. Diese beiden Stellen werden »ach einiger Zeit, jedoch nicht vor den, 1. Oktober, in der Lage sein, Auskünfte über das Schicksal der dentfchen Kriegsgefangenen zu erteilen. Beamte und Konsumvereine. Der Zentralverband deutscher Konsumvereine hat sich an mehrere Reichsbehörden gewandt mit dem Ersuchen, in Zukunst der Mitglledschast der Beamten in den dem Zentralverband angeschloffenen Konsumvereinen nicht? mehr in den Weg zu legen. Vom Rcichspostamt ist daraus folgende Antwort eingegangen: Es wird kein Einspruch erhoben werden, wenn Angehörige der Reichspost- und Telegraphenverwaltung den Koiisumgcnoffcn- schasten des Zentralverbandcs deutscher Konsumvereine beitreten. Die Oberpostdirektioncn haben hiervon Kenntnis erhalten. Fm Auftrag des Staatssekretärs, gez. Aschenborn. In Einzelfällen haben sich Konsumvereine mit einer gleichen Eingabe an die lokalen und provinziellen Behörden gewandt. Auch sic haben zum Teil bereits ähnliche Antworten erhalten wie die vorstehende des Reichspostamtes. Es sicht zu erwarten, baß auch die Entscheidungen der übrigen Zentralstelle», vor allem des prenßischen Eisenbahnministers, in gleichem Sinne ausfallen. Renirnempfängcr als Heeresangehörige. Amtlich wird bekannt- gegeben: ES ist nicht ausgcschioffen, daß sich unter den zu Kriegsdiensten Einberufenen vereinzelt Empfänger von Renten aus der gesetzlichen Arbeitcrversicherung befinden. Diese werden in der Regel an der persönlichen Empfangnahme der Rente verhindert sein und inüffcn deshalb, wenn die Rente den Angehörigen gesandt werden soll, diesen Vollmacht zur Abhebung erteilen. Die Renten werde» bann weiter gesandt, bis die Vollmacht widerrufen oder der Tod des Empfängers den RentcnzahlstcNen bekannt wirb. Ob den in Gefangenschaft Geratenen oder Vermißten die Rente vorläufig weiter gewährt werden kann, werden die Vcrstchcrungsträgcr im Einzelfall wohlwollend beraten. Zur Durchflihruna einer geordneten Rentenzahlung a» die Angehörigen wird es erforderlich sein, daß die Dienststellen erstens durch Umfrage die Rentenempfänger ermitteln und sic, soweit dies nicht vor der Einberufung geschehen ist, zur schleunigen Ucbersend- ung einer Vollmacht an die Angehörigen veranlaffcn. Die Vollmacht kann die am Schluß abgedrucktc Form erhalten: zweitens die Benachrichtigung der Rcntcnzahlstellen (Postanstalt) von dem Tod usw. der Empfänger übernehmen. Z» diesem Zweck ist dort, wo Kriegsstammrollen geführt wer- den, in diesen der Vermerk auf,»nehmen: Rcntcncmpsängcr, Postanstalt N . . . Stirbt ein Rentenempfänger, dann ist der Postanstalt sofort eine kurze Mitteilung zu übersenden. Bei Gefangenen oder Vermißten hat dies tu der Regel erst nach Verlauf von acht Tagen zu geschehen. Dienststellen, die Kriegsstammrollen nicht führen, haben in geeigneter Weise für die Ermittlung und Kontrolle der bei ihnen befindlichen Rentenempfänger, für die Uebcrscndung der Vollmacht an die Angehörigen und die Benachrichtigung der Postbehörde zu sorge». Vollmacht. Ich erteile hiermit meiner Ehefrau (andern Angehörigen, sonstigen Personen) Anna . . geborene . . . in . . . Vollmacht, meine ... Rente ... zu erheben. Ort. Datum, Unterschrift. Die „patriotischen Kundgebungen" mit Gesang und Hochhurra entspringen meist nicht patriotischen Gefühlen. sondern der Ra da» - stimmung. Dieser Einsicht ist auch der Anklagevertreter vor den, Breslauer Kriegsgericht. Er beantragte gegen drei Bürschchen, die eine solche .Kundgebung vor der konservativen Schieftschc» Zcittmg. den Denkmälern der Stadt und vor den, österreichische» fti'iifiitot mitflMiwdft hatten, 1< 14 Tage PI c f ä n (in i 8. Di« Sache wurde -war a>,8 Zivilgeridst oerwiejen, ober 12 Tage llnier- fuchuii-gshast haben die iibcrschäiimenbe» „Patrioten" schon mc«. Kricgsunterftiißuiig für uutljclidK Kinder. ES besteht vielfach die Ausjassung, daß nur die »uel»elichen Kinder Anspruch ans Zahlung her Kriegs,,nterstiitzung lhrttcn, Heren Väter bisher für den Unter- I>alt anfffekoinnien wären. Diese Meinung ist falsch. Die erste Fassung der Reglern,igsvo, läge an den Reichstag beslimnitc allerdings, dt« KriegSuiikerstiitzuiig sollte den unehelichen Kindern deS Eingezogenen gezahlt ivcrden, „insofern er als Vater seiner Ver- pjlichlinig zur (Bewährung des Unterhaltes naäzgekomnicn ist", vier ivar also Bedingung, daß der Vater tatsächlich Alimente gezahlt hatte. Tie llkrgicrnngsvorloge ist noch in, letzten Augenblick geändert, die neue Fassung ist aber säst nicht bekannt geworden. Nach den, jetzt geltenden Gesetz steht dir llnterstiitzung den unehelichen Kindern des Eingezogenen zu, „insofern seine Vcrpjliästung als Vater z»r Gewährung des Unterhalts scstgcstellt ist". ES bekommen also alle unehelichen Kinder dir KriegSunterstiitzung, deren jetzt im Felde stehender Erzeuger die Vaterschaft entweder gerichtlich ober notariell ancrlannt lgu oder als Vater zur Uiiterhaltszahlnng verurteilt ist. Es braucht nicht naä-geiviescn zu iverdcn, das, der Vater wirklich gezahlt hat. — Die Greuel des Krieges. Aus einen, Briese, den ei» Infanterist an» der liegend von Namur an seine Elter» in Lübeck schrieb, entnehinen wir folgendes: „. . . . Mir sind ans N. zu marschiert. I» siins Tage» 220 Kilometer. Wir sind von niorgens 5 bis abends 8 Uhr gelaufen. Auf dem Felde wurden Rinder aufgegriffen und in der Feldküche gekocht. Abends mußte die belgische Bevölkerung Herausrücken, was an Lebensmitteln da war. Die arme Bevölkerung, die nicmandcn, etwas getan hat, muß jedem Tcutschcn leid tu». Mit reinem Picwiffcn kann ich sagen, daß ich keinem etwas genommen habe. Je näher wir der Festung kamen, desto größer wurden die Verwüstungen. Ans „ns wurde aus vielen Häusern geschaffen. Sofort wurden ganze Dörfer Niedergebra» nt, während der Nacht ein schauerliches Bild, ringsum lohende Feuer- niaffcn, schreiende Frauen und Kinder. Männer wurden erschaffe», andere Familien flüchtete». Gute Leute werden auch von uns gut behandelt. Dieses wird an der Haustür vermerkt, damit »ach- kommende Truppen Bescheid wiffen. F» der stcbten Nacht sind mir etwa 4000 Meter vor einem Fort angckvmmcn und dann wurden bis zum frühen Morgen Schützengräben gemacht. Am Morgen iniißtcn wir weiter vor. unaufhörlich vonz Feinde beschossen. Drei Tage und zwei Nächte haben wir dann bei B. gelegen und gekämpft, über uns sausten die Kanonenkugeln hinweg. Es war, als ob Schiene» in der Luft liegen und die ganze Welt von einem schweren Plewittcr belastet wäre. Am erste» Tage unheimlich, am zweiten Tage machis schon Spaß. Nur die kleinen Plewehrkugeln, die „ns so ctivas dicht am Kopse vorbcisliegcn, können uns nicht besonders gefalle». Hier liegt mal einer stumm, da stöhnt einer: Hilf mir!, etwas weiter wird einen, Kamcrabcn der Arm verbunden. Es ist eben Krieg und K r i e g i st b i t t e r . . . Es ist Sonntagniorgcn. Um %11 Uhr wird ans einmal die Lust von einem furchtbaren Plctöse erfüllt. Drei neue Kruppsche Geschütze sind angckommen und senden ein mörderisches Feuer in die Forts hinein. Ta, %i Uhr, ein Hurra durchbraust die Lust. Das Fort hat die weiße Flagge gehißt, hat sich ergeben. Alles ans zum Vormarsch aus die Festung. Unterwegs hatten wir kleine Waldgefcchtc, u. a. unser Zug. Ein Picsccht mit 50 Belgiern, von denen nicht ein einziger am Leben blieb. Wir hatten kaum nennenswerten Verlust. Um '/»II Uhr abends sind wir in Namur ein- gcrückt, mußten aber dieselbe Nacht wieder ausrlicken, da fortwährend aus de» Häusern auf „ns gcschvffc» »nd auch mit Bomben acworscn wurde. Natürlich wurde» die Häuser in Brand gesetzt und alles, was raus wollte, n i e d e r g e s ch o s s c n." Feber Verständige wird sich immer wieder fragen mtiffen: Ist bas schlicßlichc Resultat des Krieges die furchtbaren Opfer wert, die er fordert, »nd kann das entsetzliche Elend überhaupt je wieder gut gemacht werde», was jetzt durch ihm verursacht wird? — Einfuhr von Klanenvieh ohne tierärztliche Untersuchung. An, 17. September wurde vor dem Reichsgericht eine Sache verhandelt, die für Landwirte und Viehhändler von Fntcreffc ist. Das Kreisamt Lautcrbach hatte wegen Maul- »nd Klaucn- scuchcngesahr am 27. Oktober 1010 unter Aushebung einer früheren, die Einfuhr von Klanenvieh aus verseuchten Orten betrcfscnden Verordnung eine Bekanntmachung crlaffcn, wonach alles Klauen- vieh, bas von auswärts nach Hessen aus der Eisenbahn cingcfiihrt wurde, bei der Einfuhr dem bcanitctcn Tierarzt zu melde» war und nicht eher auSgcladen werden durfte, als bis dieser cs »ntcr- sncht hatte. Gegen diese Bestiinmung sollte sich der Schweine- hän dlcr Kaspar Dietrich vergangen haben, wobei folgender Tatbestand zugrunde lag: D. hatte am 0. November 1010 in Hiinscld 20 Ferkel ansgekaust, durch einen Tierarzt ihre Scnchc»- srcihcit attestieren und durch seinen Sohn nach Bahnhof Nösberts bei Lautcrbach verladen laffcn, wo der Transport am 4. November rintrnf. Nnchbem die Tiere hier i» D.s Abwesenheit vom Bahn- hosspersonal ausgeladc» worden waren, ivolltc T., der erst später kam, sie sortbrlnge». erhielt aber nicht die Erlaubnis des Bahn- hossvorstehers, der die Entscrnung der Tiere vom Ausladeplätze ohne vorherige tierärztliche Untersuchung nicht gestatte» wollte. Ta jedoch kein Tierarzt zu erreiche» ivar, gab der Beamte schließlich „ach, sodaß T. die Ferkel nach NicbcrmooS treiben durfte, wo sie vom dortige» Tierarzt untersucht wurden. Wegen dieses Vorfalls hatte sich T. am 0. April 1014 nntcr der Anklage eines Vergehens gegen daß Rcichsvichscuchcngcsetz vor de», Landgericht P! i e ß c n zu verantworten, wurde aber aus folgenden Gründen srciac- sprochcn: Tic Verletzung der fraglichen Bekanntmachung, die sich oi,f 88 10, 20 des Viehscuchengcsctzcs stützt, würde nach 88 20, 00, 74 dcss. zu bestrascn sein. Fndcffc» ist der Nachweis dafür, daß im ausdrücklichen Anstraac D.s die Ferkel ohne vorherige tierärztliche Untersuchung auSacladcn worden sind, nicht erbracht. Vielmehr hat das Bahnhosspcrsonal ohne T.s Anweisung gehandelt. Daß T. schließlich die Schweine ohne Untersuchung vom Bahnhof wegtricb, stellt kein unerlaubtes Ausladen dar. — Gegen T.s Freisprechung lcatc die TlaatSanwaltschast Revision beim Reichsgericht ein, weil nicht beachtet worden sei, daß T. strasbarerwcise die vorherige Anmeldung des ViehlransporteS beim Tierarzt untcrlaffc» habe, obwohl er dies noch rechtzeitig hätte tun können. Aus Antrag des RcichsanwaltS hat daß Reichsgericht aus Verwersnug der Revision erkannt. Daß die Strafkammer irrtümlicherweise die Rechtsgrundlage der Bekanntmachung in 88 10 ff. und 74 des Vieh- scuchcnacsetzcS findet, statt ihren Inhalt ans 8 17 desselben und ihren strasrcchtlichcn Eharakter anS 8 020 Tt.-G.-B. hcrzulcitcn, ändert nichts an der sachlichen Richtigkeit der Freisprechung. Ent- gcacn der Anssaffung der Revision ist der Zeitpunkt der Meldepflicht nicht ans den Beginn des Transportes, sondern aus den Augenblick des Entladens z» verlegen. Ta nun T. das Ausladen garnicht selber bewirkt »nd überwacht hat, kan» ihm auch die Versäumnis der Meldepflicht nicht vorgeworsen werden. Daher bleibt rs bei der Freisprechung. — Ocssentlichc Biichcrhalle. Im Atignst wurden 1207 Bände anSgelichc». Davon komme» aus: Erzählende Literatur 700, Zeitschriften 151, Iugcudschristcn 128, Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 10, Länder- und Völkerkunde 7, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 00, Kunstgeschichte 0, Naturwissenschaft „nd Technologie 05, Heer- und Seewesen 20, Hauswirtschaft 2. Gcsundheilslehre 2, Religion und Philosophie 0, StaatSwiffcnschast 0, Sprach,viffcuschast 0. Fremdsprachliches 8 Bände. Nach auswärts kamen 20 Bände. Ein herrenloses Fahrrad wurde im Hose eines HanseS am Kanzleiberg ausgcfundcn. TaS Rad ist ein Viktoria-Rad »nd trägt die Fabriknuminer 100 074. Ter Eigentümer wird ersucht, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. — Hcuchelheim. Wieder haben wir den Tob zweier unserer Plemcindcangehörigen ans dem Schlachtfelbe zu berichten. Es wird bekannt, daß Will,. H i l d e b r a u d und Wilhelm Stein- m li I l c r , beides Parteigcnoffen, gefallen sind. Letzterer war Maurer, Hildcbrand Wcißbindcr: beide sind verheiratet. Sie waren bei dem Landwchrregimcnt. Ehre ihrem Andenken! Telegramme. Immer nach das große Warten. W11. Großes Hauptquartier, 20. Sepl. (Amtlich.) Im Angriff gegen das französisch-englische Heer sind an einzelnen stelle» Fortschritte gemacht wurden. Reims liegt in der Kampffront der Franzosen. Gezwungen, das feindliche Feuer zu erwidern, beklagen wir, das, die Stadt dadurch Schaden nimmt. Es ist Anweisung zur möglichsten Schonung der .Kathedrale gegeben worden. In den mittleren Vogesen sind Angriffe französischer Truppen am Tonon bei Scnones »nd Saales abgcwiesen worden. — Auf dem östlichen Kriegsschauplatz heute keine Ereignisse. Die Neuordnung der gali,fischen Kampfstellung. WB. Wien, 20. Tept. Amtlich wird unterm 10. September mittags vcrlautbart: Tic Ncugruppierung unseres Heeres aus dem nördlichen KriegSsckmuplaß ist im Zuge. Ein Vorstoß einer russischen Infanteriedivision am 17. September wurde blutig abge° wiesen. Der ostseitige, kleine, scldmäßigc formierte Brückenkopf Sicjawa, unsererseits nur von sehr schwachen Abteilungen heldenmütig verteidigt, zwang die Russen zur Enisaliiing zweier Korps und schwerer Artillerie. Als die Bcscstignngen ihre Ausgabe erfüllt hatten, wurden sie freiwillig geräumt. Der Stellvertreter des Ehcfs des Generalstabs v. H ö s e r, Generalmajor. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Es können eingestellt werden: a) bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Schmied, 1 Bäcker, 1 Metzgerburschc, 1 jüngerer Bäcker, 2 Schuhmacher, 2 Unisormschneider, 1 Weißbinder, 1 Hausbursche, 1 Fahrbnrschc, 1 Fensterputzer, landwirtschaftliche Arbeiter und 1 Schweizer, 2 Ticnstmädche». b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Schlosser, 1 Müller. 1 Bäcker, 5 Unisormschneider, 2 Schreiner, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, Trainagcnarbcitcr, 2 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Schuhmacherlehrling. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 10 Schlosser, 2 Spengler, 1 Elekiromonieur, 2 Mechaniker, 5 Polsterer und Tapezierer, 10 Schreiner, 1 Glaser, 1 Müller, 1 Bäcker, 2 Schuhmacher, 2 Maurer, 1 Zimmer,nanu, 0 Wcißbindcr und Lackierer, 1 Pllascr, 1 Stukkateur, 2 Heizer, 7 Kansleuie, Schreiber, landwirischasilichc Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Tagiöhner, Kellner, Hausburschen, Putz-, Wasch- und Lanssraucn, Mädchen zur Erlernung der Haushaltung. Lehrlinge: 1 Schiosscrlchrling. Städtischer Woßnunstsnachwcis Gießen. Es sind zu vermieten: 1 Wvhmiiig von 5 Zimmer und 1 Mansardciizimincr, 1 Wohnung von 5 Zimmer, 0 Wohnungen von 4 Zimmer, 1 Wohnung von 4—5 Zimmer, 0 Wohnungen von 0 Zimmer, 1 Wohnung von 1 Zimmer, 1 Wohnung von 1—2 Zimmer, 1 Lager- ober Fabrik- raum, 1 Werkstatt, 1 dreistöckiges Lagerhaus mit Pserdcstall und Heuboden, 4 möblierte Zinimer. Zu mieten gesucht: 25 Wohnungen von 2—6 Zimmer. Standesamt Gießen. ^ _ Geborene. £cpt. 5. Dem Bahnarbciicr Konrab Rockel Zwillinge, Johanna Helene und Emma Minna. — 7. Dem Eiscnbrchcr Louis Eduard August Wilhelm Krüger ei» Toh», Heinrich. — 8. Dem Architekten Johannes Robert Drescher ein Sohn, Hans Robert Walter Peter. Aufgebote. Tept. 12. Ehristia» Heinrich Wilhelm August Wcibig, Geschäftsreisender, mit Berta Emilie Elisabeth Andreas, beide in Piießen. — h>. Karl Andreas Marlin, Packer, mit Margarete Habermehl, beide in Piießen. Eheschließungen. Scpi. 11. Georg Karl Friedrich Theodor Müller, Friseur in -rarnistadt, mit Franziska Knos i» Gießen. — 10. Georg Schember, Schneider, mit Karokine Klatthaar, beide in Gießen. — Adolf Theodor Willi Schulze. Schreiner, mit Marie Margarete Liseile Trank, beide in Gießen. Sierbesälle. Sepi. 10. Anna Baum, 2 Monate alt, Schillersir. 20. — 12. Heinrich Kirschbaum, Fuhrmann, 41 Jahre alt, Dammstr. 44. — Hcnrictte Klein, geh. Tröller, 00 Jahre alt, Hammstr. 11. — Wil- hclmine Amalje Pohlmann, 0 Monate alt, Credncrstr. 36. — 13. Luise Ackermann, gcb. Keil, 62 Jahre alt, Ostankagc 39. — Heinrich Volpert, Oberpostschassner im Ruhestand, 02 Jahre alt. Hillcbrandstr. 7. — 14. .Frieda Harig, 4 Jahr alt, Krosdorsersir. 24. Paulinc Karola GregoriuS, 4 Jahre alt, Steinstr. 78. — 45. Ludwig Franz Kümmich, Postsekrctär im Ruhestand, 71 Jahre alt, Tchanzen- straßc 22. — Heinrich Karl Müller, 14 Jahre alt, Leihgcstcrncr- weg 24. — 17. Lina Steinberger, geb, Becker, 55 Jahre akt, Bahn- hofstraßc 20. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Truck: Verlag Ossenbacher Abendblatt, G. m. b. H , Osfenbach a. R. von kj enriettrDaviöis disinöie neue stes eit für alle Haushaltungen enthaltend das Einmachen.slufdewahren. Konservieren. Sie Obstverwertuny. fruchlweinherstellung usw. tffik. mit (Abbildungen. l)erlag ^.§cifnrU,tvar»n-orf-L«ipzig,imst,ni 191V. «1 Z 3 -17» o e