Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcffen und der Nachbargebiete. Die OderbeMIcki« v»lk»,eltnn, erscheint seden Werktag Abend In Lieben. Der Abonncmentsprei» beträgt wöchentlich 1b Pfg, monatlich Sll Psg. etnschi-Bringerlobn. Durch die Polt bezogen vierteljährl.lLOMk. Redaktion and Crvedition Diebe». Baünbosttralie 23. Erke LSWengasse. rclevbon 2008 . Inserate kosten die 6 mal gespall. Kolonclzeil« oder deren Raum 1b Pfg. Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bi» oben»« 7 Kbr für die folgende Nummer in der Expedition aufgede». Nr. 216 Gießen, Freiing, den 18. September 1914 9. Jahrgang Freiheit! „Die Sache der Freiheit der europäischen Völker und Staaten ist dem deutschen Schwert zur Wahrung übertragen." So hat der Reichskanzler Herr v. Bethmann-Holl- iveg kürzlich einem Vertreter des offiziösen dänischen Depeschenbureaus erklärt. Sein Ansspruch, der nicht vergessen werden soll, liegt ganz auf der Linie früherer Aeußerungcn. die von den höchsten offiziellen Stellen des Reiches getan wurden. „Uns treibt nicht Eroberungssucht", sagte der Kaiser in der Thronrede vom 4. August. In ausdrücklicher Uebereinstimniung mit dem Kaiser richtete ferner der Reichs- kanzlcr am 2. September an die amerikanischen Prcssever- treter jener zornige Anklagerede gegen Rußland, „den Vertrr- tce des furchtbaren Despotismus, das Land, das keine geistige, keine religiöle Freiheit kennt, das die Freiheit der Völker wie der Individuen mit Füßen tritt". Alle die>e Kundgebungen stehen in erfreulicher Uebereinstimniung mir der Erklärung der sozialdeinokratischcn Rcichstagsfraktion pom 4. August, in der gesagt wurde: Für unser Volk und seine freiheitliche Zukunft steht bei einem Tieg des russischen Despotismus, der sich mit dem Blute der Besten seines Volkes befleckt hat, viel, wenn nicht alles, auf dem Spiel. Es gilt, diese Gefahr abzuwehrcn, die Kultur und die Unabhängigkeit unseres eigenen Landes sicherzustellen. Da machen wtr wahr, was wir immer betont haben: wir lasten in der Stunde der Gefahr das Vaterland nicht im Stich. Wir fühlen uns dabei im Einklang mit der Internationale, die das Recht jedes Volkes aus nationale Selbständigkeit und Selbstverteidigung jederzeit anerkannt Hot, wie wir in Ucbcrein- ftimmung mit ihr jeden Eroberungskrieg verurteilen. Diese Uebereinstimmung ist angesichts der außerordentlichen Umstände nichts Auffallendes. Ein Staat, der sich in> Kampfe gegen fast die ganze Welt befindet, kann nur noch eine Aufgabe kennen, die der Selbstbehauptung. Diese Aus- jgabe kann aber nur gelöst werden, wenn an die stärksten sittlichen Kräfte des Volles appelliert wird: an sein Frcihcits- ^csühl, an seinen entschlossenen Willen, weder selbst Knechtschaft zu tragen, noch fremden Völkern Knechtschaft aufzii- crlegen. Es wäre unrecht, wenn man — wie dies in manchen Blättern geschieht — den klaren Sinn jener offiziellen Erklärungen durch Auslegungskünste urnzndcutcn versuchte. Wer so von Rußland spricht, wie cs der Reichskanzler in kaiserlichen, Auftrag getan hat, des kann nicht daran denken, fremden Völkern das Schicksal der Finnen oder der russischen Polen zu bereiten. Und nicht nur um die Freiheit der Völker und Staaten geht es: es geht auch um religiöse Freiheit, geistige Freiheit, Freiheit des Individuums. Der badische Minister d. Bodinan hat in seinem Nachruf aus unfern Genossen Ludwig Frank besonders lebhaft beklagt daß dieser ausgezeichnete Mann nun nicht mehr an dem Werk der inneren Reorganisation nach dem Kriege werde niit- wirkcn können. Nach den Kundgebungen der Regierung, in denen der hohe Wert geistiger und individueller Freiheit anerkannt wird, kann kein Zweifel darüber bestehen, nach welcher Richtung sich jene innere Reorganisationsarbcit ent- falten muß — sowenig ein Zweifel darüber besteht, wie Frank selbst diese Aufgabe ausgcfaßt hätte, wäre cs ihm vergönnt gewesen, den Krieg zu überleben. Wenn auch die Gegner Deutschlands das Wort Freiheit zum Feldgeschrei erhoben haben, wenn sie als Folge ihres Sieges allen Völkern Europas die Freiheit versprechen, so ist das nur ein wcitcirr Beweis dafür, wie tief der Frcihcits- drang den Völkern im Blute sitzt. An ihn muß jeder appel- lieren, der siegen will. Das deutsche Volk denkt aber nicht daran, sich seine Freiheit von seinen auswärtigen Gegnern schenken zu lassen, denn die geschenkte Freiheit taugt nichts, nur die sclbsterkämpfte bleibt unverlierbarer Besitz. Das deutsche Volk will darum kämpfen für Freiheit der Völker und Staaten, Freiheit der Individuen, geistige und religiöse Freiheit, kurz gegen alles, was auf dieser Welt — „echt- russisch- ist! Die deutsche Marnekämpfcr im Urteil der Franzosen. die Art, wie unsere Truppen in dem großen Ringen an . , ?arnc sich verhalten und über die . Taktik und Strategie der v cr f i *f)rer bringt der Pariser Korrespondent der Turiner Twr charakteristische Urteile aus dem Munde eines französi- * nä flencraiä, der sich mit großer Anerkennung über das öcr .^"sichen Soldaten ausspricht. Der General führte °us- die französische Armee sei zwischen dem Lrnain und Paris beinahe di o p p e l t f 0 stark als die deutsche. „Aber was für ein tkdlnd! Beim Tagesanbruch ist cs nur eine dünne Schützenlinie, aber schon mittags bildet diese Linie eine starke Vcrschanzung voller Soldaten. Aste lange wird diese Linie sich noch halten, wie lange werden diese zwei Armeen, die sich seit dem 23. August ununterbrochen schlagen, noch Widerstand leisten? Was wir uns nicht erklären können, ist die wunderbare W i d c r st a n d s k r a f t des eFindes. Die Deutschen ziehen sich in geradezu vorbildlicher Weise zurück, indem sie den Heldenmut haben, keinen Schuß abzugebcn, um die Munition zu sparen. Ich sragc mich, ob diese kleine Armee der Generäle von Kluck und von Bülow, die wir doch besiegen werden müssen, nicht zurückgeblieben seien, um sich auszuopfcrn. Wir werden jedenfalls noch lange und große Mühe haben, sie zu überwinden." Der Figaro schreibt ganz ähnlich in seiner Ausgabe von Bordeaux: „Die amtlichen Meldungen lassen hoffen, daß der Kamps, der sich seit einigen Tagen entwickelt hat, mit einen, französischen Siege enden werde. Das deutsche Heer zieht sich zurück und zwar in einer geradezu klassischen Ordnung. Man kan» daraus den Schluß ziehen, daß die Deutschen nicht mehr genügende Reserven besitzen, um die Lücke» anszufüllcn. Es ist auch nicht ausgcschloffen, daß ihr Rückzug sich bis zum Rhein erstrecken werde. jNa, na!> Dort würden die großen verschanzten Lager den ermüdeten Truppen Gelegenheit bieten, sich anSzuruhen, um nachher wieder die Offensive zu ergreifen. Jedenfalls werden die Operationen sehr lange dauern, wenn nicht unvorhergesehene Fälle, wie zum Beispiel MnnitionSmangcl, die Lage der Deutschen ändern sollte." Es ist schon so. Mehr noch fast, wie aus den ruhigen Meldungen unseres Gencralstabs können wir aus diesen Darstellungen unserer Feinde — die ja übrigens die strategische Bedeutung der Rückzugs- bcwegungen natürlich nur von ihrem Standpunkte aus beurtcijen können — die Zuversicht schöpfen, daß die Schlacht an der Marne die Entscheidungsschlacht iin dcutsch-sranzösischcn Kriege, und zwar zugunsten der deutschen Waffen werden wird! Die französische» Marnekämpfer iin Urteil der Italiener. Der Pariser Korrespondent der Tribuna gibt ein überaus trübes Bild von den französische» Truppen. Die aus dem Marsche befindlichen Leute seien vollständig erschöpft. Von Strapazen aller Art und von der Hitze mitgenommen, mit struppigen Bärten und sonnverbrannten Gesichtern, so berichtet er, unter der Last des Gewehres und des Tornisters fast erliegend, und vornübergebeugt, so schleppen sich die Soldaten auf der Landstraße dahim Alle sind derart am Ende ihrer Kräfte, daß sie froh sind, wenn sic sich mit der Hand an einem zufällig ans der Landstraße stehenden Karren oder an einem Baum sesthalten können. Alle diese Leute tragen die Spuren schlafloser Rächte und endloser Mühen. Regimenicr folgen ans Regimenter und überall zeigt sich dasselbe Bild unbeschreiblicher Erschöpfung. Kein Soldatenlied erschallt in den Reihen, keine forsche Militärmusik. Tie neben der Truppe herleitenden Lsssziere sind ebenso erschöpft. Wenn ein Regiment irgendwo .Halt macht, fallen die Leute einfach hin und schlafen. Niemand denkt ans Esicn. Wie lange sind Ihre Leute schon ans dem Marsche? fragte der Korrespondent einen Ossizier. Di« Antwort lautete: Seit drei Tagen, und der Offizier siigte hinzu: Was hat das aber alles für «inen Wert? Dir werden ja doch wieder geschlagen. Nicht, weil wir schlechte Soldaten sind, sonder» wegen dieser verwünschten roten Hosen. Die meisten nüchiern depkenden Pariser, schließt der Korrespondent, sind jedes Optimismus bar. Sic halten den Rückzug des Generals von Kluck nur für eine strategische Bewegung. Eine französische Anerkennung unserer Kampfführung. Ter Temps veröffentlicht in seiner Ausgabe von, 6. September einen Brief des Staatsratcs Gouber in Rouen über das Verhalten der deutschen Truppen. Der Staatsrat. der das Gebiet des Nordens und des Pas de Calais in amtlicher Eigenschaft bereist hat, beklagt den überstürzten Abzug der Zivilbevölkerung in Rouen. Er erklärt, daß sich Taten der Deutschen in Belgien im Norden nicht erneuert hätten. Es wurden keine Gebäude angestcckt, und alle Requisitionen von Fleisch, Brot ustv. wurden bar bezahlt. Als der Verkäufer eines Fahrradgeschäftes nicht anwesend war, nahmen die Deutschen die nötigen drei Fahrräder erst, nachdem sie den Bürgermeister ausgesucht hatten und diesem eine Quittung übergeben hatten. Scharf gingen die Deutschen nur gegen Häuser vor, deren Besitzer die Häuser verlassen hatten, denn sie suchten überall Proviant und wurden nur zornig, wenn man diesen verheiinlicht oder diesen verweigert hatte. Ueber das große Gebiet Nordfrankreichs gibt Herr Gouber das Zeugnis ab, daß er anerkennen müsse, daß er in dieser großen Gegend, die er bereist habe, keine Klagen der Bevölkerung über die.Deutschen gehört habe. Die „Taten der Deutschen in Belgien" kennt der Staatsrat natürlich nur aus den tendenziös entstellten Berichten der französischen Presse. französische Truppen plündern im eigenen Lande. W. B. Berlin, 16. Sept. Unseren Truppen fiel folgender Befehl des Konimandantcn der ersten französischen Armee in die Hände: liere Arm6e, Etat-Maior, lier bureau no. 790 q. g. a. le 26 aoüt 1914. Ordre particnlier No. 9: II a 616 rendu compte au general commandaute la liere arm6e par la municipalitd de Ramber- Tillers, que des soldats se sont livrds ckavs cette Tille & des actes de yiolence et de pillage. Ces taita sont d’autant plos regrettables et reprdhensibles qa’ila ont 616 commis sur le territoire tranqais Le g6u6ral commandaqt le 21erue corps ouvrira immediatement une eDqnetc & ee sujet, en vue de d6f6rer aux conseils de gnerre le» aiiteurs de ces crimcs. Sign6: Dabail. Ueberscbu » g: „Es ist dem Oberbefehlshaber der ersten Armee durch die Siadtbchördc von Rambcrvillcrs zur Kenntnis gcbrad>i worden, dah sich Soldaten in dieser Stadt zu Akten von Gewalttätigkeit und Plünderung haben hinreißen lasten. Diese Handlungen sind umso bedauerlicher und verwerflicher, als sie auf französischem Boden begangen wurden. Der kommandierende General des 21. Korps wird sofort eine Untersuchung in dieser Angelegenheit cinlciten, damit die Urheber dieser Verbrechen den Kriegsgerichten übergeben werden können. sgcz.j Dubail." Mit diesem Dokunicnt wird die besonders bei unserer kronprinz- lichen Armee gemeldete Wahrnehmung, daß die französischen Truppen sogar im eigenen Lande plündern und rauben, von amtlicher französischer Seite bestätigt. Frankreich vor dem Staatöbankrott? Paris, 16. Sept. Tie Regierung wird ihren drängenden Geldbedarf im Gegensatz zu Deutschland zunächst nicht durch eine Anleihe, sondern durch Ausgabe von kurzfristigen, auf drei Monate bezw. ein Jahr laufenden „Obligation» pour la defense nationale" („Schuldverschreibungen für die nationale Verteidigung") zu decken suchen. Die neuen Titres werden in Stücken von 100, 500 und 1000 Franken ange- boten und mit einem fllnfprozentigen Zinsfuß ausgestattet werden. Den Zeichnern wird für eine künftig zu emittierende Kriegsanleihe bereits jetzt ein Vorzugsrecht versprochen. Auf eine künftige Kriegsanleihe? Woher soll denn die kommen. Bekanntlich ist Frankreich nicht einmal in der Lage, eine vor dem Kriege begebene Staatsanleihe unterzu- bringcn: die Einzahlungen aus sie wollen gar nicht vorwärts. und da sollte man mit einer Kriegsanleihe mehr Glück haben? Die französischen Kenosien verlangen die Wahrheit zu wissen. Führende französische Genosten verlangten in her Humantte, nachdem sich die Kriegslage für Frankreich ungünstig entwickelt hatte, vom französischen Kriegs Ministerium und der ftanzöstschcn Regierung Tag iiir Tag. daß über den Ansgang der kriegerischen Operationen die Wahrheit nicht zurückgehatten oder gar. so lange cs geht, ver- heimlicht würde. Besonders Genosse Renaudel hat mehrfach eindringlich an die Regierung appelliert und hcrvorgehoben, daß di« Franzosen di« Wahrheit vertragen könnten, auch wenn über un- günstig verlaufene Operationen zu berichten sei. Es sei klug, solche Wahrbcite» nickst zu verheimlichen, weil ein zu spätes Bckanntwerdrn militärischer Schlappen nur zur Panik führe. In glcichent Sinne schreibt anch Marcel Sombat, der jetzt dem Ministerium angehört, z. B. noch in der Nummer vom 24. August der bnmcrnite. Er sagt, daß die öffentliche Meinung sich auch an Rückschläge gewöhnen müste. um sich darauf cinzurichten. ihnen zu widerstehen und so bald als möglich das Gleichgewicht wiederzufindcn. Scmbat wendet sich aber auch gegen die öügenberichie französischer Blätter, in denen cs heißt: ..Die Deutschen fliehen vor uns wie die Hasen! Sie haben Furcht vor unseren Bajonetten! Sic retten sich vor uns. so schnell wie sie ihre Bein« tragen! usw." Leute, die das fälschlich glaubten, sagt Sembat, würden leicht ihr« Haltung verlieren angesichts eines Gegners, der standhalte und die Franzosen stark bedränge. Die farbige Hoffnung Frankreichs. Nach französischen Zeitungen sollen 260 066 Farbige in Frankreich kämpfen Sozialistischer Protest szegen die Sendung französischer Landwehr nach Marokko. Zu Beginn des Krieges standen große Mosten aktiver sranzö- sischcr Truppen — man sprach von mindestens 55 066 Mann — in Marokko, dort festgehalten durch jene imperialistische Politik der französischen Regierung, di« gls das „Meriko-Abenteucr des sranzü- sisckicn Radikalismus" von unseren französischen Genosten seit zwei Jahren heftig bekämpft wurde. Nock, Kriegsausbruch rief di« französische Regierung diese Truppen, soiveit es irgend ging, zurück. Auf dem mit dem Blute französischer Soldaten gedüngten Boden Marokkos sind die kriegerischen Eingeborenen des riesigen Kolonialreichs aber noch lange nicht unterworfen. Es hieß also Ersatz schäften. Tic französische Regierung besttmmte deshalb Territorial- trnppen, d. h. alte Leute, zumeist Familienväter, als Ersatz für die heimgesandten Linien truppen. Dieses verbrecherische Untersangen löste in der französischen Presse lebhaft« Proteste aus. Nachdem bereits Elemcncean im inzwischen eingezogenen L'Homm« libre hieraegen protestiert hatte, schrieb Genost« Pierre Renaudel am 24. Aug. in der Humanste, nachdem er fesdgrstellt hatte, daß di« sozialistische' Kammergrupp- ivegen dieses Planes der Regierung sehr erregt war und bei der Regierung interveniert habe n. a. „Gewiß, cs gibt nicht einen Mann in Frankreich, der nicht bereit ist, um die Eindringlinge zurückzuwerfen und den nationalen Boden zu verteidigen, den letzte:, Blutstropfen zu opfern. Aber für Marokko! Nein!" .... „Die Familienväter, die Territorialtruppen, welche man nach Marokko überführen will, haben ein Recht darauf, daß ihr Geist der Hingabe und Opscrfrcudigkeit mehr wert ist, als ein entferntes Exil, nach dew man sie schaffen will." ZeichneidieKriegsanleihe»! Ren anbei wirft Kami bi« Fra«« auf, ob man wegen ber Besetzung Marokkos nicht an Freiwillig« appellieren will, unü fährt fort: „Auf alle Fall«, es ist „idtf möglich, daß man Männer nach Marokko sendet, deren Anwesenheit hier nützlicher sein kann, und die den Frondienst, den man ihnen auitragen will, nicht ohne Murren annehmcn loerden, obwohl sic bereit sind, sür Frankreich ihr Leben zu lassen. Wir hassen, bah die Regierung diese Gefühl« verstehen wird," Unglaubliche Berfälschuirgen der deutschen amtlicheu Meldungen. Berlin, 16. Sept. Die Tägliche Rundschau macht darauf aufmerksam, daß die Central News bei der Weitergabe der deutschen anitlichcn Meldungen Fälschungen begeht. Sie verweist auf die Times vom 11. September, in der folgende Fälschung zu finden ist: In dem Bericht des Generalquartier- ineisters von, 10. Scvtcmbcr heißt es über die Kämpfe zwischen Meaur und Montmirail: „Sie (die vorgeschobenen deutschen Hceresteile) haben in schweren zweitägigen Kämpfen den Gegner aufgehaltcn und selbst Fortschritte gemacht. Als der Anmarsch neuer feindlicher Kolonnen gemeldet wurde, ist ihr Flügel zurückgenommen worden. Der Feind folgte an keiner Stelle. Als Siegcsbeute dieser Kämpfe sind bisher 50 Geschütze und einige Tausend Gefangene gemeldet." Es handelt sich also nach diesem Bericht um ein Zurücknehmen weitvorgeschobcner uncrschlltterter, ja siegreicher Truppen, was im Kriege ein ganz gewöhnlicher Vorgang und durchaus keine Niederlage ist. In der Times ist dieser Abschnitt der amtlichen deutschen Meldung frei und frech folgendermaßen übersetzt: „Die deutschcArmce hat denGegner aufgehalten und selbst Fortschritte gemacht, aber starke feindliche Kolonnen kamen zu Hilfe und der Feind gewann die Schlacht, die Deut- schen zum Rückzüge zwingend. Fünfzig Kanonen wurden genommen und einige Tausend Gefangene gemacht." Die Fälschung „der Feind gewann die Schlacht" als amtliches deutsches Eingeständnis ist schlimm genug. Weit schlimmer noch ist folgendes. Der Satz mit den erbeuteten Kanonen und Gefangenen bildet im englischen Text zwei besondere Zeilen und die Uebcrschriften des gesamten Berichts lauten-r „Berlin gibt die Niederlage zu" und» „Tausende von Ge- fangencn gemacht." Offenbar soll der Eindruck hervorgerufen werden, als ob nach der Meldung nicht die „geschlagene" deutsche Armee, sondern ihr „siegreicher" Feind Tausende von Gefangenen gemacht hätte. In ähnlicher Weise ist der deutsche Bericht auch in anderen Blättern auf den Kopf gestellt worden. So hat das holländische Blatt „Het Vaterland" die Stirne, den Namen des deutschen Generalquartiermeisters zu nachstehender un- glaublicher Fälschung zu mißbrauchen. Das Blatt bringt folgende Meldung: „Deutsche Niederlage. Berlin, 10. Sept. (W. B.) Aus dem Großen Hauptquartier wird gemeldet, daß das deutsche Heer zwischen Paris und Mcaux und Mont- inirail von den Franzosen geschlagen ist. Die Deutschen ver- loren fünfzig Geschütze und einige Tausend Gefangene. Der Souschef des Großen Generalstabs v. Stein." Das dürfte wohl die Höhe aller Fälschungsmanövcr un- serer Gegner sein. Der Krieg in Tüd-Afrika Rotterdam, 16. Sept. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß «in« Abteilung illdasrikauischer berittener Infanterie deutsche Streitkräfte, di« den Uebcrgang über den Ovanjcflnß bei Stemkopf in Namagua- land bewachten, überrumpelte. Nach einem Scharmützel kapitulierten di« Deutschen. Keine Russen über Archangelsk. Ehristiania, 16 Sept. Ein in Dabsoe Nord (Norwegen) an- gckommcncr russischer Schissskapitän von Archangelsk meldet, cs sei unmöglich, daß russische Truppentransporte nach England abgingen. Schon vor Kriegsausbruch und bis Anfang September habe er dort gelegen, aber keinen Soldaten und keinen Transport gesehen. Wenn die englische und französische Presic bas Gegenteil erzähle, so sei das eine müßige Phantasie. Revolten in Aegypten. Wien, 16. Sept. Hiesigen Geschäftsleuten sind aus Aegypten Nachrichten zugegangcn, wonach die Lage in Aegypten äußerst ernst sein soll. Auf den Straßen Kairos und Alexandriens finden Revolten statt. Das geschäftliche Leben Afra ja. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 63 Marstrand hatte sich entfernt, die beiden Alten waren allein. Helgestad nahm seinen Glanzhut ab. wischte den Schweiß von seiner faltigen Stirn und kreuzte die Beine, während seine scharfen Blicke den Gildcvorsteher musterten. „Ruh!" sprach er dann mit dem Kopf nickend, „denke, habe alles begriffen und kann ein offenes Wort mit dir reden. Glaubst, Uve, daß ich nicht wüßte, was die Leute in Bergen sich in die Ohren flüstern? Habe davon gehört und weiß mehr noch, ist aber meine Sache nicht, mich um Dinge zu kümmern, die besser verschwiegen bleiben." „Was sagen die Leute in Bergen? Was wissen sie?" ries der gereizte Mann. „Mag es nicht wiederholen," antwortete Helgestad ruhig „wag meine Hände nicht in Teer tauchen, wenn ich es lassen kann. Ist aber ein Faktum, Uve. Hanna muß fort, wenn . Rede und Gelächter aufhören sollen." Ter kleine, dicke Kaufmann stieß einen schweren Seufzer aus. ohne eine andere Antwort zu geben. „Merke nun aus deinen Worten," sprach Helgestad, „daß Hanna sich an ihren Bruder gewandt hat, und sehe beinern Gesicht an, der junge Herr hat ihr recht gegeben. Ist eine üble Sache mit Kindern, Uve, die unter fremdem Volke ver- gessen lernen, was sich schickt. Wächst ein anderes Geschlecht jetzt herauf in der Welt, ist nicht mehr so, wie zur Zeit, wo wir jung waren. Will das Ei klüger sein wie die Henne, kommt aber dauauf an, ob ein Vater zu denen gehört, die ihr Haus in Ordnung halten und ihre Kinder Zucht und Sitte lehren." „Hast recht, hast recht!" murmelte Fandrem. „Sollst wissen," fuhr Helgestad fort, indem er sich zu ihm liegt darnieder und die Verhängung des Standrechtes wird erwartet. Ein Vorstof; liegen die Neutralität Dänemarks? Kristiania, 16. Sept. (Priv.-Tel., Ctr. Bln.) Das größte Aufsehen erregt folgende Meldung des Pariser Korrespondenten der hiesigen Zeitung Aftenposten: Das Echo de Paris gibt zusammen mit anderen Blättern offen der Ansicht Ausdruck, daß der Große Belt unbedingt für die englische Flotte geöffnet werden müsse, selbst wenn Dänemark dabei seine Neutralität aufgebcn müßte. WB. Kopenhagen, 16. Sept. (Nichtamtlich.) Zu dem Artikel des Echo de Paris, der erklärt, die Flotte der Ver- bündetcn müsse nun in die Ostsee eindringeu, Dänemark könne nicht fernerhin neutral bleiben, schreibt das Regierungsblatt Politiken: „Dänemark kann darauf nur antworten, daß die Kricgsbcgebcnheiten auf dem Kontinent — wie sie sich auch entwickeln mögen — nicht auf den Entschluß des dänischen Volkes einwirken können, während des Weltkrieges die strengste Neutralität aufrechtzuerhalten." Deutschland bittet um Frieden? Berlin, 16. Sept. Die Nordddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: „In dem Lügenfcldzug, der den Krieg des Dreiverbandes gegen Deutschland begleitet, treten seit einiger Zeit auch Mclöitngcn über ein deutsches Friedeusbedürfnis, die sich mehr und mehr zuspitzcn, auf. Bald wird von einer angeblichen Aeußerung des Reichskanzlers über Deutschlands Geneigtheit zum Fricdensschluß gesprochen, woraufhin Grey durch die Vermittlung Amerikas eine stolze Antwort erteilt habe. Bald heißt es, der deutsche Botschafter in Washingtoi' bemühe sich, den Frieden für Deutschland zu erlangen. Die Neutralen sollen durch solche Ausstreuungen den Eindruck empfangen, das Deutsche Reich sei kampfesmüde und müsse sich wohl oder übel den Friedensbedingungcn des Dreiverbandes fügen. — Wir setzen diesem Gaukelspiel die Erklärung entgegen, daß unser deutsches Volk in dem ihm ruchlos auf- gezwungenen Kampf die Waffen nicht eher niederlcgen wird, dis die für seine Zukunft in der Welt erforderlichen Sicherheiten erstritten sind." Ein starkes Friedeusbedürfnis ist im deutschen Volke allerdings vorhanden. Es ist eben jenes Friedeusbedürfnis, das vor dem Krieg schon da war; es ist der Willen des Volkes, in friedlichem Wettkampf mit den anderen Völktwu Kulturgüter und Kulturfortschritt zu schaffen. Es ist das aus der auch im Kriege unter uns lebendigen Fricdcnsidee geborene Friedeusbedürfnis. Nichts anderes. Niemals ist dieses Friedeusbedürfnis ein Eingeständnis unserer Schwäche, und niemals wird cs zu einer Bitte um den Kriegsschluß werden. Fricdcusvermittlung in Washington. Die Diplomaten in Washington und die Presic diskutieren lebhaft die JricdenSmöglichkciten. Der Korrespondent der Franks. Ztg. hört, daß in Washington eine Konscrcnz abgehalten wird, um die Basis für FricdcnSvcrhandlungcn oder FricdenSvorschläge zu finden. Die allgemeine Meinung geht dahin, baß kein Friede möglich sei, ehe die Kriegsiihrcnden nicht Übereinkommen, die Rüstungen einzuschränken oder abzurüstcn. Wo bleibt die russische Amnestie? In der Pariser Zeitung Bonnet rouge (deutsch „rote Mütze") wirft W. B u r z e f s die Frage auf, wo denn die Amnestie für die russischen Deportierten und politischen Ge- fangcnen bleibe und fragt, ob denn die russische Regierung etwa Furcht vor einer solchen Amnestie habe. Er ruft dem Zaren zu: „Majestät! Der nationale Krieg kann nicht siegreich geführt werden, wenn ein Teil dcr Nation tociter in den Gefängnissen bleibt!"... „In Frankreich hat man die politischen Gefangenen befreit und mit einer Geste, die Frankreich ehrt, hat man Vertrauen zu den Revolutionären gefaßt." Der russische Despotismus ist sür Appelle wie den von Burzcff schwerhörig. In Rußland wütet die Ochrana gegen die politisch Verdächtigen weiter, wie zu den schlimmste-/ Zeiten der Kontrc-Revolution. beugte, „daß Jlda wohl auch einen andern Mann lieben niöchte, als den ich ihr bestimmt habe." Fandrem wandte sich suchend nach Marstrand um, der in Begleitung Hannas durch den Garten ging und blickte dann seinen Verwandten an, der ihm leise zunickte und seine grellen Augen listig zusammenkniff. „Habe meine Gedanken darüber gemacht," fuhr Helge- stad fort, „ist aber nie ein Wort über ihre Lippen gekommen und wird nie eines aus ihrem Herzen dringen. Was ich will, weiß sie, ist ein gesegneter Verstand in dem Kinde. Was bestimmt ist, findet sie bereit, habe nun die Brautringc hier in meiner Tasche, Uve, wenn ich au den Lyngcnfjord heim bin. foH'§ keine vier Tage dauern, bis Jlda ihn an Paul Pctcrscns Finger steckt." „Muß so sein, wo des Vaters Segen kommen soll," sagte der Gildcvorstchcr salbungsvoll. „Hast alles in deinen Händen," sprach Helgcstad, „und magst tun, wie cs dir recht dünkt. Alte Freundschaft und Blutsbande, altes Versprechen samt neuem Handschlag und Gelöbnis stehen rechts, deiner Kinder Willen links, mußt wählen zwischen beiden." „Denke, du kennst mich," antwortete Fandrem; „habe mein Wort noch nie gebrochen." „Tann tue wie ein Mann," sagte Helgcstad. „Höre nicht mehr auf Winseln unü Stöhnen wie ein Weib. Rufe sic her, will ihr sagen, was geschehen soll." Fandrem schlug in die Hände, und Hanna verließ ihren Begleiter, der ihr langsam folgte. „Tritt hierher, Mädchen!" begann Niels, seine grobe Hand nach ihr nusstreckend, „ist eine crusthaste Sache zwischen uns." — Er eröfsncte ihr mit dürren Worten, daß er uni zehn Uhr an Bord gehen und daß sic ihn begleiten müsse. Alles sei zu ihrem Empfang bereit, und ehe der Tag dämmere, würde die Jacht den Signalturm hinter sich lassen. Einen Augenblick schien Hannas Gesicht bleicher zu wer- Uebcr russische Numeuschlichkekteir wird der Vossischen Zeitung von ihrem Kriegsberichterstatter ge»l schrieben: 1. Von dem Arinceoberkommando wird uns folgendes! Schreiben mitgeteilt: An bas Armeeoberkommando: Ztvei age nach der Schlacht bei Zorothowo traf ich auf der khausiee itt- ftadl-Sceburg einen Trupp Rekruten, ca. 21 Man», welche am n«, mittag des vergangenen Tages von Kosaken überfallen worden waren. Man hatte den Rekruten entweder ein Bein oder ein« Hand abgehackt und sic dann liegen lasicn. Ein Gendarm, der die Rekruten begleitete, jag auf der Chaussee so gefcsiclt, daß er knien inußte. die Hände aus den Rücken gebunden. Ich hatte leine Zeit, mich um die Unglücklichen zu kümmern, (gez.) v. Ttedemann. Oberleutnant d. R. Kürassier-Regiment Nr. 5. — 2. Ein Offizier berichtet uns, er habe selbst gesehen, daß ein russischer Offizier einen abgeschnittenen Fraucnsingcr mit einem Ring daran in der Tasche gehabt habe. Bereits seit Tagen hörte man, daß die Rusicn die Frauen zusammcntricbcn, sie vergewaltigten, ermordeten und ihnen die Finger mit Ringen abschnitten. Die Meldung hat sich also bestätigt. Den russischen Offizier habe man totschlagen lasten, eine Kugel war der Kerl nicht wert. — Soeben werde» mir zwei Schriftstücke aus dem Armeeoberkommando vorgelcgt: 1. Der Wehr, mann August Kurz der 5. Kompagnie des Landwchr-Jnfanteric- RegimcntS Nr. 16 und der Wchrmaun Hermann Fansewch Ersatz- Bataillon Nr. 5 erklären eidesstattlich, daß sie in dem Walde von Grodtkcn der crstere 11, der zweite 6 Frauenleichen mit abge- schnittcncn Brüsten und ausgeschlitztcn Bäuchen gesehen haben. — 2. Ich habe den Befehl erhalten, bckauntzugcbcn, daß Frauen uni» Kinder aus der Gegend von Ttallupüncn von den Rusicn sartgc- trieben worden sind und auch den Kinder die Hände abgehackt wurden. (gez.) de la Croix, Rittmeister d. R. — Der Berichterstatter Kofchehki, der dies der Vossischen Zeitung berichtet, tut cs mit der besonderen Bitte, diese Dinge möglichst nach England weiter zu geben. ES sei für dieses stammverwandte Volk vielleicht wisiens« wert, zu erfahren, welche Gäste es uns ins Haus geschickt hat. (ÖCflf« eine neue Verleumdung der Elsässer legt Abg. Genoss« E m m c l Protest «in. Er schreibt uns: Aus Oberschäfselsheim im Landkreise Straßburg schreibt mir ein l-ei der 7. Eisenbahn-Bau-Kmnpagni« stehender Reservist, daß zu seiner und seiner Mülhauser Kameraden „größter Entrüstung" folgender im Mannheimer Tagblatt erschienene Artikel vor der ganzen Mannschaft verlesen wurde. Ter Artikel lautet: „Vorsicht im Quartier. Ein Verwundeter erzählt uns folgendes Erlebnis: Wir ivavenl — zwei Mann — in Mülhausen bei einer Frau im Quartier. Anlaß zu Klagen hatten wir nicht. Auch das Esien war gut. Aber iminerhin haben wir nach den gemachten Ersahrungen die notig« Vorsicht nicht außer acht gelosten und lediglich diesem Umstand haben wir es zu verdanken, daß wir jetzt noch am Leben sind, —^ Vier Tage gingen in Ruhe und Frieden dahin: unsere Quortier- geberin hat, was wir auch gar nicht anders getan hätten, an jeden Mahlzeit teiigenommcn. Am fünften Tage jedoch verschwand sie nach dem Austragen des Essens und kam nicht mehr zun, Vorscheins Aus unsere wiederholte Aufforderung fatt« sic immer den Einwand, sic habe jetzt keinen Hnnger und vergleichen mehr. Wir schöpften natürlich sofort Verdacht mid haben der Frau mit Gewalt die zubcreitctc Suppe zum kosten gegeben und siche da, nach kurzer Zeit ivar sie eine Leiche." Wenn auch obiger Er.zähluug der Stempel der Lüge auf deri Stirn steht, so begab ich mich sicherheitshalber auf das TtandcSamy und erhielt dort folgende Bescheinigung ausgestellt: „Der Unterzeichnete Standesbeamte bescheinigt hiermit, daßj seit 1. August 1914 ein Sterbcfoll infolge Vergiftung nicht zup Anzeige gelangt ist. Mülhausen, den 12, September 1914. Der Stoidbesbeamte (Stempel.) Mentzer." Ter im Felde stehende Reservist bittet mich in seinem und sein-erl Kameraden Namen, gegen das Mannheimer Blatt „entsprechende Schritt« vorzunehmen": er weiß nicht, daß solche Lügenbeutel nicht anders gefaßt werden können, daß man sie höchstens öffentlich stäupen kann. Die anständige Preise aller politischen Richtungen! hätte aber die dringende Aufgabe, solch: verleumderische Bcschimpsmd- gcn der Bevölkerung einer deutschen Stadt entschieden zurückzuwciienij Die Meichberechtigniia der Sozialdemokratie. Mannheim, 16. Sept, Während die badische Regierung bisher die vom Kreisausschuß in Mannheim vorgeschlagenen Sozialdemokraten trotz wiederholter Beschwerde im Landtag nicht als Krcisrätc cinbcricf, hat jetzt, wie die Mannheimer Volksstimmc mitteilt, das Bezirksamt Mannheim dem Kreis- ausschußmitglicd und Vizepräsidenten des badischen Landtages, Geiß, die Ernennung zum Mitglied des Mannheimer; Bezirksrates angckündigt. Perfonalveränderitttoen. W. B. Berlin, 16. Sept. (Amtlich.) Für den erkrankte» Generaloberst v. Hause» wird General der Kavallerie v. Einem Armccfllhrer, sür diesen General der Infanterie v. Ciaer Kommandierender General des 7. Armeekorps. General der Artillerie v. Schubert, bisher Kommandierender General des 14. Reserve» den. Sie blickte ihren Vater an, der ihr zuwinkte und gewaltsam freundlich lachte. — „Ist notwendig und unerläßlich, .Hanna," sagte er. „Mußt deinem Bräutigam entgegen und kommst blühend zurück wie eine Rose. — Haha! wie eine Rose, Niels. Fordere sie von dir zurück wie eine Rose. Behüt' dich Gott, Hanna, behüt' dich Gott! Ist abgemacht, fest abgemacht." „Es hilft also nichts, Vater?" fragte sie. „Es hilft nichts, Hanna, alles zu deinem Glücke, Kind, alles zu deinem wahren Glücke." „Und meines Bruders Bitten, meine Bitten, Vater," fuhr sie fort, ihre Hände anshcbcnd. „Es hilft nichts, Hanna!" rief Fandrem, an seine Perücke fassend. „Hoffe, du wirst deines Vaters Willen ehren, wirst wissen, was sich sür dich schickt." „Ja, Vater, das weiß ich," antwortete sic ruhig. „Ich weiß, daß cs vergebens sein würde, mich zu sträuben, und bin zu jeder Stunde bereit." „Ist eine Folge der guten Erziehung," grinste Helgcstad. „Hast deinen richtigen Verstand von Gott bekommen, pack also deine Schätze zusammen, Hanna, und fürchte dich nicht. — Will dich behüten, Mädchen, wie mein eigenes Leben; bringe sic dir zurück, Uve, wie eine Rose, frisch und rot; soll kein Wurm ihr nahen, will ihn zertreten. Wollen eine Reise machen, Hanna, an die du all dein- Lebtag denken sollst. Feines Wetter und feiner Wind, ein feines Schiss und ein sein Kämmerchen darin; dazu auch ein seiner Herr, der geschworen hat, zu deinen Diensten zu sein, wie einer edlen Dame Kammcrjnnkcr. So schlage ein, Hanna, und laß uns die letzten Stunden froh genießen." „Froh genießen!" schrie der Gildemeister. „Froh und glücklich für alle Zeit!" „Das hoffe ich, Vater, ja, das hoffe ich, Detter Helge- stad," antwortete Hanna. -».Hoffe, unser Wiedersehen soll froher sein als der Abschied." (Fortsetzung folgt) Totpä, wurde z» anderweitiger Verwendung bestimmt. Fllr ihn ist Generalquariicrmeister t>. Stein zum Kommandierenden General des 14. Rcservckorps ernannt. General der Infanterie Graf Kirch- bach, Kommandierender General des 10. Ncfervekorps, wurde ver- k mundet. Für ihn wird General der Infanterie v. Eben Kom- T mandicrcnder General des 10. Ncfervekorps. Deutsche Angriffe vor Paris. Rotterdam, 17. Sept. Der Nieuwe Notlerdamsche Courant meldet aus Paris, daß zwischen den jranzösiichen und deutschen Truppen sehr heftig gekämpft werde. Die Denljche» greisen energisch an. Deutsche Flieger über Paris. Malmö, 17. Sept. Südwenska Tagblad erfährt ans Paris: Drei deutsche Tauben flogen gestern nachmittag über Paris. Sie wurden von Maschinengewehren bcschoffe», ohne jedoch Schaben zu leiben. Mehrere Personen wurden durch Bombenwürfe lebensgefährlich verletzt, einige sind von Kugeln, die den Fliegern galten, getötet worden. Eine dieser Kugeln fiel gestern in den Hof des schwedischen Gesandtschaftsgebäubes. Die amerikanische Flotte im Stillen Ozean. Stockholm, 17. Sept. Die Flotte der Bereinigten Staaten im Stillen Ozean ist verstärkt worden «nd ein starkes Geschwader ist nach den Philippinen abgegangen. Diese amerikanische Mahnahme gewinnt, wie die Bossische Zeitung mitteilt, eine groste Bedeutung, da sie zweifellos die Antwort auf Englands Hilferuf an Japan zurUnterdruckung der indischen Aufstandsbewegung darstellt. Nächtliches Dunkel an Englands Küste. Malmö, 17. Sept. Dem Südwenska Tagblad zufolge meldete der Kapitän des Dampfers „Konsul Bratt", das; die Lichter an der englischen Küste seit dem 7. September gelöscht seien. Nachtarbeiten an der englischen Küste seien unmöglich, da keine Lichter brennen dürfen. Deutsche Gefangene in Südafrika. London, 17. Sept. Daily Telegraph meldet aus Johannesburg: Das Gefangenenlager in Robertsheights wächst täglich. Deutsche und Oesterreicher im Alter von 19 bis 15 Jahren werden aus allen Teilen Südafrikas dort zusammengebracht. Ihre Zahl soll jetzt 4500 betragen. Französische Liigennachrichicn. Rom, 17. Sept. Die berüchtigten Blätter des Franzoscntrnsts in Italien bringen aus Konstanz über Lugano Schreckensnachrichten über die Zustände in Deutschland. Das ganze deutsche Volk sei in Hellem Aufruhr gegen die Dynastien. Berlin, München und Leipzig stnd in den Händen des Straßeninobs. Tie deutschen Fürsten ergreifen die Flucht. — Fe mehr Siege die deutschen Truppen erfechten, desto sinnloser wird die Phantasie der schreibenden Feinde Deutschlands. Aus den portugiesischen Kolonien. Lisiabon, 17. Sept. Die portugiesische Regierung hat die Truppen ihrer afrikanischen Kolonien in Anbetracht der kriegerischen Verwicklungen, die sich an den Grenzen der portugiesischen Besitzungen sowohl an der Nurdküste wie an der Westküste anspieleil, um 3 000 Mann vermehrt. Tie Truppen sind bereits m, ihren Bcftimmnngs-- ort unterwegs. Gefährliches Jreudenschicsien. Chemnitz, 17. Sept. Aus Adorf wird gemeldet: Am Sonntag vormittag 149 Uhr ereignete sich beim Abfeuern von Freudenfchüffen über die letzten Siegesmeldungen auf dem Pfortcnberg ein schwerer Unglücksfall. Beim 5. Schutz fiel die Schützenkanone in Trümmer. Vier Personen wurden verletzt, zum Teil schwer. Zwei der Verletzten haben schwere Beinnmnden davongetragen. Die Noyaliften Frankreichs wittern Morgenluft. 117. Gens, 15. Sept. Aus Frankreich einlausende Nachrichten berichten über eine fieberhafte Tätigkeit der Geheimagenten der Royalisten lAnhänger des alten französischen Königtumss. Nach der Flucht der Regierung ans Paris wurden maffenhast royaliftische Aufrufe verbreitet, in denen betont wurde: Die Siege der Deuischen seien in erster Linie ans die Stärke des monarchijchen Gedankens in Dcuischland zurückzusühren. (?) Die Proklamationen wurden auch in der Armee verteilt. Auch der Wechsel in der Pariser Präfektur wird mit dieser Bewegung in Zusammenhang gebracht, weil der bisherige Präfekt von Paris mit dr» Royalisten sympaihisicrie. Dem Präsidenten Poincare find viele Drohbriefe zugegange». Die Mißstimmung gegen die Regierung wächst »nd läßt neue Veränderungen im französischen Kabinett erwarten. Arbeiterbewegung. Tie herrschende Arbeitslosigkeit in der Holzindustrie bildete den hauptsächlichsten Gegenstand einer Verhandlung, die am 8. September in Berlin zwischen den Zentralvor- ständen der Unternehmer- und Arbeiterorganisationen des HolzgeKerbes stattfand. Der Vorstand des Holzarbeitcrver- bandes. auf dessen Anregung hin die Vorstände zusanimen- gctrcten sind, unterbreitete der Sitzung eine Anzahl von Vorschlägen, wie der Arbeitslosigkeit zu begegnen und auch wie die bestehenden Tarifverträge gegenüber den ungünstigen Zeitumständen zu schützen und hochzuhaltcn seien. Es muh anerkannt werden, dah die Unternchmervcrtreter in gleicher Weise den guten Willen bekundeten, an der Erhaltung und Beschaffung von Arbeitsgelegenheit mitzuwirken, woraus sich alsdann die einstimmige Annahme der nachfolgenden, den örtlichen Vertragsparteien zu unterbreitenden Vorschläge ergab. Die Beschlüsse der Zentralvorständc lauten: a. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit. t. Tic Zentralvorständc richten an di« örtlichen Bcrtrags- partcie» iArbeitgeber wie Arbeitnehmer) das dringende Ersuchen, unverzüglich zu einer Sitzung der örtlichen Vorstände unter Teilnahme der Mitglieder der Schlichtungskommission zusammenzutreten, um di« Frage zu prüfen, auf welche Weise der durch den Krieg erzeugten Notlage der Gewerbsangehörigen, insbesondere der herrschenden Arbeitslosigkeit cutgegenzuwirken ist. 2. Fn erster Linie muß es das Bestreben aller umsichtigen Ver- bandsleitunqcn sein, auf die Schaffung und Erhaltung möglichst dauernder Arbeitsgelegenheit behackst zu sein und zu diesem Zweck auf die Arbeitgeber, ivelckx ihre Betriebe eingeschränkt oder stillgelcgt haben, einzuwirken, soweit als irgend möglich die Tätigkeit ivieder auszunehmen oder fortzusctzen. 3. ES sollten gemeinsame Eingaben oder öffentliche Aufforderungen an die Komniunalbehörden, Bezirksämter sowie an Private gerichtet werden, die Bauten fortzuführen und die hierfür benötigten Tischlerarbeiten. ebenso Wohnungseinrichtungen nsw. tunlichst sofort rn Auftrag zu geben. 4. Dabei sollte zugleich, soweit cs sich nicht um die Erledigung vrmgender Kriegsausträge handelt, die Arbeitszeit in allen Betrieben einheitlich eingeschränkt werden, um recht viele Arbeitslose ni Arbeit zu bringen. Ob dies« Arbeitszciteinschrünkung in der «form von Feierschichten oder in einer Berkürznng der täglichen Ar- höchstens 0—7 Stunden besteh«» soll, bleibt der örtlichen Verständigung Vorbehalten. 5. Weitere Entlassungen von Arbeitern sollten nicht erfolgen, bevor nicht die Arbeitszeit entsprechend verkürzt wurde. 0. Soweit eilige Austräge fllr die HecresvenvaMmg oder anderer Art vorliegen, sollten anstatt von Ueberstunden möglichst Doppelschichten eingelegt werden. d) Hochhaltung der Tarifverträge. 7. Durch die vorstehend empfohlene Einschränkung der Arbeitszeit werden die entsprechende» Bestimmungen der bestehenden Tarifverträge nicht berührt. Es muß vielmehr fllr die beiderseitigen Verbandsangehörigen unter allen Umständen der Grundsatz gelten, daß die in jahrelanger opfervvller Arbeit beider Parteien geschaffenen Tarifverträge auch über die Zeit des Krieges hinaus ihre volle Gültiakeit behalten und in jeder Beziehung zu schützen und cinzuhaltcn sind. Das Gewerbe würde selbst am meisten zu leiden haben, wenn sich in der Zukunft die Kämpfe wiederholen mutzten, welche der Herbeiführung unserer heutigen tariflichen Einrichtungen vorausgegangen sind. 8. Zu den Vcrlragsvcrhandlungen, der Kündigung oder Fortsetzung der im nächsten Frühjahr ablausciiben Verträge werden die Zentralverbände Ende Oktober oder in der ersten Novcmberwoche in einer Sitzung Stellung nehmen. Bekanntlich besteht im Holzgewcrbe der Brauch, daß in erster Linie die Ortsparteien als die verantwortlichen Träger der Tarifverträge anzusehen sind, weshalb cs auch deren Sache ist, die sür den einzelnen Ort matzgebendcn Beschlüffc herbcizuführen. Es darf jedoch erwartet werden, daß sowohl die Arbeitgeber- wie die Ar- beitervcrtrcter sich mit derselben Einmütigkeit, wie es die Zentral- Vorstände getan haben, der gestellten Aufgabe widmen werden, da cs gilt, in umsichtiger Weise der herrschenden Not zu steuern und zugleich sür die Zukunft vorzubauen. Hessen «nd Nachbargebiete. Gießen «nd Umgebung. Die Drei. Am Walde bei St. Quentin da brüllte die Schlacht, Da kämpften drei Nationen bis an die sinkende Nacht. Franzosen und Engländer stritten da vereint In Hatz und Wut gegen den deutschen Feind. Die Kugeln pfiffen über das weite Feld: Da sank in das Gras mancher junge Held. Am Walde bei St. Quentin da lagen ihrer drei: Ein Franzose, ein Engländer und ein Deutscher dabei. Die Sonne sank: da haben sie's gewutzt: Sic hatten alle drei den Tod in der Brust. Aus breiten Wunden strömte das junge Blut: Ta starb in den Adern auch der Hatz und die Wut. Ta rückten die drei zusammen und schlossen Hand in Hand: Die bleichen Lippen hauchten: „Ade, lieb Vaterland!" „Wir haben uns geschlagen, getreu bis in den Tob: Laßt uns als Brüder sterben beim letzten Abendrot." Sie sahen sich ins Auge und sanken tot zurück: Um ihre Stirne glänzte der letzte Sonnenblick. Am Walde bei St. Quentin da lagen ihrer drei: Ein Franzose, ein Engländer und ein Deutscher dabei. So hat man sic gefunden, so senkte man sie hinab Mit festgeschloss'nen Händen in das gemeinsame Grab. Jürgen Brand. Gerüchte. Hermann Friedcmann sagt im März folgende beachtenswerte Worte: Schlimmer als alles find die G erlichte. Sic sind überall. Sie roachfen aus dem Boden und fall«,, aus der Luft. Sie fchiageu eiuem wie Tanipf entgegen in der ewig siedenden Straße. Morde, Äniegserkläenngen, Verhaftnnaeu, Greuel- tatcn. Altes wird leidenschaftlich geglaubt. Tie Fernsprecher schnurren und schrillen,, auf der Straße wird es zum ParoxyS-mus ... Vielleicht ist es aussichtslos, sich der Flut entgcgrnzuwcrfen. Wir sollen es dennoch versuchen. Feder, den, es noch möglich ist, mit dem gedruckten Wort zu Menschen zu reden. Bis wir di« Feder sort- wcrfen, ist dies unser Posten und nufere Pflicht. Seid schwergläubig! Freut euch der guten Nachricht, aber mißtraut allem, was grell ist und ungeheuerlich! Verschließt euch der Sensationsnachricht: sie ist immer falsch: haltet euch, wenn das gleiche Gerücht in verschiedenen Formen oustancht, an die bescheidenste Fassung: sie ist die n-ahrste. Glaubt den gednicktcn Erzählungen, von wem sie auch kommen, nicht vor der dritten Bestätigung! Seid leidenschaftlich kalt . . . Aber kämpfen werden wir wider das Ungetüm ans Papierdrcck und Feuer, das von der Auspeitschung des Wahnsinns lebt. Wider Gespenster und Ungeheuer. Wenn wir ihnen nicht Widerstand leisten, dann starrt uns das grinsende Schrecknis an. Ward nicht am ersten Kriegstag berichtet, Franzosen hätten versucht, mit Cholcrabakterien die Brunnen z» vergiften? Ti« Nachricht war falsch: aber wer liest di« Richtigstellung? Seid dreimal unipanzcrt wvder die eigene Phanbafic! Hütet euch vor den Nacht- acspenstcrn: euer Glaube macht sic zur Wirklichkeit. Ter giftige Hatz, den sie euch einslüsiern, ist kein guter Zorn, er kann uns nicht helfen. Aber sein« Saat geht in Feindeslamd auf: und unser« Soldaten, milsere Verwundeten oder Gefangenen werben es büßen. Denkt daran! Wir führen Krieg . . . Nur vor dem eigenen Bewußtsein können und wollen wir nicht alles, was uns bis heute menfchen- wllrdig schien, de» Stolz unserer Erkenntnis, oerleugn«». Ein Bezirk in unserem Innern muß unbestechlich bleiben, wissend und schonungslos klar. Denn von hier aus wird unser Nervensystem regiert. Weh uns, tvcnn diese me»,schlich hell« Instanz versagt! Es werden auch ohne Nachhilfe der Greuel genug gesck-ehen: die Wut wird keines Schürens bedürfen. Wir aber vergessen nicht, daß auch in diesem Kriege die Welt nicht untergeht und daß wir sür die kommenden Tage ein Menschentum auszusparcn habe». Es ist so unendlich leicht, den Wahnsinn zu rufen, wie es schiver ist, ihm Halt zu gebieten. — Falsche Liebesgaben-Sammler. Vom Gr. Polizei- anit wird uns folgender Vorfall mitgeteilt: Einige Schüler, darunter auch solche von auswärts, in der Uniform der Jugendwchr, haben schon seit einiger Zeit den Namen des Noten Kreuzes mißbraucht, indem sie in hiesigen Geschäften sich als Beauftragte des Roten Kreuzes ausgaben und erklärten, sie sollten Liebesgaben für das Rote Kreuz ein- sanuneln. Trotzdem sie keine Legitimation besaßen, wurde ihnen in vielen Gcsel>äftcn Kaffee, Tee, Schokolade und dcrgl. verabfolgt. Tic ausgeschwindelten Waren boten die Burschen in anderen Geschäften zum Verkauf an mit dem Vorgeben, das Rote. Kreuz brauche Geld zur Beschasfting von Betten und müsse deshalb andere Liebesgaben verkaufen. Auch dieser Schwindel gelang ihnen, das für die Waren erhaltene Geld haben die Jungen unter sich geteilt und vernascht. — - Die Leitung des Roten Kreuzes teilt mit, daß sie Liebesgaben in Naturalien durch Beauftragte nicht habe einsammeln, ebensowenig eingegangene Liebesgaben habe verkaufen lassen. Es wird deshalb davor gewarnt, an angeblich Beauftragte des Roten Kreuzes, die sich nicht durch einen vom Vorsitzenden unterschriebenen und mit dem Stempel des Zweigvereins versehenen Ausweis legitimieren können!, irgendwelche Gaben in Naturalien oder Geld zu geben. — Tote des Gicßcner Regiments. Als gefallen werdeift weiter folgende Angehörige des Regiments 116 gemeldet^ Rcserveleutnant Dr. Ernst Keller, Oberlehrer in! Gießen. — Reservist Heinrich Bindewald aus Groß« Felda. — Vizeseldwebel der Reserve Philipp Guntrum^ Lehramtsassessor in Alsfeld. — Obstversteigcrung des Kreises. Die diesjährige Obst« ernte an den Kreisstraßen wird in den Tagen vom 23. Sep« tember bis 28. September versteigert. Zusammenkunft ist) immer in den betreffenden Bezirken. — Verwendung von Gcwcrkschastsräumen sür Kriegszwecke. Ein aus dem Kriege zurückgekehrtcr Dresdner Hertz teilt der Dresdener Volksztg. mit, daß auch das Metallarbeit e r h e i in des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Stuttgart für Lazarettzwecke verwendet wird? Er schreibt ». a.: „Ich war als Verwundeter im Stuttgarter Metall»! arbeiterheim ausgenommen worden. Es ist ein Schmuckkast-i lein. In jedem Zimmer sind nur 1 bis 2 Betten. Alles ist mit Linoleum belegt. Im ganzen waren 136 Verwundete! darin untergebracht, ohne das dazu gehörige Pflegepersonals Die Behandlung, die Verpflegung nsw. waren erstklassig^ Die Hausverwaltung hatte den Verwundeten sämtliche Neben« räume, als Lesezimmer, Erfrischungsräume usw. zur Veri fllgung gestellt. Wir waren alle auf das beste aufgehoben.^ — Einen Feldpostbrief aus Ostpreußen von einem Parte!« geiiossen veröffentlicht die Leipz. Volksztg. Es heißt in dem von, 9. September datierten Briefe: „Habe Euch schon manchen Brief geschrieben, aber unter solchen: Umständen, wie diesen, noch keinen. Seit 4 Nhr früh unaushör-: licher Kanonendonner und seit '/-6 Uhr marschieren wir dem Donner! entgegen. Fetzt liege» wir in Kompagnickolonncn in Bereitschaft znm Eingreifen und hier finde ich diesen Augenblick, um Dir die! Zeile» zu schreiben. Meine Gedanken stnd bei Euch, bei meinem Kindern. Es ist leicht möglich, daß es meine letzten Gedanken sind. Es ist niittags 12 Uhr. Einige Kilometer vor mir liegt unsre Artillerie, die ihr mörderisches Schnellfeuer aus den Gegner losläßt. Schon lange lodern die Feucrsäulcn brennender Städte und Dörfer empor und Hunderte von weißen Wölkchen schmücken am Horizont den blauen Himmel. Es sind Zeichen der krepierten Granaten. Das Jnfantericfeuer ist vor dem furchtbaren Tonneri der Geschütze kaum vernehmbar. Was wird nun der Abend oder der morgige oder übermorgige Tag bringen?, fo fliegen mir ab- nnd zu die Gedanken durch den Kops, denke an meine Lieben zu, Hause und dabei geht es immer wieder vorwärts. Ich liege jetzt 50 Kilometer hinter .... nach .... zu, von! wo ich Euch die letzte Karte geschrieben hatte. Von den Ber« Wüstungen, welche die Russen hier angcrichtct haben, könnt Ihr Euch keinen Begriff inachen. Die Dörfer, ungefähr 3 Kilometer hinter .... sind vollständig zusammcngebrannt und ausgeraubt. Einwohner hingeschlachtet. Angen ausgestochen, Nasen abgeschnittcn, teilweise auch der Leib ausgeschnitten, liegen sie am Wege im Dorf und hauptsächlich in der Kirche, wo sich die Bewohner in ihrer! Angst hingefliichtct hatten. Bekam eben eine Kohlrübe von einem Kameraden hingeworfenl die ich mir sofort geschält und gegessen habe. Hat mir ausgezcichnev geschmeckt, zunial wenn inan bedenkt, daß ich seit gestern mittag, wo! ich mir von einem Kameraden ein paar Konserven geben ließ, außer einigem Feldzwieback, nichts weiter gegessen habe. Da heißt estz lerne leiben ohne zu klagen. Dabei mußt Du bedenken, daß 30 Kilometer Marsch der Durchschnitt ist. Der Tornister wiegt durchschnittlich 50 Pfund, Lcderzug mit Patronentaschen 32 Pfund, dass Gewehr &Vt Pfund, sind insgesamt 90 Pfund. Das den ganzen Tag zu schleppen, will etwas heißen. Und dazu die große Hitze! — Doch zurück wo ich war. Unter diesen Ermordeten befinden sich Männer, Frauen und Kinder. Nichts hat diese Räuberbande verschont. Die Leichen liegen, wie schon bemerkt, alle noch da, obgleich dieses Morden seit de» 29. August vor sich gegangen ist. Auch manches griinbekränztc Grab steht man, wo! ein ober mehrere Kameraden begrabe» sind. Kohlschwarz sehen bitz Gesichter, daran die Krähen herumhacken. Ab und zu weht ein Pcstwind um uns und macht uns aufmerksam, daß wieder tote Menschen und Tiere am Wege liege». — Auch Tiere haben diese Banden in Hülle und Fülle totgeschlagen. Das Vieh f.Kllhe, Pferde und Schweine) läuft hier in Herden bis fast zu hundert auf der Weide herum. Das heißt also Krica. — Manchmal hat man darüber gesprochen und schon beim Worte selbst zitterte man, wenn man sich halbwegs hineinbachtc. Fetzt stehe ich mitten drin und cs ist schlimmer, als wie cs sich die kühnste Phantasie auszudenken vermag. Der ganze Umstand ist der, daß man sich nach und nach an solche Anblicke gewöhnt, ebenso — wie Du bei dem Worte Krieg nicht mehr erschrecken wirst wie früher. Nur Sieg ist die Losung! Und das ist auch meine Losung. Fetzt gibt es kein Zagen, die beste Waffe ist hier der Hieb.! Und da cs nun so sein muß. ist mir mein Vaterland mit meinen: Lieben zu Hause doch das liebste, und die kann ich am ehesten Wiedersehen, wenn wir sieacn. Und darum werde ich kämpfen bis zum letzten Atemzuge. Mit schwerem Herzen und Tränen im Auge schreibe ich cs nieder, aber es ist mir eine Erleichterung. . . ." — Erfolg städtischer Viehweiden. Fm Amtsblatt der Wies« babcner Landwirtschaftskammer berichtet der Domänenpächter Schneider von Hof K I c e b e r g im Westerwald über erfolgreiche Auftriebsversuche mit Magervieh auf die Fettweide durch die Stadt Frankfurt. Die Stadt Frankfurt hat eine größere Zahl Magervieh »ach Halbs auf die Fettweide geschickt. Am 17. August wurden 20 städtische Rinder aus Veranlassung des städtischen Verkehrsamtes an den Frankfurter Schlachtvichhof geschickt, da infolge der Mobilmachung der Viehzutricb gering war und die Preise in die Höhe schnellten. Ans der Gcwichtstabclle der einzelnen Tiere ist zu entnehmen, daß Gewichtszunahnien von 134 bis 256 Pfund zu konstatieren waren, und bas nach dreimonatiger Weide. Die Tiere befanden sich beim Abtrieb in schlachtreifem Zustand: über die Hälfte hatte bereits den höchsten Mastgrad erreicht und war für den Ladenverkauf nach dem Geschmack der Metzger schon zu fett. Schon bei der Besichtigung am 25. Juli äußerte Schlachthofinspektor Keßler-Frankfurt, daß es Zeit sei, mindestens die Hälfte der Tiere zu schlachten, weil sie sonst zu fett würden. Der Pächter Schneider behauptet, daß das erzielte Resultat in Konkurrenz mit den besten Marschwcidcn Holsteins acstellt werde» könne. Es wäre möglich gewesen, bei einer fünf- bis sechsmonatigen Weidcperiode Lcbcnd- gewichtszunahmen pro Tier von 300 bis 400 Pfund zu erreichen. Ein so glänzendes Resultat war nicht erwartet worden. Der Vorsitzende des Deutschen Viehhändlerbundcs, Daniel aus Dierdorf, mußte in ber Vichhändlerprcsse erklären, daß er gerne Gelegenheit nähme, von den früheren ungünstigen Urteilen über das Unternehmen öffentlich vieles zurückzunehmen. Krieg und Steuern. Unter dieser Ueberfchrift teilte die Franks. Zeitung am 20. August aus Darmstadt mit, daß das Ministerium der Finanzen angeordnet habe, die Steuerveranlagung für daS Steucrjahr 1915 vorerst nicht vorzunehmen. Auch sollen die Finanzämter angewiesen sein, Berufungen gegen die Steuerveranlagung solcher Steuerpflichtigen, die zur Fahne cinberusen wurden, von amiswegcn aufzunehmen und die Berufungen möglichst noch zu entscheiden. So weit, so gut. Doch sind wir der Meinung, das Ministerium Hütte noch einen Schritt weiter gehen und auch der durch den Krieg erwerbslos Gewordenen gedenken sollen. Die Arbeitslosen, deren Zahl sich in die Tausende beläuft, stnd ebenso hart, wenn nicht noch härter, durch den Kriegszustand betroffen. Es wäre deshalb sehr angebracht, wenn unser Finanz« Ministerium die Finanzämter anweisen würde, auch die Be- tu (litt gen vo» Arbeitslosen möglichst noch zu entscheiden. Soweit dies wegen der »ngebenren Zahl von Berufungen nicht möglich ist, sollte das Ministerium aber anordnen, das, keine M a h n u n g e n »nd Pfändungen vorgenomme» werden. Der aus jedem Staatssteuerzettel in Fettdruck befindliche Vermerk, wodurch die Zahlung der Steuer durch irgend eine Einwendung in keinem Fall aufgehaltcn werden dars, müßte amtlich aufgehoben werden. Durch eine derartige liberale Handhabung wären die Arbeitslosen banger Besorgnisse enthoben. In gegenwärtiger Zeit ist jeder Bürger froh, sein Leben fristen zu können. Noch viel weniger ist es den Arbeitslosen aber möglich, den seitherigen Steuerbetrag bis zur Verabschiedung der Berufung vorzulegen. Aber auch den Steuerbehörden würden bei A u h e r - k r a f t s e tz u n g der oben angeführten Bestimmung Zeit, Geld und sonstige Schwierigkeiten erspart. Man bedenke nur, wieviele tausende Mahnungen und Beitreibungsvcrfügungen nicht zu erlassen wären. Auch ist es sehr fraglich, ob bei etwaigen weiteren Zwangs maßregeln gegenwärtig vauptgeld und Kosten gedeckt werden. Es wäre deshalb zu hojfcn, das Finanzministerium wolle alsbald auch noch eine diesbezügliche Verfügung an die Finanzänitcr erlasse». Es würde damit im Interesse vieler dem Ernst der Zeit Rechnung tragen. Privatauskünfte von »nd nach den feindlichen Ländern. Tie Ortsgruppe Darmstadt der Deutschen Friedcnsgesellschast schreibt: Wenn auch der Gedanke einer friedlichen Organisation der Völker in Europa nicht zur Wirkung gekommen ist, so hat sich doch gezeigt, dasi die diesem Zweck dienenden Vereine der Friedensfreunde fast überall standgehalten haben und dasi sie auch jetzt noch durchaus Friedensvereinc zu verzeichnen, deren Ehrenpräsidium Präsident Wilson übernommen hat. Auch die deutsche Abteilung der Friedens- gescllschaft hat ihre Arbeit nicht eingestellt. Sie konnte aus Grund der vorhandenen internationalen Organisation eine Reihe von Privatauskünften und Korrespondenzen von und nach den feindlichen Ländern vermitteln, die natürlich die militärische Zensur passieren müsien. In den größeren Städten Englands und Frankreichs befinden sich Friedensvereinc genau wie bei uns, die auf dem Wege über die neutralen Länder erreicht werden können. Diese haben sich bereit erklärt, mit Rat und Tat im Fnteresie allgemeiner Menschlichkeit zu arbeiten. Auch für Nichtmitglieber kann diese Tätigkeit erfolgen, und zwar kostenlos. Näheres mündlich und schriftlich durch das Bureau der Deutschen Friedensgcsellschaft in Stuttgart, Wcrfmershalde 14. Briefe nach England und Rußland sind zu richten an Herrn Fonkherr Fong pan Beek en Donk, Haag, Holland, Thercsiastraße 50, Briefe nach Frankreich an das Internationale Fricdcnsburea» in Bern unter Beifügung internationaler Antwortmarken zu 25 Pfg., welche auf der Post zu erhalten sind, doch geht cs eventuell auch ohne Einsendung deS Portos. Wegen zu erteilender Auskünfte, hauptsächlich über den Verbleib von Privatpersonen, bediene man sich unseres Stuttgarter Bureaus. Folgende Postregelnng für Angehörige der kaiserliche» Marine Ist zu beachten: 1. bei Postsachen, die für die bei den Behörden »nd Marinetcilcn am Lande befindlichen Marineangehörigen bestimmt sind, muß die Adresse außer der Behörde, dem Marineteil usw. auch de» Bestimmungsort enthalten: 2. bei Postsachen für an Bord von Schiffen befindliche Marineangehörige muß die Adresse nur den Echisfsnamcn ohne Ortsangabe trage». Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, baß cs sich dringend empfiehlt, auf Fcldpost- sendungen, auch aus Postkarten und Briese», die Adresse des Absenders genau anz,«geben, damit die Sendungen bei Unbcstcllbarkcit dem Absender wieder ausgchändigt werden können. Mancher, der über das Schicksal des Adressaten in Ungewißheit ist, würde dadurch frühzeitiger eine Aufklärung bekommen. — Die Freilichtbühne veranstaltet am nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr wieder «in paar Unterhaltungsstunden für di« Verwundeten. Unter anderem gelangen zwei Sck>«vänke von HanS Sachs zur Ausführung, dargeftellt von Dame» und Herren der Gesellschaft, ein- ftndiert von Walter DworkowSki. — Soweit der Platz reicht, werdcn lhterdurch alle Freunde und Förderer der Freilichtbühne znm Besuche der Vorstellung eingeladen. — Tic Alte Mainbrückc in Franksurt ist jetzt bereits soweit abgebrochen. daß die Verbindung zwischen den beiden Ufern gelöst ist. Wie unser Franksurtcr Parteiblatt bemerkt, werden die Arbeiten schwieriger, je tiefer die Pfeiler abgerissen werden. Tie gewaltigen 'Sandsteinquadcrn setzen den Spitzhacken verzweifelten Widerstand entgegen. Was sich aber menschlicher Kraft widerfetzt, das fällt den, Sprengpulver anheim. Die Hoffnung auf reich« Funde aus Frankfurts Vergangenheit hat sich bislang als trügerisch erwiesen. Nur beim mittleren Kreuzbogenpfeiler wurde ein breiter Gang, über dessen Bestimmung man nach kein abschließendes Urteil besitzt, srei- gelegt. Ter Pfeiler, der den Grundstein bergen soll, ist noch unberührt. Krri» Wetzlar. X Arbeiten des preußischen Landtags. Infolge des Krieges hat ker Landtag seine Gcschästsplänc geändert. Bekanntlich l>attcn sich beide Häuser bis zum 10. November vertagt. In der Zwischenzeit sollten die großen Kommissionen für das Kommunalabgabe n- pesctz, das Grundteilungsgefetz. das Fischereigeseh und das F i de t k o m m i ßge se tz ihre Arbeiten so weit fördern. daß di« Vorlagen wieder an da? Plenum gelangen können. Ter Minister des Innern hat nun, ivie der Vorwärts berichtet, dem Präsidenten »tilgeleiIt, daß die Regierung bis auf werteres auf die Fortsetzung der Beratung dieser Gesetzentwürfe keinen Wert lege. Infolgedessen werden ivciiere Sitzungen der Kommission vorläufig nickst stattsinden. Dagegen wird der Landtag höchstsvahrscheiulich um Mitte Oktober zu einer ganz kurzen Sitzung zujammentietc», um Notstandsgesetze zu machen. Ob die Regierung auch auf di« Weiterberatung des Wohnungsgesctzes, das von der Kommission bereits erledigt ist, bis auf weiteres verzichtet, ist nicht bekannt. X Naunheim. Opfer des Krieges. Nach eingegangener Nachricht ist der Insantcrist Karl Grumbach auf dem Schlachtfeld« gefallen. Grnmbach ivar auf dem Walzwerk in Wetzlar beschäftigt. Von Nah und Fern. X Wege» „»erhürier Dienstbotenmißhgndluiig hatte das Schwnr- gerickst Dresden am 3. Juli d. I. die Marinestabsingcnicnrswitwc Johanna Tag zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.. Die Angeklagte hat Ende vor. Fs. ihr damals noch nicht 18 Fahre altes Tienstniädchen fortgesetzt, körperlich schwer mißhandelt, meist unter Zuhilfenahme von Werkzeugen aller Art, so daß das Mädchen an seiner (tzesunbheit schweren (Schaden nahm. Tie von der Angeklagten eingelegte Revision, die lediglich rllgt«, daß im Eröffnungsbeschluh nichts von „fortgesetzter" Mißhandlung gestanden habe, wurde Mon< tag vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. — Der „Bankier" von Brückenau. Vor der Strafkammer in Würzburg wurde zwei Tage gegen den früheren Bürgermei st er und Hotelbesitzer Peter Reinwald von Stadt Brückenau verhandelt. Reinwald hatte Private, die Stadt Brückenau iu seiner Eigenschaft als Bürgermeister, sowie einige Banken durch Betrügereien und gesälschle Wechsel um Beträge von insgesanit 100 000 Mark geschädigt. Er galt als der reichste Mann seines Bezirks und als der „Bankier von Brücke, ich". Als er sich nicht mehr halten konnte, ging Retnivald am 27. Februar ds. IS. flüchtig, über sein Anwesen wurde der Konkurs vcrhäirgt. am 10. März stellte sich dann Rcin- ivaid den Behörden. Er wurde nack> längerer Verhandlung zu einer Gefängnis st rase von 3% Jahren verurteilt. unternommener französischer Turchbrnchversuch aus de», äußersten rechten deutschen Flügel brach ohne besondere An- streilgung unserer Truppen schließlich in sich selbst zusammen. Tic Mitte der deutschen Armee gewinnt langsam aber sicher Bode». Aus dem rechte» Maas-User versuchte Anssällc aus Verdun wurden mit Leichtigkeit zurückgewicsen. Obftverftcigerung. Mittwoch, den 24. September, nachmittags 2 Uhr beginnend, soü das Obst auf den städtischen Bäunncn hei der früheren Aktienbrauevoi und am Leihgestcrnweg, am Steinbacherweg, auf dom Lutherberg, im Lärche,twäldchen, an, Annerödcrwc«, an der Lich-crftraße und von dem Obstbaumstück sowie die Kastanien von den Bäirmen an der Kaiser» aller und an der Licherstraße an Ort und Stelle versteigert werben. An der Aktienbrauerer wird auch bas Obst vom alten Hardtwcg nach von, Wicscckorweg niiwcrsteigert. Tie Zusammenkunft ist an der Aktienbrauevoi. Gießen, den 18. Septeinber 1014. Der Oberbürgermeister: _I. V.: Grün « wald. _ _ Telegramme. Die Schlacht an der Marne. Erlahmt die französische Widerstandskraft? ZVir. Großes Hauptquartier, 17. Sept., abends, (Amtlich.) In der Schlacht zwischen Oise und Maas ist die endgültige Entscheidung iinuicr noch nicht gesallcn, aber gewisse Anzeichen deuten daraus hi», daß die Widerstandskraft des Gegners zu erlahmen beginnt. Gin mit großer Bravour Bekanntmachung. Die Vergütungen für Verpflegung der während des Monats August in Bürgerwohnungc» untergebracht g«wos.n«n Mannsckmstcn der Rcjrroc und Landwehr werden gegen Vorlage der Ausweis.zcttel im Stadthaus«, Gartenstraße 2, Seitenbau tu den- Stunbcu von 3 bis 7 Uhr nachmittags gezahlt. Alle Einwohner, bet denen diese Mannschaften untergeb-racht waren, werden ansgesoibert, die Vergütungen in den nächsten Tagen in Einpsang zu nehmen. Mit Ende dieser Woche soll bi« Liste abgeschlossen werden. Will «in Empsangsbercchtigter nicht selbst bas Gelb erheben, so muß der an seiner Stelle Auftretende mit «iuem Ausweis (Voss-- machtl versehen sein. Gießen, den 18. Scpdonider 1014. Der Oberbürgermeister: Keller. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Lfsenbacher Abendblatt, E. m. b. H., Offenbach a. M. Schönster Ansflustsort der Rabenau. 2 große Säle, Gartenwirtschaft. Vereinen. Touristen bestens empfohlen. — Gut aepsleate Biere. — Um geneigten Zuspruch bittet U. Schmidt. MlWdMWdVMWddMXiX iWU Pr & & G & & & & & S» G* Wir haben fÜT UtlSCTC L,CS0r eine sehr exakt bearbeitete Ilebersiditskarte sämtlicher Kriegsschauplätze Europas in 8 Farben, Grosse ca. 60X70 cm, herausgegeben, welche sämtliche Kriegsschauplätze mit ihren Grenzen, Orten, Festungen, Flüssen und Eisenbahnen, soweit sie von der Militärbehörde zu veröffentlichen gestattet sind, darstellt. Preis nur 70 Pigf. 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