Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhesscn und der Nachbargebiete. Die VberbeMIch« Volks, eitun» erscheint jeden Werktag Abend in Gictzcn. Der AbonnementSprcir beträcit wöchentlich Id Pin, monatlich BO Sßfa. einlchl-Brrngrrtodn- Durch die Post bezogen bierteljährl.lLOMl. Redaktion und Expedition Niesten. Vabnbofi,raste 22. «eie Löwenaaffe. Telepbon 2008. Inserate kosten die 8 mal gestalt. Kolonelzeilc oder deren Raum 16 Psg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Shr für die folgende Nummer in der Expedition aufgebe». Nr. 201 Gießen, Dienstag den 1. September 1014 9. Jahrgang Nach Paris! Schwer hängen des Himmels Wollen über der Hauptstadt der französischen Republik. Noch ist der letzte eiserne Wall rächt zerbrochen. der sic von der Berührung mit den siegreichen deutschen Truppen trennt. Noch kaim di« französische Armee nicht mir Wunden empfangen, sondern auch Wunden schlagen, Noch kann das französische Voll auf Hilf« von der Nordsee und vom Osten her nn- gcivisic, Hoffnungen setzen, aber von seiner eigenen Krast kann es kaum uiehr eine Wendung des Kriegsschicksals crivarten. Nehmen di« Ereignisse in der bislycrigen Richtung ihren weiteren Vcrlans, dam, ist di« dritte Belagenmg von Paris nur noch ein« Frag« der Zeit und der Aden schon op fer, di« von beiden Seilen an sie gesetzt werden. Man könnte sich denke», dag Deutschland jetzt vor den miterliegenden Gegner hinträte mit gesenkten, Degen: „Soyons amis!" „Laßt mis Freunde sein!" Welcher Gewinn sür beide Teile, wenn solche Lösung möglich iväre! Frankreich hat, wenn der Krieg weitergeht. Ungeheures zu verlieren, aber was für Tentschlaoid aus dem Spiel steht, ist auch nicht wenig. Die Verlustlisten erzählen uirs nicht allzuviel von den Opfern, die der Krieg bisher verschlungen hat. sie werden noch lang« Nachträge und lange Fortsetzungen finden, bevor der Siegeslauf nach Paris beendet sein wird. Frankreich inntz cinsehcn. das, Deutschland der Stärkere ist. Deutschland müßte aber beweisen, daß es die Ucberlegenheit feiner Kraft nicht zur Zcrschmctlcrung Frankreichs ansnützen will! Ter Sieg, der uns den danerendcn Frieden mit Frankreich brächt«, wäre der schönste, den Deutschland erringen kann. Alxr ach! Frankreich hat Bundesgenossen! Durch feine Bundesgenoffenschaften ist es in den Strudel des Weltkriegs mit hinenigeriffen worden, und diese Bundesgeuoffenschafwn drohen es noch weiter rns Verderben zu treiben. Da ist England! Seine Territorialarmee ist geschlagen, aber katltbliitig setzt cs seine Hoffnung auf den langen Krieg, der möglichst unblutig, darum nicht minder furchtbar auf den, Waffer nnsgesochteu werden soll. Deutschlands Handel soll vernichtet, sein Volk durch Abschneidnng überseeischer Zufuhren ausgehungert werden.' Mag diese R:-v° rmng stimmen oder nicht, «ins ist gcwiff: Wenn Deutschland hungert, dann wird das besiegte Frankreich doppelt und dreifach mithungcrn. Tenn wenn Not ans den, Kontingent herrscht, wird der Sieger deni Besiegten das letzte Stück Brot vom Munde iveg- reiffen, um sein eigenes Volk damit zu nähren. Tie zweifelhaft« Hilfe, die Frankreich von den englischen Landungstruppen erhalten hat, wird vielfach ausgewogen durch die vernichtenden Wirkung:» der englischen Seetaktik, die letzten Endes den geschlagenen Bundesgenossen auf dem Lande härter treffen muff als den siegreichen Feind. Nicht minder verhängnisvoll droht der französischen Republik die englische Bundcsgenastcnichast in, O st c n zu werden. Zwar mag das Eindringen der Rüsten in Ostpreußen von ihr als ein kleiner Trost empsundcn werden, und mit Recht ivird man sich in Paris sagen, daff mit dem Vorriicken der Ocsterreicher und Deutschen in Polen der östlich« Krieg noch nicht entschieden ist. Aber kann man dort wirklich glauben, daff die russische Soldateska jener furchtbaren Kriegsmaschine widerstehen werde, der sich selbst die französisch« Tapferkeit in keiner Weise gewachsen gezeigt hat? Der Unterschied zwischen dem westlichen und dem östlichen Landkrieg kann kaum in seinem Enderfolg siegen, er liegt vielmehr nur darin, daff der erste kurz sein mntz. wenn Europa und vor allem Frankreich, nicht vernichtenden Schaden erleiden soll, während der zivcitc — falls er von beiden Seiten crnsthast geführt wird — lang dauern nruü. Will Frankreich unter der Faust des Siegers bleiben, bis cs diese,» gelungen ist. mit dem andern Gegner fertig zu werden? Will es nach seiner vvrauSzusehcnden Niederwersiuig einen neuen aussichtslosen Versuch der Wiedererhcbung machen, während die deutsche Hauptmacht im Osten festgchaltcn wird? Ein entsetzlicher Gedanke, grauenvoll in lernen Folgerungen, denn es mühte ans deutscher Seite die Absicht Hervorrufen, die Niederlage Frankreichs so vollständig zu machen, daff mau bei der Abrechnung im Osten keinen Feind int Rücken mehr z» befürchten hätte. ,Soll Frankreich sür England hungern und sich sür Ruffland massakrieren lasten? Wer zeigt den Ausweg aus diesem Labtzrinth? Gerade aus ihren Bundesgenoffcnschaften droht heute der Republik schlinimeres Unheil, als es jemals aus einer vollständigen 'Isolierung hätte erfahren können. Ständen sich Deutschland und Frankreich allein gegenüber, dann hätten die bisher gcliesericn Schlackten vielleicht genügt, einen billigen Frieden herbcizusühren. Längst wäre auch tn Deutschland eine Bewegung in, Gange, um zu verhindern,^ daff es zwischen beiden Völkern zum Vermchiiingskamns käme. Heute steigert die Zahl der Feinde die deutsche Angriffslust bis zum äuhcrsten und die Stimmen des Friedens suchen sich vergeblich Gehör zu verschaffen, während in den deistschcn Heerlagern die Trommeln wirbeln: Nach Paris! Nach Paris! Das Seegefecht irr der Nordsee. ^ Von dem Untergang deS Torpedobootes „V 187" in dem pressen bei Helgoland wird der Franks. Ztg. amtlich ei» Bericht eines Augenzeugen zur Verfügung gestellt, der ein der Jcsthaltung würdiges Bild vom Verlust dieses Schisses entwirft. Zuerst wurde „n vom Norden her angegriffen, und bald sah cs sich von ui 6 ," , citcn umringt von englischen Torpcdobootszcrstörcrn .und "v^vseebootetr „V 187", aus dem sich anher dem Kommandanten l 1 nlottillcnchcf befand, wehrte sich mit allen Kräften gegen irp'g et S. ac 5 t ' verlor aber bald einen Teil seiner Bcwegnngs- ..m m,*' •» * 00t drehte im feindlichen Feuer auf den Feind zu, w, cv 1 1 L * n eü, Passiergcfccht zu komme», wurde aber unter .J!' '£ aflc r. • .® c f rf Kir[e bald ganz manövrierunfähig. Un, es »un >.« «»? Feinde in die Hände fallen zu lasten, wurde im Innern oc» Bootes eine Sprengung vorgenonimc». Das Boot sank rasch, un» watzrenü des Linlens »och bediente die Bcmannung bis zu», letzten Augenblick die noch brauchbar gebliebenen Geschütze. Per Äriey. Feuernd sank das Boot in die Tiefe. Ter Flotillenchef Kapitän Ballis und der Kommandant Kapitänlcutnant Lcchler fanden de» Heldentod. Dem Feind gebührt die v o l I st c Anerkennung dafür, daff er, ungeachtet der Gefahren, seine Beiboote anssctzte, »m die Lebenden aufzunehmen. Als er hiermit noch beschäftigt war, nahten sich deutsche Ttreitkräfte. Er muffte sich zurückzichen und die eigenen Beiboote treiben lasten. Aus diesen wurden die deutschen Geretteten aus unsere eigenen Schiffe übernommen. Auf de» Donner der Schiffsgeschütze vor Helgoland hin eilte der deutsche Kreuzer „Ariadne" »»scrcm schwachen Vvrpostcn- gcfecht zu Hilfe. Als er in der Vorpostenlinie ankam, hatte sich der Feind schon gegen Westen zurückgezogen. Das Schiss nahm die Verfolgung ans und bestrebte sich, die Fühlung mit dem Feinde wieder z» gewinnen, um, wenn möglich, diesen zum Kampf zu stellen. Plötzlich sah er einen anderen deutschen Kreuzer mit zwei englischen Panzerkreuzern der Lionschsssklassc von 27 000 Tonnen mit je acht 34.3 Zentimeter- Geschützen im Kampfe. „Ariadne" kam zur Unterstützung. Ein Treffer in de» vorderen K e s s e l r a u m setzte aber bald die Hälfte der Kestel anher Betrieb, so daff das Schiss nur mit 15 Seemeilen laufen konnte. Noch eine halbe Stunde dauerte der ungleiche Kampf, dann war das Achterschiff in Brand geschosten, und der Brand dehnte sich bald aus das ganze Vorderschiff ans. Die vordere Munitionskainmcr konnte noch unter Waffer gesetzt werden, bei der hinteren war das nicht mehr möglich. Der Feind hatte inzwischen nach Westen abgedrcht. Die „Ariadne" war aber dem Untergang geweiht. Die Mannschast versammelte sich auf dem vorderen Deck und brachte, getreu der Ucbcr- lieferung unserer Marine, drei Hurras auf den allerhöchsten Kriegsherrn aus. Dann erklang das Flottcnlied, und unter dem Gesang von „Deutschland, Deutschland über alles" wurde das Schiff in vollständiger Ordnung verlassen. Zwei deutsche Schisse, die inzwischen hcrangekommen waren, nahmen die Mannschaft aus, während die „Ariadne" in den Fluten versank. Von der Besatzung sind, soweit bisher fcstgestcllt werden konnte, ihr erster Offizier Korvettenkapitän Franck, der Schiffsarzt Ritter v. Borberger, der Wachtingentcur Helbing und ungefähr 70 Mann gefallen. Die Zahl der Verwundeten ist groff. Dieses Verhalten der Mannschaft i» einem unglücklichen Kamps und bas Zugeständnis des Feindes, daß er schwere Beschädigungen erlitten hat, zeugen für die Tüchtigkeit und den Kampfcsmut unserer Marine. Der zuerst gesunkene Kreuzer „Ariadne" gehört zu den ältesten und kleinsten dieser Ausklärnngsschisfe. Er ist schon im Fahre 1000 vom Stapel gelaufen und safftc nur 2850 Tons. Die Kreuzer „Köln" und „Mainz", die vermifft werde» und nach englischer Angabe ebenfalls gesunken sein sollen, sind 1000 vom Stapel gelaufen und gehörten auch nicht zu der grössten Gattung der kleinen Kreuzer. Das gesunkene Torpedoboot gehört zum Jahrgang 71010 / 11 . Die Besatzung der drei Schisse zählte etwa 1000 Mann. Die Bestürzung in Paris. Ans Paris wurde den, Amsterdamer Telegraf durch einen Kurier (über Vlissingcn) gemeldet, das, man in Paris die vollkommene Abschließung der Stadt tntttr- halü weniger Tage erwarte, daß aber offiziell der (yrnst der Lage verheimlicht werde. Tie Konsul n der Frankreich bcsrcundetcu Mächte sorgen in Eile sür den AbzugihrerLandsleute. Der niederländische Konsul in Paris hat bekannt gemacht, daff am Samstag die letzte Gelegenheit für die Atzrcisc der Holländer über B o » l o g n e sei. Tic Pariser Armen- b c v ü l k e r u » g wird, soweit das möglich ist, nach Süden zebiacht. An den Verteidigungswerken der Stadt wird gearbeitet. Steht Joffres Abdankrtttg bevor? Die Uneinigkeit unter den französischen Generälen. W. B. Kopenhagen, 30. August. Pariser Blätter, die über Rom kommen, besagen, General Joffre, der französische Oberkommandierende, verlange den Abschied als Oberkommandierender. Als Grund habe er das schlechte Zusammenarbeiten unter den Generälen angegeben. Was Paris offiziell zuqibt. Tic letzte ofsiziclle KricgSnotc besagt, daff die Deutschen aus La Färc Rechenschaft geben über meine Stellung zur Politik Sir Edward Grcys und zu seiner auswärtigen Politik, die in der Aufgabe der Neutralität zu Ungunsten Deutschlands ihren Ausdruck fand. Ich sah mich gezwungen, ans einem Kabinett auszutreten, das meiner Ansicht nach, weit entfernt, der Kultur zu dienen, sich in ein Abenteuer begibt, bas zur Stärkung unserer natürlichen Feinde und zur Zerklüftung unserer inneren wirtschaftlichen und politischen Verhältnistc führen kann und siihrcn muff. Unsere natürliche Aufgabe wäre die Durchführung einer strikten Neutralität gewesen — nicht um unserer Volksverwandtschaft mit Dcutschtand willen, nicht wegen der freundschaftlichen Beziehungen, die wir uns bemühten, mit dem flcihigcn deutschen Volke zu pflegen nnd zu kräftigen — nein, um unserer selbst willen, die wir mit alle» unsere» Nerven, mit allen unseren Lcbcnsintcrcstcn an einem friedliche» Europa hängen, und nicht zuletzt darum, weil nur die Neutralität imstande gewesen wäre, unser Land wirtschastlich z„ hebe» und cs in die Lage zu versetzen, aus den Wirnistcn Vorteile zu ziehen. Ich will für meine Behauptungen den Beweis führen: Englands Größe offenbart sich im Frieden, Englands Schwäche zeigt sich im Kriege. Wir werden niemals in der Lage sein, ohne fremde Hitse irgendwelchen Etnsluß in der europäischen und aufferorpäischen Politik burchzusctzcn, wir sind es auch früher nie gewesen. Wir vernichteten Napoleons Flotte bei Trafalgar — wenige Tage darauf schlug Napoleon seinen herrlichsten Sieg bei Austerlitz und warf ganz Europa auf die Knie. Was bedeutete die Niederlage Napoleons zur Sec gegen seine beispiellosen Erfolge auf dem Lande! Wir versetzten ihn, einen winzigen Nadelstich — er schlug ungehindert unseres Sieges ganz Europa nieder. Er vergalt unsere Feindschaft mit der Verfügung der Kontincntatspcrrc, die Englands Handel damals in die tiefsten Abgründe stürzte. Von den Folgen der Kontinentalsperre konnte sich England Jahrzehnte nicht erholen. I» dem Kriege 1811/15 beschränkte sich die englische Tätigkeit zur Bekämpfung seines damaligen Erbfeindes Frankreich auf die Entsendung eines Expeditionskorps, und diese Truppen wäre» ohne die preußische Hilfe bei Waterloo dem Verderben geweiht gewesen. Wir sind kein Kricgsvotk, wir habe» in der Welt höhere Aufgaben, in unseren Hände» liegt die Gesittung Europas. Wir sind dazu berufen gewesen, dem Fortschritt die Wege zu weisen, nnd wenn wir uns jetzt in einen Handel gemischt haben, so bedeutet das die Verkennung unserer natürlichsten Aufgabe. Nie ist eine Macht stark gewesen, die nicht imstande ist, auS eigenen Kräfte» eine kriegerische Aufgabe z» lösen. Im Jahre 1870/71 blieben wir neutral, und welche ungchcnrcn Vorteile hatten wir von der Neutralität! Wir erhielten uns den Handel mit Deutschland und mit Frankreich. Beide Staaten waren mährend der KricgSzcit gut zahlende Abnehmer. Tic französische Entwicklung der Industrie nnd deS Handels hatte ihren Höhepunkt zur Zeit der Pariser Weltausstellung im Jahre 1807 erreicht. Damals drohte ei» Konkurrenzkampf zwischen Frankreich und England ans Leben und Tod. Das bewiesen auch die englischen Ausstellungen in demselben Jahre, die nicht entfernt so gewaltig waren, wie die damalige» französischen Ausstellungen — ja. der Markt der Welt schien damals Pari» zu werden. Das änderte sich mit 70/71. Frankreichs Kräfte wurden während des Krieges gebunden und lagen mehrere Jahre darnieder, und in dieser Zeit konnte England seinen Konkurrenten so weit überflügeln, daß es auf viele Jahre hinaus die französische Konkurrenz überhaupt nicht mehr zu fürchten brauchte. Ebenso war cS mit Deutschland. Nicht nur, daff die dcutsche Entwicklung während des Krieges stillag und jo an eine» Konkur- renzkamps mit England nicht denken konnte, war Deutschland jahrelang aus englische Erzcngnlste angewiesen, die cs früher zum großen Teile aus Frankreich bezog, Wir hätten unS also im Falle der Nculralilal beide Staaten als Abnehmer unserer Erzeugnisse erhalten. Der Krieg mit Kontinentalstaatcn ist für England ein ganz unmögliches Ding, Die englische Industrie, sei es Tcrttl- ober Maschinenindustric, ist auf den Konlinenlal-Export angewiesen, kann ohne ihn überhaupt nicht existieren, da England selbst nicht ein viertel von den industriellen Erzeugnissen abnehmcn kann, die cö produziert. England hat seine Karte auf den französisch-russischen Tieg gesetzt, Wie aber, wenn Englands Truppen mit den Franzosen gemeinsam geschlagen werden? Wenn die Kunde von Englands Niederlage und Schwäche hinausdringt in die Kolo- n i c n, die fast nichts mehr gemeinsam haben mit dem Mutterlande, die vielleicht nur aus irgendeine Gelegenheit warten, um vom Mutterlandc ab zu fallen? Wie, wenn Frankreich nicht siegt? Ungeheure Werte gehen dann verloren, und der Verlust an Einfluß auf die kontinentale Politik ist nie wieder, auch in Fahrhunderten nicht, einzuholen, denn dann würde Deutschlands Einfluß in Verbindung mit seinem österreichischen Bundesgcnosicn so ungeheuer wachsen, daß es sich mit keiner Macht der Erde auf irgendwelche Vorhaltungen über den Bau seiner Flotte cinlasicn würde, Deutschlands Industrie ist stark und wird sich auch durch einen verlorenen Krieg nicht schwächen lassen. Ein so kräftiges, seines Wertes voll- bewußtes Volk wie das deutsche ist nicht in die Fesieln zu legen, die man ihm schmiede» will. Mit beispiellosem Opfermut — und wenn der ärmste Taglöhncr seinen letzten Pfennig aus der Tasche hervorsnchen müßte — wird man, wenn wir Deutschlands Flotte zerstörten, eine Flotte doppelt und dreifach so groß wieder errichten, so wie im Fahre 1808 der Freiherr vom Stein das Volks- Heer zur Bezwingung seines Unterdrückers Napoleon aus dem Boden stampfte. Wie man sich damals den letzten Bisten vom Munde abdarbte fürs Vaterland, für die große Idee der Befreiung, so wird dieses Volk durch eine Niederlage zur äußersten Machtanstrcngnng anfgcrüttelt, nicht eher ruhen und nicht eher rasten, als bis es in einem Vernichtungskampf gegen England siege» wirb. Wo die nationale Einheit so gewaltig und so unzerbrechlich dasteht, da bietet die Vollendung auch der wagemutigsten iFdee keine Schwierigkeiten, Man wird sich bis aufs Letzte zum Kampf gegen England einsetzcn. Was erreiche» wir nun durch eine deutsche Niederlage? Fm gleichen Augenblick wird die russische Macht größer, und Frankreich — nachdem seinem Nachccmpsinden gegen Deutschland Genüge geschehen — wird in England den Mohren sehen, der seine Schuldigkeit getan hat und nun gehen kann. Die Frcnndschast mit Frankreich ist zu flüchtig, um in die Tiefe zu dringen, Frankreich hat sich nur mit uns verbunden, uni Deutschland zu vernichten, ES wird sich keinen Augenblick scheuen, mit uns einen harten miri- fchaftlichcn Kamps aufzunchmen, wenn cs unsere Freundschaft nicht mehr braucht, und wir sehen uns vielleicht in einigen Fahren gezwungen, gegen Frankreich aus denselben Gründen vorzugchcn, wie jetzt gegen Deutschland — und zwar aus brutalem Konkurrenzkampf. Vergessen wir auch folgendes nicht: Kaiser Wilhelm verkündete bei seinem Einzüge in Tanger, er käme als Freund der Mohammedaner — 250 Millionen Mohammedaner in allen Gebieten des Islams haben an diese Frcnndschast geglaubt. Dieser Glaube wurde beeinträchtigt durch den Krieg Ftalicns gegen die Türkei, den der Kaiser im Fntercsse seines italienischen BundcS- gcnostcn nicht hinderte. Die jetzige Kriegslage drängt die Türken an die Seite Deutschlands, Wenn wir im Orient einigen Einfluß besessen haben, so ist dieser jetzt vernichtet, und mit dieser Vernichtung hängt unsere Herrschaft über viele, viele Millionen Mohammedaner zusammen, die sich wie ein vernichtender Orkan erheben werden, ivcnn der Sultan die Kalifcn-Flagge entfaltet und alle Moslem» zum heiligen Kriege rnst, denn Konstantinopel ist ein Heiligtum der Mohammedaner, hier thront der Nachfolger Mohammeds. 250 Millionen Mohammedaner zitier» für deutsche Siege und werden ihre Ketten wie Kinderspielzcug abschüttcln, wenn Deutschland siegt. Fn englischen Dominions wohnen über 100 Millionen Mohamincdaner. Tie Fahne Mohammeds wird voran- gctragen werden, wenn die Flammcii des Aufruhrs in F n d i e n hochschlagen. Man wird den heiligen Teppich ans der Kaaba holen und ihn vorantragen, wenn ein zweiter Mahdi erstünde und über die Leiche» der in Khartum stchcndcn englischen Truppen die Fdce der Erweckung des Volkes Mohammeds nach Aegnpten trägt. Englang spielt das Spiel mit seiner Existenz und dieses Spiel riihig anzuschen, ohne auf die niöglichcn Folge» hinzuweise», hieße zum Verräter an der englischen Nation werden. Meinungsfreiheit. Ein in Wien lvohncndcr Engländer namens Brookc hat an die Blätter eine Zuschrift gerichtet, in der er seine Entrüstung über die Haltung Englands gegenüber Oesterreich. Ungarn ausspricht und erklärt, daß der größte Teil des englischen Volkes die Politik der gegenwärtigen englischen Negierung verurteile. Es ist das nicht die erste Kundgebung dieser Art, Mehrfach haben wir in den letzten Wochen von Eng- ländern gehört, die ihrem Mißfallen über die Politik der Londoner Regierung offen Ansdruck gaben, und wir wissen ja vor allein, daß auch noch nach Ausbruch des Krieges bis in die -jüngste Zeit hinein von der englischen Arbeiterpartei in London, Manchester usw. große und stark besuchte Dcmon- strationsversammllingen gegen den Krieg veranstaltet wor- öön sind. Man hat alle diese Manifestationen in Deutschland mit Genugtuung verzeichnet, ohne dabei die Frage aufzuwcrfen, was wohl mit einem Deutschen geschehen würde, der cs wagte, ans einer vielleicht falschen aber ehrlichen Uebcrzcugung her- ans im gegenwärtigen Moment eine ebenso abfällige Kritik an dem Verhalten des anitlichen Deutschlands zu üben. Es ist niemandem eingefallen, die Vaterlandsliebe derjenigen Engländer anzuzwciseln, die den Mut haben, gegen den Strom zu schwinimen und mitten im Krieg ihrer Regierung unangenehme Wahrheiten zu sagen. Aber wer eine solche Kritik als etwas Selbstverständliches hinnimmt, erkennt damit gleichzeitig, auch wenn er sich im einzelnen Fall darüber nicht klar wird, an, daß nichts falscher ist, als die Behauptung, bas Wort „Recht oder schlecht, cs ist mein Vaterland" sei ein jedem Engländer in Fleisch und Blut nbcrgegangcner Grundsatz des politischen Denkens. Ter Brite darf cs sich herausnchmcn, auch in einem Zeitpunkt, wo die Waffen sprechen, seine Meinung frei zu äußern und den Machthabern Opposition in den schärfsten Formen zu niachen. Wir haben das während des Burcn- krieges erfahren als beispielsweise der gegenwärtige Minister Lloyd George mit einer Rücksichtslosigkeit, die keine Grenzen kannte, in der Ocfscntlichkeit die Chamberlainsche Kriegs- Politik verdammte und wir erfahren das jetzt aufs neue. Diese Tatsache aber sollte uns eine Mahnung sein, nicht das ganze englische Volk für die Politik des Sir Edward Grcy verantwortlich zu machen und mit der rollenden Phrase voin perfiden Albion einen für ewige Zeiten unüberbrückbaren Gegensatz zwischen.der deutschen und der eng- lischcn Nation zu konstruieren. Die, die sich jenseits der Nordsee ihre eigene Meinung bewahrt haben und sic von dem in ihrem Lande geltenden Rechte der Redefreiheit Gebrauch machend, offen äußern, sind die Elemente, die uns i n derZukunft einmal helfen werden, die zerrissenen Fäden wieder zu knüpfen und die nnterbrockicne Arbeit an dem Gebäude der Menschhcitskultur wieder auszunehmen. Bestürzung in England. In fast allen englischen Blättern spiegelt sich die Bestürzung über den unerwarteten tind für die Engländer unerklärlichen Fall Nainurs wieder. Tie Wcstminster Gazette erhebt sogar einen versteckten Vorwurf gegen die Belgier, indem sic sagt, man könne nicht erwarten, daß belgische Festungen und Städte wie französische betrachtet werden könnten, die für eine nationale Sache fechten. Ein Artikel der Times faßt ernsthaft den Marsch der Deutschen auf Paris ins Auge und mahnt, einen kühlen Kopf zu behalten. Ter bekannte Militärkritikcr der Times sieht die Möglichkeit voraus, daß die Deutschen die Häfen Nordfrankreichs besetzen itnb von hier aus die Verbindung der endlichen Truppen bei Namnr mit der Küste stören. (Die Niederlage der Engländer bei St. -Quentin überhebt Herrn Reping- ton dieser Sorge D. Red.) Die Aussicht einer deutschen Besetzung der französischen Nordwesthäscn läßt die Times derart die Fassung verlieren, daß sie den Holländern zuruft, der Sieg Deutschlands bedeute die Annexion aller Nordsechäfcn von Dover bis Emden. In Holland bleibt man jedoch gegen- über diesen Aufstachelnngsversuchcn kühl. Daily Chronicle erkennt an, daß die Deutschen ihren Gegnern schwere Schläge beigebracht haben. Ernüchternd wirkt auch, daß das englische Kricgsministerium mit der Veröffentlichung von Verlustlisten begonnen hat. (England und die neutrale Schiffahrt. England läßt die ®uf den holländischen Dampfern „Tubantia" und „Zoclandia" scstgenonimenen Oesterreich«! und Deutschen frei und schickt sie »ach Holland zurück. Malien und die deutschen Siege. Tie Nachrichten von den deutschen Siegen, welche durch die Mittagsausgaben sowie Extrablätter bekannt wurden, rufen in Italien um so größeren Eindruck hervor, als die Presse, die meist aus fraitzösischer Quelle informiert wird, durch die etwas einseitige Registrierung anfangs das Publikuni an ftanzösischc Fortschritte hatte glauben machen. Dia deutschen Siege geben nunmehr der italienischen Regierung Widerstandskraft gegen die Strömungen, welche sie zum Kriege gegen Oesterreich drängen möchten. Die frankophile Presse ist bereits seit mehreren Tagen überaus kleinlaut. In den militärischen Kreisen herrscht offenbare Sympathie für den deutschen Schneid, welchen nian dem untätigen Vcr. halten der englischen Flotte entgegensetzt. Türkische Kriegsvorbcreitungei». Eine offizielle Mitteilung der Pforte besagt: „Wegen, der Mobilisierung ist es ausländischen Flugzeugen verboten, über türkisches Gebiet zu fliegen; die Militärposicn sind angewiesen, auf Zuwiderhandelnde zu schießen." Infolge der Mobilisierung entfaltet der Rote Halbmond seit einigen Tagen eine eifrige Tätigkeit in Stambnl. Drei große Schulen wurden als Spitäler eingerichtet und eine Komniission gebildet, deren Aufgabe cs ist, die Mittel zur Sicherung der Verproviantierung Konstantinopcls sowie zur Hereinbringung der Ernte und zur Durchführung der landwirtschaftlichen Arbeiten des loinmcnden Jahres zu prüfen. Die Stadtpräfektnr teilt mit, daß die Einfuhr von Getreide frei ist. Franzosen und Engländer verwende» DnmDnmgeschoffe. (W. 15.) (Amtlich.) In Longwy ist eine maschinelle Bor- richtung vorgcsunden worden, welche dazu diente, Gewchr- uud Knrabincrgcschossc oben abzu platten und mit einer von der Spitze ausgehenden trichterförmigen A u sb o hrnng zu versehen. In den Taschen französischer und englischer Soldaten fand man zahlreiche D n m - D n m - Geschosse, d. h Hohl- oder Blcispitzengeschosse. Durch die Entfernung eines Teiles der ans Hartcmctall bestehenden Geschoßmateispitze tritt bei dem Aufschlagen der weichere Geschoßkcrn nach vorne heraus, schlägt sich breit und der- nrsacht bcjonedrs grausame, mit unnötigen Leiden verbundene Verwundung. Deutschland sieht sich genötigt, mit den aller- s ch ä r f st e n Maßregeln vorzugchen, wenn diese durch Völkerrecht (vergl. iusb. Art. 23 Abs. 1 <: der Haager Land- kricgsordnung) verbotenen Geschosse von unseren Feipdctt noch weiter verwendet werden sollten. Aus Löwen und Mecheln. Nach Mitteilung des belgischen Gesandten in London brennen in Löwen auch die herrliche Kathedrale und di« Universität- nitt der berühmten Bibliothek, Verschieden« Notabel» seien erschollen worden, zuvor hätten die Einwohner di« Stadt verlast«»» müssen. Ein Teil der Männer sei gefangen. Frauen und K-inder seien imch anderen Orlen gebracht worden. Die Belgier fahren mit ihren mimnehr kindisch amnutenden: Siegesberichten fort. So wird offiziell aus Antwerpen mttgetei'lt, der belgische Ausfall ans Mecheln sei vollständig geglückt, da es gelungen sei, die dcutichen Verteidigungswerte zu vernichten und eut l>c veits nach Süden ab zielendes deutsches Korps zu zwlngeit» nach Mecheln zur Verstärkung zu koninten. Die Stadt Mecheln selb st Hatz infolge der Beschießung durch di« Belgier und dann durch die Deich, scheu sehr gelttten, Verhaftungen in Brüssel. Ta Bürgerineister Max von Brüssel erklärte, die Gc-, mcindckassc sei nach Antwerpen gebracht und die Kriegsrate könne nicht bezahlt werden, wurden der bekannte Groß- industrielle Solvay und der Baron Lambert-Roth4 schild als Geiseln gefangen genommen. Griechenland vor der Mobilmachung. W. B. Konstantinopel. 30. August. Der griechische Generalkonsul in Konstantinopel gab eine Verordnung der griechischen Regierung bekannt, wonach die Reservisten und der Landsturm aller Waffengattungen im Falle der Mobilmachung sich sofort in ihren Standorten zu stellen haben. Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 48 Während Fondrcm sich zurückzog und seine Gäste sich ein- richteten, teilte Helgestad seinem Begleiter mit. was er für nötig hielt, „Habe mit Euch noch nicht über live gesprochen," sagte er. „wollte cs erst tun an Ort und Stelle. — Ist einer der ersten hier in Bergen, ist Gildcvorstchcr und Ratsherr, dabei ein Mann, der das meiste sich selbst verdankt, schnell von Blick, rasch in seinem Wesen, klug und fest in allem, was er will. Vor dreißig Jahren besaß er nichts. Fing einen kleinen Handel an, der nicht fortkommen wollte, bis ich ihn kennen lernte. Tat sich mit mir zusammen; war damals noch nicht dagcwcscn, daß ein Nordländer den Blutsaugern aus den Fingern ging. Gab einen Höllenspektakel; wollten mich ausstoßen und aufhüngcn. hals aber alles nichts. Gab ihnen so viel zu bedenken, daß sie i»ich endlich gern wieder herein- ließen, und seit dieser Zeit haben wir treulich zusammenge- halten und gute Zeiten erlebt." „Sie sind also Teilnehmer an Fandrcms Geschäft?" fragte Marstrand, „Bin's gewesen," erwiderte Hclgcstad, die Augen zu- kneifend; „kalkuliere aber, ist jede Kompanie doch Lumpanie, nimmer was Rechtes und Ganzes, obcnein wenn der eine am Lyngenfjord wohnt, der andere am Floyfjcld. Kann dicke Handclsbllchcr nicht dnrchlcsen, die langen Rechnungen nicht studieren, ist aber meine Sache nicht, einen anderen die Zahlen machen zu lassen und endlich zu nchnicn, was er mir geben will." Marstrand lächelte. Es kam ihm der Gedanke, daß Uve Fandrem das Zahlen machen wohl noch besser verstanden habe wie Helgestad in seinem Schnldbuchc für Fischer, Quüncr und Lappen, und wahrscheinlich nicrkte der schlaue Handelsmann, jöas in seinem Gefährten vorging. — „Will niemanden anklagcn," fuhr er fort, „am wenigsten den redlichen Fandrem; kalkuliere aber, daß cs jedes Mannes Sache ist, sich auf keinen Stuhl zu setzen, der ein Loch hat. Habe darnin mich so geeinigt seit langer Zeit, daß Uve meine Waren kauft, ich von ihn> nehme, was niir gefällt, was er sonst tut, mich aber nichts angcht." Hieran anknüpsend hörte Marstrand, daß der Gildcvor- steher mächtige Geschäfte nach Lübeck, Hamburg, Holland und bis ins Mittelniccr mache, daß er außer dem Fischhandel auch großen Holzhandel treibe und ganze Wälder schon angckauft habe, die in den Niederlanden zu Rost und Pfahlwerken verbraucht wurden, endlich, daß er für all seinen Reichtum nur zwei Erben besitze, einen Sohn, der seit Jahren in einem großen Hamburger Hause arbeite, und eine Tochter, die mit dem Vater lebe, — Damit erfuhr Marstrand denn auch zugleich, daß Helgcstad seinem ehemaligen Kompagnon eine Frau verschafft habe, die aus den Finnmarken gebürtig, seine eigene Verwandte gewesen sei. Ihr Vermögen hatte nicht wenig zu Fandrcms wachsendem Reichtum beigetragcn, und Vcrwandt- schaftsbande hatten die Freundschaft bei den beiden Männern verstärkt. Nach einiger Zeit fand sich Fandrem wieder ein, der seine Gäste nun in das Wohnzimmer führte, wo der Tisch gedeckt war und nach üblicher Sitte der Wirt das Willkommen ausbrachte. Mehr als einmal wurden die Gläser gefüllt und geleert und dabei die nächsten Geschäfte verabredet. Helgestad forderte für Marstrand Kredit, wozu der Berger Handelsherr sofort bereit war. Obwohl nun die Sck,iffe der Nordländer bei ihrer ersten Fahrt gewöhnlich nur Lebensmittel und Geräte zum Fischfang mit nach Haus nehmen, bei der zweiten Fahrt aber den langen Bestellzettel für alle möglichen Bedürfnisse des Kramladens nach Bergen bringen, so war Helge- stad doch willens, von dieser alten Sitte abzuwcichcn und seine Jacht zum guten Teil für die rasche Einrichtung der Nieder- lassung am Balsfjord herzugcben. Er versprach das Ver- Beste anszuwnhlen und die billigsten Preise zu machen. Das ganze Geschäft war mit einem Händeschütteln in einigen Minuten abgetan, und kaum längere Zeit gehörte dazu, um die Ladung der schönen Jlda an Fandrem zu verkaufen. Der Giidevorstehcr ließ einen Makler kommen, denn durch diese Mittelspersonen wurden damals wie noch jetzt alle Geschäfte in Bergen abgeschlossen. Ter Makler zählte ein halbes Dutzend Verkäufe aus, die am heutigen Tage zustande gebracht waren, Fandrem bewilligte den höchsten Preis, und mit einem andern Handschlage war auch diese Angelegenheit beseiftgt. „Und nun, ihr Herren," sprach der Handelsherr, als sic endlich aufgestanden, „noch ein Glas auf unsere dauernde Freundschaft. Hoffe Sie alle Jahre zweimal in Bergen zu sehen, Herr Marstrand, und wie es üblich ist. nächstens mit der jungen Frau. He," schrie er lustig, „wie steht es damit? Es gibt in Nordland und Finnmarken der schmucken Mädchen gar manche, weiß selbst davon ein Lied zu singen. Aber die schönste Jungfrau vom Lyngenfjord und weit und breit ist doch meine Muhme Jlda. Hab ich recht, Herr Marstrand? Laßt uns anstoßcn aus ihr Wohl!" „ -delsisstad hielt cs für dienlich, diese Späße und ihre Nebenbeziehungen mit cincmmale durch die Erklärung ab,u- jckinciden, daß Jlda nächstens ihre Verlobung mit dem Neffen seines alten Freundes in Tromsö feiern werde, daß aber für Marstrand sich die beste Partie im Lande machen könne sobald - r - C i ft Balsfford warm sitze. — Es gab ein langes Ge- jprach zwischen den Verwandten mit reichlichen Glückwünschen fragen und Erkundigungen gewürzt, daS endlich dam'k endigte daß Herr Fandrem feine vicrgchäusige dicke goldene Uyr aus der Tajche zog, sie Helgestad unter die Nase hielt und dabe, jchwor. es sei keine Zeit mehr zu verlieren, wenn die Krautcrsuppc und das Nierenstück in seinem Garten am Signalbcckcn nicht kalt werden und verbrennen sollten. • lKortsctzung folgt.) - - h Die abgeschnittenen Engländer. Der Kriegsberichterstatter der B. Z. am Mittag meldet aus dem ©röfjcn Hauptquartier zu dem Sieg über die Enqländer: Der neue Sieg über die Engländer bei St. Quentin ist dadurch zustande gekommen, daß wir unsere Kavalleriemasien vor die in der Richtung auf St. Quentin fliehenden englischen Heeresmassen schoben und sie solange aufhielten, bis unsere sie verfolgenden Armeekorps sie nochmals entscheidend angreifen konnten. Die Niederlage ist vollständig. Die Engländer sind nun gänzlich von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten und können nur aus einem der Landungshäfen Dünkirchen, Calais, Le Havre oder Cherbourg laufen. Landung englischer Truppen in Ostende. Churchill teilte, nach einem Amsterdamer Privattelegramm der Franks. Zeitung, im englischen Unterhaus mit, daß neue englische Truppen in Ostende gelandet seien. Die Times berichtet hieriiber, dag der Gemeinderat in Ostende zunächst die Landung von Truppen wegen der hiermit verbundenen Beunruhigung der Hotelgäste, die aus vom Innern geflüchteten Belgiern bestehen, abgelehnt, später aber angenommen habe. Wegen der großen Anzahl der in Ostende anwesenden Flüchtlinge wurden sämtliche Badekutschen als Schlafstütten eingerichtet. Preistreibereien. Landesökonoinierat v. Laer schreibt de», Mii»sterischen Anzeiger: In den linksrheinischen Kreisen, z. B. Mörs, Geldern, werde» nach amtlichcn Mitteilungen seht große Masten Kartosseln aus- gekaust. Die Händler erscheine» mit großen Wagenparks nnd zahle» den Bauern 5,50 Mk. für 50 Kilo, wobei die Händler das Ausinoche» übernehmen: Arbeiter sind ja billig nnd nwssenhaft m haben. Die Kartosseln sind noch umreis, also ungesund und nicht vollwertig: dazu werden sie miS spater fehlen. Troß aller antt- lichen Warimngen kömum die Bauern der Verlockung, so 000 bis 500 Mk. ans eenen, Morgen in baren, Gelbe M lösen, nicht widerstehen. Hoffentlich sind di« Mnnsierländer Landwirte klüger ,n,d patriotischer. Zudem ist ja am Rhein die Verwertung auch wegen der Nähe der Heeres»,asten leichter." Der gutgemeinte Appell an die Münstcrländer Landwirte nsitzt nichts. Hier können nur gesetzlich« Maßnahmen helfen von der Art, wie sie von sozialdemokratischer Seite jetzt dringender als je gefordert werden. Patriotismus ist gewiß ei»« schöne Sache, «der der blinkenden Bcrfuchung ans freien Stücken widerstehen^ ist »furchtbar schwer. Die Todess»hrt kriegsfreitvilliger Flieger. W. B. Johannisthal (bei Berlin), 30. August. Auf dem hiesigen Flugplätze ereignete sich heute morgen ein schwerer Fliegerunfall. Der Flugschüler Post vom freiwilligen Fliegerkorps war auf einer Taube mit dem Beobachter Bilderhorn vom freiwilligen Fliegerkorps gestartet, um die Bedingungen der Prüfung für freiwillige Flieger zu erfüllen. In der Nähe von Alt-Elinicke stürzte Der Apparat aus unbekannter Ursache ab. Die beiden Flieger waren sofort tot. Der Apparat wurde völlig zertrümmert. Der bayrische Krieflsminister und die sozialdemokratische Presse. Nach einer Meldung Berliner liberaler Blätter hat der bayerische Kviegsmrnister unter dem 25. August folgenden Erlaß 'all das Heer gerichtet: „Angesichts der Haltung der sozialdemokratischen Partei im gegeuwärttgen Krieg« darf der Lekttlre 'und Berbreittmg dieser Presse unter den Hceresaugehörigen kein Hindernis in den Weg gelegt werden. (gez,): Kreß v. Kressenstein." Die Bekanntgabe der nationalpolnischen Regierung in Nusfisch-Polen. Der Kommandant der polnischen Freiwilligenlegion übernahm die Verwaltung der russisch-polnischen Stadt Kielce. Er ließ alle russischen Aufschriften entfernen und auf allen öffentlichen Gebäuden die polnische Nationalfahne hiffen. In der russisch-polnischen Stadt Sosnowice erscheint bereits die erste nationalpolnische Zeitung. Der neue Drahtdienst funktioniert bereits so gut, daß das Blatt amtliche deutsche Depeschen veröffentlichen kann. Die Einigkeit der österreichischen Polen im Kampfe gegen Rntzlanv. .wird durch di« Taksache gekennzeichnet, baß in Krakau ein National- komttee aus den sühreuben Männer,, aller polnische» P a r - ieicu gegründet wurde. Ter Präsident ist der konservaiive Groß- grmchbesitzcr Abg. Dr. v. Jaworski: Vizepräsidenten sind der Präsident der Akademie der Wissenschaften in Krakau. Graf Tarnowsii und der Führer unserer polnischen Bruderpartei, Reichsratsabge- ordneter Genosse Dasznnski. der jahrzehntelang den heftigsten Kamps gegen die polnischen Großgrundbesitzer gesiihrt hat. Pogrom in Wilna. I» Wilna veranstaltete das Militär einen furchtbaren Pogrom wegen der östcrreichfrcimblichen Haltung der dortigen Juden. Diese setzten sich aber mit Tapferkeit zur Wehr, errichteten Barrikaden und warfen Bomben. Das Nktlttär erlitt infolge des verzweifelten und gut organisierten Widerstandes der Juden derartige Verluste, daß es zur Einstellung des Pogroms gezwungen war. Das neutrale Norwegen. Rußland hält noch dreißig norwegische Schiffe in seinen Häfen zurück, obwohl cs den schwedischen die Absahrt erlaubt, was hier peinliches Aussehen erregt. Dagegen befördern di« iwr- ivegischeu StaatSbahncn via Kristiania—Bergen täglich an 80 000 Kilo s i » l ä n d i s ch e Butter ziun Versand nach England. Amerikas Nenkralität. Nach einer Privatmeldung aus Washington veröffentlichte Präsident Wilson eine Erklärung, in der er die Neutralität der Bereinigten Staaten in dem Kriege zwischen Japan und Deutschland und zwischen Japan nnd Oesterreich-Ungarn ankündigt. Tic Blockade von Kiantschon. Die japanische Botschaft in London kündigt nach einer Privatmeldung an, daß die Blockade der Küste von Kiautschou am 27. Aug. 9 Uhr morgens begonnen hat. Die Familien in Tsingtau. O v - B. Amtlich.) Während in ganz Deutschland das wärmste ontercsse besteht zuverlässigen Nachrichten gelungen ist, die Familien aus ^.jingtau zu entfernen und nach neutralem chinesischen Gebiete zn bringen. Inzwischen dürften sic bereits in Sck>anghLi eingetrosfen sein- Von der Mariueverwwlttuig ist rechtzeitig alles veranlaßt ivvrden, um diese Familien mit Geldmitteln nnd sonst in jeder Weise zu mvtcrstützeii. Ausschluß der Ausländer von den Hochschulen. Zwischen den deutschen Bnn'desstaatcn ist ein llcbereii,kommen dahin gctrofjen worden, daß neben rnssischc», serbischen und japanischen Studenten auch die Staatsangehörigen aller übrigen mit Deutschland und Lesterreich-IIngarn im Kriege stehenden Mächte nicht mehr zn den deutschen Hochschulen zugelastcn werden sollen. Ärakchl unter Kriegsgefangenen. AuS Köln wird gemeldet: Als am Donnerstag wiederum ein Gefangenentransport belgischer, französischer und englischer Soldaten hier dnrchbefördcrt wurde, kam es zwischen sranMischen imi> belgischen uni belgischen und englischen Gesängen«,, zn Streitigkeiten, so- daß man sich gezwungen sah, die Gefangenen i» einzelnen Trupps, je nach der Nattoimlität gesondert, weiter zn transportieren. Lille von den Franzosen geräumt? Aus Antwerpen wird der Kölnischen Volkszeitung ge» meldet: Die französische Besatzung von Lille, ungefähr 50 000 Monn, hat die Stadt verlassen, um sich weiter südlich noch der Ostfront zu wenden. Sie nimmt dabei den Weg, der unter den Geschützen von Manbcnge vorbcizieht. Die Folge ist, daß Lille eine offene Stadt geworden ist. Bon großer strategischer Bedeutung, so fügt man von französischer Seite hinzu, ist sie nicht. Nachdem die eigenen Truppen die ganze Stadt verlassen hatten, zog sich der Präfekt des Norddeparte- mcnts nach Dünkirchen zurück. Ans Befehl des Bürgermeisters von Lille wurde die Polizei eniwaffnct. Die Bevölkerung wird durch Aufrufe zur Ruhe ermahnt und auf das mögliche Hcrannahen der Deutschen vorbereitet. Ein in Lille bisher erschienenes Blatt hat sein Erscheinen eingestellt, nm nicht unter die deutsche Zensur zu kommen. Aus Paris. Ein Schioeizer, der von einem Vorort von Paris, o, gestellt ivar, nach Zürich zurückgekehri ist. erzählt, daß man zahlreich und fieberhaft an der Instandsetzung der Feldbefestigungen arbeite, um di« Fords von Paris zn verstärken. Tie Grande Ecinture ist di« äußerste Fortsli-nie und 30 Kilometer von der Stadt entfernt. Eime zweite nähere Fortslinie bildet die Pctite Eemknre. Endlich bildet die Umfassungsmauer von Paris mit ihrem Graben eine dritte Linie, die aber keine ernst« „ttlitärische Bcdeuttiua hat. Aus Paris wird von, 28. August gemeldet: Die ?lpachen sind nach den ersten patriotischen Einende- und Plüii-dcrnngstagen vom strengen Regiment des Poitzcipräfckten aus- der inneren Stadt vertrieben worden: aber nachts soll die Jagd auch in den Vororten weitergeheu. Die Znaven knallen iu St. Denis ans den Bahngleisen nnd kn den Straßen die Raubgesellen zu Dutzenden nieder. Alle Restaurmtts und Kneipen sind abends 9 Uhr geschlosten. Die russische Niederlage. Heber die rnffischc Niederlage schreibt der Lokalanzcigcr u. a.: Ucbcr die russischen Eindringlinge ist also ein furcht-, bares Strafgericht hcrcingcbroche». Das war vorauszuschcn. Die Seen und Sümpfe im masurischen Distrikt lassen nur schmale Wege offen, aus denen das Militär sich durch dichten Wald oft >,»r reihenweise sortbcwcgc» kann. Der Feldherr, der in diesem Gelände cinznbrcchen wagte, mußte mit Weg und Steg vertraut sei», oder gute Führer besitzen. Als die Schlacht ausbrach, habe» die Russen sicherlich mit dem Mute der Verzweiflung sich geschlagen. Man kann cs wohl bcgrei- fcn, das; ein verzweifeltes Heer, den Tod der Kameraden iu Sümpfen nnd Seen vor sich und die Lanzen der Verfolger hinter sich sehend, zu Tausenden die Waffen streckt, sodaß die Zahl der Gefangenen 30 000 überstieg. In, Berliner Tageblatt berichtet Paul Lindcberg von einer Fahrt über das Schlachtfeld: Ncberall habe« die Russen furchtbar gehaust. Alles liegt zertrümmert, aber unsere schwere Artillerie heizt ihnen den Abzug gehörig ein. Deutscher Einmarsch itt Belgisch-Kongo. Eine Depesche ans Libreville, der Hauptstadt von Franzö- sisch-Kongo, meldet den Einmarsch deutscher Trup. p c n in Bclgisch-Kongo. Ausländer im Reiche. Die Norddeutsche Allg. Ztg. schreibt: Nachdem die Eisenbahnen in weiterem Umfange sür den allgen, einen Verkehr wieder frei geworben sind,.wird den in Deutschland sich anfhaktenden Angehörigen der feindlichen Staaten das Verlassen des Reichsgebietes gestattet, soweit in ihren, Heimatland« den Deutsche,, gleichfalls die Erlaubnis zur Abreise erteilt wird. Dies« Verfügung tritt tcilwciie siir die Deutsche, l in Rußland in Kraft, da nach einer Erklärung des hiesigen spanischen Botschafters, die nicht km wehrpflkchttgen Atter stehenden Deutsche,, Rußland verlassen dürfe». Mit der gleichen Einschräittumg dürfen daher die in Deutschland lebenden Nüssen abrersqi. Die Reise erfolgt wahrscheinlich über Schweden und wird von der schwedischen Negierung tmilichst erleichtert werden. Die Hamburger Bürgerschaft. Die Bürgerschaft bewilligte aus Antrag des Senats 200 000 Mark zur Untersttitznng der vom Kriege betroiscncn ostprcußr- s ch e n Bevölkerung nnd «ruiächtigtc den Senat sür die Dauer des gegenwärtigen Krieges ein durch eine Hambnrgische Behörde eingcleitctes oder vor ei,Mn Hamburger Gericht schwebendes Strafverfahren gegen Personen, die zu den Fahnen cinberiifen sind, nieder zu sch lagen. Ci» neuer Neutralitätsbruch Englands. „Kaiser Wilhelm oer Graste" z«m Sinken gebracht. (Amtlich.) W. B. Berlin, 31. August. Nach einer Meldung aus La Palma ist der als Hilfskreuzer ausgerüstete Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd, „Kaiser Wilhelm der Große" von dem englischen Kreuzer „Highslycr" zum Sinken gebracht worden, als er i» den uciitralcn Gewässern der spanischen Kolonie Rio de Oro sipan. Besitz an der Westküste Afrikas. Red. d. O. A.) zu Anker lag. Gegen diese, dem Völkerrechte widersprechende Verletzung der Neutrali- tätsgesctzc muß Protest erhoben werde». Großbritaunicu hat durch die Mißachtung der stets von allen Nationen theoretisch und praktisch anerkannte» lknvcrlctzlichkeit »eutrakcr Sohcitsgcwäfler gezeigt, daß cs sich nicht scheut, über die Hohcitsrcchtc neutraler Staaten hinwcgzugchc», Politische Rundschau. Der Neichsverband kapitirliert. Ter Reichsverbcmd zur Bekämpfung der Sozialdemo- fiotie gibt in einer Sonderausgabe seiner Korrespondenz folgendes bekannt: „Der „Neichsverbaud gegen die Sozialdemokratie" hat unmittelbar „ach dem denkwürdigen Ncichstagsbeschluß vom 4. August seine gesamte Tätigkeit eingestellt und seine Provinzial- stcllcn und Ortsgruppen angeiviesen, solange der Kriegszustand dauert, völlig passiv zu bleiben. Das glänzende Verhalten des gesamten deutschen Volkes, dem Feinde gibt dem Vor! der Rcichsvcrband nicht n der Dauer des Krieges h hegt, daß späterhin eine 4 kratic nicht mehr erfordert sicht hin, daß in Zukunft Vaterland bedrohenden Fi Streitigkeiten aus Nation lassen. Der Vorstand des Re, personal, Schreibmaschine, den nationalen Wohlsahr »nd eine Spende für das Der Liebertschen O. sehr leicht. Ter Krieg, in kc>m ihr sehr gelegen, d kundig war nnd, was sie empfand, die materiellen Kampfes fehlten. Sie kan Versöhnlichkeit hüllen und rnng in der Politik der der Existenz des Reichsverba Wir haben natürlich cinignng, die den polltischen giftet hat nnd in ihm in gewissem Sinne die Rolle spielte, die in Belgien die Franktireurs übernommen haben, nichts! einzuwenden. Aber wir würden es doch für einen Verstoß wider die Ehrlichkeit halten, wenn wir die Anerkennung, die uns die Erklärung des ReichsverbandeS zollt, ohne Wider- fprnch entgegennähmcn. Es heißt da, daß in Zukunft etwü entstehende wirtschaftliche Streitigkeiten hoffentlich ausschließlich auf nationaler Grundlage erledigt werden könnten: Das „etwa" schon ist recht koniisch, denn im Ernst wird sich Wohl nieinand der Erwartung hingeben, daß nach Beendigung des Krieges auch der Klassenkanipf beseitigt sei. Wenn dann aber weiter gesagt wird, daß die wirtschaftlichen Auseinandersetzungen sich auf nationalem Boden abspielen würden, so wäre es gut, wenn der Reichsvcrband in dein Abschiedsbrief an seine Freunde den Begriff „national" etwas genauer definiert Hütte. Die Sozialdemokralle ihrerseits, des darf man allgemein gewiß sein, wird ihn nach dem Kriege nicht anders aii3(cqen als zuvor. Sie wird sich bei den Kämpfen, die zu führen sind, stets nur von den Rücksichten ans die Interessen der Arbeiter leiten lassen nnd der, der etwa damit rechnen sollte, daß die sozialdeniokratische Arbeiterbewegung unter dem Eindruck der kricgellschen Ereignisse in das Fahrwasser der Gelben gleiten werde, dürfte sich einer sehr schweren Täuschung hingeben. Jedenfalls müssen cs sonderbare Schwärmer sein, die ans dem Boden der bürgerlichen Parteien stehend davon reden können, daß einmal eine politische Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht m e h r e r-f o r d e r l i ch sein könne. Wir! geben ihnen die Versicherung, daß die Sozialdemokratie mit dieser Bekämpfung als etwas Selbstverständlichem rechnet und ans Verteidigung und Angriff vorbereitet ist. Allerdings würde sie es mit Freuden begrüßen, wenn der Krieg die Folgewirkung hätte, daß die Auseinandersetzung in anständiger Weise geführt würde, und daß Gebilde vom Schlage des Reichsverbandes im politischen Leben Deutschlands zukünftig unmöglich wären. . Lassalle-Gedenkfeier verboten. In Charlottenburn war für nächsten Sonntag eine Gedenkfeier zum fünfzigjährige» Todestag Ferdinand Lassalles geplant. Genosse Katzcnstein sollte eine Gedächtnisrede halten, an die sich Rezitationen und Gcsangsvortrügc anschließcn sollten. Das Oberkommando von Berlin bat diese Gedenkfeier verboten mit der Begründung, daß die gegenwärtige Zeit zu derartigen Gedenkfeiern wenig angetan sei: man möge sie aus später verschieben. .Hessen und Nachbar gebiete. viesten und Umgebung. — Arbeitgeber und Arbeiter in der Klavierbranchc. Die» beiden bedeutenden Klavicrhandlnngei, Wilhelm Rudolf nnd August F ö r st e r in Gießen beschäftigen trotz der ganz außerordentlich »ngünstigen Geschäftskonjnnktnr gerade int dieser Branche ihr gesamtes Personal bei vollem Gehaltz weiter. Auch sonst sind die Lohn- nnd Arbeitsbedingungen bei beiden Firmen als mustergültig zu bezeichnen. Die Arbeiter beider Betriebe beschäftigten sich in ihrer letzten Sek- tionsversammlnng niit der großen Arbeitslosigkeit in der Holzindustrie, insbesondere in der Klavierindnstrie, nnd beschlossen einstimmig, einen bestimmten Teil ihres Lohnes an Arbeitslose dieser Branche abzüssihren. — Tic Verlustlisten sollen nach einer Bekanillmachun» des Reichsanzeigers in den Zeitungen nicht niehr mit Rainen veröffentlicht werden, sondern nur die Truppenteile mit der sie betreffenden Verlustzahl. Es soll jedoch dafür gesorgt werden, daß die ausführlichen Verlust, listen durch öffentliche Auslage bekannt werden. — Unter den Verlusten des hiesigen Regiments, die es in den letzten Kämpfen erlitten hat, befinden sich natürlich eine Anzahl Söhne Gießcner Bürger. Einige Verwundete befinden sich in den hiesigen Lazaretten, wo es hoffentlich gelingt, sie bald wieder herzustellen. — Ein katholisches Blatt über den Krieg. Im Juni erschien in der katholisch-sozialen Halbmonatsschrift Stönde- Ordnnng ein Artikel über „Kriegs- und Rüstungslasten", in dein bekannt wurde, daß die Kriege insgesamt 1200 Millionen Menschen vernichtet nnd einen Schaden von 2000 Milliarden verursacht haben. Das Blatt schreibt: „Wenn man die enormen Lasten eine? Kriege? bedenkt, ganz abgesehen von den Verltisten an Menschenleben, so muß man sich wundern, daß die Geldfrage allein nicht verniocht hat, Kriege ans der Welt zu schaffen. Wahrscheinlich würde das in viel höherem Maße der Fall sein, wenn die Kriege den Fürsten nnd Staats- l e n k e r n persönlich so große Unbequemlichkeiten, Opfer nnd Lasten auferlcgtcn als den Völkern selbst." Trotz all dieser Opfer werde „das Land im ganzen dnrck, Kriegserobcrungen nicht um einen Fußbreit vermehrt". Es heißt dann weiter; - ^ - ..... loch die alle direkten und Vielfache überschreiten- nd Ausbildung der Sollst man endlich den im- rnd Religion in Betracht, tnngcn den Völkern zu- Es ist eine h i m m c l - icht mehr Mühe anfge- gerichte Kriege zu ver- erhandlungen internatio- eizuführen. So gut man lereinbarungen über die und über Auslieferung "gut könnte man auch über !andcln, wenn der gute cht Privatintercssen einer ohlc der Gesamtheit vor- es als Unsinn bezeichnet, die Millionen Menschen wenigen „internationalen" und uneingeschränkten AuZ- Für Lenkende Katholiken werde „der Mordpatriotismus gewisser Leute immer mehr zu einem unerträglichen, widerlichen Ekel"; ihr Hurrarufen mute einen an, „als ob da ein Sammelsurium von Idioten und Kindern schreit: Leute, kommt und seht, wie schön wir * s Vaterland verraten". Wer aber jene Abgeirrten zur Vernunft bringen wolle, dem schreie man das Wort „Staats- feirrd" entgegen. Die Wahrheit dessen, was das katholische Blatt sagt, kann gar nicht bestritten werden. — Schnellzüge auf der Main-Wescr-Bahn verkehren jetzt nach folgendem Fahrplan: In eik von „Nation? der einzelnen' Kapitalisten zur bcutung überantwortet sind". Schnellzug Sck,ncllzug I) 78 53 107 D108 52 72 8 “ gm 2 * ab Franksnri Hbf. an gUi 6 ST 740 8 “ gm 3°3 . Friedberg ab 8 *° 552 7 O 6 goft g» 3'° „ Bad-Nauheinl 8 34 54C 6 59 934 9« 31 ° an Gieße» ab 801 5 16 629 SN : 9“ — ab Gieße» an — 50 c 6 27 10 «. I 0 >- — „ Marburg ab — 440 6 0 l 1 ,130 — „ Treysa — 3 « 1 12 os 12 3i — an Cassel ab — 2»4 400 Ferner auf der L a h n b a h n : 700 ab Gieße» . . . . an 9" 716 an Wetzlar .... . ab 901 718 ab Wetzlar . 4 . . . an 8*1 740 Weilburg . . . . ab Q33 8 »> an Limburg . . . V 16 8 ” ab . an 74 « 831 Diez..... 742 910 Ems..... 6* 926 Niederlahnstcin . . . 6 1 ’ 934 an Coblenz .... 6 ** Die Fahrzeiten links der Stations-Namen sind von oben nach unten, diejenigen rechts von unten nach o v c n zu lesen. — Lazarettschiss«. Wie auS Mainz berichtet wird, trafen dort am Samslag und Sonntag die erste» Lazarettschiffe ein. Das sind eiserne Luftschiffe, die zmn Tvanspokt von Verwundeten red,! zweckentsprechend und beguem hergerid>t«t sind. Die Schisse sind, um ihnen ein srenndlidreres Aussehen zu geben, im Fnneri, weis, #t= strichen. Alle eisernen Betten, nad, Art der Pkannscha>ftsbcticn in Kasernen ausgestellt, waren weis, überzogen. Biel« Verwundete lagern übrigens auf denn Teck, von w» and sic den am User dichtgedrängt Stellenden neunter zuwinken. — Heinrich Seine als Gegner des Rusicntums. lfm dritten Buche des Werkes über „Ludwig Börne" spricht Heinrich Heine von der Rolle, die die Polen für uns spielen würde,«, „wenn einst Tcutch- tand sich wieder rüttelt", und er meint: „Ter einzige Vorteil den wir ihnen verdauten, ist jener R u s se n ha ß , den sic bei uns gesät, und der, stillfortwnchcrnd nn deutschen Gemüt«, uns mäck^ig vereinigen wird, denn die grobe Stunde schlägt, wo wir uns zu verteidige» haben gegen jene» surchibarcn Riesen, der jetzt noch schläft und im Schlafe wächst, die Füße wcidansstrcckcnd in die duftigen Blumengärten des Morgenlandes, nii:t dem Haupt: anstohend an den illord- pol, träumend ein neues Weltrcid, . . ^ Deutschland wird einst mit diesen! Riese» den Kanips bestellen müssen, und für diesen Fall ist rS gut. das, wir die Rnsien schon früh liaffcn lernten, das, dieser Hab in uns gesteigert wurde, das, auch alle anderen Völker daran deil- nchmen . . Mit diesen Worten, welche die Franks. Ztg. zitiert, will Heine jedenfalls nicht gegen das russische Volk Stellung nehmen und wenn er es ivolltc, iviirdc» wir ihm nicksi zustimmen können, so sehr ivir Heine als Gens« rückhaltlos anerkennen. And, bas russische Volk t>st — iit seiner Gesamtheit natürlich — so wenig deutschfeindlich, wie das dontsdte rusicnscindlich: und trägt so ivcuig Tckmid am Kriege, wie das deutsche Volk. Die Frage »ach der Schuld wird eine spüierc Zeit bcantivovien. — AuskunftSstelle. Der Wahl oerein Giebe» und das Gewerk- schasiSkartell l>aben eine Auskuufdsstclle errichtet, welche de» Mitgliedern in bezug auf Arbeitsrecht, Mtetrecksi, Arbeiter-Versicherung usw. Auskunft erteilen soll. Die S p r« ch st ,, n d e» stnd auf Dienstag, Donnerstag und Samsiag von 4—7 Uhr im Gewerksck>aiishausc festgesetzt. — Teuere Heringe. Um die jetzige Jahreszeit tresscn sonst die fette», nahrhaften Vollhcringe ans Schottland ein. die bei uns viel gegesie» werden. Bis zum 25. Juli crportierte Schottland 730 0011 Tonnen dieser Ware. Mit Einsetzen der Feindseligkeiten hörte die Einfuhr auf. Immerhin befanden sich, wie wir einem Parteiblotte entnehmen, am 17. August allein in Stettin noch 118 600 Tonnen Heringe im nnvcrstcnerien Lager der doriigcn Importeure, die die .Heringe nicht etwa für ihre eigene Rechnung gekauft haben, sondern die mir die Beaustragleu der sd>oNichcn und der anderen Erporleurc, also deren Kommissionäre sind. Trotz des „enncnsivcrten Bestandes an Heringen treiben nun die Stettiner Herr,» die Preis« derart in die Höhe »nd stellen derart schroff« Bezugsbedingungen. dag es kanni möglich ist, die Ware siir :das Inland zu erhalten. ES werten Preis« verlangt, die gegen d-.rs Vvrjahr d o p p c I t s o h o ch s i n d. Wobei noch zu beachten ist, dag ivegen der zeitigen Fange die Heringe keineswegs so voll und zum Marinieren geeignet seilt können wie di« Fische, di« normalerweise jetzt gesangci' würben. Nach Lag« der Sache halten wir es für sehr nötig, das, sich die maßgebenden Kreise einmal mit dieser Angelegen - hcst beschäftigen! und dafiir Sorg« trag«»', dag in Stettin ein flotter Abzug der Ware einfetzf. — Der Sittenkoinmissar. Gestern begann vor der Frankfurter Strafkamtncr die Verhandlung gegen den seit dvni 27. März vom Dienst suspendierten nnd seit dem 7. ^lpril in Uiitersnchungshast weifenden Kriminabkommtssar Robert Schmidt. Der Angeklagte begann seine Laufbahn als Ppkizerboamtcr in Kiel. Er nun- zunächst sttterimiftisicher Polizcikommissar, besucht« dann die Polizeischüle in Kettbus und bekam nach seiner tchinitioen Anstellung in ftiol die Bearbeitung der sittonpoliz etlichen Vergehen übertraMu. Am 1. Februar 1913 wurde er nach Frankfurt versetzt, wo er zuletzt ate Leiter des Tittc»kommissariats tätig war. nachdem er vorher in anderen Abteilungen tüttg gewesen war. ki«b sich Schmidt verschiedene Betrügereien zuschulden kommen, mich verkehrte er mit Bovdell- besitzcrn, von denen er öfter Gelb Mit der Mitangeklagten Bohnert stand Schmidt auf dem Du, fuß. St: hatte sich am thn gewandt, um das Bordell in der Bküchcrstrahe konzessioniert zu er- kralten, Si« "„lieh" ikpu 600—700 Mark, die sie, wie alles übrig: Geld, das sie ihm gab, nie wieder znrsickerstattet bekommen hat. War Schmidt in Geldverlegenheit. so telephonierte er der Bohnert, die bann 50—100 Mark sandte oder ihn in die Wohnung brachte. Daneben schickte sic auch Wein, Sekt und Zigarren. Es wird Schmidt ?,Hm Vorwurf gemacht, das, er eine Ausbeutung der in dem Bohuert- schen Betrieb weilenden Dirnen duldete, die nicht nur 20 Mark Pension zahlen, sondern von der Bohnert auch »och Wüsche und Kleider zu teueren Preisen beziehen mit&ten, und dag er der Mitangeklagten gestattete, daß sic statt drei fünfzehn Dirnen in ihrem Hans Aufenthalt gewährte. Zur Verhan>dtung sind etwa 40 Zeugen erschienen. Schmidt wird von Rechtsanwalt Dr. Sinzheimer verteidigt. Berta Bohnert hat Jltstizrat Richard Bruck zum Verteidiger. Das Olkricht beschloß, da eine Anzahl Zeuge» nicht erscheinen konnte, die Abtrennung des Kieler Betri«gs.fall«s. Rach Verlesung des Erössniingsbeschlusscs beantrag!« Staatsanwalt Berdog Ans- schl-usi der Oesfentlichkeit. Das Gericht bcfdstosi dementsprechend, gestattete aber dom Polizeipräsidenten Ries von Scheiirnschlvtz die Anwesenheit aks Zuhörer. Westerwald lind Unterlahn. X Weilburg. Als am Somitag hier ein Zug mit französischen Gefangenen di« Station passierte, versuchte in der'Nähe der Wäuser Brücke ein belgischer Franktireur in emem günstigen Augenblick zu entfliehen. Er irmrde von der Bewachungsmannschaft auf der Stelle erschossen, Telegramme. WunderbareSiegeiiliOsteir! 6VVVV Rnsien gefangen! Drei russische Armeekorps vernichtet! Großes Hauptquartier, 31. August. (W. B. Amtlich.) Der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten o. Hindenburg ist von weitaus größerer Bedeutung, als bis jetzt übersehen werden konnte. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Neidenburg angriffen, ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden: Drei Armeekorps sind vernichtet; 60000Gefangene, dabei zwei kommandierende Generale, viele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gefallen. Die noch im nördlichen Ostpreußen stehenden russischen Truppen haben den Rückzug angetreten. Der Eeneralquartiermeister: v. Stein Unerschütterlicher Vormarsch im Westen! Die Festung MoutmodU gefallen! Sperrsort Lesoyelles zerschösse»! Großes Hauptquartier, 31. August. (W. B. Amtlich.) Die Armee des Generalobersten v. Kluck hat einen durch französische Kräfte unternommenen Versuch eines französischen Flankenangriffes gegen Combles durch ein Armeekorps zurückgeschlagen. Die Armee des Generalobersten v. Bülow hat eine überlegene französische Armee bei St. Quentin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ein englisches Infanteriebataillon gefangen genommen hatte. Die Armee des Generalobersten v. Haufen hat den Gegner auf die Aisnc bei Rethel zurückgedrängt. Die Armee des Herzogs von Württemberg hat bei der Fortsetzung des Ilebergangs über die Maas den Feind zunächst mit Vortruppen überrascht, mußte aber bei dem Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte teilweise wieder über die Maas zurück Die Armee hat dann die Maas-Ueber- gänge wieder genommen und befindet sich wieder im Vorgehen gegen die Aisne. Das Fort LefoyeLes hinter dieser Armee ist gefallen. Die Armee des deutschen Kronprinzen setzt ihren Vormarsch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant von Mondmedy mit der ganzen Besatzung der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen worden war, ist die Festung gefallen. Die Armeen des Kronprinzen vonBayern und des Generaloberstenv. Heeringen stehen noch in fortgesetztem Kampf in Französisch- Lothringen. Der Eeneralquartiermeister: v. Stein. Die Österreicher qegerrdieRnsien! Die Nieseufchlacht dauert fort! v.B.OestereichischcsKriegspreffequartier,31.Aug. Die Schlachten bei Lemberg dauern noch weiter an. Das Eingreifen einer neuen österreichischungarischen Gruppe gegen Tomaszow schließt die ungeheure Schlachtenfront. Alle verfügbaren Kräfte sind auf beiden Seiten konzentriert. Die österreichische Situation ist weiter günstig. Svochennrarkipreife in Gießen am 27. August 1914 Butter per Pfd. 1.10-1.20 Mk. Milch Liter 22 Pfg. Hühnereier Stück 9—10 Pfg. Gönsccier Stück — Pfg. Käse Stück 6—8 Pfg. Küsematle 2 «otück 5—G Pfg. Tauben per Paar 0.80—1.20 Mk. 5^ühner per Stück 1.20—1.80 Mk. Hähne per Stiick 1.50—2.50 Mk. Ülönse per Pfund 0.00—000 Pfg. Enten per Stück 0.00-0.00 Mk. Ochsensieisch per Pfd. 0.86-0.92Mk. Kalbfleisch per Pfd. 86—90 Pfg. Kuh-n. Rinds!, per Pfd. 80—84 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 70—90 Pfg. Hammelfleisch pcr Psd. 70—96 Pfg. Kartoffeln v. Ztr. 4.00 — 4.30 Mk. Neue Kartoffeln p. Pfd. 5—6 Pfg. Zwiebeln per Pzuud 12—15 Psg. Blnmenkobl per Sick. 15—30 Pfg. Grüne Bohnen p. Pfd. 10—15 Psg. Gelbe Rübchen Kohlrabi Römüchkohl Gurken Gurken, kleine Wcisikrant Kopfsalat Aepfel Birnen Pflaumen Mirabellen Pfirsiche Falläpscl Rcincklauden Päck 5-6 Pfg. Stck.5-6 Pfg. Päkchen 5—8 Pfg. Stck. 10—IS Pfg. Stück 3-5 Pfg. im Hundert 2—3 Mk. p. Haupt 10—20 Psg. per Kopf 2—5 Pfg. per Pfund 15—25 Pfg. Pfund 12-20 Pfg. Punsd 15—25 Pfg. Pfund 15-20 Pfg. Pfd. 25-30 Psg. Pfd. 5-7 Pfg. Pfd. 12-20 Pfg. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gietzen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m.b.H., Offenbach a.M. Wir empfebtcn: Znbatt: ^ 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpoftbricif- umschlägc nebst Briefbogen sowie 5 Feld- Postkarte«. Preis nur 3.0 Pfg. Akchjs. MHeitW Gießen, dnhnliofstrnßc - 23. - Für die Eilrurachezeit empfehlen wir Salizyl-Pergament-Papier Konlurrcnzloses Fabrikat per 1 Metcr-Nollc 15 Pfg. GbrrheNlsche volkstritnug, Bahnhofstr. 23. PttlSltllKl- fast ncn billig zu verkaufe». Bal,nt»ofstr. 14, .'k. Altes Eisen Knoche» Lmnpcnrc.rc. kauft zu den höchsten Tagespreisen Zakob Pfiff 2 ., Stcinbtrfl. tilg, öeoiscfier FraoeBvereio Ortsgruppe «ießen. Auskunftstelle für Fra «eie berufe. ffrauen und Mädchen erhalten uncntacltlich Rat und Vlus. tunst für alle Berufe im aiwn Rathau« Marktplatz 14. 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