Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete. Di« OberbelNIch« Volks,eitun, erscheint jeden Werktag Abend in Eief-en. Der SbonnementSpret» beträft! wöchentlich Ib Via, monatlich w Big. einkchl-vringeriob«. Durch die Boli bezogen vierteljäbrl.lLVMk. Redaktion und Ervcdition Dieben, Bahnboibrabe 22, »ckc Löwen,alle. Delebbon 2ÜV8. Inserate kosten die ö mal gesvalt. Kolonelzeile oder deren Raum iS Pi» Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bi« abend« 7 »hr iür die folgende Nummer in der Expedition ausgeben. Nr. 198 Gießen, Freitag den 28. August 1914 9. Jahrgang Zur polnischen Frage wird der Parteipresse geschrieben: Nach dem, was man zurzeit aus Polen erfährt, will dort nieniand mehr etwas von „Gnadengeschenken" oder „Zuge- ständnisscn" des Zaren wissen. Die Polen ersehnen insgesamt den Sturz des russischen Regiments und die Er- richtung eines neuen Polen, das durch starke Bündnisse das Zarentum für immer lahmzulegen oder mindestens in Schach halten soll. Man hat wohl geglaubt, die Wiederherstellung eine? selbständigen Polen, die 1848 von der deutschen Demokratie so dringend gefordert wurde, sei im Rate der Völker auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Die täglichen Berichte über die derzeitigen Vorgänge in Polen beweisen aber, daß diese Frage wieder akut geworden ist. Gleich beim Ausbruch des Weltkrieges wurden in den weitesten Kreisen in Deutschland auf den Ausbruch einer Revolution in Polen und Rußland die größten Hoffnungen gesetzt. In der Tat könnte der Sieg der deutschen Waffen über das Zarentum bedeutend erleichtert werden, wenn jetzt solche Volksbewegungen in Gang kämen. Man kann sogar sagen, daß dadurch die Niederlage des Zarentums unvermeid- I i ch und sogar sein Untergang möglich würde. In den polnischen politischen Kreisen trägt man sich daruin mit der Erwartung, so besagt eine uns zugegangene Information, Deutschland werde sich zu einer großen Idee erheben, werde die „Liquidation Rußlands" in die Hand nehmen, werde die polnische Insurrektion organisieren und an die östliche polnische Grenze Vordringen. Das würde sofort die russische Revolution in Fluß bringen. Die Polen, so lautet unsere Information weiter, knüpfen daran die größten Hoffnungen: sie sind der Ueberzeugung, daß eine solche Bewegung auch Finnland mit sich reißen und Schweden zu dessen Wiedergewinnung und Befreiung auf den Plan bringen würde. Es wird jetzt in der Presse viel gesprochen von einem '„heiligen Krieg" der Polen gegen Rußland, von einem Zusammenschluß aller Parteien in Polen gegen die russische Knutenherrschaft', es wird versichert, daß die auf Wiederherstellung Polens gerichtete, im Werden begriffene Erhebung mit dem Panslawismus nichts zu tun habe, der lediglich eine russische Sache sei, usw. Genaue Nachrichten und Einzelheiten über diese Vorgänge fehlen uns. Aber auch wir sind der Meinung, es würde für die Sache Deutschlands und für den künftigen europäischen Frieden förderlich, ja vielleicht entscheidend sein, wenn die deutsche Politik die polnische Erhebung unterstützen würde. Außerordentliche Zeiten fordern und rechtfertigen außerordentliche Mittel. Aber auf der einen Seite scheinen die Polen eine an Fragen der „Legitimität" knüpfende deutsche Unterstützung gar nicht zu wollen, während man in Berlin die größten Bedenken haben wird, eine revolutio- näre Erhebung direkt oder indirekt zu unter* stütze n. Wir würden es sehr bedauern, wenn man bei den alten Vorurteilen beharren wollte in dieser eisernen Zeit, welche einen Weltteil mit Blut und Flammen bedecken und möglicherweise dessen äußere Gestalt mit heute ungeahnten Veränderungen heimsuchen wird. Wenn die polnische Revolution zum Durchbruch kommen und ein neues Polen auferstehen wird, so hat dessen vorläufige Form weniger zu bedeuten. Die Polen mögen schon selbst'über die Zustände und Einrichtungen in dieser neuen Staatsbildung entscheiden und seine Weiterentwicklung bestimmen. Ein polnisches Reich zwischen Deutschland und Rußland wäre eine sichere Garantie, daß Rußlands Zarentum den verbrecherischen Unfug, den cs bisher mit Europa getrieben, nicht mehr treiben könnte. Man beschäftigt sich bereits mit den Schwierigkeiten, die durch die Begründung eines neuen Polen erwachsen würden. Und da wird vor allem betont, daß Deutschland respektive P re u tz e n unter keinen Umständen auf seine polnischem Landesteile verzichten werde. Dagegen wird wieder betont, daß die Polen keineswegs auf der Rückgabe von Posen und dessen Einfügung in das neue Reich bestehen würden. Sie würden zufrieden sein, heißt es, wenn sie ihr Reich an die heutige russische Ostseeküste ausbreiten und den heutigen nationalpolnischen Elementen in Preußen die Gelegenheit bieten könnten, durch Option und Auswanderung einen Menjchenstrom in die Menschen- Der Krieg. armen Gefilde von Litauen. Volhynien, Podolien usw. zu leiten, die alsdann eine wohltätige Besiedelung erfahren würden. Tann, glaubt man, wäre die heute oft so unbequem gewordene „Polcnfragc" für Preußen gelöst. Dies sind die Gedanken, die zurzeit auftauchcn, und wir geben sic wieder, ohne sic damit zu den unseligen zu niachen. Aber eine Lösung der nun auftauchcnden Polensrage m u ß gefunden werden. Unsere heißen Wünsche, die, wie im Reichstag verkündet worden, unsere kämpfenden Brüder begleiten, gehen selbstverständlich auch dahin, daß es ihnen gelingen möge, das Z a r e n t u ni niit seinen Kosaken g r ü n d- l i ch n i e d e r z u w e r s e n. Eine halbe oder unbefriedigende Lösung der Polensrage aber würde eine unaufhörlich schtvärendechffcneWnnde bleiben. Bei diesem ungeheuren Kampfe, der voraussichtlich ebenso ungeheure Veränderungen nach sich ziehen und Europa eine neue Physiognomie geben wird, sollte man sich, denken wir, NM so leichter entschließen können, mit alten u e b e r. li eferun g c n zu brechen, als es sich um die größten Werte und Kulturerrungenschasten handeln wird. Die polnische Frage ist nur eine von den vielen, die im Verlaufe dieser Katastrophe auftauchcn. Aber sie gehört zu den völkerrechtlichen Problemen, deren Lösung mit am dringendsten erforderlich ist. Die schöne Gelegenheit, früher begangene Fehler, soweit cs möglich, heute wieder gut zu machen, sollte nicht versäumt werden. Nicht nur könnte der Kampf früher zu Ende gebracht werden — eine zeitgemäße Lösung der Polensrage würde dazu beitragen, das Blut der Völker als nicht umsonst vergossen erscheinen zu lassen. Wir verkennen die Schwierigkeiten nicht. Aber sie zu überwinden, ist keine Unmöglichkeit. Antwerpen vor dem Kampfe. AuS dem Haag wird der Voss. Ztg. geschrieben: „In Antwerpen macht sich bereits eine heftige Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Regierung bemerkbar, die durch ihre doppelsinnigen Bekanntmachungen das Publikum so lange in völliger Ungewißheit gelassen hat. Am Mittwoch mittag trafen in jämmerlichem Zustande die ersten flüchtigen Truppen von dem Schlachtfelde ein. Tie Schlacht bei Löwen dauerte drei Tage. Die Soldaten berichteten uns auf unsere Frage: Unser Vormarsch ist dreimal abgeschlagen worden. Wir kämpften wie Löwen, aber wir konnten gegen die Uebermacht nicht an. Für jeden gefallenen Feind standen zehn neue auf, und doch hätten wir ausgchaltcn, wenn unsere Leute nicht von dem grauenhaften Feuer der deutschen Maschinengewehre buchstäblich niedcrgemäht worden wären. Diese entsetzlichen Mordwcrkzcuge speien den Tod aus und mähen mit rasender Geschwindigkeit in ihrem Umkreise alles nieder. Mit allem Eifer werden die Befestigungen von Antwerpen verstärkt: inzwischen rücken die deutschen Truppen vor. Sie haben alle Verbindungen mit Antwerpen durchschnitten. Man glaubt, daß die ersten Vorpostengefechte unmittelbar bevor- stehen. Bei der Schlacht bei Löwen sind, wie cs scheint, Franzosen und Engländer zu spät gekommen, doch müssen auch sie an dem Streit teilgcnommcn haben, denn unter den Tausenden von Verwundeten, die nach Antwerpen gebracht worden sind, befinden sich auch Engländer und Franzosen." Ter Weg nach Paris! Bei wem die bisherigen Siege ber deutschen Truppen an der Westgrcnze die Hoffnung auskommen liehen, dah binnen kurzem nach zerschmetternden Tiegen der deutschen Armee die Waffen ruhen werden, der kennt nicht die einfachsten Tatsachen. Seit dem Jahre 1871 hat Frankreich an seiner 30 Meilen langen Lstgrenzc zwei Linien von Fe st ungen angelegt. B c l f o r k, Eplnal, Toul, Verdun bjldcn samt einer Reihe kleinerer Festungen die erste Linie. General der Infanterie von Briefen nennt Belfort „eine fast uneinnehmbare A r m e c f c st u n g ersten Range s". Tic zweite Linie bilden die Festungen Bcsangon, Langres, Dijon, Reims, hinter denen erst Paris liegt. Von dieser Festung sagt der erstgenannte Fachmann: „Durch Ausbau eines zweiten neuen Fortgurtcls, welcher 5—15 Kilometer über die alte Fortlinic hinaus vorgeschoben ist, ist die Hauptstadt zu einer Riesenfcstnng nmgewanbelt, welche an Umfang und Festigkeit von keiner Festung erreicht wirb. Die neue Fortlinic reicht zum Teil noch weit über unsere Rcscrvestcllung von 1870/71 hinaus und umschlicht in einem Umkreis von 130 Kilometer und einem gröhten Durchmesser von 45 Kilometer über Tt. Ci?r (10 Kilometer westlich von Versailles, dem Hauptquartier des Kaiser Wilhelm I.) die Hauptstadt, so ein groh artig verschanztes Lager bildend, welches ganze Armeen in sich aufnehmen kann. Eine völlige Einschließung wird auch der stärksten siegreichen Armee kaum jemals möglich sein, wie auch ein Vorbeigehen an ihr fast ausgeschlossen erscheint." An der N o r d g r c n z c verteidigen Frankreich gegen einen Einmarsch aus Belgien Festungen, wie Lille und Mau< beuge, die nach dem Urteil deutscher Fachleute nicht b c s o n < des stark sind. Tie Franzosen sollen sie vernachlässig» haben in der Hoffnung, dah das Dreieck der belgischen Festungen Antwerpen, Lüttich, Ramur den Deutschen den Durchmarsch unmöglich machen wirb. In bas so befestigte Frankreich führen durch die Vogesen eine Anzahl von Wegen, die aber, abgesehen davon, daß sic für große Armeen unpassierbar, durch Spcrrforts geschloffen sind. Geschloffen ist auch das südliche Einfallstor zwischen den Vogesen und der Bergkette de Lcmont. Hier an dieser alten Durch» bruchsstrahe wacht das uneinnehmbare Belsort. Als Ein» bruchstrahen haben die Franzosen nur zwei Lücken gclaffcn: Die sechs Meilen breite Lücke zwischen den Festungen Epinal und Toul und die vier Meilen breite Lücke zwischen Verdun und der Befestigung an der belgischen Grenze Montin e d tj. Die Gebiete, zu denen diese Lücken führen, sind mit aller Kunst als zukünftige Schlachtfelder eingerichtet, das heißt: die französische Verteidigung findet in ihnen die besten Vcrteidigungspunktc. Ter Kampf in diesen Gebieten wäre außerordentlich erschwert für die deutschen Truppen. Darum erwarteten die Franzosen, daß die deutschen Heere den Einmarsch durch Belgien versuche» werden, um die französischen Truppen zum Kampfe in für sic ungünstigere Punkte zu nötigen. Weil die französischen Heerführer mit dem deutschen Einbruchsvcrsuch durch das neutrale Belgien rechneten, war die deutsche Kricgssllhiung wieder überzeugt, daß sic sofort nach Kriegsausbruch nach Belgien cinmarschicrc», um die Belgier in ihrem Kampfe zu unterstützen und eventuell dem deutschen rechten Flügel in die Flanke zu fallen. Die ganze Situation zeigt überzeugend, daß cs für Deutschland in der Tat eine unerbittliche Notwendigkeit war, durch Belgien zu marschieren. Da dieser Durchmarsch gelungen ist, wird cs leichter gelingen, die gewaltigen Schwierigkeiten zu überwinden, die aus dem Wege der deutschen Heere nach Paris liegend Schwer genug wird cs trotzdem werden. Die Aufnahme des deutschen Sieges in England und Frankreich. Ter Franks. Ztg. wird aus Kopenhagen berichtet: In der Sitzung des englischen Unterhauses gestern abend teilte Asquith mit, daß eine Meldung von General French einge- gangen sei, worin über den Rückzug, der an der N o r d» grenze Frankreichs vorgcnommen worden sei, berichtet werde. French teilte mit,. daß seine Truppen ohne irgend welches Mißgeschick die neuen Stellungen erreicht haben. Mehr könnte im Augenblick nicht gesagt werden. Trotz der langen Marschrouten seien die englischen Truppen in brillanter Verfassung. (Nach einer Meldung aus Rom hat Asquith die Höhe der englischen Verluste in den letzten Schlachten auf 2000 Mann angegeben.) In den Werbeämtern von London melden sich a n g e b - l i ch täglich große Massen von jungen Männern. In 14 Tagen werde, wie cs heißt, wieder ein Heer von 100 000 Mann in Bereitschaft sein. Nach Telegrammen aus Paris ist die Stimmung in Frankreich zur Zeit bedeutend gesunken. Die Regierung und die Presse suchen die Bevölkerung über die Enttäuschung hinwcgzuhclfen. Die Temps schreibt beispielsweise in einem leitenden Aufsatz, daß die Hoffnung, den Krieg durch einen entscheidenden Waffenerfolg der Franzosen ein» leiten zu können, gescheitert sei, weil die Offensive der Deutschen zu kräftig gewesen sei. Die Pläne Frankreichs seien aber dadurch nicht geändert worden. Die Rättuntng des Oberelsah. Das französische Kricgsministcrium kündigt nach der Frankfurter Zeitung an, General Joffre sei der Befehl erteilt worden, das Oberelsaß zu räumten, um alle verfügbaren Truppen nach dem Norden zu werfen, wo sich das Schicksal des Krieges entschide. Tic dreitägige Schlacht bei Krasnik. Aus dem Kriegsprcsscquarticr wird weiter amtlich gemeldet: Nach den letzten Nachrichten haben unsere Truppen in den Kämpfen um Krasnik 8000 Gefangene gemacht und 3 Fahnen, 20 Geschütze und 7 bespannte Maschinengewehre erbeutet. Die Schlacht bei K r a s n i k eröffnet den Truppen unserer Verbündeten den Marsch gegen Norden, wo starke russische Festungen, Jwangorod und hinter ihm Warschau, bald die letzten Stützpunkte der russischen Herrschaft in Polen sein werden. Die Operationen sind, wie gestern eine amtliche Mitteilung des österreichisch-ungarischen Generalstabs erklärte, im Einklang mit denen der deutschen Truppen vor sich gegangen, stellen daher nur einen Teil des großen Ringens dar, das an entscheidender Stelle sich nunmehr zu ungunsten der Russen gewendet hat. Der Sieg wird aber auch moralische Wirkungen von größter Bedeutung auslöfen, da das schon revolutionierte Polen in atemloser Spannung auf den Vormarsch der Befreier wartet. Ihr erster großer, in offener Schlacht errungener Erfolg macht den russischen Liigcnmeldungen ein Ende, mit denen russische Flieger selbst die Deutschen in Ostpreußen zu betören hofften. Krasmk bedeutet auch das Ende des russischen Waffcnruhms, der in Polen seit einem halben Jahrhundert fast unerschütterlich fcstzustehcn schien. Befreiung aus barbarischer Willkür. Das Wiener KriegSprrssequartier meldet amtlich: In Lemberg traf gestern der erste größere Transport von Russen, die in den Grenzgescchtc» g«sangen genommen worden sind, unter dem Jubel der Bevölkerung ein. der sich noch steigerte, ale- im Zuge mehrere Maschmcngeivehre sichtbar wurde». Aus allen Meldungen geht Mereinftiminend hervor, daß die Russen in ihrer bekannten barbarischen Kriegswcise auf eigenem und fremden Gebiete alles verwüsten, Dörfer und Gehöfte schonungslos in Brand stecken und mit diesem Verfahren allen völkerrechtlichen' Vereinbarungen geradezu Hohn sprechen. Unter diesem Sengen und Brennen hatte anfangs, als di« partiellen feindlichen Einsüllc noch niöglich waren, dt« übrigens alle insgesamt von unseren zu Hilfe cilendeil Trnppeii in tapferer Weise abgeschlagen wurden, welche tu das gaiigischc Grenzgebiet siegreich vorgodrmigen ivaren, das gali- zische Grenzgebiet und dessen Bewohner sehr zu leiden. Seit ivir ans russisches feindliches Gebiet vorgedrungen sind, trifft die russische Verwüstungswut di« dortigen Ortschaften. Die Methode vermag unser Vorgehen nicht anfznhaiten, bewirkt aber ollent- halben, daß die bedrängte Bevölkerung »ns nicht mir i« den rein polnischen Gebieten ass Befreier ans barbarischer Willkür begrüßt. Tie Oagc in» Osten. kennzeichn,i folgende Anssührmigen der Königsdcrger Harkungschcn Zeitung: „Der Landrat des Kreises Rastenburg tadelt in einer Bekannt- machung die Verbreiter aufregender bierllchte, di« von einigen ängstlichen Gemütern „in memmenhafter Weise" geglaubt und »och übertrieben werden, mahnt die Bevölkerung zu der bisher zuversichtlichen Ruhe und betont, daß der Kreis durch eine starke Armee in starken Stellungen geschützt ist, und daß nach den bisherigen Erfolgen nicht anzunchmen ist, daß der Feind diesen eisernen Gürtel sprengt. Von dieser Auslassung ist cz noch weit bis zu dem Gedanken, als müßten wir mit einem russischen Vordringen unbedingt rechne», und als fei der Durchstich der Deiche in der Elbinger Niederung, der ani Samstag begonnen hat, mehr als die für den Kriegsfall mit »n- ferein russischen siiackchar stets geplante Schutzmaßnahme. Wir haben oft genug aus Rußland her uiierwartrtcs Weichselhochmasscr jiis Land bekomnren, mm wollcii wir mit unserem eigeneii Entschluß die Ileberflutung zivischcn den Schutzdämmen bewirken, die unsere große östliche Stromschranke vollends unübcrschreitbar für jeden Feind verbreitert. Tiefes Schutzwerk ist von demselben vorsichtigen Geist eingegeben, der auch die Königsberg«!- Festtingsmaßn ahmen bestimmt hat — kein Anlaß zur Niedergeschlagenheit, sondern eine Sicherung unserer Lage!" Ein Berichterstatter d«S B«rlin«r Tagcbl. schreibt: „Von den an der Ostgrenze stattgcfimdenen Kämpfen der letzten Tag« künde» viele Gcsaiigenentransportc. die allabendlich mit lurzeni Aufenthalt die Stadt passieren. Viel« Offiziere beffndcn sich darunter, schlecht ausgerüstet und rcrpflcgt. sich stumpf in ihr Geschick fügend. Die Mehrzahl der russischen Soldaten scheint froh der Gesai«gcnschast zu sein. Daß es sehr ernst zugoga-ngc» ist und ein hartnäckiger Angriff abzuivchren, wie cm zäher Widerstand zu brechen war, geht aus den Erzählungen unserer Verwundeten hervor...... Mancherlei Hiebwunden zeugen von den Kavalleriezusammenftößen, bei denen di« Ilnsrigen glänzende Tapferkeit bewies«». Hier lang«» täglich mit der Bahn und auf den mannigfachsten Gefährten Flüchtlinge ans den Ortschaften bei Gumbinnen und Insterburg an, meist Frauen und Kinder mit schnell zusammengerafftem Hab und Gut. Andere Bewohner stammen aus den Ortschaften der Elbinger Niederung. Sie verließen auf Befehl der Marienburger Konunan- dantur ihre Dörfer, da im Interest« der Landesverteidigung von Sanistaa ab die Stau- und Vorflutdciche an verschiedenen Stellen durchstochen werden sollten, wodurch weit« Gcländeslächen unter Waster kommen. Das bedeutet keine Verschlimmerung der Lage, sondern nur eine eventuelle und seit langem geplante Vorsichtsinaß- regcs. Alle Flüchtlinge nehmen mit Gelassenheit ihr Geschick hin. Sie finden hier srenndlichite Aufnahme und Verpflegung, tlebcr- hanpt ist die Stimmung der gesamten Bevölkerung anSgezcichintt, Freudig vernimmt man die Si>egeSbotschasten aus dem Westen und erwartet ferner« ans dem nahen Osten, da nian sich nnbedingt ans unsere tapferen Truppen verläßt." Erfolge gegen Montenegro. Beglaubigte, von der Zensur durchgelasscne Meldungen besagen, daß die österreichisch-l'.ngarischcn Truppen am 14. August nach zweitägigem hartnäckigen Kampfe die wichtigen Höhen von Lisac an der Grenze von Montenegro, Dalmatien »nd der Herzegowina eroberten. Tic Montenegriner wurden anseinandergesprengt. Ter Einmarsch in den S a n d s ch a k und die Eroberung P l e v l j e s am 18. August erfolgte gleichfalls nach erbitterten Kämpfen mit den Montenegrinern, welche eine schwere Nieder- Afraja. Ein nordischer Ronian von Theodor Mügge. 45 „Nachtwächter sollst du nicht werden," rief Petcrscn, „aber zu meinem Leibjägcr will ich dich machen." Mortuno hatte dem Adler ein paar der größten Federn ausgcrissen und an seiner Mütze befestigt. „Gut, Sorcnskriver," grinste er, „ich will dein Jäger werden, tvill mit dir jagen. Bis ich dir besseres geben kann, nimm dies!" Und den Vogel gegen die Füße des Schreibers schlendernd, floh er über den Platz hin mit einem gellenden Schrei seinen Gefährten nach. Mehrere der Gaardleute liefen hinterher, doch wenn Helgcstads Gebot sie auch nicht ziirückgerufcn hätte, würden sie ihn schwerlich cingeholt haben, denn der Lappe sprang gemsenartig über die Steine fort und kletterte an der Schlucht hinauf, wo er nach wenigen Minuten seine Mütze schwenkte und sein Hohngelächtcr hören ließ. „Laßt den Affen laufen," sagte Hclgcstad. „Ist bei allem Spaß darüber immer ein übel Ding, zu sehen, wie ein Ge- schöpf Gottes niit Menschengestalt begabt so weit unten steht, daß es uns Spott und Verachtung erregen kann." „Dennoch ist das ein Bursche, dem man zeitig die Nägel beschneiden muß," meinte Petersen. „Das boshafte Tier wird sicher bald einmal unter meine Finger kommen, wo ich ihn meine blutigen Strümpfe waschen lassen will." Der tote Adler hatte Pctersens Beine übel zugerichtet, und auf seine Kosten wurde darüber gewitzclt, bis endlich Helgcstad die ganze Gcsellichaft zum Abschiedsmahle ins Hans rief, denn mit dem ersten Tagesgrnuen trat die Ebbe ein, und mit ihr sollte die Jacht den Fjord hinunterschwimmen. Die Schaffner und Gehilfen im Gaard nahmen heute teil an dem Mahle, und auf glückliche Reise und gute Geschäfte wurde von allen Seiten angestoßen. Die Fröhlichkeit führte endlich zum Gesang, dem ein Tanz folgte. Alt und Jung war auf den Beinen, und Jlda mußte mit Petersen unter iallaemeincm Jubel xincn Hallingtanz machen, zu läge erfuhren. Von den Montenegrinern wurden viele standrechtlich behandelt, weil sic die Gefangenen grausam miß- handelten. Die türkische Bevölkerung begrüßt die Truppen der Monarchie auf die herzlichste Weise. Die Kaserne in Plcvlje hat noch deutsche Aufschriften wie zur Zeit der österreichischen Herrschaft. Ein deutscher Einfall in die Kapkolouie? Nach einer Rcntermeldung machten die Deutschen ans Südwestafrika einen E i n s a l l in die Kapkolonie. Ihre Stärke sei unbekannt, doch sei bereits ein Zusammenstoß mit Afrikandern erfolgt. Die Vcrtcidilfuuft Non Kiautschou. Ans Tsingtau wird der Franks. Zfg. über Rain gnneldet, Freitag abend hätten die deutschen Truppen eine Depesche des Kaisers erhalten, die sie znm Wider standauss ä » ß c r st c ans- fordcrt. Alle Banirerke. die dam Feinde als Ziel dienen können, wurden gesprengt, alle chinesischen Dörfer des Gebiets vom Boden weggefegt. Der englische Torpadojäger „Kennet", der die deutschen Torpedosäger bei den Batterien von Tsingtau verfolgte, hatte drei Tote und sieben Verwundete, aber keinen Materialschaden. Ijei», Vorschlag über Kiantscho«. Die Kölnische Zeitung veröffentlicht eine Zuschrift, worin darauf hingewiese» wird, daß laut Artikel 5 des Vertrages die Kiautschoubucht jederzeit wieder an China zurück gegeben werden könne. Wie wäre cs, so heißt cs dann, wenn Deutschland hiervon schleunigst Gebrauch machte? Der Verpächter China träte wieder in den unbeschränkten Besitz von Kiautschou: wir würden China gegenüber geradezu vertragswidrig handeln, wenn wir das Pachtgcbict den japanische» Behörden übergäben und auSliefcrten, da wir dem chinesischen Reiche gegenüber die Verpflichtung übernommen hätten, „das von China gepachtete Gebiet niemals an eine andere Macht weiter zu verpachten", geschweige denn abzutrcten. Tie Feldpostsendnttge». (Amtlich.) Dem Generalstab gehen zahlreiche Zuschriften zu, deren Verfasser sich über verspätete Zustellung von Feldpost- sendnngcn an ihre im Felde stehenden Angehörigen oder von diesen nach der Heimat beklagen. Der Grund für diese verspätete Zusendung bestand in den einschränkenden Maßnahmen der obersten Heeresleitung, die im Interesse der Verschleierung unserer Absichten unbedingt geboten waren. Das siegreiche Vorgeben ans unserer ganzen Front hat jetzt die Möglichkeit geschaffen, alle Beschränkungen fallen zu lassen. Tic Feldpost wird von nun an mit der gleichen Regelmäßigkeit und Schnelligkeit arbeiten, die in den früheren Feldzügen allgemeine Anerkennung gefunden haben. Ter Generalqnarticrnicistcr: v. Stein. Die ir» Frankreich z»r>ickjftblicbe>le»r Deutschen. Ein Vertreter der Münchener Neuesten Nachrichten hatte mit dem bisherigen deutschen Botschafter >>i Paris, Frhr». v Schön, der zurzeit die Geschäfte der preußischen Gesandtschaft hier führt, ein« Unterredung über das Schicksal der in Frankreich zurückgebliebenen Deutschen. Wir entnehmen dieser Unterredung die folgenden bemerkenswerten Aeußerungem des bisherigen Botschafters: Die französische Regierung hatte die Unverfrorenheit, in einer Verordnung des Präsidenten der Republik verkünden zu lasten, daß diejenigen elsaß-lothringischen Familien» die schon lange in Frankreich leben, und deren französisch« Gesinnung keinem Zweifel unterliegt, sowie diejenigen, die einen Sohn bei der Fremdenlegion stehen haben oder ihn setzt stellen, ruhig ln Frankreich bleiben können. Bei der Kürze der zur Verfügimg stehenden Zeit und den wenigen benutzbaren Sicisegclcgciihciten konnten nur verhültnisniäßig wenige Deutsche Frankreich rechtzeitig pcrsasien. Die Zahl der in Parts allein ivohnenden Deutschen mag 80 000, die der Deutschen in ganz Frankreich über 150 000 betragen habe». Ti« deutsche Botschaft »nd das deutsche Generalkonsulat in Paris haben alle Kräfte eingesetzt und olle Mittel ausgcwendct, um den Deutschen, die nicht ans eigenem Entschluß Frankreich rechtzeitig verließen, zur Abreise zu raten und ihnen dabei behilslich zu sein. Tie Zahl der insolgedcsse» nach der Grenze bcsördericn Deutsch:» ist aus 8000 zu schätzen. Den Sckntz der in Frankreich zurückgebliebenen Deutsche» haben di« amerikanische Botschaft in Paris und die amerikanischen Konsulate in Frankreich bereitwilligst übernommen. Der deuftchsrenndlichc amerikanische Bolschaster H c r r i ck , der tm Begrisse stand, seine» Posten in Frankreich, zu vcrlasicn und nach Amerika zurückzukehrcn, hat sich bereit erklärt, noch in Paris zu blciden, mid hat dem deutschen Botschafter Frhni. v. Schön in die Hand gelobt, für die seinem Schutz anvcrtrantcn Deutschen alles zu tun, was in seinen Kräften stehe. Ferner hat sich der deutsche Botftl-aster vor Abgabe der KriegSer- welchem ein paar Pfeifen der Gaardmänner gellend aufspielten. Marstrand war zuletzt wohl der einzige, der die allgemeine Lustigkeit nicht in gleichem Maße teilte. Er hatte einen für ihn in mancher Beziehung bedeutungsvollen Tag erlebt und niachtc vergebliche Versuche, Gnla noch einmal zu sprechen. Björnarncs Augen waren inimer auf ihn gerichtet. Petersen hängte sich ihm an, oder Jlda trat ihm in den Weg. Es war, als hätten sich alle verabredet, ihn zu bewachen, um ihn endlich an Hclgcstad abzuliefcrn, der ihn mit Plänen und Spekulationen, guten Lehren »nd pfiffigen Ratschlägen festhielt bis znm letzten Glase. 8 . Als die Sonne anfging, spannte die schöne Jlda ihr gewaltiges Segel und schwamm, vom frischen Winde begünstigt, an der alten Kirche von Langen vorüber deni Meere zu. Wir übergehen den Abschied, der mit manchem Händedruck und guten Wünschen begleitet wurde. Hclgcstad stand selbst am Steuer, sechs rüstige Seeleute führten seine Befehle ans, und Marstrand, der unbeschäftigt von der Mitte des Tecks den Znrückbleibendcn seine Lebewohls zurnfen konnte, blieb dort, bis die Jacht eine Wendung machte, und der Gaard mit allen, die er hegte, hinter den Felsen verschwand. Jetzt hatte er Zeit, über Erlebtes und Kommendes so lange nachzudenkcn, wie ihm beliebte. Hclgestad regierte den ganzen Tag über das schwerbeladcne, große Schiss, das vor einem steifen Südost schanmwerscnd hinflog und durch zahllose Felsenengcn und weite Wasserbecken mit Vorsicht gelenkt werden mußte. — Die Reise ging so rasch vorwärts, daß am Abend Tromsv vor ihnen lag. Der Knnsmann vermied je- doch auch hier jeden Aufenthalt. Mit Wind und Flut ging er sogleich durch den Sund und zeigte im letzten Dämmerschcin seinem Passagier das Eiland Strömmen, das zu dessen Be- sitzungen gehören sollte. Am zweiten Tage daraus lag die Jacht unter den rötlichen Kuppen von Ostvaagöcn dicht an den Fischplätzcn, welche Marstrand vor drei Monaten tm vollen Gewühl eines überreichen Fanges sah. Jetzt war-hier klä'rung von den, Minifterpräsibenten B i v l a n k vor Zeugen fcter» lichst ve-rsprochen lassen, daß zunächst für di« obdachlos Gewordenen in ausreichender Weife gesorgt werde, und daß alle Zuriickblerbendcn in einer den Gesetzen der Zivilisation entsprechenden Weise behandelt werden. Die Lage der in Frankreich zurückgebliebenen Deutschen ist nunmehr die, daß die meisten ans ihren Wohnstätten in besondere Unterkunftsstättcn in das Innere des LandeÄ gebracht worden sind. Ttejenigcn, die über eigen« Mittel verfügen- können ihre Lebensweise »ach Belieben einrichten. Ten Mittellosen wird Wohnung und Kost gegeben, auch Arbeitsgelegenheit ist geboten. Inwieweit das Versprechen her französisch:» Regierung jedoch zur Verwirklichung lommt, daß ben Deutschen die Heim», reise ossenstchen soll, sobald der Eifenbahnvcrkchr dies wieder erlaubt, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen. Es dürsten wohl >«ur diejenigen zur Heimreise in di« Lage kommen, die hierzu die crsor- lichcn Geldmittel besitzen. Für diejenigen deutschen Familie», die. Angehörige tu Frankreich hatten und keinerlei Nachricht von ihnen erhalten, bleibt unter diesen traurigen Umständen nichts anderes^ übrig, alz in Geduld zu warten, bis Nachrichten von den Vermißten- cintresscn, oder bis diese etwa aus dem Wege über die Schweig! heimkehren. Nachforschungen nach den Vermißten oti»i znstelle» bietet sich bei dein jetzige» Mangel unmittelbarer Verbtn- düngen mit Frankreich k c i n W e g. Ebenso crschetitt es vorerst u it»' möglich, briefliche Mitteilungen oder Geldsendungen an Deutsche in Frankreich gelangen zu lasse», es sei dein: etwa durch' Vermittlung hilfsbereiter Freunde in der Schweiz. Ucbrigens werden dcramerikanischeBotschaster und die a m « r i kalt i scheu Konsuln in Frankreich sich angelegen sein lassen, den Deutsche», sobald der Verkehr wieder offen ist, durch Gcldnnier^ sttitzung zur Heimreise behilflich zu sein. Italienische Rüstungen. Ei» königlicher Erlaß wirst über 100 Millionen Lire fütf Rüstungszweckc aus. ' Ist das ein schlechtes Zeichen für die Erhaltung der italienischen Neutralität? Die Frankfurter Zeitung schreibt: Tie Nachrichten, die heute aus Italien kamen und die veränderte Sprache italienischer Blätter beweisen, daß man dort über die Ucbcrlegcnheit des deutschen Heeres nach den siegreichen Schlachten im Westen nicht mehr im Unklaren ist. Wie wir das wiederholt betont haben: Ten stärksten Einfluß aus die Entschließungen der abwartenbcn neutralen Staaten üben ganz von selbst unsere Siege aus den Schlachtsclder» aus, zumal wenn sie so rasch und glänzend erfolgen, wie das bisher geschehen ist. Die offiziöse» oder halbamtlichen Kundgebungen, die durch die italienische Tclcgraphenagcntur verbreite! werden, lassen tatsächlich erkennen, wie die wachsende Aufklärung über den wahren Stand der Dinge ans die Entschließung der Regierung wirkt. Heute klingt cs schon bestimmter, wenn in Rom gesagt wird, es sei die Wahrheit, daß die Negierung ihr von der überwiegenden Mehrheit des Landes gebilligte Haltung aufrecht erhalte, nämlich die, neutrale Haltung, und daß die klare und sichere Auffasiuna der wirklichen Interessen Italiens nicht getrübt werden dürfe durch irgendwelche Strömungen der öffentlichen Meinung, die mehr oder weniger künstlich genährt werde. Wir glaube», das ist deutlich! Es heißt: die italienische Regierung will sich von der in kluger Erkenntnis der eigenen Interessen bisher beobachteten Neutralität nicht abbringen jasien durch gewisse starke und unbequem gewordene Strömungen der öffentlichen Meinung, die künstlich — man weiß, was das heißen soll — von England, aber ganz besonders von Frankreich in langjähriger Hebung genährt worden sind. Es gibt wirklich gar nichts Ilcberzeugenderes anf Schwankende und unsichere Gemüter als- Wasfenerfolge. . „/ Das Haar in der Suppe. Nachdem »ach der alten englischen Methode, durch anders die Kriege Großbritanniens ausfechten zu lasten, Herr Grcy die gelben Japaner gegen Deutschland in Sold gewonnen hat, wird es den Angelsachsen scjbst bange vor den Geistern, die sie riefen. Der Südschwedischen Schncllposi wird aus London gemeldet, daß die britischen Kolonien im Stillen und Indischen Ozean heftig gcacn die Absicht Japans Einspruch erheben, sich in den Besitz der deutschen Ansiedelungen im südlichen Teile des Stille» Ozeans z» setze». Man betrachtet den Nebersall auf Klantschou als: ein Vorspiel dazu. Auch sonst erwachsen den Briten schwere Sorgen aus diesem Krieg, den sic im Verein mit dem blutigen Zarismus angcsponneit haben. So wird Berliner Blättern aus Konstaniinopcl gemeldet:! In ganz Persien herrscht eine starke Bewegung gegen Rußland und England, die immer mehr zunimmt »nd vor-! aussichtlich bald zu einer offenen Erhebung gegen die beiden Protektoratsmächte führe» dürste. In allen Ortschaften, namentlich Nord- pcrsicns, bilden sich Freiwilligenscharcn. Es wird von der bevorstehenden Prutlaniatio» des heilige» Krieges gesprochen. Die Stimmung der Bevölkerung geht dahin, unverzüglich ein s e st c s B ü n d- nis mit der Türkei abzuschließen. In Anbetracht der bisherigen unüberbrückbaren religiösen Gegensätze zwischen Türken und Persern ist dies ein besonderes bemerkenswertes Zeichen. In Ostindien herrscht nnter den Mohammedanern eine tiefe Gärung gegen England, die an einzelnen Orten zu offenen, nur mühsam unterdrückten Ausbrüchen geführt hat. Die englische Regiealles öde und leer von Menschen, aber die Felsen wiederhallten: von dem Geschrei der Mcergänse »nd Alkan, der großen Möven und zahlloser Taucher, die in unermeßlichen Schwärmen Klippen und Wogen bedeckten. Die Boote wurden aus- gesetzt und die Fischgerüste untersucht. Helgcstads hartes Ge- sicht füllte sich, je weiter man damit kam, je mehr mit einem eigentümlichen spöttischen Grinsen. Mit der Genugtuung eines Propheten, der seine Porhcrsagungen glücklich erfüllt sicht, deutete er auf zahlreiche Stangen, von denen viele um- gestürzt waren, andere leer standen oder von den Fischrcihen, mit denen sie bedeckt gewesen, nur vereinzelte Ueberreste zeigten. "Hab's Euch wohl gesagt", rief er triumphierend, „ist das Fischervolk ein nachlässiges »nd saumseliges. Je mehr der Herr seinen Segen ihm in den Schoß wirft, um so weniger versteht cs diesen zu benutzen. Seht da, was Schneewehen. Stürme und Würmer angerichtet haben! Mehr als die Hälfte des ganzen Fanges ist verdorben. Wird der Fisch in Bergen deshalb um das Doppelte steigen. Und jetzt, seht dorthin." fuhr er fort, als das Boot den Felslagcrn zusteuerte, auf welchen er seine eigene reiche Beute und Marstrands erkaufte Waren geborgen hatte. „Fehlt kein Schwanz und. sitzt kein Kopf, wo er nicht sitzen soll. Ist alles trocken, alles fest. Habt Glück, Herr! Soll mich nicht wundern" — hier Helgestad seinen Mund zum Lächeln, das von einem seiner lauernden Blicke begleitet wurde — „wenn Euch alles wohl gelingt." Es liegt nicht in unserer Absicht, die Fabrt der Jacht durch die wunderbaren Jrrgewinde dieser Felsenküste zu begleiten. Wir begnügen uns damit, daß nach zwölf Tagen die schöne Jlda einen Weg von mehr als zweihundert Meilen zu- rückgelegt hatte, und das Glück dieser schnellen Fahrt ihr so treu blieb, daß sie den Bergenfjord beim schönsten Wetter hinaufsegelte und die Stadt Bergen, wo cs sonst fast inimer regnete, tm herrlichsten Sonnenschein vor sich liegen sah. (Fortsetzung folgt.) nmn ift nilfit imstande, die von London gesorbcrte Entsendung von üritifcfaen Truppen aus Ostindien nach Aegypten durch,uführen, da alle Strcitkräftc im Lande dringend benötigt werden. Ter indische Ni-ekönia ist von seinem Sommcrsttz nach Kalkutta zurückgckehrt ..nd bält täglich Beratungen mit dem HLchstkommandicrcnden. Allerdings liegt die Möglichkeit nahe, dast die englische Spcku- fation mistgliiikt nnd zum politischen Bankrott des Weltreichs führt das gerade gefestigt und gekittet werden sollte, mit dem Blut Europas. Herr «reu. der Stockengländcr ist und nicht ein Wort cincr fremden Sprache kennt, fiat offenbar die Bcrfiältnisic allzu sehr nach den schlau sür ihn zurcchtgemachtcn Darstellungen der Times »nd ähnlicher, bestimmten privaten Interessen dienender -Blätter beurteilt. . _ .... Das Recht Deutschlands. In der Newyorkcr Staatszeitung vom 9. August bc- findet sich folgende Mitteilung: James Speyer, der an Bord der notgedrungen in Halifax cingclausencn „Maurctania" aus Europa zurückgckcfirt ist, erklärte nach seiner Ankunft in Newport ausdrücklich, dast Deutschlands kriegerisches Vorgehen eine durch das Interesse der Selbstverteidigung gebotene Notwendigkeit war: Deutschland sei keineswegs der Angreifer gewesen. Die „Maurctania" - ist bekanntlich von einem deutschen Kriegsschiff verfolgt worden. James Speyer tragt also in dieser Stellungnahme in gerechter Weise der uns aufge- zwungenen Situation Rechnung. Kosakeu-Greuel. Der Pester Llopd bringt folgende Meldung: Vor einigen Tagen beschossen Kosaken die galizische Grenzstadt Brvdy und zogen dann in die Stabt ein. Dort angelangt, suchten sic einen Vorwand zum Plündern: beim Vorbeimarsch schosse» sie in jede Wohnung. Es gab viele Tote und Verwundete. Auch brannten sie hundert Häuser völlig nieder und plünderten die jüdischen Häuser. Zu ihnen gesellte sich der Mob und es gab einen regelrechten Pogrom. Als am' Samstag unsere Truppen erschienen, verließen die Kosaken nach zweitägiger Schreckensherrschaft ohne Schnst schleunigst die Stadt. Achnlich erging es an anderen Orten bis zum Eintreffen der Unsrigen. Ueberall steht man sliichtende halb wahnsinnige Mütter und Kinder. Aus dem Rückzüge sengen, plündern und morden die Russen auch auf russischem Grenzgebiet: die Unsrigen werden daher überall als Befreier begrüßt. Die Bekanntgabe der Verlnfte. Der Reichsanzeiger veröffentlicht folgende Bekanntmachung des Ministeriums des Innern: Im Interesse einer schnellen und zuverlässigen Bekanntgabe der Verluste der Armee während des gegenwärtigen Krieges sind folgende Einrichtungen getroffen worden: Erstens, die Verlustlisten werden als Anlagen des Deutschen Reichsanzeigers und des Königlich Preußischen Staatsanzeigcrs veröffentlicht. Außerdem wird jeder Stelle, welche das Armee-Verordnungsblatt erhält, ein Exemplar der Verlustliste überwiesen. Zweitens, den Landrätcn wird eine Anzahl Exemplare der Verlustlisten . übersandt werden, um dieselben in ihren Bureaus und den 'Städten ihres Bezirks öffentlich auSzulegen. In den Stadt- kreisen erhalten sowohl die Magistrate als auch die etwa vorhandenen königl. Polizeiverwaltungen Verlustlisten zur öffentlichen Auslegung, namentlich in den Bureaus der Polizeireviere. Drittens, in allen Kreisen (Land- und Stadtkreisen) werden die Namen derjenigen Toten und Verwundeten, welche den betreffenden Kreisen angehörcn, aus- gezogen werden. Diese Auszüge sind neben den allgemeinen Verlustlisten öffentlich. Die Militärbehörde in Brannschweig geht mit seltener Schärfe, die unter der Arbeiterschaft grostc Aufregung hervorruft, gegen die Sozialdemokratie in Braunschweig vor. Genosse Wagner, Redakteur des Volksfrcund, erhielt vor einigen Tagen von dem Adjutanten des Brigadekommandos, dem nationalliberalen Rechtsanwalt und Stadtverordneten Weichsel, der jetzt Landwehrosfizier ist, eine Verwarnung wegen eines Volkssreundartikcls über das Moratorium. Am Samstag nachmittag wurde Genosse Wagner von der Straße weg verhaftet, angeblich, weil der Volkssrcund aufreizend gehalten sei. Was aufreizend sein soll, wurde dabei nicht angegeben, so daß die Redaktion des Volksfrcund auch jetzt noch nicht weiß, welcher Artikel beanstandet worden ist. Zn Braunschwcig ist auch der Militärboykott in der vorigen Woche den Landsturmleuten durch Uebcrreichung einer Liste von 20 verbotenen Lokalen erneut in Erinnerung gebracht worden, obgleich der Saal eines dieser Lokale zu einem großen Lazarett sür Verwundete eingerichtet wurde. In der Arbcitcrschast macht sich arge Mißstimmung über dieses Vorgehen bemerkbar. — Es ist selbstverständlich bei den maßgebenden Ober- bchörden Beschwerde eingelegt worden. Aufhebung des Belagerungszustandes in Erfurt. Das Erfurter Garnisonskommando, Generalmajor von Fressenius erjicß am Dienstag folgende Bekanntmachung: „Die Außerkraftsetzung der Artikel 5, 6, 7, 27, 28, 29, 30 nnd 30 der Vcrfassnngsurkundc vom 31. Januar 1850, die in der Bekanntmachung vom 2. August verfügt ist, wird nicht mehr für erforderlich erachtet. Es werden daher die in der Bekanntmachung gctrofsencn Verordnungen zurückgenommcn. Eine Aenderung des durch allerhöchste Verordnung erklärten Kriegszustandes mit seinen gesetzlichen Folgen tritt infolge dieser Rücknahme nicht ein. Zugleich wird aus die Bekanntmachung des Kommandierenden Generals vom 31. Juli 1914 hingewiesen." Hierzu wird uns noch berichtet, daß der Presse in Erfurt die Mitteilung zugcgangcn sei. die Zensur über die Presse sei aufgehoben. Auch der ZcitungSverkanf am Bahnhof ist der Tribüne gestattet worden. „Ich kenne keine Parteien mehr." Generalmajor v. FresseniuS in Erfurt hat für feinen Bereich weiter folgende Bekanntmachung erlassen: „Ein Sonderfall gibt mir Veranlassung auf folgendes hjnzu- weiscn: Während der Ereignisse der letzten Zeit ist das in unsere tüchtige Arbeiterschaft gefetzte Vertrauen von dieser in jeder Weise gerechtfertigt worden. Dieses Vertrauen darf auch in Zukunst durch nichts erschüttert werden. Daraus ergibt sich ohne weiteres, daß bei Aufrufen zur Werbung von Arbeitern und Arbeiterinnen für den Dienst der Heeresverwaltung auf die Zugehörigkeit eines Teiles der Arbeiterschaft zu gewissen Organisationen während des Fricdcnszustandcs keine Rücksicht genommen werden darf. Es dürfen also vor allem hieraus Gründe sür die Ablehnung von Meldungen von Arbeitern und Arbeiterinnen unter keinen Umständen hcrgcleitct werden. Ein Ausschluß solcher Arbeiter und Arbeiterinnen würde der Verpflichtung, keine parteipolitischen Unterschiede im Heeresdienst zu machen, widersprechen. Japanische Staatsgclder beschlagnahmt. Nach eines: Meldung aus Frankfurt a. M. hat das Reichs- schatzamt die Beschlagnahme der japanischen Staatsguthabcn in Deutschland in die Wege geleitet. ^ Ein Luftkrenzer tut feindlichen Leiter. Der Berichterstatter der Neuen Freien Presse meldet ans dem Hauptquartier, daß das L u s t s ch i f j „S ch U t t e - L a n z" nach 13 irahrtstimden 1000 Kilometer zurückgelegt hat. Obwohl es dreimal in icmdlichem Feu-cr war nnd 25 Schüsse in den Hinteren Gaszellen erhielt, konnten wichtige Bcobachtung-cn ausgcfiihrt wevd»l. Die Ballvirhülle wurde während der Fahrt repariert, Die Besä tzung i st unverletzt. Gewehrschüsse durchschlugen in 2000 Meter Höhe den Blochboden der Gondel nicht. Fm Hauptquartier wurden die Lustschisser dcgeistcrt empfangen - „Schüttc-Lanz" trat seine Rück- sahrt über österreichisches Gebiet, au. Die Deutsche» iu Riga. Aus Anfrage einer Hamburger Firma bei einer Firma in Riga über die Sicherheit der Deutschen wurde ans Umwegen telegraphisch mit getollt, daß in Riga alles in größter Ruhe und das Schicksal der Ausländer durchaus geordnet sei. Gefangene. Aachen, 20. Aug. sPriv.-Tcl.) Unter den Gefangenen, die gestern Nacht den Bahnhof Aachen passiert haben, befanden sich bei- gische Artilleristen von den Forts mn Namur, ferner Zuoven, Turkos und englische Kavalleristen. Schwedische Stimmung. Sven Hedin begann seine auf 115 schwedische Städte berechnete Vortragsrcifc, um für den Anschluß Schwedens und der übrigen beiden skandinavischen Reiche an den Drei- bund zu agitieren. Die schwedische Negierung hat kein Verbot der Vorträge Sven Hcdins erlassen. Japanische Truppenlanduttgen in China. Nach cincr Meldung der Frankfurter Zeitung aus Peking erschienen bei Laitschaufu zwei japanische Kreuzer, um Truppen zu landen. Laitschaufu liegt 120 Kilometer von Kiautschou entfernt. — Nach cingegangenen Berichten wnr- den mehrere deutsche Handelsschiffe gekapert, der deutsche Handel ist unterbunden. Neuer Kurs in Nordschleswig? Amtlich' wird gemeldet: Mit der Vertretung des beurlaubten Oberpräsidcnten der Provinz Schleswig-Holstein, von Bülow, ist Staatsminister v. Moltkc beauftragt worden. Herr v. Moltke gilt als dänenfrcundlich. Der „Urlaub" des für die Mißhandlung der nordschleswigschen Dämssi verantwortlichen Herrn v. Bülow wird sich bald in einen „Abschied" verwandeln. Entschädigung der ans Belgien vertriebenen Dentschetr. IV. 8. Als Rcichskominiffar zur Turchführnng der durch Ansrilf vom 18. August ciiigelcitctcn Erörterungen über belgische Gewalttätigkeiten gegen Deutsche wurde der frühere Direktor im Reichsamt des Innern, Just, bestellt. Tic Gc- schäftsstellc befindet sich im Rcichsamt des Innern. Deutscher Nachrichtendienst in Amerika. Telegraaf meldet ans London: Der deutsche Botschafter Graf B e r n st o r f s ist gestern abend in Newyork cingctroffcn, begleitet von dem Staatssekretär a. D. Dr. D e r n b u r g. Dr. Dernburg erklärte es als seine Mission, amerikanische Unterstützung für das Rote Kreuz zu gewinnen. Ein neues de n tfchesNach richtend ii reau in Newyork veröffcnt. licht ein Interview mit Graf Bernstorff, in welchem dieser gegen den schändlichen Ueberfall Deutschlands sowie dagegen protestiert, daß England bei der gelben Rasse Hilfe suche. Keine Beschäftigung der Kriegsgefangenen. IV. ß. Zn den mancherlei falschen Gerüchten, bi« gegenwärtig aiefslackcrn mtö unnötige Besorgnis verbreiten, gehört auch die merkwürdige Behauptung, daß di« Gefangenen in den Bergwerken verwendet werden sollen. Dies« Absicht besteht nirgends. Ebenso sind di« Zentralbehörden im Reich nnd in Preußen, ebenso die meisten anderen Bundesstaaten der Aufsassimg, daß im allgemeinen Kriegsgefangene nicht eher zu Arbeiten verwendet werden sollen, solange sür die fragliche Beschäftigung einhci-nnsch: Arbeitskräfte zur Bcr- fiiguiig stehen. Englische Beute. IV. 8. Tie Blätter melden ans Falmoitth: Der holländische Dampfer Potsdam traf hier von Newyork kommend mit 400 deutschen Reservisten und einigen österreichischen Dienstpslichtigcn ein. Ti« deutsche Post wurde bcschlagyghyit und die Reservisten zu Gefangenen gemacht. Die Deutsche» tu Marokko. IV. ß. Nach einer Mitteilung des kaiserliche» Geschäftsträgers in Tanger sind Deutsche in Tanger bis zu seiner Abfahrt von den marokkanischen Bohörden nicht behelligt worden. Sic flüchteten größtenteils nach Cadiz. Ein Attentat ans Vandervelde. Nach cincr Privatmcldung aus Rasendal in Holland ist gegen Emil Vandervelde, den Tozialistensührcr, der bekanntlich in das belgische Ministerium cingctrclc» war, gesiern morgen, als er mit seiner Gattin in Antwerpen eine Automobil-Tpazicrsahrt unternahm, ein Rcvolvcrattcntat verübt worden. Drei Kugeln durchdrungen den Wage», ohne die Jnsasscn zu verletzen. Die Meldung vermutet, dast der Attcnlätcr ein Sozialist sei, der mi! der Haltung Banderveldes in der Kricgsfrage nicht cinverstandc» ist. Das »cuc Ministerium vor nationale» Verteidigung in Paris. In der Absicht, dem französischen Ministerium eine breitere Unterlage zu geben, hat Viviani dem Präsidenten die Abdankung des Ministeriums übergebe». Sic ist angenommen worden und Viviani ist mit der Neubildung betraut loordcn. Dieser hat dem Präsidenten solgcndc neue Liste unterbreitet: Viviani, Ministerpräsident: Brian, Justiz; Delcassö, Acußercs; Maloy, Inneres: Millcrand, Krieg: Augagncur, Marine: Ribot, Finanzen; Tarrant, ltntcrricht: Tcmbot, össcntlichc Arbeiten; Thomson, Handel: Donmcrgnc, Kolonien: Fernand David, Landwirtschast »nd Jules Gucsde ohne Porteseuillc. Das Londoner Unterhaus nnd Belgien. \V. B. Aus London wird gemeldet: Im Untcrhansc teilte der Ministerpräsident Asquith unter lautem Beifall mit, er werde morgen eine Aürcsic an den König beantragen, in der dieser gebeten werden soll, dem Könige der Belgier die Sympathie znm Ausdruck zu bringen, die das Unterhaus dem Schicksa! des tapscrcn Belgiens cntgcgcnbriugt, das sich gegen die lcichtscrtige Invasion seines Gebietes gewehrt habe. Gleichzeitig soll dem belgischen Könige die Versicherung gegeben werden, daß England die Anstrengungen Belgiens seine Unabhängigkeit und Neutralität zu sichern, in jeder Weise unterstützen werde. Ein deutsches Kriegsschiff vernichtet. W. B. Berlin, 27. August. S. M. Kleiner Kreuzer „Magdeburg" ist beim Vordringen im Finnischen Meerbusen in der Nähe der Insel Ldcnsholm im Nebel aus Grund geraten. Hilseleistung durch andere Schisse war bei dem dicken Wetter unmöglich. Da cs nicht gelang, das Schiss abzubringcn, wurde es beim Angriss weit überlegener russischer Streitkräste in die Lust gesprengt und hat so eine» ehrcnvollcu llnlcrgang gesuadeu. Unter drm srindlichcn Feuer wurde vom Torpedoboot „V 20" der größte Teil der Besatzung des Kreuzers gerettet; es wird Donnerstag in einem deutschen Hasen cintresscn. Die bisherige Berlnstlisti ergibt 17 Totr, 21 Verwundete und 85 Vermißte; darunter den Komuiandantcn des Krrnzers. sAiytlich i . ..... - ^ Eine kühne Reiiertat der ungarischen Landwehr. Wien, 27. August. Eine amtliche Meldung deS Kriegspresse^ quarticrs besagt: Honvcdkavallcrtc der 5. Division hatte au» 10. August den Austrag erhalten, die russische Grcnzstcherung bei Zbrul zu durchbrechen, nm scstziistellen, ob dahinter stärkere russische Kräfte versammelt sind. Sic stießen aus überlegene feindliche Kavallerie, die von Infanterie unterstützt war. Trotzdem wurde der Feind in die Flucht geschlagen nnd solange versolgt, bis die Russen Verstärkung erhielten. Auch diese wurden von den Honveds angegrisscn. Sic erlitten dabei aber schwere Verluste. Da ihre Ausgabe gelöst war, zogen sie sich wieder zurück. In dem Dorfe, w, sie übernachteten, wurden sie von den Bauern übersallen «nd viele von ihnen meuchlings getötet. Das Dorf wurde zur Strasc nieder, gebrannt. Einr Sammlung französischer Soldaten sür unser Rotes Kreuz. Wie aus Straßburg gemeldet wird, haben verwundete Fron« zosen, die im Genesungsheim der elsäsfischcn Landesverstchcrungs» anstatt zu Schirmeck »ntcrgcbracht sind, eine Sammlung zngunsteiz des deutschen Roten Kreuzes, die 78,90 Mk. ergab, veranstaltet. Eine Hilfsaktion sür Industrie »nd Handel. I» München fand unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters ». Barsch! gestern eine Vrrsammlung von Vertretern der Großindustrie, des Großhandels und der Großbanken statt, nm die Gründung cincr Kricgskrcdilbank zu brschließcn. Es wurde» 40 Millionen Mark gezeichnet, dazu kommen noch 2 Millionen Mark Garantiesumme der Stadt München, so daß die Reichöbank einen Kredit von 42 Millionen Mark zur Verfügung stcllrn wird. Die Mittel sollen dazu dienen, insbesondere dem kleinen Handel und Gewerbe die Möglichkeit znr Fortführung ihrer Gkschäste zu ver» schassen. Hessen und Nachbargebiete. Gietzen und Umgebung. — Allerlei gute Mahnungen. Von der Handelskammer. wird uns folgendes geschrieben: Im gegenwärtigen Zeitpunkts werden an die Zahlnngskrast des Kaufmanns und Gewerbetreibenden außerordentliche Anforderungen gestellt. Die aur' Versorgung der Bevölkerung notwendigen Warenbezüge' müssen jetzt von den Gcschüftstrcibendcn bar oder sogar inti boraus bezahlt werden; dies ist ihnen ober nur dann möglich, wenn ihnen ihre Ansständc beglichen werden. Es ergeht deshalb insonderheit an die bemittelten Kreise der Bevölkerung die dringende Bitte, die Waren nach Möglichkeit gegen bar cinznkaufen nnd alle Rechnungen ohne Zögern zu bezahlen, damit der Kanfniann nnd der Gewerbetreibende in dieser schweren Zeit in den Stand gesetzt werden, ihren eigenen Vcr- pslichtnngen vollständig nnd pünktlich nachznkoninien. Soweit die Handelskammer. Sic sollte aber nicht allein; znr Barzahlung ausfordern, sondern nuch die Groß»! I i e f c r a n t e n zu ettvas mehr Rücksicht. Den kleinen. Geschäftsleuten ist es incist gar nicht möglich, jetzt bar oder gar voraus zu zahlen, während sie in gewöhnlichen Zeiten, mindestens 3 oder auch 6 Monate Ziel haben. Gegen solches Verlangen wendet sich auch gestern ein Artikel der Fr. Ztg., der vielen Kreditgebern und Banken Egoismus und Rücksichtslosigkeit vorwirst. Zweifellos mit Recht, denn man kann' der Frankfurter Zeitung sicher keine Voreingenommenheit gegen jene Kreise vorwersen. Das Blatt führt dabei eine Reihe Beispiele an, wie rücksichtslos von großen Firmen vorgegangen wird. „Es ist eine ebenso unbillige Ausnutzung —sagt es —> wenn eine große Finna ihren Schnldneni androht, daß sie ihnen bei jeder Verzögerung der Zahlung hohe Verzugszinsen; in Anrechnung bringe; wenn ferner eine der größten Privat- Montanunternehninngen erklärt, daß sie einstweilen keine Zahlungen leiste, während die mittleren und kleinen Geschäfts-! lcute, die ihren Gläubigern gegenüber sich nicht ans diesen kühlen Machtstandpunkt stellen können, unverändert Zahlungen verpflichtet bleiben; wenn solvente Firmen, dick bisher bar bezahlen »nd dies offenbar auch weiter könnten, jetzt die Gelegenheit benutzen, nm von ihren Lieferanten einen Ertrarabatt zu erpressen nnd sogar mit der Entziehung der Kundschaft drohen, falls dies nicht schlankweg bewilligt wird; wenn Preisaufschläge gemacht werden nicht nur zum! Ausgleich tatsächlicher Mehrkosten bei der Herstellung, sondern' auch ans die alten, zu Friedenspreisen erzeugten Lagerbeständp und anderes mehr." Auch ihren Arbeitern nnd Angestellten gegenüber ver-: bündcn sich die wirtschaftlich Mächtigeren zu schofelster Lohn- drückerei. „Firmen haben sich zusammengetan, nm gemein^ sam das Gehalt ihrer Angestellten und Arbeiter zu kürzend auch solche Einzelfirmcn, die für» sich einen solchen Schritt hätten vermeiden können und deshalb vermeiden müssen, haben durch diese Verabredung ihr Gewissen beruhigt." —- So benutzen die Großen, die Kapitalbesitzer und Patent- Patrioten den Krieg zu ihrer weiteren Bereicherung nnd zur! Erhöhung des Profits. Das arbeitende Volk aber muß bluten! und die Kosten bezahlen. — Wirtschaftsleben, Rechtsverhältnisse und Krieg, lieber dieses Thema sprach Toiiucrstag abend Herr Bei«. Justizrat Grüne-, io a l d in cincr gut besuchten össentlichcn Versammlung des Bürgervercins zu Gießen im Saale des Eafö Leib. Der Vorsitzende Lehrer V. Müller begrüßte die Erschienenen und auf seine Aufforderung erhob sich die Versammlung zu Ehren der Gesallcncn von den Sitze». — Justizrat G rünen> ald erklärte z» Beginn seines Vortrages, daß cs kaum möglich sei, sich strikte au die Tagesordnung zu halten. Eigentlich wären setzt mehr Taten als Worte nötig: doch, so sehr uns die Ereignisse in Anspruch nehmen, müsse» wir a»ch de», Worte ci»e Stätte geben, die AnSsprachc kann immer nützlich sein. To vielgestaltig das Wirtschaftsleben ohnehin ist, bringt der Krieg immerhin eine Reihe verwickelter Frage». An sich allerdings werden die Rechtsverhältnisse dnrch den Krieg nicht geändert. Aber je mehr mau sich mit den Fragen beschäftigt, desto mehr stößt man aus Schwierigkeiten. Man kann das Material kaum überblicke»; cs ist ja auch geplant, daß ein RcchtSauS schuß von der Stadt errichtet wird, der Auskunst an Rcchtssuchendc erteilen wird. — Vor dem Kriege lag das Wirtschastslcben darnieder, wie seit langem nicht — der Krieg brachte gewissermaßen eine Erlösung aus der Spannung. Seit langem war man darauf vorbereitet; die Schüsse von Tcrajcwo waren nur das Signal. — Unsere finanzielle Rüstung war die denkbar beste, dank der Organisation nnd dem vorsichtigen Gebaren der Reichsbank. Natürlich entstand dnrch den Krieg eine schwere Krise. Doch wurde die Ernte gut eingebracht und die Ernährung dürste gesichert sein. Auch die entstehende Panik wegen des Papiergeldes wurde bald überwunden. Die neu errichtete Reichsdarlehenskasse wirkte günstig dabei mit, wenn man auch damit vereinzelt nicht zufrieden war. Dieses Institut läßt sich noch weiter ausgcstalten; sehr cinsach ist das zwar nicht immer. — Die Banken haben zweifellos Verdienste »ni Hebung von Handel und Industrie, aber in der sctzigc» Zeit haben sie versagt. — Die Leben» m ittelpreis c, die erst rapid irr die-Hphe gingen, wnrdcmbaid-wiederKiuj-normalcs Maß zurück- orfrndjt; manche Kcschäste. z. B. Mc Modewaren, Lcg!ii»eii wieder aufzuatmen. Aach ciniacn weiteren Aussührungen über die Dar- lchnskasie geht Redner noch auf die in der NcichStagssitzimg vom 4. August beschlossenen Gesetze ein. Von dem 2 t u n d u n g S - g c setze hält er nicht viel: in der Praxis könne es dem Schuldner nicht viel nutzen. — Von einem Moratorium hat man viel geredet: cs ist nicht eingeführt worden und das ist gut. — Arbeitslose sollte es eigentlich nicht neben: wenn 3—4 Millionen arbcitskräftine Leute im Felde stehen, so mutz es sür die übrigen Arbeit geben: dafür zu sorgen ist Aufgabe der ösfcntlichcn Körperschaften. Die Lage der Fndnstrie sei auch nicht zu pessimistisch anzusehc». Es liege auch im allgemeine» Interesse, daft die Geselligkeit nicht ganz aufgcgcbcn werde, cs sei gut, hier und da zusammcnzukommcn, da- durch werde auch das Wirtsgewerbc unterstützt. Fm ganzen sehe er die Lage heute viel optimistischer an als vor etlichen Wochen. Der Krieg iverde aber auch Gutes leiste». Zunächst habe er bewirkt, batz bas Volk, das vorher in Klassen und Parteien zerklüftet mar, als ein einiges Volk dastehc. auch der letzte Arbeiter habe sich zur Verteidigung des Vaterlandes bereit erklärt. — Der Redner schlotz: er verurteile den Krieg, verkenne aber nicht, datz er notwendig war, er verkenne nicht, datz er das deutsche Volk zusammcngesührt hat: ein einig Volk von Brüdern! — Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen des Redners. — Zur Diskussion meldete sich niemand. Nachdem Grüncwald noch einige Erläuterungen über das allgemeine Bürgerliche Recht in der Kriegszeit gegeben hatte, schlotz der Vorsitzende die Versammlung mit dem Hinweis, datz in einer späteren Versammlung noch weiter über die Fragen gesprochen werden solle. — Auskuustsstclle. Ter Wahlvcrein Gietzcn und das Gewcrk- schaftSkartcll haben eine AuSkunftsstellc errichtet, welche den Mitgliedern in bezug auf Arbeitsrecht, Mietrccht, Arbeiter-Versicherung usw. Auskunft erteilen soll. Die Sprcchstunde » sind ans TienStag, Donnerstag und Samstag von 4—7 IIhr im Gewcrk- schaftshause festgesetzt. — Konfiszierte „Ord»ungs"blät1er. Am Mittwoch wurde die Ar. 190 des Frankfurter General-Anzeigers auf Anordnung des Generalkommandos b c s ch l a q n a h m t. Vorige Woche wurde auch eine Ausgabe der konservativ-bündlerischcn Deutschen Tageszeitung konfisziert, die gcwitz nie geglaubt hat, datz ihr das mal passieren könnte: sie. die oft genug Beschränkung der Prctzfrciheit und namentlich Knebelung der sozialdemokratischen Presse befürwortet. ■ Fn unserem Magdeburger Partciblatt, wie auch in dem Esicuer sind öfter halbe und sogar ganze Spalten weitz, die von dem militärischen Zensor gestrichen worden sind. — lieber Zunahme der Arbeitslosigkeit und städtische Matz- nahmcn wird aus H a n a n berichtet: lim der furchtbaren Arbeitslosigkeit cntgegenzutreten. hat die Stadtvcrwaltnug Erdarbcitcn vorgesehen. Sie ersucht die Arbeitslosen, sich in den Vormittagsstunden wegen Arbeit ans dem Rathanse zu melden. Gewährt wird ein Tagelohn von 3.29 Mark. Viele Arbeitslose, die in .Hanau ihren Wohnsitz haben, haben sich zum Ctratzeukehren gemeldet, darunter auch Kaufleute, Techniker. Gold- und Silberarbeiter. Mit weiteren RotstandSaktionen wird sich die Stadtvcrordueteuversaunnluna noch bcschäftlaen. Rach erst vierwöchiger Dauer des Krieges solcher Notstand! — Prozeß gegen den Frankfurter Titten-Polizeikommissar. Tie Verhandlung an der Frankfurter Stvaskanimcr gegen den Polizel- kommissar Schmidt wegen Bestechung beginnt am nächsten Montag morgen mn 8 Uhr. Es sind zwei Tage vorgesehen. Den Vorsitz wird Landgerichtsdircktor Tr. .Hel-dmann fuhren. Mehr als 59 Zeugen sind zu der Verhandlung geladen. tz — Der Güterverkehr rauf der Eisenbahn ist ini Tirektionsbezirk Frankfurt a. M., als auch im Bereich der meisten übrigen deutschen Eiseubohnvcrwaltungen wieder ausgenommen. lieber Beschränkungen, die zurzeit noch im Güterverkehr mit einzelnen deutschen Verwaltungen best-eben, zum Beispiel mit Stationen der Bezirke Köln, Saarbrijchen, Mainz, Lnbmigshraseii, Stratzbnrg !. E-, Bromberg, Königsberg, Danzig und Posen geben die Eilgut- und Güterabfertigungen Auskunft. ü Burgsolms. Die 19. Verlustliste der Kriegsteilnehmer berichtet auch über den Tot eines hiesige» Sohnes,. Es betrifft den linkerofsizier Facob Schmidt, der beim Fnfantcrie-Rcgimeut Nr. 171 m Eolmar i. Elf. diente. — Aus Rodhcim a. d. B. wird uns von einem Bergmann mit- gcteilt, datz cs sich bei den in der gestrigen Notiz ans Heuchelheim erwähnten jungen Burschen, die in die Acpfclbäiimc geworfen haben, nicht imi Bergleute handeln könne. Denn auch die jugendlichen unler diesen fahren stets mit den älteren zusammen nach .Haus« und letztere würden nie zngeben, datz die Burschen an das Obst gmgen. Krei» Wetzlar. ü. Langsame Verkchrsverbesicrung. Zwischen Wetzlar und G i c tz e n sind setzt zwei weitere P c r s o n c n z li g c mit Gcpäckvcr- kehr von der Eisenbahudlrektion Frankfurt eingelegt worden. Die Abfahrt in Wetzlar erfolgt 9.25 llhr vormittags und 9.25 Uhr abends. «rei< Marbttra-Klrchhal«. * Tod bei der Dreschmaschine. Zn Bügeln bei Marburg geriet ein Mann bei der Arbeit ran der Dreschn,aschine zwischen die Strohpresse und wurde t o kg c drückt. Er hintcrlätzt ente Frau mit drei Kindern. X Laarivafscr. Die Ferieukainnrer des Landgerichts Marburg beschäftigte sich mit einer Auslage gegen einen Alaun ans dcni Kreise Biedenkopf, der in betrügerischer Absicht ans Branntwein und Klettenwurzelöl eine Mischung bereitet und dieses Gebräu als totsichcr wirkendes Haarwasser in den Handel gebracht hatte. Zwei Frauen waren der Bolihils« beschuldigt, weil sie die Ancrkcn- nuugSschrcibcu liescrtcn. Das Gericht erkannte gegen Heu Mann auf vier Wochen Gefängnis, während die beiden Mftangitlog- tcn Freisprechung erzirltcii.__ Telegramme. Siegreiches Vordringen aus der ganzen Linie! Mit acht Heeressäulen in Frankreich hinein! Die Deutschen in Frank», eich von Cambrai bis zu den Sudvogesen. Hauptquartier, 27. Aug. (W. B.) Tas beut, s ch c W c st h c e r ist neun Tage nach Beendigung seines Auf- niurschcs unter fortgesetzt siegreichen Kämpfen auf französisches Gebiet von C a ui b r a i bis zu den Südoogesen cinge- d r n n g e n. Ter Feind ist überall geschlagen und befindet sich in v o l l st ä » d i g c m Rückzüge. Tie Größe seiner Verluste an Gefallenen, Gefangenen und Trophäen läßt sich bei der gelvaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichen! Wald- und Gcbirgsgeländc noch nicht annähernd übersehen. Tic Armee des Generalobersten v. K l u ck hat die englische Armee bei Mau bei, ge geworfen und sic heute südwestlich von Maubeuge unter Umfassung erneut angegriffen. Tie Armeen der Geueralubersteii v. Bülow und vvn Hansen habe» ctiun eicht Armeekorps französischer und belgischer Truppen zwischen Sambre, Namnr und Maas- in mehrtägigen Kämpfen v o l l st ä n d i g geschlagen und verfolgen sie jetzt östlich Maiibcngc vorbei. Namnr ist nach dreitägiger Beschießung gefallen. Der Angriff aus M a u b e n g c ist c i n g c l e i t c t. Tie Armee des Herzogs A l b r c ch t von Württemberg hat den geschlagenen Feind über de» Semois verfolgt und die Maas überschritten. Die Armee des deutschen Kronprinzen hat bc festigte Skcllung vorwärts Longwv genommen und einen starken Angriff aus Verdun abgcwicscn. Sic befindet sich im Vorgehen gegen die Maas. Longwh ist gefallen. Tic Armee des Kronprinzen von Bayern ist bei der Verfolgung in Lothringen von neuen feindlichen Kräften in der Position vor Nanev »nd a»s südlicher Richtung angegriffen worden. Sie hat den Angriff z«- rückgewiesen. Tic Armee des Generalobersten v. H c e r i n g c n setzt die Vcrfoignng in den Vogesen nach Süden fort. Das Elsaß ist vom Feinde geräumt. Der Gciicralqnarticrmeister v. Stein. Vereinskalender. Samstag, 29. A u g u st. Gleiberg. Freie T n r n e r sch a ft. Abends k-9 Uhr Mit- glledcr-Bcrsaminlung tm Vereiiislokal. Wicscck. Wahl verein. Abends punkt 9 Uhr Versammlung ini Vcreinskokalc. Alle Mitglieder, welche nicht emibcruftn sind, wollen erscheinen. — Gesangverein S ä n g c r k r a n z. Abends 9 Uhr Generalversammlung. Erscheinen notwendig! Aufruf. Alle Untcroffizicrc und Mannschaften der Reserve, Landwehr I und II aller Waffen, die zurzeit eine gültige rote Kricgsbcordc- riing nicht in Händen haben, erhalten hierdurch den Befehl, sich sofort, spätestens aber bis 31. August 1914 bei dem zustän» digeu Bczirksfeldwebel persönlich zu melden. ' Befreit von dieser Meldung sind nur diefeiiigeii Eisenbahn- und Postbeamte, über die eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung dein Bczirkskommanbo ciiigercicht ist. Unterlassung dieser Meldung hat Bestrafung-nach den Kriegst gcsetzcn zur Folge. Gießen, den 29. August 1914. Grotzh. Bczirkskoiiimaiido: N a i, m a n n, Oberstleutnant und Bezirkskommandcur. . - Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. -s Verlag von Krumm & Cie., Gietzcn. Truck: Verlag Osfcnbacher Abendblatt, E. m. b. H„ Offenbach a. M. von ks enri'etteDavlölS disinöie neue stes eit sür alle ki ausiialtuagell enthalten!) das g Einmachen.flusdewahren.fron- .5 servieren. Sie obftvenvertung. ^ - fruchiweinherftelluNg usm c -- i 2 -2 T3 3 ■ o* kB •9 j- tfl s t tllk . mit Abbildungen ^^eriag^bchnell^aren-^LeipzigZm^^^ Schönster Slnsflugsort der Rabena«. 2 große Säle, Gartenwirtschaft. Vereinen. Touristen bestens empfohlen» — Gut aevslcatc Biere. — Um geneigten Zuspruch bittet R. Schmidt. Metallbetten, SJSm. Holzrobiiicnmatr., Kinderbetten, Eiscnmöbclsabrik, Sicht i. Tbnr. aEBffimaawrasssa Hindi- und Ulm Pfund 20 und 10 Pfg. hat abzugeben Gfl. Baum, Steinstr. 23. I Äutomobi I e u Fahrräder Gbbel & Appel Alicostr. 25 Tel. 736 | Adler-Autos u. Fahrräder Kontrollkassen, Reptwkct. Bäcker- und Konditoreien IGeorg Erhard? | WaUtorstraße 19 [ | ff Bäckerei und Konditorei | billig und gut d.gesmt. Arbeitschftempf. Stade- Einrichtung. Chr. Zimmer Bahnbofstraße 12 Spez.: Kupferkessel. 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