Organ für die Interessen des der Provinz Oberhessen und werktätigen Volkes der Nachbargebiete. M« OberbeMslüe VolkSscltuu, erscheint leben Werktag Abend in Sieben. Der Abonncmentsvreis beträgt wöchentlich 15 Big., monatlich W Pfg. einichl-Briugcrlodn, Durch die Post bezogen tnerteljahrl.ILOMk Redaktion und Erbcditio» AieKen, Babnbosltrabe 23. Ecke Söwciigaslc. Telcvbon 2008 . Inserate kosten die 8 mal gespult. Kolonelzeilc oder deren Raum IbPsg. Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abend» 7 Utjr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeb«». Nt. 190 Eichen, Mittwoch Den 19. ?(npft 1914 . 9. Jchrgong Macht und Recht. Tie Dresdener Volkszeitung bringt folgende, beherzigenswerte Ausführungen: Auch in diesen ernstesten Stunden, da keine Zeit ist sür kleinere Auseinandersetzungen, muss ausgesprochen werden, dass das Verhalten vieler Zeitungen zum Kriegsausbruch nicht als würdig und nicht als ehrlich bezeichnet werden kann. Es macht sich ein erschreckliches Pharisäertum breit. Seit der Zuspitruna des groben Konflikts erhitzen sich viele Zeitungen in tobenden Ausbrüchen gegen die uns gegeniibcrstehendcn Staate» und Völker, lieber die Politik Nublands, Frankreichs, Englands wird Pech und Schwefel ausgegossc». Diese Staaten, ihr« Völker und ihre Negierungen iverdcn als Ausgeburten aller Schlechtigkeiten und Verwerflichkeiten ausgegeben, während man die deutsche und die österreichische Politik als Muster aller Tugenden. als Aussluß reinster Sittlichkeit verherrlicht. Mit jedem Tag wird dieses Treiben schlimmer. In konservativen Zeitungen wird in täglich sich jiberglpfelndcu Schmähungen gegen das slawische Ungeheuer getobt, gegen das perfide England, gegen das hinterlistige Frankreich. Tie wüstesten Bcschimpsungcn werden gegen den Zaren losgelaffcn — denselben Nikolaus, den man ein Zahrzehipt lang hoch gepriesen hatte, dem man tausend Liebesdienste erwiesen hatte, um dessen Knust man nicht nur russische Revolutionäre, sondern a u ch deutsche Arbeiter verfolgt und eingekcrkert hatte. Wenn aber der Präsident der sranzssöschen Nepublik, Poincare, in seinem Ausruf an das französtschc Volk von Frankreichs Friedensliebe spricht und sein Land als das angegriffen« bezeichnet, dann ist das „die scheinheilige Verlogenheit unserer Gegner", wie wir in unseren natonalistischen Blättern lesen! Ist dies die rechte echte deutsche Art? Ist nicht diese „scheinheilige Verlogenheit" ein Laster, das nicht blob im Auslände widrige Orgien feiert? Es ist unsagbar abgeschmackt, in diesen Sttinde» des furchtbarst:» Völkerringens die europäische Menschheit in tugend- reine Engel und tückische Teufel scheiden zu wollen. Man sage doch ruhiq, klar und ehrlich, um was es sich handelt, Feder Staat und jedes Volk glaubt in seinem Rechte zu sein, indem es seine Interessen vertritt, lind in den Mitteln, die von den Staaten in ihrem Machtkampf aufgewendct werden, ist keiner allzu wählerisch. Das Attantar von Scraicwo ist ganz gewist nicht die tiesste und letzte Ursache des europäischen Krieges, sondern nur .ein Anlass. Viel näher als die tosenden Entrllstungspharjsäer der notionalistifchcn Presse kommt der Kaiser in seinem letzten Aufrus der geschichtlichen Wahrheit, wenn er sagt: „Mau will nicht dulden, daß wir in Treue zu unserem Bundesgenossen stehen, der um An sehen als Kross macht kämpft und mit dessen Erniedrigung auch unsere Mack» verloren wäre." Die slawische Welt breitet sich aus. Russland verlangt von tehcr nach dem Zugang zu den großen Weltmeeren, von denen es abgeichnittcn ist. Dasselbe Streben erfüllt die serbische Nation, die ihren Handel zu entwickeln bemüht ist. Diese slawische Enlwicklurgen stoßen gegen das Gcfiigc der habsburgischen Monarchie, die durch ihre nationale llneinhcitlichkcit besonders empfindlich getroffen wird. Zwischen Deutschland und Frankreich aber besteht der alte betrübende Gegensatz wegen Elsaß- Lothringen und zwischen Deutschland und England die neue u Handelsrivalitätcn. Alle diese Streitigkeiten um den Besitz von Land, von günstigen Küsten, von Handelsgewinn und Erd- bcherrschung liegen dem jetzigen europäischen Ringen zugrunde. An einem kleineren, aber bezeichnenden Beispiel vom heutigen Tage zeigt sich der wahre Tatbestand, Die Rheinisch-Westfälische Zeitung, das Blatt des industriellen Grosskapitalismus, schreibt einen Leitartikel voll Begeisterung darüber, dass die deutsche Heeresleitung sich nicht durch zimperliche Rcchtsbcdcnkcn abhaltcn läßt, die Neutralität von Lnrembura und Belgien unbeachtet zu lassen. Da ist cs mit einem Male aus mit den schönen Redensarten von „Recht" und „Gerechtigkeit" und das Blatt schreibt in brutaler Deutlichkeit: „Ein energischer Schritt, wie die Besetzung Luxemburgs, um unsere wichtige Rcichseisenbahn z» schützen, muss ebcnsallz freudige Zustimmung finden, weil diese über alle kleinlichen und spießigen diplomattschcn Erörterungen hinweg Kraft zeigt, einen entscheidenden und unbeirrbaren Willen des Heeres rücksichtslos über jenen zu wälzen, der ssch uns entgegenstcmmt, Tic französische Hebe, hat nächst Elsaß-Lothringen und Belgien in keinem Lande so niederträchtig gewühlt wie in Lurcmburg, man konnte cs erleben, dass in diesem rein deutschen Lande, dem wir nie etwas getan habe», der rassig fremde Franzose dem Tcut- scheu vorgezogen wurde. Deutsche Ingenieure und deutsche Kapitalisten haben dieses Luremburg in seinem südlichen Teile zu einem gewaltigen Industrieland« umgeschaffen, lind wenn es möglich war. dass dort noch dcutsch« Offiziere beschimpft wurden, so ivar cs immer die alte Sache: die Franzosen zeigten nationale Kraft, und sse imponiert: wir Deutschen aber nicht. Das ist mit dem Tage anders geworden, an dem das Heer und die Heeresverwaltung regiert. Und wir danken ihr auch aus tiefem nattonalcm Gewissen für diesen Schritt. Fort mit allem Bedenken. Es gibt auch eine goldene Rücksichtslosigkeit." d e u t sch c s Kapital — hie französisches Kapital, das Land besitzen, wer soll die Gruben ausbeuten, wer l"^ ocst meisten Reichtum erwerben? Das ist die Frage, m,., „ J Sozialdemokraten sind der Ueberzeugung, dass die uicwungcu zwischen den Nationen, die aus ihrer Entwicklung sol- 5V?!»und kultureller Weise ausge- "ifdcn können. Wir sind der Ueberzeugung, dass alle Na.ivnen besser gedeihen, wenn sie in vcrniinstiger 9(rt ihre ej c M e nflcncnfätsc lösen, als wenn sic sich d u r ch b I u - t i g e K r i ege zerfleischen. Wir sind auch der Ueberzeugung, dass der furchtbare Krieg, per jetzt anhebt, hätte vermieden >m:rdcn können, Aber so geht cs im Verlauf der menschlichen Geschichte: wenn einmal die Etegensätze sich verschärft haben, dann werden Einsicht und Vernunft durch wilde Leidcnschasteu zurückgc- worfen, dann werden immer heftigere Worte und Bedrohungen gc- ivcchsclt, bis schliesslich ein Ausgleich nicht mehr möglich bleibt. Tic Völker fallen aus dem Zustand der Kultur zurück in Unkultur und wilde Barbarei. Man verschone unser Volk mit dem Pharisäertum. Man schwatze nicht jeglichen Tag von unserer schimmernden Tugendhaftigkeit und von der Verworfenheit der anderen. Das ist nicht ritterliche Kampfesart. Das ist am allerwenigsten geschichtliche Wahrheit. Es wäre kindisch, bestreiten zu wollen, dass auch das kapitalistische Deutschland durch sein Streben nach Machterweiterung und Wcltmarktbehcrrschung den anderen Nationen unsanft cutgegen- getrctcn ist. Man sage cs getrost, dass cs sich um einen gewaltigen Machtkampf unter den Nationen Europas handelt. Wir sind nicht die Engel und die anderen sind nicht die Teufel. Es ist das riesengroße kapitalistische Kräftemesfen, dessen unvermeidlicher Eintritt durch die Tozialdemokratie seit langem vorausgesaift wurde. Das deutsche Volk steht nun eipmal in diesem furchtbaren Kampfe. Es muss und wird sein Alleräußerstes aufbicten, um sich gegen die Welt von Gegnern zu schützen, um vor allem den Hereinbruch der slawischen Herrschaft abzuwehrcn. Aber das pharisäische Geschwätz nützt uns nichts in diesen Kämpfen um Tod und Leben. Die Kämpfe im Elsas;. Amtlich wird gemeldet: Das Gefecht bei Mülhausen war ein Gelcgcnhcitsgcsecht, Anderthalb feindliche Armcekorps wäre,, in das Oberelsass eingcdrungcn, während unsere dort bcsindlichcn Truppe» noch in der Sammlung begriffen waren. Sie griffen trotzdem den Feind ohne Zaudern an und loarsen ihn auf Belsort zurück. Danach folgten sie ihrer Anf- marschbesttmmung. Währenddessen Hai eine kleine Fcftungsabtcilung aus Strass bürg am 14. ds. eine Schlappe erlitten. Zwei Fcstungsbatnillonc mit Geschützen und Maschinengewehren aus Fcstungsbcständcn waren an diesem Tage im V o g e s e n p a ss von Schirm eck vorgcgangcn. Tie wurden durch scindiichcs Artilleric- icucr von Tonon her ü b e r s a l l c n. In der engen Passstraße sind die Geschütze und Maschinengewehre zerschossen und unbrauchbar gemacht liegen gebkicbcn. Jedenfalls sind sic vom Feinde erbeutet worden, der später aus Schirmeck vorging. — Ein vnücdeutcnbes Kricgscrcignis, das keinerlei Einfluß auf die Operationen hat, aber de» Truppen gegen Tollkühnheit und Unvorsichtigkeit ein warncndcsBcispicl sein soll. Die wieder gesammelten Festungstruppen haben den Fcstungsbereich un- vcrsolgt erreicht. Sic haben zwar ihre Geschütze, aber nicht den M u t ve r l o r c n. Ob bei diesen Vorgängen Verrat der Landes- bcwohncr mitgewirlt hat, wird noch scstgcstcllt werden. Es geht vorwärts! Das Svenska Tageblade meldet aus Paris vom 13. August: Auf der Strecke Longwy-Longuyon-Marville ist es zu Zusammenstößen zwischen Deutschen und Franzosen ge- kommen. Deutsche Kavallcriepatrouillen sind im Norden des Arrondissements Montmcdy gesehen worden. Die Eroberung vou Lüttich. (Amtlich.) Das Geheimnis von Lüttich kann entschleiert werden. Uns war Nachricht zugcgangen, dass vor Ansbruch des Krieges französische Offiziere und vielleicht auch einige Mannschaften nach Lüttich entsandt waren, um die belgischen Truppen in der Handhabung des Festungsdlenstcs zu unterrichten. Vor Ausbruch der F-cindseligkeileii war dagegen nichts einzuwcnden: mit Beginn des Krieges aber wurde es ein NentralitötSbruch durch Frankreich und Belgien. Wir muhten schnell handeln. Tie mobilen Regimenter wurden an die Grenz« geworfen und auf Lüttich in Marsch gesetzt. Sechs Friedensbrigaden mit Artillerie und Kavallerie haben Lüttich genommen. Danach wurden sic dort mobil qemacht und erhielten als erste Verstärkung ihre eigenen Ergänzungsmannschaftcn. Weitere Regimenter konnten nachgeschoben werben, die ihre Mobilmachung soeben beendet hatten. Unsere Gegner sprachen bei Lüttich von 120 000 Deutschen, die den Vormarsch wegen Schwierigkeiten in der Verpflegung nicht antvcten konnten. Sie haben sich geirrt, die Pause hatte einen anderen Grund. . Jetzt erst begann der deutsche Aufmarsch. Tie Gegner werden sich überzeugen, daß di« deutschen Armeekorps gut verpflegt und ausgerüstet den Vormarsch antrcten. Seine Majestät hat sein Wort gehalten, an die Einnahme der F-ortS von Lüttich keinen Trapsen deutschen Blutes mehr zu setzen. Ter Feind kannte unsere schweren AngrissSmIttel nicht, daher glaubt« er sich in den Forts sicher. Doch schon die schwächsten Geschütze unserer schweren Ar- tillcrie veranlassten jedes durch sie beschossene Fort nach kürzester Frist zur Uebcrgabc. Die noch erhaltenen Teil« der Befcsiiginrgcn retteten dadurch ihr Leben, Tie Forts aber, gegen di« unsere schivcren Geschütze feuerten, wurden in kürzester Zeit in Trümmerhaufen verwandelt, unter denen die Besatzung begraben wurde. Jetzt werden die Fonts wieder zur Verteidigung eingerichtet. Die Festung Lüttich soll den von unfern Gegnern gefassten Ptänrn nicht mehr dienen, sondern den deutschen Heeren ein Stützpunkt sein. Der Generalqnartiermeister v. Stein. Nachdem den holländischen Blättern bisher von belgischer Seite Siege der Belgier berichtet worden sind, beginnen min wahre Nachrichten vom Kriegsschauplatz durchzudringen. Der Korrespondent des Handelsblad, dem es gelungen war, »ach Lüttich zu kommen, schreibt: Alles weise aus die strategische Vorsicht und Tüchtigkeit der Deutschen hin, die nach einem bis in alte Einzelheiten ausgoarbeitcten, vorher sestgestrütci. Plan arbeiten. Durch das Handclsblad ersährt nun end) Holland, dass mit dem Fall Lüttichs di« deutschen Truppen volle Bewegungssrethett haben. Rehabilitierung des Eochcmer Gastwirts. Vor kurzem erregte es im Inland und Ausland grosses Aussehen, als die Nachricht durch die Blätter ging, der Gastwirt N r c o- l a i in Eochem und sein Sohn hätten versucht, den Eochcmer Tunnel der Bahnlinie Berlin-Metz zu sprengen und sie seien dafür stand- rcchtlich ans dem Ehrenbreitstcin erschossen worben. Dazu kamen noch allerhand Einzelheiten, wie zum Beispiel, dass in dem Keller des Hauses Kisten mit Dynamit gefunden worden seien, dass Nicolai falsches Papiergeld angcfcrtigt habe und dergleichen. Das Kriegsgericht der Festung Ehrenbrcitsdcin sprach den wegen Landesverrats >md Spionage Angeklagten f r e i. Das Urteil hebt ausdrücklich hervor, es habe sich auch nicht das Gersngste gegen Nicolai ergeben, und er gehe durchaus eiuwandsrei aus der Verhandlung hervor. Es wurde ihm auch die Befugnis zuerkannt, das Urteil tu mehreren Zeiliiiigen auf Staatskosten zu veröffentlichen. Der Sohn hat überhaupt mit der ganzen Untersuchung nichts zu tun gehabt. Wie das tolle Gerücht hat entstehen können-, ist unaufgeklärt. Russische Truppen a-r der rnnräinschen Grenze Aus Bukarest wird vom 11. August gemeldet, daß große russische T r u p p e n m a s s e n an der rumänischen Grenze bei Kischincw z n sa m m e n g c z o g e n seien. Rußland gab die Erklärung ab, daß diese Massen demnächst ans den nördlichen Kriegsschauplatz geschickt würden, jedoch nimnit Rumänien diese Erklärung init Vorbehalt auf. Soll Europa kosakisch werden? Unser verdienter Vorkämpfer Wilhelm Liebknecht hat seinem Abscheu gegen das Knuienreich häufig Ausdruck gegeben, am drastischsten wohl in der Artikelserie, die er zum russisch-türkischen Kriege veröffentlichte und die er dann 1878 in dlc bekauMe Broschüre Zur orientalischen Frage oder soll Europa kosakisch werden? zusammen- snßte. Wilhelm Liebknecht schrieb: „Russland - eine halbbarbarischc Macht, die sich gerade so viel Zivilisation angccignet hat, um ihre barbarischen Ziele mit dem Rassinement der Kultur verfolgen zu können. Der brutailste Raubftaat, den die Geschichte kennt, der einzige, welcher der langen ununterbrochenen Reihe von an der Menschheit begangenen Verbrechen keinen der Menschheit erzeigten Dienst mildernd zur Seite stelle» kann . . . dieser räuberischste, grausamste, heuchlerischste oller Raubstaaten darf ungestraft Europa, die Welt, ans einer Panik in die ander« stürzen, darf den Handel und die Jndusttie der zum Ansbliihen unentbehrlichen Ruhe und Sicherheit berauben, darf Verwicklungen sch-assen, aus benen jeden Augenblick ein europäischer, ein Weltkrieg emporschlcssen kann. Der Sieg Russlands — der Tod der Freiheit in Europa —, während umgekehrt die Niederlage der Russe» die soziale Umwälzung in Russland, deren Elemente massenhaft vorhanden, sehr beschleunigt haben würde und damit den Umschwung in ganz Europa." Das sind Worte, di« wir uns heute nicht lebhaft genug ins Gedächtnis zurnckriifen können. Jetzt scheint ein selbständiges Polen vor unseren Augen zu entstehen. Tort ist bereits der ossenc Aufstand losgcbrochen. Tic alie Nationalhoff nung auf Wiederherstellung der Selbständigkeit des Landes schlägt in heissen Flammen empor. Die Deutschen dringen, ohne Widerstand zu finde)), in die polnischen Ortschaften ein und werden dort mit ossenen Armen ausgenommen. Tic Aussichten Russlands sind also die denkbar schlechtesten und eine Niederlage kann zu den unübersehbarsten Konscguen- ze» für bas Riesenreich führen. 31 ucf) die bürgerliche Presse hat unter dem Truck der Ereignisse eine vollständige Wandlung durchgemacht. Von der Post bis zum Berliner Tageblatt schwärmt man von den: „heiligen Kriege Polens". Man lehnt sich überall stürmisch gegen den Gedanken ans. dass „Europa kosakisch werden soll"! Zur strategische» Lage im Osten. Mit Genehmigung des Oberkommandos in den Marken veröffentlicht die Torszeituug folgcube Betrachtungen vou Generalmajor a. D. vonGcrsdorfs: 1 Als Frankreich sich nicht rasch genug dazu entschloss, in Ermangelung kriegstnchtiger Rekruten den dreijährige» Dienst ein- zusiihrcn, regte sich der Zorn der Moskowiter, insbesondere des russischen Kriegsministers. D!« russische Armee sei kricgs- und zum Einmarsch nach Deutschland bereit, man verlang« vou den Bundesgenossen gleiche Kriegsbereitschast. Was wird Frankreich heute zu den Russen sagen, was werden die Russen tun? In Russisch-Polen stehe» vor dem cigentlicheu russischen Aufmarschgebiet vorgeschoben mindestens fünf Armeekorps und weiter eine gewaltige Heereskavallerie. Demgegenüber märe die zwischen dem Meere und Polen eingeklemmte Provinz Osiprcussen in «ine schlimme Lage geraten, falls die Russen, wie cs hicss, in der Tat, schon im Frieden mobil und marschl>crelt gewesen wären. Jedermann vermutete doch den Anprall »ngeftiimcr rnsstschcr Magen gegenüber bcm preußischen Grenzschutz. Von alledem ist nicht mehr die kliede. Unser verhältnismässig schwacher Grenzschutz hat v o i l k o m m e n genügt, die bisherigen Einfäll« der Russen abznweisen und hiermit die Mobilmachung und den ?luf- marsch zu ermöglichen. Nirgend glückte cs. eine Eiscnbahnbrücke zu zerstören, einen Babnhos zu besetzen: im Gegenteil, unsere Truppen haben ihre Fühler über die Kren,'pfähle vorgeschoben und hiermit der Slulklärnngsmögüchkcit gute Dienste geleistet. Der Rcitcr- augriss der Russen bei Soldau aus prcnssischc intakte Jirfanteric beweist, dass sie taktisch nichts zugeicrnt haben, und dass zwei russische Kavalleriedivisioncn ruftia zusahcn. wie ihre Brüder von den Dent-- schen aus Kibart» vertrieben wurden, spricht nicht für hilfsbereite Kameradschaft. Der strategische Aufmarsch der rn s s > s ch e n Haupt- k r ä f t c gegen Deutschland dürfte sich hinter dem R i« m e n , der gegenüber Oesterreich-Ungarn bintcr dem Bug vollziehen. D>o uach Polen vorgeschobenen russischen Korps bilde» deren Vortrnp- pcu und Sicherung. Gleichzeitig waren sie dazu bestimmt, unsere Zlkobilmachuug und den Aufmarsch zu störe». Diese Ausgabe ist mißglückt. Werde» sie die andere erfüllen? dllles kommt darauf an, daß 6ie ruffiföc Mobilmachung dir Hauptkräft« schnell verläuft und sich deren Massen bald in Bewegung setzen können: andernfalls bleibt den nach Palen vorgeschobenen Rnsscn nicht viel anderes übrig, als sich angesichts der in Palen ansgcbrachenen nationalen Bewegung auf ihre Hauptkräfte zurückzuziehen. Diese Bewegung greift immer stärker um sich und sic droht sich zu ofscner Revolte zu erweitern. Hierfür sprechen vielfache Anzeichen: Der „Blitz", der in Warschau die Zitadelle clnäschertc, die Zerstörung rnssischer Magazine und Kriegs»,itlc! und der Jubel, niit dem preußische Truppen van der polnischen Bevölkerung empfangen wurden. Tic russischen Regimenter beziehen seit kurzem ihre Reserven im Bezirk ihres Standorts, mithin die Regimenter in Polen polnische Rcserve- leutc. Diese eiten aber nicht zur Fahne, und cs gibt täglich eine gros,c Zahl polnischer Deserteure, die über die Grenz« nach Deutschland zu entfliehen suchen und überlaufen: teilweise wohl auch von der Hungersnot getrieben. Hinter der Buglinic sammeln die Russe» starke felndlichc Kräfte gegenüber Oesterreich-Ungarn. Gelingt cs Oesterreich Ungarn, die Grenzen vor scindlichem Einsall zu bewahren, und überdies dem Feind osscnüv zu Leibe zu gehen, dann haben unsere Verbündeten ihre Ausgabe glänzend gelöst, Je stärker cs gelingt, den russischen linken Filme! zurückzubrückcn, desto schwerer wird cs dem rechten russischen Flügel werden, über die Niemcnlinic zur Offensive zu schreiten. Parteipolitische Unterschiede werden im Heeresdienst nicht mehr gemacht. Der stellvertretende Kommandierende General des 7. Korps, Freiherr v. B i s s i n g , hat überall im Bezirk folgenden Korps- bcfchl anschlagen lassen: „Anläßlich eines Spezialfalles sehe ich mich genötigt, folgendes bekannt zu machen: Das Vertrauen zu unserer so tüchtigen Arbeiterschaft ist während der Ercignisic der letzten Zeit in voller Weise gerechtfertigt worden, und dieses Vertrauen soll durch nichts erschüttert werden. Dabei macht cs keinen Unterschied, ob Teile der Arbeiterschaft während des Fricdcnszustandcs Organasationcn irgendwelcher Art angelchlosicn waren. Ich kann es daher nicht für richtig halten, wenn bei Aufrufen zur Werbung von Arbeitern im Dienst der Heeresverwaltung unsere Arbeiter aus solchem Grunde ausgeschlossen iverdcn. Ein solcher Ausschluß widerspricht der Verpflichtung, parteipolitische Unterschiede im Heeresdienst nicht zu machen." Der KorpSbcfchl bezieht sich auf die bekannte Anzeige der Artilleriewerkstatt Lippstadt, wonach Sozialdemo, kraten von der Annahme ausgeschlossen sein sollten. — Uebrigcns war Irhr. v. Bissing nicht immer so „tolerant". Er ist derselbe General der Kavallerie, der seinerzeit einen förmlichen Kriegsplan für die Revolution ausgcarbeitct hatte, die Soldaten im Straßenkampf ausbildcn lassen wollte und natürlich auch in Aussicht nahm, alle Führer der Arbeiterbewegung im gegebenen Moment sofort festzusctzen. Wenn er sich jetzt so wesentlich zu seinem Vorteil verändert hat, ist das nur zu begrüßen. Hoffentlich Haitis vor! Berlin im Kriege. Aus Berlin wird uns geschrieben: I» Berlin wurde die Einberufung der ausgebildeten Mannschaften des Landstrirms mit Befriedigung begrüßt. Zahlreiche Existenzen wurden damit der Ungewißheit entrissen: die Leute, die bisher in Arbeit standen, wiffcn jetzt, woran sie sind und die cinbe- ruscnen Arbeitslosen fühlen sich der Sorge um sich und der Verantwortung für ihre Familie enthoben. Man begreift auch allgemein, daß angesichts der gesamten Lage diese Maßnahme durchaus notwendig war, denn man weiß, daß im Westen viel zu tun ist und wünscht dem Osten, zu dem ja auch Berlin selbst gehört, allen erdenklichen Schutz, Dem Berliner ohne Unterschied der Partei erscheint die feindliche Gefahr zu allernächst in der Gestalt des Z a r i s m u s, und das sagt alles! Mit einmütiger Opferwilligkeit nimmt die Bevölkerung die an sie gestellten neuen Anforderungen als etwas Selbstvcrständlicktes auf sich. Die Stimmung der lebten Tage, die manches Bedenkliche mit sich brachte, ist einer ernsten würdigen Entschlossenheit gewichen. Man weiß jetzt, daß dem Volk ein ungeheuer schweres Werk bcvorsteht und daß man nicht alle Tage «ine neue Sicgesnachricht verlangen darf. Auch die f r e m- den feindliche Bewegung ist zum S t i l l st a n d gekommen, sic tobt sich höchstens noch an englischer Pfefferminz und russischem Caviar aus, die jetzt ihre Nationalität verleugnen müssen, ohne dadurch an Wertschätzung zu verlieren. Man ivagt auch schon wieder darüber zu lächeln, daß die Eonfiscri« Wilczck die „Confiserie" von ihren Firmenschildern strich just an dem Tage, an dem der Eroberer von Lüttich, General v. Emmich, den Orden „pour le merite" erhielt. Nur in einer Mädchenschule ist cs noch zu cincr kleinen Revolution gekommen, die jungen Damen sandten eine Deputation an die Lehrerin und erklärten ihre Weigerung, künftig die Sprachen Shakespeares und Victor Hugos zu lernen. Auch diese lieber- A f r a j a. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 37 „Und niemand wird zweifeln," sagte Marstrand, „daß unser Freund Paul immer das Klügste tun wird." „Damit bin ich zufrieden," rief der Schreiber, seine grauen Augen aus den Sprecher richtend. „Wer immer das Klügste zu tun weiß, wird Bären und Wölfen nicht allein entgehen, sondern auch den Zähnen der Menschen entkommen, die zuweilen noch viel schlimmer sind." Helgcstad mischte sich ein, wie er immer tat, und leitete das Gespräch auf Marstrands Sache. Er verkündete dessen Entschluß, am Bnlsfjord sich nicdcrzulasscn, die kleinen Täler mit Anbauern und Dieustlcutcn zu besetzen und seinen Königs- Brief zu der Besitznahine des ausgedehnten Landstriches zu gebrauchen, indem er den Schreiber auffordertc, für die schnelle Erledigung der Nechtsförmlichkcitcn, wozu dieser sich ange- botcn, nun wirklich Sorge zu tragen. Paul Petersen gab die bündigsten Zusicherungen. „Ich nehme alles auf mich," sagte er, Marstrands Hand schüttelnd, „und denke Ihnen bald zu beweisen, wie wert Ihre Angelegenheit mir ist. Reisen Sie unbesorgt, Herr Marstrand, noch ehe Sie aus Bergen zurückkehren, soll der Rechtstitel berichtigt sein und niemand ihn anfechten können. Ich will selbst nach Tromsö, sobald Jungfrau Jlda mir Urlaub gibt. Mein Oheim wird so zu Diensten sein, wie ich es bin." 7. Die Jacht war bereit zur Bergenfahrt, alle Vorräte waren eingcschifft, alles war wohl verpackt und geordnet. Hclgestad hatte lange Unterredungen mit seinem Sohne, dem er An- Weisungen erteilte, was während seiner Abwesenheit geschehen sollte, endlich aber kam es in Marstrands Beisein zu einem Gespräch zwischen Vater und Sohn, das die Familien- 'vcrhältnissc erörterte. Helgestad sprach von JIdas bevorstehender Verheiratung Patriotinnen wurden von der Schulbehörde zur Besonnenheit zurück- gcbracht. Erfreulich ist, daß der Vorwärts, der gegen das Treiben gc- wiffcr Sensationsblätter «in wertvolles Gegengewicht bietet, seit heute — 16. August — aus den preußischen Bahnhöfen verkauft werden darf! Große Fragen von gestern sind klein geworben und lösen sich spielend! Bctschätftc Littenkoiiirollc itt Berlin. Der Berliner Polizeipräsident macht im Hinblick auf starke militärische Einquartierungen bekannt, daß im Inter- esse der Volksgesundheit schärfere Maßregeln gegen die Prostitution getroffen werden sollen. Aber nicht nur die Prostituierten sollen schärfer überwacht werden, daneben, so heißt es in der polizeilichen Verfügung, „sollen die Exekutiv- bcaintcn ihr Augenmerk auch auf solche weibliche Personen richten, weiche sich in der Leffcntlichkeit (Straßen, Lokalen usw.) nach Prostituiertcnmanier so auffallend und herausfordernd benehmen, daß sic das sittliche Gefühl ihrer Mitbürger verletzen. Sic alle werden künftig ohne Ansehen der Person fe st genommen und der Polizei zur zeitwcisen Inhaftnahme nnd evcntl. Verhängung der sittcnpolizcilichen Aufsicht zugeführt werden." Erleichtern»«^«» im Eisenbahnverkehr. Von der Berliner Eisenbahndirektion ist in Aussicht genommen, in wenigen Tagen wieder schnellfahrende Züge von Berlin nach den Hauptortcn Deutschlands verkehren zu lassen. Es wird darüber ein besonderer Fahrplan veröffentlicht werden. Zurückstellung von Lntidsiurmpflichtigcn. Die Norbdentslhe Zeitung schreibt: Ans Anordnung de-s KriegS- ministeriunis werden die dem Landsturm ongchörenben Müller, Führer von Motorpfltigcn, landwirischnftlichen Maschinen und Maschinen in elektrischen Ucbcrlandzcntralen in weitgehendem Maße zurllckgestellt werben. Tie Deutschen zahlen ehrlich. Fast in jeder Nunimcr der französischen Blätter, die unS in die Hände fällt, lesen wir von Raub und Plünderung, die angeblich von den deutschen Ulanen in Belgien verübt werden sollen. Es lohnt sich schon gar nicht mehr, diese Lügen, die gleichwertig neben den erdichteten Siegen und den künstlich zu harmlosen Operationen umgedichteten französischen Niederlagen stehen, zu widerlegen. Das Zeugnis eines französischen Blattes dafür, daß die Deutschen ehrlich zahlen, was sie brauchen, sei dennoch wiedcrgegcbcn. Ter Lyon Rspublicain ließ sich am 13. August aus Brüssel folgendes berichten: „Die Deutschen haben bisher in Lüttich sehr geringen Schaden angerichtct. Sie scheinen zu zögern, als wären sie unruhig. Alles, was sie bei den Bewohnern und Händlern entnehmen, bezahlen sie mit Gold. Einzig und allein die- jenigen Lütticher werden belästigt, die man im Besitze von Waffen findet." Die Heilsarmee und der Krieg. Tie Heilsarmee bezeichnet es als unwahr, daß sic als englisches Unternehme» selbst während der Kriegszeit Gelder nach England abführt. Ihre Leitung in Deutschland liegt vollständig in deutschen Händen. Der oberste Leiter von Deuftchland habe selbst zwei Söhne in der Front stehen, und die meisten der männlichen Osfizicre stehen ebenfalls vor dem Feind oder warten auf ihre Order, Nach erfolgter Kriegserklärung stellte die Heilsarmee ihre sämtlichen Anstalten mit 2000 Betten sowie ihre Vcrsammlnngssälc sofort der Behörde zur Verfügung. Das Hauptguartier stehe mit dem Nationalen Fraucndienst, dem Roten Kreuz nnd den Volks-Kinderhorten in Verbindung um Ucberlaffnng von Schwestern zur Fürsorge für die Zurückbleibenden. Bis in die allerletzte Zeit hinein habe das Internationale Hauptquartier in London Zuschüsse nach Deutschland gesandt. Behandln»»;; der Deutsche» in Russland. Der norwegische Dampfer „Minerva", der von Oncga am Weißen Meere kommt, wo das Schiff beim Kriegsausbruch lag, berichtet nach der Franks. Ztg., drei deutsche Dampfer seien dort von den Russen in Grund gebohrt, fünfzig Mann der Besatzung und eine Dame verschleppt und gefangen genommen worden, ohne daß sie das Notwendigste mitnehmcn konnten. Nach einigen Tagen wurden die hungernden Gefangenen zehn Meilen landeinwärts gesandt. Die Petersburger Telegraphcn-Agcntur erklärt die im als von einer festbestimmten Sache. Er scherzte über die beiden Bewerber und gab Björnarne den guten Rat, sich in nichts zlt mischen, sondern Jlda selbst zu überlassen, wem sie ihre Gunst znwenden wolle; aber seine Winke waren deutlich genug, um für Olaf wenig Hoffnung übrig zu lassen. „Glaube genau zu wissen, wie's kommen wird," sagte er mit seinem pfiffigen Grinsen. „Ist Paul Petersen der Mann nicht, der vor Olaf davonläuft, wie vor dem Bären. Kalkuliere, Herr Marstrand, ist mit Kindern eine wunderliche Sache. Hat man sie mühsam erzogen, kommt einer, der sie uns nimmt, und dem sie Nachfolgen über Land und Meer. Ist mir aber immer lieber, ich weiß Jlda in Tromsö als weit im Nordland, wo sie Heimweh bekommen würde nach den schwär- zcn Felsen am Lyngensjord." Er wandte sich zu Björnarne um, legte die Hand unter dessen Kinn und blickte wohlgefällig auf den kräftigen Jüngling. „Ruh!" fuhr er fort, „bleibst mir im Hause, ist aber nicht Ordnung da, wo Männer allein wohnen, müssen daran denken, den Schaden gut zu machen." „Was meinst du, Vater?" antwortete ihm der Sohn, während das Blut ihm ins Gesicht trat. Hclgestad lachte. „Weißt cs besser wie ich," rief er, „und denke beinahe, hast große Lust, es deiner Schwester bald nach- zumachcn. Sage aufrichtig, Björnarnc, hast noch kein Mäd- chen gesehen, die du in Oercnäesgaard mit ihren Hochzeitsküsten haben möchtest?" „Keine von allen, Vater!" erwiderte Björnarnc. „Ei du Narr!" schalt der Alte, ihn beim Ohr festhaltend. „Eine muß es sein, und daß du es weißt, will meine Schwiegertochter mir aussuchcn, wie ich sic gern habe. Wirst zufrieden sein, Björnarne. Weiß ein Mädchen, jung, fein und frisch, glatt wie ein Hirsch und wohlgcmacht in allen Dingen. Denke, merkst, welche ich meine. Jst's nicht so? Will dir ein ander Lied davon singen, wenn ich aus Bergen wiederkomme." Björnarne wandte sich rasch ab und lief davon, als wolle cp uirlsts weiter hören. Helgestad lachte behaglich hinter ihn: Auslände verbreiteten Gerüchte, daß deutsche und österreichische Reservisten nach Sibirien verbannt worden seien, für un- ' richtig. Alle diese fremden Untertanen wiirden nur bis zur Beendigung des Krieges in einigen östlichen Grcnzbczirken des europäischen Rußland ihren Wohnsitz erhalten. Rlisstschc Korrnptio». Wie der Stockholmer Korrespondent der Frankfurter Zeitung mitteilt, ist die Sprengung der Hasenanlagcn von Hangö (Finnland) durch de» russischen Hgsenkommaudanlcn infolge eines Irrtums ungeordnet morden. Aus Petersburg war der Befehl ciugctroffen, die Mole mit Mtnengänge» zu versehen, natürlich um im Notfall eine Spreitgung zu beschleunigen. Der Kommandant ließ aber sofort die g a n z e n H a f e n a n l a g e n , die insgesamt nahezu 80 Millionen Mark gekostet haben mögen und mit finnischem, nicht russischen Geldern errichtet worden sind, zerstören und den Hascneingang durch versenkte Dampfer sperren. Nachdem dieses Vcrnichtungswcrk vollzogen war. kam der Kommandant zur Be-» sinnung und erhängte sich. Diese Meldung wird nun auch von anderen Seiten bestätigt, wobei der Vossischcn Zeitung niitge- teilt wird, daß der i» Selsingsors kommandierende russisch« Admiral vertraulich das „Versehen" des .Kommandanten von Hangö damit erklärt habe, daß die dortigen Behörden betrunken gewesen fein dürften! Vor einigen Tagen hat sich der Intendant der Festung Wnborg erschossen, weil er sich vor dpr Aufdeckung riesiger Untcrschlcise fürchtete. Diese zwei Tatsachen zeigen bester als die längsten Ausführungen, was Rußland den Finnländern bringen wollte: Korruption und Schnaps, die zwei hervorragendsten Aeußerungcn russischer Eigenart. Die Kosten fallen leider deni finnischen Staatsschatz zur Last, der hoffentlich bald von Rußland ganz unabhängig werden wird. Marche,«erzählnttgei«. Dem Geheimen Kommerzienrat Richter, dem Inhaber der bekannten Anker-Stcinbankastenfabrik in Rudolstadt, ist eS, wie dein Berliner Tageblatt berichtet wird, gelungen, von einer Reise durch Rußland alS Bettler verkleidet nach großen Gefahren nach Deutschland zurllckzukehren. Er erzählt, daß in Petersburg die tollsten Siegcsnachrichten bckanntgegcben lvorden seien: danach wäre Wien bereits von den Russen eingenommen worden. Weiter berichtet er, die russischen Truppen, die in gewaltigen Massen zusammengezogcn würden, litten vielfach unter Hunger. Tie Engländer ließen in Schweden verbreiten, daß in Berlin Revolution herrsche und daß das königliche Schloß in Berlin nnd die Paulskirche in Frankfurt a. M. bereits in Flammen aufgegangen seien! Aus Paris. Wie di« Franks, Ztg, italienischen Blättern entnimmt, gingen in der französischen Hauptstadt schon vor Kriegsbeginn die tollsten Gerüchte nin. So wurde allgemein gesagt, ein ganzes Geschwader gepanzerter l!) Zeppelin« sei aus der Fahrt nach Paris, und auf der Spitze des Eiffelturmes seien Maschineng«schiitzc bereit, di« Einbring-. l:ng« mit einem. Hagel von Geschossen zu überschütten. Di« Pariser Blätter sind wegen Papier,nangels auf ein halbes Blatt reduziert worden, die Pätric erscheint im Kleinformat von 30 auf 10 Zentimeter. Di« Zeitungen beschränken sich aus di« Wiedergabe von offiziellen Bekanntmachungen, amtlichen Erlassen und wenige Zeilen Kommentare dazu. Di« Pariser Portiers schließen seit dem 3, Anglist schon abends 0 Uhr die Haustüren, um sie bis znm folgenden Morgen nicht mehr zu öffnen. Tie Milch ist in Paris rar geworden, sic ivird in einen, Quantum von einem Liter täglich für die Kinder und Kranken reserviert. Die Haltnna Portngals. Die Berliner portugiesische Gesandtschaft teilt mit, daß keinerlei Nachrichten bei ihr cingegangen sind, die zu der Annahme berechtigen, daß das Gerücht von einer Beteiligung Portugals an dem gegenwärtigen Konflikt der Wirklichkeit entspräche. Sie hält es für der Wahrscheinlichkeit entbehrend. Die Gesandtschaft glaubt auch versichern zu dürfen, daß iw Berliner offiziellen Kreisen nichts vorliegt, was zu dem Gerüchte Anlaß gäbe. Von Togo. In Togo ist bei einem Zusammenstoß mit überlegenen feindlichen Kräften Hauptmann Psähler von der Polizeitrnppc gefallen »nd außerdem drei Deutsche, Scngmüller, Kohlsdorf und Ebert leicht verwundet worden. Die Behandlnng der Dentschei« il« Tunis. Nach zuverlässigen Nachrichten aus Tunis sind dort am 3. August sämtliche männliche Deutsche über 18 Jahre i n s Gefängnis geworfen worden. Ihr Geld und ihre Papiere wurden konfisziert, ihre Frauen und Kinder her. „Was andere zu viel haben, hat er zu wenig", sprach ec dann. „Springt mancher junger Bursche ohne Sinn und Nachdenken einer Dirne an den Hals, sollte aber lieber ins Wasser springen, ums heiße Blut abzukühlcn. Björnarne ist von denen, die mit Eva im Paradies leben könnten, ohne je nach dem Apfelbaum zu verlangen. Habe nie von ihm ge- hört, Herr Marstrand, daß er ein Mädchen lieber gehabt hätte, als seine Schwester und habe nie gesehen, daß seine Augen einer mehr sagten als allen andern. — Ist darum so recht ein Sohn, wie er sein muß. Könnte sic alle haben; kalkuliere, gibt keine Tür im Lande, wo er nicht anklopfcw dürfte. Ist zu gescheit der Junge, ist Niels Helgestads Sohn nnd weiß cs. Läßt die Mädchen seufzen und trachten, bis er die Rechte hcimbringt nnd alle Gesichter vor Neid und Ncn- gier blau werden wie Hummern." Marstrand war froh, daß Helgestad abgerufen wurde, denn der Hochmut in den Worten nnd Mienen des alten Kaufmanns verletzte ihn. „Er wird sich eine Schwiegertochter suchen", sagte er, indem er den Fjord entlang ging, „wie er einen Schwiegersohn gefunden hat. Ten größten Hochzcits- kästen wird sic ihm ins Haus schleppen und ihre Brüder und Vettern werden schwere Leute sein, die fest auf ihren Beinen stehen." — Er lachte verächtlich vor sich hin und setzte.seinen Weg fort, bald an Jlda denkend, die den ganzen Tag über von dem rotköpfigcn Schreiber begleitet wurde und für ihn kaum ein Wort fand, bald über Afraja grübelnd, der so seltsam zlt ihm gesprochen und dessen rätselhafte Worte einen so großen bleibenden Eindruck auf ihn gemacht hatten. Wenn er überlegte, was er aus so vieler Menschen Mund über das tückische treulose Wesen aller Lappen gehört, überkam ihn die Furcht, diesem asten Hexenmeister zu trauen; dachte er aber daran, wie Afraja MTfm- wunderbar in großer Not nahe gewesen, so wuchs sein Glaube an die Zuneigung des greisen Hirten;' verglich er ihn endlich mit Helgcstad, so fühlte er sein Mißtrauen gegen diesen in solche»!^^ angeregt, daß ihm alleZ nur zu möglich schien, was Afraja Mn erklärt hatte, l Fortsetzung folgt.) Slusgewiesen. Auch diesen wurde das Gold abgcnommen und gegen algerische Noten ausgetanscht. Von Militär- pflichtigen Deutschen sind nur der Advokat P c t e r e i t (Straßburg) und Tr. Lion Fcuchtwanger (München) entkommen, da sie von italienischen Matrosen auf einem italienischen Schiff v e r st e ck t worden sind. Sechs Deutsche wurden vom italienischen Schiss weg gegen das Völkerrecht v e r h a ft c t. Einer ist tot. Tie zurückgebliebenen Deutschen, etwa 120, wurden teils nach Biserta, teils nach Algier, teils nach Biskrah indicWü st «geschleppt. Wirtschaftliche Depression i» Amerika. Der Franks. Ztg. wird aus Ncwyork berichtet: Tas Geschäft liegt sehr darnieder. Führende Männer der Finanz, wie Morgan, Speyer und Schiff, konferieren mit dem Präsidenten Wilson über den Transport der großen Getreideernte noch dem Ausland, wozu amerikanische Reeder fremde Kaufsahrteischisse, beispielsweise 15 Schisse der Hanibnrg-Amerika-Linie, die jetzt in amerikanischen Häfen liegen, erwerben und unter amerikanischer Flagge fahren lassen werden. Durch dieses Mittel wird der allgemeine Druck gemildert werden, doch ist cs zweifelhaft, ivi« die Baumwollernte finanziert werden kann. Kongreßmitglieder aus dem Süden fordern, die Regierung solle den Pslanzern Vorschüsse machen. Die Eröffmmg der Börse ist noch zweifelhaft, doch erhalten die Mitglieder die Erlaubnis, Privatgeschäfte auf der Basis der legten Kurse zu niachen, was eifrig geschieht. Präsident Wilson mißbilligt,' daß irgend einer kriegführenden Nation ein Darlehen gewährt wird, kann aber unter den geltenden Gesetzen di« Bankiers nicht daran hindern. Die Neutralität Chinas. Aus Washington wird gemeldet, daß wegen der Spannung im fernen Osten die amerikanische Regierung Schritte bei den Mächten unternehme, damit die Neutralität Chinas gewahrt bleibe. Ein deutsches Unterseeboot vernichtet. Nach einer Meidling des Wolsfburcaus waren mehrere deutsche Unterseeboote nach der englischen Küste ausgcfahren. Tas Unterseeboot „U- 15" ist von dieser Fahrt nicht zurück- gekehrt. Es soll mit dem englischen Kreuzer „Burlingham" in Kampf geraten und zerstört worden sein. Ob und welche Verluste die englischen Scestrcitkräfte bei dem Kampfe gehabt haben, ist nicht bekannt. Die Organisierung der Polenerhcbung gegen Rußland. Aus Krakau wird dem Wolffschen Bureau gemeldet: Der hiesige Polenklub hat die Gründung einer einheitlichen Organisation und die Errichtung. von polnischen Organisationen im österreichischen Heeresverbande beschlossen sowie einen Aufruf erlassen, und zwar auch im Namen aller anderen polnischen Organisationen. „Göben" und „Breslau". Das Berliner Tageblatt schreibt: Nicht nur in englischen, sondern auch in italienischen Blättern finden wir die Meldung, haß die „Göben" und „Breslau" havariert in Pola eingetroffen seien. Auch diese Meldung dürfte wie so viele Falschmeldungen der letzten Tage auf englische Ausstreuungen zurückzufllhren sein. Zu unserer Freude sind wir in der Lage versichern zu können, daß die beiden Schiffe vollkommen unbeschädigt sind. Die ersten Verwundeten in Berlin. In der Reichshauptstadt sind gestern die ersten Ver- 'wundeten vom Kriegsschauplatz eingetroffen und in die verschiedenen Lazarette verteilt worden. Es handelt sich in erster Linie um leicht verletzte Soldaten, die den Wunsch geäußert hatten, nach ihrer Heimat gebracht zu werden. Krcdftnot. Die infolge des Kriegsausbruches in dem gewerblichen Mittelstände hervorgetretene Kreditnot hat den preußischen Haudels- minister veranlaßt, mit den beteiligten Kreisen in Verhandlungen einzutrcten, in weicher Weise ihr zu begegnen sei. Man kam zu dem Ergebnis, daß die Bekämpfung der Kreditnot in Handwerkcrkreisen durch die Genosienschasten in Anlehnung an di« Zcntralgcnosscn- schaftskafle zu erfolgen habe. Letztere stelle in entgegenkommender Weise die Kriegslage berücksichtigende Erleichterungen des Geschäftsverkehrs in Aussicht. Autodroschkcn verboten! Das Generalkommando des ersten bayerischen Armee- Kommandos in München erließ ein Verbot des Verkehrs mit Autodroschken zur Ersparnis von Benzin und anderen Betriebsstoffen. Unerlaubtes Depeschieren ohne Draht. In Bad Homburg wurden zwei Personen fcstgcnommen, tveil sie ohne Erlaubnis eine Station für drahtlose Telegraphie errichtet hatten. Es wird allgemein darauf hingc- wiesen, daß dieses strengen Strafen unterliegt. Boykott der Lügcnnachrichtcn. Wie aus Mailand gemeldet wird, stellen die meisten dortigen Zeitungen die Verbreitung und Benutzung der Havasmeldungen wegen ihres unwahren Inhalts während der Dauer des Krieges ein. Ausweisung der Deutschen aus Serbien. Alle Reichsdeutschen sind aus Serbien ausgewicsen worden und suchen über Sofia, Bukarest und Budapest ihre Hciniat zu erreichen. Arbeiterbewegung. Wirtschaftliche Freibeuter in Kriegszeitcn. Nachdem der Weltkrieg entbrannt, hat der Bauarbeiter- Verband dein Vorstand des Arbeitgeberbundcs für das Baugewerbe seinen Entschluß, alle Streiks und Sperren aufzu- hcben, mitgetcilt. Er hat an ihn zugleich das Ersuchen gerichtet, bei seinen Mitgliedern dahin zu wirken, daß die tariflichen und ortsüblichen Arbeitsbedingungen während der Zeit des Krciges aufrecht erhalten bleiben. Auch dem Pommerschen Bauherrnverband wurde die Frage vorgelegt, ob er unter den gegenwärtigen Umständen, wo etwa 200 000 organisierte Bauarbeiter zu den Fahnen berufen sind, um ras Vaterland zu verteidigen, seinen Kampf gegen die Mitglieder des Bauarbeiterverbandes auch in der Zukunft noch weiter zu führen gedenkt. Der Vorstand des Arbeitgeber- rundes hat darauf geantwortet, daß er gern darin zustimmt, wenn jeder wirtschaftliche Kampf ruhen soll, und daß er weiter in einem Rundschreiben an seine Verbände die Er- Wartung ausgesprochen hat, daß es an dem guten Willen nicht fehlen wird, alle Reibungen zwischen Unternehmern und Arbeitern zu vermeiden und daß die abgeschlossenen Tarifverträge von den Mitgliedern des Arbeitgeberbundes respektiert.werden. Die Zusage des Vorstandes verdient Anerkennung. Hosscntlich besitzt er auch den Einfluß bei den Bauunternehmern im Reich, daß sic ihm folgen, wie es die Bauarbeiter ohne Murren ihrem Vorstand gegenüber getan haben. Leider muß heute schon darüber berichtet werden, daß einzelne Unternehmer wirtschaftliche Freibeuterei betreiben. So hat ein Baumeister in Zittau seinen Arbeitern einfach erklärt, daß er mit der Lohnzahlung um eine Woche Zurückbleiben und in Zukunft den Stundenlohn von 52 Pfg. auf 30 Pfg. hcrab- setzen wird. Ebenso hat ein Unternehmer Modler in Gottes- vcrg den Stundenlohn um 4 Pfg. herabgesetzt. In Zerbst haben die Bauarbeiter den Streik aufgehoben, der um die Erringung des Tariflohnes geführt wurde. Nachdem die Beendigung des Streiks bekannt gegeben war, verlangten die Unternehmer von den Bauarbeitern die schriftliche Anerkennung eines Vertrages, der mit dem Reichstarif in Widerspruch steht. Was müssen das für Patrioten sein, die selbst in solchen Zeiten schwerster Gefahr Wucher treiben an der Volkskraft und die den Arbeitern den Fuß in den Nacken setzen. Auch der Pommcrschc Bauherrnvcrband hat die an ihn gerichtete Frage noch nicht beantwortet. Man kann also an- nehmen, daß auch er den Kampf in gewohnter Weise fort- fllhren will. Ein netter Patriotismus, der die Arbeiter für gut genug hält, daß sie die Gefahren des Krieges auf sich nehmen und auch die Opfer tragen, die er erfordert, sie aber, wenn sie ihre Pflicht erfüllt haben, auch in der Zukunft aushungern will. Das ist schon mehr als. Freibeuterei. Soziale Rundschau. Die Wirkungen der Mobilmachung auf die Fndustrie. In der Holzindustrie machen sich die Wirkungen des Krieges besonders stark bemerkbar. Nur in einigen feineren Branchen ist die BeschäftignngSmög- ichkcit noch ausreichend, während sehr viele der größeren Möbelfabriken, Bautlschicreicn. Klavierfabrikcn usw. den Betrieb größtenteils ganz still gelegt haben. Tie Zahl der arbeitslosen Holzarbeiter ist dadurch und durch die ciugetretcnen Betriebscinschränk- ungen gewaltig angcschwollen und sie nimmt »och täglich zu. Ob sich die Situation nach Ucberwindnng der ersten KriegSunruhcn besser gestalten wird, läßt sich vorläufig noch nicht sagen. Die Holz- arbeiterzeitung bringt aus zirka 50 Orten kurze Situationsberichte, in denen durchgängig Arbeiterentlassungen und Betriebsschließungen gemeldet werden. Eine ganze Anzahl Lokalverwaltung«n haben ihre gesamten Mitglieder durch die Einberufung verloren, doch überall sind dasiir „Reservisten" eingcsprungen, die sür die Weiterführung der Verbandsgeschäfte sorgen. Die Freie Vereinigung deutscher Pianoforte- sabrikanten, deren Mitglieder unter dem ersten Eindruck der Mobilmachung fast alle ihre Betriebe geschloffen haben, sagt in einem Rundschreiben an ihre Mitglieder: „Nachdem ein Teil unserer Arbeitcr zu den Fahnen einberufen ist, wird manches Mitglied vor di« Frage gestellt: Was weiter? — Der Vorstand empfiehlt, solange wi« möglich die Betriebe aufrecht zu erhalte», vor allem nicht di« älteren verheirateten Leute zu entlasse,,, sondern die Arbeitszeit zu verkürzen." Der Deutsche Fndustric-Schutzvcrband (Sitz Dresden) nimmt einen gleichfalls entgegenkommenden Standpunkt ein, auch ist er dagegen eingeschritten, daß ein ihm angeschlossener Ortsverband von Stuhlfabrikantcn den bestehenden Tarifvertrag einfach außer Kraft setzen wollte. — Aus diesen Vorgängen ist zu ersehen, welche Verheerungen der Krieg in die wirtschaftliche» Beziehungen zwischen Unternehmer und Arbeiter bringen kann. Wenn die erste Erregung sich etwas gelegt hat, werden die Gewerkschastcn mit aller Macht gezwungen sein, gegen angedrohte Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen Front zu machen und die in langen und opferreichen Kämpscu geschaffenen Tarifverträge zn verteidigen. Hessen «nd Nachbarüebiete. Gießcn «ttd Umgebung. Cs kommt ein heller Tag. Sie schritten in einer Reihe und nahmen die ganze Breite der Gasse ein. Fn der Mitte Paul und Karl. Sie trugen schon die Uniform. Paul führte sei»« Frau an der Hand. An der Seite Karls ginge» seine Eltern. Tie Krieger schritten schnell dahin in ihrer jungen Kraft, Mütterchen konnte kamn folgen. Sie war immer einige Schritte zurück. „Nun, Kinder, den Kopf hochgehalten," ermuntert« der Vate^ „Ein Unglück musi nun, zu tragen wissen und Gefahren soll man furchtlos entgvgensehen." „O, Vater Schmidt, Furcht vor den 8K sichren haben wir nicht. Fst es nicht fo, Karl? Wenn wir arbeiten, müssen wir auch jeden Tag dem Tod ins Auge schauen. Und nun, wo cs gilt, bas Vaterland, Frauen und Kinder — unsere Zukunft zu schützen, sollten wir Furcht haben? Nein! Den Mut läßt auch mein« Frau nicht sinken, trotzdem sie es wohl schwer hat mit »»sern vier Kindern. Aber mich drückt etwas nieder, so grausam hart." „Wie ein junger, starker Mann so sprechen kann." „Fch fühle mich nicht mehr jung, nicht mehr stark. Und ich sehe, daß wir all« schivach sind. Das drückt mich nieder." „Wer soll schwach sein?" „Wir, die Arbeiter." „Fhr SUten habt doch nun ein Menschenalter gerungen um Frieden und friedliche Arbeit. lind wir Fungen sind zn Euch gekommen und haben initgeholfen. Weißt Du noch, Karl, wie schön, wie hell wir uns die Zukunft vorstellten, die Zukunft der friedlich arbeitenden Menschheit. Nun ist alles Nacht; wir ziehen in den Krieg." Vater Schmidt schnaubte sich geräuschvoll, noch viel geräuschvoller als sein Weib. „Nun glaubst Tu wohl nicht mehr an die friedliche Menschheit?" „Vater Schmidt, wie soll ich jetzt daran glauben: ich und Karl, wir tragen Gewehre und ziehen in den Krieg." „Zunge, dann war Dein Glaub« wohl nicht stark." „Der Krieg," entgegnet« Paul traurig. Sie gingen eine Weil« schweigend dahin. „Wie kann ein junger und gesunder Mann an unserer gerechten Sache zweifeln," zürnte der aste Schmidt. „Was seit Fahrzchnten in Arbeiterherzen gelebt hat, kann nicht totgedrückt werden, auch vom Schrecklichsten nicht. Verlaßt Euch daraus. Das Unglück kann den Glauben an das Glück nicht zerstören. Die Sehnsucht nach dem Frieden der Arbeit war noch niemals so heiß wie in diesen Kriegslage». Wie stand in unserer Zeitung: Es ivird ein Heller Tag kommen. Gewiß, der wird kommen nach diesen dunkeln Tagen der Not und des Kummers. Wir müssen unS für ihn einsetzen. Wir Alten und Ihr Jnngen. Besonders Fhr Jungen!" E!n Trupp junger Burschen zog vorbei: Mädchen zogen hinterdrein. Tic lärmten und schrien: „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen." „Wenn Fhr wieder in die Heimat zurückkehrt, werbt Freunde sür den Frieden, Gegner jedes Krieges. Darauf hoffen wir, nicht ivahr, Mutter, darauf hvsfen wir mit ganzem Herzen." — Opferwillige Patrioten. Im gestrigen Blatte teilten wir mit, daß in Berlin zahlreiche Dienstmädchen von den Herrschaften ans Sparsamkeitsgründen entlassen wurden und zwar auch solche, die schon seit langen Jahren bei derselben Herrschaft in Stellung waren. Diese Beobachtung hat man auch anderwärts gemacht. In einem Frankfurter Blatte wird zum Beispiel von einem Einsender über Bewucherung von Dienstmädchen geschrieben, daß Leute in geldlich guter, ja vorzüglicher Lage, ihren Dienstboten ein ferneres Bleiben in ihrem Dienst davon abhängig gemacht hätten, daß sic auf Zahlung des ansgedungcncn Lohnes verzichten müßten. Ist das nicht auch Wucher und verdienen diese Arbeitgeber nicht auch an den Pranger gestellt zu wcrdcil? fragt mit Recht der betreffende Einsender. — Da werden lange Listen über Beiträge zur Kriegsfürsorge und zunl Roten Kreuz veröffentlicht, in denen vielleicht mancher Name mit einer erheblichen! Summe prangt, dessen Träger auf der andern Seite ihren Leuten gegenüber sich höchst knauserig zeigt. — Profitgier. Eine Elbcrscldcr Finna hat, wie die Köln. Ztg. berichtet, dieser Tage an einen ihrer in Frankfurt ansässigen Klinden, der den Versuch machte, den Kriegszustand in ungehöriger Weise zu seinem Vorteil ausznnntzen^ das nachstehende Schreiben gerichtet: Wir empfingen Ihren vom 1. August ansgestellten Scheck über . . . Mark. Ihr Abzug von 3 Prozent extra „kricgs- halber" setzt »ns in höchstem Grade in Erstaunen. Wist machen Sie darauf aufmerksam, daß Elberfeld auch in »nscrmt großen gemeinsamen deutschen Vaterlande liegt und dis Kriegsnot über unsere Stadt genau so kommen wird, wie über Ihr Frankfurt a. M. Wir geben zu, daß es für Leute,! die bares Geld in Händen haben, ein recht lohnendes Geschäft wäre, anstatt der vereinbarten Bedingungen: 2 Prozent Kasse! Abzug nach 30 Tagen (oder 90 Tage ohne Abzug), die ordnungsmäßigen 2 Prozent und außerdem noch 3 Prozent kricgshalber abzuziehcn! Sic wollen sich also, weil unser Vaterland in Not ist, für 60 Tage beziehungsweise 2 Monate! noch 3 Prozent besonders abziehen, das macht 18 Prozent aitfs Jahr. Ein nettes Geschäft für Sie! Wir »nscrerseits haben' aber für solche schmutzigen Geschäfte kein Verständnis. Sie schreiben auf Ihren Scheck, falls wir die Zahlung nicht gut»' heißen, sollten wir Ihnen Ihren Scheck zurückschicken, wa-> wir hiermit mit dein größten Vergnügen tun." Das Schreiben bedarf keiner weiteren Erläuterung; eS> kennzeichnet scharf und zutreffend das Verhalten der Frank-- furter Firma. — Tic dritte Verlustliste, welche im Reichsanzeigcr er-^ schienen ist, teilt die Namen der Verwundeten und Ge-' fallenen nicht mit, sondern nur, wieviel Gcincine lind Lffiziercl usw. von den einzelnen Truppenteilen gefallen oder verwundet sind. In dieser Form hat die Liste eigentlich gar> keinen Wert; die Angehörigen der Feldzugstcilnchmcr haben doch ein Interesse daran, zn wissen, ob und was den Ihrem geschehen ist. Wir haben aus diesem Grunde die Liste nicht abgedruckt. — Tie Firma Heyligcnslacdt in Gießen hat beschlossen, den Angehörigen derjenigen ihrer Arbeiter, die in den Krieg geschickt wurden, Unterstützungen zn gewähren und zwar! sollen ans die Dauer von 10 Wochen gezahlt werden: für dis in der Stadt wohnenden für die Frau 5 Mk. und für jedes. Kind unter 14 Jahren 2 Mk.; für die ans dem Lande wohnenden für die Frau 4,50 Mk. und sür jedes .^nd 1,50 Mark. — Diese Maßnahme der Firma verdient gewiß alle Anerkennung. — Agrarische Preistreiberei. Uns wird miigoieilt, saß von Großsandwirten ,mb Pächtern iit der Umgebung von Gießen für Getveide neuer Ernte Preise gefordert werden^ die unerhört sind. So verlangte mag für den Doppelzentner Weizen 27 Mark, während sonstige Jahre der Durchschnittspreis 21 Mark war. Es komnit hierbei noch in Betracht, daß der neu« Weizen itvch naß und nicht mahlfähig ist, er ist infolgedessen auch erheblich schwerer, als völlig anSgeirocknete Ware, tu Wirklichkeit stellt sich also der Preis noch höher, als oben angegeben. Diesen Herren Großbauern bringt also der Krieg erheblichen Gewinn und es ist an.zu-nehmen, baß auch nach dem Krieg« die Preise nicht gleich wieder auf ihnen früheren Stand berabge-hen. Da wind überall geredet von Mithilfe zur Hcrein- briiMMg dev Ernte und znm Donk dasiir wird dem Volke bas Brot verteuert! Immer hat's das arbeitende Volk auszubaden: es leidet unter der Arbeitslosigkeit und muß auch noch Wuchcrpveise fiir die notwendigsten Lebensmittel zahlen! — Fn bezug aus die Erntehilfe sagte übrigens die Vosstschc Zeitung dieser Tage: , . . Zweitens muß unter allen Umständen sofort di« Praris aufhören, die min als ein volkswirtschaftlicher Unfug, wenn nicht als ein Verbrechen bezeichnet werben kann, daß unbezahlte freiwillige Helfer ans den Fiigendorganisationen eingestellt werben, so lange noch Arbeiter verfügbar sind. Die Landwirtschaft braucht kein Geschenk, sondern Arbei i», die sie bezahlen will, kann und soll. — Die Preisbewerinngcn bei der Gießencr Gewerbe-Ausstellung. Folgenden Ausstellern wurdeir Preise zuerkaimt: 1. Goldene StaatSmedaille und Goldene AuSstellungS-Medaille: Gail'fche Tampszicgcles und Tonivavenfabrik in Gießen; Sattlermeister Louis Völzing in Groß-Felda. 2 . Silberne Staatsmedaille und Goldene AussdellungS-Metaill«: Bnderus'sche Eisemverke in Wetzlar; Gießencr Gummifabrik Poppe n. Eo. in Gießen; Schvcinermeister Louis Beil in Gießeir. 3. Bronzene Staatsmedaille und Goldene Ausstellmigs Medaille : Schreinermeister E. H. Müller in Gießen; Messerschmied ?(. Reinig in Gießen; Fabrikant Gotthold Hampel in Glesien; Möbelfabrikant E. RingShausen in Nidda: Kunstverlag Gustav Mandt in Lauterbach. 4. Goldene Medaille der Provinz Oberhessin und Goldene Aus» stellungsmedaille: Maschinenfadrik A. F. Tröster in Butzbach. 5. Goldene Medaille der Stadt Gießen und Goldene Anästel- llingsmedaillc: Beim ei liger, G. in. b. H., Fittingsfabrik in Gicßcn: Fabrikant Petri & Lehr in Offenbach: Alex. Koch, Knnstverlag in Tannstadt; N. G. Elwert'fcher Kunstverlag in Marburg; Otto E. Kobe, Feinmechaniker in Marburg. 8. Goldene Ausstellmigsnrebaille: Fean Dcrn u. Eo.. Zeinciit- fabrik in Gieße»; Georg Marlin», Backoscnbaumeister in Gießen; Emil H. Müller, HolzbearbeittingSsabrik in Gießen; Heinrich Amend, Tchloffermeister in Griinberg i. H.: Aug. Kilbinger, Sattlermeister tir Gießen; Mar Peteler. Edelschmied in Hanau; Hos- und Unsrecsi- tätS-Druckerei Otto Kindt in Gießen; Brühi'sche Uiiiversiläl-'Bnrl:- und Steindrnckcnei, N. Lange, in Gießen; A. Graese n. ko.. G. m. b. H. in Gießen: Willi Woclke, Graphiker in Gießen: Leonb. Bauer, Knnsttöpsermeistev in Lanlerbach: Keßler & Burg, Kiinsttöpferm-.ister in Wiescck; Grosiherzogl. Bergmeisterei in Darmstadt: Fr. K-rog- mann, Geldschranksabrikaitt in Gießen: Ludwig Dchmittgall. Feinmechaniker in Gießen; Eonr. List, Handn-eberei in Lanierbari,: Willi. Zirrbnch Lvcksabrik in Gießen; Braiidach & Fischer, Färberei in Butzbach: Bäcker-JMnmi« C'iic&cn: Will,. Mayer, CbftfcHerci in Gretzc»: :Ucv K ou sc rveuglas-Gcse U scha st in Homburg v. i>. H.: Stört Ncrg. Schuhmacheimieister in ©ieften; Wcbr. Fmheaser in Wicfien; Möbelfabrik 6. Heinr Hering in Marburg: Möbelfabrik Th. Brück in Gießen: Karl Schorn, Architekt in Giessen: Otto Docrbcckcr, Architekt in Marburg: Johs. Köddlug, Bildl-auer in Giessen: Tr. A, Baumgartner. Verlagsbuchhandlung in Leipzig: Otto Fennek Söhne, Wcrkzeugfabrik in Kassel: Firm« Klein & Stiefel, Maschinenfabrik m Fulda: Web er merke in Weidenau a. 6. Sieg: Firma Krause & Co. in Grohen-Linden: Wilhelm Paul, Schuhmachermeister in Weilburg. 7. Silberne Medaille der Provinz Oberhcssen und Silberne NuSstellungSmcdaill«: Gewerkschaft Grube Messel bei Tarnistadt: Gg. Reit, Maschiuensabrik in Giessen: Oberhessische Werkstätten, G. m. b. H. 8. Silberne Medaille der Stadt Giessen und Silberne AuS- ftellimgsmedaille: C. u. G. Pause, Fabrik für Städtebedarf in Wetzlar: Wenzel & Thorwesten, Gartenarchitekten in Frankfurt a. M.; Richard Ritz, kunstgemerblicltc Wcrkstätte in Frankcnbcrg in H.-N.; Chr. Langbein, Klifcrmeister in Butzbach: Petri, Bergassegor a. T., Bcrgwcrksbesitzer in Giessen: W. Heckenroth, Möbelfabrikant t» Herbor». lSchluss folgt.) Zu dem Fonds für Liebesgabe» sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingegargc»: von der Pfcrdemarkt-Deputatlon 5000 Mark, von Geh. Hofrat Prof. Tr. Pasch 50V Mark, vom Verein Frohsinn 200 Mark, vom Bcamtcnvcreiii 100 Mark, vom Giesse »er Lokomotiv- fiihrcrvcrcin 100 Marl, vom Gesangverein Heiterkeit 100 Mark, vom Verein der Tetaillisten 200 Mark, von Professor Tr. Gmelin 20 Mark, von Rentner Louis Kattrein 50 Mark, von Geh. Hofrat Tr, Hansen sCramen-Geb.) 01 Mark, von Herren- und Tamenschuet- der Horegseck 10 Mark, von einem Tamcnkränzchcn, überreicht durch Frau Winn 350 Mark, von Stadtbaumeister Gerbe! 25 Mark, von Stadtbaumeistcr Braubach 25 Mark, von Stadtsekretär Allendors 20 Mark, von Konditor Heinrich Hcttler 10 Mark, von demselben Sammlung bei den Kartspielern 50,12 Mark, zusammen 6830,12 .Mark, Anrechnung der Kricgsdienstzeit. AuS Zuschriften ersehen wir, dass vielfach Zweifel darüber bestehen, ob und wie weit die KriegS- dieustzcit auf die noch abzulclstcnde Militärpflicht angcrechnct wird, eine Frage/ die für die jetzt erst Gestellungspflichtigen und namentlich für die Kriegsfreiwilligen von Bedeutung ist, von denen ein grosser Teil die Ciujährigen-Berechtlgung hat. Dazu ist zunächst zu bemerken, dass eine Anrechnung des Kriegsdienstes unter allen Umständc» stattfindet. Sogar die Dienstzeit, die vor dem Beginn des 18, Lebensfahrcs. also vor dem Beginn der Wehrpflicht, fällt, gilt im Kriege als Dienstzeit. Für jeden Teilnehmer an einem Kriege wird zu der wirkliche» Tauer der Dienstzeit ei» Fahr hinzu- gcrechnck. Der Kaiser bestimmt, was als Krieastcilnahmc anzu- fchcn ist und unter welchen Voraussetzungen bei Kriegen von längerer Dauer mehrere Kriegsjahrc anzurechnen sind. Tic Zeit einer Freiheitsstrafe von mindestens einjähriger Dauer, sowie die Zeit der Kricgsgefangenschast wird nur unter besonderen Umständen auf die Dienstzeit angcrechnct. Die Beamte» und Lehrer des GrossherzogtumS Hesse», di« in 21 Beamten- und Lehrervcreinen zufammengeschlvssen sind, haben einen Aufruf erlassen, in dem sie zum Besten des Roten Kreuzes eine Sammlung veranstalten und aiisfordern, dass sich möglichst alle Kollegen verpflichten, für die Kriegsdaner oder einen sonst zu bestimmenden Zeitraum einen Abzug von dem Ticnstgchalt zugunsten des Roten Kreuzes gewährleisten. Unterzeichnet haben: Richter- vcrcln, akademisch gebildete Lokalbcamte, Oberlchrervcrein, nka- dcmisch gebildete Finanzbeamte, akademisch gebildete Staatsban- bcamtc, Hessische Oberförster, akademisch gebildete Landwirtschafts, Ichrer, Städtebcamte, mittlere Reichspost- und Telegraphcnbeamten, mittlere Fustizbcamtc, mittlere Vcrwaltuugsbeamte, Hessische Finanzbeamt« Reallehrcrvercin, mittlere Bankbeamte, Hessische Steucraufscher, Flnanzbureaubcamtcn, staatliche Untcrbeamtcn, Hessische Tomanialforstbcamte, Hessische Landcslehrcrvcrein, Katholischer Lehrervercin, Hessische Gcrichtsasscssoreu, Hessische Forst- asscssorcn. Tie Vereine zählen mehr wie 10 000 Mitglieder und ist ein schöner Betrag für das Rote Kreuz sicher. Die Zusage weiterer Vereine ist noch z„ erwarten, Tanitätshundc. Der Vorstand des Deutschen Vereins siir Danitätshuudc mit dem Sitz ln Oldenburg hat vor einigen Tagen folgenden Aufruf erlassen: „Ter Weltkrieg ist entbrannt! Nur wenige Tage vielleicht noch und tausende deutscher Söhne werden für des Reiches Herrlichkeit bluten, um den Feind, der srevlerisch an unser Heiligstes zu tasten wagte,' in seine Schranken zurilck.zu- iveiseu, Fn dieser Stunde banger Erwartung tritt an »ns die Frage heran, ob für unsere Brüder, Gatten, Söhne das Aensserstc vorbereitet ist, um die Schrecknisse des Krieges zu mildern, Wohl wissen wir, dass nach langen Friedrusjahrcn unser Heer so wohl gerüstet ist, dass es mit stolzer Tiegesgewisshelt in den Kamps ziehen kann. Aber viel gibt cs noch zu tu», um detze» zu Helsen, die verwundet ans dem Schlachtfeld« liegen bleibe». Was kau» ausser den bisher getrossenen Maßregeln slir sic geschehen? Die Schlacht ist geschlagen. Tic hereinbrcchendc Nacht umhüllt mit ihren schwarzen Schleier» Freund und Feind. Kanonendonner und Klcingcnzehr- scuer verstummen allmählich. Dafür erhebt sich von den Schlachtfeldern das furchtbare Klagen der Verwundeten und der Scnszer der mit dem Tod« Ringenden. Sauitätskompagnien und Krankenträger schwärmen aus, um ihre verwundeten Brüder zu suchen und ihnen rechtzeitig Rettung und Hilse zu bringen. Aber viele, unendlich viele — so lehrt uns di« Geschichte —, deu«n hätte geholfen iverdcn können, werden nicht gesunden und gehe» so elend zugrunde, da die Sinne der Menschen durch die Dunkelheit beeinträchtigt werden. Da gibt cs bewahrt« Freunde, die mit ihrem scharfen Instinkt den Menschen zu Hilfe kommen. Das sind die ausgebildetcn Saniiätshnnde. welche planmässlg das Gelände absuchen, und sobald sie einen Verwundeten antresfe», Staudlaut gebcn oder ihren Führer heranholcn. Es lst dringend notwendig, sofort alle die Kräfte z»- samnttiizufassen, die dieser Aufgabe gerecht werden könne». Es gibt in Deutschland eine grosse Zahl Sanitätshund«, oder mit leichter Mühe noch auszubildender Privat- und Diensthunde. Alle Besitzer und Führer solcher Hunde wollen dem Vorstand de? Deutschen Vereins siir Tanitätshunde, zu Händen des gcschästsfiihrcuden Vorsitzenden, Kommerzienrat Slalllug, Oldenburg i. Gr., unverzüglich Mitteilen, ob sie ihre Hunde unentgeltlich oder eventuell zu welchem Kaufpreise dem Verein zur Verfügung stellen wollen, gleichzeitig auch, ob sie freiwillig als Führer ihrer Hunde ins Feld zu rücken sich bereit erkläre». Als Führer von Sanitätshnnde werden voraussichtlich nur nichtdienstpflichlige, aber noch riistlac Männer, die auch grössere» Marsä-anstrengungen gewachsen sind, Vertvendnua finden können. ES ist eine Ehrenpflicht, der sich keiner der in Betrachts kommenden Faktoren entziehen kann und darf, diesem Ausrufe schnellstens Folge zu leisten. Freiwillige Spenden zur Förderung dieses Zweckes werden dankend cnlgcgcngenommen und au die Grossh. Mllitärkanzlei im Grosshcrzoglichen Schloss nach Oldenburg erbeten. Die Stunde ist ernst. Deutschland crivartet, dass auch die, die nicht in den heiligen Kampf ziehen kötinc», ihre Pflicht tun. Ans Werk!" — Der Erste Hessische Polizei- und Tchntzhnnd-Vevesn, Sitz Osfenbach a. M., nimmt bereitwilligst Anmeldungen von Hundebcsitzeru und Spenden durch sein« Mitglieder, insbesondere durch Schutzleute, behufs Uebermittelung an den Deutschen Verein slir SanilätShunbc bezw, an die Grossh, Miiilärkanzlei entgegen. Man gebe das Waldgras frei! Eine ungchcncrc Menge von Heu für die Pferde nnd das Vieh föimtc gewonnen werden, wenn die Forstbchörde ft, ganz Tcnischland sofort das Sammeln von Gras in den Wäldern iiir dieses Jahr erlauben wollte, Schicht nicht aus Fliigzengc! Eine amtliche Verfügung besagt, dass unter keine» Umständen auf Flugzeuge geschossen werden darf, die nicht mit voller Sicherheit als feindliche erkannt worden sind. Postverkehr mit Oesterreich-Ungarn, Im Verkehr mit Lcstcr- reich-llngarn und Bosnien-Herzegowina, Liechtenstein und mit de» österreichischen Postanstaltcn in Kreta und der Türkei wird der Post- «Nwcisungs-, Poftauflrags- und Nachnahmedicnst eingestellt, — Alte Mühlen sollen wieder in Betrieb genommen werden. Auf Anregung des Krcisamtcs Friedberg sollen zum Vermahlen des Getreides die auf dem Laube noch zahlreich vorhandenen, durch die übermächtige Konkurrenz aber stillgelcgtcu Kleimniihlen in weitgehender Weise herangezogc» werden, Tie Mühlciibesiycr wurden bereits zur Wiederherstellung ihrer Vetriebc aufgesordert. Durch die Verwirklichung der kreisamtlicheu Vorschläge wird einmal den kleinen Besitzern eine Verdienstmöglichkeit gewährt, zum anderen kommen auch die hohen Transportkosten siir die Beförderung des Getreides in die Großmühlen in Fortsall. — Ocsscntlichc Bücherhalle, Fm Juli wurden 2001 Bände aus- gclichen. Davon kommen aus: Erzählend« Literatur 1005, Zeitschriften 210, Fugeiidschriftcn 221, Literaturgeschichte 10, Gedichte und Dramen 22, Länder- und Völkerkunde 01, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 83, Kuussgeschichte 15, ploturwissenschast und Technologie 120, Heer- und Sceivesen 21, Haus- und Landwirtschaft 13, Gesundheitslehre 10, Religion nnd Philosophie 44, Staatswisscu- schaft 10, Sprachwissenschaft 11, Fremdsprachliches 27 Bände. Nach auswärts kamen 10 Bände, — Die Sonnensiiistcriiis, di« nächsten Freitag eintritt und bet uns sichtbar ist, wird «ine fast total« sein: in der größten Phase bleiben nur vier Hundertstel des Sonneiidurchmcssers von der lBe- deckung durch den Mond frei. Die Vcrsinsteruiig beginnt um 11 »hr 12 Dkinuten vormittags in der James-Bai in Kanada und endet um 3 Uhr 57 Miimteu nachmittags an der Küste des Somali- iaiidcs. Die Sichtbarkeit der Finsternis erstreckt sich über die nordöstliche Hälfte Nordamerikas, die nördliche Hälfte des Atlantischen Ozeans, Europa, die nördliche Halste Afrikas, di« ivestlick>e Hälfte Asiens, den nordwestlichen Teil des Indischen Ozeans und die nördlichen Polargcgciiden, Die schmale Zone, aus der die Finsternis total erscheint, durchschncidet das-nördlichc Grönland, die Mit!« der skandinavischen Halbinsel, das westliche Stussland, Armenien, Persien, Belutschistan und endet beim Golf von Katcha an der Westküste Indiens, Sie geht also sehr nahe an der nordöstlichen Grenze Deutschlands vorüber, dagegen werden in den südwestlichen Gegen- dcndcn des Reiches nur sieben Zehntel des Sonnendurchmessers verfinstert werden, — In unserer Gegend wird die Sonnen- findernis von etwa 12,10 bis 2,30 Uhr sichtbar sein, — Ein frecher Einbruchsdiebstahl wurde in der Nacht zum Dienstag in einem am Schisfenbcrgcr Waide, in der Nähe der Station Schifscnberg gelegenen Landhäuschen verübt. Das Häuschen, das zur Sommerszeit dann und wann von der Familie des Professors Sommer-Gießen bewohnt wird, war gcgcnwärttg unbewohnt, was die Spitzbuben jedenfalls ausgckundschaftet hatten und sich zunutze machlen. Alles, was nicht Niet- und nagelfest war, haben die Diebe mitgenommen, als Wäsche, Betten und sonstigen Hausrat von erheblichem Wert, Zur Forrschaffung muss ein Wagen gebraucht worden fein. Von den Tätern hat man »och keine Spur, obwohl mau sofort einen Polizeihund zu Hilse nahm. Dieser verfolgte die Spur bis zu einem in der Nähe befindlichen Steinbruch«, doch lassen sich daraus keine weiteren Schlüsse ziehen. Allem Anscheine nach wurde der freche Diebstahl von abgefeimten Verbrechern ansgeslihrt, bi« hoffentlich bald dingfest gemacht werden. — Der Geldwechsel-Schwindler, der vorige Woche eine Fra» auf dem Postamte in Otsenbacb dadurch betrog, dass er ihr angeblich Gcldrollcn, die ein Stück Ruiweiscn enthieltcn, für «inen Hundertmarkschein gab, wurde in Frankfurt in der Person eines vielfach abgeurteilten Betrügers namens Hans Beer aus Gross-Habcrsdvrf, verhaftet, — Er hatte auch in Frankfurt denselben Schwindel getrieben. Westerwald und Unterlahn. h. Falsche Gewichte. Trotz rechtzeitiger amtlicher Bekanntmachung über Gewicht-Revision mussten bei einigen Geschäftsleuten in Wissen a, d, Sieg die Gewichte beschlagnahmt werden, da sie nicht vorschriftsmäßig waren, Siegen, Familiennnterstiitzung, Auch hier hat sich ein Ausschuß gebildet der di« Untersttitzung an hilssbedürstige Familien aus städtischen Mitteln, deren bisheriger Ernährer in den Krieg gezogen ist. ln die Hand nehmen wird. Außer der Reichs- »nd Kreisuntersttitzuna sollen ans Gemeindemitteln Zuschüsse pro Monat bis 0 Mark an Ehefrauen und 1,50 Mark an bezugsberech- ttgte Familienangehörige gezahlt werden. Nach einer vorläufigen Feststellung sind in der Stadt Siegen H00 Frau«» mit 2000 Kindern zu untersttihcu, was monatlich über 10 000 Mark der Stadt kosten würde. Von Nah und Fern. X Familiendrama in Frankfurt, Am Sonntag geriet der in der Schlacksshansgassc iu Frankfurt wohnende 10jährige Arbeiter K, Weilbachcr mit seiner Ehefrau in Streit, in dessen Verlauf er einen Ncvolverschuss aus die Frau abgab, der sie aber nur leicht am Kopf verletzte. Hieraus brachte sich Meilbacher selbst zwei Schlisse in den Stopf bei. Der lebensgefährlich Verletzte wurde in das Heilig-Geist- Hofpital gebracht, wo er gestern früh gestorben bst. Frankfurt, 15, Aug, Bon den 200 Frankfurter Rechtsanwälten sind nicht weniager wie 70 zum Militärdienst einberufcn. — Das Generalkommando hat Zwei Radler-Institute geschloffen, Iveil ihr Inhaber für Besorgungen Wucherprcis« verlangt hat, — Ein ausgemachter Schurke ist der 50jährige Kutscher Neinhold Schröder. Er meldete sich bei Mädchen, die in der Zeitung eine Stelle suchten und tat so. als ob er Auftrag habe, für eine Herrschaft ein Mädchen zu besorgen. Das war aber nicht der Fall, denn sein Ziel war, die Mädchen zu missbrauchen. Das gelang ihm in manchen Fällen. In drei Fällen batte er sich auch Mädchen unter 11 Fahren genähert. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 2V4 Fahren Zuchthaus. Der Staatsanwalt hatte 5 Fahre Zuchthaus beantragt. 8, Tarmstadt, 15, Aug, Ein schwerer Auto Unfall ereignete sich gestern nachmittag an der Landgras-Philipp-Anlaae nächst dem alte» Nahnhos, Der Führer eines vö» ausserhalb kommenden AntoS hatte anscheinend di« Steuerung über das Auto verloren und kam auf den Bahnsteig, wo gerade die Frau eines im Feld befindlichen Vatcrlandsvcrteidigers mit ihren beiden Kindern spazieren ging. Das Auto überfuhr das hinter der Mutter her- lauscnde etwa 5 Fahre alte Bübchen und verletzte «s schwer, Ter Besitzer hielt sofort und brachte das bewußtlose Kind nach dem städtischen Kraukeuhause, Untersuchung ist eingelcitet, Niedcr-Olm, 18, Aug, A r b e i t s u n f a l l. Der Tachdecker- meistcr Petri, stürzte bei Arbeiten von einem Neubau am Freitag ab und erlitt schwere Verletzungen, sodaß er in bedenklichem Zustand in das Krankenhaus »ach Mainz verbracht wurde. Sein Schwager wollte den Abstürzcndcn mit den Arme» unten auffangen, brach dabei aber den Arm am Handgelenk, Niedcr-Fngclhcim, 18, Aug, Ein llntcrofsizicr, der hier in Ouarlier lag, wollte von einem sich noch in Bewegung besindenden Zuge abspringen. Dabei wurde er vom Zuge erfaßt und getötet, Vicriihcii», 18, Aug, Einen Acker mit K a r t o f s e l » hat hier eine Frau, die selbst nicht sehr begütert ist, für bi« Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer zur Verfügung gestellt. Zur Nachahmung zu empfehlen! Worms, 18. Aug. Zu der gestern gemeldeten Bluttat sei heute fcstgestellt, dass bic Verletzung des Schutzmamis Möller nicht dessen Tod herbeigesiihrt hat. Es besteht die Hoffnung, dass Möller mit dem Leben davonkommt, Ter Täter dagegen, der schwer vorbestrafte Johann Krämer, ist durch einen Schuss des Schutzmannes Walter getötet worben. Grllnniictgrlis-Bersttiqkrmia dcr Stadt Gießen. Samstag, den 22. August, Montag, de» 21. August und Dienstag, den 25, August ds. Js. soll das Grnmmctgras von den städtische,! Wiesen meistbietend versteigert werde,, und zwar: Samstag, de» 22. August, nachmittags 1 Uhr an Ort und Stelle bei der Aktienbrauerci, am Öhlcbcrgweg bei der Heyligeiiftädtschen Fabrik und tn dcr Stephansmark, Zusammenkunft auf dem Lcihgesternerwcg au dcr frühere» Aktdeitbrauerei, Moniag, bei, 21. August. ä. vor mittags 9 Uhr Zusammenkunft am Tchlachthof von den Wiesen mn Neustädterfeld und am Elektrizitätswerk und von den Wieseck- böschuugen. b, vormittags 1014 Uhr in der Restauration von Melchior Schäfer Witwe, Kaiscrallcc 1, von den Wiesen im Hccgstrauch und im Russland, , c. nachmittags 2 Uhr: in, Phillvsophenwald von den Wiesen am Fürstcnorunnen, im Wiesecklal, von den Hospitalwilesen in der Gemarkung Wieseck, <1. nachmittags 5 Uhr: an Ort und Stelle von den Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, bcn 25, August u. vormittags 0 Uhr: am Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stohzenmorgenz am Utersbrunnen und Altcntisch, b. nachmittags 314 Uhr: an Ort nnd Stelle vvn den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, c, nachmittags 4 Uhr: an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck, Steigliebhaber, welche die Wiesen M besichtige» beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiefemvärter Bellas, Wolfstrassc 15, wenden, Tic Krossherzogsichen Bürgermeistereien kr umliegenden Ge- meindLil werden ersucht. Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekan.m- niachcn zu lassen. Giessen, den 17. Aug-ust 1911, Der Oberbürgermeister: I. V,: G rü n ew al d. Telegramme. Deutsche Erfoltte im Osten. Ucbcr.‘JOOO Gefangene. Eine russische Stadt besetzt. IV. R Tas Generalkommando des 1. Armeekorps meldet, daß am 17. August bei Stall upönen ein Gefecht statt- sand, bei dem Truppenteile des 1. Armeekorps mit unvergleichlicher Tapferkeit kämpften, so daß der Sieg erfochten wurde. Mehr als dreitausend Gefangene und sechs Maschinengewehre fielen in unsere Hände: viele weitere russische Maschinengewehre, die nicht mitgcführt lvcrdcn konnten, wurden nnbrauchhar gemacht. Tie Stadt Mlawa in Russisch-Polen, Gouvernement Plock an dcr Strecke Deutsch-Evlau-Nowo-Georogiewsk ist von deutschen Truppen besetzt worden. (Mlawa liegt 30 Kilometer südöstlich von Soldau an dcr ostprcußischenz Grenze, 120 Kilometer östlich dcr Weichsel. D. Red.) Ein Ultimatum Japans an Deittschland. W. B. In Peking geht nach einem Telegramm der deutschen Kabelgescllschast das Gerücht, daß Japan im Begriffe lche, au Deutschland ein Ultimatum wcgrn Kiantschau zu iellcn. Der Vormarsch in Belgien.. Ans London wird der Franks. Ztg. gemeldet, d-rch/lmS deutsche Vorrückcn bis Dinant im südlichen Brlgirn dir- ranzösische Heeresleitung vollkommen überrumtzsü habe. . Die belgische Regierung verlützl BriMel. Ter belgische König und seine Famiür sind muh, dem Schloß in Antwerpen übergesiedelt. Die Urbersicdeürng der Regierung von Brüssel nach A n tMcr-p-eri hat begonnen. In dcr Umgebung von Brüssel wird durch d« Bürgerwchr der Stadt die Ver tei4»'i«gr«ri-g d-ovb«--' reitet. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlaa von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Osfenbachcr Abendblatt, G. m. b.H., OffeubachekM. Wochenmarktpreise in Gietzon Butter per Pfd. 1.05—1.15 Mk. Milch Liter 22 Pfg. Hühnereier Stück 9—10 Pfg. Gänseeier Stück — Psg. Käse Stück 6—8 Psg. Käsematte 2 Stuck 5—6 Pfg. Tauben per Paar 0.80—1,20 Mk. Hühner per Stück 1.20—1,80 Mk. höhne ver Stück 1.50—2,50 Mk. stänse per Pfund 0.00—000 Psg. Enten per Sttick 0.00—0.00 Mk. Ochsenflcisch per Pfd. 0.86—0.92Mk. Kalbsseisch per Pfd. 86—90 Psg. Kuh-,,. Rinbss. per Pfd. 80—81 Psg. Schweinefleisch per Pid, 70—90Pfg. Lammelstkisch per Pfd. 70—90 Pfg. Kartoffeln p. Ztt. 1.50 — 5,00 Mk. Nene Kartoffeln p. Pfd. 6—7 Pfg, am 18. August 1914 Zwiebeln ver Pfund 15—18-Pfg, Blumenkohl per Stck. 20—40 Psg. Grüne Erbsen p, Pfd, 15—18 Pfg, Grüne Bohnen p. Pfd, 12 —15 Pfg. Gelbe Rübchen Päck. 5—6 Pfg. Kohlrabi Stck. 5—6 Psg. Römischkohl PSkckicn 5—8 Pfg. Gurken Stck. 10—20 Psg. Gurken, kleine Stück 3—5 Psg, Weißkraut p. Haupt 10—20 Psg. Kopssalat ver Kops 2—5 Psg, Acpsel per Pfund 00—00 Psg. Birnen Pfund 15—25 Pfg, Pflaumen Punfd 15—35 Pfg. Mirabellen Pfund 20 —25 Psg. Pfirsiche Pfd. 25—35 Pfg, Falläpsel Pfd.6—8 Psg. Koks, Briketts, Holz I» Nusikoblen I. II, III I-, Antbrazitkoblcn ln Hüttenkoks und Gaskoks vorzüglich für Zentralheizungen In Eisorm-Briketts ln Union Briketts 1« Brennholz Lieferung in jedem Ouanlum frei Haus zu den billigsten Tagespreisen Carl Schott, Giessen Balinhosftrasic 00 Telephon 286. Telephon 286, 8porlalmar>