Gemeinöeblatc liirOif evangelische Airchengemeinüe GiesZkw Nr. 16. Gietzen, Sonntag Misericordias Domini, 26. April 1914. 3. Jahrgang. Die Erlennungszeichen des Lhristenadels. 1. Kries des Petrus 4. 8 — 11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet vor allen vingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei untereinander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten kfaushalter der mancherlei Gnade Bottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein ktntt hat. daß er es tue aus dem vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen vingen Gott gepriesen werde durch ?jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Omen. In dem oorangestellten Gottesworte gibt uns der flpojtel Petrus die zwei Haupterkennungszeichen wahren Ehristen- adels an die Hand: verzeihende Liebe und dienende Liebe. Keinem der Zwölfe war vielleicht eindringlicher die Mahnung verzeihender Liebe vom'Meister, als er noch auf Erden wandelte, ans Herz gelegt worden, als dem Petrus! „Herr, ist es genug, siebenmal vergeben?" „Ich sage dir, Petrus, nicht siebenmal, sondern siebenzig mal siebenmal ~ unbegrenzt !" Hud) keinem war vielleicht die Bitte dienender Liebe so innig nahcgebracht worden wie ihm, selbst da Jesus als schon Buferstandcner und verklärter noch einmal abschiednehmend sich den Jüngern offenbarte, wer kennt nicht die dreimalige, dem Petrus und mit ihm uns allen ans Herz greifende Frage: „Simon Jona, hast du mich lieb? dann weide meine Schafe!" Dann diene, wie ein treuer fjirte seiner Verde dient. Und dem Petrus der reiferen Jahre ist auch das tiefste Geheimnis, das in der Kraft solcher zwiefachen Liebe verborgen liegt, nun klar aufgegangen! wie ein Samenkorn, das noch lange auf seine volle, dann aber unendlich schöne Entfaltung warten sollte, war es bereits ins alle Testament eingebettet worden: Schon ein Salomo ahnte er (Sprüche 10, v. 12), was Petrus nun neu aufgreift und erweitert: „Liebe deckt zu alle Uebertretungen" — „Liebe deckt auch der Sünden Menge"! hier ist zugleich recht eigentlich der Schlüssel des Verständnisses dafür gegeben, warum das Licbesopfer Jesu auf Golgatha, dieses Gottessohnes in einem ganz anderen, vertieften Sinne, als er von uns als „Kindern Gottes" gilt, tatsächlich die Sünden der ganzen Menschheit vor dem himmlischen Vater so „zudecken" konnte, daß wir nun einen freien Zugang zu ihm haben! — Und nun, nachdem Petrus jene zwei Grundcharakteristika des wahren adeligen Christen festgestellt hat, kennzeichnet er in einem einzigen hohen und kostbaren Begriff den Charakter eines solchen Christen überhaupt: er ist ein haushalter Gottes, „der gute haushalter der mancherlei Gnade Gottes", weshalb er diese unendliche Vielseitigkeit göttlicher Liebe in wort und Cat auch auf gar verschiedene weise, je nach der ihm von Gott verliehenen Begabung, an seinen Mitmenschen zur Darstellung bringen soll. Uber wohlverstanden, nicht etwa, um nun all diese schönen Gaben sich wieder als eigenes Verdienst anzurechnen, sondern einzig in der Gesinnung und Uusführung, „daß in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesum Christum". Line letzte Sehnsucht. Eine letzte Sehnsucht bleibt dir immer, wenn du alle Liebe auch genossen hast; eine letzte Sehnsucht lechzt nach Schimmer einer ewigen Schönheit, lechzt nach Seelenrast. Eine letzte Sehnsucht baut die Straße hin nach einem ganz erlösten Land . . . Seele! laß sie niemals los und fasse, sei's in letzter Stunde noch, die Heilandshand! Bensheim a. d. Bergstr. Karl Ernst Knodt. von den kriegsgefangenen Hottentotten. von Missionar Heinrich Walther. (Fortsetzung.) Leider mußten die Urmen zu lange hier in Duala liegen, da kein Schiff nach Südwestafrika ging. So hatten sie unter dem ungesunden Klima der Küste viel zu leiden, und viel Krankheitsnot war unter ihnen. Uls ich am 2. Oktober Bonebela verließ und nach Mangamba übersiedelte, waren sie noch da. Kurz darauf soll ein Schiff gekommen sein, mit dem sie dann in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Der Herr segne sie und erhalte sie in seiner Gemeinschaft! wir aber wollen auf unser großes Ziel schauen, auf die ewige Seligkeit, welche Freude wird es sein, wenn einmal unsere Stunde schlägt, wenn wir aus dieser Gefangenschaft herauskommen zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, wo dann keine Sünde uns mehr anfechten kann. 122 Dann wird es wahr werden, was der psalmist singt im 126. Psalm: „wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden". Der Herr bringe uns dazu! Und nun darf ich Luch vielleicht noch ein wenig über das Leben unseres Heinrich wittbops schreiben, Folget mir im Geiste nach Südwestafrika! fjier ist ein Dörflein, ziemlich weil landeinwärts gelegen mit dem Namen Nausannabis. Nuf einem Missionsatlas werdet Uhr es finden. Das Dörflein ist wunderschön gelegen. Nund herum von Gebirgen umgeben, liegt es da: auch von einem Kranz herrlicher Palmen ist es umringt. Durch das Dörflein fließt ein Bächlein, in dem die Eingeborenen jeden Tag fleißig baden. In diesem Dörflein wurde Heinrich im Jahre 1867 geboren. Sein Vater war der Häuptling des Dörfleins und stand in hohem Unsehen bei den Bewohnern des Dorfes. Er war ein starker, stämmiger, tapferer wann mit glänzenden, dunklen Bugen, gekräuseltem haar und einem starken Schnurrbart. Trotzdem er ein Heide war, war er doch gerecht, und jedes verfehlen seiner Untertanen rügte er sehr. Buch seine Kinder wurden sehr streng erzogen, und manche Strafe hat Heinrich von ihm bekommen. Die Mutter war eine ziemlich schwächliche Frau, die viel mit Krankheit zu kämpfen hatte. Schon zwei Kinder hatte sie vor Heinrich ihrem Manne geschenkt, eines davon war kurz nach der Geburt gestorben. Der Vater war sehr erfreut über die Geburt seines Lohnes, und es gab damals einen großen Festtag im Dorfe. Die Trommeln wurden geschlagen, der Heidenlärm ging los: denn alle Bewohner waren noch Heiden. Ein großes Festessen schloß sich an. Der Vater hatte den Wunsch an diesem Tage ausgesprochen, daß sein Lohn einmal ein tüchtiger Krieger werde: doch der Wunsch ging nicht in Erfüllung. Der Lohn wurde Kriegsmann, aber Kriegsmann im Dienste des Herrn Jesus. Unser Heinrich nun gedieh unter der Obhut seines Vaters und seiner lieben Mutter. Letztere war eine sehr gute Frau, und als mir Heinrich von ihr erzählte, rollten Tränen über seine Wangen. Durch ihr Leiden fühlte sie sich zu etwas Besserem und höherem hingezogen, doch das Beste, Jesus, kannte sie noch nicht. Lie wußte, daß niemand auf dieser Welt ihr helfen könne, vor den Geistern lebte sie immer in Furcht, ihr Gewissen klagte sie immer an und manchmal standen ihr ihre Sünden groß vor der Seele, wer wird mich von diesen erlösen? Doch den weg zu Jesus fand sie nicht, da sie nichts davon hörte. Heinrich wuchs heran, und als einen fröhlichen Knaben finden wir ihn auf der Straße mit seinen Kameraden spielend. von allen wird er geliebt und alle folgen ihm: nur an manchen wüsten Spielen seiner Kameraden findet er kein Wohlgefallen, und jedesmal eilt er nach Hause, wenn er nicht mitmachen kann. Die anderen verspotten ihn, aber das ist ihm gleichgültig. Sein Sinn geht nach etwas höherem und Besserem, und dieses Sehnen nach etwas Besserem wuchs von Jahr zu Jahr, wo finde ich es? so hieß es bei ihm. wie manchmal stieg er aus seinem Dörflein hinauf auf die höhe und schaute in die Ferne. Da sah er die hohen Berge mit ihren Spitzen gen Himmel ragen: erreichen doch einige von ihnen die höhe von 2000 Metern und darüber. Besonders wehmütig stand er eines Nbends auf einer solchen höhe: sein Herz war ihm schwer. Er wußte nicht, was mit ihm war: ein geheimes Zehnen erfüllte ihn. Im Westen ging die Sonne unter: er sah diese große Feuerkugel, sah das herrliche Not, mit dem der ganze westliche Horizont überzogen war, die Vögel sangen ihre Schlaflieder, da wurde ihm klar, daß ein Großer das alles geschaffen haben müsse. Nch, wenn er ihn doch kennen würde! Dieses Sehnen wuchs von Tag zu Tag. wie manchmal weinte er und wußte gar nicht warum. Als Heinrich 12 Jahre alt war, wurde seine Mutter- schwer krank, wie hat er damals um sie gebangt: wie manche Träne hat er geweint, wie manche Nacht schlaflos zugebracht, hätte er von einem Nrzte gewußt, der seiner Mutter hätte helfen können, er wäre hingegangen, und wenn der weg noch so weit gewesen wäre. Den besten Nrzt kannte er noch nicht, aber die Zeit war nicht mehr fern, wo er mit feinem Heiland, den er jetzt von ganzem Herzen liebt, bekannt werden sollte. Seine Mutter wurde von Tag zu Tag kränker, eines Tages kam der Tod und legte seine kalte Hand auf die arme Kranke, wie hat sie in ihrer letzten Stunde nach Trost verlangt, doch niemand konnte diesen ihr geben. Um folgenden Tag wurde sie in die Erde gebettet. Nach heidnischer Nrt wurde ein ganz gewaltiger Lärm an ihrem Grab gemacht: die Trommeln wurden mit einer Macht geschlagen, daß jedem Zuhörer die Ohren gellten,- das Lärmen und weinen war ganz furchtbar. Sollten doch dadurch die bösen Geister vertrieben werden. Gerne hätte unser Heinrich diesem Treiben Einhalt geboten, doch er konnte nichts dagegen machen. Betrübt und mit schwerem Herzen kehrte er vom Friedhof heim. Der Übend kam heran, der Kummer unseres Freundes war nicht zum Nushalten: die ganze Nacht konnte er nicht schlafen. Nm folgenden Morgen stieg er wieder die Berge hinauf, die sein heimatsdörflein umschließen: Die Sonne kam herauf und glänzte in den Tautropfen, die an den Gräsern hingen. Diese Tautropfen glänzten wie Silber: es war ein schöner Morgen: doch Heinrich sah von diesem allem nichts: sein Kummer war zu groß. Er hatte ja kein liebes Mütterlein mehr, und die Tränen flössen reichlich. Nls er ein Stück Wegs gegangen war, begegnete ihm ein Jüngling. Freude strahlte aus seinem Nntlitz. Er konnte etwa 18 Jahre alt sein und war sehr nett gekleidet. Tr sah unseren Heinrich sehr betrübt und fragte ihn, was ihm fehle. Da schüttete dieser ihm sein ganzes Herz aus: „vor zwei Tagen starb meine Mutter. Sie hatte mich sehr lieb und ich sie auch: niemand auf der Welt liebt mich wie sie. wie gerne wäre ich doch mit ihr gestorben, was fange ich nur an?" Ganz verzweifelt stieß er den letzten Sah heraus. Der Jüngling hatte ihm aufmerksam zugehört, dann öffnet sich sein Mund: „Du hast niemand mehr auf der Welt, der dich so liebt als deine Mutter. Über ich kenne jemanden, der liebt dich mehr als deine Mutter, das ist Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, der dich liebt, der alle Menschen liebt und aus Liebe zu uns auf diese Erde kam." Heinrich sagte ein über das anderemal: „Erzähle mir weiter, ich will noch mehr davon hören!" Der Jüngling machte ihn aufmerksam auf die Rheinische Mission, die in der Stadt Neheboth eine Kapelle und Schule habe, wo er immer die herrliche Botschaft hören könne. Der Jüngling trennte sich von unserem Heinrich, und zwei Tage nach dieser Begegnung sehen wir diesen Heinrich sein Vaterhaus verlassen. Sein Vater läßt ihn ziehen, seine Schwester dagegen will ihn zurückhalten: doch niemand kann ihn halten. Er wandert nach dem 30 Stunden entfernten Städtlein, um noch mehr von Jesus, dem treuen Heiland, zu hören. Keine Mühe ist ihm zu groß, keine Nnstrengung zu gefährlich. Ueber Berge klettert er, um zum Ziele zu gelangen. Endlich, nach 3 1 ^-tägiger Wan- 123 derung, kommt er am Ziele an. Sein erster Weg geht in das Missionshaus, da sitzt er denn zu den Zützen des Missionars und läht sich stundenlang erzählen. Die Botschaft vom gekreuzigten Heiland hat ihn erfaßt und Tränen rollen ihm über die Wangen. Diesem Heiland will ich dienen, für ihn will ich mein Leben einsetzen, er ist es wert! So gelobt er. Und er bleibt im Missionshaus und besucht fleißig die Schule. 5lls einen fleißigen Schüler treffen wir ihn in der Schule. Wie strahlten seine Bugen, wenn er die herrlichen Jesusgeschichten hört. Fleißig folgt er dem Unterrichte, besondere Freude macht ihm die deutsche Sprache. Nachdem er vier Jahre in die Schule gegangen und es auch ziemlich weit gebracht hat, wird er als Lehrer angestellt. Da sehen wir ihn nun in seiner ersten Gemeinde, nicht weit von Nehaboth. Mit Begeisterung erzählt er von der Liebe des Heilandes und andächtig hören seine Anhänger zu. Ihr müßt zu Jesus Kommen, er allein hat Trost für uns, so lautet seine Verkündigung. Um liebsten erzählt er von jenem Leben, wo wir den Heiland sehen dürfen und er auch seine Mutter. Line kleine Bewegung entstand in diesem Dörflern, viele verließen ihren Götzenkram und wandten sich zu Jesus hin. Buch eine schöne Schülerzahl hatte sich hier um ihn versammelt, und frühe durfte er diesen Kleinen von Jesus erzählen. Wie hat er für sie gebetet, daß sie Jesus zu sich hinziehen möge. Nach 4 1 ■>-- jähriger Wirksamkeit verließ er sein erstes Brbeitsfeld und zog landeinwärts. Buch hier wieder verkündigte er mit voller Entschiedenheit den Weg des Lebens, und der Herr bekannte sich zu seinem Worte. In dieser Zeit verheiratete er sich mit einem frommen, christlichen Mädchen, das von den Missionarsfamilien, bei denen er Jesum zuerst hat kennen lernen, ausgebildet worden war. Es war ein treues, liebevolles Mädchen, das völlig und ganz dem Heiland gehörte,' und das junge Ehepaar wurde ein Segen und ein Vorbild für ihre Umgebung. Werfen wir noch einen Blick in dieses Familienleben. Sind beide Eheleute am Morgen aufgestanden, so sehen wir sie niederknien. Sie befehlen sich der Gnade des Herrn und beten für ihre heidnische Umgebung, daß der Herr die Herzen der Neger anrühren und sie zu sich hinziehen wolle. Dann gehen sie fröhlich auseinander. Unser Heinrich geht zur Schule, seine Frau hat Brbeit im Hause. Eine schöne Schülerzahl sitzt in der Schule; andächtig lauscht sie den Worten ihres Lehrers. Er behandelt die Geschichte, wie Jesus nahe zur Stadt Jerusalem kommt und wie die Tränen über seine Wangen rollen. So lieb, so ruft er in die Schule hinein, hat der Heiland die Leute! Wie viel Gutes hat er doch den Leuten von Jerusalem getan, und doch wollen sie ihn nicht hören, nicht aufnehmen, da bricht ihm voll Liebe das Herz. Er denkt an die Strafe, die über sie kommen wird und sagt: Jerusalem, was hast du getan? Du hast deine Gnade verscherzt. Wie lieb hat doch der Heiland die Leute. Nun zählt der Lehrer auf, was der Heiland an ihm und seinen Schülern tut; er ist so ergriffen, daß er selber weinen muß. Doch, was sehen wir? Ein Mädchen hat die Schürze vor den Bugen und weint. Heinrich fragt es, warum es weine. ,,Bch, ich will den Heiland immer lieb haben, weil er mich liebt", so lautet die Bntwort. ,,Der Herr helfe dir, daß du ihm immer dienen darfst", so erwidert Heinrich, indem er dem Kind die Hände auf das Haupt legt. Nach der biblischen Geschichte werden sonstige Fächer durchgenommen. Immer ist es interessant, dem Lehrer zuzuhören. Um 12 Uhr ist die Schule beendet und die Schüler gehen nach Hause. Bber einer bleibt noch zurück, das ist der Lehrer. Tr kniet nieder und betet, daß der Herr seine Worte segnen möge. Und der Herr erhört ihn, über Bitten und verstehen läßt er ihn die Erfüllung seiner Bitten erleben. Nun kommt der Lehrer nach Hause. Lächelnd empfängt ihn seine Frieda, so heißt nämlich seine Frau. „Mann, denke dir, viele Frauen waren bei mir. Ich erzählte ihnen vom Heiland und sie versprachen mir, auch Thristen zu werden." „Gott segne dich für deine Brbeit, mein treues Weib. Komm, wir wollen für sie beten." Wieder knien beide nieder und befehlen diese Seelen Jesus an. Dann setzen sie sich nieder zu dem Essen, das die Frau bereitet hat. Wir sehen, wie sie zuerst beten. Dann lassen sie es sich schmecken. Nach dem Essen geht ein jedes wieder an die Brbeit. Der INann begibt sich zur Schule, und zu seiner Frau kommen die Mädchen aus der Stadt, um nähen und stricken zu lernen. Da, was hören wir? herrlich ertönt es von dem Lehrerhaus herüber: „Es erglänzt uns von ferne ein Land." Wir treten näher. Wie leuchten die Bugen der Mädchen! Es ist ihnen ernst, was sie singen. Um I Uhr ist die Schule beendet: auch die Frau Lehrer entläßt die Mädchen. Kurz nachher sehen wir den Lehrer mit seiner Frau in die Stadt gehen; freundlich werden sie von allen gegrüßt. Die kleinen Kinder kommen herzugelaufen und geben beiden die Hand. Sie wissen, diese Leute sind immer freundlich und sie merken es, die haben uns lieb. Die Frau Lehrer trägt in der Hand ein Körbchen. Was mag wohl darin sein? Sind es vielleicht Nosen? Nun, wir werden'; sogleich sehen. Sie gehen in ein Haus, es ist ein ganz schmuckes Häuschen: ihn ihm wohnt die schwindsüchtige Sara. Ihr Mann ist schon lange gestorben, Kinder hatte sie keine, so wohnt sie ganz allein. Fremde Leute tuen ihr die Brbeit. Heinrich und Frieda grüßen freundlich und fragen: „Nun Sara, wie geht es dir?" „Ganz gut," so tönt es zurück, „ich weiß, daß Jesus mich liebt." Da muß die Kranke wieder husten, es dauert lange Zeit, bis sie wieder reden kann. Es wird nicht mehr lange mit ihr gehen, Hände und Füße sind ganz abgemagert, nur noch haut und Knochen sind zu sehen. Die Wangen sind tief eingefallen und die Bugen liegen tief. Diese aber leuchten sehr, und man sieht, daß Friede im Herzen wohnt. Heinrich nimmt seine Bibel und liest den 126. Psalm. Bufmerksam hört Sara zu, dann spricht Heinrich noch einige Worte über den schönen Psalm. Die Bugen unserer Sara hängen an den Lippen des Lehrers, sie kann nicht genug hören. Zum Schluß wird noch gebetet. Laut betet Sara mit und beim Bbschied sagt sie: „Herr, ich möchte bald zu dir kommen!" Man merkt, daß ihr Heimweh groß ist, daß sie bald ausgespannt werden möchte. hierauf verlassen beide unsere Sara und wandern, nachdem sie erst Fleisch, Brot und Kaffee ihr zurückgelassen haben, weiter. Noch manche Besuche gibt es zu machen. Da ist noch die aussätzige Magdalena. Sie ist ganz entstellt: Nase und Ghren fehlen, die Lippen sind schon ganz angefressen, und an der linken Hand fehlen vier Finger. Was ist der Bussatz doch für eine schlimme Krankheit! Bch, sie ist arm, die liebe Magdalena. Bber wir würden uns irren, wenn wir meinen würden, daß sie betrübt sei. Im Gegenteil, sie ist sehr fröhlich. wir fragen sie, was sie so fröhlich macht, da gibt sie zur Bntwort: „Warum sollte ich nicht fröhlich sein, ich bin ja ein Schäflein Jesu." Unser Heinrich hält ihr eine Bndacht und erzählt ihr, daß sie im Himmel alle Glieder wieder bekomme und daß sie Jesum sehen darf. Da sagt sie: „Wenn ich nur meinen Heiland sehen darf, das genügt mir. Mehr will ich nicht haben. Wie will ich ihm danken für seine 124 - Liebe." Nun sind alle Besuche gemacht, das Körblein ist leer. Fröhlich und befriedigt ziehen beide nach Haus. Die sinkende Lonne wirft auf beide noch einen Strahl, da kommt über ihre Lippen der Wunsch und die Bitte: „Herr, laß auch einen Strahl in die Hütten der Kranken fallen!" (Schluß folgt.) Erinnerungen eines alten Schleswig-Holsteiners an das Jahr MH. Zur 50. Wiederkehr des Tages von Düppel. (Fortsetzung.) Einzelne tüchtige, gediegene Männer waren unter den dänischen Beamten, Geistlichen und Lehrern, die von Dänemark nach Schleswig-Holstein kamen, so ein Pastor in Bpenrade, der durch seine hinreißende Beredsamkeit die Kirche füllte und solche Anhänglichkeit gewonnen hatte, daß Bpenrader Gemeindeglieder für ihn in zarter Weise eine Sammlung veranstalteten, als er in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Buch ein vortrefflicher Mann war der physikus (Kreisarzt) für den südlichen Teil des Kreises Tondern; er war geschickt, unermüdlich, ein Herzensfreund der armen Kranken,' ihn wollte die deutsche Bevölkerung gern behalten, als sie im Jahre 1864 alle dänischen Beamten verjagte. Die große Mehrzahl aber der dänischen Beamten, Geistlichen und Lehrer war minderwertig. Sie wollten wohl das Bmt, um ihr „Lornbröd" (ihren Unterhalt) zu haben, wollten aber nicht des Bmtes Pflichten. Sn Mittelschleswig wurden die Kirchen völlig leer, da die deutsch gesinnte Bevölkerung am dänischen Gottesdienst um der Sprache willen nicht teilnehmen wollte, aber auch nicht am deutschen Gottesdienst, weil die Pastoren die deutsche Sprache nicht beherrschten. Noch immer wird in Bngeln der Bnfang einer Leichenrede angeführt, die ein dänischer Pastor dort gehalten haben soll in seinem dänischen Deutsch: „hier liegt er nun in seine schwarze Kiste, habt ihr ihm gekennt, ich habe ihm nicht gekennt." Eifrige Helfershelfer aber waren die dänischen Pastoren den dänischen Gendarmen in der Bufspürung von allerlei deutschen Demonstrationen, das Volk nannte sie deshalb „die schwarzen Gendarmen". Sn kleinlichster Weise wurde mit schweren Strafen gegen allerlei kleine deutsche Demonstrationen verfahren. Mancher achtbare deutsche Mann ist damals mit Gefängnis bestraft worden. Ein angesehener schleswiger Kaufmann mußte mit wochenlangem Gefängnis die Untat büßen, daß er seine drei hübschen Töchter je in Blau, Weiß, Uot kleidete und in dieser Ueihenfolge nebeneinander auf der Straße gehen ließ. Sch erinnere mich, wie schnell wir Knaben unsere Hamburger Schillinge im Kaufmannsladen in die Tasche gleiten ließen, wenn ein Polizist sich zeigte, dieser hätte uns sonst unser Geld konfisziert. Ein Schnippchen der dänischen Polizei zu schlagen lernten wir alle. Bei allen öffentlichen Umzügen spielte die Musik „3u Mantua in Banden", alle sangen aber laut oder leise nach der gleichen Melodie das verbotene Wildenrodtsche Lied: „Es stand auf Jütlands Buen, es stand am kleinen Belt ein junger wackrer Krieger" usw. Mit Uecht herrschte im schleswig-holsteinischen Volk die größte Erbitterung gegen die dänischen Bedrücker. Uber das ganze große Deutschland, aufgeklärt durch die deutsche Presse, hatte Mitleid mit „dem verlorenen Bruderstamm", spendete seine Taler und Gulden für die vielen brotlosen Familien der abgesetzten Beamten und Geistlichen, gab manchen der Bbgesetzlen eine neue Bnstellung, ein tüchtiger, nordschleswigscher Geistlicher wurde im benachbarten Wetzlar angestellt, seine Kinder, nun schon alt, in der Heimatprovinz wieder angestellt, erzählen noch immer so gern von den wunderschönen Jahren, die sie an der Lahn zubrachten,' der bekannte husumer Storm war Landrichter im thüringischen heiligenstädt,' ein Schwager des in Wetzlar angestellten nordschleswigschen Pastors, ebenfalls ein sehr tüchtiger Mann, wurde zuerst Seminardirektor, später der Leiter des ganzen Schulwesens im Herzogtum Sachsen- Meiningen. Wenn auf den großen deutschen Schützen-, Sänger- oder Turnfesten die schleswig-holsteinische Bbteilung mit umflorter Landesfahne sich zeigte, stimmte die ganze Versammlung das Schleswig-Holstein-Lied an. Sehr zu statten, kam die deutsche Synode den noch recht zahlreichen Beamten und Geistlichen, die keine Wiederanstellung fanden und nun durch Betreiben von Landwirtschaft oder Gärtnerei, durch Gründung von kleinen privatschulen das Brot für ihre Familien erwerben mußten. Der König-Herzog in Kopenhagen, Friedrich VII., kümmerte sich um die Verhältnisse in den Herzogtümern gar nicht, er, das enlant (orribls unter den europäischen Fürsten, hielt die wüstesten Zechgelage i b, freute sich, wenn er seine Gäste unter den Tisch trinken konnte, und nannte den seinen besten Freund, der sein Meister im Trinken war. Seine Frau, eine frühere Putzmamsell von zwei ebenbürtigen Frauen, einer Tochter des dänischen Königs Friedrich VI. und von einer mecklenburgischen Prinzessin war er geschieden mußte gute Miene zu diesem bösen Spiel machen, nahm aber regen Teil an der einzigen höheren Beschäftigung des Königs-Herzogs, dem Busgraben von Blter- tümern. Die Busgrabungen im Sundewitt, wo man das bekannte Wikingerboot aus dem Moor herausfördcrle, leitete er von seiner Lieblingsresidenz Glücksburg aus, als er plötzlich an Gesichtsrose schwer erkrankte und am 15. November 1865 starb. Sein Tod bringt einen bedeutsamen Wendepunkt in der Geschichte Schleswig-Holsteins. Friedrich VII. war der letzte aus dem alten Stamme der (Oldenburger. Sein Nachfolger Ehristian IX., aus dem Hause Glücksburg, war nicht der nächstberechtigte Erbe der dänischen Krone, aber durch das sogenannte Londoner Protokoll von den europäischen Großmächten schon seit dem Jahre 1855 zum König von Dänemark ausersehen als Gemahl der dem dänischen Throne nahestehenden Luise, persönlich ist das neue dänische Königspaar der höchsten Bchtung wert, wenn wir es auch nicht vergessen können daß ThristianIX. Schleswig-Holstein so wehe tat und daß seine kluge Frau, die Schwiegermutter Europas die drei schönen Töchter waren verheiratet mit König Eduard VII. von England, Blerander III. von Kußland, dem Herzog von Tumberland, ein Sohn war der ermordete König Georg von Griechenland so lange sie lebte, Deutschland haßte und gegen es intrigierte. Die Partei der Eiderdänen hatte noch zu Lebzeiten Friedrich VII. im dänischen Keichsrat das Gesetz zur Bnnahme gebracht, daß Schleswig von Holstein getrennt und in den dänischen Staat einoerleibt werden solle. Friedrich wollte das Gesetz nicht mehr vollziehen, wies ab mit den Worten: „Das kann Ehristian tun". Der zaudernde Ehristian IX. wurde aber gleich nach seinem Kegierungs- antrit« durch einen Buflauf des Kopenhagener Pöbels zur Vollziehung dieses Gesetzes genötigt. Sm dänischen Volk erhob sich über die Einverleibung Schleswigs großer Jubel. Dänemark war im Taumel des Uebermuts, träumte sich zurück 125 in seine großen Tage, als es den ganzen Norden Europas, Schweden, Norwegen, die Küstenländer der Ostsee und England beherrschte, als die Ostsee und die Nordsee dänische Meere waren. Dänemark verachtete den deutschen Bund, der nur Beschlüsse faßte und nicht handelte. Der deutsche Bund hatte es sich ruhig gefallen lassen, daß die Dänen die deutsche Bun- dcsfcstung Ncndsburg im Süden, also gegen Deutschland, stark befestigten und daß sie auf dem dänischen Kriegergrab in Flensburg einen riesigen ehernen Löwen aufstellten, der grimmig nach dem Lüden sah. Die Dänen fürchteten auch Preußen und Oesterreich nicht, da sie der Freundschaft Ruß- lands und Englands sicher waren. Rußerdem hielten sie ihr Land für völlig uneinnehmbar, da sie es durch einen festen Riegel: Schlei, Danewerk, Treeneniederung und Lider verschlossen halten. Indessen hatte Dänemark nicht damit gerechnet, daß in Preußen Wilhelm I. mit seinem Bismarck am Ruder war. Bismarck wollte den dänischen Uebermut dämpfen. Er brachte das Meisterstück fertig, daß sich Oesterreich, Preußens Nebenbuhler, mit Preußen zum Kampfe gegen Dänemark verbündete. Rls sich aber Preußen und Oesterreich regten, wollten auch die übrigen deutschen Bundesstaaten nicht Zurückbleiben. Der Bundestag in Frankfurt beauftragte die Königreiche Lachsen und Hannover mit der Besetzung des Bundeslandes Holstein. Je 6000 Lachsen und Hannoveraner rückten Ende 1863 in Holstein ein, die Dänen räumten ihnen das Land, hinter den abziehenden dänischen Loldaten sangen wir Lchleswig - Holsteiner Knaben das Lchleswig - Holsteinlied, stoben aber in alle Winde, als die Dänen Kehrt machten und ihre (bewehre gegen uns richteten. Mit tausendfachem Hurra begrüßten wir dann aber die deutschen Bundestruppen, (bleich nach dem Rbzug der Dänen kam auch der Herzog Friedrich von Rugustenburg, der Dater unserer Kaiserin, der schon von seinem schlesischen Schlosse aus sich zum Herzog Friedrich VIII. von Lchlcswig-Holstein proklamiert hatte, in sein Land. Da er vom Rbzug der Dänen aus Holstein nichts wußte, fuhr er nicht mit der Eisenbahn nach Lchleswig-Holstein hinein, sondern auf einem Schiff von Hamburg nach iblückstadt an der Elbe. Tr landete mit seiner Begleitung, seinen künftigen Ministern, still und unerwartet in Glückstadt. Die Nachricht aber von seiner Landung ging wie ein Lauffeuer durch die Stadt, die ganze städtische Bevölkerung eilte nach dem Hasen, die Pferde wurden vom Wagen abgespannt, alles, auch die vornehmsten Bürger der Stadt, drängten sich zum Ziehen des Wagens und in einem wahren Triumphzuge wurde der Herzog vom Hafen zum Bahnhof gefahren. In einem Sonderzuge, den ihm die Bahngesellschaft in Glückstadt zur Verfügung stellte, fuhr er nach Kiel, um hier seinen Wohnsitz aufzuschlagen. Jetzt fanden in jedem kleineren Drte des Landes die Huldigungen für den Herzog statt. Ich habe eine solche in einer kleinen Stadt erlebt, in der damals Straßenbeleuchtung noch eine unbekannte Sache war. Gleich nach dem Rbzug der dänischen Soldaten kam in jedes Haus hinein der Ruftrag: Stellt abends ans Fenster, was ihr an Beleuchtungsmitteln habt, Lampen und Licht, Stallaternen und Feuerleuchten. Lei Beginn der Dunkelheit wurde die Stadt in der vorge- schriebencn Weise illuminiert, die Illumination machte auf die Stadtjugend einen großartigen Eindruck. Dann sammelte sich alles auf dem Markt, ein angesehener Beamter, der Redegewandtheit besaß, ließ uns alle dem Herzog die unverbrüchliche Treue geloben. Unvergeßlich find mir noch seine Schlußworte, die er mit erhobener rechter Hand sprach: Diese, meine rechte Hand, soll verdorren, wenn ich je meinem Herzog die Treue brechen sollte. Keine zwei Jahre später wurde er ein Rnhänger der sogenannten Preußenpartei und ein Gegner der herzoglichen Partei. Tr hat sich sicherlich in bester Ueberzeugung der Preußenpartei angeschlossen, das Volk aber verstand diese völlige Wandlung nicht, brandmarkte ihn als einen Verräter und er hat nie mehr die geachtete Stellung seiner früheren Zeit gehabt. (Schluß folgt.) Lin pfälzischer Musikant. Erzählung von Heinrich Bechtolsheimer. (Fortsetzung.) Line Zeitlang hatte ich Ruhe. Nun war im November im Dorfe Tanzmusik, ich war auch im Tanzsaal, um dem Tanze zuzuschauen. Die jungen Burschen, die mich sonst immer geärgert hatten, riefen mir freundlich zu, daß ich mich zu ihnen setzen solle. Sie saßen in einem kleinen, niedrigen Zimmer, das neben dem Tanzsaale lag. Ich folgte ihrer Einladung, da ich annahm, daß sie ihr Unrecht wieder gut zu machen und mich nun als Kameraden aufnehmen wollten. Rls ich bei ihnen saß, wurde ich häufig zum Trinken ermuntert, hütete mich aber, zu tief in das Glas zu gucken, da ich wußte, was das für üble Folgen habe. Besonders freundlich tat an diesem Rbend ein junger Maurer, der schon auswärts gearbeitet hatte. Er setzte sich neben mich, faßte mich an den Schultern und erklärte mich für seinen besten Freund. Dann ging er hinaus, kehrte aber gleich wieder zurück und faßte mich nun von hinten an den Schultern, indem er mich abermals einen braven Kerl und seinen besten Freund nannte. Mit einem Male fing er an, von hinten mein Gesicht zu streicheln. Lin seltsamer Geruch stieg mir in die Nase, da sah ich auf die Finger meines angeblichen Freundes und bemerkte, daß sie ganz schwarz waren. Der Nichtswürdige hatte sich die Hände mit Gfenruß bestrichen, um mir damit das Gesicht zu schwärzen, voller Zorn sprang ich, wiewohl er viel älter und größer war als ich, auf ihn ein, aber er faßte mich an der Jacke, drängte mich in eine Ecke und schlug auf mich los. Ls entstand ein großer Tumult, aus dem benachbarten'Tanzsaale kamen die Leute herbeigelaufen und schauten zu, wie ich mißhandelt wurde. Keiner regte für mich einen Finger, keiner auch nur sagte dem rohen Maurer, daß er von mir ablassen solle, war er doch ein Bursche aus dem Dorfe und ich ein armes Knecht- chen aus dem Bayerischen. Ich wehrte mich, so gut ich konnte, konnte aber gegen den starken Menschen mit seinen harten Fingern nichts ausrichten. plötzlich wurde mein Gegner zur Seite gerissen, Herr Hinkel stand vor mir und fragte mich mit seiner tiefen Stimme: „Peter, was hat es hier gegeben?" „Der Maurer," rief ich unter Tränen, „hat mich schwarz gemacht, und das wollte ich mir nicht gefallen lassen." Kein Wort erwiderte Herr Hinkel auf meine Rede, aber er packte den Maurer, zog ihn über einen Tisch und bläute ihn durch, daß die Schläge nur so klatschten. Trotz meiner Rufregung und meiner Verlegenheit wunderte ich mich, daß der Maurer, der sonst so sehr mit seiner Kraft und seinem Mute geprahlt hatte, sich so wenig wehrte, aber alles wurde mir klar, als ich kur; darauf hörte, daß Wilhelm Hinkel der stärkste Mamt im ganzen Dorfe sei. Nachdem ich so zugesehen hatte, wie der Maulheld seine Züchtigung bekam, ging ich nach Hause, um mich zu waschen und mich gleich darauf zu Bett zu legen, von diesem Tage an aber empfand ich eine unbegrenzte Verehrung für meinen Herrn, zu dem ich von Rnfang an schon großes vertrauen gehegt hatte. ver Winter brachte mir angenehme Tage, Ringsum- her in Rheinhessen und in der Rheinpfalz fanden die Treibjagden statt. Zu sehr vielen wurde mein Herr eingeladen; denn er hatte viele Bekannte und Freunde. Damals habe ich erfahren, daß die Jäger sehr Zusammenhalten, Herr Hinkel wurde nach Flonheim, Sprendlingen, Gau-Grehweiler, Gensingen und Wendelsheim eingeladen. Frühmorgens ging er weg. Lr trug sein Jagdkostüm, hatte einen großen Rkuff vorgebunden, das Gewehr über der Schulter hängen und stützte sich auf seinen Jagdstock, den man auch zum Jagd- stuhl auseinanderklappen konnte. Daß die kurze Tabakspfeife nicht fehlte, läßt sich denken; denn ohne diese geht in der Pfalz ein Jäger, Förster oder Bauersmann nicht aus. Der unzertrennliche Begleiter des Jägers war sein langhaariger Hund „Teil", der gewöhnlich im Hofe oder hinter dem Gfen faul lag und schlief, aber auf der Jagd hellhörig und ungemein flink war und sich durch seine feine Witterung auszeichnete. Rm späten Rbend kam Hinkel zurück und erzählte, mit wem er auf der Jagd zusammengetrofsen war und wieviel Hasen und Rehe man zur Strecke gebracht habe. Gern hörte ich hierbei zu, überhaupt waren mir die Rbende, die ich im Wohnzimmer meiner Dienstherrschaft zubrachte, immer lieber geworden. Es war mir gerade, als ob ich in meinem Elternhause sei, wenn ich abends bei dem Schein der Lampe dort sitzen durfte. Frau Hinkel und die beiden Mägde saßen am Spinnrade, das damals noch in jedem ordentlichen Bauernhause schnurrte, während es jetzt verschwunden ist und unseren Urenkeln höchstens noch im Museum gezeigt wird. Herr Hinkel rauchte die Pfeife und las die Zeitung, während Rarl sich abends frühzeitig zu Bett legte. Ruch ich unterrichtete mich gern aus der Zeitung über die großen Weltbegebenheiten, aber ich las auch in den Ra- lendern, die mein Herr hatte, in dem Lahrer hinkenden Boten und im hessischen Landkalender. Die Erzählungen, Rnekdoten und Bilder, die ich dort fand, zogen mich in gleicher Weise an, laut lachte ich manchmal auf, wenn ich eine drollige Geschichte fand. Lines Tages fielen mir auf dem Speicher zwei Bücher in die Hand, die anscheinend ganz unbeachtet hinter einer Riste lagen. Beide hatten einen schwarzen Linband, so daß ich sic zuerst für Gesangbücher hielt. Sch schlug das erste Buch auf und las die Lingangsworte: „Ls lag eine dunkle Rächt über der Erde; noch dunkler war der Grt, wo eine Stimme gedämpft zu wiederholten Malen Johannes rief. Ls war ein kleines Stübchen in einem großen Bauernhause; aus dem großen Bette, welches fast den ganzen Hintergrund füllte, kam die Stimme." Diese Sätze erregten auf da; lebhafteste mein Interesse. Bei dem Ramen Johannes dachte ich an meinen Vater, und bei der Erwähnung des großen Bauernhauses schwebte mir das Haus vor, in dem ich nun selber weilte. Ich sah mir das Titelblatt an und fand da „Uli, der Unecht von Jeremias Gotthelf"; das andere Buch trug den Titel „Uli, der Pächter". Sofort nahm ich beide Bücher unter den Rrm, brachte sie meinem Herrn und fragte ihn, ob ich diese Bücher lesen dürfe. „Rch, das sind die Bücher," sagte er, „die mein Vater von der hiesigen Lesegesellschaft gesteigert hat. Die kannst du ruhig lesen, wenn du abends mit deiner Arbeit fertig bist." So saß ich denn abends, während die Spinnräder schnurrten und der Tabaksdampf durch das Zimmer zog, hinter meinem Uli. Niemals hat mich ein Buch so erfaßt wie dieses. Ich glaubte mich selbst in Uli wiederzufinden, wenn ich mich auch weder für so ausschweifend hielt, wie Uli im Rnfang gewesen war, noch für so geizig und habsüchtig, wie er später geworden ist. Ruch sonst fand ich in dem Buche sehr viel, das sich auf meine eigene Lage bezog. Ulein Dienstherr war genau so wohlwollend und gütig wie der Johannes, dem die Stimme seiner Frau zu wiederholten Walen gedämpft zugerufen hatte, er solle aufstehen und die Stallarbeit besorgen, weil der Unecht Uli, der betrunken nach Hause gekommen sei, hierzu nicht imstande sei. Und ich selbst war ein armes Rnechtchen, wie es Uli gewesen war. Rber mit großer Genugtuung erfüllte es mich, als ich dann in „Uli, dem Pächter", las, wie aus dem armen Rnechtchen allmählich ein Gutspächter und schließlich sogar ein Hofbesitzer geworden ist. Ich nahm mir vor, alles zu tun, was ich könnte, um es auch einmal im Leben so weit zu bringen. So eifrig las ich in diesen schönen Büchern, daß man mir jeden Rbend zwei oder dreimal sagen mußte, daß ich in das Bett gehen solle. Linigemale, wenn zu Hause nichts zu tun war, nahm mein Herr mich mit zu den Treibjagden, die in der Nachbarschaft abgehalten wurden; ich half dabei als Treiber mit. In langen Retten schwärmten wir Treiber über das Feld, schlugen mit unseren Rnütteln gegen jeden Baum, riefen ho-ho, machten überhaupt einen Höllenlärm, daß die armen häslein die Flucht vor uns ergriffen, über die festgefrorenen Recker dahinflüchteten und direkt in die Schützenlinie liefen, wo sie sich überschlugen und auf dem Rcker liegen blieben. War ein Treiben zu Ende, so wurde dar erlegte Wild zusammengetragen, auf einen Wagen geladen und dem Mainzer Wildbrethändler übergeben. Rurz vor Weihnachten war Herr Hinkel zu einer Treibjagd nach Mörsfeld gegangen und wurde nachmittags um 5 Uhr zurllckcrwartet. Rn diesem Tage herrschte starker Frost, Eiszapfen hingen an den Pumpen. Um 3 Uhr nachmittags fing es an zu schneien, und nun fiel der Schnee langsam, sacht und ununterbrochen auf die Lrde nieder. Mein Mitknecht Rarl und ich hatten an diesem Tage in der Scheuer Strohseile gemacht und waren abends an unsere Stallarbeit gegangen. Rarl besorgte seine Pferde, und ich half wie gewöhnlich im Ruhstalle den Mägden. Gerade wollte ich ein störrisches Rind, das sich los- gerissen hatte, wieder anbinden, da kam Frau Hinkel ängstlich und erregt in den Stall und sagte, ihr Mann sei gegen seine sonstige Gewohnheit noch nicht nach Hause gekommen, sie fange an, sich um sein Rusbleiben Sorge zu machen. Dann ging die Frau wieder in das Haus zurück. Rls ich eine halbe Stunde später das Wohnzimmer betrat, war Herr Hinkel immer noch nicht zurückgekehrt. Der Rarl war im Zimmer und sprach mit der Frau, allerdings nahm der Rnecht die Sache auf die leichte Rchsel, er sagte so leichthin: „Rch, der Herr Hinkel, der sitzt mit ein paar guten Freunden im Wirtshause und hat das heimgehen vergessen. Dder er wartet ab, bis es draußen Heller ist, der Mond kommt um 8 Uhr." Wir aßen zu Rächt, während die Frau unruhig hin und her ging, manchmal das Fenster aufmachte und auf die Straße hinausspähte. Rber Herr Hinkel wollte nicht kommen. Die große Standuhr, die in der Lcke des Wohnzimmers stand, schlug rasselnd 8 Uhr, und der- wohlbekannte Tritt unseres Dienstherrn war weder auf der Straße noch im Hofe zu hören. Da sagte Frau Hinkel: „Ich halte es vor Rngst nicht mehr 127 aus, meinem Manne ist auf dem Heimwege etwas zu- gestoßen. Ihr beide müßt ihn suchen gehen. Nehmt euch eine Slallaterne und geht nach Mörsfeld. Dort fragt ihr beim Wirt Feiler, wo mein Mann geblieben ist!" Karl bezeugte wenig Lust zu diesem Gang. Er machte allerhand Uusflüchte: „Uch, der Herr Kommt schon von selbst, der ist Kein Kleines Kind mehr." „Uugenblicklich geht ihr beide fort und tut, was ich euch gesagt habe!" sagte die Frau in entschiedenem Tone. „Uber meine Schuhe sind nicht geschmiert", wendete Karl ein. „Dann ziehst du sie ungeschmiert an", lautete die Untwort. (Es dauerte eine weile, bis Kail fertig war; ich zündete unterdessen die Laterne an, nahm einen tüchtigen Stock zur Hand, dann gingen wir beide weg. Unwillkürlich fiel der Schnee nieder, als wir die steile Dorfgasse hinanschritten und an der Kirche vorüber auf die Landstraße kamen. (Es war finster, da der Mond durch die Schneewolken verdeckt wurde. Ich trug die Laterne, Karl kam schleppenden Ganges einige Schritte hinter mir her und schimpfte gewaltig über den Uuftrag, der uns noch so spät geworden war. „Ich bin so müde wie ein Hund," sagte er, „und soll jetzt noch über Land gehen bei einem Wetter, bei dem man keinen Hund mehr auf die Straße jagt. Der Hinkel hätte auch zu rechter Zeit heimgehen können." (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Theologenzunahme. Die Zahl der Studenten der evangelischen Theologie hat in Deutschland mehrfach stark geschwankt, von 1502 im Winter 1876/77 stieg sie auf 4793 im Sommer 1888; seitdem sank sie beständig bis auf 2035 im Winter 1903/04, und das Undauern einer geringen Zahl ließ hier und da einen schlimmen INangel an Pfarrern befürchten. Seit Dstern 1912 ist aber das vorher langsame — Unsteigen der Zahl in ein rasches Wachstum übergegangen; stieg sie im Sommer 1912 erstmalig wieder über 3000 (auf 3340, gegen 2811 im Sommer vorher), im Sommer 1913 auf 3842 und hat sich auch im vergangenen Winter vermehrt, wenn auch naturgemäß nicht so beträchtlich, da die Hauptverschiebungen immer zu (Ostern eintreten. Die Gesamtzahl betrug im Winter 1913/14 3949,' auf die einzelnen Universitäten verteilen sie sich wie folgt: Berlin 670, Leipzig 518, Halle 443, Tübingen 360, Mar- bürg 246, Erlangen 238, Göttingen 223, Breslau 167, Heidelberg 166, Königsberg 162, Bonn 138, Greifswald 136, Jena 126, Straßburg 101, Gießen 90, Kiel 77, Uostock 44. Die Eröffnung einer neuen evangelisch-theologischen Fakultät in Münster, die bekanntlich im herbst dieses Jahres erfolgen soll, ist angesichts dieser Sachlage doppelt berechtigt. Der Vorstand des „Verbandes der Studentinnenoereine Deutschlands" hatte sich an den Magistrat der Stadt Stettin mit dem Gesuch gewandt, von der Umwandlung der Stettiner (Mädchen) Studienanstalt in ein Gberlnzeum abzusehen. Das Schriftstück kam indes mit folgender Randbemerkung zurück: „Urschrift zurückgereicht. wir glauben, daß Studierende besseres zu tun haben, als sich in die Schulpolitik zu mischen, wir bedürfen des Rates junger Mädchen nicht. Der Magistrat. I. R.: Hahne." Ihren Schmerz über diese Zurechtweisung haben die jungen Damen an der Brust des „vorwärts" ausgeweint. Das ganze Vorkommnis ist charakteristisch für unsere Zeit. Jeder, auch der unreifste, will mitregieren, will über andere bestimmen und sie in ihrer persönlichen Freiheit einschränken, sich selbst dagegen den anderen nicht unterordnen. Wann wird die unselige Petitionswut in Deutschland aufhören? Worte znm Nachdenken. wir wollen es uns selbst recht sagen, daß in der Kraft des Glaubens und der Liebe kein Leiden ist, welches nicht ertragen werden könnte, welches nicht zur (Ehre Gottes, zum wohle der Menschen und uns selbst dergestalt zum ewigen Tröste gereichen könnte, daß wir es im Himmel als ein großes Vorrecht betrachten werden, viel gelitten zu haben unter dem Kreuze Jesu. halt fest an Gott, Sei treu im Glauben, Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Bleiben in Thristo heißt: in eine innige, ununterbrochene Lebensverbindung mit ihm treten, mit ihm so eng verbunden sein, daß er in und durch uns Früchte Hervorbringen kann zur Erquickung der Menschen und zur Ehre des Vaters. In Gottes Kraft fürchte dich nicht, mit den Feinden deiner Seele in Kampf zu geraten,' in Gottes Kraft wirst und mußt du siegen. Uur traue nicht deiner Kraft und kämpfe nicht sicher, sondern unermüdlich. Joh. Gerhard. Das liebe Gebet ist eine starke Mauer und wall der Kirche, auch die beste Waffe der Gläubigen und Gottseligen. Dr. M. Luther. kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 26. Rpril, Misericordias Domini. Gottesdienst. In der Stadtkirche. vormittags 9V? Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Zohanneskirche. vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Uusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeind«. Pfarrer R u s f e l d. vom nächstkünfligen Sonntag, den 3. Mai, an, nehmen die Frühgottesdienste um 8 Uhr und in Verbindung damit die Ehristenlehre für die Neukonfirmierten ihren Unfang, und zwar am 3. Mai für die Markus- und Johannesgemeinde und am >0. Mai für die Matthäus- und Lukasgemeinde. Die Eltern und Ungehörigen der Kinder werden gebeten, diese dazu anzuhalten, und die Lehrherren und Diensther/chaften, ihnen die Zeit dazu freizugeben. Das 9ehsimivüs alle Hautunreinigkeiten und Hautauseotaläge, wie Mitesser, Firmen, Blütchen, Hautrötc, Pickel, Pusteln usw. zu vertreiben, besteht in täglichen Waschungen mit der echten * fiortaox \ pforfl - TeerschroefeL- von Bergmann L Co., Radebeul, d Stück 50 Pfg Überall erhältlich. 128 Rudolf Richter Bietzen, Marktstratze 24—26 hüte und Mützen Reichhaltige Auswahl. BilligePreise :: Rabattmarken. Reparaturen :: Carl Loos Kirchenplatz 13 :: Telephon 797 Manufaktur- und Weißwaren Herren- u. Knabenkleider Geschw. Hoiberg Nachi. empfehlen Trauerhüte, Trauerschleier, moderne Gürtelbänder, Schleier und Uebergangshüte Möbel. Lieferung von bürgerl. Wohnungs- Einrichtungen, sowie sämtlicher Einzelmöbel. Eigene Schreinerei • ffiegr. 1832. C. Zimmermann Reuen Baue 15. Hrdr. Seipel j = |6 markt 16 — empfehle für die Schneiderei Zpitzenstosse :: Besatz Stickereien :: Spitzen Einsätze :: Borden Zuller :: Rnöpfe etc.' : sowie alle einschlägigen Artikel in groher Auswahl. i , Extra Rabatt s. Schneiderinnen i Carl Berger Nchf., Inh. Gust. Wittmann Kunst- und Handelsgärtnerei Blumengeschäft Marburg. Str 98 Bahnhofstr.45 Blumen, Kränze und Buketts in reicher Auswahl zu billigsten Preisen. Familien-Drucksachen Geburtsanzeigen Verlobungskarten Hochzeitseinladungen Vermählungskarten liefert rasch, sauber und preiswert Vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckerci. R. Lange. Giehen Reichhaltigste Auswahl in l| Herren- und Knaben-Bekleidung Jl in guten Stoffqualitäten und solider Verarbeitung finden Sie stets bei Telephon 395 C/\RI_ HORN Marktstraße 28 'ran; öette jillgusdurg G ffernsprech-ilir. 666 Ipfjial in rj#, UUolU u. IflJeißroarcn tstliligs-AusstcMungkri oivahifrniumgrn brrritmiiligh TT i 7? / Schuhlager, n cn. JjJum, Neustadt 19 Besonders billiger ofehuh Verkauf 15°/o b < s SO 0 Io Reparaturen billigst iMufitslien • Musitinstmmente „„ ifrnft Hhallier, öiessen j ütubolpb’B Ifladjf. (IrurnajrB 9 Lrlrphan 671 P u FRITZ NOWACK PI Großer Posten echter p“ Orient-Teppiche t weit unter Preis. 4»ebet-Teppiche Mk. 30.- bis Mk. 40.- Kelims Mk. 25.- bis Mk. 40.— KleinePerser-Vorlagen Mk. 20. bis Mk. 40. - Grosse l'erser-Verbindungsstücke bis zu 3'/, Meter Länge Mk. 100.— bis Mk. 150.— - Selten »mistiges Angebot. - loenix-Nlinaschine. ch andereSysteme stets aufLager. eisiageMK.60.- bisMK.I80- Rur bestbewährte Qualitäten . Linker, Ludwigstr. sh paraturwerKstalts.Rähmaschinen ?en8ion rriecilanä Launen a. R. Evang.Haushallungspensio- nai für junge Mädchen, sehr empfohlen. Eintritt jederzeit. :: Prospekte zu Diensten. CARL LUDWIG LEIB KUNSTHANDLUNG - BILDER-- EINRAHMUNGS-GESCHÄFT VERGOLDEREI kirchstr. r ANTIQUITÄTEN ~ C. Röhr Sc Co. Sab r" Betten-, Wäsche- und Ausstattungs-Geschäft Feder-Deckbetten Mk. 13.5», 15.5», 18.5» und besser Feder-Kissen Mk. 4.75, 5.5», 6.25 und besser —• Mitglied der Rabatt-Spar-Bereinigung — -— 1 . E. Btiiucr, Hieben Zeltersmeg 16 Uhren, Gold- u. Silbmunrrn Hcllrcke Reparaturen in eigener Werkstatt prompt und billig Heinrich Noll Mäusburg Nr. 7 Telephon Nr. 292 Spezial-Geschäft für Bureaubedarf • Schreibmaschinen Papierhandlung. Buchbinderei, Gesangbücher. Moderne Kunstarbeiten Photographische Apparate und Zubehöre in Kleider- stoflVn sowie Weißwaren Wollwaren Kurzwaren Strickwolle etc. empfiehlt bill. K. Elle Nord-Anlage 35, Ecke Schottstraße PIANOS HARMONIUMS Hoher Rabatt. Kleine Raten. Freie Probelieferung. Pianos und Harmoniums zu vermieten, günstiger Ankauf. Die Firma, 1851 gegr., eine der größten Deutschlands, bietet alle Vorteile. Katalog G 5 gratis Willi. Kudolpll, Hofl.. (liieNNen, Sclterwreg 103 Amerikanische, irische Regulier-u.Koch-Oefen alle besseren Fabrikate u. sämll. Ersatzteile Ferner: Kupferkessel, Kesselgestelle, transportable Kesseiöfen, Kohlenkasten, Kohlenfüller u. sonstige Feuergeräte, Ofenvorsetzer, Ofenschirme, sowiesämtlicheHaus-u. Küchenartikel empfiehlt Edgar Borrmann, Gießen Tel. 165 • Eisenhandlung. Neustadt 11 verantwortlich: für den Textteil Pfarrer Bechtalsheimer. für den Anzeigenteil 6- Leck: Druck und Verlag der Brühi'Ichen Univerfitäts Buch, und Sieindruckerei R. Lange, fämtlich zu Liehen.