Bejagsjmfr 25 pfg. monatlich »tm den Besitz einer wichtigen Höhe östlich Thann, wurden aber durch einen kräftigen'Gegenangriff wieder geworfen. Die Höhe blieb fest in unserem Besitz. Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ost- und Westpreußen keine Veränderung. In Polen machten unsere Angriffe am Bzura- Tanka-Abschnitt langsam weitere Fortschritte Südöstlich Tomaszow wurde die Offensive erfolgreich fortgesetzt. Russische Angriffe aus südlicher Richtung aus Jnowlodz wurden unter schweren Verlusten für di« Rüssen zurückgeschlagen. Die oberste Heeresleitüng. - kB, MTV. Großes Hauptquartier, 28. Dezember, vormittags. (Amtliches Telegramm.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei R i e ü p o r t erneuerte der Feind seine An - qriffsver,suche ohne jeden Erfolg. Er wurde dabei durch Feuer vom Meer her unterstützt, das uUs keinerlei Schaden tat, dagegen einige Bewohner von Westende tötete und verletzte. Auch ein Angriff des Feindes gegen das Gehöft St E e o rg e s. das er in seinen offiziellen Mitteil- ungen als in seinen Händen besindlich bezeichnet hat. scheiterte. Südlich Ypern wurde von uns ein^sund - licher Schützengraben genommen, wobei einige nutzend Gefangene in unsere Hände sielen. Mehrfache stärkere Angriffe des Gegners in der Gegend nordwestlich Arras wurden ab gewiesen. Südöstlich Verdun wiederholte der Feind seine Angriffe ebenfalls ohne f e d e nE r s o l g. Das gleiche war der Fall bei seiner Absicht, die gestern umstrittene Höhe westlich Sennheim zurück zü gewinnen. Oe st licher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen und Polen, nördlich dey Weichsel, nichts Neues. Auf dem linken Weichseluser entwickeln sich unsere Angriffe trotz des ungünstigen Wetters weiter. Oberste Heeresleitung. WTB. Großes H a ü p t q> ü a r t i e r, 29. Dezember, vormittags. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei N i e U p o r 1 und südöstlich Ypern gewannen wir in kleineren Gefechten einigen Boden. Mehrfache starke französische Angriffe nordwestlich St. M em e- h o u l d würden unter, schweren Verlusten für die Fran- zozsen zurückgeschlagen. Dabei machten wir einige hundert Gefangene. Ein Vorstoß im Bois Brülee westlich Apremont führte unter Erbeutung von 3 Maschinengewehren zur Fortnahme eines französischen Schützengrabens. Frautzösffchei Angriffe westlich K e n n - heim wurden abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen und Polen rechts der Weichsel keine Veränderung. Am Bzura- und Rawka-Abschnitt schritt unser Angriff fort. In Gegend südlich Jnowlodz wurden starke russische Angriffe zurückgeschlagen. Oberste Heeresleitung. WTB. Großes Hauptquartier, 30. Dezember, vormittags. Westlicher Kriegsschauplatz. Um das Gehöft 2t. Georges südöstlich Nieu- port, welches wir vor einem überraschenden Angriff räumen mußten, wich noch gekämpft. Sturm und Wolkenbrüche richteten an den beiderseitigen Stellungen in Flandern und im Norden Frankreichs Schaden an. Der Tag verlief auf der übrigen Front im allfgemcinen ruhig. Oe st licher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen wurde die russische Heereskavallerie auf Pillkallen zurückgedrängt. In Polen rechts der Weichsel ist die Lage unverändert. Auf dem westlichen Weichselufer wurde die Offen - sipe östlich des Vzura-Abschnittes fortgesetzt. Im übrigen dauern die Kämpfe an und östlich des Rvwka - Abschnittes, sowie bei Jnowlodz und südwestlich fort. Nach auswärtigen Mitteilungen hat es den An - schein, als ob L o w i c z und Skierniwice nicht in unserem Besitz wären. Diese Orte sind seit mehr als 6 Tagen von uns genommen. Skierniwice liegt weit hinter unserer Front. Ober st e Heeresleitung. * * * WTB. Wien, 24. Dez. Amtlich wird gemeldet: Im oberen Nagy-Agertal bei Oekörmezö steht noch der Kampf. — Im Latorcztal wiesen unsere Trup - pen gestern mehrere Angriffe unter großen Vertu st e n für die R u-s s e n ab und zersprengten ein feindliches Bataillon bei Alsovercze. Im oberen 1l n g- 1 a l e gewinnt unserer Angriff allmählich Raum gegen den Uzsokeü-Paß. Am 21. Dezember wurden im Gebiete dieses Karpathentales 650 Rüssen gefangen genommen. Die Kämpfe an der bekannten galizischen Front dauern fort. An der unteren Nida machten unsere Truppen über 2000 Gefangene. Im Raume von Tomaszow und an der Rawka-Bzura-Linie wird wei- tergekämpst. Vom 11. bis zum 20. Dezember wurden von uUs insgesamt 43 000 Russen gefangen genommen. Im Inneren der Monarchie befinden sich seht bereits 200000 kriegsgesangene Russen. WTB. Wien, 25. Dez. Amtlich wird gemeldet: 25. Dezember, mittags. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze wurde gestern an einem großen Teile der Front wcilergckämpft. Unsere Kräfte am N a g y - A g - und Latorcza gebiet wiesen mehrere Angriffe unter schweren Verlusten des Feindes ab. Nächst des U z s o k e r Passes nahmen wir ein« Grenz - hohe. In Galizien wurde der Gegner weiter gegen Lisko zurückgedräjngt. Zwischen Wis- I o k und B i a l a hingegen setzte er seine Angriffe den ganzen Tag und mit besonderer. Intensität am Weihnachtsabend und in der Heiligen Nacht fort. Am D u - n a j e c und an unserer unveränderten Front in R u s- s i s ch - P o l c n fanden teils Artilleriekämpfe statt, teils herrschte Ruhe. Auf dem Balkankriegsschauplatz e hat sich nichts ereignet. Im Norden wie im Süden gedenken unsere braven Truppen dairkbar der Heimat, die so reiche Weihnachtsgaben sandte. Daß sich auch die Fürsorge des Deutschen Reiches an diesem Werke mit großen Spenden beteiligte, wurde als neuer Beweis der innigen Zusammengehörigkeit der verbündeten Heer« warm empfunden. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: o. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 28. Dez. Amtlich wird gemeldet: 28, Dez. mittags. Nördlich des Dukla - Passes wichen unsere Truppen dem Angriffe der Russen in Stellungen näher am Karpathenkamme aus. Zwischen Bialla und Dunajec, im Raume nordöstlich Zakliczgen, wurden sehr heftige Angriffe des Feindes abgewiescn. Sonst hat sich auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz an unserer Front nichts Wesentliches ereignet. Im Süden herrscht, von einigen Grenzplänkeleien abgesehen, uolkkommene Ruhe. Die Serben sprengten wieder die Scmliner Brücke. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: von H ö f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 30. Dez. Amtlich wird verlaut - bart: 30. Dez., mittags: In den Karpathen griffen unsere Truppen nördlich des Uzsokev-Paffes an und nahmen mehrere Höhen. Nördlich des Lupkower-Passes brachte ein Gegenangriff die Vorrückung der Russen zum Stehen. — Weiter westlich ging der Feind mit schwächeren Kräften an einzelne Ucbergänge heran. Nördlich E o r l i c e, nordöstlich Z a k l i c z y n u. an der unteren Nida brachen die russischen Angriffe unter schweren Verlusten zusammen. Im Raume östlich und südöstlich Tomaszow machten die Verbündeten Fortschritte. Auf dem Balkankriegs sich auplatz herrscht an der serbischen Grenze Ruhe. Nächtliche Angriffe der Montenegriner auf Gat bei Autovac und aus Lastva bei Trebinje wurden abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H ö f e r, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 29. Dezember. Amtlich wird ver- lautbart." 29. Dez., mittags: Die russische 8. Armee, die vor etwa einer Woche die Offensive gegen unsere über die Karpathen vorgerückten Kräfte ergriff, hat sich durch Ergänzungen von frischen Divisionen derart verstärkt, daß es geboten schien, unser« Truppen auf die Paßhöhen und in den Raum von Gorlice zurückzunehmen. Die sonstige Lage im Norden ist hierdurch nicht berührt. Auf dem Balkankriegsschauplatz entfalten die Montenegriner eine lebhaftere, aber erfolglose Tätigkeit. Bei Trebinje wurde ein schwacher Angriff auf unsere Vorfeldstellungen mühelos abgewiesen und die feindliche Artillerie zum Schweigen gebracht. Gegen ein starkes Erenzfort der Krioosije hatten die montenegrinischen Geschütze naturgemäß nicht den geringsten Erfolg. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfel, Feldmarschalleutnant. Bom Krieg im Westen. Der „Progres" meldet aus Paris: Die marokkanischen Spahis wurden von der Heeresver- waltung von der Front zurückgezogen, da sie sich für den Dienst in den Schützengräben und für den Erdkrieg unverwendbar erwiesen. Wahrschein - lich traut man den Marokkanern nicht mehr nach der Verkündung des Heiligen Krieges. WTB. Mailand. Wie der Pariser Vertreter des „Corriere della Sera" meldet, schickt Frankreich nunmehr den größten Teil seiner Landsturmreserven von den Uebungsplätzen des Südens an die Front. Bom Krieg im Osten. Unter der Ueberschrift „Auf dem Wege nach Warschau" heißt es in einem Bericht der „Voffischen Zeitung": Die Schlacht dauert am linken Weichselufer von den Flüssen Bzura und Rawka bis Nida fock und wütet besonders zwischen S o ch a c z e w und Skier- n i e w i c«, wo die Deutschen besonders stark sind, um sich den Weg nach Warschau zu öffnen. Die Zerstörung in den von den Russen und darauf folgend von den Deutschen okkupierten Teilen Polens ist Unbeschreiblich. — In der „KreuzzeituNg" wird hervorgehoben, daß unsere Truppen in den heftigen Kämpfen an dem Bzura- und Rawka-Abschnitt an vielen Stellen die Ueberwindung des Gegners erzwangen. Das Blatt setzt hinzu: In glücklischer und harmonischer Meise wirken die Eencralstäbc der deutschen und österreichisch- ungarischen Armee zusammen. Allerlei ttriegsnachrichten. Die „Ncw-Dork Times" meldet: Die Regienmg von Venezuela hat der Leitung der „Panamerikanischen Vereinigung" den Vorschlag unterbreitet, eine Konferenz aller neutralen Staaten ein- zuberufen, um über eine Revision der Bestimmungen betreffend die Rechte der Neutralen in Kriegszeiten, zu beraten. WTB. Berlin. Das „Militärwochenblatt" meldet: von Mackensen, General der Kavallerie, Oberbefehlshaber der 9. Armee, ist zum Generalobersten befördert worden. WTB. Dresden. Der König von Sachsen verlieh dem Oberbefehlshaber im Osten, Eeneralseldmar - schall von Hindenburg, das Ritterkreuz U/Kom- mandeurkreuz erster Klasse des Militär-St. Heinrich-Ordens, dem Generalstabschef, Generalleutnant von L u- d e n d o r f f, das Ritterkreuz desselben Ordens. Weihnachten *9*4 im Hauptquartier. WTB. Die „Kölnische Ztg." meldet aus dem Großen Hauptquartier vom 25. Dezember: Die Weihnachtsfeier war ebenso einfach und schlicht wie eindrucksvoll. Der Kaiser wollte das Fest inmitten der Soldaten begehen, die zum Hauptquartier gehören. Dazu bedurfte es eines sehr großen Raumes, da Gabentische für etwa 960 Personen ausgestellt werden muhten. Die weite Halle war über und über mit Tannengrün geschmückt, so daß nirgends von Decke und Wand etwas zu sehen war. Jedermann, vom Kaiser bis zum schlichten Landwehrmann, fand «inen Platz an den in Längsrichtung aufgestellten Tischen, die in gleichen Ab- ständen mit Lichtern geschmückte Bäum« trugen. Jeder Offizier und jeder Monn erhielt die gleichen Pfefferkuchen, Aepsel und Nüsse sowie das Bild des Kaisers. Die Mannschaften erhielten außerdem einen Tabakbeutel und Zigarren. An der Stirnseite des Raumes warein Altar errichtet, davor eine große Krippe. An den Seiten standen hohe Christlannen. Der alte Weihnachts - sang: „O du sröhliche, o du selige Weihnachtszeit" leitete die Feier ein. Sobald der Kaiser die Anwesenden mit dem Gruß „Guten Abend, Kameraden!" begrüßt hatte, solgte eine kurze Ansprache des Pfarrers und dann das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht". Nachdem Generaloberst v. Plessen dem Kaiser für die Bereitung des schönen Festes gedankt hatte, hielt der Kaiser folgende Ansprache: „Kameraden! In Wehr und Waffen stehen wir hier versammelt, dieses heilige Fest zu feiern, das wir sonst im Frieden zu Hause feiern. Unsere Gedanken schweifen zurück zu den Unsrigen daheim, denen wir diese Gaben danken, die wir heute so reichlich auf unseren Tischen sehen. Gott hat es zugelassen, daß der Feind uns zwang, dieses Fest hier zu seiern; wir sind überfallen, wir wehren uns und das gebe Gott, daß aus diesem F r i e d e n s f e st mit unserem Gott für uns und für unser Land aus schwerem Kamps ein reicher Sieg erstehe. Wir stehen auf feindlichem Boden, dem Feinde die Spitze unseres Schwertes, das Herz unserem Gott zugewandt. Wir sprechen es aus, wie es einst der Große Kurfürst getan hat: „In den StaUb mit allen Feinden Deutschlands!" Amen". — Der Kaiser ging dann an den Tischen entlang und zeichnete viele Offiziere und Mannschaften durch Ansprachen autz. neujabr ms. Nicht einem der Sterblichen, die heute leben, selbst wenn ihm das höchste, Erdgeborenen erreichbare Alter vergönnt wird, ist je beschicken gewesen, an einer Jahreswende zu stehen, die in eine so große Zeit weltb« - wegenden Geschehens hineinsällt, wie die des Wechsels von 1934 zu 1915. Wer sich rückschauend und vlor - wärtsblickend der noch unermeßlichen Tragweite des soeben im Jahre 1914 Erlebten und des im Jahre 1915 unmittelbar Bevorstehenden bewußt wird, muß in dem Augenblicke, wo das scheidende in das kommende Jahr hinübetsbießt, inne werden, daß der ringsumher dahin- braufende Strom gewaltiger Ereignisse und Entwickelungen über die Geschicke von Völkern und Nattonen, Staaten und Reichen Entscheidungen trifft, verhängnis- chwerfte und segensreichste. Was sich 1914 vollzogen hat, was 1915 werden wirdr das sind Schicksalswandlungen, die über Hunderte vergangener Jahre richtend das Urteil sprechen, die den folgenden Jahrhunderten neue Bahnen erschließen. Das «Hern« Walten der göttlichen Vorsehung kündet der Jahreswechsel von 1914 zu 1915. In diesem zeitlichen Wechsel empfinden wir den ewigen Wechsel des Stirb und Werde. Wer fühlte nicht, daß die Weltgeschichte Weltgericht hält! Da verwickt der einzelne Mensch mit seinem verschwindend winzigen Ich das Recht, um seinetwillen zu sorgen und zu klagen, apch wenn das dahingegangene Jahr herbstes Leid über ihn verhängt, Unersetzliches ihm entrissen hat. Jeglicher von uns kämpft heute in Reih und Glied, sei es in Feindesland, sei es zu Haufe innerhalb der Wirksamkeit der Kriegsfiirsorge. Da gilt nichts anderes, als ohne Rück- icht auf das eigne Dasein die heilige Pflicht zu tun, die den Kampf um Sein oder Nichtsein von Volk und Vaterland gebeut. Wer getreulich diese Pflicht erfüllt, der hat den Anspruch errungen, erhobenen Hauptes und mit stolzem Selbstvertrauen an der Jahreswende Umschau und Ausschau zu halten und voll Trost und voll Zuversicht des neuen Jahres Schwelle zu beschrriten. Das darf unser gesamtes deutsches Volk. Ohne jeg- ttche Ueberhebung. Denn ohnegleichen groß ist das Jaür, das letzt in den Schvß der Ewigkett hinabgleitet, durch die Größe der sittlichen Kräfte, die unser Volk in diesem Weltkriege betätigt, und die allein die Gewähr geben, daß sie Gottes Segen erwirken. Nach heimlicher Verschwörung, nach langverhehltcm Rüsten wellten unsere Feinde häßersüllt uns überfallen, uns durch die vermeintliche Uebcrmacht ihrer tückischen Gewalt und teuflischen Lüge erdrücken und zerschmettern. An der unvergleichlichen, unbezwinglichen Größe der deutschen Einigkeit und Pflichttreue, der deutschen Tüchtigkeit und Tapferkeit muß solche Uebcrmacht zusammenbrcchen. Diese Erwartung können die Deutschen als bisheriges Ergebnis des uns aufgcdrungencn Daseinskampfes, als Wirkung des sittlichen Geistes, den wir beweisen, tu das neue Jahr hinübernehmen. Die volle festliche Gewißheit, daß der Sieg auch im Jahre 1915 unseren Fahnen folgen wird, haben uns die Taten der Adventswochen gebracht: die Sturmeswogen der moskowitischen Millionenheere, so hoch sie auch eine Weile verwüstend emporfluteten, sind am selsenharten Heldentum der deutschen und uns verbundenen österreichisch-ungarischen Armeen zufammengesunken. Damit sind wtr auf die Höhen gewaltigsten beispiellosen Siegen? gcsttegen. Von ihnen autz wenden wir die Blicke noch einmal zurück in das vergangen« Jahr und eckennen mit Grauen und doch zugleich mit erhebender Genugtuung als vergangen die unheimlichen Gefahren, denen wir aUsgesetzt waren. Wir haben sie ohne Zagen, ohne Furcht überwunden. Wir haben damit die verheihüngs- volle Bürgschaft erkämpft, daß wir nunmehr auf den Höhen des Siegens bleiben urrd weiter schreiten wer- den, bis das Ziel, der ruhmreiche heilsame Friede, erreicht ist, der uns vor der Wiederkehr besten, womit uns das Jahr 1914 bedräut hat, sicherstellt. Vorwärts! lautet unser Neujahrsgruß. Unverdrossen und unaufhaltsam vorwärts, mit der zielbewußten Zuversicht, die uns das alte in das neu« Jahr mit- gibt, als Mitgift, die sich unser Voll in ehrlichster, herrlichster, todesmutiger Kampsesarbeit draußen wie drinnen verdient hat. Klaren, hellen, blitzenden Auges schauen wir hinaus in die Zukunft, mtt bestem Gewissen, mit sieggewohntem Frohmut. Gott war mit uns. Drum hallen wir es nach wie vor mtt jenen alten bewährten Losungen, die Gott als Führer unfern Krie - gern zu Lande und zu Wasser voranleuchten lasten, die Fürst, Volk uNd Vaterland unter Gottes Schutz und Schirm stellen. Wo Gott ist, da wohnt und waltet der Geist der Pflicht Und Treue, der DffWtkng und Gesittung, der Wahrheit und Gcwistenhafttgkett. Kämpfen wir nur getrost in diesem Geiste weiter, so wird Gott uns auch 1915 nicht verlassen. Und so mögen uns denn aus dem alten in das neue Jahr di« hettigen Gelübde geleiten: Vorwärts mit Gott für Fürst, Volk uNd Vaterland ! Mit Gott für Kaiser und Reich ? Heil so dem neuen Jahr! Das Jahr *9*5. Grüß Gott Dich, junges, neues Jahr ! Grüß Gott, bring' reichsten Segen l Du blickst so froh, so hell und llar - Wir jauchzen Dir entgegen! Das alte ging zur Ewigkett, Das Jahr der großen Taten. O wunderbare Heldenzeit, * Wie reich sind Deine Saaten? ns nsc 1 mp* Grüß Gott! Beschirme unser Heer Im Westen wie im Osten Und unsre Flotte aus dem Meer, Die alle „auf dem Posten!“ Schlagt, Helden, auf die Feindesbrnt, .. Vl ,. Jagt sie zur Hölle nieder! - ' Gott gab den Deutschen Kraft und Mut — im;. Stimmt an die hellsten Lieder! Im neuen Jahr Mit netter Kraft Holt aus zu wucht'gen Schlägen! Was Großes Ihr bisher geschafft, Bringt Kind und Enkel Segen. Kein Friede, bis der letzt« Feind Von Euch im Staub zertreten! Und darum wollen wir vereint Zu Gott mit Inbrunst beten? . . . Dr. Otto W e d d i g « n, Charlottenbu^ — 1 —c Hut Stadt URd Caid. • Rentenq uiltungsformnlare. Dke Landesoersicherungsanstalt Eroßh. Heffen in Darmftadt ersucht uns, ihre Rentenempfänger darauf hinzuwei- en, daß die Rentenquittungsformulare künftig nicht mehr auf Ansordern direkt übersandt werden, sondern ln den Landgemeinden bei den Grotzh. Bürgermeistereien und in den Städten bei den zuständigen Polizeirevieren erhältlich sind. Ein direkter Versand sirttnt nur noch an die außerhalb des Eroßherzogtums wohnendeh Rentenempfänger statt. , :• n Gießen. Geh. Medizinalrat Professor» Dr. Sommer, zurzeit Rektor der Universität Gießen, wurde wegen seiner Verdienste um die Erforschung des In ein deutsches Haus gehört in dieser schweren Zeit kein Kuchen! angeborenen Schwachsinnes zum Ehrenmitglied der ungarischen <5efcIIfd>aft für Kindersorschung in Budapest ernannt. —* Dem Dr. phil.' Hubert Erhard, Assistent am hiesigen zoologischen Institut, wurde die venia legendi für das Fach der Zoologie erteilt. ! W o r m s. In den Kämpfen im Osten siel der begabte Komponist Erich Walter aus Worms, der zuletzt am Aachener Stadttheater als Kapellmeister tätig war. Bekannt ist besonders sein „H e s s e n l i e d", das ihm ein 'Ehrendes Anerkennungsschreiben des Grotzher - zogs eintruh. ):( H e r s f e l d. Eine Feldpo st karte aus Birkenrinde erhielt dieser Tage Herr Gastwirt Nuhn in Kirchheim. ):( H a t t e r!s h e i m. Bei einem Besuche, den ein Unteroffizier des Artillerie-Regimentes Nr. 63 seinen hier wohnenden Angehörigen machte, kam es zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Stiefvater. Als sich später der Unteroffizier, der sich übrigens schon das Eiserne Kreuz erwarb, zur Wreise nach dem Bahnhof begab, folgte ihm der Stiefvater und b i tz ihm von hinter - rücks eine Ohrmuschel ab. Der Verletzte mutzte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Der bitzwütige Stiefvater floh. ::: Mühlhausen i. Th. Auf die Mitteilung, daß eine nach den Kasernen führende neue Stratze „H i n d e n b u r g st r a h e" benannt worden ist, ging folgendes ,Schreiben ein: „Houptquarticr-Ost, den 13. 12. 1914. Hochverehrter Herr Oberbürgermeister! Ihnen und den städtischen Behörden danke ich herzlichst für den Beschlutz, einer Stratze meinen Namen geben zu wollen. IGi erblicke hierin nicht nur eine Ehrung meiner Perfän, sondern auch der mir anvertrauten Armeen, iUbberen Reihen sich das 11. Armeekorps Mit Auszeichnung geschlagen hat. Mit deü besten Wünschen für das weitere Gedeihen Ihrer Stadt bin ich mit vorzüglicher Hoch - achtuny Euer' Hochwohlgeboren ergebener von HindenbUrg, Generalfeldm^rschall und Oberbefehlshaber der gesamten deutschen Streitkräfte im Osten. Litrrariscder. ? »An d « r Hpitze meinerKompagni e". Drei Monate KriegsesfehMe von Paul Oskar Höcker. Verlag Ullstein u. Co., Berlin und Wien. Preis 1 Mk. Die Kriegschronik des Dichters Paul Oskar Höcker, der als Hauptmann, der Landwehr nach Belgien und Nordfrankreich gezogen ist, läßt uns alle die überwältigenden Ereignisse der letzten Monate noch einmal durch - leben. Er gibt die wehmütige Stimmung des Abschieds, die Eindrücke von der Kahrt ins Aufmarschgelände, mitten durch den «herrlichen deutschen Sommer, Bilder aus dem eroberten Belgien, aus Löwen, der brennenden Franktireursladt, aus Quartieren in Schlössern uUd Dörfern und autz den Etappen. In den schweren Kätnpfen bei Lille erlangen die deutschen Landwehrmänner die €in Miller meitlcb. Roman von Paul Blitz. Nachdruck verboten. Nim. der alte Herr glaubte auch daran. Aber dennoch batte er im geheimen eine Sorge Er wußte nämlich aus keiner eigenen Jugend, daß man, um dies Leben in der kleinen Stadt ertragen zu können, auch einen eigenen Herd, einen eigenen Hausstand haben mußte. Eine Frau und eine Tamilie brauchte der Junge noch! Dann erst war man sicher, daß er auch in den neu ein- geschlagencn Bahnen der Ordnung bleiben würde. Dies Ziel mußie nun als nächste- ins Auge gefaßt Werden. Doch vorerst bedielt er seinen Plan iür sich. Aber Tante Marie war mindestens ebenso schlau wie ihr Bruder. Mit dem seinen weiblichen Instinkt fand sie sehr bald heraus, was dem Jungen nottat. Doch obschon sie im geheimen Umschau hielt unter den Töchtern der Stadt und des Landes, hütete auch sic sich wohl, von ihrem Vorhaben etwas zu verraten, bevor sie eine geeignete Partie gesunden batte. Kurt ^fbcr, den doch die Sache eigentlich am meisten angistg, kümmerte sich bis jetzt noch nicht im ge- ringsten dkmich, weil zunächst all sein Interesse nur dein Gcschäftsleben galt. Und gerade um diese Zeit herum bekam Onkel Klaus der^Zöesuch seiner schönen Nichte. Und niemand, außer Bruno, wußte im Städtchen davon. Onkelchcn liebte die U'eberraschungen. An einem sonnigen wasmen Junitag zog Frau Doktor Grete Bergmann bck''bem alten Onkel ein. Mit schalkhaftem Lachen, krisch und froh, wie der helle Tag draußen, so zog sie ein und nahm sogleich das Herz des heiteren alten Herrn im Sturm gefangen. Onkel Klaus umfaßte und küßte das hübsche, mol- läge Frauchen, dem er ja seit undenkbaren Zeilen schon Vormund, Za fdhär wie ein Vater gewesen war. .Prächtig siehst Du aus,Kleine!' ries er in ehrlicher Begeisterung. .Das blühende, glücksjunge Leben! Nee. mein Kürd, Du ; bist wirklich noch zu schade, um als Witwe einkam zu vertrauern!' Feuertaufe, und in den Schützengräben bei Messines werden sie gegen Tod gefeit. Eine prachtvolle, schlichte Wahrhaftigkeit ist Paul Oskar Höckers Schilderung zu eigen, ein in Strapazen und Entbehrungen nie versagender Hunior, der Geist der echten Kameradschaftlichkeit und der hohe Opfermut, ber unser Heer, unser Volk einer Welt von Feinden standhalten lätzt. In keinem deutschen Hause sollte dieses Kriegsbuch eines Dichters zu Weihnachten fehlen. ? Hindcnburgs grotzer Sieg über die Rüssen in Polen und der nach erbittertem seindlichen Frontalangriffe von unseren tapferen Truppen erkämpfte Rückzug des Gegners bedingt eine grotze Veränderung der russischen Stellungen und des Kampffeldes. Die nun folgenden Vorgänge auf dem östlichen Kriegsschauplätze sind von allergrößter Bedeutung. Sie werden einen entscheidenden Einflntz auch aus alle übrigen Kricgs- plätz.: äusüben. — Um den Ereignissen folgen und sie in ihper ganzen Bedeutung würdigen zu können, ist der Besitz einer guten Kriegskarte unbedingt erforderlich. Deshalb glaubten wir im Interesse unserer Leser auf unsere Kacken vom östlichen, vom westlichen und vom türkischen Kriegsschauplatz erneut Hinweisen zu sollen. — Die Karte vom östlichen Kriegsschauplatz umfaßt das Gebiet von Petersburg nördlich bis Skutari südlich, von Kiew östlich bis Berlin westlich. — Die Karte vom westlichen Kriegsschauplatz reicht von Glasgow in England nördlich bis Spanien südlich, von Berlin östlich bis Bordeaux westlich und enthält die Nebenkarten London und Umgebung und Paris mit dem Befestigungsgürtel. Der Matzstab dieser beidenKapten ist 1:2 2000 000, das Formal jeder Karte 60:90Zentimeter. — Die Karte ' vom türkischen Kriegsschauplatz im Matzstabc von 1 zu 4 000 000 und im Formale von 55:80 Zentimeter reicht von Odessa nördlich bis «inschlietzlich Oberägnplen südlich, von Griechenland westlich bis zum Kaspischen Meer östlich und enthält als Nebenkarten Tückisch-Ara- bien, das Rete Meer, den Persischen Golf und den Suäz- kanal. — Jeder dieser Karten sind über 150 Kriegs - fähnchen der verschiedenen Armeen zum Ausschneiden u. Aufslecken aus Nadeln beigegeben. Der Druck ist klar und deutlich. Die Länder der kriegführenden uüd der neutralen Staaten sind durch verschiedene Farbengebung gekennzeichnet, so datz die Karlen einen guten Ueber- blick gewähren. Eingezeichnet sind auch die Flüsse und Eisenbahnen. Die feindlichen Festungen sind in Rot - druck hervorgehoben. Alle drei Karlen sind wiederholt in neuen Auflagen mit Verbesserungen und zahlreichen Ergänzungen erschienen; sie berücksichtigen ganz beson - ders die für den Krieg in Betracht kommenden Orten. Gegenden, so datz selbst kleinere Plätze ausgenommen wurden, wenn sie von strategischer Bedeutung sind. — Trotz dieser großen Vorzüge sind wir in der Lage, unseren Abonnenten jede Karte zu dem außerordentlich billigen Preise von nur 40 Pfg. zu liefern. Bestellun - gen nehmen^ unsere Voten uüd unsere Geschäftsstelle entgegen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. S i l v e st e r, den 31. Dezember. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. In der Iohanneskirche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Ausseld. Die junge Iran errötete. Aber dennoch blitzte es aus ihren braunen Augen, als sie schämig erwiderte: »Aber Onkel Klaus, Du bereitest mir ja einen netten Empfang!' »Gewiß tu ich das, mein Töchtingl Du solltest mich doch gut genug kennen. Immer frei heraus mit meiner Meinung. Natürlich, wo es am Platz ist. Und iu diesem Fall habe ich doch recht, toi«!' Frau Grete jagte mu>>» butuu|. regend legte sie den seidenen Staubmantel und den breiten Florentiner ab und sah sich neugierig im Zimmer um. »Alles genau so, als hätte ich es gestern erst ver- laflen.' Lächelnd nickte er. »Und doch sind es nun bald süns Jahre. Wie doch die Zeit so dahinstiegt.' — Noch immer sah er sie in heimlicher Bewunderung an. Wie stattlich und prächtig sie sich entwickelt batte. Seine Helle Freude konnte man daran haben. Das wäre so eine Frau, um da draußen den stillen Menschen seiner Einsamkeit zu entreißen, mußte er sofort denken. Schnell fühlte sie sich behaglich und wie zu Hause. Und als nun gar die alte Suse mit der prächtigen, uralten, silbernen Kaffeekanne erschien, da war es ihr, als sei sie noch immer der tolle Wildfang, der damals dem guten, alten Onkel so sehr, sehr viel Sorge und Kümmerniffe bereitet batte. Traulich plaudernd laß man beim würzigen Kaffee und besprach alles mögliche. Immer wieder aber schlug Onkelchen sein Leitmotiv an: »Ganz recht von Dir. daß Du jetzt hinter Deine Vergangenheit einen Sttich ziehst ' Lächelnd sraate sie: .Aber wer sagt Dir denn, datz ich das tun werde?' »Deine Augen verraten'? mir. Du Dummersabn, Du! Aber ganz recht hast Du, das kann ich nur wiederholen. Uebrigens kleiden Dich helle Farben tausendmal besser als das ernste Schwarz.' „Ach. bitte. Onkelchen, reden wir nicht davon, nein?' »Wovon? Ach, von Deinem Seligen? Bewahre, mein Kind, kein Wor,. Aber das Lob muß ich ihm doch noch nachsagen- Er konnte gar nichts Gescheiteres tun, als Dich zur Witwe zu machen. Ja, das ist wirk- lick wa':r " Neujahr, Freitag, den 1. Januar. In der Stadtkirche. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. In der Iohanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarraffistent Hoffmann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Aüsfeld. Sonntag nach Neujahr, den 3. Januar. In der Stadtkirche. Vorm. 9Y t Uhr: Pfarrer Schwabe. Vorm. 11 Uhr: Kindeckirche. für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Dienstag, den 5. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Mittwoch, den 6. Januar, abends 8 Uhr,: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. In der Iohanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarraffistent Hoffmann. Vorm. 11 Uhr: Kindeckirche für die Johannes-Ge. meinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 7j^ Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwcch, den 6. Jaguar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld. Katholische Gemeinde in Gießen. D o n'n e r s t a g, 31. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Nachm. 5\4 Uhr: Predigt, daraus Silvester-Andacht. Freitag, den 1. Januär. Fest der Beschneidunq des Herrn. Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vcrm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes- dienst. Nachm. 5]4 Uhr: Festandacht mit Segen. Diaspora: In H u n g e n um 9% Uhr. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Stadttheater Gletzen. Direktion: Hermann Steingoetter. Freitag, den 1. Januar, nachmittags 3]4 Uhr: Kindervorstellung! ,,Aschenbröde l". WAhnachts - komödie mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von E. A. Görner. — Abends 1/ Uhr: „Wieein st i m M a i". Posse mit Gesang und Tanz in^ vier Bildern von'Rudolf Ptzrnauer und RUdolph Schanzen Musik von Walter Kollo und Willy Bred -- schneider. Sonntag, den 3. Januär, nachmittags 3\4 Uhr: ,,D i e S ch m e t te r l i n g s s ch l a ch 1". Komödie in 4 Wien von Hermann Sudermann. — Abends iy t Uhr: ,,D « r S ch l a g b a ü m“. Volkslustspiel in 4 Akten von Heinrich Lee. Oer Reichtum an knochenbildenden Kalksalzen macht m. Milch gekocht zu einem der besten Nährmittel fiir Kinder und Schwächliche. ’ „Aber Onkel Klaus!' »Nee, in der Tai, mein Süßing, da? ist mein ganz bitterer Ernst. Denn seien wir zwei nun doch mal ganz rückbattlos ehrlich. Jetzt, nun das alles vorbei ist, können wir ja in aller Ruhe darüber reden. Glücklich war Eure Ehe doch nicht, das wirst Du mir doch nicht weismach-n wollen, wie?' »Natürlich, er war ia auch ein gebildeter Mann und dort guter Erziehung. Aber das. was eigentlich erst den feinen Reiz und das stille Glück in der Ehe ausniacht, das hat es bei'Euch doch nicht gegeben, wie? — Na. Kinning, ich bin Dir ja ein zweiter Vater gewesen: mir kannst Du Tein Herz, wenn Du willst, immer ruhig ausschütten." Da antwortete die junge Frau nichts darauf, aber sie umfaßte den allen Onkel und weinte ein paar stille ' Tränen. Voll rührender .Zärtlichkeit streichelte er über ihr seidenweiches, braunes Haar und sprach ihr zu Herzen: „Recht so. mein Liebling, wein' Dich man rubig ein bißchen aus. Tränen erleichtern das Herz. Und das will ich Dir man gleich zum Trost lagen: Vorwürfe brauchst Du Dir nickt zu machen. Wir sind alle nur Menschen. Irren kann jeder. Du hast Dich damals geirrt. Nun gut! Dafür hast Du ja auch süns Jahre lang Dein Los still und klaglos und treu gettaacn. Nun hat der liebe Gott Dick frei gemacht. Gut! Nun sei zufrieden und füg' Dich drein. — Sieb mal. Du bist ja noch so jung und das Leben kann für Dick noch so oie! Schönes parat halten. Das kannst Du alles noch nicht wissen. Tie Hauptsache im Leben ist immer nur sie, daß man aus einem Irrtum lernt und cin-n dummen Streich nicht zum zweiten Male macht. Du vcr- stehst mich wohl, wie?' Focksetzung folgt. Aufruf! Als eine wichtige Ausgabe der Kriegssürsorge hat sich die Schaffung von „Loldatenhcimen" erwiesen, die den in den Lazaretten, verpflegten Verwundeten und den zu ihrer Erholung beurlaubten, aber auch sonstigen Angehörigen unseres Heeres während ihrer freien Zeit einen behaglichen Aufenthalt und Gelegenheit zürn Lesen von Zeitungen, zum Spiel, Briesschreiben, gegenseitiger Aussprache und sonstiger Unterhaltung bieten sollen. Auch für unsere Stadl ist mit Beginn der kälteren Jahreszeit, die einen längeren Aufenthalt im Freien nicht mehr gestattet, die Bereitstellung einer solchen Er holungsstätte besonders dringlich geworden. Wir glauben in dem unteren Stockwerk des früheren „C a f e E b e l" die geeigneten Räum lichkeiten gefunden zu haben und haben dort, mit dan- kenswerter Genehmigung des Garnisonkommandos, vor einigen Tagen ein „Soldatenhcim" eröffnet, das den Soldaten, insbesondere den Verwundeten und ihren Angehörigen täglich von 10 Uhr vorm, bis 8^ Uhr abends offen stehen soll. Freiwillige Helfer haben ihre dauernde Mitwirkung bereits zugesagt. Angesichts der in die Augen fallenden Notwendigkeit eines solchen Heims für unsere braven Krieger, denen das Vaterland so unendlich viel zUverdanken hat, hoffen wir, keine Fehlbitte zu tun, wenn wir alle Kreise unserer Stadt auffordern, zur Bestreitung der nicht um erheblichen Kosten für Miete, Einrichtung und Unter - Haltung des „Soldatenheims" nach Kräften beizusteuern. Beiträge werden von der Geschäftsstelle der „G i e- tzener Zeitung" entgegengenonrmen. Drr Ausschuß für Errichtung eines Soldatenheims: Beyer, Dekan; Bücking, Landgerichtsdirektor i. P.; Friedberger, Stadtverordneter; Geh. Hofrat Professor Dr. Fromme; Justizrat Grünewald, Beigeordneter; Dr. Güngerich, Landgerichtspräsident; Geh. Hosrat Pros. Dr.-Haupt, Univ.-Bibliotheksdirektor; Geh. Kommerzien- rat Heichelheim; Dk. Hirschfeld, Provinzialrabbiner; Frau Professor Höhlbaum; Hofmann, Oberstaatsanwalt; Emil Horst, Fabrikant; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch; Keller, Oberbürgermeister; Prof. Dr. König. Lange, Buch- druckereibesitzer; Frau Oberstleutnant Naumann, Vorsitzende des Allgem. deutschen Frauenvereins O. E. Eietzen; Dr. Sander, Provinzialrabbiner; Geh. Medi- zinalrat Prof. Dr. Scmmer, Rektor der Landes-Univer- fität; Wilhelm Schneider, Rentner; Dr. Schlosser, Geh. Kirchenrat; Schwabe, Garnisonspsarrer; Oberstabsarzt Dr. Siegerl, Lazarettdirektor; Eeheimrat Dr. Usinger, Provinzialdirektor; Wiener, Landgerichtsrat und Vorsitzender des Zweigvereins Eietzen vom „Rcten Kreutz". | tm.5sldstuntserioktsdeisfs System Karnack' PeVr 100 Mitarbeiter. Glflnrcnde Erlo, erksschDle: Polier. ArchitektorzeioKoer, Bau- teebniker, ^immermeister, Maurermeister, Baugewerksmeister. StrasSeobautechniker, Tiefbautechnieer. Schal« für Eisenbahteiwesea: Lokomotivheizer, Lokomotivführer. EiseDbabe^echDikor. Staschüreabauschule: Monteur, Maschinist. Werkmeister, Maschinenkonstrukteur, Maschineningenieur.'Eiektrotechn. Schale: Elektromonteur, Elektrotechniker, Elektrmrlgenieur. Schale für Berg- n. Hüttenwesen: B^rgschule. Formermeister, Giessereitechniker. InetaiJatfenrschnle: Installateur, Elektroinstallateur. Schale^ür Ilunstgewerbe and Handwerk: Steinmetzmfeisber, Modelleur, Stukkateur, Bautischler, Kunst- Und Möbeltischler, Schlosser. Jedes der vorstob. Wejj AnglchtMcndDDge Diese Werke setzen keine Vor- keontnUse voraus lytczwecken: 1. den Besuch der/echn. Facta- acbulen zu ci'setzen, 2. dem 8tudieraaden nur durch Selbstunterricht eine abgeschlossene technische Bildung zu vermitteln, 8. in vorKeifl.Weise ohne Berufs- stör irhg e. Fachprüf, abzuleg. AnsfJ »«■< [e erscheint Jn Liderung, ft 60 Ff« ohne läanfztt^ng bereitwilligst. DerZweckwird dacLerreicht, dass» 1. derC/nfcrrrlcbt cLtechmFach- schulen Whgeahrat wird, 2. die Bearbeanng d-Unterrichts- briefe in so eWacher u. gründl. k Weise, io so löichtfassl. Forcä ausgeführt ist, aSJedermaon den Stoff verstehen muss. 8. dis fortgesetzt. WieHerholg. u. Selbstprüt d. Wissen \esti gen. rl. Prospekte so«.Dankschreiben Ub_bestandrPrUV. Gegen monatL Tellxnhl. von 3 Mark an »n bestehen. Bonness & Hachfeld, Potsdam 8.0. Geschäftsbücher liefert billigst unb preiswert Albin Klein, Giessen Ochsena-Exfrakt würzt und kräftigt alle Suppen. Saucen und Gemüse in gleicher Weise, wie der englische Liebig- Fleisch-Extrakt. lPfd. ,,Ochsena‘ hat den Gebrauchswert von 10 Pfd. Rindfleisch. In den meisten Detailgeschäften per 1 fund 1.20 Mark, Vs Pfund 65 Pfg. käuflich. Mohr & Co., Cr.in. b.H. Altona-E. Zigarren-VertreluRQ! Ein seit Innncrt InHren in Hnmhura u. 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Jetzt bin ich in der Lage Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihre wundervoll hellende Medizin die mich vollständig von dem schon derhaften Hantleideu befreit bat, voll und ganz zu zollen. tSustav Lichttug. Mücheln