Vervgrprrk 25 ptg. monatlich merretMrttch 1» Pf«., »orauSzahlbar, frei int Han», «bgehsli in unfern C^ebition obcc in den Zwei»- nuSgabestellen »tatrfH&SM) 60 $f 9 . — Erscheint Mittwoch» und GmnStagS. — Redaktion: Sclier». tot% 83. — tzchr Lnsbewahrung oder Rücksendung nicht »erinngtei Mnnnflrtptc wird nicht garantiert, i Vertag de, „»dechnner Zeitung" «. «. b. ». Lrptöuzchor Kitte«©«« 85 i » v w * Nr. 97. Mittwoch, den 9. Dezember 1914. » Anzeigenpreis is Pfg. die 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Plcrmig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze ' berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreinmg des ZahlungS- - zieleS (80 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playvorschriften ohneBerbmdlilbkeit. Druck der Kiestcncr VerlagSdrnckcrci, Albin Klein. Telephon Nr. 363. 26. Jühris. Die große Schlacht in Polen von den Deutschen gewonnen. Lodz irr deutschem Besitz. Die Russen auch von den Oesterreichern in Galizien zurückgeworfen. Amtliche Tagesberichte. WTB. Großes Hauptquartier, 5. Dez., joimittags. (Amtlich.) In Flandern und südlich oon Metz wurden gestern sranzösische Angriffe abge - niesen. Bei La Bassee, im ArgonnerWald mb in der Gegend südwestlich von A l t k i r ch machten rnsere Angriffe Fortschritte. Bei den Kämpfen östlich der masürischen 2 e e n ist. die Lage g ü n st i g. Kleine Urtternehnrun- ;en brachten dort 1200 Gefangene ein. In Polen .nrlaufen unsere Operationen regelrecht. Oberste Heeresleitung. WTB. Grohes Hauptquartier, 6. Dez. (Amtlich.) Vormittags.. Auf dem Kriegsschauplatz östlich der Masurischen Seenplatte verhielt sich der Gegner ruhig. Der Verlauf der Kämpfe umLodz entspricht nach wie vor unseren Erwartungen. — In Südpolen leine Veränderung. Ober st e Heeresleitung. WTB. Großes Hauptquartier, 6. Dez., nachmittags. (Amtlich.) Lodz wurde heute nachmittag von unseren Tnkppen genommen. Die Russen sind nach schweren Verlust.en dort im Rückzüge. Ober st e Heeresleitung. WTB. Großes Hauptquartier, 7. Dez., oormttlags. (Amtlich.) Vom w e st l i ch e n Kriegsschau- platz und dem östlich der M a s u l i s ch e n Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor. In Nordpolen haben wir. in langem Ringen bei Lodz durch das Zurückwersen der nördlich, westlich und südöstlich dieser Stadt stehenden Kräfte «inen durchgreifenden Erfolg errungene Lodz ist in unserem Besitz. Die Ergebnisse der Schlacht lassen ich bei der Ausdehnung des Kampsfeldes noch nicht übersehen. Die russischen Vertu st e sind^ zwei- iellos sehr groß. Versuche der Russen aus Südpolen, ihrer bedrängten Armee in Nordpolen zu Hilfe zu kommen, wurden durch das Eingreisen österreichisch-ungarischer und deutscher Kräfte in Gegend südlich Petri- kcw vereitelt. Oberste Heeresleitung. MTB. Großes Hauptquartier, 8. Dez., vormittags. An der s l a n d r i s ch e n Front bereiten die durch die letzten Regengüsse verschlechterten Boden - Verhältnisse den Truppenbewegungen große Schwierig - leiten. Nördlich A r r a s haben wir einige kleiner« Jcit- chritte gemacht. — Das Kriegslazarett in Lille ist gestern abgebrannt. Wahrscheinlich lieg Brand- tifliim, vor. Verluste an Menschenleben sind aber nicht zu beklagen. Die Behwuptung der Franzosen über ein Vor- wärlskommen im Argonnerwalde entspricht nicht den Tatsachen. Seit längerer Zeit ist dort überhaupt kein französischer Angriff mehr crsolgt. Dagegen gewinnen wir fortgesetzt langsam Boden. — Bei Malan - coUrt, östlich Varennes, wurde vorgestern ein französischer Stützpunkt genommen. Dabei ist der größere Teil der Besatzung gefallen. Der Rest einige Offiziere und etwa 150 Mann — Erde gefangen. Ein französischer Angriff gegen unsere Stellungen nördlich Hann) wurde gestern abgewicsen. Im O st e n liegen von der oft preußischen Grenze keine besonderen Nachrichten vor. — In N o r d- polen folgen die delttschen Truppen dein östlich und südöstlich Lodz schnell zurückweichenden Feinde unmtt - telbar. Außer den gestern schon gemeldeten ungcuwhn- lkch starken blutigen Verlusten haben die Rüssen bisher etwa 5 000 Gefangene und 16 Geschütze mit Munilionswagen verloren. In S ü d p o l e n hat sich nichts Besonderes ereignet. Die ober st e Heeresleit üng. WTB. Wien, 5. Dez. Amtlich wird verlautbart: In den K a r p a l h e n ereignete sich auch gestern nichts von Bedeutung. In Westgalizien entwickeln sich bei T p m b a r k kleine, für unsere Waffen ersolgreiche Kämpfe. Die Lage in S ü d p o l e n ist unverändert. Die Schlacht in Nordpolen dauert fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H ö f e r, Generalmajor. WTB. Wien, 6. Dez. Amtlich wird verlautbari: Die Schlacht in Polen nrmnrl einen für die Waffen der Verbündeten günstigen Fortgang. Die nach Westgalizien vorgerückten russischen Trüppen wurden gestern von unseren und deutschen Truppen vom Süden her angegriffen. Die Verbündeten nahmen 2200 Russen gefangen und erbeuteten einige feind - tiche Trains. In den Karpathen fanden Teilkämpfe statt. Der in die Beskid-Stellung eingebrochene Gegner wurde zurückgcworfen und verlor 500 Gefangen«. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v o,n H ö f e r, Generalmajor. WTB. Wien, 7. Dez. Das Ringen um die Entscheidung ans dem russischen Kriegsschauplätze dauert an. Oeslerreichisch-uügarische und deutsche Truppen wiesen im Mngriff im Raume südwestlich P e t r i k oi w die über Noworadonrsk nordwärts verstrebenden russischen Kräfte zurück, indessen deutsche Truppen den Feind zum Weichen zwangen. — In Westgalizien sind gleichfalls schwere Kämpfe im Gange, ihr Ergebnis steht noch autz. In diesem Raume nahmen unsere und die deittschen Truppen gestern neuerdings 1500 Rüssen gefangen. In den Karpathen wird weiter gekämpft. An manchen Stellen hat der Feind starke Kräfte wieder hinter den Eebirgskamm zurückgezogen. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. H ö f e r, Generalmajor. WTB. Wien, 8. Dezember. Die Kämpfe in W e st g a l i z i e n nehmen an Hestigkett zu. Nunmehr auch vonWesten her angreisend verjagten unsere Truppen den Feind autz seiner Stellung Dob- czyre-Wieliczka. Der eigene Angriff dauert an. Die Zahl der Gefangenen läßt sich noch nicht über - sehen. Bisher wurden über 5000, darunter 27 Offiziere, abgeschoben. — In Polen wurden erneute Angriffe der Rüssen im Raume südwestlich P a t r i k o w von unseren und deutschen Truppen überall abgewiesen. In den Karpathen hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H o e s e r, Generalmajor. Bom Kries, im Westerr. Frankreichs Iciiics Aufgebot. Nach der Jahresklasje 1915 beruft Frankreich nurr auch die Jahresklasje 19 16 ein und zwar aus Mitte Februar. Wenn auch diese Rekruten nicht sofort in den Krieg geschickt werden sollen, so scheint doch aus der getroffenen'Maßregel hervorzutzehen, daß Frankreich noch mit einer langen Kriegsdauer rechnet. Bom Krieg im Osten. Bom russischen Millionenheer. Wien, 7. Dez. Das „Fremdenblatt" weiß zu melden: Jene russischen Truppen, die in dem offiziellen Bericht als große feindliche Kolonnen bezeichnet werden, bestchen größtenteils! aus asiatischen Mongolen, Kalmücken, Tschungusen u)n d ' T a t a r e n. Auch dieses deutet daraus hin, daß Rüßland seine l e tz- ten Reserven herangezogen hat. Bom Krieg im Süden. Italien »ud die Türkei. Der König von Italien empfing am 7. Dez. den türkischen Botschafter, der ihm, wie der „Berl. Lokalanz." meldet, versicherte, daß Italien vom Heiligen Krieg ausgeschlossen uüd die Einwohner Libyens von der Türkei, als italienische Untertanen betrachtet würden. (Ctr. Bin.) Montenegro ist fertig. WTB. London, 8. Dez. (Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Petersburg: Der König von M o n- t e n e g r o telegraphierte an die Börsenzeitung, daß nunmehr die dritte montenegrinische Armee auf dem Schlachffelde gefallen sei. Trotzdem wollten die Montenegriner die Verteidigung ihres Landes sortsetzen und des Feindes Land angreisen. Der König fügt hinzu, daß die Mittel e r s ch ö p s 1 seien und die Montenegriner für Beistand mit Geld Und Material äußerst dankbar wären. Bom Seekrieg. Grosse Erfolge des „1l 21“. Das deutsche Unterseeboot „U. 21" brachte am 23. November den englischen Dampfer „M a l a - chite" zum Sinken, dessen Mannschaft sich aber nach Le Havre retten konnte. Zwei Torpedöstottillen wur- dn zur Verfolgung des Unterseebootes ausgeschickt, das sie anr 25. entdeckten, und das ans einen seiner Ver - folger drei Torpedos schleuderte. Am 26. November erschien „U. 21" beim Kap Antifer, nördlich von Le Havre, wo es den englischen Dampfer „P r i m o" zum Sinken brachte, dessen Mannschaft sich auf Fischerbarken retten konnte. Am 29. November erschien „U 21" wieder in der Nähe vom Kap Aniiser, «schleuderte wieder ein Torpedo auf ein Torpedoboot und verschwand in der Richtung nach Norden. („U. 21" hat seinerzeit auch den englischen Kreuzer „Pathfinder" in den Grund gebohrt. D. Red.) Englische Verluste zur Tee. Antwerpen, 8. Dez. Es kann nicht mehr bezweifelt werden, daß die deutschen E e s ch ü tz e der englischen Kriegsflotte im Kanal schwere Verluste beigebracht haben. Dies beweist die fortgesetzte Anschwemmung von zahlreichen Leichen englischer Seesol- d a l e n an der belgisch-holländischen Küste. Bisher sind in Belgien allein über 100 Leichen geborgen worden und täglich werden neue aufgesunden. Man schließt daraus, daß die deutschen Schüsse große Verheerungen aus den englischen Kriegsschiffen anrichteten und mch - rere stark beschädigt haben. Hierdurch erklärt sich das plötzliche Verschwinden der englischen Kanalflvtte von der belgischen Küste. (B. N. N.) Aus Rom wird der „Voss. Ztg." berichtet: Ankömmlinge aus Konstantinopel melden, daß vor den Dardanellen 40 sranzösische und englische Schisse kreuzen und daß Gerüchte von Angriffsabsijchten verbreite! sind. Türkische Militärireise halten jeden Durchbruchsversuch für aussichtslos, da die Befestigungen wesentlich verstärkt und die Minensperre unüberwindlich sei. (ctr. bin.) Türkische Kriegsmeldurrgerr. WTB. Konstantinopel, 7. Dez. Das Große Hauptquartier teilt mit: In der Gegend von A d j a r a haben n e u e, für uns erfolgreiche Kämpfe stattgefun - den, in denen wir den Russen, welche Dum-Dum-Ge- schosse gegen uüs benutzten, eine Kanone, sowie eine Menge von Bomben, Waffen und Munition abgenom- men haben. Russische Angriffe östlich des Wansees an der türkischen Grenze waren ohne Erfolg. Hingegen haben unsere von Revander vorrückenden Truppen Saut- schbulak, 70 Kilometer jenseits der Grenze, besetzt, einen wichtigen Stützpunkt der Russen in der Provinz Äser - beidschan. Allerlei Uriegsnachrichten. WTB. Berlin, 8. Dez. (Amtlich.) S. M. der Kaiser hat seine für heute geplante Abreise zur Front infolge einer Erkrankung an fieberhaftem Bronchialka ° tarrh um einige Tage verschoben. Er konnte alher gestern und heute den Vortrag des Chefs des Generalstabs des Feldheeres über die Kriegslage entgegen - nehmen. WTB. B u k a r e st, 8. Dez. Generalfeldmarschall Frhr. v. d. Goltz ist heute hier eingetroffen. K o n st a n t i n o p e l, 8. Dez. Ruri Bei, der Bruder Enver Paschas, wurde zum Adjutanten des Feldmarschalls von der Goltz ernannt. (B. Z.) Xii$ Stadt uad Land. * Päkete an d i eE i s e n b a h n e r. Der Ches des Feldeisenbahnwesens gibt über die Paketbeförderung für Angehörige der Feldeisenbahnsormationen und der diesen zugeteilten Kolonnen der Eisenbahnverwaltungen bekannt: Alle für Angehörige der genannten Forma - tionen bestimmten Pakete sind für den westlichenKriegs- schauplatz an das Paketdepot Koblenz, für den östlichen Kriegsschauplatz an das Paketdepot Breslau zir richten. Die Pakete müssen neben der genauen Adresse des Empfängers Und der Kompagnie, Kolonne ufw. die Angabe der Dienststelle (Militär,-Eisenbahndirektion, Li- nicnkommandantur, Feldeisenbahnchef Ost), der die Kompagnie rc. zugeteilt ist, sowie die Aufschrift des zuständigen Paketdepots enthalten. * Es erscheint dringend wünschenswert, daß der G o l d b e st a n d der Reichsbank ständig vermehrt wird. Nach dem Neichsbankgesetz ist die Reichsbank ermächtigt,, im dreifachen Betrag ihres Goldbestandes Banknoten, also für 20 Mk. in Gold 60 Mk. in Reichsbanknoten, die bekanntlich gesetzliche Zahlungsmittel find, auSzu- geben. Es steht aber sest, daß trotz vielfacher Aufklärung in der Presse Und trotz des wärmsten Appels an das nationale Pslichtbewutztsein immer noch weite Kreise der Bevölkerung absichtlich mit dem Gold zurückhalten, statt es an die Reichsbank oder die staatlichen Kassen abzusühren. Auf diese Weise wird ein vielleicht nach Millionen zählender Betrag der Nutzbarmachung für die finanzielle Rüstung, der, es im wesentlichen Matze zü €in stiller Menlcd. Roman von Paul Blitz. Nachdruck verboten. „Natürlich! Sie ist doch bis über beide Ohren verschossen in unfern Herrn. Was sie ihm nur an den Augen absehen kann, das tut sie doch für ihn. Freilich, der Herr kümmert sich absolut nicht um sie. Und eben deshalb ist sie so wütend aus mich." Die Life lachte. „Ei, steh einer mal an! Also aus unfern Herrn hat sie's abgesehen! Die versteht's!" „Gar nichts versteht sie! Du hörst ja, der Herr sieht sie kaum an. Mebr als das Notwendigste wird nie gesprochen. Ist ja auch kein Wunder. Wer soll sich venn in eine so harte und mürrische Person vergaffen? Der Mann, der die gern haben könnt, der soll noch erst geboren werden!" Kichernd und spöttelnd gingen sie hinaus. Gegen 3 Uhr kam Onkel Klaus. Bruno sah ihn schon vom Acker her und winkte ihm zu So stieg der alte, sröhliche Herr vom Wagen, den er voranschickte, und schritt hinüber zu dem jungen Landmann. „Zu Dir mag man kommen, wann man will, immer steckst Du im Geschirr," rief er fröhlich, Bruno begrüßend. Ebenso heiter dankte der: „Das wird sich doch wohl so gehören, denke ich! Du kennst doch das Sprichwort: Der Mann auss Pferd, die Frau an den Herd, danach handle ich." Onkel Klaus lächelte pfiffig. „Nur mit dem Unterschied, daß Deinem Herd noch immer die tüchtige Haas- srau fehlt." Brunos Gesicht erheiterte sich auch. Er ahnte, daß der gute Onkel ihm wieder mit einem Heiratsplan kam. Vielleicht war das gar die Neuigkeit, die er kürzlich für ihn bereit hatte. Nun, er war aus alles gefaßt. Doch hielt er es für richtiger, jetzt nicht zu antworten. Aber auch der Alte ließ dies Thema fallen. Vorerst sah er sich im Felde um und erkundigte sich nach dem verdanken ist, wenn Deutschland seither vom wirtschaftlichen Rückgang und der damit verbundenen Arbeits - lositzkeil bewahrt blieb, entzogen. Dank der Bemühungen privater Kreise ist es in einigen Bundesstaaien gelungen, das verhandelte Goldgeld durch eine Ber,trau- ensperson einzusammeln und an die Reichsbank behufs Umwechselung in Banknoten abzusühren. In einzelnen kleineren Ortschaften sind aus diese Weise Beträge von 3000—4000 Mark eingesammelt und gegen Banknoten upigetauscht worden. Es wäre in hohem Grade erwünscht, wenn dieses anerkennenswerte Verfahren auch im Grohherzogtum im weitestgehenden Umfange Nachahmung fände und bei etwaigen demnächst zu veran - staltenden Hautzsammlunqen die noch zurückbehaltenen Goldmünzen gegen Papiergeld umgelauscht würden. Das Weihnachtsfest steht bevor, das Fest, an dem ein jeder im Kreise seiner Familie nach besten Kräften Freude zu bereiten sucht. Es ist ein besonderes Weihnachtsfest in diesem Jahre, an dem Unendlich viele Angehörige der großen deutschen Volksfamilie draußen im Felde stehen, unter Einsetzung ihres Lebens bemüht, mit der Sicherung der Grenzen Haus und Herd, Handel und Wandel der Heimat vor dem Feinde zu schützen. Mit Recht rüstet sich deshalb das deutsche Volk in allen seinen Schichten, den Truppen im Felde ein Weihnachts- fest zu bereiten. Anch das deutsche Handwerk will nicht zurückstehen. Sicherlich beabsichtigen auch die Vereinigungen des Handwerks für die Truppen im Felde in selbständigen Transporten oder im Anschluß an beliebige VeranftaltuUgen Gaben darbringen zu wollen. Dies war die Veranlassung, anzutegen, daß alle Gaben des Handwerks, soweit sie nicht für einzelne Angehörige persönlich bestimmt sind, der H e e r e s,v e r w a l t U n g dargeboten werden für die Truppen, denen sonst wenig oder gar keine Gaben von lieber Hand beschert werden würden. Auch für diese Krieger mutz gesorgt werden. Nicht ein e i n z i g e r d e u t- scher Soldat darf zu diesem Weihnachten ohne Weihnachtsgabe bleiben! Dieser Aufruf wendet sich an das gesamte hessische Handwerk, insbesondere auch an seine Frauen und Töchter, die an dieser Stelle besonders geeignet und berusen sind, werktätige Liebe zu üben. Die Heeresverwaltung hat sich bereit erklärt, Liebesgaben des Handwerks noch bis zum 12. Dezember d. Js. an den hiermit beauftragten Stellen entgegenzunehmen. Für den Bezirk der hessischen Handwerkskammer ist als 2 a m m e l - st e l l e zuständig : A b n a h m e st e l l e 2 beim 18. Armeekorps, Intendant urgebäude in Frankfurt a. M., H e d d e r i ch st r a! h e. Vvn hier aus wird der Weitertransport und die Verteilung der einzelnen Gaben auf das Heer nach Ermessen der Heeresverwaltung vorgenommen werden. Was die Sendungen selbst anlangt, können sowohl größere Pakete, als auär kleinere Päckchen in beliebiger Anzahl vereinigt an die oben genannte Stelle' eingesandt werden. Zur Kenntlichmachung kann der Absender in jedes einzelne Päckchen eine Karte einlegen. Es empsiehlt sich, die Pakete mit einer Aufschrift „Liebesgaben aUs dem Bezirk der hessischen Handwerkskammer" zu versehen. Das hessische Handwerk soll im Verein mit dem gleichen Be - russstande der übrigen Bundesstaaten beweisen, daß es besonders zu Weihnachten gern derer gedenkt, die hel - denmütio alle Schrecken des Krieges ertragen, um den Feind vom heimatlichen Herd fernzuhalten. Zur Auswahl der einzelnen Gaben durch die Spender schlägt das Kriegsministerium U. a. folgendes vor: Handschujhe, Hosenträger, warme West«, Strümpfe. Taschentuch. Bleistift mit Hülse, kleines Notizbuch, Zigarren, Tabakbeu- Stand der Saaten, woraus er eine zufriedenstellende Antwort bekam. Dann fragte er plötzlich: „Ich störe Dich doch etwa nicht? Bitte, sag's nur ganz dreist. Dann gondle ich allein zurück." Wieder mußte Bruno lächeln. „Nein, nein, Du störst nicht. Tätest Du's, dann sagte ich's Dir gewiß. Darin kennst Du mich doch zur Genüge, hoffe ich." „Das stimmt. Aus Deinem Herzen machst Du nie eine Mördergrube." „Mit andern Worten: ich bin ein Grobian, wie?" klang es lachend zurück. „Nun, manchmal wäre Dir ein bißchen mehr Freundlichkeit sehr vonnöten." Heiter zuckte Bruno die Schulter „Ja, das kann ich Dir nun leider nicht mehr versprechen." „Verlang' ich auch gar nicht. Weil Du's doch nicht halten würdest." „Könnte schon sein." Damit gab er seinen Gaul einem Knecht In munterer Laune gingen sie weiter Ringsum, so weit man blicken konnte, war alles Gelände zu Schönau gehörig. Ein stattliches Gut. Und alles in denkbar bester Verfassung. Während sie langsam, in heiterer Unterhaltung durch die Feldmark dahinschritten, sah Bruno bald rechts, bald links und erteilte hier und da, wo es angebracht war, kurze Weisungen und Befehle, und obschon er nie den Faden der Unterhaltung verlor, entging auch nicht ein Vorkommnis der Feldarbeiten seinem prüfenden Auge. Onkel Klaus merkte das wohl. Und er batte seine helle Freude daran. Wie er denn diesen frischen starken und lcbensernsten Burschen schon von Jugend aus gern gehabt hatte. „Wenn man Dich hier in Deinem Element sicht," sagte er gutherzig, „bist Tu ein ganz anderer, als neulich abend im Tanzsaal." Der junge Landwirt nickte schmunzelnd. „Werde auch nie ein Gesellschastsmensch werden." _ Jetzt ergriff der Alte die Gelegenheit, und schnell vers-tzte er: „Leider. Und deshalb bist Du auch stets so Liitfnm und hast noch immer keine Frau gesunden." Aha. Jetzt begann es. Aber Bruno schwieg auch jetzt wieder. Nur innerlich freute er iirii lel, Tabak, Tabakpfeise, Taschenmesser, NähMtz, Konserven, Dauerwurst, trockenen Kuchen,Honigkuchen, Scho-' koladc, Kakao, Marzipan, Keks. Beigabe alkoholischer Getränke ist nicht erwünscht, da die Heeresverwaltung im Bedarssfalie solche verausgabt. Es ist dringend notig, den Inhalt eines jeden Paketes durch einen Vermerk auf seinem Umschläge zu kennzeichnen, um der Heeresleitung die Berücksichtigung tatsächlich vorhandener Bedürfnisse und Wünsche des einzelnen Soldaten zu cr- möglicpcn. !«! - n Gießen. Die Hess. Tapserteitsmedaille erhielt Leutnant S r e v e r s von der Mafchinengewehrabteil- nng des Jnf.-Rtzts. Nr,. 116 aus Gießen. Er erhielt als erster Student bereits das- Eiserne Kreuz. — Die Beamten und Hilfsbeamten des Bahnhofs Giehen ausschließlich derjenigen der Güterabfertigung und der Betriebswerkstätte haben bei der letzten Gehalts- und Lohnzahlung 1069,22 Mk. gesammelt. 676 Mk. davon wurden der Stadt Gießen zur Unterstützung der Hinterbliebenen gesallener Krieger, der Rest dem Roten Kreuz übergeben. o O f f e n b a ch a. M., 4. Dez. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde die zweite halbe Million für die Kriegssürsorge bewilligt. ! Kassel, 4. Dez. Dem Freiheyn v. Seheffer- Bopadel, der bis zum l. Januar 1914 kommandierender General des 11. Armeekorps in Kaffel war, wurde der „Kreuzztg." zufolge der Orden Pour le meiste" verliehen. ! B i l l m a r a. L., 4. Dez. In dem Tunnel der Labnbahn nahe Villmar wurden die Landsturmmänner Löw und Schneider von hier während ihres, Wachdienstes von zwei Zügen, die sich dort kreuzten, über- sabren. Löw starb auf der, Stelle, Schneider verschied nach einigen Stunden im Limburger Krankenhause. Ein dritter Landstnrmmann aus Höchst a. M. konnte sich durch einen schnellen Sprung noch im letzten Augenblick in Sicherheit bringen. „ ., .. , 'o k- ' Literarischer. ? Sorge für die H i n t e r btt e E« n e n u. Kriegsversorgnng. Was soll man für den Fall seines Todes vorbereiten? Wie macht man sein Testament kostenlos selbst ohne Notar? Rat, Hilfe und Unterstützung für alle Hinterbliebenen rMffj Krieasver- sorgung. Mit Formularen und Beispielen von m jur. E. Karlemeper und Generalsekretär Paul L. -Berg. 100 Seiten. Preis 1.10 Mk. zu beziehen vom Verlag E. Abigt, unserer Geschäftsstelle und allen güten Brrchhand- lungen. Es ist jedermanns Pflicht, sein« Angelegenheiten rechtzeitig zu ordnen. Rasch tritt der Tod den Menschen an, das erkennt man so recht in ernster Kriegs - zeit. Niemand weiß, wie nahe ihm Jein End« ist. Darum ist e? heilige Pflicht des Lebenden, seine Familien-, Vermögens-, Er,b- und Wirtschaftsverhältnisse, so.zu ordnen, daß jederzeit für seine Familie, die Hinterbliebenen, alles Erforderliche besttmmt ist und sie nicht ratlos und unvorbereitet den Geschehniffen geAnüberstehen. Das vorliegende Büchlein enthält alles Notwendige über Testament, Erbrecht und Nachlaß, bis in's kleinste gehende Anweisungen für die Hinterbliebenen, die man als Muster-Anweisungen verwendet und Ausführliches über die Kriegsversorqung der Witwen und Waisiln. Es gehört daher in jede deutsche Familie, besonders inkfolche der Kriegsteilnehmer und wird Taufenden eine gute An weisuntz zur Sorge für die Hinterbliebenen sein, kann auch leicht den Angehörigen als Feldpostbrief nachqe - sandt werden, da es im Taschenformat vorli^gt. Man ______i____ — j „ r-aoe tr- It,,,,,.,. yyir^i >.prr»t - - T.rT.U :... i teressierier tori „Schon länoü tolltest Dn Frau und Kinder baden So gebärt sich bas für e-'nen Nicht wen Landwirt. Dit weint io vor nicht kür wen Da Dich auälst. Hast Du oder einen E'ben Kitt» bat die aan»c Sache voch erd einen Zweck. Darin wirst Dp mir doch recht aebcn muffen." „Im attaeme "en. ici." erwider-e Brnos ielp ein wenia zöoernd. „aber ich le'-e ,ättpt ^ -st 'in ein Vegetieren! Ja. lächele T t nur, e>Jw wöwöfa . wie ich so.'»' Vr Inaaacsctt: ist '-r ,!» botberJRami. Und ich genr !."ar noch inerter ick, ''.-b.nnZe.t.eia ccr< mögender 3Tar::. tar F. n und sl.nt ernst,chn kann, bat sogar die Pstiiö:. zu beirren! 'Nwestl c?' Wohin sollte ■> d -NU unter Sm-tsnttk'e» wenn alle Männer s- dächten w!e Du' 'w-stir-DÜ n*>dt auch zcbnm >' ouSlaök''. , J ' r, ut' >».st -estii? sttawohl. ich crtto.-c t :- bi-r rund ste-on-z r n aas -.Deinem Vaterland ejnin-b gist !an>ot»l'" ' - B Bums! Nun bat - er 's aber bekommenk st«r Hieb mußte doch a eiestr,* stoben' Jude-, süstl'e Stritt: ■ sich noch 'taut beffaotfch. El ließ sich nicht ans der N»bc brinoru nnd rbektche mit so nebenbei: „Na. ja. ich kann ia mal dänibetk nach denken " st 'Aber Onkelchen merkte, daß es d,w imnvttf' Hage stolzen doch nick'« ernst damit war, Delbalb bettbnn e: noch einmal: „Wenn ich nur t(f,tjti einen Grund ftit Dein« Handlungsweise fäftc. Aber ich finde absolu keinen'" „Wer wein, vielleicht babc ich dock, eiiyjt * „Nun schön, io "-No jgr, wir kow wen!-sfeuSk" Fortsetzung folgt. iä ent ft I iliv . - Billige,gute Nahrungsmittel werden in jeder Familie gebraucht. Dazu gehören: Oetker-Puddings aus Dr. Melkers Puddingpulvern . ., , Rote Grütze aus Dr. Mctker's Rote Mrützepnlver..... Mehlspeisen und Suppen aus Dr. Mctker's Gustin I (Nie wieder das englische Mondamin! Ähne Preiserhöhung in allen Geschäften zu haben. Besser ist Tr. Ccttcr s Ouatin .) Rillig. Nahrhaft. . zu 10 Pfg. 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Kegelschieben, Tennisspielcn, allgemeine Verschönerung, Theater, Sym- phonickonzerte, wissenschaftliche Bestrebungen jeder Art — alles das, was nicht unbedingt das nationale Wohl fördert) tNutz zurücktreten, solange der Feind die Grenzen bedroht. Wenn jeder dieser 60 000 Vereine, von denen sehr viele über ein erhebliches Vermögen ver - fügen', im Durckfchnitt nur 50 Mk. spendet, so sind wiederum /fürs Räte Kreuz 3 Millionen zufammengebracht. Am gattest ^Villen fehlt? heute ebensowenig wie an Mit- 1 fekn. njchl nur seine unmittelbarsten großen Aufgaben zu erfhl/ftn imstande ist, sondern auch diejenigen Zweig- . vere ne„,Mjrkrmgsvoll unterstützen kann, die es am meisten bedürfen. _ ? lieber d i e Verpflegung und Ausrüstung des Millionenheeres macht E. Hammer im neuesten^ (zweiten) Heft der Arena (Deutsche Verlagsanftall, Stuttgart) folgende fesselnde Angaben: Der' Tagesbedarf für eine Armee von 200 000 Mann und 60 000 Pferden der Verpflegungsflärke wiegt an Portionen 200 000 Kilogramm, an Haichutler für Pferde 414 000 Kilogramm, zusammen 614 000 Kilogramm, und enthält z. B. das Fleisch von 400 Ochsen oder 3800 Hammeln und 15 000 Kilogramm Brot. Wir rechnen aber im jetzigen Kriege nicht mit Hunderttausenden von hungrigen Mägen, sondern mit Millionen. Die 200 000 Mann stellen nur eine mittelstarke Armee dar, davon wir eine ganze Anzahl marschieren lassen. Zur Fortschaffung bedürfen jene 614 Tonnen nicht weniger als 10 Fuhrparkkolonnen, das sind 480 Pariwagen oder 100 leichte Armeelastzüqe, bestehend aus Motorwagen mit Anhängern. Jedes Armeekorps, auch in den nichtdeutschen , Heeren, hat zwei Feldbäckereikolonnen. Die unseren führen 12 fahrbare Backöfen und können in 12 Stunden 23 000 Brotportionen zu 1,5 Kilogramm Herstellen. Mit diesen mechanischen Mitteln läßt sich der Nachschub meist rechtzeitig Herstellen und an Ort und Stelle bringen. Wie man ein System von Einzelleistunzen und Hilfsmitteln in den Dienst der Heeresverpflegung' stellt, um den Soldaten körperlich leistungsfähig zu erhalten, so bedarf die Kriegführung weiter eines umfangreichen Apparates, damit der Kämpfer durch Ersatz seiner Munition kampffähig bleibt. In den Schlachten des mandschurischen Krieges wurden bis zu 400 Patronen für das Gewehr und 480 Schuh für das einzelne Geschütz verfeuert. Das bedeutet eine enorme Steigerung des Feuers gegen 1870-71. Damals hatten wir einen Durchschnittsverbrauch von 56 Patronen pro Gewehr. Der Höchstverbrauch belief sich auf 200« Patronen an einem Gefechtslage. Ebenso stieg seitdem der Gebrauch au Geschossen der Artillerie. Bei Wörth wurden im Durchschnitt 40, bei Sedan 37 und bei St. Privat 53 Schuh aus dem einzelnen Geschütz der Feld- artillerie verfeuert. Von der Nachsuhr an Munition hängt der operative Wert der Truppen ebensosehr ab wie von der regelmäßigen Feldverpflegung. Wir besitzen für den Nachschub der Munition die Jnfanterie- ufid Artilleriemunilionskolonnen jedes Armeekorps und die Munitionswagen der Truppen selbst, die aus den Kolonnenwagen empfangen, welch letztere wieder au« den Munitionsdepots gespeist werden. Die Kolonnen legen in normalem Verhältnis Tagemärsche von 25 Kilometern zurück: dieTruppenmunitionsfahrzeuge passen sich den Bewegungen der Truppeneinheiten an. Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen. Speisekartolfeln I :>ir gegen sofortige Kasse. Offerten mit Preis erbeten. J. Lafscha I Frankfurt a. M., Schwedlerstrasse 1—5. Huch Urten von VenUlem erwünscht. n» Strickmaschinen aller Systefhe. m. M. 30 — 60 Anzahlung. Katal. frei. P. Kirsch. BraunsohwelE. 10 Pfg-.KrretzS- Verkanfsartitel noch nicht im Handel Muster g. 10 Psg. Porto. P.RcPpLSo. Frankfurt a. 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