vezagLMk 25 pfg. monatlich qvrmi»zahlbirr, frei in« Hau». Ubgeh»Ii l» HSfetn (Jjjifbthon ober in den Zweig» «Wb-M-Mch so Pig. - Erscheint och» «ch «»»«aa«. — Redaktion: Setter». 'OMewahrung oder Rücksendung üe wird nicht garantiert. Zeitung" 6». ». b. H. Nr. 9tt. flPtMflMM 85 (9 Samstag, den 5. Dezember 1914. KnzeigenpreK 15 pfg. die 44 um breite P eta-4g«4t e sttr AuöwärtS 3V Pfg. Die 90 wm breite Reklame-Zeile SV Pfennig , Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze , ' berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchrebung des Zahlung». <; , jieie» (80 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei » SonkurS in Wegfall. Pkatzvorfchriften ohneBerbindlichieit. ' Druck der Mieffcner Vcrlagsdruckcrci, Albin Klein. „ Telephon Nr. 363. 20. Jührg. Die große Schlacht in Polen dauert an. Die Deutschen offensiv. Kaiser Wilhelms Zusammenkunft mit der obersten österreichischen Heeresleitung in Breslau. 84000 Mann Gcsamtverlust beim britische» Heere allein in Frankreich. ~ Die Halbinsel Sinai in türkischem Besitz. amtliche Tagesberichte. WTB. Großes Hauptquartier, 3. Dez. (Amtlich.) Der Kaiser hatte gestern in Breslau «ine Besprechung mit dem Obeikommandierenden des österreichisch-ungarischen Heeres, Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hol)«» dem Erzherzog Friedrich, der von Sr,. K. und K. Hoheit Erzherzog-Thronsoiger Karl Franz Joses und dem Chef des Generalstabes General der Infanterie Freiherrn Konrad v. Hötzendorf begleitet war. Später besuchte der Kaiser die Verwundeten in den Lazaretten der Stadt. Ober st e Heeresleitung. WTB. Großes Hauplquartier, 3. Dez. Seine Majestät der Kaiser besuchte heule Teile der in der Gegend von Ezenstochan kämpfenden österreichisch-ungarischen und dentschcn Truppen. Ober st e Heeresleitung. WTB. Großes Hauptquartier, 4. Dez., vormittags. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz wurden französische Angriffe gegen unsere Truppen in Flandern wiederholt abgewiesen, ebenso in Gegend nordwestlich A l t k i r ch, wo die Franzosen bedeutende Verluste hatten. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind seindliche Angriffe östlich der masurischen Seenplatte unter großen Verlusten für die Russen abgeschlagen worden. Unsere Offensive in Polen nimmt normalen Verlaus. Ober st e Heeresleitung. • m WTB. Großes Hauptquartier, 4. Dez., vormittags. Seine Majestät der, Kaiser ist gestern abend zu kurzem Aufenthalt in Berlin «ingelroffen. Oberste Heeresleitung. Nur eine deutsche Armee-- 3» dem glänzenden Durchbruch der deutschen Armeeteile schreibt die Wiener „Neue Freie Presse" 7 In dreitägigen Kämpfen durchbrachen die Deutschen den von den Russen gebildeten Ring. Wie ein Heldengedicht klingt die Meldung, daß diese Teile der deutschen Armee nach Uebcrwindung der. Gefahr noch 12 000 Gefangene und 25 Geschütze als Beute mitnehmen konnten, ohne selbst auch nur ein Geschütz zu verlieren. „Daily Mail" meldet aus Petersburg: N u r eine deutsche Armee konnte in der Lage sein, diesen Sieg in Südpolen herbeizusühren. Die Art, wie die Deutschen sich gegen die Menschenwälle der Russen warfen, als sie sich eingeschlossen sahen, war unbeschreiblich. Was den Mut der deutschen Soldaten noch besonders gehoben hatte, soll eine Rede des Kaisers gewesen sein. Die Russen kämpslen hervorragend, aber da sie nicht genügend Truppen halten, um die Deut - scheu gänzlich umzingeln zu können, gelang den Deut- scheu der Durchbruch. Auch litten die Russen sehr unter der furchtbaren Kälte. Neue Angriffe. Der Korrespondent des „Pariser Journal" meldet aus dem russischen Hauptquartier, daß die Schlacht in Polen mit der größten Heftigkeit wie in einem Feuer- mecr sortdauere. Seit der napoleonischen Epoche sei es - ohne Zweifel die bewegteste Schlacht. Sie zwang die Generäle zu Truppenbewegungen und Aenderungen improvisierter Pläne, wie sie in der Geschichte beispiellos dastchen. Man schätzt, daß etwa zwöls deutsche Armeekorps sich gegenwärtig mit den Russen im Kampfe befinden. (Ctr. Bin.) Neue Kämpfe im Lundgau. DT. Basel, 3. Dez. Die im Sundgau am Montag und Dienstag stattgefundenen Zusammenstöße trugen nicht mehr bloß den Charakter eines Vorpostenge- sechts. In der Nacht auf Dienstag waren Scheinwerfer von den Schwär,zwaldbergen bis nach Mitternacht zu beobachten. Große deutsche Truppenmassen marschierten vom Rhein den Vogesen zu. Die Stellung der deutschen Truppen war s e h r g u 1. Zu heftigen Angriffen kam es bei Münster und im Weffelinger Tal. Thann ist wieder in deutschem Besitz. Das deutsche Gebiet ist mit Ausnahme einiger Dörfer an der schweizerischen Grenze von den Franzosen völlig geräumt. Im Jlltal tobt noch ein unentschiedener Ar- tilleriekampf. Zwei Doppeldecker wurden am Dienstag im Sundgau beobachtet. Sie flogen dem Rhein zu in der Richtung nach Wiesenthal und wurden in Lörrach bemerkt. Afcr — Arras — Reims. Den holländischen Zeitungen zufolge rücken die Deutschen jenseits des D j e i i a n a 1 5 « o t. Die seit 8 Tagen fortdauernden Versuche der Verbündeten, die Deutschen über den Pserkanal zu-r'ückzuwer- sen, seien gescheitert. Arras ist aufs neu« das Ziel der deutschen Of- sensive. Bedeutende Truppenstärken sind um die Stadt herum zusammengezogen, die wiederum Gegenstand eines Bombardements war. (Verl. Tgtz.) WTB. Zürich, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Wie die „Neue Zürcher Ztg." aus Turin meldet, ist nach Pariser Berichten der „Eazetta bei Popolo" die Lage von Reims furchtbar. Die deutschen Schützengräben sind bis auf 1800 Meier an die Vorstädte herangerüctt. Von der Beschießung ist kein Stadtteil verschont geblieben. Die reiche Tertilindustrie der Stadt ist auf viele Jahre vernichtet. Der bisherige Sachschaden wird auf 350 Millionen Franken geschätzt. Ein überraschendes englisches Geständnis London, 3. Dezember. Der militärische Mitarbeiter der „Times" gibt die Verluste der britischen Armee auf 84 000 Mann an, was ungefähr der ursprünglichen Stärke des britischen Heeres entspreche, als es ins Feld rückte. Die Verluste in der Schlacht bei Ppern und Armentieres betrugen etwa 50 000 Mann, von denen etwa 5500 Mann auf das indische Korps ent - sielen. Der Korrespondent fährt fort: Wir müssen zngcben, daß diec deutschen Truppen, trotz, schrecklicher Verluste, noch zahlreicher sind, als wir, und daß sie starke Stellungen einnehmcn. Sie besitzen eine furch t- b a r e Artillerie, die zerstreut ausgestellt und wohl verborgen ist. Ihr schweres Geschütz hat noch die Oberhand und begräbt beständig unsere Leute, indem ganze Abteilungen von Laufgräben zerstört werden. Ihle Scharfschützen sind kühn und hartnäckig. Ihre Granaten verursachen uns beständige Verluste und, obwohl ihre Anfilärung in der Lust seltener, wurde, erscheinen doch noch Tauben und Albatros-Flugzeuge über uns und beobachten, was wir tun. Die englischen Offziere und Unteroffiziere sind in schrecklichem Maße geschwächt. Wir haben fast die ganze reguläre Reserve und den besten Teil der Spezlalreservc vieler Korps an die Front gebracht. Wenn die Depots nicht länger imstande sind, einen guten regelmäßigen Ersatz zu schicken, würde die Armee gern einen Teil der neuen Armee als Ersatz begrüßen. Wir brauchen jeden Mann, den wir finden können, und werden bald erwägen müssen, wie wir die neuen Aushebungen am Besten an der Front verwenden können, ob als Armeen, Divisionen, Brigaden, in Einheiten oder zur Auffüllung. WTB. Petersburg, 2. Dez. Der Zar ist heute früh aus den Kriegsschauplatz abgereist. WTB. London, 3. Dez. General Rennen- k a m p f wurde, so meldet die „Morning Post" ans Petersburg, vom Oberbefehl enthoben, weil er in der Konzentralionsbewegung zur Einschließung der Deutschen seine Stellung zwei Tage zu spät eingenommen hat. Bom Krieg im Süden. Die Eroberung Belgrads. WTB. Wien, 3. Dez. Vom südlichen Kriegs - schauplatz wird amtlich gemeldet: Das siegreiche Vordringen unserer Truppen über die Kolubara hat den Gegner gezwungen, Belgrad, dessen Verteidigungsanlage gegen Norden gerichtet ist, kampflos preiszugeben, um nicht die dortige Besatzung der Gefangennahme auszuliefern. Unsere Truppen drangen über die Save und aus südwestlicher Richtung in Belgrad ein und besetzten die Höhen südlich der Stadt. Die öffentlichen Gebäude, auch die Gesandtschastspalais Deutsch - lands und Oesterreich-Ungarns wurden sofort militärisch gesichert. WTB. Wien, 4. Dez. Die Besitzergreifung von Belgrad erfolgte gestern in feierlichster Weise. Der Vormarsch unserer Kräfte geht am nörd - lichen Teile der Front kampflos vorwärts, wobei gestern 300 Mann zu Gefangene» gemacht wurden. Westlich und südwestlich von Arandjelowatz stellen sich dem Vordringen unserer Truppen starke feindliche Kräfte cnt- geyen, welche durch heftige Angriffe, die insgesamt abgewiesen wurden, versuchen, den Rückzug der serbischen Armeen zu decken. WTB. Budapest, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Pesti-Hirlap" meldet aus Semlin: Die schweren Geschütze unserer Monitore begannen vor einigen Tagen die Festung Belgrad unter heftiges Feuer zu nehmen. Die ausgezeichnete energische Arb»it hatte bald einen entsprechenden Erfolg. Die 28 Zentimeter-Geschütze des Feindes, die sranzösischen Ursprungs sind, wurden zum Schweigen gebracht. Ihre Mannschaft erlitt schwere Verluste. Ms der Bericht über die vernichtende Wirkung unserer schweren Geschütze! erstattet wurde, vollsührten unsere am Semliner User stehenden Truppen eine Bravourleistung. Sie setzten über die Donau, gelangten nach Eigenen, nach der Zigeunerinsel und von dort in die feindliche Hauptstadt. Gestern früh, noch während der beiderseitigen heftigen Kanonade, begann der Ue- bergang unserer Truppen ans der Eisenbahnbrücke, die für den Fuhverkehr wieder hergcstellt worden war. Inzwischen warfen bei der Zigennerinsct unsere Tn >pen die Serben aus den nächst dem Bahndamm gelegenen Deckungen heraus, nahmen Topcsider und den ganzen Westteil der Stadt. Zugleich drang jener Teil der Truppen in die Stadt, der »ach der Einnahme von Obrc- novac an der Save entlang vorgerückt war. UnscrckTnip- pen begannen noch im Lause des Tages mit der Herstellung einer Schiffsbrücke. Die von der Heeresleitung zur Verfügung gestellten Schiffe sind von Neusatz auf Semlin unterwegs, um bei der Abwickelung der Transporte behilflich zu sein. S'ie Zufuhr für Serbien abgeschnittcn. D.T. 3 t f io. Die Verbindungen zwischen Belgrad und Risch sind abgeschnitten. Die Verlegung der Hauptstadt nach U e s k ü b steht bevor, wenn die S e r- b e n angesichts des aewaltigen Ansturms nicht vorher kapitulieren. WTB. Saloniki, 2. Dez. Die Eisenbahnbrücke über den W a r d a r zwischen StruMitza und Dewir- kapü ist von Banden gesprengt worden. Der Verkehr zwischen Uesküb und Saloniki ist eingestellt. Die Wiederherstellung der Brücke wird längere Zeit beanspru - chen. Bei der Zerstörung soll ein blutiger Kampf zwischen den Banden und serbischem Militär stattgefunden haben. Eisenbahnwagen mit Verwundeten passierten Saloniki auf dem Wege nach Monaslir. Serbiens Niedergang. Immer wiederkehrende Gerüchte über einen Sonderfrieden mit Serbien werden jetzt durch die Erzählungen gefangener serbischer Offiziere gestützt, wonach der frühere Gesandte in Wien Simitsch nach Petersburg entsandt worden sei, um für den wahrscheinlichen Fall des Zusammenbruchs der zweiten serbischen Verteidigungslinie die Erlaubnis des Zaren zum Abschluß des Separatfriedens zu erwirken. Die „Times" melden aus Petersburg: Die Lage in Serbien ist e r n st. Die Oesterreicher haben jetzt dort eine halbe Million Soldaten einschließlich 30 000 Bayern. Serbien hat sehr große Verluste erlitten. Mehrere Regimenter haben nur noch 8 Offiziere statt 75. Die einzige Hoffnung ist die Hilfe Rußlands. Türkr sch e Kriegs Meldungen. WTB. K o n st a n 1 i n o ck e l, 2. Dez. Unsere Truppen, die in der Zone des Tschorokh vorrückten, haben einen neuen Erfolg davongetragen und heute die' Stadt Ardanutsch, 20 Kilometer östlich des Tschorokhflüf- ses und 65 Kilometer südöstlich von Batum besetzt. Kopenhagen, 3. Dez. (Ctr. Bin.) Nach einer vom türkischen Konsulat aUsgegebenen amtlichen Meldung sind türkische Truppen mit Zustimmung der persischen Regierung auf dem Marsche nach Teheran. (B.Z.) WTB. K o n st a n t i n o p e l, 4. Dez. Das Hauptquartier veröffentlichte gestern folgendes Communiquee: Rach russischen amtlichen Mitteilungen vom 29. November wäre die Sinai-Halbinsel von unseren Truppen vollständig geräumt worden. Ferner sollen zwei Unserer an der kaukasischen Grenze operierenden Divi - sionen in ihrem Bestände auf die Hälfte gesunken und einige unserer Bataillone vollständig vernichtet sein. Es wird behauptet, der Divisionskommandeur sei getötet und ein zweiter desertiert. Der für, uns siegreich verlaufene Kampf in a l - lernächster Nähe des Suez-Kanals zwischen unseren Truppen und den Engländern, der damit endete, daß auf der Seite der Engländer zwei Offiziere und zahlreiche Soldaten getötet und eine große Zahl von Gefangenen in unsere Hände fiel, genügt, uin zu beweisen, daß sich die Sinai-Halbinsel in unserem Besitz befindet. Allerlei ttriegsnachrichten. WTB. Berlin, 3. Dez. (Nichtamtlich.) General- feldmarschall v. Hindenburg bittet das Wolfffche Bureau um Veröffentlichung folgenden Dankes: Gelegentlich meiner durch die Gnade des Kaisers und Königs erfolgten Ernennung zum Generalfeldmap- jchall sind mir zahllose Glückwünsche zugegangen. Dasselbe erfreut mich unendlich, doch bin ich leider außer - stände, sie einzeln zü beantworten. Ich bitte daher, meinen herzlichsten Dank allerseits lediglich auf diesem Wege aussprechen zu dürfen. v. Hindenburg. WTB. München, 2. Dez. Der König geruhte in besonderer Anerkennung der hohen Verdienste, welche sich Generalseldmarschall v. Hindenburg, sowie Generalleutnant v. L U d e n d o r f f um die Führung der im Osten kämpfenden Armeen erworben haben, er- sleren mit dem Großkreuz, letzteren mit dem Komman- deurkleuß des Militär-Mar-Joseph-Ordens autzzutzeichnen. • WTB. Berlin, 4. Dez. (Nichtamtl.) Dem Prinzen Joachim von Preußen ist für seine Tapferkeit in dem Gefecht bei Kutn o vom, Kaiser Franz Josef das österreichisch-ungarische Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdckoration verliehen worden. Prinz Jo- achim besitzt bereits das Eiserne Kreutz 1. Klasse. * Prinz Wilhelm von Hessen, der älteste Sohn des gleichfalls verwundeten Prinzen Friedrich Karl von Hessen, ist von seiner Verwundung — Brustschuß — vollständig genesen. Er hat sich zu seinem Regiment ins Feld zürückhegeben. Beftlnnt- lich ist der zweite Sohn des Prinzenpaares Friedrich Karl, Prinz Mar von Hessen, aus dem Felde der Ehre geblieben. General der Infanterie v o n W o y r a ch, der Kommandeur der schlesischen Landwehr, ist zum Genera l o b e r st befördert worden. Italien aus eigenem Entschluß neutral. WTB. Berlin, 4. Dez. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Erklärungen des italienischen Ministerpräsidenten S a l a n d r a werden als eine bedeutende, für; die Politik Italiens die Richtung gebende Verlautbarung, wie in Italien! selbst so auch in Europa großen Eindruck machen. Salandra hat großen Wert darauf gelegt, sestzustellen, daß Italien seine bisher beobachtete Neutralität aus eigenem, sreiem Entschluß eingeleilet und durchgesührt hab.e. Bei den Verbündeten Italiens besteht volles Einverständnis dafür, daß sich das apenninifche Königreich bei den europäischen Entscheidungen nicht ausschalten lassen kann. . Fürst Bülvw geht nach Rom. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Ta der kaiserliche Botschafter in Rom, o. F l o t o w, aus Gefundheits - rücksichten einen längeren Urlaub antreten muh, hat Se. Majestät der Kaiser den Fürsten von Bülowmit der Führung der Geschäfte der Kaiserlichen Botschaft in Rom beauftragt. Dr. Liebknecht von der Partei isoliert. Zu der Haltung des Abgeordneten Dr. Liebknecht in der letzten Sitzung des Reichstages veröffentlicht der „Vorwärts" folgende Erklärung: „Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion stellt fest, daß der Genosse Karl Liebknecht entgegen dem alten Brauch der Fraktion, der durch einen ausdrücklichen Beschluß für den vorliegenden Fall erneuert wurde, gegen die Kriegskreditvorlage gestimmt hat. Der Vorstand bedauert diesen Bruch der Disziplin, der die Fraktion noch beschäftigen wird, aufs tiefste. Der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages." Die Redaktion des „Vorwärts" bemerkt dazu: Der Brauch der Fraktion bei den Abstimmungen besteht darin, daß entgegen dem Fyaktionsbeschluß nicht gestimmt werden darf. Den einzelnen Fraktionsmitgliedern steht frei, den Saal zu verlassen, ohne daß es den Charakter einer Demonstration annehmen darf. Berlin, 3. Dez. Im Reichstage verlautete heute vormittag, daß der Abg. Liebknecht nach den gestrigen Vorgängen beabsichtige, sein Mandat niederzu- legen. Eine Bestätigung war bis zur Mittagsstunde nicht zü erlangen. (B. Z.) Der Burengeneral De Wet soll nach englischen Meldungen gefangen genommen sein. Die Britische Rote Kreuz-Gesellschaft hat zur Bekämpfung der Typhus epidemie in Calais 10 000 Pfund Sterling bewilligt. Die „Voff. Ztg." meldet: Die Petersburger Tele - graphenagentur berichtet aus Tokio: Der Hafen von Tsingtau wurde zum japanischen Kriegshasen 1. Klasse erklärt, den Handelsschiffen wird kein Zutritt gestattet. WTB. Sofia, 2. Dez. Die Sobranje hat eine zwischen Oesterreich-Ungarn und Bulgarien abgeschlossene Postkonvention angenommen. * Gegen die Kriegsschwätzer hat das Earnisonkommando in Görlitz folgenden Garnisonbefehl erlassen: „Es ist wiederholt vorgekommen, daß Leute, zumeist in Gasthäusern, Kriegsnachrichten ver - breiten, die durchaus nicht der Wahrheit entsprechen und nur dazu angetan sind, in der Bevölkerung Angst und Unruhe zu erwecken. Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften haben in jedem Falle gegen Verbreiter solcher Nachrichten energisch einzuschreiten. Militärpersonen sind sofort sestzunehmen und der nächsten Wache zu übergeben. Meldung vom Geschehenen ist dem Garnisonkommando sofort zu erstatten. Bei Zivilpersonen ist die Polizei zwecks sofortiger Festnahme des Betres- fenden zu benachrichtigen." Landsturm-Ausruf. Der „Reichspnzeiger" veröffentlicht eine kaiseqliche Verordnung, wodurch der aus dem Landsturm ersten Aufgebots übergetretene Landsturm zweiten Aufgebots zur Anmeldung zur Landsturmrolle aufgerufen wird. Gleichzeitig wird eine Bekanntmachung des Reichskanzlers bekanntgegeben, wonach der Aufruf, des Land - sturms zunächst lediglich die Herbeiführung der Eintragung in die Listen bezweckt. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 16. bis einschließlich 20. Dezember 1914 zu echolgen. Aus $udt tmd Cattd. Der Eroßherzog hat den seitherigen Vizepräsidenten der Ersten Kammer, den Fürsten zu Solms- Lich, an Stelle des verstorbenen Grafen von Schlitz - Goertz zum Ersten Präsidenten der Kammer berufen, die demnächst zu einer kurzen Notstandstagung zusammenkommt. Der, Fürst ist bekanntlich ein Schwager des Eroßherzogs und steht zurzeit als Major und Ordonnanzoffizier im Felde. --hd Parlamentarisches. Die beiden Kammern der Landstönde sirrd für Mittwoch, den 16. Dez., zur Abhaltung einer außerordentlichen (der 36.) Land- tagstajguNg einberufen worden. Die Eröffnung der Tagung wird diesmal nicht, wie sonst stets, im Eroßh. Rrsidenzschloß mit einer Thronrede durch den Eroßher- zog persönlich (der sich bekanntlich schon seit Montag voriger Woche wieder im Felde befindet), sondern im Sitzungssaale der Zweiten Kammer durch Staatsmini- ster Dr. v. Ewald erfolgen. ' Der G r o ß h e r z o g hat am 20. November den Oberkonsiftorialrat und Superintendenten derSu- pcrintendentur Darmstadl D. Dr. Friedrich Flöring auf Nachsuchen der Würde eines Prälaten der Evang. Kirche enthoben und dem SuperiMendenten der Super- inlendentur Mainz Geheimen Obeckonsiftorialrat Ferd. Euler die Würde eines Prälaten der Evangelischen Kirche, mit der Sitz und Stimme in der Ersten Kammer der Stände verbunden ist, verliehen. * Die Großherzogin hat am 2. Dezember dem geistlichen Mitglied und Rat bei dem Oberkonft- storium, dem Superintendenten der Superintendentur Darmstadt D. Dr. Friedrich F löring anläßlich seiner Enthebung von der Würde eines Prälaten der Evang. Kirche des Eroßherzogtums den Charakter als Geheim-. rat erteilt. * Feldpostbriefe von mehr als 25V—500 Gramm Gewicht werden voraussichtlich allmonatlich ein m'a l für die Dauer einer Woche zugelassen werden. EiG häufigere Zulassung ist nicht ansgängig. — Die Beförderung von Paketen ois zu 5 Kilogramm, neben den jederzeit durch Vermittlung der Ersatztrup - penteile und Etappenbehörden zulässigen Sendungen, wird nach einer zwischen der Post- und Heeresverwaltung getroffenen Vereinbarung gleichfalls tunlichst ein-' mal monatlich für 8 Tage zugelassen. Die Bestimmungen über die Beschaffenheit der Verpackung der Pakete werden durch die Heeresverwaltung nach den Eckahr - ungen der beiden ersten Paketwochen geregelt werden. n Gießen, 3. Dez. Prof. Dr. Kahle, der neuernannte Vertreter der semitischen Philologie, ist von einer, Studienreise autz Aegypten zurückgekehrt. Aus der Heimreise war er in französische Kriegsgefangenschaft geraten, aus der er schließlich entlassen wurde auf Grund eines Paffes, den ihm der englische Kom- nrandant von Aegypten ausgestellt hatte. Prof. Kahle beginnt jetzt seine Lehrtätigkeit an der Landesuniversi- tät. n Gießen, 2. Dez. Offizier-Stellvertreter Ludwig B e r g e y, Res.-Jnf.-Rtzt. Nr. 116, aus Gießen, erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille. ! Mainz. Der Petroleumnot zu steuern, ist eine Anzahl Besitzer kleiner Wohnungen mit dem Ersuchen um Gas- und Elektrizitätsanschluß an die Stadtverwaltung herangetreten. Den Interessenten ist von städtischer Seite großes Entgegenkommen zugesichert worden. Sobald die zeitraubenden erforderlichen Vorarbeiten erledigt sind, wird den Wünschen der kleinen Haus- und Wohnungsbesitzer Rechnung getragen und die Gas- u. Elektrizitälsanschlüffe hergestellt werden. " Ileberslüssige Eol dsachen. Dem Vaterland sich hilfreich zu erweisen, dieser Wunsch kann auf mancherlei Weise betätigt werden auch ohne persönliche Opfer. So können beispielsweise überflüssige Geldsachen zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit Verwendung finden, ohne den Besitzer im Geringsten zu benachteiligen. Man verkaufe sie einfach zum Goldwert und nehme dafür Banknoten in Empfang, die bekanntlich stets ihren vollen Nennwert behalten. Viele Millionen Werte an unmodernen Schmucksachen, Silberbestecken und dergleichen liegen unbenutzt in den Schränken; sie könnten zur Stockung der Golddeckung unserer Reichsbank dienen. * Sammelt Patronenhülsen. InFtte- denszeiten werden abgeschofsene Hülsen von Schrotpatronen rneist fortgeworsen, weil sie nur geringen Wett haben und die Aufsammlung, Bergung in dey Tasche, während einer Jagd lästig ist. Zurzett versucht England uns die Kttpferzufuhr abzuschneiden. Messing i st daher ko st bar geworden. Und doch gehött es zum wichtigsten Kriegsmaterialbedarj. Werden in ganz Deutschland abgeschvssene Büchsen- und Schrotpatroucn- hülsen gesammelt, so ergibt dies «in« recht erhebliche Menge an Messing, die im anderen Falle nutzlos verloren gehen würde. Die gesammeüen Hülsen gibt man am besten an eine jener Brockensarnmirmgen zum Besten Bedürftiger. Stadttheater Gsef-e«. Direktion: Hermann Stcingoetter. Sonntag, 6. Dezember, nachmittags 3% Uhr: „Minna von B a r n h e l m". Lustspiel in fünf Aufzügen von Gotth. Ephraim Leffing. — Abends 7 / Uhr: „W a l l e n st e in s T v d". Ein dramatisches Gedicht in 5 Aufzügen von Friedttch von Schiller. Dienstag, 8 Dezember, abends 8 Uhr: „Als ich noch im Flügelkleide. (Neuheit.) Ein fröhliches Spiel in 4 Aufzügen von Wbett Kehm und Martin Frehsee. Mehlspeisen ui Suppen aus Dr. Oetker’s Qustin sind billig, nahrhaft und wohlschmeckend. Keine deutsche Hausfrau wird noch das englische Mondamin kaufen. Freitag, 11. Dezember, abends 8 Uhr: „H a s e - manns Töchte r". Volksftüä in 4 Akten von Adolph L'Arronge. 2 c n n t a g. 13. Dezember, nachmittags 3'/ 2 Uhr : „Zopf und Schmer t". Lustspiel in 5 Aufzügen von Karl Gutz.'ow. — Abends 1/ Uhr: „D i e S ch m e t t e r l i n g s f ch l a ch 1". Komödie in 4 Akten von Hermann Sudermann. Kirchliche Nachrichten. Evaugllische Gemeinde in Giehen. Sonntag, den 6. Dezember, 2. Advent. Kollekte für die hilfsbedürstigen evangelischen Gemeinden in Oesterreich. Gottesdienst. In der Stadlkirche. Vorm. 914 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche sür die Markusgemeinde. Pfarrer Schwaben Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäusgemeinde, wozu besonders auch die kcnfirmierte Jungend eingeladcn wird. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Scnntag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde. (Diezstrahe 15.) Dienstag, den 8. Dezember, nachmittags 3 Uhr, ini Matthäussaal: Fraucnmissionsvcrcin. Dienstag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. 3 Nächflkünstigen Sonntag, den 13. Dezember, als am 3. Advent, findet im Abendgottesdienste Beichte u. heiliges Abendmahl für die Markusgemeinde statt, wozu besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen wird. Anmeldung vorher bei demPfarrer der Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vorm. 914 Uhr: Pfarrer Ausseld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes-Gemeinde. Pfarrer Ausseld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukasge- meinde, wozu besonders auch die konfirmierte Im gend eingeladen wird. Anmeldungen vorher im Pfarrhaus« Liebigftrahe 56 erbeten. Abends iy 2 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwoch, den 9. Dezember, abends 8 Uhr: Kricgsbet- ftuNde. Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 11. Dezember, abends %6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Jobannesoemeinde. (iseode verda&keo före glänzende Stellung im 8 tch d.TeblMi. SeCbstunterrichtsbriefe System Karnack-Hadffeld. | iOO Mitarbeiter. fiianiieiide Erlöse. Bau^ew^rksschnlc: Polier, Architekturzei^tfner, Bau-1 techniker, i^immermeister, Maurermeister, Baugewerksmeister, StrasYanbautechDiker, Tiefbautechmser. Schule j für IBiseab&^mwesen: Lokomotivhej^er, Lokomotivführer, BXaschJjrenbauschnle: Monteur, Maschinist Werkmeister, Mauchinenkonstrukteur, MaschinfeningCiiieur.^^leZstroCccha, Schale: Elektromonteur, BlöktrotechniW, Elektroingenieur. Schale för Berg- a. s B^rgschule. Formermeister, reitochniker. InsttHjlarettrscknle: Installateur, Elektroinstallateur. Schnle^itr E&mas&gewerbe and [ ld werfet: Stein tnetznseisber, Modelleur. Stukkateur, J Bautischler, Kunst- A nd Möbeltischler, Schlosser. ® [ Jcdas de? TGrstcä. tVe^fe erectioSs^tn Llelerang. Q CO Pfo ? AaetcbtsseaciRQ^eä ohne Eiautztfc.'ing berdtnüligst. I Diese Werko setzen hoioc Vor- hennr tjIs äs voraus yuoz wecken: 1. den Besuch deiywchn. Facti- oebuten za &ZsatzeD, 2. dsm Studieraisden nur durch Setbsauutorrlch; eine abgeschlossene technische Bildung zu vermitteln, 3. in vortfeftl.Weise ohneBerufs- stönmg e. FacbprÜf. abzuleg. Acslj 5»*' DerZwec^wird dad. erreicht, dassi i 1. dertmttcrrlcEit d.techn.Fach- , schulen kocbgecaint wird, 2 die BoarbnnpcK d.Unterrichts- briefo in so or^facher u. gründl. Weise, in so leichtfassl. Form ! ausgeffihrt ist, aS3ederraanu ) den Stof! verstehen muss. 8. dis fortgesetzt WieHerholg. u. Selbstprüt d. WissenXestigen. rl. Prospekte sour. Dankscbreiben Ub. bestandVrU!. | , Gegen noaatl. Tellzabl. von 3 BSark an sa besiegen. Bonness & Hachfeld, Potsdam 8.0. e Speisekartoffeln gegen sofortige Kasse. . Offerten mit Preis erbeten. J. Lafscha Frankfurt a. M.. Schwedlerstrasse 1—5.1 ü. I Strickmaschinen aller Systeme, m. 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Diese Karte umfasst Europa von Spanien bis zum Schwarzen Meer, reicht nördlich von der Südküste Englands bis Südrussland und bringt das Mittelmeer sowie die Länder zwischen Marokko und Syrien; sie enthält ferner einen Sonderplan von Kiantschou. 50 Kriegs-Markierungsfähnchen zum Ausschneiden sind kostenfrei beigegeben. Preis nur 1 Mark. ' Zeldpost-Vezug der „Gietzener Zeitung,, Dm unseren Soldaten auch im Felde weiterhin regelmässig Nachrichten aus der Heimat zu verschalten, machen wir besonders auf die Feldpost-Bestellung der „Wiessener Zeitung 1 * aufmerksam — Die Einrichtung ist so getroffen, dass Angehörige oder Freunde von Feldzugteilnehmern bei unserer Expedition den Namen des Feldzugsteilnehmers, der die Zeitung erhalten soll, mit den erforderlichen Angaben (Armeekorps, Division, Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron oder Abteilung und Batterie etc.) angeben. — Der Bezugspreis von nur 30 Pfg. für den Monat ist vorher zu bezahlen. Darauf wird von unserer Expedition die Zeitung an die angegebenen Feldadressen als Streifbandsendung verschickt. Der Besteller hat also keine Arbeit weiter damit. /\lbin Klein, „Giessener Zeitung“. Selters weg H3 (mittlerer Laden). Telephon 362.