veMgr-nt, 25 pfg. monatlich <' merrttK-rttch «5 PK., «-rauizahlbar, frei i«» Ha,». < «b,eK»st M MXtieilt jijjgtMttnn obct tn bet Zwei»- w» m » t € ftfBwi »trrMMMch 00 PK. — «tf©ttal Mittwoch» tmb O»»«Mn»». — Rtbaftton: ©türc*. «a, U. — ga» «K^wahrmtg ober «üchetbtmg "EtH t «rrlaa-tä PtNimstrtptt wirb nicht «aranttert.^ ^ 1 ©erlag brr „•taftrotr geitaag" ®. ». b. H. C(P^tfl<«i $eM««i »(0 85 V ^ \ gn;etgenprrt» 15 pfß. Mt 14 mm breite P etltteil e Kr SuSwüS« Ip PK. Die SO ww breite R«sta« e, Z eiie SO Pkeriylg Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grühe . ' berechnet. Rabatt lonnnt bei rKherichreitnng be» Zahlung». < ziele» (SO Lage), bei gerichtliche Beitreibung oder bei Sontirr» tn Wegfall. Playverichristen ohneBerbinblichkeit. - Truck de Giegeue Vcrlagsdrnkkcrci, Albin Mein. ^ Nr. 88. Mittwoch den 4. November 1914. r°l-phon s^. ^ 26 . Jahry. Das Kampffeld im Dordweften Frankreichs überfchwemmt. Die Deutschen rücken nach Calais zu weiter vor. Die Türkei an der Seite Deutschlands und Defterreich-Dngarn. Dreibundfreundliche Nachrichten aus Bulgarien, Rumänien und Griechenland. Amtliche Tagesberichte. WTB. Großes Hauptquartier, 1. Nov., vorm. (Amtlich.) In Belgien werden die Opera- ticnen durch Ueberschwemmungen erschwert, die am Mer- Yper-Kanal durch Zerstörung von Schleusen bei Nieuport herdeigeführt sind. Bei Ypres sind unsere Truppen weiter vorge - drungen; es wurden mindestens 800 Gesangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet. Auch die w e st l i ch Lille kämpfenden Truppen sind vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Vailly gemachten Gefangenen erhöhte sich aus etwa 1500. In der Gegend von Verdun und T o u l fanden nur kleinere Kämpfe statt. Im Nordosten standen unsere Truppen auch gestern noch im unentschiedenen Kampfe mit den Russen. * * * MTB. Berlin, 2. Nov. (Amtlich.) Die nicht - amtliche Meldung über die am 31. Oktober «rsolgte Vernichtung des englischen Kreuzers „Hermes" durch ein deutsches Unterseeboot wird hiermit amtlich bestätigt. Das Unterseeboot ist wohlbehalten zurückgekehrt. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez.: B e h n ck e. Grohes Hauptquartier, 3. Nov. (W. B. Amtlich.) Die Ueberschwemmungen südlich Nieuport schliehen jede Operation in dieser Gegend aus. Die Ländereien sind sür lange Zeit vernichtet. Das Wasser steht zum Teil über manneshoch. Unsere Truppen sind aus dem überschwemmten Gebiete ohne jeden Vertu st an Mannschaften, Pferden, Geschützen und Fahrzeugen herausgezogen. Unser Angriff aus ypres schreitet vorwärts. Ueber 2 30 0 Mann, meistens Engländer, wurden zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre «rbeiltet. In der Gegend westlich von R o y e fanden erbitterte,^ für beide Seiten verlustreiche Kämpfe statt, die aber kein« Veränderung der dortigen Lage brachten. Wir verloren dabei in einem Dorsgefecht einige hundert Mann als Vermißte und zwei Geschütze. Von gutem Erfolg waren unsere Angriffe an der A i s n e. östlich S o i s s o n s. Unsere Truppen nahmen trotz heftigsten feindlichen Widerstandes mehrere stark befestigte Stell - ungen im Sturm, setzten sich in den Besitz von C h a - v o n n e Und S o U p i r, machten über 1000 Franzosen zu Gefangenen und erbeuteten d re i G e- schütze und vier Maschinengewehre. Neben der Kathedrale von Caissons brachten die Franzosen eine schwere Batterie in Stellung, deren Beobachter auf dem Kaihedralturm erkannt wurde. Die Folgen eines solchen Verfahrens, in dem ein System erblickt werden kann, liegen auf der Hand. Zwischen Verdun und T o u l wurden verschiedene "Angriffe der Franzosen abgewiesen. Die Franzosen trugen teilweise derttsche Mäntel und Helme. In den V o g e s e n in der Gegend von M a r k i r ch wurde ein Angriff der Franzosen abgeschlagen; unsere Truppen gingen zuM Gegenangriff über. Im O st e n sind die Operationen noch in der Entwicklung. Zusammenstöße fanden nicht statt. Zur Fort- nahme einer zur Sprengung vorbereiteten Brücke trieben am 1. November die Russen (1. sibirisches Armeekorps) die Zivilbevölkerung vor ihrer Vorhut her. * * * Vor Kiautfchau. WTB. Tokio, 3. Nov. Amtlich wird bekannt gegeben, daß die Beschießung von Tsingtau andauert. Die meisten deutschen Forts sind zum Schweigen gebracht, nur zwei beantworten unaufhörlich die zu Wasser und zu Lande unternommenen Angriffe der Verbündeten. Das Bornbardement verursachte eine FeNersbruNst in der Nähe des Hafens und die Erplosiön eines Oeltanks. Das Fort SicochaNshau steht in Flammen. Ein deutsches Kanonenboot, das den Schornstein verlor, ist nicht mehr sichtbar. WTB. Wien, 2. Nov. Amtlich wird verlaut - bart 2. November, mittags. Die Kämpfe in Russisch- Polen dauern an. In den Gefechten am San hatten die Russen namentlich bei Rozwadow schwere Verluste. Wir machten dort 400 Gefangene und erbeuteten drei Maschinengewehre. Südlich Staby-Sam- bor nahmen wir auch 400 Russen gefangen. In diesem Raum und nordöstlich Turka rückten w i r weiter vor. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: von H ö f e r, Generalmajor. WTB. Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut bart: Unsere Offensive durch die Matschwa schreitet siegreich vorwärts. Aus den befeftig- ten Stellungen vertrieben, leistete der Gegner bisher nur wenig Widerstand. Nur an der Nordlisiere von Scha- batz mußten stark verschanzte Positionen im Sturmangriff genommen werden. Unsere durch die Matschwa vorgerückten Kolonnen haben bereits die Bahnlinie Schabatz-Ljesnitza überschritten; die Kavallerie ist am Feinde und machte auch Gefangene. Schabatz selbst wurde nachts erstürmt. Einen schweren V e r l U st haben unsere Balkan- Streitträfte zu beklagen: Der Feldpilot Oberleutnant S a n ch e z wurde von einem feindlichen Geschoß, welches auch seinen Beobachter verletzte, schwer verwundet. Trotz furchtbarer Schmerzen vermochte der wackere Pi- iot mit Aufbietung der letzten Kräfte den Apparat auf den zicka 70 Kilometer entfernten Flugplatz. zU steuern und glatt zu landen. Er st a r b gestern; vorher hatte er das von Sr. Majestät telegraphisch verliehene Mili- tärverdienstkreuz erhalten. P o t i o r e k, Feldzeugmeister. WTB. Wien, 3. Nov. Amtlich wird verlautbart, 3. November: Erst jetzt läßt sich der in der M a c v a errungene Erfolg voll überblicken. Die dort gestanden« zweite serbische Armee unter General Stepanovic mit vier bis fünf Divisionen konnte sich nur durch übereiligen Rückzug, wobei sie Vorräte aller Art und ihre Trains im Stiche lassen mußte und zahlreiche Gesangene verlor, aus der bedrohlichen Situation retten. Der Feind ist, ohne in seinen vorbereiteten rückwärtigen Stellungen Neuerdings Widerstand zu leisten, in einem Zuge bis in das Hügelland südlich von Sabac zurückgewichen. Er ! leistete nur noch bei Sabac, welches in der Nacht vom 1. auf den 2. November von unseren tapferen Trup - pen erstürmt wurde, hartnäckigen aber vergeblichen Widerstand. P o t i o r e k, Feldzeugmeister. * * * Konstanlinopel, 2. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Der amtliche türkische Bericht, durch die „Agence Ottomane" veröffentlicht, besagt: „Nach amtlichen Nachrichten von der kaukasischen Grenze haben die Russen an mehreren Punkten unsere Grenztruppen angegriffen, wobei sie zum Teil dank dem energischen Widerstand, der von den tür- | kischen Truppen ihnen entgegengesetzt wurde, Verluste > erlitten. Inr M i t t e l m e e r haben englische Kreu- j zer das Feuer eröffnet und ein griechisches Torpedoboot, das sich ihnen näherte, zum Sinken gebracht, da sie es für ein türkisches hielten. Diese beiden Ereignisse zeigen, daß unsere Feinde zu Wasser und zu Lande die Feindseligkeiten gegen uns eröffnet haben, die sie seit langer Zeit gegen uns vorhatten. Die ganze ottomanischc Nation ist bereit, vertragend auf den Schutz Gottes, den einzigen Schützer von Recht und Billigkeit, auf diese Angriffe zU antworten, die daraus abzielen, unsere Eristenz zu vernichte n." Vom Krieg im Westen. (ctr. Bln.) Genf. Das Blatt „Courier" berichtet: Die französischen Garnisonen an der italienisch e n Grenze sind in den letzten drei Wochen wieder neu belegt worden, nachdem fast sämtliche TrUppenstandpUnkte gegen Italien Ende September zur Verstärkung der ftanzösifchen Front an der Marne geräumt worden waren. * Der ganzen fünften Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 88, die sich zum größten Teil aus Reservisten der Provinz Rheinhessen zusammenfetzt, wttrd. für tapferes Verhalten in einem Gefecht am 26. September in Nordsrankreich die hessische Medaille für Tapferkeit verliehen. Vorläufig tragen Kompagnieführer und Feldwebel diese Auszeichnung. Der wahre Grund Englands zu seiner Kricgsbctciligiing. Da das Märchen, England habe zu den Waffen gegriffen, um die verletzte „Neutralität" Belgiens zu rächen, hier und da noch spukt, ist es von Interesse, festzustellen, daß die „Time s" in ihrer Nummer vom 14. Oktober die Echtheit der in Brüssel aufgefundenen Akten st ücke nicht bezweifelt, aus denen hervorgeht, daß Belgien schon vor Jahren mit England und den anderen Mächten der Triple-Entente über eine Kooperation gegen Deutschland im Falle eines Krieges verhandelt hat. Dazu bemerkt die „Voffische Zeitung": Wo bleibt da die gerade in England so vielberufene Neutralität Belgiens? — Zwei Tage vorher, am 12. Oktober, veröffentlichte dasselbe Blatt aus Seite 3 «inen Auszug autz einer Rede, die der High Chancellor Lord Haldane am 10. Oktober in Newcastle upon Tyne gehalten hatte. Hier, im verschwiegenen Kreise scharf - denkender Nordengländer, wurde ein ganz anderer Gnmd angegeben, warum England die „heilige Pflicht" (sacred duty) gehabt habe, sich am Kriege zu beteiligen: Sonst nämlich — so habe Haldane gesagt — hätte Frankreich zerschmettert uttd samt Belgien zu einer Provinz (!) Deutschlands gemacht werden können; Holland hätte folgen und Rußland gelähmt werden können ; wo wären dann wir geblieben ohne einen Freund in der Welt? Obwohl nur im Auszug des „Times"-Berichterstatters wiedergegeben, klingt dies Geständnis von Sir Edward Gregs vettrautem Freund Haldane, der ihn im August 1908 sogar zeitweilig in der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten vertrat, entschieden sachgemäßer als" die populäre uttd fetzt verbrauchte Phrase von der Fürsorge für Belgiens Freiheit." * Essen (Ruhr). 2. Nov. Der „Gen.-Anz." meldet: Ein französischer Flieger, der an seinem Flugzeuge die deutsche Flagge und das Eiserne Kreuz führte, wurde gestern nachmittag am Bahnhof in Düren durch 5 Schüsse beruntergcbolt. Bow Krieg im Osten. Budapest, 2. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Die Blätter berichten, daß M e l k o w i c, welches das größte Hindernis auf dem Wege nach V a l j e v o ist, von den Oesterreichern/ eingenommen worden ist, nachdem es in stark betonierten Berschanzungcn von den Serben hartnäckig verteidigt worden war. Die Serben haben sich unter Zurücklassung ihres Trains nach Baljevo zurückgezogen. Zn dem Gefecht bei T ü r k a wurden 2700 Gefangene gemacht, darunter zahlreiche Tataren und Mongolen. Ein großer Teil dieser Gefangenen ist heute in 30 Waggons in Nyiregy- haza eingetroffen. Born Krieg im Süden. Der Scheik-Uel-Jslam, das geistliche Oberhaupt der Mohammedaner, hat eine Proklamation des Kalifen an alle Moslems bekannt gegeben, in der alle Gläubigen zur Verteidigung des Kalifats aufgerufen- werden, Die türkiscfte Offensive. In italienischen politischen Kreisen glaubt man, Enoer Bey werde gleichzeitig im Kaukasus, in Aegypten Und in Europa offensiv Vorgehen. Die Aktion in Europa werde Enver Bey selbst leiten. Die Schiffahrt auf dem Schwarzen Meer ist vollständig eingestellt. MTB. Konstantinopel, 3. Nov. Es verlautet, daß die Hasenbehörde mit der Beschlagnahme der im Hafen befindlichen englischen und französischen Handelsschiffe begonnen habe. Konstantinopel, 2. Nov. (Priv.-Tcl. Ltr. Frff.) Ein russischer Angriff an der Grenze bei ErzerUm wurde von den Türken ersolgreich zU- rückgeschlagen. Kriegsstimmung unter den Türken. Wien, 2. Nov. __ „Az Est" erfährt aus K o n - stanlinopel: Die Stimmung erinnert an die Wo- bilisierungstage in Wien und Budapest. Riesengroste grüne Fahnen werden umhergetragen. Derwische schwenken unter Geheul blutgetränkte Tücher. Es ist nicht zu verwundern, wenn' sich die Christen fürchten. Alle Männer tragen den Fez. Frauen gehen nicht auf die Straste. Plakate klären das Volk auf. Oester - reicher, Ungarn und Deutsche als Verbündete und Amerikaner seien Freunde der Türken, ebenso die Bulgaren. Die Bürger müssen ihrer Neutralität entsprechende K o- k a r d e n tragen. Die Abreise der Botschafter. Mailand, 2. Nov. (Cti, Frkf.) Von Konstan- tinopel sind der französische und der e n y l i s^che Botschafter in Salonik eingctr,offen, «ie reisen über Italien heim. Der russische Botschafter ist in Bukarest angekommen. f. Gens, 2. Nov. (Ctr. Frks.) Nach hier vorliegenden Meldungen erhielt der türkische Botschafter in Frankreich seine Pässe zugestellt. London, 2. Nov. (3B. B. Nichtamtlich.) Der türkische Botschafter hat Sir Edward Erey einen Abschiedsbesuch gemacht. Er reist morgen ab. WTB. K o n st a n t i n o p e l, 2. Nov. Die serbische Gesandtschaft hat das serbische Wappen von dem Ein stiller Mensch Roman von Paul B l i h. Nachdruck verboten. rrnv auch der Vo'er schwica. Auch er blickte nn- derwandl zu seinem ältesten Sobn bin. Wie stol>. wie würdevoll er da stand. Nichr vm eines Haares Breite vergab er sich etwas. Nnhig, wie aus Erz gegossen, so stand er da. Ein Mann der barten Arbeit ein echter, kerniger Bauer. — Nein, wabrhastig der konnte in diesem Fall gar nicht anders handeln! Das begrifs er nun klar und deutlich. Und wie er das alles letzt so überdachte, so konnte er dem Jungen deshalb nicht mal böse werden, nein, wirklich, er brachte es nicht fertig. Endlich fragte er: „Nun und was aekchah Weiler?" „Ich empfahl ibm. sich Dir rückhaltlos zu erklären." Der Vater nickte sorgenvoll. Aber Tante wimmerte: „O Kalt, der arme Junge, er hat sich gewiß etwas angetan!" Bruno batte ein berbes Wort bereit, aber er sprach es nicht ans. Smmm stand er da und hielt den wütenden Blick der Tante aus. Dann erhob sich der alte Herr. Mit kurzem Gruß trennte man sich. Und nun zurück. Es war inzwischen dunkel und kühl geworden, so daß der Kutscher das Verdeck des Wagens schloß. Tantchen saß und weinte still in ihr Tuch. Auch der Bruder schwieg.--Plötzlich, als er über alles Gehörte jetzt nachdachte, kam es wie eine wilde Wut über ihn und er sagte: „Nie hätte ich ihm das zugetraut, dem Jungen! Für so leichtsinnig hätte ich ihn doch nicht gehalten! Mich so z„ täuschen! Mit keinem Wort hat er's auch nur angedeutct, als er vormittags bei mir im Zimmer war. Mich so zu hintergehen! Das verzeihe ich ibm nie!" „Aber, mein Gott, er hat Dich eben schonen wollen, weil Du krank warst!" „Unsinn! In solchen Sachen soll man nichts vertuschen. Tu sichst ja, wohin es nun führt. So ein dummer Junge!" Verbittert schwieg er. Und Tantchen schluchzte weiter: „Wenn ich nur fehl wüßte, wo er ist." _________ Eesandlschaftsgebäude entfernt. Der serbische Gesandte wird entweder heute abend oder morgen abreisen. m Japan gegen die Türkei. Anssehen erregt in Konstantinopel, wie der „Az Eft" meldet, eine Note, die nach Mitteilung des Vizepräsidenten des türkischen Senats von Japan der Hohen Pforte zugestellt worden ist. Japan hat am Goldenen Horn keine eigene Vertretung, und so erschien denn ein Sondergesandter aus Rußland und überreichte, begleitet von dem englischen Botschafter, die japanische Note. Darin wird betont, dast Japan als asiatische Macht die Türkei davor warne, weiter auf der schiefen Ebene zu bleiben, da sonst Japan genötigt wäre, sich e i n z ü m i s ch e n. Nach Meinung vieler trage sich Japan mit dem Plane, M e s o p o t a m i e n zu besetzen. Jedoch verlautet hierüber in der Note nichts. Dreibundfreundlichc Stimmung. Sofia. Die Eröffnung des Krieges durch die Türkei hat in B n l g a r i e n allgemein Gefühle der Erleichterung und der Zufriedenheit darüber ausgelöst, dast mönmehr die endgültige Lösung der mazedonischen Frage näher gerückt sei. Ueber die weitere Entwickelung macht man sich hier noch keine bestimmten Vorstellungen. Bulgariens Rolle hängt nach der Ansicht der meisten Politiker von der Entschliestung Rumäniens wb. In Rumänien wird nichts gegen Oesterreich unternommen. Berlin, 2. Nov. Der Wiener Korrespondent der „Vossischen Zeitung" meldet, ihm werde an gnechischer,, gut unterrichteter Stelle versichert, dast die Friedensbe strebungen in Griechenland sehr wirken; nur für den Fall, dast Bulgarien Griechenland angreife, würde Griechenland seine Neutralität aufgeben. » WTB. Jaffa, 2, Nov. Im ganzen Lande fanden sudelnde Kundgebungen für die Tückei und die Verbündeten statt. Vom Seekrieg. WTB. London, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird Unter dem 31. Oktober gemeldet: Ein deutsches Unterseeboot brachte heute im englischen Kanal den allen englischen Kreuzer „H e r m e s", der von Dünkirchen zurückkam, durch einen Torpedoschuß _ jum Sinken. Beinahe alle Offiziere und Mannschaften wurden gerettet. London. Hier lief Samstag srüh die Meldung ein von einer neuen Seeschlacht zwischen der Schwarzen Meer-Flotte und den türkischen Kriegsschiffen vor Odessa. Das Ergebnis ist noch unbekannt. WTB. Konstantinopel, 2. Nov. Eine e n g- l i s ch - fr an z ö s i s ch> e Flotte ist gestern vormittag im Golf von Jschesme in Kleinasien eingelaufen, wo sie das kleine türkische Kanonenboot „Burak Reih" utib den Dampfer „Kinali Aga" angreisen wollte. Der Kommandant des „Burak Reih" versenkte, um ihn nicht vom Feinde vernichten zu lassen, den Dampfer „Kinali Aga" und s p r e n g l e das kleine Kanonenboot in die Luft, WTB. Tokio, 31. Okt, (Nichtamilich.) Amtlich wird bekannt gegeben, dah der allgemeine Angriff auf Tsingtau von der Land- und Seeseite heute vormittag begonnen hat. Wütend annvoriete er: „Das ist doch ganz klar. In Berlin ist er, um Geld aufzutreiben! Anstatt mir offen alles zu bekennen, läuft er nun von einem Freund zum andern, um die Summe zusammen zu bringen. Um ein Loch zuzustopfen, reißt er nun ein neues auf. So ein« kapitale Dummheit! Als ob's dadurch bester würdeft — Immer ärgerlicher wurde er. Und da die Schwefle: nichts zu erwidern wagte, sondern immer still in stck hinein weinte, geriet er erst recht in Empörung, die stck schließlich Luft machen mußte. Erregt fuhr er fort: „Dt siehst Du nun. wie recht ich hatte, als ich von verkehr ter Erziehung sprach. Nun stehst Du die Früchte dm von. Streng hätten wir ihn halten sollen. Ihn von frühester Jugend auf zur Sparsamkeit erziehen sollen, damit er weiß, wie schwer es ist, sich ebrlicv sein Geld zu verdienen. Ja. ja, daran ist nicht zu rükicln: uns trifft der Vorwurs. und am meisten trifft er Dich." Die Schwester konnte auch jetzt nichts nwidern. Immer weinte sie still in sich hinein. Gewiß, auch st« fühlte diesen Vorwurf aus sich lasten. Und dennoch konnte sie sich nicht schuldig bekennen. Sie hatte nur getan, was ihr Herz und Gefühl befohlen hatten. Rur aus Liebe, ans re'ner hinacbender Liebe batte sie stets nur gehandelt, nur um das Beste um das Wohl des Zungen war sie bedacht gewesen. Nein, sie fühlte sich frei von Schuld. Es war, als erriet der Bruder ihre Gedanken, denn er sagte nun: „Das Schlimmste ist eben, daß man oft Schwache für Liebe und Güte hält, denn gerade die Schwäche ist es, die alles Unbeil anrichtel: zur Er- Ziehung gehört eine starke Hand! Wollte Gott, meine zweite Frau wäre am Leben geblieben, oder ich wäre gerade in jener Zeit nicht so übermäßig vom Geschäft in Anspruch genommen gewesen, dann wäre alles nicht so schlimm geworden." Jetzt konnte das Tantchen aber doch nicht länger schweigen. Bikicrt antwo >c»e sie: „Natürlich, schieb nur wieder alle Schuld auf mich, das ist Dir ja am bequemsten. Du selber natürlich brauchst Dir ja auch nicht den geringsten Vorwurs zu n,neben. Daran bin ich schon zur Genüae aewöhnt. Aber eins muß ich Dir denn doch sagen: Denk nur mal darüber nach, ob dem Jungen dieser Lclckitünn nickii im Blute tieei, ob er ibn WTB. London, 2. Nov. Amtlich wird be - kantü gegeben, daß! sich ein indisches Truppenkonnn- gent mit den englischen und japanischen Streitkräften vor Tsingtau vereinigt hat. Postverkehr mit den deutsche« Kriegsgefangenen im Anstande. I. Zugelassen sind: 1. Offene Briefsendungen ohne Nachnahme, und zwar offene gewöhnliche Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere; 2. Briefe und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme ; 3. Postpakete bis 5 Kg. ohne Nachnahme (nach Frankreich Wertangabe nicht zulässig): 4. Postanweisungen (nur nach Großbritannien und Frankreich). II. Die Sendungen sind gebührenftei. Sie müssen mit dem Bermeck „Kriegsgefangenensendung" versehen sein. III. Adresse: Möglichst genau!: Vor- und Zuname, Dienstgrad des Gefangenen, Unterbringungslager, Lazarett usw., Bestimmungsort. Es empfiehlt sich, Postsendungen erst dann an Kriegsgefangene abzufenden, wenn sie ihre Adresse mftgeteilt haben. Auf jeder Sendung muh der Absender angegeben sein. I V. Wenn die Adresse eines Kriegsgefangenen anderweit nicht zu ermitteln ist, kann die Mitwirkung einer der nachbezeichneten Auskunftsstellen in Anspruch genommen werden: 1. Zentral-Nachwcise-Bureau des Kriegsminifte- riums: Berlin N. W. 7, DorotheeNftraße 48. 2. Agence de renseignements pour prisonniers de guerre: Genf, rue de l’Athenee 3. 3. La croix rouge francjaise Commission des prisonniers de guerre: Bordeaux. 56 Quai des Chartrons. (Auskunft über Kriegsgefangene in Frankreich.) 4. The Prisoners’ of War Information Bureau: London, 49 Wellington Street, Strand. (Auskunft über Kriegsgefangene in Großbritannien.) 5. Das Dänische Rote Kreuz in Kopenhagen. (Auskunft über Kriegsgefangene in Rußland.) 6 Kommander Prisoners' o( war: Gibraltar. * (Auskunft über Kriegsgefangene in Gibraltar.) Sendungen an diese AuSkunstsstellcn müssen offen sein und, wenn sie portofrei befördert weiden sollen, den Vermerk: „Kriegsgefangenensendung" tragen. Besondere Bestimmungen: a) Für Pakete gelten die im Paketposttarif süi das Ausland eutyaltenen VersendnNgsvorfchristen in ihrem vollen Umfange (Auslands-Paketkarte, Zoll-Inhaltserklärungen usw.). b) Für Postanweisungen ist das für denAuSlauds- rerkehr bestimmte Formular zu verwenden. Auf der Borderseiie müssen sitz folgende Adreffe tragen: 1. Für Frankreich: Oberpostkontrolle Bern (Schwelz). 2. Für Großbritannien: Königlich Niederländisches Postamt s'E raven- h a g e. map von Dir geervr ynr- ^?ch besinne mich noch sehr genau daraus, wie oft der selige Pater ans Deine Großmannssucht und aus Deinen Leichtsinn gescholten bat. als Du damals Mitte der Zwanziger warst. Das. bitte, zieh auch mal in Betracht, bevor Du alle Schuld an dem Unheil allein der verkehrten Erziehuna znschiebst." Kampfbereit entgegnete er sofort: „Gewiß. ich spreche mich auch durchaus nicht ganz ftei von Schuld. Und ich bestreite noch weniger. daß ich in jungen Jahren einen starken Hang zum Leichtsinn hatte. Keinen Augenblick lengn- ich das. Aber ich habe mich zur rechten Zeit znrückgesnndcn aus dem Wea. der znm gercael- ten bürgerlichen Leben führt. Ich habe die Kraft besoffen, zur .echten Zeit Schluß zu machen mit den Lot- tereicn. Und übrigens derartig dumme, hirnverbrannte Chosen habe ich Venn doch niemals gemacht, das Zeugnis dars iw mir getrost ausstcllen." Schluchzend erinnerte sie ibn daran, daß der arme Junge am Leben der Kleinstadt verkümmere. Doch auch daran! tat er sogleich Bescheid: „Das ist nun der bare Unsinn, mein liebes Kind Wenn dos jemand am eigenen Leibe erfahren bat. dann bin ich es. Jawobl. so ist cs. — Glaub' mir nur, als ich damals hier bleiben mutzte, da bat sich in mir auch alles oagegcn gesiränbl, denn auch mich zoa es hinaus in die Welt mit ihren viele» Freuden nnd Genüffcn, anch ich habe Wochen-, ach, monatelang mil aller Gewalt und Zähigkeit der Jugend dagegen angekämvft. bis ich dann eines Tages vernünstig wurde und einschen lernte, daß cs hier zu Haiise doch besser war, daß cs hier einen Schatz zu hüten nnd zi, wahren ga!>, ja, daß es sogar meine heilige Pflicht war das Erbe der Väter hoch zu halten, zu schiitzcn und zn inehren! Sichst Du, sn ist es damals gewesen. Das Mittel, das mich vor der Eintönigkeit nnd Langeweile des Kleinstadtlcbens bewahrt hat, das war die Arbeit, das war die Erfüllung niciner Pflicht, das Vermächtnis der Vorigbren in Ehren zu halten. Zur unsere Firma, für die Ebie und Güte unseres Hauses habe ich gearbeitet nnd damals meine tollen Jngendplänc wpserl. Siehst D». so war es, und nicht anders " Fortsetzung solgL Die Adresse des Empfängers der Geldsendung ist aus der Rückseite des Postanweisungsabschnittes genau anzugeben. An der Stelle des Formulars, die sonst für die Freimarken zu' dienen hat, ist die Bemeifmlg: „Kriegsgefangenensendung; Tarfrei" anzubringen. Die Postanweisungen nach Frankreich sind in der Franken - Währung, diejenigen nach Großbritannien in der holländischen Euldenwährung auszustellen. In der Schweiz wird bei der Umschreibung der Postanweisungen nach Frankreich das Verhältnis von 102:100 Franken zw grunde gelegt. 3. Briefe mit Wertangabe dürfen außer schriftlichen Mitteilungen nur Wertpapiere enthalten. _ Xus Stadt und Land. * Der Grohherzog hat die Tapferkeitsme - daille den Wachtmeistern Eichenauer und ft o I b im Erotzh. Gendarmeriekorps, kommandiert zur Feld - gendarmerie des mobilen Generalkommandos 18. Armeekorps verliehen. Beide haben vor einiger Zeit vom ftaiser das Eiserne ftreuz 2. Klasse erhalten. n Gießen. Das oberhessische Museum am Brandplatz ist neuerdirrgs um eine sehr interessante Sammlung moderner Keramik bereichert worden, die nebst dem Ausstellungsschrank vom Fürsten Wilhelm zu Dsenburg-Büdingen geschenkt wurde. n Gießen. Zur Anlage eines akademisch. Turn--, Sport- und Spielplatzes hat die Stadt der Universität zu einem billigen Preise 35 000 Quadratmeter Gelände überlassen. Der Universität sind von einem Gönner für den Erwerb und die Herstellung des Platzes 50 000 Mk. geschenkt worden. Der Plan zur Gründung einer ftriegs-ftreditkasse E. m. b. H. ist gescheitert. Für Elsaß-Lothringen willigten die Stadtverordneten 1500 Mark. be- • Versorgung der H e s s i s ch e n S t ä d te mit Kartoffeln.« Um die Befürchtungen der Städte, für kommenden Winter ihre Bevölkerung nicht mit genügenden Mengen von ftanoffeln versehen zu können, zu zerstreuen, ersuchen wir die hessischen Landwirte, keine ftartofseln nach den benachbarten Staaten abzutzeben, sondern sie in den hessischen Städten zum Verkauf zu bringen. Die städtische Bevölkerung aber wird gebeten, nicht zu sehr auf sofortige Lieferung zu drängen, da die Landwirte z. Zt. mit der Feldbestellung noch stark in Anspruch genommen sind. Landwirtschaftskammcr für daö Grotzh. Hessen. Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen. Billige,gute Nahrungsmittel werden in jeder Familie gebraucht. Dazu gehören: Ootkor-Puddings aus Dr. Oetker s Puddingpulvern .... zu l0 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) Rote Grütze aus Dr. Oetker s riete Grützepulver......zu 10 Pfg. 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