Vervgrpnlr 25 pfg. monatlich < pierrelMrttch »v Pfg., ^oraulzahlbar, frei in» Hau». Abgehslt t» m»i«rr -Spedition oder tn den Zwetg- «Sgabestelle» «raeI,N>k«ch SO Psg. - Erscheint Mittwoch- und M»«-tagd. — Rrdaltiou: Selter«. wW 83. — gür Lufbewohrunft oder Rücksendung m ich t verlnngter Dlmu»skripte wird nicht garantiert. EkpedtNo»» StUerrweg 85 Knzeigenpreir 15 pfg. dir 44 nun breite Pesitzeile sür Auswärts SV Psg. Die 90 wm breite Reklame» Zeile SV Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze „' berechnet- Rabatt kommt bei Neberschreiiung des Zahlung«- < t > ziele« (80 Tages, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei ^ > , Kontur« in Wegfall- Playvorschriften ohneBerbindlichkeit. - > vertag der „O4«G»«rr Zeitung" 8. «. b. H. Druck der Giegener Verlagsdruckerci, Albin Klein. , Nr. 87. Samstag, den 31. Oktober 1914. 26. Jahrg. Gute Nachrichteu für Deutschland aus allen Himmelsgegenden. Krieg Mischen Türkei und Kurland. Kuren-Aufstand in Südafrika. Die Deutschen rücken nach Calais zu weiter vor. Amtliche Tagesberichte. WTB. Großes Hauptquartier, 28. Okt., vormittags. (Amtlich, Mitteilung der Obersten Heeresleitung.) Die, Kämpfe bei N i e u p o r t - D i r m U - i d e rr daulern rw«ch an. Die Belgier erhielt dort Verstärkungen. Unsere Angriffe wurden fortgesetzt. 16 englische Kriegsschiffe beteiligten sich an dem Kampfe gegen unseren rechten Flügel; ihr Feuer war erfolglos. Bei Ppres ist die Lage am 27. Oktober unverändert geblieben. Westlich Lille wurden unsere Angriffe mit E r - folg fortgesetzt. Im Argonnenwalde sind wieder einige Schützengräben genommen worden, deren Besatzuügen zu Gefangenen gemacht wurden. Auf der Westsyont hat sich weiter nichts Wesentliches ereignet. In Polen mutzten die deutsch - österreichischen Truppen vor, neuen russischen Kräften, die von Iwan - gorod-Warschau und Nowogeorgijewsk vorgehen, aus- weichen, nachdem sie bis dahin in mehrtägigen Kämpfen alle russischen Angriffe erfolgreich abgewiesen hatten. Die Russen folgten zunächst nicht. Die Loslösung vom Feinde geschah ohne Schwierigkeit. Unsere Truppen werden sich, der Lage entsprechend, neu gruppieren. Aus dem nordöstlichen Kriegsschauplätze sind keine wesentlichen Aenderungen. Tic Bayern dc» Engländern gegenüber. München, 28. Okt. Der Kronprinz R u p p - recht von Bayern hat folgenden prächtigen Armeebefehl erlassen: Soldaten der 6. Armee, wir haben nun das Glück, auch die Engländer vor unserer Frorck zu haben, die Truppen jenes Volk-es, dessen Neid seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen und ungeheuren Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen diesen Feind igeht, übt Vergeltung widey die feindliche Hinterlist für so viel schwere Opfer! Zeigt ihnen, dah die Deutschen nicht so leicht aus der Wellgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche Hiebe von ganz besonderer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederherstellung des Friedens am meisten im Wege steht. Draus!" I» WTB. Großes Hauptquartier, 29. Okt., vorm. Unser Angriff südlich N i e u p o r t gewinnt langsam Boden. Bei dpres steht der Kamps unverändert. Westlich Lille machen unsere Truppen gute Fort - schritte. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden genommen, 16 englische Offiziere und über 300 Mann zu Gefangenen gemacht und vier Geschütze erobert. Englische Und sranzöstsche Gegenstöße wurden überall abgewiesen. Eine vor der K a t h e d r a l e v o n Reims auf- gefahrenc französische Batterie mit Artilleriebeobachter auf dem Turm der Kathedrale mutzte unter Feuer ge- nmnmen werden. Im Argonner Walde wurden die Feinde aus mehreren Schützengräben geworfen und einige Maschinengewehre erbeutet. Südöstlich Verdun wurde ein heftiger französischer Angriff zurückgeschlagen. Im Gegenangriff stietzcn unsere Truppen bis in die seindliche Hauptstellung durch, die sie in Besitz nahmen. Die Franzosen erlitten starke Verluste. Auch östlich der Mosel wurden alle Unter - nehmungen des Feindes, die an sich ziemlich bedeutungslos waren, zurückgewiesen. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze befinden sich unsere Truppen in fortschreitendem Angriff. Während der letzten drei Wochen wurden hier 13 500 Russen zu Gefangenen gemacht, 30 Geschütze und 39 Maschinengewehre erbeutet. Auf dem s ü d ö st l i ch e n Kriegsschauplatz haben sich die Verhältnisse seit gestern nicht geändert. * * * WTB. Wien, 28. Okt., mittags. Amtlich wird verlaUtbart: In Galizien ereignete sich auch gestern nichts wesentliches. An manchen Teilen der Front haben sich beide Gegner eingegraben. Unsere schweren Geschütze vernichteten mehrere feindliche Batterien Und Stützpunkte. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von Hoeser, Generalmajor. lieber die Kriegslage in Polen berichtet der österreichisch-ungarische Generalstab gleichlautend mit der deutschen obersten Heeresleitung. WTB. Wien, 28. Okt. Amtlich wird verlautbart: Am 27. d. Mts. haben wir in Serbien erneute Erfolge errungen. Der Ort Ravnje und die stark besssffgte feindliche Stellung an der Dammstraße nördlich Ernabara in der Maera wurde nach tapferer feindlicher Gegenwehr von unseren Truppen erobert. Hierbei wurden 4 Geschütze und acht Maschinengewehre erobert, 5 Offiziere und 500 Mann gefangen genommen und viel Kriegsmaterial erbeutet. Potiorek, Feldzeuymeister. WTB. Wien, 29. Okt., mittags. Amtlich wird verlautbart: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatzesanden gestern keine größeren Kämpfe statt. In den letzten Tagen wurden Versuche der Russen, gegen den Raum von Turka vorzudringen, erfolgreich abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H ö fe r, Generalmajor. Vom Krieg im Westen» B e l g i s ch - L i m b u r g, 28. Okt. Das Genfer „Journal" meldet, datz die Deutschen an der äußersten belgischen Küste, einige Kilometer von Kadsoni entsernt, schwere Batterien aufstellten. Von dort beherrschten sie den Eingang der Schelde und alle Durchfahrten der Nordsee zwischen den Sandbänken und der Küste. Die englischen Schiffe waren daher gezwungen, die hohe See zu passieren. Zeppelin über Paris. Stockholm, 29. Okt. Die ZeituUg „Astonbla- det" berichtet aus Paris: Am Mittwoch erschien über Paris ein Zeppelin. Es wurden 6 Bomben abgeworfen, von denen drei größeren Schaden an- richteten. Acht Personen wurden getötet und eine beträchtliche Anzahl würde verletzt. Französische Flieger versuchten, das Luftschiff anzugreisen. Es entkam jedoch in den Wolken. Um Bclfort. Ein Mitarbeiter des inDelsberg im bernischen Jura erscheinenden „Democrate" hat in Begleitung eines französischen Offiziers eine Tour durch das Festungsgebiet von Belfort gemacht. Er gibt von dem, was er gesehen hat, seinem Blatte folgende Schilderung, die wir wiedergeben, ohne ihr in allen Teilen beizupflichten. Die Einnahme von Lüttich und Namur haben die granziofe Wirkung der deutschen Belagerungsgeschütze vor Augen geführt und die Einnahme von Antwerpen hat es wiederum bestätigt. Aber diese Festungen haben sich lediglich auf die Devensive beschränkt Und gegen die 28 und 42 Zentimeter-Mörser konnten sie nicht aus- kommen. In Belfort wird man sich nicht darauf beschränken, von den verschiedenen Forts aus den Angriff zu beaMworten, sondern man wird sich aus eine schon seit geraumer Zeit verbreitete energische aktive Desensive verlegen. Belfort ist nicht nur allein stark durch 'die Forts, die es rings umgeben, sondern gegenwärtig auch ganz besonders durch die großartigen VerteidiguUgs - werke, die im ganzen Gouvernement angelegt worden sind, uUd durch die starke Armee, die die Festung birgt. Die Organisation der Verteidigung wurde bereits im August in die Hand genommen uUd man arbeitet auch daran noch weiter. Daß die Geschütze allerschwersten Kalibers, über welche die Franzosen versügen, in den Forts aufgestellt sind, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Was an Feldbefestigungen angelegt wurde, ist unglaublich. Alle Ortschaften, die im Festungsrayon liegen, sind zu kleineren Festungen ausgebaut worden. Tiefe Gräben durchziehen das Land, zahlreiche unterirdische Bauten an versteckten Lagen sind züm Schutze der Kämpfer erstellt worden. Verschanzuugen aller Art, dichte künstliche Häge ziehen sich hin und auf weite Strecken sind gespitzte Pflöcke in den Boden geschlagen und miteinander durch dichten Stacheldraht verbunden worden, das selbst nach einer längeren Beschießung noch dicht genug sein wird, um nicht passiert werden zu können. Gegen Osten hin sind die Arbeiten ins unermeß- liche gegangen. Das von vielen kleinen Sümpfen übersäte Terrain, das eine Entwickelung der Truppen sowieso nicht zulätzt, ist mit frisch angelegten Kanälen durchzogen worden, die es ermöglichen, das ebene Land sofort UMer Wasser zu setzen. Die breiten Styahen, die das Land durchziehen, können durch plötzliche Sprengungen an mehreren Stellen unpassierbar gemacht werden. Aber damit nicht genug, an zahlreichen Osten liegen gut versteckt ganze Batterien schwerer Geschütze, die auf weite Strecken hin aus unsichtbarem Oste das Land bestreichen können. Alle diese improvisierten Bauten uUd Arbeiten sind viel bedeutender als man nur annehmen kann. Wie wirksam solche Feldbefestigungen sein können, hat man bei Nancy gesehen Und die Befestigungen um Belfost sind noch viel stärker angelegt. Feldbefestig - ringen sind aber nicht nur Seiten und alle im Rayvn liegenden Dörfer sind angefüllt mit Soldaten. Um eine Belagerung zu versuchen, müßte eine gute Armee von etwa 300 000 Mann vorhanden sein. Ganz besonders stark befestigt utrd mit großen Truppenmassen belegt ist die ganze Gegend von Dammerkirch bis Pfetterhaufen. Auf die Belagerung dieses grandiosen Festungswerkes darf man gespannt sein. Vom Kr^efl im Osten. Die österreichisch-ungarische Regierung beschloß die Ausdehnung der gemeinsamen Landesverwaltung auf die in Besitz genommenen russischen Gebietsteile. Bulgarien auf der Wacht. WTB. London, 29. Okt. Nach Blättermcldun- gen haben die Bulgaren auf ein r U s s i s ch e s Kanonenboot geschossen, das der serbischen Armee aus der Donau Vorräte zusühren wollte. * * * Türkische übwehr gegen Rutzlanb. WTB. Konstantinopel, 30. Okt. Gestern am späten'Nachmittag trat aus der Pforte unter dem Vorsitz des Großwcsirs ein außercrdcntlicherMi- n i st e r r a t zusammen. Aus der tückischen Botschaft in Berlin wird dem Berliner „Achtuhr-Abendblatt" mitgcteilt: „Heute ist hier eine offizielle Bestätigung der türkischen Aktion im Schwarzen Meere eingetrofien. Das betreffende Telegramm lautet folgendermaßen: „Russische Schiffe versuchten die Ausfahrt der türkischen Flotte aus dem Bospurus in das Schwarze Meer zu verhindern. Die türkischen Schiffe eröffneten das Feuer und vernichteten ein russisch es Torpedoboot und ein Kanonenboot. Hierbei wurden 80 Gefangene gemacht." Eine offizielle Kriegserklärung ist nicht erfolgt, doch kommt diese Mtion der Eröffnung der Feindseligkeiten gleich.' .WTB. Petersburg, 29. Okt. Die Petersburger Telegraphenagenhur meloet: Zwisä en 914 und 10 14 Uhr vormittags beschoß ein türkischer KreUzer mit drei Schornsteinen den Br nhof und 'ie Stadt T h e o d o s i a. Er beschädigte die Kathedrale, die griechische Kirche, die Speicher am Hasen und die Mole. Ein Soldat wurde verwundet. Die Filiale der russischen Bank für auswärtigen Handel geriet in Brand. Um 10^ Uhr dampfte der Kreuzer nach Südwestcn ab. In N o w o r o s s i j s f kam der türkische Kreuzer „H a m i ö i e“ an und forderte die Stadt auf, sich zu ergeben und das Staatseigentum auszuliefern, indem er im Falle einer Ablehnung die Bombakoicrung an- droyle. Der, türkische Konsul und die türkrschen Beamten wurden verhaftet. Der Kreuzer cntsern'.e sich. Ueber den Kriegsausbruch zwischen Rußland und der Türkei schreibt der „Berliner Lolalanzeigcr" u. a. : .Rach der russischen Auffassung soll es also türkischen Kriegsschiffen verboten sein, ihre eigenen Teriiorialge = ' Wässer zu verlassen, und zwar noch zu einer Zeit, wo die Türkei mit allen Mächten inr Frieden lebte. Darin liegt natürlich eine Herausforderung der Türkei so grober Art, daß man sich nicht wundern kann, wenn man in KonsI.antinopei dagegen energischen Wioerstand zu leisten beschlossen hat. Der Friedensbruch liegt durchaus auf Seiten Rußlands. * * * Frankreich verlangt Antwort. Gens, 30. Okt. (Ctr. Bln.) Begleitet von den Ministern Ribot und Millerand, in Paris «ingetroffcn, erfuhr P o i n c a r e e von dem Bombardement von Theodosia und von der Entschlossenheit der Pforte, die Aufforderung zur Oeffnung der Dardanellen kategorisch zurückzulweiscn. Rach telephonischer Verständigung mit Bordcaur wurden die den Umständen entsprechenden diplomatischen und militärischen Maßnahmen getroffen, die darauf abzielen, Rumänien, Griechenland und Bulgarien zu Erklärungen für oder, wider die Pforte zu nötigen. (L.-A.) Borrr Seetrr g. ,,(5mdcn"- Arbeit. I russischer Kreuzer »»d I franzöiisches Torpedoboot zum Zinken gebracht. WTB. Eine verspätet in Berlin eingeiroffenc amtliche Meldung der Petersburger Te'egraphen-Agentur aus Tokio bestätigt, daß außer dem russischen Kreuzer „Schemtschug" nach ein französischer Torpedo - j ä g e r auf de» Rede von Penang durch Torpedoschüsse des deutschen Kreuzers „Emden" zum Sinken gebracht worden find. Kopenhagen. Der Russische Gencralslab gibt am 30. Oktober folgende Meldung bekannt: Am 28. Oktober, 5 Uhr früh, näherte sich im Hafen von Pulo>-Pinang die „Emde n", die durch Aufstellung eines vierten salschcn Schornsteins unkenntlich gemacht war, dem russischen Kreuzer „Schemtschug", der, die „Emden" für ein Kriegsschiff der Verbündeten hielt. Die „Emden" fuhr mit voller Krasl gegen den „Schemt- schutz". Sie eröffnete das Feuer und schoß einen Torpedo ab, der am B ü g des russischen Kreuzers e i - plädierte. Die „Schemtschug" erwiderte das Feuer. Die „Emden" schoß einen neuen Torpedo ab, der die „Schemtschug" zum Sinken brachte. 85 Mann der Besatzung ertranken, 250 Mann, darunter 112 Verwundete, wurden gerettet. Vor Kiantschau. WTB. Paris, 29. Okt. Die Agence Havas ürel- dct aus Tokio: Der geschützte Kreuzer „Tschitoje" hat am 18. und 19. Oktober die Angriffe zweier deutscher Fahrzeuge abgeschlagen und sie in die Bucht von Kiautschau zurückgctrieben. Das Wetter verhindert einen sofortigen Angriff auf Tsingtau. Die fortdauernde Beschießung von der Land- und Seeseite verursacht in der Festung große Verlrifte. Mehrere Minen, die sich von ihren Verankerungen losgelöst haben, gefährden die Schiffahrt im Großen Ozean. Suren-Aufstand in Südafrika. A m st e r d a m, 28. Okt. Die Lage in Süd- Afrika scheint sich nach hier eingetroffencn Telegrammen aus Transvaal für die Engländer recht schwierig zu gestalten, so daß sie sich genötigt sehen, trotz aller gegenteiligen Versicherungen, zu Gewaltmaßnahmcn gegen die unzufriedenen Elemente ihre Zu,lucht zu nehmen. Die Regierung der südafrikanischen Union erklärt, sie habe gehofft, die widersetzlichen Elemente auf gütlichem Wege zur Unterwerfung zu bringen. Jetzt sieht sie sich aber genötigt, dekanntzugeben, die Regierung habe in Erfahrung gebracht, daß bewaffnete Bürger im Norden des Oranjesreistaates von Christian D e w e l unter die Waffen gerufen worden sind und daß bewaffnete aufständische Banden unter Beyers in Westtransvaal stcuen. Außerdem sei die Stadl H e i l b r o n n besetzt und ein Regierungsbeamieh gefangen genommen worden, in B i tz> haben Aufständische einen Zug angehalten, bewaffnete Bürger sind von Landwehr entwaffnet worden. Alle diese Umstände haben die Regierung gezwungen, mit starker Hand einzugrcisen. land auf mindestens 7 Millionen Mann zu schätzen. Für Oesterreich-Ungarn wiyd die Ziffer der noch nicht cingezogeiren Laudsturmpslichtigen auf 5 Millionen geschätzt. Für beide Länder zusammen ergibt sich also die Zahl 12 Millionen Mann ausbildungsfähiger Soldaten. Zieht man hiervon einen Teil der Ziffer der noch nicht eingestellten „Freiwilligen", die zum Landsturm ge- hören, mit etwa 2 Millionen Mann für Deutschland u. Oesterreich zusammen ab, so ergibt sich noch eine weitere Truppenrescrve für Deutschland ulrd Oesterreich-Ungarn von 10 Millionen Mann, d. h. es stehen lon der dienstfähigen männlichen Bevölkerung im Alter von 20 bis 45 Jahren einschließlich der Kriegssreiwilli- gen noch 14 l 4 Millionen Mann in Deutschland und Oe- st.err,eich-Ungarn nicht unter den Waffen. Diese Zahl erhöht sich endlich noch weiter um schätzimgsweise 3.75 Millionen Mann, falls die Höchstaltersgrenze von 45 und 50 Jagre hinauf- und die Mindestaltersgcenze von 20 auf 16 herabgesetzt wird. Alles in allem ist mithin die Truppenreserve Deutschlands und Oesterreich-Ungarns an kriegsfähiger Mannschaften auf 18 Millionen zu schätzen. - Sur VehaMung der Deutschen durch die Engländer. In Nr. 268 A. des „Hamburg!! Fremdenblatt" lesen wir folgende Bekanntmachung. Die Frage der Behandlung der Deutschen in England ist in jüngster Zeii mehrfach Gegenstand von Erörterungen in der Presse gewesen. Von besonderen! Interesse waren dabei die veröffentlichten Mitteilungen eines kürzlich aus England zurückgekehnen Mannes, die sich auf das Gefangenenlager in N e w b u r y bezogen und feststellten, daß die Behandlung unserer dort untergebrachten Landsleute, nicht nur der kriegsgefangenen, sondern auch der übrigen Deutschen in England, geradezu menschenunwürdig sei. Infolgedessen ist ein berechtigter Sturm der Entrüstung in den breitesten Schichten der Bevölkerung darüber entstanden, daß die Behandlung der sich hier aufhaltenden Engländer im Vergleich zu unseren Landsleuten in England eine viel zu milde sei. Diese Tat - sache hat den zuständigen Behörden Veranlassung gegeben, dem amerikanischen Botschafter in London mitzuteilen, daß die hier, befindlichen englischen Männer vom 17. bis zum 55. L e - bensjahre gesangen gesetzt würden, wenn nicht bis zum 5. November eine amtliche Nachricht über die Freilassung der wehrfähigen Deutschen in England einginge. Der stellvcrtr. kommandierende General, von R o c h l, General der Kavallerie. WTB. Frankfurt a. M., 29. Oktbr. Die hiesige englische Kolonie richtete an Lord Roberts und an das Home-Office in London folgendes Telegramm: „Namens der zahlreichen in Frankfurt und Umgebung sich aufhaltenden britischen Untertanen, die sich ungehindert hier bewegen dürfen, erheben wir Einspruch gegen jede harte und unberechtigte Behandlung der Deutschen in England, die gegen alles Herkommen in unserem Lande verstoßen würde. WTB. Berlin, 29. Okt. Nach einem Telegramm, das das hiesige Eiporthaus Arnhold, Karberg & Co. von seinem Vertreter aus Hongkong heute erhielt, müssen unsere Landsleute innerhalb 8 Tagen die Insel verlassen. Von diesem Befehl der englischen Regierung werden etwa 400 Personen und zahlreiche Firmen betroffen. WTB. London, 29. Okt. Tie „Times" melden aus Toronto vom 26. Oktober: In Ottawa wurden alle Häuser verdächtiger Deutscher und Oeslerreichcr von der Polizei durchsucht. Die British Imperial Association in Toronto hat eine Resolution angenommen, wonach alle Deutschen und Oeslerreichcr, auch bereits naturalisierte, in Konzentrationslagern unter- gebrachl werden sollen. Allerlei ttriegsnachrichten. Mb. Köln, 29. Okt. Die „Köln. Volkszlg." meldet aus Brüssel: Im ehemaligen belgischen Kriegsministerium wurden Geheimakten gefunden, die weitere gemeinsame Pläne des Dreiverbandes und Belgiens gegen DeMschland, besonders betreffs gemeinsamer Spionage-Aktion gegen Deutschland enthalten. * D i e Truppenreservew Deultsch- lands und Oesterreich-Ungarns. Dem „B. Tageblatt" wird geschrieben: Da in Deutschland sowohl, wie in Oesterreich-Ungarn der ungediente Landsturm übcrliaupt noch nicht oder nur in ganz verschwindendem Maße zu den Waffen cingezogen ist, so ist, wenn auch in den Freiwilligen sich eine große Anzahl von Männern des ungedienten Landstunns befinden, nach zuverlässigen Schätzungen die Zahl der ungedienten Land- sturmmänner im Alter von 20 bis 45 Jahren in Deutsch- WTB. London, 30. Hkt. Prinz Ludwig von Battenberg ist von seinem Posten als cr.iicr Scelord zurückgetreten. Mit nächster Woche wird der e r ft e Schnellzug nach Belgien, vorläufig bis Brüssel, von Berlin aus eingerichtet. ✓ Albanien. Das gemeinsame Vorgehen Italiens und Griechenlands in Albanien bestätigt sich. Sämt - liche an den Londoner Konferenzen beteiligt gewesene europäische Mächte seien bis auf weiteres mtter den gegebenen Verhältnissen mit diesem griechisch-italienischen Vorgehen einverstanden. ilrieil von Sersjmo. WTB. S e r a j c w o, 28. Okt. Im Hochverratsprozeß wurde folgendes Urteil gefälU: Die Angeklagten Jlio, Veljko Cubrzlowic, Nedo Kerowic, Jowanowic und Milowio wurden zum T o die durch den Strang verurteilt, Mitar Kerowic zu lebenslänglichem schweren Kerker, P r i n c i p, Cabyinowic und Grabez zu zwanzig Jahre», Vaso Cubrilowic zu 16 Jahren, Popowio zn 13 Jahren, Kranjoevic und Gjukic zu 10 Jahren, Sljcpanowic zu 7 Jahren und Zagoyar und Perin zu 3 Jahren schweren Kerkers. Di« übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. (Ein Teil der, Verurteilten, namentlich der Mörder P r i n c i p, siebt in so jugendlichem Alter, daß die Todesstrafe nach dem Gesetz noch nicht gegen sie ausgesprochen werden konnte. Die Schrift!.) Stadt \\H Ca«d. * Am 2. November d. Js. gelangt ein neuer Fahrplan zur Einführung, auf Grund dessen die g r ö- ß e r c Anzahl der früher im Frieden gefahrenen Personen- und Schnellzüge wieder eingelegt wird. Der „Amtliche Taschenfabr.plan" wird Ende dieser Woche neu erscheinen und im Bucht aichcl, in der E r p c f i t i o n unserer Zeitung und an den Schaltern der Eisenbahn-Stationen zum Preise von 15 Psg. für das Stück zum Verkauf gelangen. Er umfaßt die Strecken des Direktionsbezirks Frankfurt (Main) einschließlich der Kleinbahnen, die Anfchlußstrecken bis Eöln, Cassel, Wllrzburg, Eberbach, Heidelberg, Mannheim, Worms, Münster a. St. und enthält die Frankfurt berührenden Fernverbindungen. * Die Kriegspo st karten des Raren Kreuzes mit Bild und Widmung des Kaisers werden in den nächsten Tagen bei der Reichspoft (mit Marke) und im Handel (ohne Marke) käuflich sein. Der ganze Reinertrag fließt dem Roten Kreuz für Kriegs - wohlfahrtszwecke zu, kommt also in erster Linie unscrn heldenmütigen Truppen zugute. Jeder Ankauf bedeutet eine Liebesgabe für sie. * Aus hessischen Orten erhielten das Eisern« Kreuz: Der Unteroffizier Jakob Oalcrwein aus Gimbs- heim; vom Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116: Feldwebel Julius Schmidt, Großh. Förster ans Ohmes und Gefreiter der Landwehr Otto Lmtfch, Kaufmann aus Alsfeld. * Die hessische Tapferkeitsmedaille erhielten: Sergeant Eckert und Kanonier Eiche- n a u e r, vom Leldart.-Regt. Nr. 81. n Gießen. Der 16jährige Schlofferlehrling Ernst H. und der 13jährige Sohn seines Meisters sind am 24. Oktober nach dem Kriegsschauplatz autzgcrückt. Die beiden Durchbrenner sind gut für die Reise ausgerüstet und mit schweren Rucksäcken abmarschikrt. — Der nächste Liebesgabentransport zu den 11 6ernsoll bereits am 3. November abgehen. o Friedberg. In der Lehrer,konserenz für den ireis Friedberg wurde festgestellt, daß aus dem Kreise '8 Lehrer unter, den Fahnen stehen. Von diesen sind >1 verwundet, zwei starben bereits den Heldentod. Literarisches. Nach dem Fall von Antwerpen «ringen unsere tapferen Truppen immer weiter vor, und mmit nun auch unsere Leser in der Lage sind, sie auf >ren sämtlichen Zügen zu begleiten, haben wir auf mserer Kriegskarte vom westlichen Kriegsschauplatz auch ine Sonderkarte von Antwerpen und weiterer Uiugeb- lng anoringen lassen, auf welcher sämtliche Befestigun- jen und auch die überschwemmten Gebiete deutlich sichtbar sind. Natürlich wird diese Karte auch Wert behal- en nach dem Fall von Antwerpen, da weitere Opera- ionen zu Wasser und zu Lande von diesen Punkten rusgehen werden. Eine weitere Verbesserung unserer chon so ausgezeichneten Kriegskarte ist die Hinzunahmc nner Sonderkarte von Paris und seinem Befestigungs- Zürtel, von dem hoffentlich unsere Leser recht -bald Geirauch machen können. Auch die östliche Karte ist nach allen Richtungen )i,i verbessert, insbesondere sind überall noch Ortsnamen nckoeiiioimnen, wo es vermutlich zu Entscheidungsküm- ifen kommen wird. Trotz aller dieser Verbesserungen bleibt der, sabel - ! hast billige Preis von 40 Pfg. für eine Karte cinschl. nderkarten fiir unser,e Leser besteben. Tie Karten sind in unserer Geschäftsstelle und bei den Zeitungsboteu erhältlich. Kriegs-Humor. Zu den sittlichen Kräften, die das deutsche Volk in dem großen Ringen um seine Weltstellung entfaltet, ■ zu jenen Kräften einer beispiellosen Tapferkeit und Opfer- ! Willigkeit, die ihin selbst in Feindesland Bewunderung erwerben, gehört auch der innere Mut, im Sturni der Ereignisse die feine Geistigkeit, den Scharfsinn und das ! köstliche Erbgut der Deutschen: den Humor, zu bewah- ! re». Er ist es, der unseren braven Kriegern über manche schwierige Situation hinweghilft, wenn sie im Schützengraben im dichtesten Kugelregen aushalten müssen, er ist es aber auch, der wesentlich dazu beiträgt, daß die Lügen und Schaudermärchen unserer Feinde zerschellen und zu nichts werden! Tenn mehr als die trockene ; Widerlegung und ernsthafte Berichtigung oft erreicht, ' zeigt die Satire, ein treffendes Scherzwort die ganze Heu- . cknlei, die sich in dem Vorgehen unserer Feinde offen - , bar:. Zu den wertvollsten Darbietungen werden auf die- | sein Gebiete jedenfalls neben der Schilderung per.sön - ! sicher Erlebnisse, wie sie in den Feldpostbriefen unserer, tapferen Soldaten aus dem Schlachtenlärm zu uns her-'! übcrllingcn, die wundervollen Bilder und Teitbeilrägen ; gehören, die bisher in den K r i e g s n u m m e r n der „Lustigen Blatte r" erschienen sind und weiterhin j erscheinen sollen. In den vor uns siegenden ersten 12 ! Kriegsnutnmern finden wir eine solche Fülle von köst- ! lichen Darbietungen auf diesem Gebiet, daß es Uns i schwer wird, Einzelnes besonqers lobend hervorzuhebcn. Bilder wie die „Krüppel-Entente" von Trier, „Der Geis! der deutschen Armee" von Heilemann gehören iederffalls ! zn den Besten, was auf dem Gebiete der Illustrations- j fünft in den letzten Jahren in Deutschland geschaffen i mit 6 Eßlöffel voll kalten Wassers glatt, gibt es vor- i sichtig in kochende Milch und läßt den Brei 5 Minuten ! unter öfterem Umrühren kochen. Stgdttheater Gehen. Direktion: Hermann St ein g o eit er. Sonntag, den 1. November, abends l l / 2 Uhr:' E r- j öffnungs-Vorstellung. Prolog von > Hermann Sieingoetter, gesprochen von M a r t a ! Schild. Lebendes Bild: Huldigung vor i Germania. Hierauf: W a l l c n st e i n s L a- j g e r, von Friedrich von Schiller,. Zum Schluß : j „D a s Eiserne K r e ü z", Lebensbild in einem j Aufzug von Ernst Wichert, in neuer Einrichtung von Richard Keßler. Dienstag, den 3. Nov., abds. 8 Uhr : ,M i n n a , von Barnhel m". Lustspiel in 5 Aufzügen von ! G. E. Lessing. Freitag, den 6. Nov., abends 8 Uhr: „Zwischen j den Schlachte n". Schauspiel in 1 Aufzug von ! Björnstjerne Björnson. Hieraus: „W a l l e n st e i ns Lager" von Friedrich v. Schiller. Sonntag, den 8. Nov., abends 1% Uhr:' „W i e die Alten junge n". Lustspiel in 4 Akten von Karl Niemann. Kirchliche Nachrichten. Evnnzrlische Grmrinde in Gietzrn. Sonntag, den 1. November, 21. nach Trinitatis. Reformationsfest. Kollekte für die Gustav-Adolf-Stistung. Gottesdienst. In der Stad^kirche. Vorm. 9 l / 2 Uhr: Pfarrer, D. Schlosser. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Matlhäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uyr: Pfarrer Schwabe. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Mackusgemeindc gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Psprrer jeder Gemeinde erbeten. Mittwoch, den 4. November, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer D. Schlosser. In der Iohanneskirch«. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. .11 Uhr: Kinderkirchc für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Io- hannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends V/ 2 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib- . lichen Jugend der Lnkasgemeinde im Lukassaal, sowie der männlichen Jugend der Johannesgemcinde im Iohannessaal. * Üatholische (fjimcittbc in Gießen. Samstag, den 31. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um'8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Gelegenheit polnisch zu beichten. Sonntag, .den 1. Novbr. 22. Sonntag nach Pfingsten. F e st Allerheiligen. Vorm. 6 y 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Ubr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe niit Predigt. Militärgottesdienst. Nachm. 4 Uhr: Jungsrauen-Kongregation. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Nachmittags 5 l / 2 Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen. Nachmittags 6 Uhr: Predigt und Andacht für die Abgestorbenen. Diaspora: In L a u b a ch um 10 Uhr. In- L i ch um 9% Uhr. Montag, den 2. November. Allerseelen. Vorm. 6'A Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 6]/ 2 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Seelenamt sür, alle Verstorbenen der Pfarrei. Nachm. 6'/ 2 Uhr: Rosenklanzandacht mit Segen. Dienstag und Freitag, abends um 6/ 2 Uhr, ist Kriegsbittandacht. Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse. Verantwortlich: Alb in Klein, Gießen. /m blS n für Suppen u Turiken. — Nie wieder das engl. Mondamin In Paketen zu 15. 30 und 60 Pfg. überall zu haben. 3 ) 7 (HUIf Bg BBgBBF kostet ein Probe-Abonnement auf die fr ra & C M %U 3p □ B ?? -4S gj 4 & B die mit den herrlichen Gedichten von Ztudols Presber und den oatnotischenBuntbildcrn von E. Heilemann» F. Iütlner, Walter Trier, W. A. 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Ausgabe As Lamlwlruchaftssclrale Ausgabe 6t AckerbanschDle Ausgabe Ci Landwlrtscliftttlfcbe Wtoterschnle Ausgabe 0: Landwlrtediamlche Fachschule Obie© Schalen de»wecken, •Inekflehtiy© allgemeine o. eine vortQgllcbe Fach»chalbudnng so TerschaffenXwUhrend der Inhalt der Ausgabe A den gesamten LehrcteR der L*ndj*irt*ch«flMcbal© vennitUlt und du durch das Stadium erworbene Rdtfekfiagnl» dieselben Berechtigungen gewährt wie die Vereetaang ono+i der \bersekaode höh. Lehranstalten, Tersihaften die Werke B und/C die tbWetlschen Kenntnisse, die an einer Ackerbanaohale btw. «Iber landwirtschaftlichen Winterscirale ge- lehrt werden. Aasgabe D/lst für eolcbe bestimmt, die nur die rein landwirtschaftlichen Fiofiei beziehen woll Fpühkenntnlsse aotaeli Aach durch den Stadüfm nachfolg. 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