tt vierreljShrrich 76 Pfz., oorauSzahlbar, frei ins Hau». «bgeholt t» msierer Expedition oder tn den Zweig- ^ miSgabestellen vtertrltShrltch 60 Pfg. — Erscheint VttttwochS und TanrStagS. — Redaktion: Selters- ® weg 83. — Mir vnfbewahrung oder Rücksendung nicht verlangtet Manuskripte wird nicht garantiert. I vertag der „vtechener Zeitung" G. m. b. H. ErpedUioa« relterrweg 8r die 44 nun breite Petttzeile sür Auswärts SO Psg. Die 90 ww breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahiungs» ' zieles (30 Lage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs tn Wegfall. Playvorschriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Kictzcncr Vrrlagödruckcrci, Nlbru Klein. Nr. 84. Donnerstag, üen 22 . Oktober 1914. Lelephon dir. 382. asweiy B o n ^ «jb r’ T i in 26 . Jahrg. Dom Weltkrieg. amtliche Tagesberichte. WTB. Großes H a up.t q u a r t i e r„ 19. Okt. IMfnHsversltche des Feindes in der Gegend wejtlich u. lordwestiich von Lille wurden von unseren Truppen inter starken Verlusten sür den Gegner a b g c w i e - e n. Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage inverändert. WTB. Großes Hauptquartier, 21. Okt., -orm. Am Pser-Kanal sichen unsere Truppen loch in heftigem Kampfe. Der Feind unterstützte seine Irtillerie vom Weer,e nordwestlich Nicuport aus. Ein nglksches Torpedoboot wurde dabei von unserer Irtillerie kampsun fähig gemacht. Die Kämpfe westlich von Lille dauern an. lnseye Truppen gingen auch hier zur Offensive über >nd warfen den Feind an mehreren Stellen zurück. Es vurdcn etwa 2000 Engländer zu Gesänge- > e n gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Aus dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz ist keine Ent- chcidung gefallen. Die oberstc Heeresleitung. 4 deutsche Torpedoboote vernichtet. WTD. Berlin. 18. Okt. (AmtliT.) Am 17. Ok- ober nachmittags gerieten unsere Torpedoboote „S 115", ,2 117", „S 118" und „S 119“ unweit der hollöndi- chen Küsic in Kampf mit dem englischen Kreuzer „Iln- laiinted" und vier englischen Zerstörern. Nach amtlichen nglischen Nachrichten wurden die deutschen Torpedo- >oote zum Sinken gebracht und von ihrer Besatzung 31 Nann in England gelandet. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. B e h n ck e. Ei» englisches lliitcrsccbont vernichtet. WTB. Berlin, 19. Okt. Das englische Unter - eeboot „E. 3" ist am 18. Oktober vormittags in der Nutschen Bucht der Nordsee vernichtet worden. Der stellvertretende Ehes des Admiralstabes: gez.: B e h n ck e. Die Lcsterrcichcr auf dein Vormarsch. WTB. Wien, 20. Okt. Amtlich wird verlautbart: Zn der Schlacht östlich Thyrow und P r z e - n y s l hat uns der gestrige Tag neuerdings große § r f o l g e gebracht. Besonders erbittert war der Kampf >ei Micynice. Die Höhen von Magyera, die bisher in len Händen der Feinde waren und unserem Vordrin- ;en bedeutende Schwierigkeiten bereiteten, wurden noch nächtiger Artillerievorbereitung von unseren Trup rrn genommen. Nördlich von Miey kam unser Angriff bis aus Sturmdislanz an den ©c; ier heran u .gtlich von Przemysl bis in die .Höhe von Medpka. An Üdlichen Schlachtflügel wurden die namentlich gegen die höhen südwestlich Stary-Sa-mbor gerichteten, auch nachts ortgesetzten Angriffe der Rüssen abgeschlagen. Ein nach Einbruch der Dunkelheit eingesetzter Angriff aus unsere i»ci Faros lau auf das Ostuser des Fluises übcrgeutz-ien »träfe ist vollständig gescheitert. In Russisch-Polen schlug Ke vereinigte deutsche und österreichisch-ungarische TcTieric "einen großen feindlichen Kaoallericköyper, der westlich von Warschau vorzudringen versuchte, über Tochatschew zu-rück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: von H ö f« r, Generalmajor. Tic russische EinbruchSarnicc verdrängt. Die letzten Reste der russischen Einbruchsarmee, die von unseren Kräften aus Maramaros-Sziget verdrängt und in unaufhaltsamer Verfolgung gegen die Karpatgengrenze gedrückt worden sind, haben bei Koe- roesmezoe abermals eine Niederlage erlitten. Hierauf haben sie die Ortschaft Koeroesmezoe geräumt und die Flucht über die Landesgrenze ange- tretcn. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoeser, Generalmajor. Vom Krieg im Westen. Eine heftige Schlacht ist bei B p e r n im Gange. Alle verfügbaren deutschen Streitkräsle seien zum Schlachtfeld beordert worden. In Blankenberg he befanden sich 3000 belgische Soldaten und 2000 Mann der Bürgerwehr. Als die Deutschen eintrafen, wurden sie völlig überrascht, bevor sie flüchten konnten. Im Umkreise von Lille wird hart gekämpft. Die „Times" melden, daß am letzten Donnerstag die Deutschen bis Hazebrouck drangen, um C a l a i s zu überrumpeln/ Die Deutschen fanden zwischen Roye und Ar- r a s eine kolossale Schanze, die sie gegen die Franzosen gebrauchten, nämlich den „Grand Canal du Nor d", dessen Bau noch nicht beendet ist. Der Kanal zweigt sich bei Arlem vom Senseekanal ab und erstreckt sich 95 Kilometer weit bis zum Seitenkanal des Oise- ftusses, Die Deutschen gestalten den noch trockenen liefen Grund in eine befestigte Front und werden ihre Truppen dort sicher unterbringen können. Wie holländische Blätter melden, haben die Deut - schen die Vorstöße der Verbündeten bei A r r a s und R o y e erfolgreich abgewiesen. Desgleichen schreitet der deutsche Vormarsch bei D i r m U d e n trotz der Mitwirkung der britischen Schifssgeschütze, die von der Secseite her cingreifen, unaufhaltsam fort. Der Kriegskorrespondent des „Nieuwe Rotterdam- . sche Courant" meldete: Das deutsche Heer, das Antwerpen belagert hat, marschierte auf verschiedenen Straßen in der Richtung nach Dünkirchen, das von den Franzosen besetzt und besestigt ist. Südlich von Dünkirchen befinde! sich eine belgische Armee. Der Abzug glich einer F l u ch t. AuS dem deutschen Antwerpen. Der deutsche Gouverneur in Antwerpen, Freiherr von Hüne, spricht, indem er, kuüdgibl, daß er den militärischen Oberbefehl in> Antwerpen übernommen habe, die Hoffnung aus. daß sich die Bevölkerung der Stadt durch nichts zu Feindseligkeiten werde himeißen lassen. Sollte er in dem Vertrauen, das er der Bevölkerung der Stadt entgegenbringe, getäuscht werden, so werde er nicht zögern, die strengsten mili - torischen Mittel zur Anwendung zu bringen. Der Senator Strandes aus Hamburg hat die 'lang einer Z i v i l g o u i e r n e u r s von Ant- t en erhalten. Er ist 1859 in Hannover geboren, Jn'iabcr eines Hamburger Erportgeschäftes und >a, seinerzeit in Ostafrika als Forscher und Berater beim Eoiiüernement entscheidenden Einfluß ausgei bt. , R : t t c r d a m, 19. Okt. Aus Antwerpen tekc>- ier; der' Korrespondent des „Nieuwe Rotterdams Leu Kurant": .Die Regimentsmufik der Marine- truppen machte auf' dem Marktplatz Morgenmusik, uNd es wimmel« auf Plätzen und Straßen von Antwcrnc- n: n, die im Sonntagsstaat und mit fröhlichsten Ges»! tern einen zufriedenen Eindruck machen. Stündlich ninimt der Berko r zu'. Heute sind schon zehnmal so viel Geschäfte geöffnet wie gestern. Es gell so gemütlich und r sig ui, als ob Antwerpen gestern als belgische Festung eingeschlafen und heute als deutsche Earnison- stadt ausgemacht wäre. Nur ein verbranntes Haus hier und da erinnert an die Belagerung. Die elektrische Bahn stellte drei Linien in Betrieb, morgen folgen andere. Die Eassabrik arbeitet mit 300 Mann. Nahrungsmittel sind reichlich vorhanden. Die Preise sind augenblicklich niedriger als vor der Belagerung. Nur an Petroleum mangelt es. Bisher sind nur zwei Fälle von Unordnung vvr- gekommen, seitdem die Deutschen einzogen. M cc j, o c Schwabe, der Polizeibesehlshaber, läßt der städtisch. Gemeindeverwaltung ganz freie Hand. In den Hospitälern sorg! das belgische Rote Kreuz sür Belgier, und Engländer und nnterkunslslosc Flüchtlinge, an die heute 10 000 Kilogramm Brot ausgeteilt wurde. Der Stadtpostverkehr wird im Laufe der Woche eröffnet werden. ! Bisher gibt es nur deutsche Feldpost, die ausgezeichnet arbeitet. Die Forts werden schleunigst wieder Hergc - stellt. Ein Teil der deutschen Besatzung von Antwer - pen ist schon wieder alb marschiert. In der Kathedrale fand ein feierlicher Dankgottesdienst und Messe mit deutscher" Militärmusik statt. Dep Eisenbahnverkehr zwischen A n t w e r p e n und Rotterdam ist wieder ausgenommen worden. ^Tic Deutschen mache» alles. Rotterdam, 19. Okt. Die Deutschen erbeuteten in Antwerpen auch 4 0 0 Automobile. Diese waren vorher durch Beseitigung von Motoren und Zündungen unbrauchbar gemacht worden. Aber die Deutschen wußten sich zu Helsen. Ein junger Freiwilliger sagte si.olz: „Wir D-utsckieii machen ja alles!" Der Bestand der großen Automobilfabrik „Minerva" wurde be schlag nahm! und die Deutschen brachten mit ihren eigenen Leuten fast sämtliche Automobile wieder in Ordn » n g. Sic nummerierten und übermalten sie und teilten sie den verschiedenen Divisionen zu. Lhccrncs; brennt. Wie das „Rotterdamsche Nieuwe Blad" meldet, steht die Marinewerft von Sheerneß in Flammen. Sheerneß ist nicht nur Flottenstation, noch dazu die einzige auf dem Wege nach London, sondern auch Stapelplatz für alle Flottenbedürfnisse. Englands vorzeitige Kriegsvorbereitung. Bon der See-Berufsgenossenschaft in Hamburg hat das Hamburger „Fremdenblatt" folgende interessante Mitteilung erhalten: „Am 4. Februar 1914 erlitt der Heizer, Karl Bicr- ma»ii/ an Bord des der Oldeiibnrg-Pvrtugiesifchcn Dampischiffs-Reederci gehörigen Dampfers „Mchcdya" schwere Brandwunden an den Armen, im Rücken und im Gesicht und der Verletzte wurde wenige Tage daraus in das Kran.envaus in Gibraltar eingelieserl. Ans diesem wurde er am 2 9. Juni ungeheilt entlassen. Die vorzeitige Entlassung wurde dem Biermann gegenüber von den Aerzten des Hospitals damit be - gründet, er möge.dafür Sorge tragen, daß er möglichst sofort in seine Heimat zurück' o, da ihm dieses joip: vielleicht überhaupt nicht mehr möglich s c i. Aus dieser Tatsache dürste unzweifelhaft erhellen, daß die Aeqzte des englischen Hospitals bereits Ende Juni — also fünf Wochen vor dem tatsächlichen Ausbruch des Krieges — mit der Möglichkeit fliegerischer Verwicklungen rechneten." Vom Krieg im Osten. Der „Berl. Lokalanz." entnimmt einer Rentermeld- >mg aus Warschau, daß die deutsche Artillerie dem Feinde dort schwere V e r l u st e zufügt. Häm ser, selbst ganze Dörfer werden von den Schrapnells in Brand gesteckt. Die Deutschen benutzen oft Luftsahr zeuge, die mit langen schwarzen Wimpeln Signale g: ben, wenn sie sich ütii; iir. ruisischri: Stotterten brjin- Tic erste uneinnehmbare Festung in dem grohen Völkerkriege, ist die österreichische Festung P r z e m y s l. Mil Recht widmet die „Wiener Reichspost" dem „siegreichen Przemysl" daher eine besondere Würdigung: „Berge von Toten", so melden die Berichte, haben die Russen vor Przemysl zurückgelaffen. Zerschmetterte Divisionen sinken in die Massengräber, die ihnen die österreichischen Pioniere schaufeln. Ungeheure Opfer an Menschen hat Rußland vergeblich vor der Lansejle ver-, schwendet und in den Strömen Blutes, die sich vor den Wällen von Przemysl ergossest, verrann auch ein guter Teil der Kraft der übrigen Armee, die auf ihrem eiligen Rückzug unzähliche Verwundete mitschleppt. Der russische Mißerfolg vor Przenrysl gestaltet sich zur Bedeutung einer grohen verlorenen Schlacht. Schlimmere Wunden hätte ein mehrtägiges Ringen großer Heeresmassen der russischen Armee nicht schlagen können, als die verunglückten Stürme auf die Werke von Przemysl, in denen die Verteidigung von gesicherten Stellungen autz den Feind niedermähte. Um so eindrucksvoller ist diese schwere russische Niederlage, als Przemysl in diesem grohen Kriege, so betont auch die „Reichspost", die erste Festung ist, die einem Feinde siegreich zu widerstehen vermag. Lüttich, Namur, Maubeuge, Lille, St. Mihiel, zuletzt Antwerpen — Befestigungsanlagen, auf deren moderne Werke sich die belgische Und französische Wehrmacht viel zugute tat, sielen nach überraschend kurzem Widerstande. — Die Russen hatten doppelt so lang, als die Deutschen vor Antwerpen Zeit, ihre Kräfte in der Belagerung zu erproben, in zwölf Tagen siel Antwerpen, die zweitgrößte Festung der Welt, drei Wochen lang sah Przemysl den Feind unier ungeheuren Verlusten sich verbluten und nicht ein e nziges Fort fiel in die Hände der Russen, diö in den Stürmen zusammengeknickt auch nicht mehr die Kraft halten, dem heranziehenden österreichischen Heere zu widerstehen. Pom Seekrieg. Ein englischer Dampfer in den («rund gebohrt. Der englische Dampfer „E l i t r e" der Salvesen - Leith-Linie ist 12 Seemeilen vor der norwegischen Küste von einem deutschen Unterseeboot in Grund gebohrt worden. Die Mannschaft ist gerettet. Ei» japanischer Panzerkreuzer vernichtet. WTB. Bondon, 20. Olt. Das Reutersche Bw reau meldet aus Tokio: Rach amtlicher japanischer Bekanntmachung ist der Kreuzer „P a k a t s ch i o" am 17. Oktober, in der Kiautschoubucht auf eine Mine gelaufen und gesunken. Von der 264 Mann betragenden Besatzung sollen 1 Offizier und 9 Mann gerettet sein. vom außereuropäischen Kriegsschauplatz. Ter Kampf »m Tsingtau. Berlin, 19. Okt. Der Kamps um Tsingtau hat mit großer Erbitterung begonnen, da die Japaner durch den energischen Widerstand der Deutschen aufs äußerste gereizt sind und die Eroberung der Festung als Sache der nationalen Ehre erklärt haben, lieber 6000 SuMawais und über 200 Seekadetten meldeten sich sofort als Todesfreiwillige zur Verwendung als Sturm - kolonnen oder Besatzung von Branderschiffen. Die TsingtausortS sind bereits in rücksichtslosester Weise von den Japanern angegriffen und zumtcil vernichtet worden, so insbesondere die Iltis- und die Kaiseüfforts. (Etr. Bln.) Der Kommandant von Tstngta» weist die Kapitulation ab. Ans Tokio wird über London gemeldet: Der Befehlshaber des japanischen Erpeditionskorps in Kiaut- schou hat der Besatzung eine ehrenvolle Kapitulation angeboten. Er bietet der Besatzung an, daß er die Garnison nicht als Kriegsgefangene behandeln wolle, sondern sie auf japanischen Schiffen durch den Suezkanal nach einem neutralen Hafen im Mittelländischen Meere überführen wolle. Der deutsche Kommandant lehnte dieses Anerbieten mit aller Bestimmtheit ab. Gleichzeitig wurde der eingeborenen Bevölkerung freier Abzug aus der belagerten Stadt zugcstandcn. Dieser Scbritt wird allgemein als das Vorspiel zü dem letzten Kampfe angesehen. (Etr. Bln.) Das Reutersche Bureau meldet aus Tokio vom 20. Oktober: Das Marineministcrium gibt bekannt, daß die M a r s ch a l l-, Marianen- und K a r, o l i n en- Inseln aus militärischen Gründen besetzt worden sind. (Die Besitzergreifung der Marianen oder Ladro- nen seitens Japans wird in Amerika keine freudigen Gefühle erwecken.) * * * Kämpfe in Kamerun. Nach einem Telegramm aus Las Palmas an die Zeitung „Publicidad" in Barcelona dauern d i e heftigen Kämpfe der englisch-französischen Truppen gegen die deutschen Kolonialtrzippen in Kamerun fort. * * * Kampf zwischen Kurden nnd Nüssen. Eingetrofscne Telegramme aus Wan melden neue | Kämpfe zwischen Kürden und Russe n in | ■ der Nahe vcn Targhevar. Die Russen wurden g e - j ! (X ^ £ Tt t ,v> b ^'2 (CfitITi'TtttCt eine Panik. Infolge der Verhaftung der Chefs des Kurdenstammes der Zers» hat sich die Erbitterung gegen die Russen noch gesteigert. * * * • Engländer auf dem Wege nach Indien. Drei aktive englische Bataillone passierten, wie das „Berl. Tagebl." erfährt, am 17. Oktober den Suezkanal auf dem Wege von Malta nach Indien. * * * Tao Lomaliland erhebt sich. WTB. Tie Konsbantinopeler Blätter haben von glaubwürdiger Seite erfahren, daß die Muselmanen des Somalilandes sich erhoben haben und die Stadt B e r b e r a, den Hauptort der Kolonie, unter dem Oberbefehl von zwei Scheichs, angegriffen haben. Sämtliche englische Offiziere der Garnison sind gefangen genommen und die Stadt von den Muselmanen besetzt worden. Berbera ist seit 1884 englischer Besitz. 1871 wurde der Hasen von der ägyptischen Regierung besetzt und als Freihafen erklärt. Warum die Garibaldianer nach Montenegro gehen. WTB. Mailand, 17. Okt. Der „Corricre della Sera" schildert den verhängnisvollen Irrtum der Garibaldianer. Er schreibt: Bei Craonne näherten sich einem Garibaldi-Bataillon (der in Frankreich kämpfenden italienischen Freiwilligen) im Dunkeln Gestalten in Mänteln, die beschossen wurden. Es entspann sich ein wütender Kampf, in deni 800 Mann des Bataillons von vermeintlichen Preußen (es waren jedoch in Wirklichkeit Tuyk 0 s) mit einem Bajonettangriff bis auf 200 Mann aufgerieben wurden. Die Folge des Irrtums war, wie aus den Mitteilungen des Berichterstatters herauszulesen ist, daß die Garibaldianer sich einen anderen Wirkungskreis suchen müssen. Sie gehen nach Montenegro. Begreif - licherweise ist der Mißerfolg der Rothemden der allgemeine Gesprächsstoff in Italien. Portugiesische Begeisterung? Nach einem Bericht der „Kreuzzeitung" aus Portugal ist dort von einer Begeisterung infolge der englischen Inanspruchnahme der bewaffneten Hilfe Portugals keine Rede, eher das Gegenteil. (Die Agence Ha- vas" hatte zu melden gewußt, daß das Verlangen Englands nach portugiesischer Waffenhilfe in Lissabon große Begeisterung hervorgerusen habe. D. Red.) Allerlei Uricgsnachrichten. WTB. Berlin, 21 . Oktober. Die Einzahlungen auf die Kriegsanleihen haben heute den Betrag von drei Milliarden überschritten. * _ Der König 0 0 n Sachsen hat sich auf den w e st l i ch e n Kriegsschauplatz begeben. * Mit der Leitung eines P 0 st a m t e s in Brüssel ist Postdirektor Snell von Schmalkalden beauftragt worden. Postdirektor Snell ist bereits nach Brüssel abgereist. Dem „Manchester Guardian" zufolge haben der K ö- nig von England, der Prinz von Wales und Lord Roberts ihre deutschen Orden zurückgeschickt. Der Eroßherzogin von Luremburg und der verwitweten Großherzogin Maria Anna von Luremburg ist vom K a i s e r die Rote-Kreuß-Medaille 1 . Klasse verliehen worden. WTB. Berlin, 19. Okt. Das amerikanische Auf- klärungskomitee in München verbreitet eine Kundgebung gegen die Engländer, die fün die englisch-amerikanischen Zeitungen in Nordamerika bestimmt ist. Ihr dieser Kundgebung wird England allein für diesen großen Krieg verantwortlich gemacht. Schließlich ruft "die Kundgebung alle amerikanischen Bürger zu einem Protest auf gegen die durch England herbeigesührte Teil - nähme der Japaner an dem europäischen Kriege. * Stettin, 19. Okt. In der Aula des Ma- rienstifts-Eymnasiums hielt gestern der Prediger Frank aus S 1 raßburg i. E. einen kriegsgeschichtlichen Vortrag, in dessen Verlauf er sich in Schmähungen und Beleidigungen gegen die Deutschen erging. Der größte Teil der Zuhörer verließ den Saal. Hierauf erschien die Polizei und verhaftete Frank, gegen den wegen seiner hochverräterischen Aeußerungen ein Verfahren eingeleitet wird. Aus dem östlichen Kriegsschauplatz fiel, 59jährig, der Hauptmann der Reserve Landgerichtspräsident H. Schubert, früher in Halle, zuletzt in Meseritz, ein bedeutender Jurist. Paris. Der Verein der dramatischen Autoren u. Komponisten beschloß, Humperdinck, Hauptmann, Sudermann und Siegfried Wagner als unwürdig auszu- schlicßen. (Die genannten deutscben Künstler werden die Ehre dieses Ausschlusses zu würdigen wissen. Sollte es denn auch nicht besser sein, wenn alle Mitgliedschaften an französischen, englischen, belgischen, russischen, japanischen und serbischen Körperschaften einfach von unseren Deutschen gelöst werden. D. Schriftl.) Tic afrikanischen Bestien im französischen Heere. Interessante Notizen über hie Art der Kriegführung durch die Franzosen und die Zustände im Heere wurden in dem Tagebuch eines französischen O f. f i 1 i r r r. / ---r- ^ Q91 „ !' 1 ‘ l) ‘ * v — ^—• i 4 —*' v w I * , Jnsantetkie-Regiment) gesunden. Der Offizier fiel in der ft großen Kämpfen vor Paris. Außer einer Anzahl vor 9 ( oclanglosen Aufzeichnungen, die lediglich Tagesercigniss, dl registrieren, finden sich laut „Berl. Lok.-Anz." in dem " Tagebuch folgende bezeichnende Stellen: „Den 17. 8 . Wir kommen durch Fontaines be $ Beifort. Man sieht die ersten Helme, die den Deutscher abgenommen sind . . Die Einwohner find buchstäbliä ausgeplündert durch französische Regimenter, die hiri ft einqnarliert waren (das 60. RcgimeM). (Also sranzö ft sische Einwohner durch sranzösischeSoldaten!) Der Obers ft ist vor das Kriegsgericht geladen worden. Den 18. 8 . Wy überschreiten die Grenze. Den 31. 8 . Wir reihen in unsere Kompagnie einig, ft Schwarze und einige Jäger ein. Es kommen auch einig, ft Marokkaner vorbei. Einer hat, wie es scheint, 16 Ohrei ft in seinem Brotbeutel. Ein anderer ist an der Hand ver ö wunde!; als ihn jemand fragt, wer ihm diese Ver » wundüng beigebracht hat, antwortete er: „Dieser da!' und hohll aus seinem Brotbeutel einen abgeschnittenei „ Kops! Man hat Mühe, ihn zu veranlaffen, sichdavoi ,{ zu trennen." Aus diesen Tagebuchblättern eines französischen Os „| siziers, deren Original sich in den Händen der deutsch«, „ Behörden besindet, ergibt sich erstens, daß französisch „ Truppen in Fontaines bei Bclfort dir Einwohner aus geplündert haben, und zweitens, daß ein Marokkane z 16 Ohren, ein anderer den abgeschnittenen Kops einte- (I Deutschen im Brotbeutel gehabt hat. Wir meinen, dai die hier angeführten Tatsachen berefts eine so grausig . Sprache sprechen, daß sich jeder weitere Kommentar üb« ft diese Art der Kriegführung unserer Gegner von selbs 7 verbietet! • Französische „Aufklärung". Ein höherer, Offizier aus einem General!ommand im Westen teilt der „Kreuz-Ztg." mit: Ein sranzö b> sischcr Flieger warf ein Schriftstück in deutsche A Sprache herunter. Es lautet: il „Deutsche Soldaten, laßt euch nicht von euren O S sizieren belügen und wie ein Vieh behandeln. B e r h l i n brennt. Die Russen stehen v » y B « rlir ti Eure Offiziere haben euch gesagt, daß wir alle Gesar . genen erschießen. Das ist nicht wahr. Wir tun em nichts, wenn ihr Überlauf!, und sorgen gut fü euch." üu$ Stadt und Dnd. 0 * Das Eiserne Kreuz erhielt der Kreis-V tcrinärarzt Dr. K n e l l, Stabs-Veterinär im 25. R«s jj Feldart.-Rgl., aus Gießen. * Die Hess. Tapscrkeitsmedaillewu 1 de verliehen: Amtsrichter Dr. Brill von Schotte' Hauptmann d. Res. im Feldart.-Ngt. Nr. 61; Kauf ft mann Phil. Schüßler in Worms, Feldwebel ii E Landw.-Jnf.-Rgt. Nr. 118; Böning, Oberleutnai st der Res. im Regiment Nr. 116. * Kriegsfürsorge der Landesvei s i ch e r u n g s a n st a l t. Um den Transport der Be ft wundcten aus der Front nach den Lazaretten zu ei t leichtern und zu beschleunigen, wurden der Grohherz ft gin 30 000 Mari seitens der Landesversicherungsanstc - Erohh. Hessen zum Ankauf und zur Ausstattung zwei Autos zur Verfügung gestellt. Die Firma Opel rüjl ki diese Autos schleunigst zweckentsprechend aus, damit) » schon in den nächsten Tagen der hessischen Division ; " Diensten stehen. " Zigaretten st euer. Im Interesse unser s, zahlreichen mit der Zigarellensteuer unterliegenden W it ten Handel treibenden Leser machen wir an dies d Stelle auf die einschneidende Bestimmung in 8 15 d It Zigaretten st euergesetzes besonders aufm« f sam, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit de „ Berkaufvon Zigaretten, ZigaretteMabak, Zigarettenhi ; sen und -Blättchen befassen will, dies volher der Stern j behörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im T u zirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber u fl mittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu > h folgen. — Die Beachtung dürfte umsomchr erfordert' sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden c j schlichen Vorschriften mit besonders hohen Strafen, b ^ zu 300 Mk. geahndet werden. n Gießen. Eine außerordentliche P f a r r k 0 fl 'f e r e n z der oberhessischen Pfarrer fand am 1 ; Oktober in, Konsirmandensaal der Johanneokirche sta „ n Gießen. Der „Frks. Zig." zufolge ist der 6 ^ ologe und Mineraloge der hiesigen Ilniversität, 0 . Pi z sessor Dr. Erich Kaiser, zü Forschungszwecken i (f Juli d. Js. nach Deutsch-Südweflafrika , 5 reist. Ende des Jahres wollte er wieder zurück seiiu ^ 0 Ullendorf a. d. Lat'n. Unserem Bürge meister Ludwig Volk 13. wurde das Silberne Kre ^ des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verl , hen. 0 Nidda. Der hiesige Oberfteuerkontrolleur f t| nanz-Assessor, Karl Hanack wurde zum Finanzan r ( mann ernannt. ^ ^ ! Mainz. Die sozialdemokratische I gend nimmt an den Hebungen zur militärischen Bort reitimg teil. ^ ‘ j ! Frankfurt a. M. Ein bewegtes Soldatei leben hat der 31jährige Georg Voigt aüs dem Vc ^ ort Heddernheim seit dem Kriegsbeginn geführt. Leid tat er das nicht auf ganz ehrliche Weife, so daß m, " den großen Soldatenfreund verhaften mußie. Besagt Voigt wurde zu Beginn des Krieges znk Bahubewa ft urg eeuDenb;!, n.'czu er in eigener clcgaitter feldgrauer l{r.:'cm erlieft. Nach cir.tr tu fragen rccr er ver- schwanden, um plötzlich wieder als Meldereiler der Ha- genauer Garnison aufzulauchen, selbstredend in blendender Aöeldereiter-Unifurm. Zwei Tage später aber sah man Voigt wieder als schmucken Infanteristen einher - stolzieren. Da wurde man stutzig. Die Heddernheimer Polizei veranstaltete bei Georg Voigt eine Haussuchung, die eine geradezu überreiche Fülle von Militär-Ausrüst- ungsgegenständen zu Tage förderte, nämlich: zahlreiche suukelnagelneue Mäntel, Feldflaschen, Drillichjacken, Tuchhosen in Blau und Grau, Unterhosen, Hemden, Schnürschuhe und Schaftstiefel, Decken, Mützen, Seitengewehre, Helme, scharfe Patronen und endlich als „Clou'' der Sammlung ein ganz neues Militärgewehr Modell 98. Voigt hat die ansehnliche sehensweNe Sammlung wahrscheinlich autz den verschiedensten Kasernen zusammengestohlen, wenn er sie nicht durch Vermittelung vom Schlachtfelde erholten hat. Die Untersuchung darüber ist noch nicht abgeschlossen. ):( Frankfurt a. M. Die feierliche Einweihung der Universität sollte am 18. Oktober unter großer Prunkentfaltuny in Gegenwart des Kaisers erfolgen; wegen des Krieges sieht man jedoch von jeder Feier ab. Nur am 26. Oktober vereinigen sich die Lehckörper und die Studentenschaft, bevor sie ihre Tätigkeit aufnehmen, zu einem kurzen Festakt. Die Vorlesung be - gingt am 27. Oftober. — Zum Dekan der medizinischen Fakultät der Universität wurde Professor Dr. Edinger ernannt. :!: Frankfurt a. M. Dem eigentlichen Schöpfer der Frankfurter Universität, Oberbürgermeister a. T>. Dr. Franz A d i ck e s, wurde der Titel „Wirklicher Geheimrat" mit dem Prädikat „Erzellenz" verliehen. Die Bestallungsurkunde war von einem herzlich gehaltenen Glückwunschschreiben des Kultusministers begleitet. ):( Frankfurt a. M. Aus dem ganzen Eisenbahndirektionsbezirk Frankfurt erhielt abermals eine große Anzahl von Eisenbahnbeamten aller Art ihre Einberufung zur Dienstleistung bei den belgischen Eisenbahnen. Soweit die Beamten im äußeren Dienst tätig sind, erhalten sie säüttlich vollständig neue Wintersachen (Kal - muckmäntel, Kalmjoppen, Filzstiefel, Pelzhandschuhe H.) 2$. tjeffifeber fiandebkammenag. Am 10. Oktober 1914 fand der 2 8. Hessische Handelskammertag unter dem Vorsitze des Vorsitzenden der Grohh. Handelskammer zu Mainz, Geh. Kommerzienrat Dr. Franz Bamberger, in Frankfurt a. M., „Hotel Rose", statt. Das Grohherzogliche Ministerium des Innern war durch Herrn Ministerialrat Schliephake vertreten. Es fand zunächst eine eingehende Aussprache über die seit Ausbruch des Krieges von den Handelskammern geleistete Tätigkeit statt. Dabei wurde sestgeftellt, daß die Handelskammern in jeder Weise dazu beigetragen haben, Handel und Gewerbe zu unterstützen und mancherlei Schwierigkeiten, die sie für sie boten, zu erleichtern. Von fast sämtlichen Handelskammern find sogenannte Einigungs - ömter errichtet worden, die den Zweck haben, bei Streitigkeiten eine Vermittelung zwischen den Parteien herbeizuführen und somit die Inanspruchnahme von Gerichten zu vermeiden. Ilebereinstimmend wurde dabei mitgeteilt, daß diese Einigungsämler bisher verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen seien. Auf dem Gebiete der K r e d i t h i l s e sind ebenfalls Maßnahmen getroffen worden. Die Handelskammern zu Mainz und Oß'enbach haben für ihren Bezirk die Gründung einer Kriegs-Kreditkasse veranlaßt, während in den Bezirken der übygen hessischen Handelskammern von der Kründung solcher Kassen vorerst Abstand genommen ist, da sich ein entsprechendes Bedürfnis bisher nicht gezeigt hat. Die Kriegskreditkafse Mainz ist bereits seit dem 14. September in Tätrglett, und hat schon eine Reihe von Krediten gewährt. Dre Kreditkasse Offenbach wird ihre Tätigkeit in nächster Zeit beginnen. lieber die Frage des Ersatzes von Kriegsschäden und die Begleichung von Forderungen an das feindliche Ausland entspann sich eine sehr lebhafte Erörterung. Man verständigte sich dahin, daß Kriegs scheiden schon jetzt unter Beibringung der Beweismittel bei dem Reichsamte des Innern anzu - melden seien, das hierzu aufgefordert hat, wobei die Firmen sich auch der Vermittelung der zuständigen Handelskammer bedienen können. Forderungen aus Geschäftsverbindungen mit dem feindlichen Artslande werden zweckmäßig erst später angemeldet; es wird hierüber noch eine genauere Anweisung abzuwarten sem. Im Mittelpnnkt derVerhandlungen stand die Frage der F e st se tz u n q von H ö ch st p r e i s e n für w i ch- t j g e Leb'ensmittelbedürfnisse. Nach sehr eingehender Besprechung, bei der auch die Schwiengke,- ten, die sich der Festsetzung von Höchstpreisen entgegenstellten, betont wurden, wurde die bereits m tgetcrlte Erklärung einstimmig angenommen. Hieran knüpfte sich eine kurze Aussprache iiber die Tätigkeit der auf Veranlassung des preußischen Knegs- Ministeriums gegründeten Zentral st elle für Besch a f f rt n g der H e e r e s v e r p s l e g u n g 4-a- bei wurde übereinstimmend dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß vor Errichtuttg dieser Zentralstelle dem jftandel keine Gelegenheit gegeben worden sei, sich zu äußern. Nachdem bei der Landwirtschaftskammer zu Darmstadt, die für das Eroßherzogtum Hessen als Zen- traijteue bestimmt worden ist, eine besondere Kommis- fteVT *•"**'•'* »'"T h-r ^.'r-rV | - - ■ 1 c ’ o v I 1 * L ^ V V *■ * • * ~ w.. ll L- L Ui., - Wirtschaft ein Vertreter des Handels im allgemeinen uttd je ein Vertreter des Getreide-, Mehl-, Vieh-, Heu>- und Stroh-Handels angehören, sollen zunächst die Erfahr - ungen, die hiermit gemacht werden, abgewartet werden. Die von einer Handelskammer aufgeworfene Frage, ob die Ende dieses Jahres abzuhaltenden Ergänzungswahlen zu den Handelskammern zu verschieben seien, weil ein Teil der Wahlberechtigten zu dem Militärdienst eingezogen und infolgedessen nicht in der Lage sei, das Wahlrecht auszuüben, würde verneint. Es wurde betont, daß es sich bei den Wahlen zü den Handelskammern nicht um das Wahlrecht von Personen, sondern von Firmen handele, die sich vertreten lassen können, und daß es an und fiir sich nicht wünschenswert sei, die Mandatsdauer einer Kör - perschaf' über die gesetzliche Dauer hinaus ohne zwingenden Enmd zu verlängern. Die Klagen, die seit Ausbruch des Krieges darüber laut geworden fittd, daß mit der Bezahlung von Rechnungen, insbesondere von dem Privatpubli - kuM, zurückgehalten wird, sind nicht verstummt. Die Geschäftswelt, die an |M) unter der Kriegslage leidet, ist. dadurch in noch größere Schwierigkeiten gebracht woi> den, zumal sie selbst genötigt ist, ihren Verpflichtungen vünktlich nachzukommen. Es wurde einstimmig beschlossen, eine entsprechende Aufforderung zu erlassen: Sodann fanden noch kurze Aussprachen über das Vorgehen der Gerichte bei Gewährung von Zahlungsaufschub und die Anhönmg der Handels - kammern hierbei statt, ferner über die Verlegung des Unterrichts in den Kaufmännischen Fortbildungsschulen in die Abend st un- st U n b e n und über einige das AusverkaUfs- wesen betreffende Fragen. Endlich sprach der Handelskammertag der Han - belfnmmer Mainz seinen Dank für die Führung der Geschäfte des Vorortes im abgelaufenen Jahre aus und wähste sie einstimmig zum Vorort für das Jahr; 1915 wieder. Der Vorsitzende schloß darauf die Sitzung mit einem Dank für die lebhafte Beteilig - ung um 6 Uhr nachmittags. Die Einwirkung des Krieges auf die Ülngestelltenversicberung. Vom Verband der deutschen gemeinnützigen und unparteiischen Rechtsauskunftsstellen. a) Beitragspflicht. Für die zur Fahne ein- beiufenen Angestellten sind keine Pflichtbeiträge zu entrichten, grundsätzlich selbst dann nicht, wenn der Arbeitgeber die Bezüge des Angestellten ganz oder teilweise weiter zahlt oder ihm die Wiedereinstellung nach beendigtem Kriege zutzesagt hat. Fällt die Einberufung innerhalb des Monats, so hat der Arbeitgeber acht Hundertstel des auf die Beschäftigungszeit fallenden Ent - gells als Beitrag zu zahlen. Die entgegengesetzte Auffassung der Reichsversicherungsanstalt, daß in den erwähnten Fällen die Beiträge, und zwar in voller Höhe, weiterzuzahlen seien, dürste nicht zutreffend sein. Hält sich der Arbeitgeber nicht für verpflichtet zur Zahlung, so kann er die Beitragszahlung einstellen und die an- gesorderten Beiträge verweigern, und die Reichsversicherungsanstalt mutz den Streit beim Rentenausschuh Berlin austragen, gegen dessen Entscheidung auf Beschwerde das Schiedsgericht entscheidet. Durch das Verfahren erwachsen den Beteiligten keine Kosten. Nur wenn die Fortsetzung des Beschäftigungsverhältnisses von den Beteiligten vereinbart ist, bleibt der Angestellte verfich- erungspfsichtig und sind für ihn die Beiträge in der dem weftergewährten Entgelt entsprechenden Gehaltsklasse zu zahlen. • b) Erhaltung der Anwartschaft. Die Anwartschaft auf die Leistungen der Angestellten-Der - sicherung und auf das Recht, die Versicherung frciw llig fortzufetzen, geht fiir den einberufenen Angestellten nicht verloren, auch wenn Beiträge nicht geleistet werden. Die vollen Kalendermonate, in denen der Versicherte zur Erfüllung der Wehrpflicht in Kriegszeiten eingezogen gewesen ist oder in Kriegszeiten freiwillig militärische Dienstleistung verrichtet hat, gelten nämlich als Beityags- monate, durch deren Zurücklegung die Anwartschaft nicht erlischt (weder für den Pflichtversicherten, noch für den freiwillig Versicherten (tz 49 AVE.), und sie werden ferner als Beityagsmonate auf die sechs Beitragsmonate angerechnet, die die Voraussetzung für die freiwillige Fortsetzung der Versicherung bilden, und ebenso auf Me 120 Beitragsmonate, die nötig sind, damit der Versicherte die Versicherung freiwillig gegen die Anerkennungs- aebüir fortsetzen kann (tz 15 a. a. O.f. Die gleiche Wirkung haben die Zeiten, wo der Eingezogene infolge der Verwundung arbeitsunfähig ist. Jedoch ist zum Unterschied von der Arbeiteroerücherung zU beachten, daß die .Kriegsmonate nur den Verlust der Anwartschaft verhindern, dagegen nicht zur Erhöhung der Leistungen beitragen und für die Berechnung der abgekürzten Wartezeit des tz 396 a. a. O. (60 Beitragsmonatef unbe - rücksichtigt bleiben (tz tz 51, 171, 396 a. a. O.f. ei Freiwillige Fortsetzung der Mitgliedschaft. Da für die Berechnung der Leistungen und der abgekürzten Wartezeit nur die Kalendermonate in Betracht kommen, in denen Beiträge tatsächlich ge - leistet werden, hat die freiwillige Fortsetzung der Mit - gliedschaft fiir die Angestellten eine größere B- mg als für die Jnvalidenversicherung, wo die Krim .ckien auch die Rente erhöhen. Deshalb sollten Angestellte, deren Verhältnisse er gefickten, die Versicherung frei- m**T*/> f^vr ’-i r •• r - . » Saw u,u - 1 ö — - u —i*I A lil Dcx.= jenigen Eehaltsklasse zulässig, die dem Durchschnitt der letzten 6 Pstichlbeiträge entspricht oder am nächsten kommt, aber auch in jeder niederen Klasse. Voraussetzung ist. daß der Versicherte mindestens 6 Beitragsmonate hindurch versicherungspflichtig beschäftigt wurde. Zu den Beityagsmonaten in diesem Sinne zählen die Kriegs- monate. d) Leistungen. Mit Rücksicht auf die lange Wartezeit (tz 21 des Gesetzes) ist «s sehr unwahrscheinlich, daß die Angestelltenversicheyung in diesem Krieg Hauptleistungen zu gewähren haben wird. Es kommt nur die Beitragserstattung in Frage: Der hinterlaffenen Witwe des Versicherten oder seinen hinterlaffenen Kindern unter 18 Jahren wird, falls sie Renten nicht beanspruchen können, die Hälfte, bei der freiwilligen Versicherung dreiviertel der für den Versicherten eingezahlten Beträge erstattet. Der lflördproze$$ von Serajewo. WTB. Serajewo, 13. Oft. In der von der hiesigen Staatsanwaltschaft verfaßten Anklageschrift wird die Anklage gegen P r i n e i p und Genossen, insgesantt 22 Personen, wegen Hochverrats erhoben und gegen weitere drei Personen wegen Verbrechens der Mitwisserschaft und der Verheimlichung von Waffen, die für das Attentat bestimmt waren. Die Anklageschrift behandelt ausführlich die Entstehungsgeschichte der in Belgrad von Organen der „Na- rodna Odbrana" angezettellen Verschwörung. Sie schildert eingehend die Reise der Verschwörer und die Ein- schmutzgelung von Waffen und Bomben nach Bosnien, ferner wie die Verschwörer in Serajewo Mittäter warben, und wie sie die Waffen unter sich verteilten, ferner, wie sie sich zur Ausführung des Attentats auf den Straßen aufstellten. Princip gestand in der Untersuchung ein, daß er mit dem zweiten Schüsse den Landeschef Potiorek töten wollte, jedoch die Gemahlin des Erzherzogs traf. Zum Schlüsse ergeht sich die Anklageschrift aus - führlich über die Motive des Attentats. Sie schildert das irredentistische Treiben der großserbischen Kreise in Belgrad, die bis zum königlichen Hof hiuaufreichten, und die systematische Wühl- arbeit gegen Oesterreich-Ungarn und die habsbmgische Dynastie in Serbien, Kroatien und Bosnien, die den einzigen Zweck hätte, Kroatien, Dalmatien, Istrien, Bosnien und Herzegowina, sowie die von Serben bewohnten südungarischen Provinzen von der Monarchie loszureißen und Serbien anzugliedeni. Die Verschwörer Princips, Erabez und Cabrinovies, gestanden ein, daß sie in Belgrad den Haß gegen die Monarchie und die großferbische Gesinnung eingesogen hätten, und daß sie die politische Vereinigung aller Südslawen im Sinne gehabt hätten, sowie daß der Zerfall O e st e r - reich-Ungarns und das Erstehen eines groß- serbischen Reiches ihr politisches Ideal gewesen sei. Im Dienste des Ideals hätten sie den Plan zu dem Mordanschlag gegen den Erzherzog Franz Ferdinand gefaßt und schließlich verwirklicht. WTB. S e r, a j e w o, 14. Oft. Im Prozeß Princip und Genossen gestand Angeklagter Cabrinowic im Verhör zu, das Ziel, das er sich vorsetzte, war die gewaltsame Losreißung der südslawischen Länder von Oesterreich-Ungarn von der Monarchie und ihre Vereinig- ? ung mit Serbien. Er kam zum ersten Male auf den Gedanken, Franz Ferdinand zu ermorden, als ihm ein Zeitungsausschnitt zugesandl wurde, auf dem stand, daß der Thronfolger nach Serajewo komme. Die Nachricht teilte er auch Princip mit, der ihm zuredete, gemeinsam mit ihm den Anschlag auszuführen. Cabrinowic ging hauptsächlich darum darauf ein, weil in Belgrad allgemein behauptet wurde, der Thronfolger sei der Führer der Kriegspartei, die Serbien erovern wolle. Der Angeklagte gestand, gewußt zu haben, dag der Verein „Narodna Obrana" grohferbischen Tendenzen diente. Princip machte ihn mit den Beamten der serbischen Eisenoahnen E i g a n o w i c bekannt, um von diesem Bomben und Waffen zu erhalten. Ciganowic ! erklärte jedoch, er habe selbst keine Mittel, um sich Brow- ! uingpistole» anzuschaffen. Er werde sie deshalb an Major T a n k s i c weisen. Inzwischen hätten Princip und Cabrinowic auch Erabez für ihr Vorhaben gewonnen. Erabez sei zu Tanksic gegangen, der ihn fragte, ob er entschlossen sei, den Anschlag auszuführen, worauf sie von Ciganowic vier Revolver erhielten. Ciganowic unterrichtete Erabez und Princip im Schießen. Vor der Reite nach Bosnien übergab ihnen Ciganowic icdis Bomben und Cvankali. Beim Abschied übergab er i Princip ein Schreiben an den serbischen Major P o - ! p o v i c in Schabatz. Von diesem seien sie empfangen ! und sodann mit falschen Legitimationen auf der Bahn ! nach Loznitza befördert worden. Hier empfing sie der Grenzt aüptmann Prvanovic und übergab sie dem ! serbischen Finanzaufseher Erbic zur Beförderung über die bosnische Grenze. Der Angeklagte gestand zu, daß er gegen das Automobil des Thronfolgers eine Bombe geworfen batte, in der Absicht, diesen zu töten. Er gab an, daß er im April durch den Direki-ey der Druckerei Civoiin Daccc dem serbischen Kronprinzen Merander vorgestellt sei, und mit ihm gesprochen habe. Den Inhalt des Gespräches wollte jedoch der Angeftagte nicht verraten. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 1 Qüf< 5 rsloh vWestfH L -zarett-Bettftelh u in Ö Zugfedermatratzeu alles aus Winkeleisen, fe..,er Schouvecken u. Arrflegemaiatzen liefert als eigene Fabrikate billigst P. J*. Renirop, Ä Mensa L W. **********!* ***£>&**£* Ingelheimer Rotwein ganz vorzügliche Qualität liefert in jedem Quantum P. C. Saalwächter Wcingutsbesitzer Nieder-lngelheim a.R Sirickm.^chmen aller Systeme, m. M. 30—50 Anzahlung. Katal. frei. P. Kirsch, Brnr*» schwelg;. 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