emt («tu«#» «achrtchia^ ^ vezugspreir 25 Pfg. monatlich v«e«eltährttch 75 Pfg., »orauSzahlbar, frei ins Hau». Sbgeholt in unferrr Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen »irrteljShklich 80 Pfg. — Erscheint Mittwochs und r««-tagS. — Redaktion: Selter», weg 83. — Kür Aufbewahrung oder Rücksendung üicht verlangtet Manuskripte wird nicht garantiert. 1 Verlag der .. «techeuer Zeitung" 8t. m. b. H. Lkpeditiovr Seltersweg 85 ! i'r. die 44 mm breite Pefitzeile sür Auswärts SO Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile SO Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze ' berechnet. Rabat« kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung». . V i zieleS (80 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei > Konkurs in Wegsall. Platzvorschristen ohneBerbtndlichkeit. Druck der Gietzencr Bcrlagsdruckerei, Albin Klein. , Nr. 83. Samstag, den 17. Oktober 1914. T°l°ph°n «r. 383. 26. Jahrg. (tanz Belgien in deutfebem Befilz. Uor CUarfchau. Oftende von deutschen Truppen besetzt. Die belgische Regierung nach Frankreich geflüchtet. Belfort vor der Belagerung. Lille besetzt. Kämpfe um Dünkirchen. Die Russen auf der ganzen Front von den deutschen und öfterreichischen Truppen zurückgeworfen. Neue deutlcbe Ziege zur Zee. Ei« russischer und ein englischer Kreuzer von deutschen Unterseebooten in den Grund gebort. amtliche Tagesberichte. WTB. Trotzes Hauptquartier, 13. Okt. (Amtlich.) Von dem w e st l i ch e n Kriegsschauplatz liefen Nachrichten von Bedeutung nicht vor. Heftige An- ;iriffc östlich Caissons sind abgewiescn worden. J'm Argon nenwalde sinden andauernd erbitterte Heike Kämpfe statt. Unsere Truppen arbeiten sich in dichtem Unterholz und äußerst, schwierigem Gelände mit allen Mitteln des Festungskricgep Schritt für Schritt vorwärts. Die Franzosen leisten hartnäckigsten Widerstand, schießen von den BäuMen und mit Maschinengewehren von Baumkanzeln, und haben in etagenweisc angelegten Schützengräben starke, festungsartige Stützpunkte eingerichtet. Die von der französischen Heeresleitung verbreiteten Berichte über Erfolge ihrer Truppen in der Woevre-»Ebene sind unwahr. Nach Gefange- nenaUssagen ist den Truppen mitgeteilt worden, die Deutschen seien geschlasgen Und mehrere Forts von Metz seien bereits gefallen. Tatsächlich haben unsere dort fechtenden Truppen an keiner Stelle Gelände verloren. E1 ain ist nach wie vor in unserem Besitz. Die täglichen französischen Angriffe gegen unsere Stellungen bei St. M i h i e l sind sämtlich abgewiesen worden. Unsere Kriegsbeute von Antwerpen läßt sich auch heute noch nicht übersehen. Die Zahl der in Holland Entwaffnelen ist auf annähernd 2 8 0 0 0 Mann gestiegen. Nach amtlichen Londoner und niederländischen Berichten befinden sich hierbei auch 2000 Engländer. Scheinbar haben sich viele belgische Soldaten in Zivilkleidung naci> ihren Heimatsorlen begeben. Der Eeoäude- und Materialschaden in Antwerpen ist gering. Die Schleusen-- und Fährwnlage ist von dem Feinde unbrauchbar gemacht worden. Im Hasen befinden sich vier englische, zwei belgische, ein französischer, ein dänischer, 3 2 deutsche und zwei österreichische Dampfer, sowie zwei deutsche Segelschiffe. Soweit deutsche Schiffe bisher untersucht worden sind, scheinen die Kessel unbrauchbar gemacht worden zu sein. Auf dem o st p r e u ß i s ch e n Kriegsschauplatz« blieb der 11. Oktober im allgemeinen ruhig. Am 12. Oktober wurde ein erneuter Umsassungsversuch der Russen bei S ch i r w i n d t abgewiesen. Sie verloren hierbei 1500 Gefangene und 20 Geschütze. In Südpolen wurden die russischen Truppen südlich von Warschau durch unsere Truppen zurückge - morsen. Ein Uebergangsrrersuch der Russen über die Weichsel südlich Jwangorod wurde unter Verlusten für die Russen verhindert. Die oberste Heeresleitung. Ein russischer Panzerkreuzer vernichte«. WTB. Berlin, 13. Okt. (Amtlich.) Ein russischer Panzerkreuzer der Basanklasse ist am 11. Oktober vor dem Finnischen Meerbusen durch einen Torpcdoschutz zum Sinken gebracht worden. Der stellvertretende Ehes des Admiralslabes: B e h n ch e. Die russische amtliche Telegraphenagentur meldete den Untergang des russischen Panzerkreuzers mit folgendem Bericht: Am 11. Oktober, 2 Uhr nachmittags (russische Zeit), griffen feindliche Unterseeboote von neuem unsere Kreuzer „Bajan" uud „Pallada", die in der Ostsee auf Vorposten waren, an. Obgleich die Kreuzer sofort ein starkes Artilleriefeuer eröffneten, gelang es s gleichwohl einem Unterseeboot, einen Torpedo gegen die j „Pallada" zu schießen. Auf dieser, entstand eine Erplo- I sion und der Kreuzer sank mit seiner ganzen ! Besatzung senkrecht in die Tiefe. * * * WTB. Großes Hauptquartier, 11. Okt. 1911. Mittags. (Amtl. Tel.) Von Gent aus befindet sich der Feind, darunter ein Teil der Besatzung von AMwerpen, in eiligem Rückzug nach Westen zur Küste. Unsere Truppen folgen. Lille ist in unserem Besitz, 1500 Gefangene sind dort gemacht worden. Die Stadt war durch die Behörden den deutschen Truppen gegenüber als offen erklärt worden. Trotzdem zog der Gegner bei einem Umfaffungsversuch von Dünkirchen aus Kräfte dorthin mit dem Aufträge, sich bis zum Eintreffen der Umfassungsarmee zu hallen. Da diese natürlich nicht e i n t r a f, war die einfache Folge, daß die zwecklos verteidigte Stadt bei der Einnahme durch unsere Truppen Schaden erlitt. Von der Fron» des Heeres ist nichts Neues zu melden. Dicht bei der Kathedrale von Reims sind zwei schwere französische Batterien aufgestellt. Ferner wurden L i ch t s i g n a l e von einem Turm der Kathedrale beobachtet. Es ist selbstverständlich, daß alle unseren Truppen nachteiligen feindlichen Maßnahmen und Streitmittel bekämpft werden, ohne Rücksicht auf die Schonung der Kathedrale. Die Franzosen tragen also jetzt, wie früher, selb st die Schuld daran, wenn der ehrwürdige Bau weiter ein Opser des Krieges wird. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz« sind in den Kämpfen bei S ch i r w i n d t die Russen geworfen und haben 3000 Gefangene, 26 Geschütze und 12 Maschinengewehre verloren. L q ck ist wieder in unserem Besitz. Byalla ist vom Feinde geräumt. Weiter südlich sind beim Zurückwcrfen der russischen Wortruppen auf Warschau 8000 Gefangene und 25 Geschütze erbeutet worden. >. » » • Tic Kriegsbeute in Antwerpen. Großes Hauptquartier, 15. Okt. Bei Antwerpen wurden im ganzen 1000 bis 5 0 0 0 E e- s a n g e n e gemacht. Es ist anzunehmen, daß in nächster Zeit noch eine große Anzahl belgischer Soldaten, die Zivilkleidung angezogen haben, dingsest gemach: wird. Nach Mitteilung des Konsuls von TerneuZen sind etw.'. 20 000 belgische Soldaten und 2000 Engländer auf holländisches Gebiet übergetreten, wo sie entwaffnet wurden. Ihre Flucht muß in größter Hast vor sich gegangen sein. Hierfür zeugen Massen weggeworsener Kleidersäcke, besonders von der englischen Royal Naval- Divistcn. Die Kriegsbeute in Antwerpen ist g r o ß. Mindestens 500 Geschütze, eine Unmenge Muüition, Massen von Sätteln und Wohlachs, sehr viel Sanitäts- malerial, zahlreiche Kraftwagen, viele Lokomotiven und Waggons, vier Millionen Kilogramm Getreide, viel Mell, Kohlen, Flachs, für 10 Millionen Mark Wolle, Kupfer und Silber im Werte von einer halben Million Mark, ein Panzer-Eisenbahnzug, mehrere gefüllte Ver- pjlegungszüge, große Viehbestände. Belgische und englische Schiffe befanden sich nicht mehr in Antwerpen. Die bei Kriegsausbruch im Hafen von Antwerpen befindlichen 31 deutschen Dampfer und drei Segler sind mit einer Ausnahme vorhanden, jedoch sind die Maschinen unbrauchbar gemacht. Ange - bohrt und versenkt wurde nur die „Gneisenau?' des Norddeutschen Lloyds. Die große Hasenschleuse ist intakt, aber zunächst durch mit Steinen beschwerten versenkten Kähnen nickt benutzbar. Die Hasenanlagen sind unbeschädigt. Die Stadt Antwerpen hat wenig gelitten. Die Bevölkerung verhält sich ruhig und scheint froh zu sein, daß die Tage der Schrecken zu Ende sind, besonders da der Pöbel bereits zu plündern begonnen hatte. Die Reste der belgischen Armee haben bei Annäherung unserer Truppen Gent schleunigst geräumt. Die belgische Regierung mit Ausnahme des Kriegsministers soll sich nach Le Havre begeben haben. Der Angriff unserer in Polen Schulter an Schulter mit dem österreichischen Heer kompfenden Truppen befindet sich im Fortschreilen. Unsere Truppen st e h e n vor Warschau. Ein mit etwa 8 Armee - korps auf Linie Jwangcrod-Warschau über die Weichsel unternommener russischer Vlorstoh wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten sür die Rüssen zurückgeworfen. Die Qcsterreicher auf dem Vormarsch. WTB. Wien, 13. Okt. Amtlich wird verlaut - bart: Gestern schlugen unsere gegen Przemysl an- rückenden Kräfte, unterstützt durch einen Ausfall der Besatzung, die Einschließungstruppcn derart zurück, daß sich der Feind jetzt nuü mehr vor der Osffront der Festung hält. Bei seinem Rückzuge stürzten mehrere Kricgs- brücken nächst Soznica ein, und viele Rüssen ertranken in dem San. Der Kamps östlich C h i) r o w dauert noch an. Eine Kosakendivision wurde von unserer Kavallerie gegen Drohobyez geworfen. In den durch sehr un - günstige Witterung und schlechte Wegeverhältnisse außerordentlich erschwerten Märschen und Kämpfen der letzten Wochen bewährte sich die Leistungsfähigkeit unserer braven Truppen glänzend. Der Stellvertreter des Chefs des Gcueralstabs: von H ö s e r, Generalmajor. MTB. (Sieges Hauptquartier, 16. Cft., mittags. Die Russen versuchten am 14. Oktober, sich wieder in den Besitz von L i) cf zu setzen. Die .Angrisse wurden zurückgewiesen. 800 Gefangene, ein Geschütz u. drei Maschinengewehre sielen in unsere Aände. Brügge wurde am 14. Oktober, O st e n d e am 15. Oktober von unseren Truppen besetzt. Heftige Angriffe der Franzosen in der Gegend nordwestlich von Reims sind abgewiesen worden. Die Franzosen melden in ihren amtlichen Bekanntmachungen, dasz sie an verschiedenen Stellen der Front, z. B. bei Berry au Bae nordwestlich Reims, merklich Fortschritte gemacht hätten. Diese Meldiungen entsprechen in keiner Weise den Tatsachen. MTB. Wien, 13. Okt. Amtlich wird mitgeteilt: Unsere Offensive erreichte unter vielfachen, für unsere Truppen durchweg siegreichen Kümpfen den San. Der Entsatz der Festung Przemysl ist vollzogen. Nördlich und südlich der Festung werden Reste der feindlichen Einschließungsaunec/ angegriffen. I a - r o s I a ui und Lezajek sind unser. In Sieni - a w a geht ein starker Feind zurück. Oestlich von Chry- rcw schreitet unser Angriff gleichsalls for,t. In Russisch-Polen sind! alle Versuche starker russischer Streitkräste, die Weichsel südlich von Iwangorod zu überschreiten, abgeschlagen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, von H ö f e n, Generalmajor. WTB. Wien. 15. Okt. (Tel.) Vom 14. Oktober, mittags wird amtlich verlautbart: In der Linie Stary- Sambor-Medyka sind besesttgte Stellungen des Feindes, die unsere Truppen angreisen. Diese Kämpfe nehmen an Ausdehnung ju).~ In den Karpathen nahmen wir Toronya nach viertägigem erfolgreichem Kcvmpse und verfolgten die Russen gegen Wyskow. Kleinere erfolg - reiche Gefechte mit zurückgehenden seindlichen Avteilutt- gen fanden auch im Vissovtale stall. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: v. H o e s e r, Generalmajor. BvM Krieg im Westen. - Von E p i n a l bis zur schweizerischen Grenze sind seit Dienstag Morgen h e i fr e Gefechte im Gange, die südlich von Jllkirch im-'Sundgau begannen. (Ctr. Bln.) Rach einer Züricher Depesche der „Köln. Zeitung" hat der größte Teil der Zivilbevölkerung Belsor,t verlassen. 25 000 Personen wurden nach: dem sranzösi- schen Süden befördert. •' >otz Die belgisch-englischen Truppen, die aus Gent in der Richtung aus Brügge geflohen waren, sind von den Deutschen verfolgt und abends eingeholt worden. Am Mittwoch vormittag war der Kampf im vollen Gange. Rotterdam, 15. Okt. Die „Daily News" meldet aus Ostende: Die Deutschen nähern sich aus drei Richtungen Ostendei 1. von ?)pern durch Humiden, 2. von Courtrai durch Thouroul, 3. von Eecloo durch Brügge. Die Meldung von der, Verlegung der Regierung nach Le Havre machte einen tiefen Eindruck. Flüchtlinge erzählen, die belgisch-englischen Truppen seien bei Lokeren nahezu a u s g e r, i e b e n worden. Der Rest habe sich nach Ostende zurückgezogen, wo bereits die deutsche Vorhut eingetrofsen sei. Dort ist eine große englische Flotte angekommen, um den Rest des belgischenglischen Heeres an Bord zu nehmen. Rotterdam, 15. Ost. Die „Times" meldetaus Calais: Die Anknnft von Hunderten von Flüchtlingen in Calais ist eine Andeutung der Ausdehnung des Kriegsschauplatz>:s in Nordsrankreich. Es find meistens Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Befehl erhielten, ihre Städtchen und Dörfer zu verlassen, bevor die Deutschen eintreffen. WTB. London, 13. Okt. Die „Times" melden: Die Mannschaften der Marine-Brigade, die nach achttägiger Abwesenheit gestern von Antwerpen in Dover ankamen, erzählten, sie seien acht Tage in einer Hölle gewesen. Sie seien einmal zwischen das belgische und das deutsche Feuer geraten und mußten den Belgiern telephonieren, das Feuer einzustellen. Die Anzahl der belgischen Flüchtlinge in England wird aus 40 000 geschätzt. Im Lause der beiden letzten Tage kamen allein 5000 Belgier an. Tie Beseuung von Ment und Cftenbc. Die Besetzung von 2 e l z a e t e am 12. Oktober verlief r u h i g. Nur gegen Abend wurden einige Schüsse auf Leute abgegeben, die an der Eisenbahn entlang - schlichen. -lieber die Besetzung von Gent duich die Deutschen wird gemeldet: Um 10 Uhr kam eine kleine Abteilung deutscher Kavallerie an und rückte nach dem Stadthaus. Der Kommandeur begab sich zum Bürgermeister und zu den Schöffen, worauf auf dem Rathaus die deutsche Flagge gehißt wurde. Hierauf begab sich die Kavallerie-Abteilung, geführt von zwei Schöffen, nach dem Post- und Telegraphen - amt, wo einige Befehle erteilt wurden. Auch längs der holländischen Erenze bei Selzaete ,ind die Deutschen im Anmarsch. Ueber den Einzug der Deutschen in ©ent erfährt man, daß er mit klingendem Spiel erfolgte, nachdem die letzten Engländer die Stadl verlassen hatten. Sofort wurden das Stadthaus, die Postämter und die Station besetzt, die Postsparkasse beschlagnahmt und die deutsche Flagge statt der belgischen, sranzösifchen und englischen gehißt. Durch eine Proklamation wurde bekannt gegeben, daß, wer wollte, Montag und Dienstag die Stadt verlassen dürfte. Später würde keine Erlaubnis erteilt werden. Viele Hundert Belgier verließen die Stadt. Mtt der Besetzung vottO st e n d e sind unsere Truppen am 15. Oktober an die belgische Küste vorgedyun- gen, worüber einstweilen wohl nichts weiter gesagt zu werden braucht. Als die deutschen Truppen sich Ostende näherten, waren die englischen Truppen schon teilweise ein- geschifft, teilweise nach dem Süden abgezogen. Die Ue- berreste der belgischen Armee waren nach Südwesten abmarschiert. Der Dienst am belgischen Grenzbahnhos Eschen wird von deutschen Marinesoldaten versehen. Ter Reichskanzler in Brüssel. Brüssel, 15. Okt. (Tel.) Der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg ist in Begleitung des Chess des Kaiser!. Zivil-KabinettS, v. B a l e n 1 i n i, des Gesandten v. Treutler und des Botschaftsrates Dr. M u l i u s heute nachmittag hier eingetroffen. Der Militär-Polizeimeister von Metz, Generalmajor v. B o d e n h a u s e n, ist zum Kommandanten der Festung Antwerpen ernannt worden. Die Uhren Antwerpens wurden bereits am Mittwoch auf deutsche mitteleuropäische Zeit gestellt. 400 Millionen Mark Kriegssteuer wurde der Stadt Antwerpen auferlegt. Tir belgische Regierung »ach Frankreich geflüchtet. Die belgische Regierung hat Ostende bereits verlassen und ist nach Bordeaur abgereist. WTB. Bordeaur, 13. Okt. Amtlich wird gemeldet: Die belgische Regierung beschloß, sich, um ihre Handlungsfreiheit zu sichern, nach Frankreich zu begeben. Alle Minister mit Ausnahme des Kriegsministers schifften sich heule vormittag von O st e n d e nach L e Havre ein, wo die sranzösifche Regierung alle zu ihrer Unterbringung nötigen Maßregeln traf. Der König blieb an der Spitze des Heeres (soweit ein solches noch vorhanden ist. D. Schrift!.) Die Pariser Sozialisten befürchten internationale Verwickelungen wegen der Uebersiedeliuig der belgischen Regierung nach Bordeaur. „Der „Temps" versichert jedoch, es wäre alles für die Zukunft geregelt, Frankreich hätte keine Ruhe, ehe nicht König Albert wiedor im Triumph nach Belgien zürückgekehrt sei. Die Königin der Belgier ist nach England abgefahren. Tic unbcancmc holländische Neutralität. Aus London wird gemeldet: Ueber die Neutralität Hollands spricht der „Spectator" seine diplomatische Meinung aus: Eine Sache, die England sehr Helsen würde, sagt er, wäre es, wenn sich Holland auf die Seite Deutschlands schlagen und Unser Feind werden würde. Da Holland eine neutrale Macht ist und nicht gegen uns kämpft, ist es uns eher ein Hemmnis als eine Hilfe. Bom Krieg im Osten. Der russische, mit starken Kräften unternoinmene Angriff auf O st p r e u ß e n ist als gescheitert anzusehen. Wir wissen weiter, daß in Polen unsere Truppen in Verbindung mit dem österreichisch-ungarischen Heere im scrtschreitenden Angriff gegen die Weichsellinie sich befinden. Heute bekommen wir die bedeutsame Kunde, daß unsere Truppen vor Warschau stehen. Die Russen hatten mit 8 Armeekorps einen Vorstoß über die Linie Iwangoyod-Warschau unternommen, der auf der ganzen Linie abgewiesen wurde. Die Russen haben seit Spnntag tatsächlich Lemberg geräumt. Die Hauptstadt Galiziens befindet sich wiederum in den Händen der Oesterreicher. Die „Münchener Neuesten Nachr." veröffentlichen aus Berlin folgende Drahtmeldung: Das von vielen Deutschen bewohnte Lodz ist deutsches Gebiet und dürfte eine deutsche Besatzung haben. (Ctr. Bln.) WTB. Rotterdam. 15. Okt. (Tel.) Aus Prze- mysl wird gemeldet, daß die Russen die Belagerung der Festung ausgegeben haben, angeblich, wie aus Petersburg bekannt wird, um den deutschen und öfter* reich-uNgarischen Truppen gegenüber eine strategische Stellung einzunehmen. Noch andere Stellungen in Galt - zien seien aufgegeben worden. Kriegozuftand im Kaukasus. Dey Statthalter im Kaukasus, Graf Waroro- zoff, hat gemeinsam mit General Mischtschenko den K r i e g s z u st a n d im Kaukasus besohlen. Die Festungen, Landstraßen und Brücken werden militärisch bewacht. Es wird eine Kriegssteuer ausgeschrieben. Der Sohn des Emirs von Afghanistan soll mit einem Heere nach Indien eingefallen sein. Wie die Blätter aus Rom melden, ist noch in diesem Monat die Einziehung eines zweiten Reservejahrganges für die italienische Armee zu erwarten. Wie „Lombardia" erfährt, ist eine ernftij italienische Vorstellung über das e n g l i s ch e Borgehen in Aegypten und in dem Grenzgebie gegen Tripolitanien nach London abgegangen. Bom Scetrifg. Wieder ei» englischer Kreuzer iu de» Grund gebot,rl. WTB. London, 17. Okt. Amttich wird untern 16. Oktober gemeldet: Am 15. Oktober nachmittag; wurde der Kreuzer „H a w k e" durch den To-rpedoschus eines deutschen Unterseebootes zum Sinken gebracht. Ei, Offizier und 49 Mann wurden gerettet und nach Aber deen gebracht. 350 Mann werden vennißt. Gleichzeitic wurde ein Angriff aus den Kreuzer ,Theseus" ge macht, aver ohne Erfolg. Wie von amtlicher Seile mit geteilt wird, liegt eine Bestätigung der Nachricht nich vor. Der kleine geschützie Kreuzer „Hawke" hatte 782(| Tonnen Wasserverdrängung und eine Besatzung vo, 550 Mann. 1» ö Tie Dardanellen bleiben gesperrt. Rach Berichten aus Konftantinopel meldet die Zei lang »I k d a m", daß die Türkei auch die neue eng lische Forderung, ihren Handelsschiffe, im «chwarzen Meere die Rückkehr nach den neutra len Gewässern durch den Bospurus zu gestatten, be dingungslos abgelehnt hat. Die Erklärurn, de Pforle sei dahin gegangen, daß sie nicht mehr in de Lage sei, ihren Minengürtel in den Dardanellen auf zuschließen. Die Enlenle-Mächte befassen sich mit der türkische, Forderung nach, Entfernung der englisch fralnzösischen Geschwader vom Meerengen eingang und stellten die Eegensorderung, daß di deutschen Offiziere und Schiffsmannschaften zurück gesandt würden. Da die Türkei daraus nicht eingeht bleiben die Dardanellen geschlossen. Nach einer Aeußerung des russischen Ministers S a s o n c w wird die Dardanellensperre für da- Wirtschaftsleben Rußlands als unerträglich empfunden ltn (ii# ff ii n i-ldi I «It! 631 .] 515 II Ml, J , Ein Aufstand unter den Bure». Kapstadt, 14. Okt. Infolge der Rebellion eine Kommandos Unter Führung des Burenobersten Aia ritz, das gegen Damaraland vcrrückt, fft für ganz Süd | Afrika das Kriegsrecht verkündet worden. Dazn gibt der Amsterdamer „Telegraaf" folgende Kommentar: Das Auftreten des Oberleutnants Mari kann auf den Verlauf der Geschehnisse in Südafrika grr | ßen Einfluß ausüben. Maritz gehört einer der älteste südafrikanischen Familien an und genießt große Popu larität. Er war als ein energischer Gegner der . Enc länder bekannt und weilte verschiedene Monate i,| Deutsch-Südwestafrika. * . . ,. ^ Rotterdam, 14. Okt. Die Meldung - über di B u r e n - R e v ol l t e macht hier starken Eindruck, ob gleich man zunächst nicht beurteilen kann, ob der Bc wegung mehr als lokale Bedeulurrg zugesprochen wer den kann. Man ist gespannt darauf, ob M a r i tz, wi er in seinem Ultimatum drohte, mit deutscher Hilfe au| greisen will. Die Erklärung des Kriegszustandes ganz Südafrika ist indessen ein Zeichen dafür, daß di Regierung die Bewegung nicht leicht nimmt. Es ga auch andere Anzeichen, daß die Regierung de Loyalität eines Teiles der Buren-Bevölkerung sich nich | ganz sicher fühlte. Salisbury, 15. Okt. Das rhodesifche Koniin! gent, das heute nach England abreisen sollte, chat b> schloffen, in Afrika zu bleiben. :tic « iitrn, »Ino ii lim *JI psi 1 (ir r »d. Ifrs |tyt, #1,, limeri ttjin ! Ei W i e n, 14. Okt. Der chinesische Gesandte brach! dem hiesigen Ministerium des Aeußeren einen von de chinesischen Regierung an ihre Vertretungen im Ausland! gerichteten Zirkularer,laß zur Kenntnis, in dem Prote gegen die Besetzung der Eisenbahn KiautschoEsinans durch Japan und England erhoben wird. (Ctr. Bln.) Iwin Allerlei ttriegsnachrichten. ’ Straßburg (Elsaß), 14. Okt. Der Stak Halter v. Dallwitz hat sich für einige Tage in da Große Hauptquartier begeben. Die deutsch-feindlichen Vockräge des b t gischen Abgeordneten Lorand auf italienische, Boden bedeuten eine Mißachtung der Neutralität 3t<| liens. Vo» deutscher Seite ist hiergegen Veywahr ung eingelegt worden. Generaloberst v. Hindenburg ist nach ber ,,X j Tagesztg." zu seinem 67. Geburtstag 'von nicht wenig, als 25 deutschen Stadlgemeinden zum E h r e n b ü • | ger ernannt worden. Dem B. B. C. zufolge hat die pkfflofophische Fc! kultät der Universität Halle den kommandierenden G< neral v. Stein, den früheren Generalquartienneiste, s zum Ehrendoktor ernannt. Der durch seine deutsch-feindlichen Umtriebe bekam gewordene Bürgermei st erMar von Brüsse wurde als Kriegsgefangener in das Gefan genenlager Ohrdruf eingeliesert. Berlin, 14. Okt. Der Bürgermeffler von Ly bei der ersten Besetzung der Stabt durch die Russe als Geisel mit fortgeschleppt und nach Pelersbuig g bracht worden. (Ctr. Bin.) "«gl. *(„ ' [Web, p bi pibei p, ; pte, pW ir *>it ' Wer S .--1 Wen ist S' i. tu flu$ aller UJclt. * Der Präsident des Reichsbankdirekto- ms, Wirkl. Geheimer Rat Havenftein, feierte ; einigen Tagen in aller Stille mit feiner Ehegattin s Fest der; silbernen Hochzeit. Der bewährte Beschütz-ei > deutschen Geldmarktes, der es auch in der kritischen it der ersten Kriegstage verstanden hat, den Geldvcr- r und das von ihm geleitete Institut vor Erschütter- gc» zw bewahren, darf der herzlichsten Glückwünsche • deutschen Nation sicher sein. ' Der König Ferdinand von Bulga- e n kaufte das ehemalige Schloß des Herzogs Ernst Hosgarten zu Koburg. Der König will in dem bloß während seines häufige» Aufenthalts in Deutfch- id wohnen. Der italienische Minister des Aeußeren, Maris di Tan Giüliano, ist am 15. Oktober nach- ttags gegen 2% Uhr gestorbcn. WTB. Basel, 15. Okt. (Tel.) Die „Baseler N." :lden aus R o m: Das einzige Programm Zupellis erde das fein, Italiens Heer fc schnell wie möglich reit zu machen, damit cs in jedem Augenblick in den ieg eingreifen kann. jHu$ Slidl uad Land * D i e Mahnung und Beitreibung o n -2 t a a t s a b g a b e n, die von den zum Kriegs- enstc einberufenen Personen geschuldet werden, hat seit- r mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse geruht, ie müh nunmehr, soweit ein Erlaß der Schuldigkeiten cht stattgefunden hat, demnächst wieder ausgenommen erden. Die baldige Zahlung etwa rückständiger Slaats- fällc liegt deshalb im Interesse der Schuldner. * Preühisch-Süddeü Ische Klassen- o 1 terie. Die ursprünglich aus den 8. und 9. Aalst d. Js. festgesetzte Ziehung der 2. Klasse der 5. >31.) Lotterie findet nunmehr am 12. und 13. Febr. 115 statt; die neuen Ziehungstage der weiteren Klas- n werden später noch bekannt gegeben. Wie ja be - nnt, behalten die Lose der bereits abgespielten 1. Kl. irc volle Giiltigkeit. n E i e h e n. In den R ü h e st a n d versetzt wurde er Hauptlchrer an der Volksschule zu Gießen Ludwig «Haas auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner ingjährigen treuen Dienste. Er erhielt den Charakter il^ls „Rektor". n Gießen. Den Charakter als Postsckretor cr- ielt der Ober-Postassistent T o d t. Neue Ritter des Eisernen Kreuzes, n Gießen. Zwei bekannte Eichener Gerichts - errn, die Herren Staatsanwalt Dr. Schmidt, Ober- tutnant d. Res. im 168. Inf.-Rgt., und Staatsanwalt rü m p er t, jetzt Hauptmann d. Res. im 25. Art.- Igt. (Darmstadtst haben für ihr tapferes Verhallen vor em Feind das Eiserne Kreuz erhalten. Dieselbe lüszeichnung hat auch der Sohn des Landgerichtsdirek- rrs,P r a e I o r i u s erhallen, der aktiver Oberleutnant r einem rheinischen Insanterie-Regiment ist. n Gießen. Das Eiserne Kreuz erhielten Dr. aed. Richter, Dr. med. I. M e u c r h o s s und Os- iziersstellvcr.treter und Kompagniesühi» Fr. Mut ff Reserve-Jnf.-Rgt. Nr. 29). »Gießen. Das E i s c r n c K r e u z erhielt der iMsfizier^Stellvcrtreker (früher Einj.-Freiw. im 116. Re- di» iment) Heinrich Wallenfels im 99. Infanterie - i»t legiment.' Herr Wallenfels war früher im Haufe Bock It. Cie. hier tätig. • n Gießen. Die Schüler der Untersekunda des hiesigen Realgymnasiums haben unter sich für die bedrängten Ostpreußen gesammelt. 40 Mk. konnten zu woffllätiger Verwendung abgeliefcrt werden. o Friedberg. Vorgestern Abend wurde Bürgermeister Baurat Karl Stahl nach abgelausener 12- jähriger Aintsperiode vom Stadtvorftand einstimmig wiedergewählt. Während seiner; 12jährigen erfolgreichen Amtstätigkeit hat die Stadt Friedbcrg sich aus allen Gebieten wie kaum eine andere gleichgroße Stadt Deutschlands entwickci'l. o Schlitz, 14. Okt. Die landespolizeilichc Abnahme der neuen t Bahnlinie Schlitz-Niederau l a fand gestern und heute statt. Die Inbelricvnahme dürfte jedvch vor 10. November nicht erfolgen. s D a r m st a d t. Bei einem Uebungsslüge stürzte hier der Flieger Scharff aus 60 Meter Höhe ab und war sofort t o t. Die Feldpost. In der Zeit vom 5. bis zum 12. Oktober halte die Feldpost versuchsweise die Zulassung vvn Feldpostbriefen, sogenannten Päckchen, im Gewichte von 250 vis 500 Gramm gestaltet. Mit Ablauf der Probezeit ist diese Einrichtung wieder aüfgehoben. Ob sie später wieder zeitweise oder vielleicht dauernd eingesührt werden kann, hängt von der Prüfung des Gesamtergebnisses, die augenblicklich im Gange ist, ao. Wie wir erfahren, wurde diese Einrichtung außerordentlich starf benutzt, der Umfang dieser Sendungen war ganz gewaltig. Einen ähnlichen Versuch wird die Feldpost in den Tagen vom 19. bis zum 26. Oktober mit Feldpost-Paketen anst,eilen. In dieser Zeit werden Pakete mit Bekleid - ungs- und Ausrüstungsstücken im Gewicht bis zu fünf Kilogramm zur Beförderung angenommen. Zurzeit sind bei der Feldpost folgende Arten von Sendungen zulässig: F e l d p o st k a r 1 e n — portofrei. Feldpostbriefe bis zu 50 Gramm — portofrei. Feldpostbriefe von 50 bis 250 Gramm (sogenannte Päckchen) — 10 Pfg. Porto. Drucksachen sind nur in Briefform zulässig und werden als Feldpostbriefe behandelt. Die Briefe brauchen nicht offen zü sein. — Porto wie bei Briefen: bis 50 Gramm frei, von 50 bis 250 Gramm 10 Pfg. Postanweisungen sind bis zum Höchstbe - trage von 100 Mk. zulässig. — Porto 10 Pfg. Geldsendungen über 100 Mk. erfolgen am besten durch E e l d b r i e f e. Hierfür wird eine kleine Ge - bühr erhoben, worüber Auskunft bei den Postämtern zu erhalten ist. Die Geldbriefe müssen wirklich Geld ent- liülten; es ist vielfach versucht worden, Zigarren, Schokolade und andere Sachen als Geldbriese zu schicken. Derastiae Sendungen sind nicht zulässig. Einschreibebriefe sind nur im dienstlichen Verkehr gestattet. Unzulässig sind Einschreibpakete und Wertpakete auch in der Zeit vom 19. bis 26. Oktober, in der versuchsweise Feldpostpakete gestattet sind. Deutsche Post in Brüssel. Nachdem im Bereiche des Kaiserlichen Generalgouvernements in Belgien eine Kaiserliche deutsche Post- u. Ein stiller Mensel,. Roman von Paul Blitz. Nachdruck verboten. '"'ver sie aß und tränt nichts Sie ahnte, daß der Junge ibr etwas verheimlicht hatte, Gffnz genau batte sic cs ihm w anacmcrkt! Aber was. waD nur mochte es wieder sein!? Doy gräßlichen Zweifeln gepeinigt saß sic da und sann und grübelte. Gegen fünf Uhr schickte auch der alt- Herr und fragte nach Kurt, — er habe mit ihm zu reden. Behend ging Tante Marie hinein und beruhigte den Bruder. Aber so leicht war das nicht. Unruhig fragte er: „Ja. wo ist denn der Junge wieder hin? Er ist doch schon zwei Stunden fort." Das Tantchen, um den f unten nicht noch mehr zu beunruhigen, stellte sich ziemlich sorglos a, und erwiderte. ./Vielleicht bat er geschäftlich wo zu tun." „Däs glaubst Du doch selber nicht," antwortete der Bruder verdrießlich. „Und wenn es übrigens so wäre, weshalb <■" ~u denn so ausacreat?" „Ab^r Du ir.r> >ch. lieber Waldi, ich bin ja ganz ruhig,", suchte sic ferne Sorge zu entkrästen, so schwer es ibr auch gelang. Doch er wurde nur noch mürrischer. Unsinn! Mach' mir doch nichts vor. Du kannst Dich ja nicht ver- stellen!" Betroffen schwieg sie jetzt. Er aber, nur erregter werdend, fuhr fort: Wo also kann der Junge wieder sein? Denn irgend etwas mutz doch dahinter stecken." Ihr kamen die Tränen. „Ich weiß es ja auch nicht, lieber Waldi. Ich habe mir ja auch schon ver- gebens den Kops zerbrochen." Jmyier aufgeregter wurde er. „Weshalb heulst Du denn nutz schon gar? Besürchtest Du denn schon wieder was Schlimmes?" Sie kottnte nichts mehr darauf antworten. Stumm, mit verhaltenem Schluchzen, ging sie hinaus, _ ©ans tprarpros vor Erftaunetn sah er ihr nach. Ja. was bedeutete denn dies alles? Da war doch sicher wieder etwas im Gange, was man ihm verheimlichen wollte! Natürlich war es nun um seine Ruhe geschehen. Das Verbot des Arztes war vergessen. Energisch stand er auf und ging ins Wohnzimmer. Gerade als er eintrat, hatte der Diener von draußen her die Nachricht hereingebracht, daß man den jungen Herrn habe nach Schönau fahren sehen. Allgemeines Erstaunen. „Versiehst Du das?" fragte der alte Herr. T»ntchen verneinte angsterregt. Der Kutscher wurde gerufen. Natürlich wußte er von nichts und hatte den jungen Herrn überhaupt nicht gesehen. Immer rätselhafter wurde die Sache. „Also wenn er wirklich zu Bruno hinaus ist, wes- halb denn mit fremdem Fuhrwerk?" Keiner wußte ein noch aus. Aber hier gab es nur eins: Klarheit! Er öffnete das Fenster nach dem Hos und gab Beseel, iofort anzulvannen. ,Du willst hinaus nach Schönau?" ries sie bangend „Du sollst Dich dock, schonen." „Meinst Du. daß mir diele Ungewißheit Ruhe läßt? Ich muß dabinte- kynimen. Iraend was geschieht hier hinter meinem Rücken. Ilmsonsi fährt der Junge nicht zu Bruno. Seit Jahren war er nicht draußen, lind der Gedanke, daß „w f,ejb cn aneinandergerate» könnten, läßt mir keine Ruhe." „Also gut, so werde ich Dich begleiten." Er mußte es zuaebea. Nach einer Viertelstunde saßen sie aus dem Wagen. Der Kutscher fuhr, wie er noch nie gefahren war. Aber der alte Herr trieb ihn fortwährend zu größerer Eile an Endlich, nach einer qualvollen Fahrt, endlich kamen sie nacb Schönau. Bruno war starr vor Erstaunen So viel Besuch von der Familie, wie er in diesen paar Taaen gekommen h te, war seil undenkbarer Zeit nick>l dg gewesen Und nun gerade die liebe Tante auch noch. Doch mit seinem Staunen kam er nicht weit. Tclegrdphenver,wallung eingerichtet worden! ist, können von jetzt ab, jedoch zunächst nur im Verkehr zwischen Deutschland Und Brüssel, gewöhnliche und eingeschriebene offene Briese, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschästspapiere in deutscher und französffcher Sprache, ferner, Telegramme tu offener Sprache, zutzelassenwerden, und zwar: Telegramme a us Brüssel in deutscher^ und französischer, nach Brüssel nur in deutscher Sprache. Mitteilungen über Rüstungen, Truppen- oder Schiffsbewegungen ödere andere militärische Maßnahmen sind verboten. In den Tele - grammen müssen bei der Auflieferung Name und Wohnung des Absenders angegeben sein. Aus Verlangen müssen sich Absender Und Empfänger über ihre Persönlichkeit ausweisen. Die Taren und Tarife sind dieselben wie vor Ausbruch des Krieges im Verkehr mit Belgien. Die Frankierung der Sendungen erfolgt in Belgien mit deutschen Postwertzeichen, die in schwarzer Schrift den Aufdruck Belgien und die Angabe des Wertes in Centimen tragen. Verantwortlich: Al bin Klein, Gießen. Kirchliche yachnchlen. Eoangllische Gemeinde in Girjjkn. Sonntag, den 18. Oktober, 19. nach Trinit. Gottesdienst. In der Stadlkirche. Vorm. 914 Uhr: Pfarrer; D. Schlosser. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die MatlhäUsgemeinde. Psarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Psprrer jeder Gemeinde erbeten. Mittwoch, den 21. Oktober, abends um 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Psarrer Schwabe. In der Iohanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Psarrer Bechtolsheimer. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinbe. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Au>sfeld. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Io- hannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends V/ 2 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Jckhannesgemeinde im Ioffan- nessaal. Katholische Gemeinde in Girren. Samstag, den 17. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. 'Beicht. Sonntag, den 18. Oktober. 20. Sonntag n. Pfingsten. Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosen - kranzandacht mit Segen. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, abends um 6% Uhr ist Rosenkranzandacht mit Segen. Diaspora: .In L i ch um 914 Uhr. Erregt trat der Vater ein, und nach kurzer Begrüßung fragte er sofort: „Ist Kurt bei Dir?" Unwillkürlich mußte Bruno lächeln. Deshalb also der ganze Aufzug! Dann antwortete -r ruhig: „Er war hier, vielleicht vor drei Stunden." „Ah! Also doch' Nun und was hat es gegeben?" Etwas erstaunt iah Bruno aus. „Hat er selber Dir nichts davon gesagt?" „Nein, nichts, kein Wort! Von gar nichts weiß ich, — weder von der Fabr» zu Dir, noch wo er iebt ist. Also schnell, bitte, svrich schnell' Aber sag' alles, hörst Du. alles! Ich will volle Wahrheit haben!" Ruhig und sachlich berichtete Bruno, was der Bruder ihm gebeichtet, und was er von ihm gefordert batte. Alles, genau wie es sich zugetragen, berichtete er Wort für Wort. Das Gesicht des alten Mannes wurde düster und düsterer. Stumm, mit zusgmmenaepreß'en Lippen, mit bebenden Fingern, saß er da und hörte zu. Tante Marie schluchzte leise in ihr Taschentuch. — Gott, o Gott, sie batte so etwas ja geahnt! Als Bruno geendet hatte, fragte der Vater unruhig und gespannt: „Nun, und was weiter? Hast Du ihm das Geld gleich gegeben?" „Ich? Ob ich ihm zwölftausend Mark so ohne weiteres gegeben habe? Mit der Frage ist es Dir selber doch wohl nicht ernst. Vater!" Ruhig, mit finsterem Gesicht, in würdevoller Haltung, stand Bruno da und sah den Alten fest an. Das Tantchen aber rie? schluchzend: „Ist das nur möglich!? Du baff ihn so lortaeben lassen, so, in der verzweifelten Stimmung? Das hast Du fertig bringen können!?" Ruhia nickte er. „Ja. das tat ich. Oder hast auch Du geglaubt, Tan'e. daß ich mein Geld so leicht verdiene, »m es für solchen Streich zum Fenster hinaus z» werfen? Dann hast D» Dich allerdings geirrt." Schweigend, mit entsetzten Blicken, starrte sie ihn an. Was auch sollte sic darauf antworten. war ia doch jedes Wort vergebens. Fortsetzung folgt. GüferslohWestf. Mg Sie diese und keine andere Auf Wunsch 10 Jahre Garantie Grösste Spezialfabrik Deutschlands für Milch -Zentrifugen, Butter- Maschinen, Wasch-, Wring- und Mangel-Maschinen. MOTOREN i* -MBBSift CMS MMWW "•»B* wm •**•>«* ■-we aa . * s*& s-*iux : K zeiasF£Zi Billig in Anschaffung u. 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