Ti >n m »- * i i tn en 1 i i i i. it it i I \ t * ¥ i i J t \ J Eickener | ^ (»ndb » s ach r i cht n, - ~r vezugsprek 25 Pfg. monatlich merteljährltch 7S Pfg., «orauSzahlbar, frei ins Han». «bgeholt tn unfern fltoebttton ober tn ben Zweig- — . ... » ausgabestellen vierteltShrltch 80 Pfg. — Erschein« « l p t 0 l l I 0 ll . Sk Viittwochs unb Pamstag». — Redaktion: Detter»- weg 83. — gar Lnfbenmhrung Ober Rückfenbnng ütcht verlangter Mann skr wie wirb nicht garantiert. I Verlag der,,«iechener Zeitung" «. «. d. H. KnzeigenprriL 15 pfg. die »4 mm breite P.etitzetle für Auswärts SO Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 80 Pfennig t f $ U) C 9 o» Extrabeilagen werben nach Gewicht unb Grütze .' berechnet. Rabatt komm» bei Ueherfchreitung beS Zahlung»- < V > ziele» (30 Lage), bei gerichtlicher Beitreibung ober bei ' Konkurs in Wegfall. Playvorfchriften ohne Verbindlichkeit. ' Druck der Gietzener Verlagsdruckerei, Albin Klein. , Nr. 82 Samslag, den 10. Oktober 1914. relepho» «*. 26. Iahro. Dom LVeltkvieg. Antwerpen von den Deutschen erobert. Frankreichs letzte -lnftrengnngen. England als Befehlshaber von Antwerpen und als Diktator seiner Getreuen. England als Zerstörer von 52 Handelsschiffen iw Hafen von Antwerpen. Gemeinsame deutsche und österreichische Armeen und Operationen gegen Rußland. Amtliche Tagesberichte. WTB. Großes Hauptquartier, 8. Cft. abends. Vom westliche» Kriegsschauplatz sind Ereig - uisse von einschneidender Bedeutung nicht zu melden. Kleine Fortschritte sind bei St. Mihiel und im Argonnenwalde gemacht worden. Vor Antwerpen ist das Fort Breendonck genommen. Der Angriff auf die inneren Forts und damit auch die Beschießung der dahinter liegenden Stadtteile hat begonnen, nachdem der Kommandant der Festung die Erklärung abgegeben hatte, daß er die Verantwortung übernehme. Die Luftschiffhalle in Düsseldorf wurde vc» einer durch einen feindlichen Flieger geworfenen Bombe getroffen. Das Dach der Halle wurde durchschlagen und die Hülle eines in der Halle liegenden Luftschiffes zerstört. Im Osten erreichte eine von Lomscha anmarschierende russische Kolonne Lyck. * WTB. Großes Hauptquartier, 9. Okt., abends. (Amtlich.) Heute vormittags sind mehrere Forts der inneren Befestigungslinie von Antwerpen gefallen. Die Stadt befindet sich seit leiste nachmittag in deutschem Besitz. Der Kommandant und die Besatzung haben den Festungsbereich verlassen. Nur einzelne Forts sind noch vom Feinde besetzt. Ter Besitz von Ant - werpen ist dadurch nicht beeinträchtigt. Bom ftrteg im Westen. Antwerpens Befchietzung »nd Eroberung. König Albert wollte gestern vor d^ Beschießung der Stadt diese übergeben, wurde aber von englischer Seite daran gehindert. Das erste deutsche Geschoß siel in die Schelde, daß zweite in die Nalionalstraße, das dritte auf den Haupt- babnhof. Während der ganzen Nacht wurde das Feuer heftig fortgesetzt. Deurne, Borgerhout, Meriem und auch das Zentrum der Stadt sind schwer beschädigt. Die große Stearinfabrik Roubair-Odenseove steht in Flammen. Einer der großen Gasbehälter ist in die Luft geflogen. Die Stadt brennt ferner an der Seite von Borgerhout. Die geschloffenen Kasernen und das große Krantenö,aus, aus dem die Verwundeten gesvüchtet sind,- brennen. In später Nachtstunde erst wurde das Bom - bardement eröffnet, dann begann aber eine Schreckens - nacht. Unaufhörlich schlugen die Granaten ein. Zeppeline warfen Bomben, einer der großen Petroleunitanks ist in die Lust gesllogen. Unter den schwer beschädigten Gebäuden soll auch der Juftizpalast sein. Im ganzen sollen aus Nordwestbelgien 500 000 Menschen ausge - wandert sein. Der Südbahnhos steht in Flammen. Der Vorort Berthen, soll schwer gelitten haben. Ein P u l - vermagaZin soll in die Lust gesprengt sein. Die Beschießung dauerte die ganze Nacht. Die Bürgerschaft von Antwerpen wird in einem Ausruf aufgesordert, sich an einem eventuellen Straßenkanipf nicht zu beteiligen, sondern die größte Ruhe zu bewahren. Der Ausruf erinnert daran, daß die Bevölkerung dem Zieger Gehorsam schulde. Zur Wahrung der Rechte der Einwohner bleibe der Eemeinderat zurück. Der Aufruf schließt, wenn die Besinnung verloren würde, sei alles verloren. (Ctr. Bln.) Die Belgier setzten alles daran, die Verbindung mit Gent nach Süden aufrecht zu erhalten. Wie dem „Berl. Tgbl." gemeldet wird, wurde nach der Ankunft neuer englischer Truppen in Antwerpen die Leitung der Verteidigung den Engländern übertragen. Die belgische Regierung wird mit dem Fall Antwerpens von Ostende nach London übersiedeln. (Ctr. Bln.) Der deutsche Angriff ist ausschließlich von der Süd- sront aus vorgeschritten. Mit welcher Kraft, das be - weist die schnelle Niederzwingung der Forts (Wavre, St. Catherine, Waelhem, Lierre, Broechem usw.) Durch die breite Bresche des äußersten Ringes gelangten nun unsere Scharen in den nicht mit Dauerbesestigungen versehenen inneren Gürtel hinein, drängten dort die Belgier und Engländer zurück und konnten nun das Feuer unmittelbar gegen den inneren Festungskranz und die Stadt richten, der jener keinen Schutz mehr bot. So mußte Antwerpen in deutschen Besitz übergehen. Ein epochemachendes Ereignis in der Kriegs-Ee - schichte, das vielleicht eine Revolution in den Anschauungen über Dauerbesestigungen Hervorbringen wird! Uns aber eine sichere Gewähr, daß auch die unserem Eegenwartskriege noch verbleibenden Aufgaben, die Nie- derringung der französischen Hauptstadt, wie der großartigen Anlagen von Epinal über Toul nach Verdun und auf dem östlichen Kriegsschauplätze des Befestig - ungskompleres um Warschau herum, unserer Kriegskunst keine unüberwindlichen Schwierigkeiten entgegensetzen wird. Das Freiwerden der 'bisher vor Antwerpen verbrauchten Velagerungsarmee dürfte aber zunächst uns den Vorteil bringen, daß jetzt der Angriff auf die französisch-englische Feldarmee in Nordfrankreich zu rascherer Entscheidung gefördert werden kann. Der deutsche Belagerungskommlnibcitr a» die Belgier. (Ctr. Bin.) Dem Oberhesehlshaber der Belager - ungsarmee von Antwerpen General v. B e s e l e r gebührt das Verdienst, die F l u g m a s ch i n e in größerem Maßstabe zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Feindesland verwendet zu haben. Aus dessen Anweisung hat ein« „Taube" über Asti - werpen sticht nur Bomben, sondern auch einen eindringlichen Ausruf an die Belgier, ausgeworfen. Die Prokla- rnation lautet Berliner Blättern zufolge wörtlich: „Belgische Soldaten! Euer Blut und Heil gebt Ihr keineswegs für Euer geliebtes Vaterland her, sondern für die Interessen Rußlands, eines Landes, das nur danach strebt, seine enorme Macht auszudehnen, vor allem aber, fiir England, das in seiner niedrigen Habgier diesen grausamen und. noch nicht dagewesenen Krieg heraufbeschworen hat. Don Anbeginn des Krieges an haben Eure Tageszeitungen, die ini Solde von Frankreich und England stehen, nicht ausgehört, Euch zu betrügen, und Euch über die Ursachen des Krieges und den Ausgang der Gefechte Zü täuschen, sie tust es auch heute noch. Eure Armeebefehle beweisen es, wie man Euch betrügt. Man sagt Euch, daß man Eure Kriegsgefangenen zwingt, gegen Rußland mitzukämpfen, Euer gesunder Verstand muh Euch aber sagen, daß dies unmöglich ist. Wenn der, Tao gekommen sein wird, da Eure gefangenen Kameraden zurückkehren, werden sie Euch sagen, mit welchen, Wohlwollen sie bebandel, wurden, und Ihr werdet dann vor Scham erröten über die unerhörten Lügen. Jeder Tag des weiteren Widerstandes bedeutet für Euch nicht wieder gutzumachende Leiden und Verluste, während Ihr nach der Uebergabe von allen weiten Leiden erlöst seid. Belgische Soldaten! Ihr habt lange genug kür die Interessen der russischen G r o h - fürsten und der K a p i > a l i st e n des perfiden Albions gekämpfl. Eure Lage ist Hoffnung s l o s. Deutschland, das um feine Eriflenz lampst, yar zwe, rupstcye^Armeen vernichtet. Es befinde, sich kein russischer Soldat mehr auf unserem Gebiet und in Frankreich besiegen unsere Truppen den letzten Mederstand. Wenn Ihr zu Euren Frauen und Kinde,,, zurückkehren wollt, so beendet diesen nutzlosen Kampf, der nur zu Eurem Untergang führen kann. Dann werdet Ihr die Wohltaten eines glücklichen und vollständigen Friedens genießen. v. B e f e l e r, Oberkommandanl der Belagerungsarmee. Die Deutschen haben A ch e I nahe der holländischen Grenze besetzt. Da auch Turnhout in den Händen der Deutschen ist, so scheint die Säuberung der Nordwestecke Belgiens vollständig. (Boss. Ztg.) Holland wahrt seine Rcutralität. 82 Handelsschiffe durch die Engländer zerstört. Rotterdam, 9. Okt. 32 deutsche Handelsdampfer, darunter der Llopddampfer „Eneifenau" und viele andere große Seedampfer, sowie über 20 Rheinschiffe sind heute im Hafen von Antwerpen auf Betreiben der, Engländer in dieLust gesprengt worden, da die Niederländer dem Verlangen, die Dampfer zum Abtransport von Flüchtlingen (der Garnison?) nach England durchzulaffen, nicht stattgaben. Zur Vernichtung der 52 deutschen Handelsschiffe im Hasen von Antwerpen schreibt die „Post": Offenbar hat man gehofft, inmitlen des allgemeinen Tohuwabohu , Militär mit durchzuschmuggeln, um es dann entweder in London oder in Ostende wieder an Land zu setzen. Hier hat nun Holland einen Riegel vorgeschoben. I Es war sich seiner Neutralitätspslicht bewußt und hat die Durchfahrt von Militär verweigert. Die > ganze Aktion scheint in erster Linie vom Gefühl der i Rache diktiert zu sein. * * * Frankreichs letzte Anstrengungen. AUS Lyon wird gemeldet, daß Frankreich gegen ! die deutsche Armee die letzten Anstrengungen macht. Von j der italienischen Grenze werden nunmehr alle Trup- i pen zurückgezogen, die nicht direkt für die Aufrechterhal- j tüng der inneren Ordnung notwendig sind. General I o s f r e s Heer besteht jetzt aus Fron - - zosen, Engländern, Belgiern, Negern und Hindus. Bald ' kommen wohl auch noch Kanadier hinzu. WTB. Bordeaur, 9. Okt. Nach hier einge - troffenen Meldungen hat sich der große Kampf zwischen ! den Verbündeten und den Deutschen im Nordweslen I noch ausgedehnt. Das Vorrücken der Verbündeten über A r r a s war der, Eegenzug gegen das Vorrücken der Deutschen auf der Linie Armentieres-ToUr- c o i n g. Gestern haben heftige Kleinkämpfe zwischen den deutschen und den französischen Vorposten slattge - ^ funden. Neue deutsche Truppenabteilungen sind heran- , gerückt, das läßt daraus schließen, daß die Deutschen ihre j Heere in Noydfrankreich in möglichst großem Umfange i verstärken. Bom Kr eg im Osten. Kopenhagen, 8. Okt. (Ctr. Bln.) Der „Ber- lingske Tidende" wird vom 6. Oktober 'aus London berichtet: Die russische Armee steh, jetzt ausgestellt, um das konzentrierte Vor,rücke» gegen Deutschland zu be - ginnen, wozu die Ankunft des Zaren im Hauptquartier das Signal geben wird. Die russische Hauptarmee steht längs dem mittleren Teile der Weichsel, der rechte Flügel l at mit Rennenkampfs Truppen Fühlung, die linke Flanke wird von den Armeen in Galizien gedeckt. Die deutschen Armeen bereiten sich zum Kamps vor durch einen Vormarsch aus der ganzen ^Front. Lie haben den Rückzug der Oeslerreicher, zum Stehen gebracht und schnell die zersplitterten Korps in gemischten deutsch - öst-erreichischen Armeen neu formiert. 4 Millionen Kam vier im Cftcu. Der militärische Korrespondent der „Times" schätz.; die gesamten deutsch-österreichischen Truppen im Osten aus 88 Divisionen mit allen zugehörigen Verstärkungen und die Russen aus etwa 100 Divisionen, die ununterbrochen durch neue Reserven verstärk! werden, die mit der größten Schnelligkeit der Front zugesührt werden. Also werden etwa vier Millionen M a n n in der, kommenden Riesenschlacbl einander gegenüberstchen. Kesterreictiische Waffenerfolge. WTB. Wien, 9. Okt. Amtlich wird verlautbart: 8. Oktober mittags: Beim weiteren Vordringen unserer Truppen wurde gestern der Feind an der Chaussee nach P r z e m y s l bei Baryez westlich von Dynow g e - warfen. Auch Rzeskow wurde wieder genommen, wo viele Geschütze erbeutet wurden. In dem Winkel zwischen Weichsel und Save nahmen wir den flüchtenden Russen viele Gefangene und Fuhrwerke ab. Erneute heftige Angriffe aus Przempsl wurden glänzend abgeschlagen. Der Feind hatte viele Tausend Tote und Verwundete. In den siegreichen Kämpfen bei Mara - marotz-Eziget wetteiferten ungarischer und osttzalizischer Landsturm mit den polnischen Legionären an Tapfer - keit. Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralftabs: von H ö f e r, Generalmajor. Die Säuberungsaktion in Bosnien schreitet weiter fort. Zu den bereits gemeldeten gegen die Montenegriner erzielten! Erfolge gesellt sich nun ein entscheidender Schlag gegenüber den in Visegrad kampflos eingezogenen serbischen Kräften. Ihre nörd - liche Kolonne wurde von Srebenica gegen Bajna Basta bereits über die Drina zurückgeworfen, wobei ihre Train- und Munitionskolonne abgenommen wurde. Die auf Romania Plamina vorgegangene Hauptkraft unter dem Kommando! des Erkriegsministers Bojanpvic, wurde von unseren Kräften in zweitägigem Kampfe vollständig geschlagen und entging nur durch eilige Flucht der von uns geplanten Gefangennahme. Ein Bataillon des 11. Regiments zweiten Aufgebots ist gefangen genommen und mehrere Schnellfeuer - Geschütze sind erobert worden. P o 1 i o r e k, Feldzeugmeister. Die österreichisch-ungarische Armee ist bemüht, die ihr, gegenübcrstehenden serbischen Kräfte, welche die Hauptmasse des serbischen Heeres bilden, entscheidend zu vernichten. Die serbische Regierung ist von Risch nach U c s k ü b übcrgesiedelt. In Serbien sollen schreckliche Z u st ä n d e herrschen. Die bisherigen Kricgsverluste der Serben betrügen 75 000 Tote und Verwundete. Für, letztere sei die ärztliche Hilfe durchaus unzureichend. Vom Seekrieg. WTB. Berlin. 8. Okt. Am 6. Oktober nachmittags ist das Torpedoboot „S. 116", während des Vorpoftendicnstes in der Nordsee durch einen Torpedo- schuß eines englischen Unterseebootes vcrlcren gegangen. Fast die gesamte Besatzung konnte gerettet werden. Das unterqegangene Bort gehörte einem veralteten Tnp an und ist im Jahre 1902 vom Stapel gelaufen. Allerlei Nriegsnachrichten. Berlin, 8. Okt. Aus B a n k k r e i s e n wird mitgeteilt, daß vom neutralen Auslande fortgesetzt Anfragen wegen Ueberlassung von Kriegsanleihen und Schatzanweisungen ein - gehen. Es werden hierfür Kurse geboten, die den Subskriptionspreis nicht unerheblich übersteigen. Wir werden das als ein Zeichen wachsenden Vertrauens zu der deutschen Kraft und zU den deutschen Waft'eneriolgen anseben dürfen. Nach einem römischen Telegramm der „Kölnischen Volksztg." verlautet dort, das; die Kriegserklärung Portugals an Deutschland unmittelbar bcvorstehe. (Ctr. Bin.) WTB. R o m, 8. Okt. Heute abend überreichte, laut der „Ag. Ttesani", der Kriegsminister G r a n d i dem Ministerpräsidenten sein Entlass ungs-Ee- f u ch. * * * Ich melde mich. Ich melde mich! Ob du mich, Herr der Heere, rufst oder nicht, ich trete in die Reihn; mit meinem Volke stell' ich mich zur Wehre, n meinem Volk will ich in Wüsten sein. melde mich! Mein Oberst, ich hör' ftagcn: „Wer ist bereit zu einem Todesritt in Feindesland auf Kundschaft? Ich wills wagen auf Tod und Leben, Herr, ich reite mit. Ich melde mich! Ich Hab' den Feind erkundet und seine Kugeln, o, ich macht sie wett. Die Sinne schwinden, todesschwer verwundet muh ich mich melden in das Lazarett. Ich melde mich, Herr über Tod und Leben, die Waffe senk' ich, kann micht kämpfen mehr. Heerscharen-Gott, dir Hab' ich mich ergeben, nun stell' mich ein ins gipste Geisterheer. Albrecht Thoma. ,, . . . zur Stelle, .Herr Leutnant. D. E. K. Den Tod eines deutschen Soldaten im Lazarett von Maastricht schildert in der dortigen „Deutschen Wochen-Ztg. für die Niederlande und Belgien" der Leiter des Krankenhauses Dr. Bkoer: .....Den dramatischen Höhepunkt aller Schrecknisse bildeten die letzten Worte eines jungen Deutschen. Tage und Stunden hatte er bewuhtlos gekegen. Kurz vor seinem Tode schlug er die Augen auf und flüsterte, sich mühsam ausrichtcnd: „Herr Leutnant, ich melde mich zur Stell e." Alle Umstehenden waren wie niedergeschmettert! In seinem Todeskampf siegte Noch das eiserne Pflichtgefühl." Xus Stadt und Land. n Giehen. Der Lehrbetrieb der Universität im kommenden Wintersemester wird trotz des Krieges am 30. d. Mts. in vollem Umfange wieder ausgenommen. Die Einschreibung auf dem Universitäts-Sekretariat beginnt schon am IS. Oktober. Die Vorlesungen der Dozenten, die im Felde stehen, werden von den hier noch verbliebenen Dozenten bereitwilligst mit übernommen. Nach vorläufiger Feststellung sind zu den Fahnen einberufen 36 Dozenten, 32 Assistenten und 41 Beamte und Bedienstete. Die grohe Zahl der Studierenden, die im Heere stehen, läht sich noch nicht übersehen. n G i e h e n. Der Konzertverein muh angesichts des Krieges von einer Festsetzung seiner übli - chen winterlichen Abannementskonzerte, die anfangs November zu beginnen ftfleglen, einstweilen wenigstens, ab- sehen. o Ulfa. Durch einen Divisionsgeistlichen war den Angehörigen des Wehrmanns Heinrich Bast von Ulfa mitgeteil! worden, dah dieser an denFolgen eines Bruft- schufses gefallen sei. Nach etwa 14 Tagen wurde den tieftrauernden Eltern und der Ehefrau nach den Tagen des Leides die grohe Freude zuteil, dah der Totgeglaubte selbst Nachricht von sich gab, wonach er in Bourges als Verwundeter gefangen liege. Er halte einen Schuh in die rechte Schulter bekommen und muhte von seiner Truppe (Inf.-Regt. Nr. 116) zurückgelassen werden. Gott habe ihn wunderbar erhalten-, sie würden in Frankreich sehr gut verpflegt, und die Leute seien recht gut zu ihm Und seinen Kameraden. o Wörrstadt. Dem Roten Kreuz stiftete der Wachtmeister H e h zwei silberne Medaillen, die ihm vom russischen Zaren verliehen worden waren. Heh war seinerzeit der 'Wachmannschaft, die den Zaren in Friedberg umgab, zugeteilt. ):( F r a n k f u r 1 a. M. Bei einer hiesigen Steuer-Zahlstelle wurde ein s a I s ch e r Darlehenskassenscheiu über 5 Mark eingezahlt. Die Polizei mahnt zur Vorsicht bei der Einnahme v^n Darlehenskasseufcheinen. ! O b e r st e i n a. d. N. Durch die Behörde ist hier der Höchstpreis für Kartoffeln auf 3 Mk. für den Zentner festgesetzt worden. Eine weitere Herabsetzung steht zu erwarten. * Auf Anregung einiger Meister und Arbeiter beschloh der Beamten- und Arbciter-Ausschuh der Kölner Fabrik von Gebrüder Ttollwerck A- E. eine Sammlung für die Kriegsspende der Stadt .Köln unter allen Angestellten. Das gesamte Personal wollte sich, wenn auch mit kleinen Beträgen, beteiligen. Die Sammlung ergab 5159 Mk., welcher Summe die Firma Stollwerck im Anschluh an ihre frühere Zeich - nung für das Rote Kreuz den gleichen Betrag beifügte. Außerdem wiederholte die Firma ihre erstmalige Spende von 10 000 Sckwkoladctaseln und Schokoladepulver für 200 000 Tassen zur Verpflegung der Truppen und Verwundeten an das Rote Kreuz und sonstige Vereine und hat fernerhin zur Pflege der Verwundeten die umfassenden Räume ihres Erholungshauses für ihr,e Angestellten dem Oberbürgermeister zur Verfügung gestellt, und zwar mit 100 Belten. Ausenthaltsräume fiir genesende Verwundete, Bäder sowie Küche und sonstige zweck - mäßige Einrichtungen sind in dem Erholungshause bereits Vorhände«. Verantwortlich: A l b i n Klein, Eichen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Giestrn. Sonntag, den 11. Oktober, 18. nach Trin. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Kinder aus der Markus- u. Militargenieinde. ! Vorm. 11 Uhr: Kindcrkirche für die Markusgcmeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Feierliche Eröffnung des Kcnsinnandcnuntcrrichts jür die Kinder der Matthäusgemeinde. Nächslkünftigrn Sonntag findet im Abendgottes - dienst Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgcmeinde gemeinsam statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vorm. 9 Yi Uhr: Pfarrer Ausfeld. Feierliche Eröffnung des Krnfirmandenunterrichts für die Kinder aus der Johanncsgemeinde. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirchc für die Johanues - Ge - mcindc. Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhl: Pfarrer Bechtolsheimer. Feierliche Eröffnung des Kcnfirmandenunlerrichts jür die Kinder ans der Lukasgemeinde. Abends l'/i Uhl: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwoch, den 14.j Oktober, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den l6. Oktober:, abends ^6 Uhr bis ^8Uhr: Vereinigung der konsumierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Die Ver- einigung der männlichen Jllgend beginnt Sonntag, den 18. Oktober. Nächslkünftiaen Sonntag, den 18. Oktober, findet im A b e n d g o 1 t e s d i e n st Beichte Und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeiude gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. * Hatholische Himciudr io Gießra. Samstag, 10. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genhcit zur hl. Deicht. Sonntag, den 10. Oktober. 19. Sonntag n. Pfingsten. Vorm. f>'/ 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der; hl. Kommunion. Bonn. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosen - kranzandacht mit Segen, mit Segen. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, abends um 6% Uhr ist Rosenkranzandacht mit Segen. Diaspora: In G r ü n b e r g um 9% Uhr. In Hungen um 10 Uhr. ' Oolral-pahrpian vom 1. Oktober 1914 bis auf weiteres. Von Wiegen nach Friedberg—Frankfurt a. M.r Giehen ab: l.^Z 4.3* 8.05 6.5* 8.5« 12.30 12.*» Friedberg an: 3.M 6.10 8.42 8.30 10.30 12 57 1 .0* Frankfurt an: 5.££ 8.02 9.18 io.»* 12 .** 4.3* 1*2 Giehen ab: 11." 1.5* 5.16 8.5* 8 « Friedberg an: 12.ro 3.30 5.61 7 04 8 .» 10.22 4*iS Friedg. Frankfurt an: 2.» 5.23 6.27 7.40 10 .*» — Von Giehen nach Gründer,,—Fntda: Giehen ab: 6 . 5 » 2 >r 6 « 7« 8.*3* Grünberg an: 8 .oi 4..00 8.21 io«; Fulda an + l.o* 9.03 11.21 9.<* 10 . 0 » Lauterbach Wntf t MüSr * Verkehrt Hur Sonn- und Feiertags. Von Gießen nach Hungen—Gelnhausen: Giehen ab: 4.35 8.35 12.35 7.» Hungen an: 5.*o 9.40 L*0 8.« Gelnhausen an: 8.05 12.05 4.05 10*5 Von Gießen »ach Fronhausrn—Marburg—Kassel: Giehen ab: 4.*Z 7.oi 11.36 9.5« 9*« 12 .« 4,*> Marburg an: 0.55 8.15 IO« 40« 10.55 1.35 5.55 Kassel an: IO.»* 1.18 12.08 12.3* 3.« 6 S3 10.*8 Giehen ab: 6 .o* 6.41 9.*i 9.« Marburg an: 2.3° Von Gießen nach Braunfels— Limbnrg— Koblenz: Giehen ab: 2.« 3« 7.« 34» 5*> 5.« 7.*» Koblenz an: 8 .°- 6*8 l.os 6 .*» 7» 7 .n jrö nur bis nur bis nur bis Limburg Limburg Weilburg Von Wiewen nach Tillenburg—Betzdorf—Köln: Giehen ab: 1.Z2 5.w 9.55 IO.#* 2 .» Dillenburg an: 3 .os 7.29 40*5 11 .*» 4 . 0 , Betzdorf an: 5.ZZ 9.44 11.3« — 6.34 Köln an: lO.o« 2.13 l.t» — 10.»4 Die fetten Stundenziffern bedeuten.Schnellzüge. ~ BBBE & I 3BBE Der Mensch bedarf der Menschen sehr 5u seinem großen Siele: Nur in dem Ganzen wirket er; viel Tropfen geben erü das Meer, viel Ivaffer treibt die Mühle. Ei 301 Das Reick der frau. 30E feaft du das deine recht getan, was gehen dich der Leute Reden an? Wer für alles gleich Dank begehrt, Der ist selten des Dankes wert. Laß sie nur spotten, laß sie nur schelten! was von Gold ist. das wird schon gelten! 14. XVIII. Das Männliche in der Lrauenkleidung. Unter allen Auswachsen, die die „Damenmode" in unseren Tagen gezeitigt hat, ist auch die „Vermännlichung" der LrauenKleidung zu rechnen, Hut, Kragen, Krawatte, Weste, Jackett, ja, auch der übermäßig enge Aock, der den Unterkörper der Lrau oft wie ein kosendem umschließt, stimmt mit den von den Männern getragenen Kleidungsstücken auffallend überein, Sun, Glück fand diese seltsame Neigung zur „Vermännlichung" der LrauenKleidung nicht allzugroßen Anklang bei dem weiblichen Teil des Menschengeschlechts, und die Herren der Schöpfung hatten selbstverständlich meistens nur Spott und Hohn für diesen seltsamen Hang, cs ihnen >m Aeußern gleichzutun. wer jedoch die Ansicht vertritt, daß eine dem Männeranzug ähnliche Kleidung für die Lrau bequemer sei, den könnte man auf die vielen losen, bequemen -Kleidungsstücke verweisen, die UNS die Mode des letzten Jahres be. scherte. Daß der allzu enge Aock, der oft kaum das Metermaß überschreitet, sicherlich nicht bequem genannt werden kann, wird gewiß jeder einschen. Das einzige, was an diesen, Aock gutzuhcißen, sind die Taschen, mit denen er hin und wieder versehen ist, Iveniger lobenswert ist allerdings die Angewohnheit mancher Lrauen, mit den Händen in den Tasche» in einer den lllannern ab- gesehenen Art herumzulaufen, wie es uns durch die Abbildungen IV und VII veranschaulicht wird. Einzig und allein bei der Ausübung irgendeines Sports, besonders des Bergsports, ist die männliche Kleidung bei der Lrau gulzuheihcn, Lür Sie „Kochtouristin" werden die kurzen Kniehosen mit den langen Strümpfen, die Sportjacke und der kleine Touristenhut zur Ilotwendigkeit, Diese Sportdamen brauchen sich des Lrauenrocks ja auch nur während des eigentlichen Bergsteigens zu entledigen und werden ihn für die Wanderungen durch das Tal sicher wieder anlegen, jSiebc Abb, III und Abb. VI.) In gefahrvollen Zeiten ist es gewiß auch bei der Lrau nicht zu verachten, wenn sie Mut und Entschlossenheit zeigt, und viele geschichtliche Beispiele lehren uns mutige Lrauen schätzen und lieben. Aber das Sprichwort: „Alles zu seiner Zeit" möge man auch hier nicht vergessen! Line Vermännlichung der LrauenKleidung hat entschieden Mut und Lntschlossenheit nicht inuner im Gefolge und ist in einer Zeit wie die jetzige unter zivilisierten Völkern sicherlich zu verwerfen. Die „edle Weiblichkeit" wird vor Ausschreitungen stets zurückschrccken, deshalb finden wir unter der deutschen Bevölkerung auch immer nur einen kleinen Teil der Lrauenwelt, der etwaige Auswüchse in der Lrauenmode bereitwilligst mitmacht. Der überwiegend größere Teil weiß, was er sich und seiner Lrauenwürde schuldig ist, und beweist das besonders in bedrängten Zeiten, die nach der Mithilfe der Lrauen dringend verlangen. Daß gerade in solchen Zeiten die Lrau vor allem darauf zu achten hat, alles Auffallende im Aeußern zu vermeiden, ist gewiß eine berechtigte Lorderung jedes gesitteten Menschen. kelene Grube. Aufgaben und Pflichten der Lrauen während der Nriegszeit. In dieser schweren Zeit, in der fast in.jeder Lamilie irgendein männlicher verwandter seine Dienste dem vaterlande wichne» muß, drängt es auch die Lrauen, sich hilfreich zu betätigen. Da ist cs aber vor allem notwendig, daß diese Betätigung auch eine planmäßige, nutzbringende, für alle Beteiligten richtig angewandte ist, Einzelne vermögen da wenig, deshalb haben auch in den verschiedensten Städten des Deutschen Aeiches sich die Lianen zu einer großen Drganisation zusammengeschlossen, um so gemeinsam Ser durch den Krieg heraufbeschworenen TTot — einerlei welcher Art sie auch ' sein möge zu steuern. vom „Bund Deutscher Lrauenvercine" ins Leben gerufen, umschließt diese Drganisation unter dem Namen „Nalionalcr Lrauendienst" in den einzelnen Städten und Städtchen fast sämtliche Lrauenvercine, Jeglicher Unterschied des Standes, jeglicher Hang zu Sonderinteressen ist dabei ausgeschaltet, und die Gewerkvcreine für Arbeiterinnen arbeiten in dieser Grganisation in vielen Städten Schulter an Schulter mit der Aristokratin, Je nach der sonstigen vcreinstätigkeit wirken die dem nationalen Lrauendienst an- geschlossenen Vereine für die Lamilienfürsorge, Arbeitsvermittlung, Lebensmittelversorgung, und außerdem hat er in manchen Städten auch eine Auskunftsstelle gegründet, in der den Lrauen unentgeltlich Aat und Auskunft in allen sie in dieser Zeit interessierenden Angelegenheiten zuteil wird. Den örtlichen Verhältnissen entsprechend arbeitet der „Nationale Lrauendienst" mit anderen, schon bestehenden oder mit Grganisationen zusammen, die nur für die Dauer des Krieges gegründet wurden. So wirkt er beispielsweise in i München im Verein mit dem „Aoten Kreuz", in Dresden schloß er sich einer .Kriegsorganisation der, Dresdner Vereine", die aus Männer- und Lrauenvereinen zusammengesetzt ist, an. Durch diese und ähnliche Verbindungen wird eine sach. gemäße Verteilung von Arbeitskräften und Geldmitteln erzielt, somit die Erhaltung der wirtschaftlichen Kräfte ermöglicht und einer Zersplitterung der Einzelnen werlvollen Arbeitskräfte und Geldmittel vorgcbeugt. Gewarnt werden die begüterten Lrauen im ganzen Deutschen Aeiche, durch falsche Liebes- tätigkeiten ihren minderbemittelten Mitschwestern das Brot zu nehmen. Gewiß liegt der Gedanke auch für jene Lrauen nahe, in uneigennütziger Hilfsbereitschaft für Kranke und ver- V Ldd. , wundete im Kriege, sowie für Bedürftige in der keimat zu nähen, zu stricken und ähnliche Arbeiten zu verrichten. Das sollte lieber vermieden werden, denn durch derartige Handarbeiten werden wohlhabende Damen sicherlich mancher mittellosen, des Ernährers beraubten Lamilie einen Beitrag zu ihrem Unterhalt gewähren, Lür die begüterten Lrauen und Mädchen bleiben ja noch so manche anderen Arbeiten der werktätigen Liebe übrig. Der Bahnhofsdienst, die Beaufsichtigung von Kindern solcher Lrauen, die für sich und diese Kinder das Brot verdienen müssen, — Mithilfe in den Volksküchen und Auskunftsstellen, Errichtung und Erhaltung von pflegestellen für durchziehende, verwundete Krieger u, dgl. Ja, da gibt es, je nach den örtlichen Verhältnissen, jetzt so manche Beschäftigung, durch die auch die begüterte Lrau in ihrem begreiflichen Drang nach einer nutzbringenden Tätigkeit sich verdient machen kann. Doch auch in moralischer Hinsicht haben die Lrauen heute größere Aufgaben zu erfüllen denn je zuvor, Ivo immer sie den rechten Trost spenden könnten, mögen sie in fraulicher Hilfsbereitschaft auch die verzweifelten und vcrzagicn auszurichten suchen und in edler Selbstlosigkeit stets bereit zu jeglicher Arbeit sein, mag diese Arbeit ihnen auch ungewohnt und deshalb schwer ausführbar scheinen. Da gibt es oft kein langes Besinnen, sondern durch schnelles, mutiges Eingreifen zeige die Lrau, daß sie als nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft auch in der schwersten Seit ihren Platz zu behaupten weiß, H. S, Verwertung von Gbst. Unsere Gbstauslagen, unter denen rotbackige Aprikosen und Pfirsiche, dunkelblaue pflaunien, herrliche Aepfel, Birnen und Weintrauben keine geringe Rolle spielen, beweisen uns, daß der Sommer zur Neige geht und der kerbst im Anzüge ist. Da heißt cs nun Vorrat für den Winter beschaffen und die Speisekammer mit eingemachten Lrüchtcn füllen. Zur größten Lreude der sparsamen Hausfrauen haben wir in den meiste» Gegenden Deutschlands heuer ein gesegnetes Dbstjahr, Deshalb sollte zu keiner Mahlzeit das Gbst auf dem Tische fehlen, und besoiidcrs di« Kinder sollten morgens regelmäßig einige Lrüchte genießen. Doch gebe man sie ihnen nicht ungeschält, den» die auf der Schale haftenden Llccke sind pilzwuchernngen, die schädlich fiir die vcrdauungsorgane find und manche Krankheiten verursachen können. Trauben wasche man, bevor man sie auf den Tisch bringt, und Pflaumen reib« man vor dem Genüsse mit einem reinen Tuche sauber ab. Bei den Trauben kommt es häufig vor, daß neben schönen reifen Beeren kleine, unreife sitzen, die sauer schmecken und deshalb achtlos-beiseite geworfen werden- doch eine achtsame Hausfrau darf nichts, das noch irgendwie verwendet werden könnte, fortwerfcn. Man sammle deswegen alle unreifen Trauben, die bei den Mahlzeiten zurückgelegt werden, und zerquetsche sie. Dann gieße man den Saft durch ein Tuch oder durch ein sehr feines Haarsieb, filtriere ihn, bis er klar ist, und fülle ihn darauf in geschwefelte Llaschen, die man fest verkorkt aufbewahrt. Dieser Saft gibt einen vorzüglichen Esstg, der feiner und wohlschmeckender als der gewöhnliche Essig ist. Bei einer reichen Pflaumenernte empfiehlt es sich, das so beliebte und gesunde Pflaumenmus selber einzukochen. Da es des Zuckers nicht bedarf, bildet cs ein billiges Kompott und wird auch auf Brot gestrichen gern gegessen. Aprikosen und Pfirsiche benutze man zu erfrischenden Add. IV. Bowlen, zu denen auch alkoholfreie weine zu empfehlen sind, und Aepfel und Birnen finden im Herbst die mannigfaltigste Verwendung in der Küche, wie sämtliche andere Lrüchte, sind sie auch zu Spiritusfrüchten zu verwenden; denn neben dem Rumtopf, der schon im Juni angesetzt werden kann, sollte ein Spiritustopf in keiner gut- gefüllten Speisekammer fehlen, während man aber die Rumfrüchte nach und nach in den gut gezuckerten Rum legt, nehme man zu dem Spiritustopf erst einige durchgeschnittene Pfirsiche oder Aprikosen und füge einige Teelöffel voll Jucker und zwei Löffel voll rekteflzierten Sprit hinzu. Nach ungefähr 4 Tagen, in Lenen man die Lrücht« öfter hin und her gewendet hat. lege man in di« durch den aurgezogenen Lruchtsast entstanden« Llüssigkeit einige weitere Lrüchte, auf die man einige Tropfen Spiritus tröpfelt, und füge eine dicke Zuckerschicht hinzu. In dieser weise fährt man eine Zeitlang fort, lege Pflaumen, Mirabellen, Tomaten und Trauben ganz in die Llüssigkeit, Birnen, Aepfel, Aprikosen, Pfirsiche und klein« Melonen aber geteilt oder gevierteilt, damit der Saft besser eindringt, Kernobst muß natürlich vom Kernhaus befreit werden. Die ganze Masse wird etwa 8 Wochen lang täglich mit einem Holzlöffel, der zu anderen Speisen nicht benutzt werden darf, umgerührt und nach Ablauf dieser Zeit in Gläser gefüllt, die luftdicht zu verschließen stnd. Billige Lalläpfel verwende man zu Apfel- gelee und Apfelkraut, nehme zu jenem aber aus 1 Pfund Lrucht 3 / 4 Pfund Zucker, So eingekocht, hält es sich jahrelang, Ls ist stets ratsam, in Jahren, in denen es reichlich viel Obst gibt, das billige Gbst in größeren Mengen einzukochen, um in Jahren, in denen das ülbst teuer ist, Vorrat zu haben. Dann kann man in den „schlechten Sbst- jahren" gern einmal mit dem Linkochen aussetzen und von den gesammelten Schätzen zehren. Bei einer guten Gb'sternte von Pflaumen, Birnen und Aepfel empfiehlt es sich auch, die Vorratskammer mit Dörrobst zu versehen, das man mit leichter Mühe im Bratofen oder auf der Herdplatte dörren kann, wer die sogenannten hölzernen Dörrplatten nicht besitzt, kann bei kleineren Mengen das Dörren auch ohne diese vornehmen, muß dann aber recht aufpassen, daß das betreffende Gbst nicht etwa verbrennt. Die Pflaumen werden am besten mit den Steinen gedörrt, da st« «ntsteint leicht an Saft verlieren. X. ru>b, ui. Add, I. x». tu. Briefpapiere, Briefumschläge, Korresfpondenzkarteit, Siegellacke in allen Tarben und Qualitäten empfiehlt fllbin Klein, Papierhandlung, Giessen, Zellersweg 8Z. cJumJtarJömde/, t //tyr/zz/v/Av/:' Wirkungen einer Hauskur: Die ausserordentlich wichtige und folgenschwere Nierenarbeit wird erleichtert und angeregt, die Zylinder, welche die Nierenkanälchen verstopfen, werden herausgespült, der Eiweissgehalt lies Harns verliert sich, Beklemmungen und Atemnot nehmen ab, die überschüssige Harnsäure, welche die Ursache zu allen rheumatischen u. gichtischen Leiden ist, wird abgetrieben. Gries und Nierensteine gehen ohne besondere Schmerzen ab. das Drücken und Brennen beim Urinieren fällt weg, der Magen. Nieren und Blase werden gereinigt und der Urin wird klar Es tritt ein Wohlbefinden ein, welches früher nicht vorhanden war. Man frage den Arzt. Literatur frei durch Reinhardsquelle G. m. b. II bei wiidungen. 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