(»ewfte «achrtcht«) — r vezugspreir 25 pfg. monatlich vrrrrcljährüch 7d Pfg., »orauSzahlbar, frei tnSHau». Abgeholt ta unserer Expedillon oder in den Zweig- auSgabestellen vtertelslihÄtch 60 Pfg. — Erscheint Mittwochs und Lamstags. — Redaktion: SeiterS- weg 83. — Mir Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangirr Manuskripte wird nicht garantiert. ■■— » Verlag der „Sieffener Zeitung" G. m. b. H. Lkpedillovr SeUnrweg 85 «nzri-enpreir 15 Pf-. die 44 wm breite Petitzeile sür AuSwärtS SO Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreiiung des ZahlungS. - ziele» <30 Tages, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegsall. Platzvorschristen ohneBerbindlichkeit. Druck der Gießcuer Verlagsdriickcrci, Albin Klein. Nr. 81 Mittwoch, ven 7 . Oktober 1914. Telephon Nr. 362. 20. Iührg. Weltkrieg. Antwerpen vor dem Fall. Neuer Sieg über die Russen. Äiantschou wird heldenmütig verteidigt. Vom Krieg im Weste:?. Auf dem Kriegsschauplatz im W e st e n geht es nach unseren Begriffen zurzeit recht langsam voran. Man muh sich aber vergegenwärtigen, dah die beiderseitigen Heere zum grohen Teile einen Festungskrieg führen insofern, als die Franzosen vielfach sich tatsächlich in Festungen befinden, vor denen die Deutschen stehen, andererseits aber Feldbefestigungen erbaut haben, was auch die Deutschen taten. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dah nicht mehr über die Einnahme von Dörfern und Städten berichtet wird, sondern dah die Nachrichten sich dabei bescheiden, ein Vorwärtskommen feststellen zu können. Da die Franzosen an keiner Stelle der langen Schlachtfronl durchkommen konnten, haben sie es mit einer Umgehung versucht. Zu diesem Zwecke warfen sie grohe Truppenmassen nach Nordwesten, an den rechten Flügel der deutschen Armee. Der Versuch mihlang ab. Die Deutschen rückten ebenfalls mehr nach der Nordsee hin, und schlugen die Franzosen zurück. Dadurch wurde nun die Schiachtfront noch viel länger, die Franzosen sprechen von 500 Kilometer. Grohes Hauptquartier. (Amtlich.) Aus dem westlichen Kriegsschauplatz geht der Kampf am rechten Heeresslügel und in den Argonncn erfolgreich vorwärts. Antwerpen. WTB. Großes Hauptquartier, 5. Okt. abends. Vor Antwerpen sind die Fcrts Kessel und Brachem zUm Schweigen gebracht. Die Stadt Sichre und das Eisenbahnsort an der Bahn Me- chcln-Antwerpen sind genommen. Es wird bestätigt, dah der gesamte Sektor von Waelhem bis Vier sich in den Händen der Deutschen befindet. Die Forts sind vollständig zusammen, geschossen mit Ausnahme von Waelhem. Die eroberten Forts fitro durchaus von modernster Konstruktion, sie übertrasen die zum Teil 20 und 30 Jahre allen Forts von Lüttich Namur um «in bedeutendes. Die Deutschen haben nun den festesten Teil der Position in Händen, sodah über den Fortgang der Operation kein Zweifel sein kann. Die eroberten Forts sind: die starken Forts Waelhem mit St. Katherine, die Nedoutcn Dorpveld und Boschbeek, Fort Koninghyckt, die Redoute Tallert, das starke Fort Lier und wahrscheinlich auch die etwas weiter zurückgelegene Schanze an der Eisenbahn bei Dussel, von der die Belgier sagen, dah sie durch die Deutschen stark beschossen wurde. DU die Belgier ferner sagen, die Deutschen seien von Lier vertrieben und nach Ressel ab- marschierl, so heiht das für. den, der die belgische Ausdrucksweise verstehen gelernt hat: Nachdem die Deutschen Lier zusammengeschossen haben, beginnen sie ihre Arbeit bei Fort Ressel. (Ctr. Bln.) Aus Antwerpen wird nach Rotterdam gemeldet: Die Belgier organisieren noch eine letzte Verteidigung ihres Landes. Der Kommandant der Festung, General de Guise, hielt eine Ansprache an die Truppen, worin er das baldige Erscheinen englischer HilsstrUppen ankündigtc. Grohe Enttäuschung erregte aber die Meldung, dah die Deutschen die Stadt Tornay, die die Verbindung zwischen den französisch-englischen und den belgischen Truppen bilden sollte, zurückerobert haben. WTB. Grohes Hauptquartier, 6. Okt. abends. (Amtlich.) Die fortgesetzten Umsassungsversuche der Franzosen gegen unsern rechten H e e r e s f l ü- g e l haben die Kampffront bis nördlich Situs ausgedehnt. Auch westlich Lille und westlich Lens trafen unsere Spitzen aus seindliche Kavallerie. In unseren Gegenangriffen über die Linie Arras-Albert- R o y e ist nioch keine Entscheidung gefallen. Auf der Schlachffront zwischen Oise Und Maas bei Verdun und in Elsaß-Lothringensind die Verhältnisse unverändert. Der amtliche sranzösische Schlachtbericht vom 5. Oktober, 3.20 Uhr nachm., hebt hervor, dah aus dem linken französischen Flügel die Schlacht einen äußerst heftigen Fortgang nimmt, dah der Kamps jedoch bisher unentschieden ist. An verschiedenen Puickten muhten die Franzosen zurückweichen und das Terrain ausgeben. Stockholm, 6. Okt. (Ctr,. Bln.) Die belgische Regierung trifft alle Vorbereitungen, um Antwerpen aus dem Wasserwege zu verlassen und nach London überzusiedeln. Deq ganze äußere Be- sesiigungsgürlel südlich der Stadt ist in deutschen Händen. Die Bresche ist 13 Kilometer lang. Die inneren Werte werden seit dem 4. Oktober mit schwerer Artillerie beschaffen, die jetzt kaum 18 Kilometer von^ den wichtigsten Hafenbauten entfernt steht. Auch die Stadt L a k a e z e n an der holländischen Grenze ist von den Deutschen besetzt. (Voss. Ztg.) Die Belgier liehen vor einigen Tagen ein halbes Dutzend schwere, mit Sand gefüllte Eisenbahnzüge in rasender Fahrt führerlos ins Blinde auf die deutschen Linien losfahren uUd dachten wohl, damit grohen Schaden anzurichten. Einer dieser Züge kam in Hal _ an, als gerade ein deutscher Truppentransport die Stadt verlassen hatte, so daß glücklicherweise nur zwei deutsche Bahnbeamte dem Anschlag . zuM Opfer sielen. Der Zug liegt nun als wirre Masse bei Hal. Sofort wurden mm zwei kleine Brücken westlich von Hal durch die Deutschen gesprengt. Die kurz daraus ankommenden wilden Züge stürzten in den Abgrund, ohne jeglichen Schaden anzurichten. — Im Kriege mag allerhand erlaubt sein, aber diese gemeinen Streiche charakterisieren trotzdem die niedere Denkungsweise der Belgier. Darum: diesem Volke und diesem Laude kein« Schonung. Die Berichte aus Belgien lassen eckcnnen, dah man auch in Belgien sich aus den Krieg gegen Deutschland gerichtet halle. Die Vorbereitungen, die sür den Franktireurkrieg getroffen wurden, konnten nicht mehr getros- sen werden in der Zeit nach Ausbruch des Krieges, sie waren vorher getroffen worden. Die Belgier sind nicht besser einzuschätz-en wie die Franzosen, ihnen gebührt das gleiche Schicksal. Vom Kr^ea im Oüen. Aus dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz ist der russi- sche Vormarsch gegen Ostpreußen im Gouvernement Suwalki zum Stehen gebracht. Bei Survalki wird der Feind seit gestern erfolgreich angegriffen. 3000 Russen gefangen. In Russisch-Polen vertrieben deutsche Truppen am 4. Oktober die russische Garde-Schützenbrigade aus einer befestigten Stellung zwischen Opatow Und Ostrowiec und nahmen ihr etwa 3000 Gefangene, mehrere Geschütze und Maschinengewehre ab. Am 5. Oktober wurden 2 l /t russische Kavalleriedivisionen Und Teile der Hauptreserve von Iwangerod bei Radom angegriffen und aus Iwangerod zurückgeworsen. In Galizien kämpfen an der Seite der Oe- sterreichcr nun auch deutsche Truppen. Diese Truppen - Verschiebungen haben in den letzten Wochen gut statt- gefUnden; die Oeffenllichkeit erftlhr nichts davon, weil sie über solche Dinge nichts erfahren darf. Nun aber die Deutschen dort sind, hören wir auch schon, dah die so verstärkle verbündete Armee zum Angriff gegen die Russen übeigegangen ist. Der Zar im Feld. Aus Petrograd wird gemeldet, dah der Zar nach dem Kriegvschauplatz abgereist ist. Von Petersburg wird telegraphisch nach Paris gemeldet, dah der Zar am Samstag in Lublin eingetroffen ist, um den kriegerischen Vorgängen persönlich beiwohnen zu können. Ocstcrrcichische Waffencrfolge. WTB. Wien, 2. Okt. Amtlich wird bekannt gegeben: Unsere in Serbien befindlichen Truppen stehen seit zwei Tagen im Angriffskampf. Bisher schreitet die eigene Offensive gegen den überall in stark verschanzten und mit Drahthindernissen geschützten Stell - ungen postierten Gegner zwar langsam, aber günsttg vorwärts. Mit der Säuberung der von serbischen und montenegrinischen Truppen und Irregulären beunruhigten Gegenden Bosniens ist energisch begonnen worden. Hierbei wurde gestern ein komplettes serbisches Bataillon umzingelt und entwaffnet und als kricgsge - fangen abtransportiert. Die von den Serben verbreitete Behauptung über die Vernichtung der 40. Honveddivi- jion ist ein neuerlicher Beweis der lebhaften serbischen Phantasie. Diese Division befindet sich, wie die Serben sich zu überzeugen in den letzten Tagen wiederholt Gelegenheit hatten, in bester Verfassung in der Gesechts- front und nahm ebenso wie bei Visegrad auch an den Kämpfen der letzten Woche rühmlichsten Anteile P o t i o r e k, Feldzeutzmeistcr. WTB. Wien, 6. Okt. Die Operationen in Russisch-Polen und Galizien schreiten rüstig vorwärts. Schulter an Schulter kämpfend warfen deutsche und österreichungarische Truppen den Feind von Opatow und K l i m a t o w gegen die Weichsel zurück. In den Karpathen wurden die Russen am Uszakerpaß vollständig geschlagen. Berlin, 6. Okt. Bei den letzten Kämpfen östlich der D r i n a sind die serbischen Schumadja und Mo- rawa-Dimsionen fast votilständig aufgerieben worden. Im ganzen haben die Serben bisher 13 000 Tote und über 50 000 Verwundete. (Ctr. Bln.) Vom Seekrieg. Ueberall ist null auch der Kolonialkrieg entbrannt. Die Japaner stehen an den Grenzen von K i- a u l s ch o U, die Engländer und Franzosen sind in deutsche Kolonialgebiete in Afrika und dem indischen Ozean eingefallen. Wenn wir auch wissen, dah die Deutschen sich nirgends kampflos ergeben werden, kann das Schicksal verschiedener Kolonien doch nicht Zweifel - hast sein. Die dort stehenden deutschen!Besatzungen stehen eben bald einer grohen englischen Und französischen Ue- bermacht gegenüber, der sie aus die Dauer nicht standhalten können. Daraus braucht man aber nicht zu schließen, daß wir diele Kolonien verlieren. Wenn wir in Europa siegen,, müssen die Engländer die Kolonien wieder herauSgeben. widrigenfalls — nun, wir würden sagen, widrigenfalls London in einen Trümmer - Hausen verwandelt wird. ttiautschou verteidigt sich. WTB. Berlin, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Die,.B. Z. a. M." meldet: Bon unserem besonderen Berickllerstatter aus Rotterdam wird uns heute mitgeteilt: Beim ersten Sturniangrifs aus die Iiffantericwerkc vcn Tsingtau wurden die vereinigten Japaner und Engländer mit einen, Verlust von 2500 Mann z u rück- geschlagen. Die Wickung der deutschen Minen, Geschütze und Maschinengewehre war vernichtend. Der rechte Flügel der Verbündeten wurde von dem öfter - rcichisch-ungarischen Kreuzer „Kaiserin Elisabetl." und dem deutschen Kanonenboot „Jaguar" wirksam beschossen. Die deutschen Verluste feilen gering sein. Die Japaner warten Verstärkungen aus Japan ab. Deutsche Erfolge zur Lee. Die deutschen Kreuzer „Scharnhorst" und „Eneise- nau" sind nach einer amtlichen französischen Meldung am 22. September vor Papeete aus Tahiti erschienen und haben das kleine Kanonenboot „Zelee", welches am 14. September abgerüstet im Hafen lag, in den Grund gebohrt. Hieraus beschossen sie die Stadt Papeete, welche von Forts umgeben ist, und fuhren weiter. Allerlei Uriegsnachrichten. Erbürgermeisler M a r in Brüssel wurde für die Kriegsdauer als Gefangener nach Deutschland gebracht. WTB. Brüssel, 6. Olt. (Nichtamtlich.) Wie bereits gemeldet, bestimmt eine Verordnung des Gouverneurs für die besetzten Gebiete Belgiens die Annahme- pflicht deutschen Geldes in Belgien und setzt für die Mark einen Mindestkurs von 1.25 Francs fest. Es wird somit der deutschen Industrie und dem deutschen Handel möglich sein, ihre Bezüge aus Belgien in Mark zu bezahlen, was vor allem für Rheinland und Westfalen von groszer Bedeutung ist. Das geheimnisvolle Verschwinden eines Unterseebootes. Ein Beamter der italienischen Werft Fiat Sangiorgio mitsamt 16 Arbeitern entführte, angeblich ohne Wissen der Werstleitung, ein für Rußland her- gestelltes, jedoch unvollständig bewaffnetes Unterseeboot nach Korsika. Die italienische Regierung lzattewegen ihrer Neutralität die Ablieferung des Unterseebootes verboten. — Zu dieser Flucht des Unterseebootes meldet die „Voss. Ztg." Der Entführer ist ein in den Diensten der Fiat - Werft flehender italienischer Marineoffizier, der, 13 andere Angestellte für seinen Plan gewonnen hat, und der seine leidenschaftliche Zuneigung zü Rußland und Frankreich Und seine Kriegslust nie verhehlte. In einem hin- terlassenen Schreiben an d'e Behörden versichert er die Notwendigkeit der Beteiligung Italiens an dem Kriege, die er beschleunigen will. Die Nachforschungen nach dem Unterseeboot sind bisher ergebnislos geblieben. Es ist anzunehmen, daß das Fahrzeug Corsica erreicht hat, wo die noch fehlende Armierung vorgenommen werden wird. Die Regierung ist sehr betroffen und beschuldigt die Werft mangelhafter Ueberwachung. Tic Türkei benat sich Deutschlafids Fcirchcn nicht. Nach einer Privatmeldung sind alle Versuche des Dreiverbandes, die Türkei zur Oeffnung cher Dardanellen zu veranlassen, gescheitert. Nach eine'? "weiteren Meldung kreuzt ein französisch-englisches Geschwader vor den Dardanellen. — Nach den letzten Nachrichten haben die Entente-Mächte in einem Ultimatum von der Türkei die Oeffnung der Dardanellen verlangt. Der albanische Aus st and gegen die Serben wird als ein Vorspiel weiterer großer Ereignisse auf dem Balkan betrachtet. * Essad Paschas Einzug in Durazzo er- fclgte an der Spitze von angeblich 12 000 Mann. Vom Balkon seines Schlosses aus hielt Effed Pascha eine Ansprache an das Volk. Er versprach eine Aera der Gerechtigkeit. Japaner in Indien. Der „Berl. Lek.-Anz." schreibt: Einem unverbürgten Gerücht zufolge sollen japanische Truppen in Indien gelandet sein. (Etr. Bln.) Der innere Sinn unseres Kampfes. Während unsere Krieger im Felde stehen, lauschen allabendlich in Berlin dichtgedrängte Scharen den Reden unserer geistigen Führer, die in „Reden in schwerer Zeit" sich bemühe», Aufklärung über die geistigen Grundlagen dieses Weltringens zu verbreiten. Auch die „Urania", Berlins großes, populär-wissenschaftliches Bild - unqsinftitut, widmet sich jetzt solcher Aufklärung. Als erster sprach der Jenenser Philosoph Professor E u ck e n über utrsere gerechte Sache. Er ging nur kurz auf die äußeren Ursachen des Krieges ein, auf den Kampf der asiatischen Massen und des Panmoskowitismus gegen europäische Kultur und Individualität. Wie die Griechen gegen die Perser, wie das Mittelalter gegen die Hunnen, so kämpfen jetzt wir gegen eine Welt für Freiheit gegen unersättliche Gier, für Kultur gegen blinde Eroberungslust ohne geistigen Inhalt. Die Russen sind unersättlich, die Franzosen haßerfüllt aber verhältnismäßig anständig, die Engländer aber einfach schurkisch. Unter dem Schein der Morglität verdecken diese Pharisäer ihre nackten eigenen Interessen. Nehmen wir aber unser Volk, so finden wir: der Krieg ist für uns eine Notwendigkeit ! Uns treibt eine gewaltige innere Stimme. Wir kämpfen für die Freiheit aller Völker. Nietzsche hat uns das Volk des Gemütes genannt. Wir haben das Streben, unser Leben von innen heraus zu führen und zu verstehen. Innere Ueberzeugung, Einsetzen der Gesinnung zeichneten uns immer aus. Der Anfang des Krieges bot uns eine gewaltige Erhebung unseres ganzen Volkes, eine Erhebung, die alles vorangegangene vergessen ließ. Uneinigkeit war stets ein Erbfehler der Deutschen, aber schon das Jahr 1870 sah sie schrvinden. Und heute ? Welche Wand - lung! 1870 muhten sozialdemokratische Führer in die Festung gebracht werden, damit sie nicht störten, heute aber ehren wir das Andenken des großen sozialdemo- krat. Führers Frank, der den Heldentod in der Schlacht starb. Nie wieder werden wir uns so scharf bekämpfen können wie früher, denn immer steht dahinter die Erfahrung: im entscheidenden Augenblick waren wir einig. Das können wir nie vergessen. Sammelt Gold für die Aeichsbantr! Bei Beginn des Krieges hat die Reichsbank wiederholt öffentlich darum ersucht, das vorhandene Gold an sie zwecks Stärkung ihres Goldbestandes abzuführen. Trotzdem haben zweifellos viele ängstliche und kurzsichtige Leute Gold für sich gesammelt, inzwischen aber wohl eingesehen, daß Banknoten und Kassenscheine genau den gleichen Wert haben. Wenn sich trotzdem heule noch 2000—3000 Will. Mark in Goldstücken a 10 und 20Mark im Verkehr befinden, so bedeutet dieses, daß, im Durchschnitt gerechnet, jeder der 66 Millionen Einwohner des Deutschen Reiches noch Mk. 30.— bis Mk. 40.— in Gold besitzen müßte. Die weitaus meisten Menschen werden sich nicht darüber klar sein, daß es ihre vaterländische Pflicht ist, dieses Gold, je früher, desto besser, bei der Reichsbank, einer Großbank oder Postanstalt gegen gleichwertige Scheine einzutauschen und abzuliesern, und daß sie ein Unrecht begehen, wenn sie aus Gleichgültigkeit oder aus anderen Gründen das Gold in ihren Besitz behalten. Es kann nicht oft genug daraus hingewiesen werden, daß jedes 10- oder 20-Mark-Stück, das die Reichsbank mehr bekommt, den Goldbestand, d. h. auch ihren Kriegsschatz verstärkt, weil sie dadurch auch in die Lage versetzt wird, den dreifachen Betrag in Scheinen veraus - gaben zu können. Tausende von Männern und Frauen, jungen Mädchen und jungen Leuten haben zur Zeit den stärken Wunsch, sich vaterländisch zu betätigen, ohne zu wissen, in welcher Weise dieses ihnen möglich wäre. Würde jeder einzelne, ob jung oder alt, zunächst das in seinem Besitz noch befindliche Gold zur Reichsbank tragen, dann aber vor allen Dingen in seinem Bekanntenkreise, in allen Ladengeschäften und Wirtschaften systematisch Rückfrage halten, ob man ihm nicht Gold für Papiergeld geben könne, so würden ohne Schwierigkeit große Summen Goldes ermittelt und der Reichsbank zugeführt werden können. In erster Linie müßten allerdings auch die Besitzer von Gasthöfen, Speise- und Kaffeehäusern, von Ladengeschäften und Warenhäusern in diesem Sinne wirken und es ihren Angestellten zur Pflicht machen, Gleiches zu tun. Auch die Versicherungsgesellschaften durch ihre Vertreter (Kollekteur!), sowie auch namentlich die Kellner müßten jedes nur erzielbare Goldstück sammeln und abführen. Es erscheint mi^, als wenn sich speziell auch bei den Bewohnern auf dem Lande noch viel Gold befände, und könnten hier namentlich die Geistlichen und Lehrer aufklärend und sammelnd wirken. W i e gute Resultate nach der Richtung hin zu erzielen sind, beweist der Umstand, daß der Schreiber dieser Zeilen innerhalb nur.eines Tages für Mk. 2500 Goldstücke eingesammelt und an die Reichsbank abge- führt hat. Würden in allen Städten und Orten Deutschlands Tausende, ja Millionen von Menschen eine derartige Tätigkeit nur während einiger Zeit ausüben, dann müßte es mit Bestimmtheit möglich sein, den Goldschatz der Reichsbnnk um wenigstens 1—2 Milliarden Mark noch zu erhöhen. Dies würde aber nicht nur für die die gesamte Wirtschaftslage, sondern namentlich für den Krieg und insbesondere auch dem Auslände gegenüber von ganz außerordentlichem Werte sein. Ein jeder muß sich vor Augen halten, daß er mit einer solchen Tätigkeit im vaterländischen Sinne ein gutes Werk tut ! Sammelt daher Gold für die Hrtrfielmnf? ! von der geldpost. Von jetzt ab können Postsendungen von Kriegsgefangenen und für solche angenoinmen und befördert werden. Zunächst werden nur o s s e n e Briefsendungen ohne Nachnahme, und zwar offene gewöhnliche Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere, ferner Briefe und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme sowie Postpakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahme innerhalb Deutschlands, nach und aus Oesterreich-Ungarn und den neutralen Staaten sowie im Vcckehr mit Belgien, Frankreich, Großbritannien und Rußland zugelassen. Postanweisungen sind in demselben Bereich mit Ausnahme von Belgien, Großbritannien u. Rußland zulässig. Im Verkehr mit dem Auslande werden die Sendungen, die von Kriegsgefangenen abgesandt werden oder für sie bestimmt sind, gebührenfrei beför - dert. Im Veckebr innerhalb Deutschlands werden gebührenfrei befördert: gewöhnliche offene Briefe bis zum Gewicht von 50 Gramm einschließlich und gewöhnliche Postkarten, die 1. für Kriegsgefangene bestimmt sind oder von ihnen abgesandt werden, 2. die sich auf Kriegsgefangene beziehen und unmittelbar oder mittelbar von den Auskunstsslcllen über Kriegsgefangene aufgeiiefea werden oder für sie bestimmt sind. Alle übrigen Sendungen sind portopflichtig. Unter „Verkehr innerhalb Deutschlands" ist auch der durch die deutsche Feldpost im Auslande vermittelte Verkehr mit Deutschland zu verstehen. Die Senkungen sind von dem Absender mit dem handschriftlichen oder gedruckten Vermerk Zlriegsgesan- genenscndung" zu versehen. Postanweisungen für Empfänger in Frankreich sind auf der Vorderseite des für den Auslandsverkchr bestimmten Formulars mit der Adresse der Oberpostkontrolle in Bern (Schweiz) zu versehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung auf der Rückseite des Abschnittes genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst für die Freimarken zu dienen hat, ist die Bemeckung „Kriegsgesangenensen- dung. Tarsrei" anzubringen. Die Adresse, an die sich dieAügehörigen von Kriegsgefangenen wegen Auskunftcrteilung wenden können , lautet: „Comitee- international de la Eroir-Rouge, Agence des Prisonniers de Guerre, Genf" (interüatio- nales Ennittelungsbureau für Kriegsgefangene). gi «il di di nt P 1 K ds i“ [» ®i Iflt ge da 1. gürs Note Ureuz. ::: D e r Herzog von Kobürg (engl. Prinz) l gibt sämtliches, zum Abschuß gelegt« Wild den Lazaretten für deutsche Verwundete umsonst. z. ::: Dr. I e r o m e Stonboyough, Amerikaner, zahlt 10 Jahre lang 15 000. Mark für die hilfsbedürftigen Familien der Krieger. ::: Eine alte Frau erschien in Worms bei dem Röten Kreuz mit einem Briefumschlag, der Mk. 25 t enthielt. Auf deinsclben stand geschrieben: Erlöch für meine weißen Haare ! Ein rührendes Beispiel der Op- 5- serwilligkeit! Die Frau hatte ihr weißes Haar geopfert, um dem Vaterland hiermit dienen zu können. ::: Ein Dien st mädchen überwies nach dem , „Kölner Tageblatt" ihre gesamten Ersparnisse von 2196 " Mack dem Roten Kreuz. Das Mädchen hatte bei Ausbruch des Krieges gelobt, bei Erhörung ihres Gebets ihre Ersparnisse dem Valerlande zu opfern. Die glänzenden Waffcntaten unseres Heeres erschienen ihr als die Erfüllung des Gebets, und sie lieh sich von demOrts- vorsteher, auch vorn Bürgermeister nicht davon abbringen, ihre gesamten Ersparnisse zu opfern. ::: Die Sträflinge Sonnenburgs stifteten dem Röten Kreuz 7300 Mark. Die deutsche grau. Ihr Mägdlein all, o laht's euch sagen, . Wir wollen uns recht einfach ttagen In dieser und i» künst'ger Zeit: Das Einfach-Schöne woll'n wir wählen, Und im Entsagen uns auch stählen, Uns schmück' ein schlichtes, deutsches Kleid. In diesem wollen wir uns zeigen, Sittsam, bescheiden ohne Gleichen, Wo wir auch steh'» — wo wir auch gch'n. So mögen unsre braven Krieger, So so'len unsre tapfren Sieger Dereinst die deutsche Frau nur seh'n. Asta von Wegerer. jftH Stadt u»d Land. * Die Groß Herzogin hat dem Kultur-Inspektor Heinrich S l e i n b a ch in Gießen den Charakter „B a U r a t" verliehen. * Das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse erhielt Oberstleutnant Eduard K r« u t e r, Führer des Re- seroe-Jnfanterie-Regiments Nr. 30 (früher lange Jahre im Eießener Regiment). n Gießen, 5. Okt. Wegen hervorragender Führung seiner Kompagnie wurde der früher« Feldwebel der 8. Kofnpaftnie vom Leib-Garde-Jnfanlerie-Regiment Nr. 115, Hermann B ö n i n g, jetzt Leutnant in der 1. Kompagnie des Reserveregiments Nr. 116, mildem Eis-ernen Kreuz ausgezeichnet und zum Oberleutnant befördert. Mit dem Eisernen Kreuz wurde ferner ausgezeichnet Stabs- und Regimenlsargl Dr. Richte r in Gieße», zurzeit Jnf.-Reg. Nr. 80. n Gieße». Der, Gießener Ehrenbürger Geheim. Obermedizinalrat Dr. Georg G a f f k g-Berlin, Een- Arzt a. l. s. der Armee, ist nach dem westlichen Kriegsschauplatz berufen und hat sich dahin begeben. Gaffky ist ein hervorragender Spezialist für Jnsektionskrankhei- ten. n Gießen. Das Konzert auf der Liebigs - höhe zum Besten der Hinterbliebenen gefallener G i e ß n e r, hatte sich eines überaus guten Besuches zu ersreuen, so daß ein nicht unbedeutender Betrag dem Oberbürgermeister zur Verfügung gestellt werden kann. ! Mai uz. Zwei beliebte Dirigenten hiesiger Mi- litärkapellen, die sich beide draußen im Felde befinden, Obermufikmeister Otto Schleifer vom, Infanterie- Regiment Nr. 117 und Obermufikmeister. O.-L i sch k.« vom Pionierbataillon Nr. 21, konnten gestern auf eine 25jähckge Dienstzeit zurückblicken. tir dr im du pri nti bei sei jltl ist »il 8 .' Cli Io Ul lii >k- iti 7, ll, »t! »ii 8ti Ho Ho dr Üti «u sich i»t '•fl iflo tl( 3i tD m lief, ii d»» i«iatv 6nv lt dt; «bi, “Oft % 'ortet mftt ticgs, inen, »%, Halit 3mtj) iaja: leiilt Jfsbe= 15 bti W.25 9 sll! rvst 'Wert, > dm AR Aut »edel- glänz ils di, Crtt bbkm ijtetei l ! Mainz, 2. SD!t. Hier wurden gestern gegen 2 0 0 0> R e s e r v i sl e n entlassen, da sie nicht mehr gebraucht wurden. Es handelt sich dabei um Ersatzreser- visten. Die felddienstsähigen Leute werden ausgebildet, die anderen heimgeschickt. Verschiedene Kompagnien wurden aufgelöst. * Pfarrer Korell in Niedey-Ingelheim hat seit einiger Zeit an im Felde stehende Nieder-Ingelhei- mcr eine auf der, Schreibmaschine hergcstellte „F e l d - postzei < ung" mit angefügten Familiennachrichten versandt; um auch seine Gemeinde mit den tapferen Soldaten in Verbindung zu erhalten und ihnen mancherlei zu sagen, war in Briefen der Angehörigen nicht immer so zum Ausdruck kommt. Fahrpretsermästtgung zum Besuch Ucrwundctcr Krieger. Zur Erleichterung des Besuchs kranker oder verwundeter deutscher Krieger, die sich innerhalb Deutsch - lands in ärztlicher Pflege befinden, werden mit sofortiger Gültigkeit für das Gebiet der deutschen Staatseisenbahnen nachstehende Tarifdestimmungen cingesührt: 1. Angehörige kranker oder verwundeter, in ärztlicher Pflege innerhalb Deutschlands befindlicher deutscher Krieger werden zu deren Besuch in der zweiten, dritten oder vierten Klasse zum halben Fahrpreis, in Schnellzügen außerdem gegen tarifmäßigen Zuschlag, befördert. 2. Als Angehörige gellen Eltern, Kinder, Geschwister, Efiefiau und Verlobte. 3. Zwei Kinder vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 40. Lebensjahre werden für eine Person gerechnet; für ein einzelnes Kind innerhalb dieser Altersgrenze ist ohne weitere Ermäßigung eine halbe Fahrkarte zu lösen. 4. Die Fahrpreisermäßigung wird nur für Reisen über 50 Kilometer gewäbrt. 5. Die Fahrkarten zum halben Preise werden von den Fabrfiartenausgaben auf Grund der von der zuständigen Ortspolizeibehörde ausgestellten Ausweise vcrabsolgt. 6. Die Ausweise müssen enthalten, Namen der Reisenden, Anfangs- und Endstation der Reise, Reiseweg, Bescheinigung mit Stempel und Unterschrift der Ortspolizeibehörde, daß die Reisenden Angehörige kranker oder verwundeter deutscher Krieger sind. Vordrucke zu den Ausweisen werden von der Fahrkartenausgabe kostenlos an die Ortsposstzeibehörden abgegeben. 7. Die Ausweise werden von den Fahrkartenausgaben bei jeder Lösung einer Fahrkarte abgestempelt und den Inhabern zmückgegeben, die sie dem Fahrtzer - sonal auf Verlangen vorzuzeigen haben. Bei Beendigung der Rücksabrt sind die Ausweise mit den Fahrkarten abzugeben. * W v' h a b e ich mich abzü melden? Daß ein Geschäftsmann oder ein Gewerbetreibender sich in einem geordneten Staatswesen bei einem Umzug ab- und anzumelden hat, ist hinlänglich bekannt. Nicht jeder aber ist sich darüber klar, an welchen amtlichen und privaten Stellen er sich abzumelden hat. Im allgemeinen kommen die nachstehenden Instanzen in Frage, denen man eine Benachrichtigung über die Wohnungsveränderung einsenden muh: 1. Hausbesitzer, 2. Ange- stelltenversicherung, 3. Krankenversicherung, 4. Feuerversicherung, Lebensversicherung, 5. Versicherung gegen sonstige Schäden, 6. Berussgenosscnschast, 7. Eewerbeamt, 8. Handelskammer (Handweckskammer), 9. Polizei, 40. Steuerbehörde, 14. Ehrenämter bei.. Behörden, 42. Gasanstalt, 13. Elektrizitätsweck, 14. Post, 15. Telephon - amt, 16. Vereine und Verbände, 17. Auskunftei, 18. Bank, 19. Sparkasse, 20. Feste Kunden, 21. Lieferanten und 22. die Zeitung. Je nach der Bedeutung und Größe des Unternehmens kommen selbstverständlich noch weitere Kreise uNd Organisationen in Betracht, bei denen eine Meldung zu erfolgen hat. Immerhin aber hat auch der kleinere Geschäftsmann mit den genannten 22 Instanzen genug Arbeit. » * * Maahiiahiiicn zur Sicherung »nscrcr iiächftjährigru Ernte. In der gegenwärtigen schweren bedrängten Lage des Vaterlandes ist es Pflicht eines jeden Landwickes, für eine zrckünftige reiche Ernte an Brolsrüchten und Futtergewächsen zu sorgen, denn vor allem muß die Ernährung unseres Volkes durch reichliche Ernten und Erzeugung von Vieh gesichert werden. Da es ungewiß ist, wie lange der Kriegszustand herrschen und damit die Zufuftr aus dem Ausland unterbunden sein wird, muß sich unser Augenmeck der nächstjährigen Ernte zu- wenden. Besonders in den nächsten Wochen gi't es mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß wir 1915 eine große Ernte an Brotgetreide machen. Die kommende Herbstbestellung gibt den Ausschlag für die Ernährung Deutschlands. Es ist in erster Linie dafür zu sorgen, daß die Bearbeitung des Bodens, soweit es die diesjähckgen Verhältnisse gestatten, möglichst sorgfältig ausgeführt wird. Da sich der Ausfall an menschlichen Arbeitskräften und Zugtieren sehr fühlbar machen wird, wird man, um durchzukommen, vielerorts auf das Schälen der Stoppeln verzichten und sofock zur Saat pflügen müssen. Rechtzeitige Saalsurche ist vor allem bei Roggen, der ein gesetztes Land verlangt, Grunderfordernis. Zur Saat verwende man gut gereinigtes, bestes keimfähiges Getreide und lege den größten Wert auf Winterfesttgkeit desfelben. In sehr vielen Fällen wird man die Aussaatmengen ganz wesentlich herabsetzen können, um an Saatgut zu sparen. Voraussetzung dabei ist allerdings tadelloses Saatgut und Boden in guter Kultur. Da der Ernteertrag der deutschen Landwickschast, soweit menschliches Tun in Frage kommt, mit in erster Linie von der ausgiebigen Verwendung künstlichen Düngers abhäNgt, so mache man von diesen wichtigen Hilfsmitteln gerade jetzt, wo das Ausfahren und Streuen des Stalldüngers noch viel größere Anforderungen an die augenblicklich besonders teure Gespann- und Handarbeit stellt, weitgehendsten Gebrauch. Die Landwirte dürfen sich keineswegs ans die alte Kraft des Bodens verlassen. In Frage kommen hauptsächlich Thomasmehl oder Superphosphat, Kalisalze und als Stickstoff das deutsche Erzeugnis schwesels. Ammoniak. Während Thomasmehl ein Mischen mit Ammoniak nicht verträgt und mit den Kalisalzen zweckmäßig 8 — 14 Tage vor der Verwendung des schwesels. Ammoniaks gestreut werden muß, können Superphosphat, Kalisalze und Ammoniak unbedenklich miteinander gemischt werden und dann zur Verwendung gelangen. Man verwende im Allgemeinen pro Morgen etwa: 2 Ztr. — 2,5 Ztr. Thomasmehl oder 1,25 Ztr. bis 1,50 Ztr. Superphosphat. 2 Ztr. — 3 Ztr. Kainit oder 1 Ztr. — 1,50 Ztr. 40 Prozent Kalisalz. 25—30 Pfd. schws. Ammoniak im Herbst vor der Saat (die zweite, Hauptgabe) Ende Februar oder Ansangs März als Kopfdüngung. Es ist zu berücksichtigen, daß unsere Getreidearten namentlich zu Beginn des Wachstums reichlichen Slick- ui'3* atafif °!ß» 3# F» dcld- gimcn! in W lilbf* grient fern« 8i jef. .jini*"' ii £in ftiller Mensch. Roman von Paul V l i ß. Nachdruck verboten, mcit er von nun ti > Immer infCTeiircrter wurden v-e Einen ko spanncuven Abend batte e? lärm.? nicht gegeben. Mehr und mebr Zuschauer stellten sich -in. Doch auch jetzt blio-, bas Glück bei gurt. Er gewann und aewmin nnaiisgelitzt Schon batte er ein Vc-möopn ^tckammen. Doch an ein Aushören war nicht zu denken. Der dicke Bör'---,er. mit immer gleicher Ruhe. poi». tierte böher und Kötzer. — lind Kurt, der so stark im Vorteil -'er, i ,,bte ru lcs annohinen. durfte auch die höchste Zahl nicht -.»rück- weisen Ein kleine? Kavitak laa setzt ans dem Svieltisch Da? -9lahreSeinköminen manche? Koben Staatsbeamten. Und hier stand e? auf einer einzigen Karte Wchder ajna c? wie ein Raunen durch die nmtze- bendeit. Zuschauer. Die Spannung war aus; höchste ge- stiegt-N "D>L pgr njcht Herr darüber bn crwür- gen können dt-sen Schuft, der ibm all das Geld abgewonnen batte Was sollle denn nun werden? Er besaß noch 20 Mark Alkes andere war fort. Sollte er mit dem letzten Goldfuchs noch einmal von vorn ansangenr Oder sollte er borgen? Feder hier würde ibm ja Kredit ein- räumen! Aber dann, wenn er dann auch -eder verlor. was dann? Was dann — — ? Mit Grauen, mit Entietzen starrte er auf den dicht besäten Tisch. — Gold. Gold und wieder Gold, ganze Hausen von Banknoten — ach. wenn er's doch viel- stcffvorrat im Boden verlangen, damit sie kräftig bewurzelt in und durch den Winter kommen. Deshalb vernachlässige man unter keinen Umständen die Stickstoffdüngung im Herbst. Nach den vorliegenden Ernteschätzungen ist die Ernte sehr gut ausgefallen und es darf angenommen werden, daß die Lanidwirte aus dem Verkauf der Erzeugnisse genügende Mittel zur Verfügung haben, um Düngemittel in größerem Umfange als bisher zu beziehen. Bei einer solchen Sachlage darf der Landwirt nicht das Bestreben haben, sein Geld sestznhalten, anstatt es nutzbringend durch den Ankauf und die Verwendung von Kunstdüngemitteln anzuwenden. Durch ein deracktges Verhalten würden sie lediglich die Not der Zeit erhöhen. » Landwirte sorgt für normale Winterbeftellung. Nachdem die Getreideernte fast ganz geborgen ist, wird es in dieser ernsten Zell zu einem düngenden Gebot, mit allen Mitteln für eine normale Winter- b e st e l l u n g zu sorgen. Es ist unter; allen Umftän» den erforderlich, daß die Winterbestellung, Bodenbearbeitung, Düngung mit tierischem und künstlichem Dünger sowie Aussaat in demselben Umsange und mir derselben Sorgfalt vorgenommen wird, wie in Fpiedensjahren. Da das Wintergetreide in Deutschland fas! 60 Prozent der gesamten Getreidefläche beansprucht, würde eine Vernachlässigung oder Einschränkung unserer Winterbestellung gegenüber ihrem normalen Fcke- densstande geradezu eine Katastrophe nicht nur für die Landwicke selbst, sondern für die gesamte Volksepnähr- ung herbeiführen können. Verantwortlich: Alb in Klein, Gießen. Feldpost-Eezug der Gießener Zeitung. Um unseren Soldaten auch im Felde regelmäßig Nachrichten aus der Heimat zu verschaffen, haben wir eine besondere Feldpostbcstellung auf die „Gießener Z e i t n n g" eingerichtet. Die Einrichtung ist so gedacht, daß Angehöckge oder Freunde von Feldzugsteilnehmern bei unserer Expedition den Namen des Feldzugsteilnehmers, der die ZettuNg erhallen soll, mit den erforderlichen Angaben (Armee - korps, Division, Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron oder Ableitung und Battecke) angeben. Der Bezugspreis von nur 13 Pfg. für den Monat ist franko bAzulegert. Darauf wird von unserer Erpedition die Zeitung an die angegebenen Feldadressen als Streifbandsendung verschickt. Bestellungen aus diese Fcldpostsendunqen, die im August einlaufen, werden sür den Rest des Monats Aut- gust k o st e n s r e i erledigt. Wir hoffen, daß von dieser Einckchtnng, die von uns unter Verzicht auf jeglichen Gewinn getroffen ist, reichlich Gebrauch gemacht wird und bitten jedermann, für ihre Verbreitung besorgt zu sein. Verlag der „Gießener Zeitung", ' Seltersweg 83 (mittlerer Laden). leicht noch einmal wagte! Vielleicht kam ictzi das Glück wieder! Aber da mit einmal bekam er ganz h-llcs Ohren- klingea. Sofort dachte er an die Seinen dabeim. Er zog die Uhr. Kurz vor Mitternacht war es. Erst jetzt siel ibm ein. daß die zu Hause ja gar nicht wußten, wo er geblieben war. Ohne ein Wort der Erkläruna hatte er stch heute nach Tisch ja davon geschlichen. Also würde man sich jetzt schon seinetwegen ängstiaen lind bangen. Die helle Röte stiea ibm ins Gesicht Er schäm'e sich seines Leichtsinns, ebrlich schämte er sich Und nun mit einmai kamen ibm auch die letzten kerben W"r!e Brunos tvieder ins Gedächtnis- iln.d nnn fühlte er sich wie erdrückt, wie erschlagen von der Wucht der S-k'-"--"..... Schnell und obne brmerki zu wernen. enck'g, er aus dem Raum Eilig nahm er die Garderobe und stürmte hinaus. Und nun in die Nacht hinein. Die hellen Straßen mied er. um nicht von Bekannten getroffen zu werden, nur in den stillen Seiten- sttaßen war er stcher. Und vier eilte er dahin, weiter und weiter, ziellos und rastlos, »nd immer aehetzt und getrieben von der quälenden Angst: was sott nun werden!? Was soll nun bloß werden!? . Tante Marie war in großer Ansreguna. Als um vier Ubr der KaffeetUch gedeckt war und Kurt nicht erschien, ging sie selbst hinüber ins Kontor, um ibren Liebling zu rufen. Natürlich war der Weg umsonst. Auch konnte ihr niemand etwas sagen über den Verbleib des jungen Herrn: weder der alte Prokurist, noch die andern Angestellten wußten von ibm. nur der Diener batte ihn um drei Uhr fortaehen sehen. Verängstigt kehrte das Tantchen zurück und saß nun einsam am Kaffeetisch. Focksetzung svlgt. Im Theatersaal des Grotzher- lichen Kurhauses Bad-Nauheim findet Dcnnerstag, den 8. Oktober 1914, abds. 8^Ubr, zum Besten verwundeter und im Felde stehender Krieger ein Extra-Konzert der Grotzherzoglichen Kur k apelle statt. Leitung: Kgl. Professor H. Winterstein. Programm: 1. Franz Schubert: Sinfonie H-Moll (unvollendete). 2. Mai Bruch: „Kol Nidrei", berühmte hebräische Melodie (für Violoncell übertragen). Solist: Herr Hans Keift. 3. Josef Haydn: Serenade für Streichorchester. W. A. Mozart: Menuett a. d. Divertimento in D- Dur für Streichorchester und 2 Hörner. 4. L. o. Beethoven: Rondino für Blasinstrumente.. Die Herren Eierschner und Guth (Horn), Lim- bach und Schulz (Fagott), Schubert und Fischer (Oboe), König und Koning (Klarinette). 5. R. Wagner : „Träume" und „Albumblatt". Solo - stücke für Violine. Solist: Herr Konzertmeister H. Schachtebeck. 6. L. v. Beethoven: Ouvertüre zu „Egmont". Eintritt: 1. Platz' 2 Mk., 2. Platz 1. Mk., un- nuMmerierter Platz 50 Pfennig. Kartenverkauf von Mittwoch ab im Kurhaus. kuh PATENT-NAPHTALIN* MOTOREN NeuestesMocjeH arbeiten unübertroffen billig bei massigen An: Lazarett-Bettstellen und Zugfedermatratzeu alles aus Winkeleisen, ferner Schondecken u. Auflegematratzen liefert als eigene Fabrikate billigst Pc A. Rentrop, A Biene i. W. F welche bei Störungen schon vieles andere erfolglos angewandt, bringt mein glänzend begutachtetes Mittel schnelle Wirkung. Ueberr g chend. Erfolg, selbst in harnäck. Fällen. Dankschreiben. Unschädlichkeit gar. M. 3.50, extra stark Illk 5.50 p. Flasche. Diskr. Nachnahmeversand überallhin nur durch Drogist Bocutius, Kcriin X., Schönhauser Allee 134 b. rauen Armeelieferarg. Zehn tüchtige Saüleryehilfen aus AnillcrieauSrüstunst gegen hohen Loh» sofort gesucht. Auch Meister aus der ganzen Umgegend können sich beteiligen an der Arbeit. Zuschnitt wird nelicfert. C. Wring, ßotlicferant. 6 ros$-Tclda. Spiritus- Hängelicht I MARIA 0 brennt Jmal so billig Petroleumlicht Probelampe ohne Kaufzwang Gebr.Laotirbach . Berlin S. 0. 389, Oraniensir.183 ********** Ingelheimer Rotwein ganz vorzügliche Qualität liefert in jedem Quantum P.C. Saalwächter ÜVeingutsbesitfcer Nieder-Ingelheim a.R ********** ^ypotfeeken-Kapltal untergünstigenBedingungen durch Hypothen-Credit-Bank Berlin S. W. 47. Strickmaschinen aller Systeme, m. M. 30—50 Anzahlung. Katal. frei. P. Kirsch, Kraiinsohweig. «eiotldetten Ä Holzrabmenmatratzen, Kindci betten difenmJbelfabrtf, Ladt i. Thür. Itnlt r / Ein j-> Fälmr - 13Ui bA Prim., Abitur Ilmenau I. Thür. Prosp. frei. SparsameFrauen sfricketMSrernwolle deren Echtheit garantiert dieser FABRIK ittataborfiern beste Schweisswollen für Strumpfe & Sachen, nicht einlaufend nicht filzend. *+ Qua li rären [ Stark-Ex tr«a-/V\iHel L( b • I c 9 31 B ) _ [Stemwollspinnerei- Airpna- 1 tl-Fein. I kshrenkel^Z Ariseurgehilfe und Lehrling sofort gesucht. Fcrd. Aff, Giehen, Licherftr. 3t. Redegewandte, arbeitslose Herren erhalten lohnende Gelegenheitsarbeit. Bewerber wollen sich melden beim städtische» Arbeitsnachweis, Gieftrn, Afterweg 8. Hautleiden entfuhr« durch uarctaes Blut, löuuea deshalb »uch »nr du, ch Brh ndlg grüsd- lich n. dau« md seh< ilt wc-deu. Jcht di» ich in der Loge Ihnen mernen herlichen Dank für Ihre w n ervoll b-ilende Medizin die mich volllländlg von dem schau derh»f!en Hantleidro b«f tit bat, voll und ganz zu zollen, «aff v Lichting, Miichtl» >Bez. Halle ) Die potentamtlich geschütz en dnd in tuten a ln der Belikau-Avoteke zu Hab Versendet auch nach Auswärts. Huf- und Wisgeaschmiede sofort gesucht. E. Mohrmann, Grohh. Hofschmicd, Darmstadt, Bleichstrahe 15. j|pniin| VJaschbdract mit Hutband. Salm.-TerpJdiin M^. U £uhnit -*J\ l[)i ßbrndon Bimjstem IllllllllllllliiiumnSiinfilllllJ.......... £uhns Seiten-Täbrihenßarmen Dauernde Freude an ssinam ' Fahrrad 10 Psg-Kriegs- Verkaufs artikel noch nicht im Handel Muster g. 10 Pfg. Porto. P. Repp & (So., Frankfurt a. M., Langestr. 53 p. dstzedet, der ein fährt! besterQuali tat u. im Preise I auQerordentl. billig. f — Reich illustriertel Preisliste kostenlos. I Hans Hartmann A.-G.| Eisenach. Leistungsfähigstes Sporthaus der Branche. ttnkanf—verkauf von Alt-ts «, Lnmvev Knochen, Jh-pf«, Bt-r. Zink, Zinn, rc. Möbeln. Betten, Wettz- «eug. >z>o!d'. vnd Siloersachen Münzen und Anllquitäten. ikoulS Nothenbrrzer, Gtlefte«. - Für die nähernde kalte Jahreszeit wäre es der Eskadron in hohem Matze erwünscht, in den Besitz war- nier Unterkleider für die im Feld stehenden Unteroffiziere und Mannschaften zu kommen, als da sind wollene Westen, Heinden, Unterhemden, Strümpfe, Leibwärmer, Pulswärmer, Handschuhe, Ohienschützer usw. Auch wäre die Eskadron für elektrische Taschenlampen mit Er- satzbattericu, Feldstecher, Tabakpfeifen und Tabak (nicht Zigarren), sehr dankbar. Die Angehörigen der im Re- gimen! dienenden Unteroffizieie und Mannschaften werden daher gebeten, dem ausgesprochenen Wunsche »ach Möglichkeit Rechnung tragen und Sendungen, deren Beförderung von hier aus erfolgt, der Eskadron mit genauer Adresse des Empfängers zrckommen lassen zu wollen. Ersatz-Eskadron Leib-Drag.-i Regiment Nr. 24. Vergebung. Für die Grotzhcrzogliche Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gietzen soll die Lieferung vton 400 Ztr. autzgelesener Speisekartosseln, 10 Zlr. Tafeläpfel, 20 Ztr. Weitzkraut, 2 Ztr. Meerrettig, 100 Stück Rotkraut, 100 Stück Wirsing, auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Lieserungsbedingungen liegen an den Wochentagen, nachmittags von 3—5 Uhr, auf dem Bcr- waliungsburcau offen. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Mff- schrift versehen, sind mit den eiuzureichenden Proben his spätestens: Mittwoch, den 14. Oktober 1814, vormittags II Mir, auf unserem Bureau abzutzeben, zu welcher Zeit deren Eröffnung im Beisein etwa erschienener Jntereffenten stattfindct. Zuschlagsfrist 3 Tage. Gietzen, den 29. September 1914. Dir Direktion! Sommer. Slur 1 S ssz 3 änr z eort :„ i: ü t, Ihr gediegenes Wissen und Köuncu dem Stadium der weltbok/aatco QolFWt II l ' / WM* W0 1 i-J 0 * " lal0 i. I • ... ■ ? ' r Präparand / De\Mittolschul!shm Das Konservatorfura Der geh. Kaufmann L^f Bankbeamte L.r wirs. ged. Mann -ii Landwlrtschafts- schuie Die Ackorbauschule Dl« landwlrtschaltl. Fachschule Jedes Werk {ftt knuTUvh l'n Lldernugen 00 I*T. (Einzelne Liefernden rt Mark 1 25.) Ansichtssendungen ohne 7 llaufzwang bereitwilligst. -a Werke Mtacl gegen piobuü. s\^(enzaliluagr von KEnr!% a.— ythti Diewissenschaft liehen Unterrül'hts- werko, Methode Rustin, /-setzen keine Vorkenntnisse voiyus uud haben den Zweck, den Studierenden t. den Besuch wissenschaftlicher LehraniUlton vollsl.-t.dig zu ersetzen, den Schülern 2 eine amfasiende. t^dlcjene Bildung, besonders die ilurch den Schulunterricht zu/i werbend. Kenntnisse za wn^chaffeu, und 8. InvortrefiWcherWeisoaafZxftmen vorzuber^ften. Ausl Diesc^ Zwock wird dadurch er- A. dass \*fr Unterricht wiasenschaft- licher'Lehrsnstalton naohgeahmt B dass dor \fnterricht in so einfacher ur.d ^crUndliohar V/eiso erteilt wird, ckss jeder ^on Lohr- »toff versteheo. mülis'/und C. dass bei dem brieflichen Fernunterricht auf die kidivlduelle Veranlagung jedes 8chlJt£rs RUoksloht genommen wird. rliclie Broschüre sowie Dankscli\elken über bestandene Examina gratis! endliche Vorbildung zur Ablegung von Aufnahme- und Abachlt) firCfungenjJsw — Vollständiger Ersatz für den Schulunterrlcht.N Üonness &. Hachfeid, Verlag, Potsdam S. O. \ Höhere Privatschule Darmftadt. Grüner Weg 1<>. Fernsprecher 181Ä. Die Llnstalt bereitet in sorgs. persönlichem Unterricht zu Ei-.j jlrim.-, Fähnrichs- uud Keifrprüfuug vor. Prüfungsergebnisse und sonstige Mitteilungen durck den Vorsteher H. Rupst. Sreckenpird-Sei die beste Llienmildi-Seife Ton Bergmann 4 Co, Radebeul, für zarte weiße Haut n I blendend «Chanen Teint, ä Stück 50 Pfg. Überall zu Geschäftsbücher liefert billigst vnd preiswert Albin Klein, Giessen.