(S!e»este «achrichte») Vezvgrprelr 25 pfg. monatlich merreljährttch 7b Pfg., «orautzahlbar, frei in» Hau». 8bgeh«lt tu untrere Expedition oder in den Zweig- andgabrftellen oierteijShiitch 60 Psg. — Srschctul Mittwochs und G««»t««s. — Redaktion: Seiler»- weg 88. — MK Sufbewahrunft oder Rückiendung Nich t verlangter Mmmffripte wird nicht garantiert. » vertag der „«iacheaer Zeitung" «. m. b. ». CtptlftUn Selter,»«- 85 «nzei-enpnir 15 pfg. die 44 uun breite Petitzeile für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bet Ueberschreiiung des Zahlung«, ziele» (80 Tageh bei gerichtlicher Beitreibung oder drt Konkurs in Wegiall. Playvorschristen ohne Verbindlichkeit. Druck der Sticsiener BerlagSdruckerci. Albi» Mein. mm Nr. 77. Mittwoch, den 23. September 1914. Telephon Nr. 362. 26. Jahrg. Vorn Weltkrieg. Die deutschen Stellungen zwischen Paris, Reims und Perdun vorzüglich, v. Hindenburg weiter nach Rußland hinein. — Deutscher Sieg zur See. 4.2 Milliarden für die deutsche Kriegsanleihe. — Die französische Anleihe in Amerika abgelehnt. Eine Auskläruug des Reichskanzlers. Die deutsche Gesandtschaft in Kopenhagen hat dem Bureau Ritzau folgende die Ereig - nisse im Osten ziisammensassende Mitteilung zugesandt, die wir in Politiken vom 18. ds. Mls. lesen: Der, deutsche Reichskanzler sendet aus dem Hauptquartier folgende Mitteilung: Gegen die in der englischen und französischen Presse erschienenen Nachrichten, stelle ich sest, datz deutscher Boden nirgend's im Besitze französischer oder russischer T r u p p e n i st. An der Llsatz-lothiingischcn Front sind die Franzosen zur Mosel zurückgeworfen: sie stehen an dem oberen Laus der Maas hinter den dortigen Lperr- festuUgen. Mle ihr« Versuche, zwischen dem Mittellauf der Oise und dem Mittellauf der Maas die deutschen Stellungen anzugreisen, sind unter schweren Verlusten für, sie mißlungen. Es herrscht vollständige Ordnung in Belgien. Von Samsonows Heer (Narewheer) find geringe Teile, die sich nach der vernichtenden Niederlage bei Tan- neirberg rellelen, in aufgelöstem Zustande über den dia- lew geflüchtet. Rennenkampss Heer (Njcmenheer) hat eine ähnliche Niederlage südlich von Jnslervurg er,>ittcn. Was von ihm zurückblieb, rettete sich nur durch eilige Flucht über den Njemen hinter die Festungen LIila und Kowne. Nach einer vorläufigen Zählung sind allein bei Taneienbcrg und in den Masurischen - een 150 000 Russen umgekommen. Bis Mittwoch waren iu den deutschen Lagern 260 000 Gefangene, darunter 5000 Offiziere, un- tergebracht. Die Gesamtzahl der Gefangenen beträgt meik über 80000 0, davon ist die Hälfte Russen. Es sind über 2000 Geschütze verschiedener Art erbeutet worden. Katsche Fricdensnachrichten im 'Ausland. Die „New Park World" meldete am 17. September aus Washington: Deutschland hat die vertrauliche Anfrage der Bereinigten Staaten mit Bezug aus weitere Friedens - «röffnungen mit einer unverbindlichen Erörterung beantwortet, deren Inhalt Präsident Wilson, wie er Leuten sagte, die bei chm vorsprachen, mitzutcilen sich weigert. Die Aittwort kam vom deutschen Reichskanzler. Wir erfahren von der berufensten diplomatischen Stelle, datz der Kaiser folgende Stellung einnimmt: 1. Deutschland würde gern auf Vermiltlungsvorschläge hören, allein die Haltung Englands verbietet ihm das. 2. Deutschland wird nicht aufhören zu kämpfen, so lange England erklärt, datz es ein Krieg bis zum Ende sein müsse. 3. Deutschland kann aus die Frage, nach Vermittelung und Frieden erst ein - gehen, wenn die Verbündeten bereit sind, ein« gleiche versöhnliche und rücksichtsvolle Haltung einzunehmen. 4. Da dies ein Krieg bis zum Aeuhersten sein soll, wie England täglich erklärt, so wird Deutschland d urckiha lt e n. Da die Verbündeten entschlossen sind, es zu zerschmettern und zu zerstückeln, so werden wir bis zuw letzten Wann kämpfen. 5. Wenn die Welt im allgemeinen'eine Abrüstung erhofit. dann ist die Zerschmetterung der Deutschen der wenigst geeignete Weg dazu. Ein niedergcwcasenes Deutschland würde eine Zeit erleben wie diejenige, die de» napoleonischen Kriegen folgte; cs würde jedermann, jedes Kind, Katze und Hund, im Reich sich den Tag der Rache bewafinct werden. 6. Deutschland will zugcstebcn, datz der Krieg u u- e nt schieden geblieben sei. Eine solche Lösung^ so behauptet Deutschland, würde am besten für den Frieden in Europa und die Abrüstung wirken. Ein r oller Sieg auf dich einen oder anderen Seite würde keine stetigen Verhältnisse ergeben. M-.e in der Mittags-Ausgabe mitgeteilt. hat die „Nordd. Allg. Ztg." über das Friedensgercdc geschrieben, es sei darauf berechnet, den Eindruck zu erwecken, als ob Deutschland trotz des Siegeslaufes seiner Heere im Westen und im Osten lämpsesmüdewäre. Deutschland denke im gegenwärtigen Augenblick gar nicht daran, irgendwelche Friedensangebote zu machen. Damit sind auch die obigen Ausstreuungen auf ihren wahren Wert zurückgeführt. * * * Frankreich sucht Geld und Soldaten. Ein Londoner Telegramm an das „Stockholms Dagblad" teilt mit, datz die s r a n z ö s i s ch e n Anleiheversuche in Amerika endgültig gescheitert sind, da die amerikanische Regierung ilchc Zustimmung verweigerte. Frankreich soll Ersatz in London suchen. Französische HilsskorpS. Berlin, 20. Sept. (Etr. Bln.) Wie dem ,^8erl. Lokaianz." aus Gens berichtet wird, wurde General Pau zur Organisierung von Hilsskorps nach dem Süden Frankreichs entsandt. — Der "Beil. Lokal-Anzg." bemerkt dazul: Diese Nachricht ist nicht ohne Interesse. Wir wissen, datz Frankreich nicht nur alles Menschen - material herangezogen hat, auf das es gesetzlich Anspruch haben könnte, sondern es hat auch die von den Aushebungskommissinen als unbrauchbar Bezeichnelen zu einer nochmaligen ärztlichen Untersuchung beordert. Wenn nun General Pau ganz nach der Art gewisser einslützreicher Männer im Jahr« 1870 und 1871 Hilfskorps in Südfrankrcich organisieren will, so ist dies ein verstärkter Beweis dqfür, datz man in Frankreich die Lage als sehr ernst betrachtet. Pom Krieg im Westen. WTB. Grotzes Hauptquartier, 19. Spt. (Amtlich.) Die Lage im Westen ist im allgemeinen U n- veränderl. Auf der ganzen Schlachtfront ist das englisch-sr,anzösische Heer in die Verteidigung gedrängt worden. WTB. Grotzes Hauptquartier, 21. Spt. (Amtlich.) Bei den Kämpfen ums Reims wurden die festungsarligen Höhen von Craonelle erobert und im Vorgehen gegen das brennende Reims der Ort Betheny genommen. Derk Angriff gegen die S p e r r f o r t s l i n i e südlich Verdun überschritt siegreich den Ostrand der vorgelagerten, vom französischen 8. Armeekorps verteidigten Lote Lorraine. Ein Ausfall aus der Nordcstfront von Verdun wurde zurückgewie- s e n. Nördlich von T o u l wur.den französische Truppen im Biwack von unserer Artillerie überrascht. Im übrigen fanden aus dem französischen Kriegsschau - platz keine gröberen Kämpfe statt. Tie Lage in Belgien und im Oste n ist u n - verändert. WTB. Berlin, 21. Sept. Wie Münchener Blätter berichten, sollen bayerische Offiziere sestgestellt habe», datz bei den Kämpfen mit Frankreich aus sicherem Hinterhalt aus unsere Truppen mit 2 1 a h l p s e i l e n geschossen wurde. Pom Krieg im Orten. Im O st e n ist am 17. September die 4. F i n n- ländische Schützenbrigade bei Augusto- wc geschlagen worden. Beim Vorgehen gegen O s s o v i e c e wurde E r a j e w o und S Z o z u c z i n nach kurzem Kampf genommen. Die „Boss. Ztg." meldet aus Stockholm: Die Londoner „Daily Mail" hat Nachricht aus Petersburg, datz man dort autzerordentliche Matznahmen trifft, um den ©cncral v. Hindenburg a u f z u h a l I e n, der mit 750 000 Mann schon aus russischem Boden stehe, bereit, die Offensive zu ergreifen und auf Warschau zu marschieren. Hierdurch wäre man genöttgt, einen beträchtlichen Teil von den in Galizien gegen die Oe- sterreicher operierenden russischen Armeen gegen v.Hin- dcndürg zu senden. (Ctr. Bln.) Kurz nach der Vernichtung der serbischen Timok- divisiwn bei Mitrowitza drangen reguläre serbische Truppen sowie größere Banden Komitatschis, nach anttlichen Meldungen etwa 15 000 Mann stack, gleichzeitig an niehreren Stellen in Syrmien und Banat ein. Unsere Aufklärungstruppen^ stellten ihren Vormarsch bereits im ersten Augenblick sest; man lieh sie aber ebenso wie vockier die Timokdivision unbehelligt über die Save einmarschieren. Als die Serben gegen Jndia vorrückten, wurden sie von unseren Truppen gestellt. Bald griffen auch unsere Verstärkungen aus Peterwardein ein,' worauf der Kampf einen raschen uNd für den Feind un - günstigen 'Verlauf nahm. Die Serben eckitten durch unsere Artillerie furchtbare Verluste. Ein glückliches Um- gehungsmanöver schnitt einen Teil der Serben von dem Rückzugswege ab, so datz die eingedrungenen Serben eine katastrophale Niederlage erlitten. Die Zahl der gefallenen Serben dürfte mit 3000 Mann eher zu niedrig als zu hoch veranschlagt sein. Viele Tausende wurden gefangen. Auch die in Süd-Ungarn (Banat) ein° gcsallenen Serben wurden von einer fast völligen Vernichtung ereilt, so datz kaum ein Bruchteil wieder auf serbischen Boden zurückgelangte. Pom Seekrieg. WTB. Berlin, 21. Sept. (Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung aus Amsterdam hat die englische Admiralität am 20. Septeniber folgendes bekannt gegeben: Der deutsche Kreuzer „Emde n" von der Chinastation, der 6 Wochen lang aus unserem Gesichtskreis ver - schwanden war, erschien am 10. September plötzlich im Golf von Bengalen und nahm sechs Schiffe, versenkte 5 und sandle das sechste mit der Bemannung nach Kalkutta. Der englische kleine Kreuzer „Pegasus", der von Sansibar kam, zerstört^ Daressalam und versenkte daselbst das Kanonenboot „Möve". Der „Pegasus" wurde heute morgen, als er in der Bucht von Sansibar lag und die Maschinen reinigte, von dem kleinen Kreuzer „Königsberg" angegriffen und vollständig Unbrauchbar gemacht. 25 Mann sind tot, 30 wurden verwundet. 3 englische Kreuzer vernichtet. (WTB.) Berlin, 23. Sept. (Nichtamtlich.) Aus London wird uüterm 22. September amtlich gemeldet: Deutsche Unterseeboote schossen in der Nordsee die englischen Panzerkreuzer „Aboukir" und „Hogue" und „Cressy" in den Grund. Eine beträchtliche Anzahl Mannschaften wurde durch hepbeigeeilte englische Kriegsschiffe und holländische Dampfer gerettet. Wie dem WolffiBureau von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, kann die Bestätigung der, Nachricht deutscherseits noch nicht erfolgen, da die Unterseeboote infolge der grotzen Entfernung eine Meldung noch nicht erstatten konnten. Aus anderen Quellen wird bckannt, datz der Zu- sammenstotz am 22. September zwischen 6 und 8 Uhr früh, 20 Seemeilen nordwestlich Hock van Holland, slatlsand. „Aboukir" wuyde zuerst durch ein Torpedo getroffen. Der holländische Dampfer „Flora" brachte 287 Ileberlebcnde nach Pinuiden. Die versenkten Panzer - kreuzer sind 1900 gebaut und haben je 12 200 Tonnen Wasserverdrängung, eine Bestückung von zwei 23,4 Zentimeter-, zwöls 15 Zentimeter- und zwölf 7,6 Zentimeter-Geschützen. Die Kreuzer weisen Maschinen von je 21 000 Pferdestärken und 755 Mann Besatzung auf. WTB. Mailand, 19. Sept. (Nichtamtlich.) Der „Corriere della Sera" meldet aus Paris: Mehrere englische und sranzöstsche Kriegsschiffe liegen vor Durazzo, andere vor Cattaro in Blockadestellung. Glänzender Erfolg der Kriegsanleihen. WTB. Berlin, 20. Sept. Der Erfolg der Kriegs-Anleihen ist ein über alle Erwarten glänzenden. Es sind, abgesehen von einigen noch ausstehen- den Teilergebnissen, gezeichnet worden: 1,26 Milliarden Schatzanweisungen und 2,94 Milliarden Reichsanleihe, zusammen 4,20 Milliarden Mark. Acndcrnng der EinzahIungStcrmine. WTB. Berlin, 20. Sept. (Amtlich.) Zufolge des alle Erwartungen übersteigenden Zeichnnngsergebniffes hat sich die Reichsfinanzverwaltung mit einer A e n - derung der Einzahlungstermine für die Kriegsanleihen dahin einverstanden erklärt, dah spätestens am 5. Oktober 40 Prozent (wie nach der ANS - schreibung), spätestens am 26. Oktober 20 Prozent (statt 30 Prozent) und spätestens am 22. Dezember die restlichen 20 Prozent der zugeteilten Beträge bezahlt werden müssen. Die Berechtigung der Zeichner, vom ZU- leilungslage ab jederzeit voll zu bezahlen, wird dadurch nicht berührt. Ebenso verbleibt es bei der Bestimmung, dah Beträge bis zu 1000 Mark einschließlich ungeteilt zu berichtigen sind. Einzclcrgcbnisse. Darmstadt 23 Millionen Mark Gießen 6.8 .. „ Mainz 19 „ „ Offenbach 6 „ „ Worms 6 Frankfurt a. M. 138 Millionen Mack Hanau 6 „ „ Kassel 41 „ „ Wiesbaden 60 Mannheim 45J4 „ „ Heidelberg 12 „ Karlsruhe 40 „ „ München 108 Millionen Mack Bremen 65 n Düsseldorf 116 „ „ Hamburg 216 „ „ Hannover 71 „ „ Köln 120 „ „ Leipzig 100 „ „ Stettin 61 „ „ Die Zeichnungen der evangelischen Kirche des Grohherzogtums Hessen, Landeskirche und Ein- zelgemcinden zufammenqenommen, auf die Reichskriegsanleihe stehen zwar in ihrer Höhe noch nicht völlig fest, doch kann schon setzt gesagt weiden, dah sie mehr als V/ 2 Millionen betragen. Ein stiller Menscd. Roman von Paul Blitz. Nachdruck verboten. Er nickte. „Eigentlich wäre das ja nicü's so Besonderes. Zwar pflegen wir nie mit Wechseln ubzu- rcchncn, sondern immer mit Schecks oder in bar. Aber warum soll der innae .Herr nicht auch mal neu Wechsel geben?" Vielleicht bat es der irmstand gerade beding». Das Verwunderliche daran ist nur, daß dieser Wechsel bei uns nirgends gebucht ist. Und das Erstaunlichste ist. daß er von einem in Berlin sebr bekannten Keldverleiher. — um nicht zu sage«: Wucherer, — präsentiert wird." Tante Marie war derart zusaminengezuckt. daß sie sich scben niußte. „Wie hoch ist die Summe?" fragte sie bebend. „Achttausend." „Und Sie können nicht zahlen?" -Das schon. Aber da der junge Herr doch nicht hier ist. möchte ich lieber erst den Herrn Chef sprechen." „Das geht nicht. Proksch! Unbedingt unmöglich! Mein Bruder dars dadurch nicht erschreckt werden! Er ist zu schwach, viel zu schwach!" Ansgeregt. atemlos ging^ie hin und her. „Was tun? Was tu»? O. Gott der Junge!" Endlich faßte sie sich einigermaßen. „Haben Sie so viel Geld in der Kasse?" „Aber gewiß, Fräulein!" „Dann, bitte, zahlen Sie gleich, lieber Vroksch." bat sie inständigst, „und buchen Sie es nickt." „Ja. aber---" „Nein, nein! Rucken Sie es nicht! Mein Bruder soll und darf davon nichts ersahren! Ich will es nickt! Es handelt sich hier um eine Privatsache, die nur mich und den jungen Herrn anaeht! Verstehen Sie mich wobl!? Eine ganz direkte Privatsache! Und als Dcckun» dafür haben Sie hier meine Papiere." Bebend ~ holte sie ans der Kommode eine Kassette, der sie die Effekten entnahm. ...Hier, bitte, es sind meine Rüben-Aktien. Die verkaufen Sie noch heute! So, nun wissen Sie Be- scheid!" WTB. Wie»», 21. Sept. (Tel.) Nichlamtlich. Die „Monlagsrevue" schreibt in einer Besprechung des glänzenden Erfolges der R e i ch s a n l e i h e : Der Erfolg war vorauszusehen. Das Deutsche Reich führt mit einem bewunderungswürdigen Heer und einer tadellosen, aus unerschütterlichen Gnindlagen nkhenden, blühenden Wirtschaft gleich kraftvoll Hrieg. Den glänzenden Sieben aus den Schlachtfeldern'ist nun ein ebenso überwältigender Triumph seiner Kapitalkraft zuteil geworden, noch da- zu> in demselben Augenblick, in dem die Regierung des reichen Frankreichs mit drei nacheinander versüchlen Anleihen ebensoviel Niederlagen daheim und wie im Ausland erlitten hat. Die sittliche Kraft des Deutschen Reiches wird von seinem Feind ig- ncriert und doch ist sie es, die aus allen Siegen hervorlodert. Jetzt kann man in Paris und London eine Ahnung von dem Reichtum Deutschlands bekommen. Allerlei Kriegsnachrichten. WTB. Brüssel, 20. Sept. Gestern ist der Rest der ausgehängten belgischen Fahnen aus Brüssel verschwunden. Der Befehl des Gouvernements hier? zu ist durch Maueranschlag von dem Bürgermeister Mai erläutert worden. Im übrigen hat bisher die städtische Polizei mit unseren Truppen gemeinsam gut gearbeitet. Infolgedessen ist bisher rmr ein einziger Angrift von Zivilisten auf einen Posten vorgekommen. Der Täter wurde seldgerichtlich zum Tode verurteilt. Der Bürgerschaft wurde dies durch Maueranschlag bekannt gegeben. — Die Meldungen, datz Bürgermeister Mar öffentlich provokatorisch ausgetreten sei und bemüht falsche Kriegsnachrichten verbreitet habe, sind bisher nicht bestätigt worden. Sollten ''dem , Bürgermeister Jntrigutzn gegen die deutsche Militärgewalt nachgewiesen werden, so würde er sofort enfternt werden. WTB. (Amtlich.) Die im Ausland verbreitete Meldung, datz Brüssel von den deutschen Truppen geräumt sei, ist falsch. Ebensowenig trifft die Behauptung zU, datz der deutsche Befehlshaber die Räutn- ung der Stadt als nahe bevorstehend angekündigt habe. » Tie Franzose» in Italien vor der Abreise. Laut „Berl. Lokalanz." gibt die französische Botschaft in Rom bekannt, datz alle in Rom lebenden Franzosen bis zum Alter von 48 Jahren, selbst militärfreie oder zutückgestellte, sich zur Abreise bereit zu halten haben. Rumänien bleibt neutral. Aus B u r a r e ft wird der „Boff. Ztg." telegraphisch gemeldet, datz die Verhandlungen des neutzn deutschen Vertreters mit dem Ministerpräsidenten einen vollen Etfölg gehabt haben. Freiherr v. d. Busche wurde vorgestern vom Ministerpräsidenten und von König Carol empfangen. — Das Ministerium hat unter dem Vorsitz des Königs erneut getagt und den Beschluß gefaßt, die Linie der vollen Unpartei- l, ch k e i t, die Ruinänien bisher bewahrt habe, nach wie vor unbedingt festzuhalten. (Ctr. Bln.) Ein Ultimatum an die Türkei? "{3^713?? Sc! T. Genf, 20. Sept. (Ctr. Bln.) Nach Pariser Meldungen erwägt die Tripelentente ein Ultimatum an die Türkei zu richten wegen der Ersetzung des britischen Admirals Limputz durch den deutschen Admiral S o u ch o n im Kommando der türkischen Flotte. „Aber ich bitte. Träickein — — — „Still! Kein Wort weiter, lieber Proksch! Ich wollte die Dinger sowieso dieser Tage losschlggcn. denn sie stehen ja enorm hoch. — Also nun bcruhiaen Sie sich, lieber Prokich, und tu» Sie, wie ick, Ihnen gesagt habe. — Und ich nehme Ihnen Ihr Wort ab, daß mein Bruder nichts, gar nichts davon ersähet. Aich, wahr, das versprechen Sie mir hiermit?" Sie reichte ihm die Hand. Er schlug ein und empfahl sich dann Atemlos sank sie in einen Polstersessel. Das also war es! Er batte Schulden! O Gott, o Gott! Wohin sollte das noch führen! Vielleicht hatte er gar gespielt! Vielleicht gar---! Sie wagte nicht, noch weiter zu denken. O, dieser Junge, dieser Junge: Wer hätte ihm das zugetraut!? Mit tränenumflorten Augen sah sie sinnend vor sich hin. Und plöylich erwachte ihr Mitgesühl. ihr so sorgend mütterliches Empfinden für ihren Liebling. Der arme Junge! Was er wohl gelitten hatte an heimlicher Angst! Niemand wagte er sich anzuvertrauen und mußte gar zu einem Wucherer gehen! Der arme, liebe Kerl! Und hatte sich nicht das geringste merken taffen, um uns hier nicht zu beunruhigen, — so ein zartfühlender, lieber Bursche war er! — Mit wahrhak« rührender Liebe gedachte sie seiner —--- Und eine halbe Stunde später kam er selbst. Er hatte bis gegen 2 Uhr gejcut, zuerst mit Glück, dann wieder alles verloren. Darüber hatte er den letz- ten Zug verpaßt. Wütend war er in sein Hotel gerannt, wollte nur ein paar Stunden ruhen und dann mit dem ersten Zuge heimfahren. Und nun war er so fest eingeschlafen, daß er erst gegen 9 Uhr erwachte. Wütend war er dann abgefahren. Doch seine Wut wurde noch größer, als er auf dem Bahnhof den Wucherer traf. Jetzt erst siel ihm ein, daß der eine Wechsel ja gestern schon fällig gewesen war. Und er hatte das vergessen! Wie konnte ihm auch das noch passieren! Aergerlich fuhr er den Geldmann an: „Wo komme» Sie denn her? Doch wohl nicht von mir?" Trotzender Aufstand in Marokko. WTB. Amsterdam, 19. Sept. (Nichtanttlich.) Wie nach dem „Rotterdamschen Courant" ans Gibraltar verlaute., beginnen die Mar o kkaner. sich entlang der gairzen Küste zu rühren. Nach demselben Bericht verließen Tausende Tanger und deftcn Umgebung und setzten nach Algeciras über aus Furcht vor erstem marokkanischen A u f st a n d. Reue Ritter des Eisernen Kreuzes. ' Der Kaiser hat dem Grotzherzog von Hessen aus Anlaß dessen Teilnahme an den Operationen und der rühmlichen Waftentaten unserer braven Hessen das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse verliehen. D«m,H erzog zuBraunschweig wurde das Eiserne Kreuz verliehen. WTB. A l t e n b u r g, 20. Spt. (Nichtamtlich.) Herzog Ernst von S a ch s e n-A l t e nb üy g, der als Regimentskommandeur bei einem Jnfanterie-Regi- .'ment im Felde steht, hat, wie di« „Altenb. Ztg." meldet, das Eiserne Kreitz erhalten. Außerdem wurden bisher noch 33 Eiserne Kreuze an Angehörige desselben Jnfanlerie-Regiments verliehen. Essen, 22. Septbr. (Telegr.) Die Beamten der Firma Krupp, die die 42 Zentimeter-Haubitzen kon - struiert und auch zuerst angcrvandt haben, sind mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden: das Mitglied des Kruppschen Direstoriitms Prof. RaufeNberger, der Hauptmann der Landwehr bei der Fuhartillerie ist, sowie Hauptmann Wesener und Oberingenieur.KM. -kn- Gießen, 22. Tept. Der Kinderarzt rtnd Lri- ° ter der hiesigen Kinderklinik, Professor Dr. K o e p p e, in ganz Hessen durch sein energisches Eintreten für di« Säuglingsfürsorge bestens bekannt, ist zur Zeit Regimentsarzt beim aklisten Infanterie-Regiment Nr. 87. Nach! einer uns gewordenen Mitteilung hat Professor Kocppe auf dem Schlachtfelde das Eiserne Kreuz erhalten. -kn- Gießen, 22. Sept. Auch Dr. med. D ü ch- n e r, der etwas später als Chefarzt nach dem Schlachtfeld berufen wurde, hat ebenfalls das Eifern« Kreuz erhalten. Vizcfcldwebel D u 1 i n e e von der 8. Kompagnie des Jnf.-Regts. Nr. 116, der sich bei Anloy das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erworben, hat am 10. September bei den Gefechten an der Marne mit einer Gruppe eine feindliche Batterie genominen. Für diese Tat wutde der Vizeseldwcbel zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz c r st e r Klasse vorgeschlagen. Von Angehörigen des Leibgayde-Jnf.Mgls. Nr. 118 sind bereits 9 besonders Tapfere mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Soweit bekannt, sind ihr« Namen folgende: Major v. N e i d h a r d t, Hauptmann P a b ft v. O h a i n, jgauptmann v.. H anneken, Leütirant d. R. M orell (Erich), Feldwebel Döchert (8. K.), Unteroffizier der Ref. Billep (5. Komp.). —- Nach auswärtigen Blättern erhielt weiter der Unteroffizier Frick vom Jnf.-Regt. Nr. 115 das Eifern« Kreuz und wurde zum Sergeanten befördert. WTB. Danzig. 20. Sept. (Nichtamtlich.) Auf einstimmigen Antrag der sämtlichen Abteilungen- der Technischen Hochschule in Danzig wurde Generaloberst v. H i n d e n b u r q, der Befreier Ostpreußens^ zum D r. Ing. ehrenhalber ernannt. . Der deutsche Kronprinz hatte bekannttich bef' der Einnahme der Festung Longwy dem K o m m a n da n- t e n für die tapfere Verteidigung des Platzes den D «- Der Manichäer lächelte. „Doch wohl nkchf — ist gut, Herr Leutnant! Sehr gut sogar! Famofcr 2)7(3' — Natürlich komme ich von der Firma, lvgar ganz dc rcktcmcnt!" “ „Mensch, das haben Sie gewagt?" „Gewagt, — ist noch bester! Herr Lenttrgiti sind bei Laune! Gewiß Hab' ich „gewagt!" — Gestern war 'aas Papierchcn fällig. Ter Herr Leutnam sind nicht zu mir gekommen. Also, was bliev inir übrig? .Din ich z»m Herrn Leutnant gekommen! Nennen Sie tnrs 'cn Wagnis? Ich nickit!" „Aber ich habe Ihnen doch streng verboten, es zu tun — —!" „Verboten! — Wie heißt? — Lasten Skc sich verbieten. Ihre Avßcnstästde einznkassiercn? Na atsos"^, „Unerhört ist das! Einfach unerhört? Ich war Ihnen doch sicher dafür!" „Nu, was regen Sie sich aus? Die Sache lsi doch .-tadellos gegangen. Der Herr Prokurist hat anstandslos rhcknorierl. N» sind Sie die Sorge los. — Ich wünsch' mir immer so'n plattes Geschäft! Ich Hab' die Ebre, Herr Leutnant! Halt' mich allcrbcfleas empsohlcn!" „Scheren Sie sich zum Teufel!" ('Z „Wcrd' mich hüten!" Wütend'stürmte Kurt weiter. Maßlos empört war - er. — Vater, lieber, armer Vater? O, verzeih', daß ich Dir das anlun konnte! Kaum war er daheim, ko lief er direkt ins Kontor. Aber der alte Herr war noch nicht da. Hingegen teilte ihn, der Prokurist in einiger Verlegenheit alleD- mit, was geschehe» war. Auch er wurde verlegen, denn er schämte! sich vor diesem ehrbaren Weißkopf. Dennoch aber wap er up- endlich froh, daß der Vater nichts davon erfahren hatte. In der nächsten Minute lag er tu Dritte Maries Armen und küßte sie herzhaft ab. „Dankt! Tausend, tausend Dank? Nie qnb »Immer wcrd' ich Dir das vergessen, mein alteckiiwsws, > herziges Tantchen! Wie gut, wie nacndkkch gitt und 5 treu bist Du doch!" Immer wieder umfaßte er sie Volk ehrlicher,:' küch-» sicher Zärtlichkeit. : ,’MrawS, i g e n gelassen. Mie nunmehr versautet, gab der Krön- ! prinz. ^«jetzi, dem Kommandanten den Degen wieder kdzunehmen, nachdem sich herausgestellt hat, dafe bei der ! Veptechigung von Longwi) Dum-Dum-Eeschosse verwendet worden sind. WTB- Berlin, 21. Sept. (Amtlich.) In der Nacht vom IS. zum 20. September ist Major Charles Alice Bote vom Bockftfire-Lrgfet-Jnfanterie-Regi- meM aus der Kriegsgefangenschaft in T o r g a u. ^ nt w t n. Bote ist der englische Stabsoffizier, von dem jungst berichtet wurde, er habe aus Befragen nicht bestritten, dag den englischen Truppen Dum-Düm-Eeschofse ausgehäudigt worden seien und der im Verlauf jenes Berb'örs erklärte, man müsse doch mit der Munition schießen, die die Regierung geliefert habe. Der Entflohene ist etwa 1,5 Meter'groß) schlank, blond und spricht fertig Deutsch. WTB. Strafe bürg i. E., 19. Sept. . (Nicht - amtlich.) Wie das Kriegsgericht Strafeburg bekannt gibt, ist gegen den Rechtsanwalt Justizrat B l u m c n t h a l die Untersuchung wegen Hoch- und Landesverrats ein- geleitet und sein Vermögen mit Beschlag belegt worj den. - > i ..i i Wien. Der Kaiser hat der 12jährigen Rosa H e n o ch, die während des Labedienftes bei den Kämpfen unz Rawaruska durch einen Schrapnellschufe schwer verwundet wurde, ein« goldene ^Halskette geschenkt. — In den letzten Tagen sind hier 81 deutsche K r a n- k ui f ch w estern aus Berlin eingetroffen und haben sich »» feas Allgemeine Krankeichaus und das Rudolf - spilai begeben, wo sie zur Pflege der Verwundeten verwendet werden. London, 21. Sept. (Telgr.) Der „Gkobe" meldet,, ,daß tz or d John Hamilton, der Hofmar - scha-ll des Königs, gefallen ist. Lord Hamilton war Offizier in der irischen Garde und ein Bruder des Herzogs von Abercorn. Gleiwitz. Bei dem Militärgottesdienst in der katholischen Allerheiligenkirchc stimmten auf Veranlassung dgs Pfarrers Langer die Soldaten sowohl wie die Gemeinde „D i e Wacht a,pi Rhein" an. Jetzt vor Paris. Aefet vor Paris!“ Hörst Du es dröhnen? . Eggländ’ zu Dir schreit's über's Meer, J t,.,'feiner, Strafeen Angst und Stöhnen Patis das deutsche Heer. ,, Hchwarz ziehn die Wolken sich zusammen, Die hcilger Zorn aufwogen liefe, Bald lodern der Vcrgeltunjg Flammen, — Her, We Zgrn steht vor Paris I ,iD och wpaM, scheint, was Frankreich fehlte. Zzzi Dlfj„e«^Lchn,ach und Schuld Gewicht, l Und Go», der Deutschlands Waffen stählte, Gebt auch mit Dir noch ins Gericht. Das ' Völkerrecht Haft Du geschändet, Not 'tota bet Weltgeschichte Buch Elarrn^Deine Blätter, und es endet Ein jeder Satz mit einem Fluch. Die halhc,Welt hast Du gedungen "ZU' tückischem Vernichtungskrieg. - (Doch, als der Kampfruf kaum erklungen, - Schritt Dcutsthland schon von Sieg zu Sieg. ■' Im Aobeskampfc heult die Meute, , Ter Eber hat ihr Fell zersetzt, „Jcckfi vor 'Paris", klingts drohend heute, — HWill's Gott, klingt's bald: „Aor London jetzt!" ' • ' * L o rki s Engelbrecht. Xus Stadt und Eaud. Der Grofeherzc g hat am 31. August die Tapserkeitsmcdaille seinem Eeneraladjutanten General - leutnant von Hahn verliehen. • In den Ruhestand versetzt wurde am 26. August der Lehrer an der Volksschule zu Gedern, Karl S ch w a r tz auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. September 1914 an. Aus diesem Anlafe erhien er das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Grofe- mütigen mit der Krone. * Liebesgaben für die Truppen im Felde. Zur Annahme von Liebesgaben an die im Felde stehenden Truppen sind, wie schon berichtet wurde, bei jedem Armeekorps zwei Abnahmestellen errichtet, welche dieselben an bestimmte Sammelstationen weiterfendcn, Mrd von da aus geschieht die Weiterbe - förderung an die der fraglichen Armee oder dem Armeekorps angehörenden Truppenteile. In letzter Zeit werden, soweit Kraftwagen von den immobilen Kraftwagendepots und Privaten zur Verfügung stehen, auch diese zum Weitertransport von Liebesgaben an die Truppen mitbenutzt. Der Bedarf an Liebesgaben ist bei der glofeen Tncppenzahl ein sehr grofeer. Laut Ver- sügung des Militär-Inspekteurs für freiwillige Kran - kenpsiege wird besonders dringend weiter um Spendung von wollenen Hemden, Unterjacken, Wolldecken, Pan - löffeln, Beinkleidern, Strümpfen, Fußlappen, Taschen - lächern, Pulswärmern, Leibbinden, besonders aber Zigarren, Zigaretten, Tabak und Tabakspfeifen, Schoko - lade gebeten; weiter erwünscht sind Kakao und andere Nahrungsmittel. Jahrprciscrmäßigung zum Besuch verwundeter Krieger. Zur Erleichterung des Besuchs kranker oder verwundeter deutscher Krieger, die sich innerhalb Deutsch - lands in ärztlicher Pflege befinden, werden mit sofortiger Güliigkeit für das Gebiet der deutschen Staatseisen- bahncn nachstehende Tarifbestimmungen eingesührt: 1. Angehörige kranker oder verwundeter, in ärztlicher Pflege innerhalb Deutschlands befindlicher deutscher Krieger werden zu deren Besuch in der zweiten, dritten oder vierten Klasse zum halben Fahrpreis, in Schnellzügen außerdem gegen tarismäfeigen Zuschlag, befördert. 2. Ms Angehörige gelten Eltern, Kinder, Geschwister, Ehefrau und Verlobte. 3. Zwei Kinder vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 10. Lebensjahre werden für eine Person gerechnet; für ein einzelnes Kind innerhalb dieser Altersgrenze ist ohne weitere Ermäfeigung eine halbe Fahrkarte zu lösen. 4. Tie Fahrpreisermäßigung wird nur für Reisen über 50 Kilometer gewährt. 5. Die Fahrkarten zum halben Preise werden von den Fahrkartenausgaben auf Grund der von der zuständigen Ortspolizeibehörds ausgestellten Ausweise verabfolgt. 6. Die Ausweise müssen enthalten: Namen der Reisenden, Anfangs- und Endstation der Reise, Reiscweg, Bescheinigung mit Stempel und Unterschrift der Orts- volizeibehörde, daß die Reisenden Angehörige kranker oder verwundeter deutscher Krieger sind. Vordrucke zu den Ausweisen werden von der Fahrkartenausgabe kostenlos an die Drtspofizeibehörden abgegeben. 7. Die Ausweise werden von den Fahrkartenausgaben bei jeder Lösung einer Fahrkarte abgestempelt und den Inhabern zurückgegeben, die sie dem Fahrtzer - sonal auf Verlangen vorzuzeigen haben. Bei Beendigung der Rückfahrt sind die Ausweise mit den Fahckarten abzugeben. » n Giefeen, 20. Sep. Im Alter von 71 Jahren st a r b am Samstag hier der bekannte Musikalienhändler E r n st C h a l l i e r, der in Gicfeener Kunstmusik - kreisen einen hervorragenden Ruf als Kunstfreund genoß >»nd sich ein großes Verdienst um das Giefeener Musikleben erworben hat. n Gießen. Die Stadt Gießen hat sich an der Kriegsanleihe des Reiches mit 250 000 Mk. beteiligt. n Giefeen, 21. Sept. Ein 1 5 j ä h r i g e r Freiwill i g e r ist mit unserer Einquartierung in Gießen eingezogen. Der junge Krieger ist der Sohn eines vor dem Feinde gefallenen Hauptmanns; feine Mutter ist schon früher gestorben, und so hat es den jungen Menschen, der auch die Offizier,slaufbahn bcschreiten will, gedrängt, mit derselben Kvmpagni« im Heere einzurücken, die fein Vater in den Kampf und zum Siege geführt hat. Die älteren Kameraden sind stolz auf ihren jungen Mitstreiter, der bereits vollständig ausgebildet ist und die Anstrengungen der Hebungen in der Garnison gut überstanden hat. o Nidda, 20. Sept. Am Freitag hat der Sturm den 50 Pieter langen Neubau der Himmelsbachschen Holzschneiderei u m g e ft ü r z t. ):( Wetzlar. Die Budcrusschen Eisenweckc in Wetzlar bewilligten denFrauen ihrer ins Feld gerufenen Arbeitet eine monatliche Unterstützung von 5 Mark, während für jedes Kind 3Mack bezahlt werden. Außerdem hat die Arbeiterschaft eine freiwillige Gabe von 1 Prozent bewilligt. ):( Frankfurt a. M., 20. Sept. Gcneralquär- tiermeister Eizellenz v. Stein vom Großen Hauptquartier ist über Frankfurt a. M. abgereist nach Breslau zur Uebernahmc eines neuen Postens. :: Die Firma C. H. Knorr A.-E. in Heilbronn a. Neckar, welche schon dem Roten Kreuz ihres engeren heimatlichen Kreises reichliche Unterstützungen zuteil werden liefe, hat der Zentralverwaltung des Roten Kreuzes in Berlin eine Million Knorr-Bouillon - Würfel unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Verantwocklich: Al bin Klein, Gießen. Kartoffellieferung. Die Lieserung von ca. 90 000 Kg. Speise- k a r t o- f s e l n für die hiesige Anstalt soll öffentlich vergeben werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens Samstag, den IO.Oktober 1914,oorm.lOUbr, hierher einzureichen. In den Angeboten find die Kar- toffelsorten zu benennen und die Bedingungen, dir auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten offen liegen, anzuerkennen. Die Proben sind getrennt von den Angeboten einzureichen. Es bleibt Vorbehalten, die Lieferung Zu teilen. Zufchlagsfrist 8 Tage. Giefeen, den 22. September 1914. Grosili. Direktion der LandeS-Hcil- und Pflegeanstalt bei Giessen. I. A.: L o tz, Erofeh. Hausverwalter. • Udj# inner Schluchzen, ne war jo aliick io unsagbar glücklich, dar, ne alle Dualen, die c batte, vollständig vergast und sich ganz den vcseligenverl Gesicht hingab, eine gute Tal getan, ihre, Liebling gerettet, zu haben, j - Ahes,, cltdtich besann sic sich doch und sagte mi Wörtliche», Vorwurf: vH* r 5KV Cl '* ~ u nur so maßlos erschrecken ÄaZTlst.denn vorgcfallcn. dast Tu so cnorn viel chcld. gsbranchl hast?" Ta würde c- rot und antwortete hastig: „Bitte Taittchg,^, sgrsche nicht weiter! Tn mir die Liebe, las es dabei' bewenden! Es kommt nicht wieder vor, da- vcrsvreche »h Dir back» und heilig!" j ' nfichu Natürlich glaubte sie ihm. Dennoch abe fragje sic sorgltch:. ..Llber nun ist doch auch alles geord lret, ürcht wahr. Ich meine, Tu hast doch jetzt keiiu .^Lchutdcn pmhr, wich" Purfiiirro, stand er da Und schnell entflog es ihm .Aber selbstverständlich, liebstes Tantchen, alles ltivt und klar!" Beruhigt wandte sie sich ab. Auch er sah fort, aber nur. um seine' Lerlegcnhei zu vcrberacn. Er batte gelogen. Ader er konnte nich anders. Rein, cs war ibm unmöglich, absolut unmög , lich. Er konnte cs nicht sagen, dast morgen noch eir Kcchse! über J2 00Ö Mark fällig war Dasebrachte ei in,dicseuz, MoiNsiu nicht über die Lippen. Da mustt, et eben anderswo Na, schaffen. Deshalb log er hie» lieber! slib'^lic^sken jklltgcnblick ries der Vater nach geritchsic' , Mi' * cdm WWf-, na, lqchclnd wieder hinaus. ^^.fifioe'sgrgl, (Deinem Liebling geschieht nicht da bciffst auch an Dich? Und wird Dich nick " Besorgt sab sie ihn an. N^VfM.t^Nlcht.^ >ch bin ganz ruhig." r ging ne leise und behutsam hinaus Ätff tcbs^äm?^ ^' e C ' n Qtmcr Sünder. Er .Komm', setz' Dich, mein Junge." Mit auiber tot gcm Lächeln reichte der alte Herr ihm die Hand bin. „Tausend Mal Verzeihung, lieber Papa, dah ich Dir gestern nicht Sldien gesagt habe, ich glaubte. Du würdest schneller zurück sein." „Last nur gut sein. Du hattest wohl eine Verabredung. wie?" .Ja Papa, im Klub mit Kameraden." Lächelnd sah der Vater auf. .Du chrichst, als wärest D» noch immer Offizier. Es wäre mir lieber. Du kehrtest jetzt mehr den Zivilisten heraus, mein Sohn. Du bist jetzt Kaufmann. Wenigstens wünschte ich, daß Du cs von nun an mit Leib und Seele bist." Errötend schwieg Kurt. .Nun, Du sagst nichts dazu? Trägst Du Dich viel- leicht noch iinmcr mit dem Gedanken, umzusattcln, wie? Hat Dir gar Tante wieder die Hölle heißt gemacht, wie? Nun, so sprich doch!" .Nein, Papa, Tu kannst unbesorgt sein," antwortete er endlich zaghaft. .Das bii: ich leider durchaus nicht, mein Sohn," entgegnet« der alte Herr mit tiefem Atem, „ich habe gestern Dein Konto gesehen, und ich bin hast erschrocken darüber Wo hast Du denn all das Geld gelaffen? — Nun, bitte, schenk' mir mal ganz klaren Wein ein. — LH muß nämlich jetzt, wenn ich Dir diesmal verzeihen soll, die reine und volle Wahrheit hören! — Also?" Kurt saß wie aus Kohlen. Er wußte nicht ein noch aus. Das alles hier zu beichten, nein, das war ihm unmöglich, schier undenkbar. Endlich hatte er sich ein wenig gefaßt. »Mein lieber Papa," begann er leise zitternd, .wenn Du mich lieb hast, dann wirst Du es mir erlaffen. Dir hier ein Geständnis zu machen, das mich tief, sehr tief beschämen müßte. Und wenn Du. wie bisher. Vor- trauen zu mir hast, wirst Du mir glauben, wenn ich Dir hier mein Wort gebe, daß sich so etwas nicht wie- verholt." Schweigend sah der Later ihn an. Er dachte an sein- eigene Jugend. Er fühlte, daß es richtiger war, hier nicht weiter zu fragen, sondern einfach und still zu vertrauen. Deshalb reichte er ihm stumm die Hand bin. die Kurt, wie in einem Glücksrausch, hcrzinnigst küßte.^ ... O, wie leicht, wie belreii. wie froh verließ er dies Gemach! Nun war ja alles wieder gut! 'Nun konnte er wieder hoffen. Aber kaum war er draußen, siel ihm ein, daß ja moraen dieser zweite Wechsel fällig war. Verdammt! Daß er auch so bodenlos leichtsinnig gewesen war! Einfach unverzeihlich war das! Was sollte denn ietzt nur werden!? Er hatte ia gar keine Zeit zu verlieren. Morgen mußte das Geld zur Stelle sein, sonst kam der andere Wucherer auch hierher. Und das mußte um jeden Preis vermieden werden. Anqstbeklommen gino er umher. Dabei mußte er noch ein sorglos heileres Gcstckit machen, damit man ihm bier nickit anmerkte wie-es aus. sah. Jurchtbar war das, denn er konnte sich nicht gut so verstellen. Mit jeder Stunde wurde leine heimliche Angst immer größer, denn noch immer fand er keinen Rat, trotzdem er sich das Hirn zermarterte. Gestern, als er seinem Jreund Stetten die ganze Affäre gebeichtet, batte er das in einem forciert sröb- lichen Ton getan, um ffcki den Anschein zu neben, als berübre ihn so ein Streich nur ganz obcrttäcblich. als gaukle er, wie ein richtiger Leb-mgnn. svielend über so ein Vorkommnis binwea, — beute aber, nun er die Konseauenzen seiner Tat sab. beute war er ties beschämt und niedergedrückt, denn er kam ffch in diesem solid bürgerlichen Hause der Arbeit wie eine Drohne vor. Bei iedem Gedanken daran trat ihm das Blut in das Gesicht. Während des M'ttaas saß er der Tante allein gegenüber, denn der alte Herr sollte sich noch weiter ausruhen Er gab sich die erdenklichste Mühe, seine heimliche Angst zu verbergen, und sprach mit heiterer Lonne von allen möglichen Dingen und Ereianiffen des Taaes. Aber das Tannben. obgleich scheinbor zubörend. sah ihn doch oft von der Seite an. denn sie merkte, daß seine Heiterkeit nicht ganz echt war. 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