vezugrpreir 25 Psg. monatlich vlerretjühruch 75 Psg., vorauszahlbar, frei ins Haus Abgeholt in «nierrr Expedition oder in den Zweig- ausgabeilellen vierteljährlich 60 Pfg. — Erscheint Mittwochs und SamStagS. — Redaktion: SelicrS- weg 83. — Kür Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Brrlag der „tSietzenrr Zeitung" <6. m. b. H. Lrpedition: 5 elter § weg 85. Anzeigenpreis 15 psg. die 44 mm breite P e l i t z e i I e für Auswärts 20 Psg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt komu» bei Ueberschreitung deSZahlungS- zieleS 130 Tages, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Piapvorschriiten ohne Verbindlichkeit. Truck der Gictzrncr BcrlagSdruckcrci, Albin Mein. Nr. 76. Samstag, den 19. September 1914. r°l,ph°n Rr. 3«s. 26.. Jahrg. Weltkrieg. Zwei französische -lrmeekorps entscheidend geschlagen. Weitere deutsche Waffenerfolge. Große Verluste bei den Franzosen und Serben. Vorn Krieg im Westen. WTB. Großes H a u p t q u a r 1 i e r, 18. Spt. vonn. Zur Ergänzung der Akeldung von gestern abends Das französische 13. und 4. Armeekorps und Teile einer weilcrcn Division sind gestern südlich Noyon entscheidend geschlagen und staben mehrere Batterien verloren. Feindlickse Angrifse gegen verschiedene Stellen der Schlachlsront sind blutig zusammengebrochen. Ebenso ist ein Vorgesten sranzösischer Alpenjäger am Veigesenkanrm im Breusch-Tal zurüclgewiesen. Bei Erstürmung des Chateau Brimont bei Reims sind 2500 Gefangene gemacht worden. Auch sonst wurden in offener Feldschlacht Gefangene und Geschütze erbeutet, deren Zahl noch nicht zu übersehen ist. Die grossen Erfolge in der Schlacht im Westen, die das Grosze Hauptquartier gestern vormittag meldete, lassen erkennen, daß die ftanzösische Offensive zusammenzu- brechen beginnt. Sie sind ein glänzendes Zeugnis für die Unerschültcrlichkeit unseres Willens zum Siege und sie geben froste Bürgschaft dafür, dasz die Entscheidung, die jetzt inrmer näher heranrückt, zu unseren Gunsten sein wird. Gens, 18. Sept. (Ltr. Bln.) Rach Privatmcld- ungen aus Paris bewährten sich die deutschen Höhen- stcllungen nördlich der Aisne gestern vorzüglich. Die Verluste des englischen Korps, dem der, jetzige Hauplangriff gilt, waren bedeutend. 15000 russische »oldatcn iit England. , Es verlautet nunmehr als ganz bestimmt, dag ein russisches Armeekorps in Archangelsk eingeschifft und den 4000 Kilometer langen Seeweg nach dem westlichen Kriegsschauplatz vollendet habe. Die Russen wurden erst quer durch England mit der Bahn gebracht und wieder nach eincinl unbekannten 'Bestimmungsort eingeschifft. Nunmehr sollen diese Truppen, deren Eiistenz zunächst abgeleugnet worden war, in Ostende gelandet 'worden sein. Man kann das ganze auch für einen großen Bluff halten. Militärischer Kiihrcrwcchscl. Für den erkrankten Generalobersten v. Hausen übernimmt der, General der Kavallerie v. E i »e nr die Armecführung; für diesen wird General der Infanterie v. L l a e r kommandierender General des 7. Armee - korps. General der Artillerie v. Schubert, zuvor bei dem 14. .Reservekorps, zu anderweitiger Verwendung; für ihnl wird der Ecneralquarlicrmcistcr v. Stein kommandierender General des 14. Armeekorps. General der Infanterie Graf v. Kirchbach vom 10. Reserre- korps, zu anderweitiger Verwendung; für ihn wird General der 'Infanterie v. Eben kommandierender General des 10. Reservekorps. Generaloberst Frhr. v .Hausen, der bisherige Führer der stritten Armee, der bekanntlich wegen Er krgirkunq sein Konrmando niedcrlcgen mußte, befindet sich in Wiesbaden zur Wiederherstellung seiner Gesund - heit. Er ist an der Rtthr erkrankt. Der Kaiser hat ihn für die Dauer seiner Krankheit vorübergehend vom Kommando enthoben und ihm ein Handschreiben unter Anerkennung der hervorragenden Leistungen des Sächsischen Korps zugehen lassen. Wan» Deutschland die Waffen nicdcrlcgt. Die „Rordd. Allg. Ztg." schreibt: In dem Lügen- seldzug, der den Krieg des Dreiverbandes gegen Deutschland begleitet, treten seit einiger Zeit auch Meldungen über ein deutsches Friedcnsbedürfnis, die sich mehr und mehr zuspitzen, arff. Bald wird von einer angeblichen Aeuszerung des Reichskanzlers über Deutschlands ! I Geneigtheit zum Friedensschluß gesprochen, woraufhin Greg durch die Vermittelung von Amerika eine stolze Antwort erteilt habe. Bald heißt es, der deutsche Botschafter in Washington bemühe sich, den Frieden sür Deutschland zu erlangen. Tie Neutralen sollen durch solche Ausstreuungen den Eindruck empfangen, das Deutsche Reich sei kampsesmüde und müsse sich wohl oder übel den Friedensbedingungen des Dreiverbandes sü- gen. —Wir setzen diesem Gaukelspiel die Erklärung entgegen!, daß unser deutsches Volk in dem ihm ruchlos aufgezwungenen Kamps die Waffen nicht eher nicder- lcgen wird, bis die für seine Zukunft in der Welt erforderlichen Sicherheiten erstritten sind. Ein englischer Angriff auf die dänische Neutralität. K r, i st i a n i a. 16. Sept. (Ctr. Bln.) Das größte Aufsehen erregt solgende Meldung des Pariser Korre - spondenten der hiesigen Zeitung „Aftenposten": Das „Echo de Paris" gibt zusammen mit anderen Blättern offen der Ansicht Ausdruck, daß der Große Belt unbedingt für die englische Flotte geöffnet werden müsse, selbst wenn Dänemark dabei seine Neutralität aufgeben mühte. (Frkf. Zeitung.) Hierzu schreibt das dänische Regierungsblatt „Politiken": Dänemark kann darauf nur. antworten, daß die Kriegsbegebenheiten auf dem Kontinent, wie sie sich auch entwickeln mögen, nicht aus den Entschluß des dänischen Volkes einwirken können, während des Weltkrieges die st r e n g st e Neutralität aufrechtzucrhalten. * * * Ehina gegen unsere Kcindc. In Peking herrscht, wie der „Rundschau" gemeldet wild, die größte Erregung über die Forderung Japans, ihm freie Haust in China z u g e w ä. h r e n, die zu lebhaften Protesten Anlaß gab. Die Erregung gegen die Ententemächte, namentlich England und Rußland, wächst. Man beschuldigt Großbritannien, daß es Japan gegen China Hetze und auf Kosten der chinesischen Republik Japan Gefälligkeiten erweisen wolle. Die Mißstimmung gegen Rußland ist darauf zurü^uführen, daß der Petersburger Stadthauptmann für die Dauer des. Krieges die Ausweisung sämtlicher chinesischer Kaufleute aus seinem Amtsbezirk verfügte. Ucberdies behauptet man in Peking, daß zwischen Japan und Rußland jetzt eine Vereinbarung dahin zustande gekommen sei, daß Japan provisorisch und allein die Mandschurei und Mongolei besetzen solle. In PekingerRcgierungskrei- sen macht man kein Hehl aus der warmen Sympathie für Oesterreich-Ungarn und Deutschland, die in China immer stärker zutage tritt. Vom Krieg im Osten. Neue Erfolge. Unser O st h e e r setzt seine Operationen im Gou - verneincnt 2 u w a l k i sott. Teile gehen aus die Festung O s o w i c c vor. MTB. Wien, 17. Tept. (Nichtamtlich.) Nach Bläi- tcrmeldungcn bat die schwere Niederlage der Russen in Ostpreußen aus die russische öffentliche Meinung einen nicderdrückenden Einfluß ausgeübt. Amtlich wird zugestanden, daß zwei Korps vernichtet worden sind. Aus Kopenhagen wird gemeldet, daß auch das Ergebnis der schweren Kämpfe bei L e m b e r g in Petersburg eine Depression hervorgerufen hat, da die russischen Operationen nicht den erhofften Erfolg erzielt haben, sondern an dem hattnäckigen Widerstand der österreichisch-ungarischen Armee gescheitert sind. Die Zahl der in Rußland eingetroffenen Verwundeten ist überaus groß, so daß beispielsweise in Mcskau kaum mehr Platz zur Aufnahme der Verletzten vorhanden ist. Der russische General Marios, der befahl, die von seinen Truppen besetzten Ortschaften Ostpreußens zu verbrennen und die männlichen Einwohner zu erschießen, ist in Halle gefesselt eingebracht worden. Er kommt vor ein Kttegsgettcht. (L. A.) Nach dreiwöchiger Herrschaft der Russen ist die Stadt Tilsit wieder von den Eindringlingen b e s r e i t. Am Dienstag ist die Tilsiter Zeitung wieder von neuem erschienen, die einen begeisterten Artikel über unsere Truppen bringt und feststellt, daß cs das Verdienst der Stadtverwaltung sei, die Russen zu einer Haltung in Tilsit veranlaßt zu haben, wie sie eine solche in keiner anderen von ihnen besetzten Stadt gezeigt haben. * * * Oesterreictnsclie Waffenerfolge. Die Oesterreicher haben die in Syrmien uttd Banat eingefallenen 15 000 Serben vernichtend geschlagen und viele Taufende gefangen. Kein i Serbe weilt jetzt mehr auf österreichischem Boden. Agram, 12. Sept. (CIr. Bln.) Die Oesterreichcr i haben Belgrad beschossen, dos in wenigen Stun- l den einem Trümmcrhauscn glich, der an vielen Stellen in Flammen stand. * ‘ * Der serbische Thron vor seinem Zusammenbruch. Graz, 18. Sept. (Ctr. Bln.) Eine aus Risch in Saloniki eingetroffene hervirrragende Persönlichkeit erklärte, in Serbien sei keine Täuschung mehr über die verhängnisvolle Politik des Herrscherhauses Karageorgc- witschr gegen Oesterreich möglich. König Peter bleibe nichts anderes übrig, als mit seiner Familie und seinen Ratgebern Serbien aus immer zu verlassen. Mit dem inilitärischen Zusammenbruch Frankreichs werde Rußland auch Serbien mit in das Verderben reißen. Die Serben ziehen in M o n a st i r auch die 4 5jährigen Männer zum Militärdienst heran. In Risch ist die Cholera aufgetrclen. Es sind bereits zahlreiche Fälle sestgestellt. Das türkische Aegypten-- Der deutsche Konsul in Aegypten meldete am 12. September amtlich: „Bis morgen müssen die deutschen und österreichischenKonsuln Aegypten verlassen. Die übrigen Deutschen stehen unter schärsster polizeilicher Aufsicht. Sie glauben, demnächst auch ausgewieseu ztt werden. Bei den Engländern macht sich eine starke Nervosität bemettbar; vor allem befürchten sie einen Angriss derTürkei aus Aegypten. Wiener Geschäftsleuten sind aus Aegypten Nachrichten zugegangen, wonach die Lage in Aegypten äußerst e r n st sein soll. Auf den Straßen Kairos und Alerandriens finden Revolten statt. Das geschäftliche Leben liegt darnieder und die Verhängung des Standrechtes wird erwartet. * * * Amerika ans der Wacht. WTB. Stockholm, 16. Sept. (Ctr. Bln.) Die Flotie der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean ist verstärkt worden und ein starkes Geschwader ist nach den Philippinen abigegangen. Diese amerikanische Maß - nähme, so schreibt die „Voss. Ztg." dazu, gewinnt eine große Bedeutung, da sie zweifellos die Antwort auf Englands Hilfenif an Japan zur Unterdrückung der indischen Aufstandsbewegunq darst.ellt. Allerlei Nriegsnachrichten. Der Kaiser hat dem Prinzen Friedrich Jftarl von Hessen, Generalleutnant und Chef des | 81. Infanterie-Regiments, das Eiserne Kreuz 1. ! Klasse verliehen. Seinem verwundeten Sohn, Prinz Friedlich Wilhelm, wurde vom Großherzog von Hessen die Tapserkeitsmedaille verliehen. Dem Groszherzog von Oldenburg wur,de das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. * Der kommandierende General des 18. Armeekorps, v. Schenck, erhielt vom Kaiser für hervorragende Führung das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Worms, 17. Sept. Oberst M ü n t c r, der Führer des Infanterie-Regiments Ny. 118, erhielt das Eiserne Kreuz. Das Eiserne Kreuz wurde dem Reichstagsabgeordneten Ern st Basscrmann verliehen. Außerdem wurde Bassermann zum Major beförderet. WTB. Königsberg, 18. Sept. Die städtischen Behörden haben einstim-nig beschlossen, Eeneraloiberst v. Hindenburg das E h r e n b ü r g e r r e ch t zu verleihen. Der Regierungspräsident von Münster, Graf v. M e r v e l d l, ist nach Berliner Blättermeldu'ngen infolge Allerhöchster Anordnung zur besonderen Verfügung des Ministers des Innern zwecks Verwendung als Chef der Zivilverwaltung in dem okkupierten polnischen Gouvernement S ü w a l k i berufen. Aus Holland erfahren verschiedene Blätter, daß am Dienstag die englischen Eardegrenadiere, 1400 Mann stark, nach dem Kriegsschauplatz abgegangen seien. Der Prinz von Wales wurde angeblich vom ersten zu dem in London zurückgebliebenen dritten Bataillon versetzt. (Man vergleiche damit das Verhalten der deutschen Prinzen. D. Red.) * D e r Stand unserer Truppen vor Paris läßt sich mit Leichtigkeit durch Aufstecken der Kriegsfähnchen auf unserer Karte vom westlichen Kriegsschauplatz verfolgen, denn sie berücksichtigt die Umgeb - ung von Paris ganz eingehend !mi> enthält selbst kleinere Orte und Flüsse, wenn sie für die Kriegsführung von Bedeutung sind. Beigegeben sind dieser Karte etwa 180 Fähnchen zum Ausschneiden und Aufsteckcn auf Nadeln. Diese Karte ist ebenfo wie die vom östlichen (deutsch - russischen) Kriegsschauplatz imMaßstabe von 1:2 200000 ausgesührt. Jede Karte kostet nur, 40 Psg. — Der Preis ist im Verhältnis zur Gediegenheit und guten Ausführung erstaunlich gering. Der große Beifall, den unsere Krieoskarten überall gefunden haben, hat uns den Beweis geliefert, daß wir durch das Angebot dieser Karten dem Wunsche unserer Abonnenten entgegengekom - men sind. Beide Karten sind durch unsere Geschäftsstelle zu beziehen. Bon der Kohlengewinnung. Nachdem in einem weiteren Kapitel über die Kohlen- Und Eisenpr « ise an den häuptsächlichften deutschen Plätzen berichtet worden ist, macht der Bericht eingehende Angaben über den deutschen auswäu tigen Handel in mineralischen Brennstoffen. Die Einfuhr von Steinkohle, die 1912 10,38 Mill. T. betrug, stieg im letzten Jahr auf 10,54 Mill. T. An der Einfuhr war Großbritannien mit 9,2 Mill. T. beteiligt. Von dem Rest entfielen 0,49 Mill. T. auf Oesterreich- Ungarn Und 0,32 Mill. T. auf Belgien. Die Ausfuhr von Steinkohle (ohne Koks und Briketts) ist bei 34,6 Mill. T. um 3,4 Mill. T. gestiegen. Zum größten Teil richtet sich die deutsche Steinkohlenausfuhr nach Oesterreich-Ungarn, wohin im Berichtsjahr 12,2 Mill. T. ge- liesert wurden. Die nächstgroßen Bezieher sind die Niederlande (7.2 Mill. T.), Belgien (5.7 Mill. T.), Frankreich (3,2 Mill. T-), das europäische Rußland (2,1 M. T.) Und die Schweiz (1,6 Mill. T.). Der Ueberschuh der Steinkohlenausfuhr über die Einsuhl betrug im letzten Jahr 24 Mill. T. gegen 21 Mill. T. in 1912. Die Braunkchleneinsuhr (7 Mill. T.), die ausschließlich aus Oesterreich-Ungarn erfolgt, hat im Berichtsjahr eine kleine Abnahme (300 000 T.) zu verzeichnen. Der Ausfuhr von deutscher Braunkohle kommt nur geringe Bedeutung zu. Sie betrug im letzten Jahr 60 000 T. gegen 57 000 T. in 1912. Die Kokseinsuhr betrug 595 000 T. und ist gegen das Vorjahr um 5000 T. gestiegen; das Haupteinfuhrland Belgien lieferte 518 000 T., Oesterreich-Ungarn 24 000 T. Unsere Koksausfuhr betrug 6,4 Mill. T. und stieg um mehr als eine halbe Million Tonnen. Frankreich erhielt im letzten Jahr 2,36 Mill. T-, Oesterreich-Ungarn 1,1 Mill. T., Belgien 0,9 Mill. T. In Briketts stellte sich die Einfuhr aus 148000 T. gegen 188 000 T. in 1912. Hauptlieserant war wieder Oesterreich-Ungarn mit 120 000 T. Belgien lieferte ebenso wie die Niederlande 13 000 T. — Die Brikett- aussuhr stieg von 2,7 Mill. T. in 1912 auf 3,2 Mill. T. Die größten Mengen bezogen die Schweiz (863 000 T.), die Niederlande (587 000 T.), Belgien (547 000 T.) uUd Frankreich (384 000 T.). Oesterreich- Ungarn erhielt 258 000 T. Ein Bild von der Gestaltung des internationalen Steinkohlenhandels ergibt sich autz einer Zusammenstellung über die Ein- und Ausfuhr der wichtigsten Länder. Die Einfuhr des Deutschen Zollgebiets an Eisenerz erreichte 14 Mill. (1912: 12,1 Mill.) T., denen eine Ausfuhr; deutscher Eisenerze von 2,6 Mill. (2,3 Mill.) T. gegenübersteht. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus schwedischen (4,6 Mill. T.), französischen (3,8 Mill. T.) und spanischen (3,6 Mill. T.) Erzen; die Ausfuhr richtete sich in erster Linie nach Belgien (1,7 Mill. T.) und Frankreich (854 000 T.). Unter Verkehrswesen sind die Betriebser- gebnisse der vereinigten preußischen und hessischen Staats- eisenbahnen wiedergegeben. Ferner wird eingehend über die Wagcngestellung in den großen Kohlenbezirken Deutschlands berichtet, die im ganzen von 18 Mill. D.-W. in 1912 auf säst 19% Mill. D.-W. in 1913 gestiegen ist. Der Anteil des Ruhrbezirks an der Wagengeftellung Deutschlands beträgt bei 9,7 Mill. D.- W. rd. 50 Prozent. Auf Oberschlesien entfielen bei rd. 3% Mill. D.-W. 17,7 Proz., auf den Saarbezirk bei stark 1 Mill. D.-W. 5,3 Proz. der gesamten Gestellung in den deutschen Kohlenbezirken. Auch über den Verkehr auf dem R h e i n, im besonderen in den Rhein-Ruhrhäsen, sowie auf dem Dortmund-Emskanal macht der Bericht bemerkenswerte Angaben. Im letzten Abschnitt wird ausführlich über die Lohn- und Arbeiterverhältnisse in den preußischen Bergbaubezirken berichtet. Die Arbeiterzahl (ohne Beamte) stieg im Oberbergamtsbezirk Dortmutrd von 350 359 in 1912 auf 382 951 im Berichtsjahr, in Oberschlesien von 117 585 auf 121617, im Saarbezirk von 48 918 auf 49 696, in Aachen und am linken Niederrhein von 25 331 auf 28 642; im niederschlesischen Bezirk siel sie von 27 923 auf 27 864. Der Jahresarbeitsverdienst eines Arbeiters der Gesamtbelegschaft betrug in den letzten beiden Jahren: 1912 1913 Mk. Mk. Dortmund 1629 1755 Oberschlesien 1085 1134 Saarbezirk (Staatswerke) Niedcrschlcsielz, Aachen und 1286 1381 1043 1098 linker Niederrhein 1539 1652 Die Jahreslöhne der unterirdisch beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter (etwa die Hälfte der Eesamtbcleg - schaft) betrugen:' 1912 1913 Mk. Mk. 1918 2088 1332 1487 1463 1594 1121 1221 1728 1874 Dortmund . Oberschlesicn Saarbezirk (Staatswerke) Niederschlesien Aachen und linker Niederrhein Auf eine Schicht der Gesamtbelegschaft sowie der eigentlichen Bergarbeiter cntsiel in den jetztcn beiden Jahren folgender Verdienst: Gesamtbelegschaft 1912 Unterirdisch beschäftigte Mk. 5,03 3,50 4,22 3,29 1913 1912 1913 Mk. MI. Mk. 5,36 6,02 6,47 3,63 4,35 4.85 4,45 4,83 5,18 3,43 3,57 3,84 5,23 5,56 5,99 Dortmund Oberschlesien Saarbezirk (Stw.) Niederschlesien Aachen u. linker Nicderrhein 4,88 Die Lebens- und Unfall-Versicherung der Beamten der dem Bergbauverein ange- hörendcn Zechen erfolgt hauptsächlich bei der Versicher - ungsgesellschast „Nordstern". Die Zahl der mit dieser Gesellschaft eingegangenen Lebensversicherungen stieg von 8950 Polizeu mit einer Versicherungssumme von 51,6 Millionen Mark zu Anfang 1913 auf 9513 Polizeu und 54,14 Millionen Mar,k zu Anfang 1914. Gegen Unfall und Invalidität waren auf den Vereinswelken im Jahre 1913 12 454 Personen versichert mit einer Jahresprämie von 337 301 Mark. Davon entfielen allein auf den „Nordstern" 7912 Personen und 237 000 Mk. Prämie. lieber; die Arbeiterversicherung im Rühr- bergbau werden ebenfalls ausführliche statistische Nachweise gebeten, sowohl über den allgemeinen Knapp - schaftsverein als auch die Sektion 2 der Knappschaft? - Berufsgenosscnschaft zu Bochum, Es betrug die Mitgliederzahl des Knappschafts-Vereins im Durchschnitt des Berichtsjahres 409 271 gegen 376 710 in 1912. Der Belegschaftswechsel betrug auf 100 der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeiter 78 Zugänge und 69 Abgänge. Das Vermögen des Knappfchafts-Vercins stieg von 231% Mill. auf 268% Mill. Mark. Bon der Sektion 2 der Knappschafts-Berufs ge» of- senschaft wurden im letzten Jahr für t ö d l i ch e Unfälle über 5 Will. Mark an Entschädigungen gezahlt; ftir nichttödliche Unfälle wupden rd. 8 Mill. Mark» an Entschädigungen aufgewandt. Insgesamt wurden für die Zwecke der Unfallversicherung innerhalb des Sektionsbezirks im letzten Jahre 14,75 Mill. Mark umgelegt, von denen 99,69 Proz. allein auf den Steinkohlenbergbau entfielen. Atn Schluß des Berichts wird noch über die Tätig- keit des Berggewerbegerichts Dortmund berichtet. Die Zahl der im Jahre 1913 von den Arbeiter,» erhobenen Klagen betrug danach 1483 ; insgesamt wurden im Berichtsjahr; 1498 Klagen anhängig gemacht oder 38 auf je 10 000 Mann der Belegschaft. Xus Stadt und Land. n Gießen, 16. Sept. Dem Assistenzarzt an der hiesigen Klinik für psychische und nervöse Krankheiten, kit» stiller Mensch. Roman von Paub'Bliß. Nachdruck verboten. Kurt holte tief Atem, vmrs di« Zigarette weg, dann nabm er einen Anlauf und begann: „Es ist der aller- dümmste Streich meines Lebens. Wenn ich jetzt alles überdenke, komme ich mir wie ein Schuljunge vor. Prügeln könnte ich mich." Er bist wütend die Zähne zusammen, nahm einen neuen Anlauf und fuhr dann ruhiger fort: „Also kur; heraus, ich war verliebt in die schöne Tänzerin, so blind und toll verliebt, daß ich zu jeder, aber auch zu jeder Dummheit fähig gewesen wäre." Stetten sah ihn erstaunt an, schwieg aber. Und er sprach jetzt schnell weiter: „Niemand von meinen Bekannten ahnte etwas davon Es mutzte alles ungesehen bleiben, denn m-ün alter Vater durste nichts davon erfahren Deshalb babe ich alles geheim gehalten, daß Ihr alle nicht wußtet, was mit mir los war." Da er eine längere Paule machte, fragte Stetten: „Aber wohin soll denn das sühren? Hast Du Dich nie danach gcsragt? So e,nc Person braucht ja ein Per- mögen " „Der Spaß war auch kostspielig genug," entgegnetc er mit bittcr-m Lach-n. „So viel kostbare Diamanten habe ich nie verschenkt." Der andere schlug die Hände zulammen. „Ist das nur möglich!" ries er. „Und alles umsonst weggeworfen!" „Leider. Fünfmal empfing sie mich. Immer in Gesellschaft ihrer alten Mama. Das erste Mal brachte ich ihr Orchideen, die schon ein kleines Vermögen kosteten. Sie beachtete sie kaum. Und Mamachen wußte sich vor Erstaunen nicht zu fasten. Dann wurde ich gewitzigter und kam mit einem Armband. Das entlockte ihr ein Lächeln. Beim dritten Besuch brachte ich ihr ein Paar kostbare antike Ohrgehänge. Da wurde sie freundlich und meinte, ich hätte Geschmack. Auch die Alte bebandclte mich nun vastabel. Als ich zum vierten Mal frn. überreichte ich ibr den wundervollsten Ring. den Frirdländer hätte, und das letzte Mal brachte »ch gar ein Kollier, das ich ihr selber um den entzückenden Hals legen durste, natürlich stets im Beisein ihrer Frau Mama. Und da war ich kühn genug, zum ersten Mal von meiner ausrichtigen Verehrung und von Liebe zu reden." „Natürlich im Beisein der Mama!" „Natürlich!" „Unbezahlbar'" lachte Stetten laut auz. „Sie hörte mich aanz ruhig an. lächilte mir graziös zu. reichte mir die entzückende Hand -zum Kuß bin — und dann sagte das Mamachen: „S-br liebenswürdig, mein Herr, aber wenn meine Tochter heiratet, mutz es mindestens ein Prinz sein, anders tun wir's nickt." — Daran» war ich ein wenig verblüfft, sammelte mich schnell und wollte e'was erwidern. Allein die Damen erhoben sich und beda"crten, mich jetzt verabschieden zü müssen, da um bald sechs Prinz Jiomakaio — oder u'.c der Kerl hlch. — leine Aulwartung machen wollte. Ehe ick es noch wußte, war ich draußen. — Wie benebelt lies ich umher. Ganz kopflos war ich. Machte Dummheiten aui Tnmmheiicn. Trank, spielte, vurchtobte die Nächte, und war» das Geld mit vollen Händen weg. — Dreimal kam ich wieder, wurde aber niemals mehr empfangen. Als ich das vierte Mal kam, erklärte mir die Alte, ich möge meine Besuche jetzt endlich einstellcn, ihre Tochter sei bereits mit dem Prinzen verlobt. Das machte mich nüchtern. Und ich verschwand von der Bildstächc. So, nun weißt Du alles." Stetten nickte. „Also was hat sie Dir nun für all die kostbaren Geschenke gegeben?" „Fünf Tasten Tee." „In Gegenwart der Mutter?" „Selbstverständlich!" „Mensch, Du gehörst ins Panoptikum." Schallend lachte er aus. Aber Kurt blieb ernst nnd wurde immer finsterer. „Die Chose hat für mich noch einen äußerst satalen Beigeschmack," sagte er mit gepreßter Stimme, „ich habe mich nämlich bedeutend über meine Verhältniste ver- ausgabt. Mein Konto zu Hause ist übermäßig belastet. Dxr Alte wird Mordskrach machen, wenn er's zu- käNia sieht. Aber außerdem habe ich noch Geld vier ausgenommen, natürlich von einem Manichäer, — zwei Wechsel sind dieser Tage fällig, von denen der Alte unbedingt nichts wissen darf. Gejent habe ich auch sehr stark, jg— nicht bei uns im Klnb, sondern drüben „Unter'den ' Linden", — ich wollte eben die Verluste wieder wett machen, aber ich hatte riesenhaftes Pech. Nun kannst Du Dir also denken, wie tief ich drin sitze." Jetzt war auch der Freund ernst geworden. „Sag' mir nur das eine, lieber Kurt, wie alles das möglich war! Ich kann mich noch immer nicht zurecht finden. Du bist doch kein Anfänger mehr. Leute, wie wir, fallen doch auf solchen Rummel nicht mehr reim" Kurt zuckte die Schultern, „Ja, seht frag' ich mich das auch. Jetzt bcgrcisc ich es auch nicht. Ich war eben einsach blind oernarrt, einfach sc verschosten, daß mein bißchen Grips absolut nicht funktionierte." Stetten schüttelte den Kopf. Er saßle das »richt. Da sagte Kurt verbittert: „Aber das liegt an dem verdammten Kleinstadtleben. Da sitzt man min lagein, tagaus hinter dem Pult, balanziert mit Zahlen nnd Zahlen, — immer dies entsetzliche ewige Einerlei, — diese ewige Tretmühle, — dieser langweilige Marktplatz mit dem Rathaus und dem Kaiserdenkmuk. — immer dasselbe, einen Tag wie der andere, rnn die gleiche Zeit stets dieselben Menschen, — gron, eintönig, und langweilig, znm Sterben. Und komint man daim heraus aus dem Nest, atmet man Kultur, ja. da geht eben das junge Blut mit einem durch, da denkt and llügell man nicht erst lange, dann gcht's eben wild draus kos. Ich kann doch nichts für meine Jugend. So waS macht doch jeder mal durch." „Aber weshalb bleibst Du denn da? Sprich doch ernsthast mit Deinein alten Herrn." „Zehn Mal habe ich es getan, gebeten nnd gefleht, wieder und wieder, alles war nmsoirst. Die Firma : braucht einen Erben. Und so muß ich mich opfern. : Trotzdem ich zum Kaufmann taug«, wie zum Seiktän- zer. Schließlich werde ich heirate», meine Frau wird : mir auch einen Jungen schenke», ich werde ihn wieder: zum Kompagnon und Nachfolger «ziehe«, — vielleicht arlch Wider feinen Willen, — werde ih» auch kirre krie- i gen. genau wie man mich rumaekriegt hat. — und al- Dr. Matthias Heinrich G ö r i n g, wurde die venia legendi bei der hiejiyen medizinischen Fakultät für das Fach der Psychiatrie erteilt. Seine Habilitationsschrift handelt über: Die Gemeingesährlichkcil in psychiatrischer, juristischer und soziologischer Beziehung. * Von der Handelskammer Gießen wird uns folgendes geschrieben: Durch Verordnung vom 6. August 1914 hat der Bundesyat die Fristen sür die Bornahme einer Handlung, deren es zur Ausübung oder Erballung des W e ch s e l r e ch t s c der des Regreßrechts aus dem Scheck bedarf, bis auf weiteres um 30 Tage verlängert, soweit sie nicht am 31. Juli 1£*14 abgelaufen waren. Den Wechselgläuvigern ist es dadurch möglich, ihren Schuldnern 30 Tage Kredit zu geben, ohne daß sie befürchten müssen, ihren Regreß gegen die Bormänner zu verlieren. Es scheint nun viel- sacb die Meinung verbreitet zu sein, daß auch der Wcch- selschulduer einen gesetzlichen Ansprrrch auf die verlängerte Prcleslsrijt habe; diese Auffassung ist aber durchaus irrig. Wohl aber muß es als dringend wünschenswert oezeichnet werden, daß der Wechselgläubiger aus die durch den Zwang der gegenwärtigen Verhältnisse geschaffenen Notlage des soliden Wechselschulducrs in tunlichst weitem Umfange Rücksicht nimmt. Eine solche Rücksicht nah me ist um so mehr geboten, als auch die Gerichte in bürgerlichenRechtsstreiiigkeiten Zahlungsfristen bis zu drei Monaten bewilligen und, falls eine Zahlungsfrist nicht bestimmt ist, die Vollstreckung in das Vermögen des Schuldners für die Dauer von längstens drei Monaten einstellen können. * Lilabholung und OrtsschneIl - dien st. Schon längere Zeit hat die Telegraphenver - waltung Verbesserungen im Eilbotcndienjt eingerichtet, die verdienen, dem Publikum zur Benutzung empfohlen zu werden. Das hiesige Telegraphenamt übernimmt es nicht nur, im sogenannten Ortsschnelldienst Briefsend - ungen durch einen Eilboten abholen und unmittelbar anschließend an die Abholung durch den nämlichen Boten an einen Empfänger im Ort bestellen zu lassen, sondern cs befaßt sich auch mit der sogenannten E i l a b - h o l u n g, indem es gewöhnliche BriefsenduNgen im Ortsbezirk durch einen Eilboten abholen und zur Poft- besörderung aufliefern läßt. Derartige Dienstlcistunsgen können sowohl durch Anrufen der hiesigen Telegramm- absertigungsstelle (Anschluß Nr. 0) bestellt, als auch mündlich an den Postschaltern oder schriftlich beim Te- lcgraphenamt angemeldet werden. Auch ist gestattet, Bcstellschreiben kostenfrei in die Briefkasten zu legen oder dem bestellenden Boten mltzuyeben. Die gewöhnliche Gebühr sür einen Auftrag im Ortsschnelldienst ist aus 50 Psg., sür die Eilabholung auf 25 Psg. festgesetzt. Bei gleichzeitiger, Ausführung niehrercr Aufträge ermäßigen sich die Gebühren. Auskünfte in dieser Hinsicht erteilt das Telegraphenamt (Anschluß Rr. 0>. Es wird bei dieser Gelegenheit noch auf Folgendes aufmerksam gemacht. Zur Beschleunigung des Ortsschnelldienstes ist cs zulässig, daß sich dic'enigen Auftraggeber, welche einen Fcrnsprechanschluh besitzen, die etwa erwartete Antwort vom Boten von uüterwegs aus zusprechen lassen. Eine Gebübrenerhöhrnrq tritt hierbei für die Ausführung des Auftrages nicht ein. n Gießen. Der vordere Trieb wird jetzt mit einem hohen Bretterzaun umhegt. Innerhalb der Einfriedigung werden 100 Holzbaracken und die nötigen Wirtschaftsräume erbaut, um 10 000 gefangene Franzosen unterzubringen. Die ganze Einrichtung erhält den Charakter eines militärischen Lagers. ):( Wetzlar. Auch die Stadt Wetzlar wird dem- lcs sür die Firma, dam : oas Haus in unsern Händen bleibt. Ter ewige Kreislauf.' .Nun, lieber Kurt, schließlich kannst Du Dich roch nicht beklagen Es gibt Millionen Menlchcn. die Dich beneiden werden. ,0» ertragen ist jo ein Leben denn schließlich dach noch.' .Ich beklage mich ja auch nicht, lieber Heini. — gewiß, ich bin sehr gut gebeitet und ich werde wich, wenn ich erst n bißchen vernünstigcr bin. auch an das odc Einerlei gewöhnen, iweisclsobne. Zumal wenn ich 'ne kleine Frau kriercn werde, gewiß, gebe ich gerne ,» — Aber ich meine, es ist Dir doch nun klar. wie ich dazu gekommen bin. diesen heillos dummen Streich zu begehen, wie?' .Vollkommen, wein armer Kerl Und es wird sich letzt vorerst darum bandeln, wie schassen wir Rat. >-»> Deine Lage zu sanieren ' Sinn wurde Kurt leicht verlcacn. Ein wenig un- dcher antwortete et: .Das laß. bitte, meine Zorge sein Ich habe mir dw Ebose angcrichtei. nun will ich ne auch allein ausbadrn So. und i-r- <■»“?. nfr« Ht’c emsthaft, reden wir n>e m-dr davon" g r reichte Stellen die Hand, die dieser seit drückte S'e 'iibren dann noch eine Z'nnde svaiiercn und dann ''eldclen sie sich um zum Diner. Es wurde ein lustiger, anregender Nachniittig. erst gegen Abend trennte man sich. S'e'ten batte eine Vrrabrednna und ging. Auch Kurt wurde nicht iurückaebalten dt man ia von gestern abend wußte, daß er nicht frei war »Was hast Du eigentlich vor?' kragte S'eNen leise. .St!' machte Kurl und legte die Hand an den Mun" Daraus lächelte der Freund und aing nickend davon Kt"'! c-k-er. als er allein war. luchte in der Iägcr- straße 'inen geheimen Spielklub aus. 3 Am nächsten Mo»aen war Dante Marie bereits um ki'.hen Ubr aus den Beinen. Sie harte säst die ganze Nick" Mn Anne zugetan. Meistern abend, als Kurt auch mit dem Zehn-Ubr- nächst ein größeres Gefangenenlager erhallen. Mil den für die Unterbringung der Gefangenen erforderlichen Bauärveilen auf und neben dem Ererzierplatz der Un- leroffizierschulc wurde heule begonnen. Es sollen mehrere tausend Mann hier angebracht werden. n Gießen. Der Kunstmaler I. M a n s k o p s (Daubhausen) hat seine im hiesigen Ovcrhessischen Kunst- verein ausgestellten Paslcllgemälde auf die Hälslc des Preises herabgesetzt und den Erlös zum Besten der Kriegsfürsorge bestimmt. o Friedberg. Hauptmann Schindler vom Fyiedbcrgcr Bataillon/ des 168. Infanterie-Regiments hat mit einer kleinen Abteilung im heftigsten Kugelregen eine französische Batterie gestürmt u. erobert. Er winde für die Heldentat mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. o Nidda. Ein« eigenartige Quelle von Gaben für das „Rote Kreuz" hat die hiesige Höhere Bürgerschule aufgetan. Die Schüler erheben für jedes Fremdwort, für das man auch im Deutschen einen Ausdruck hat, das von einem Schüler oder Lehrer gebraucht wird, 2 Pfennige. In wenigen Tagen hatten sie schon ein schönes Sümmchen beisammen und das „Adieu" ist fast ganz aus der Schule verschwunden. (Der Nach - ahmung wert. D. Red.) ! Worms. Landtagsabgeordneter B e ft von Osthcsen ist trotz seiner 61 Jahre als Landstnrmofsizier ins Feld gezogen. Der hochbetagte Kriegsmann, der älteste aus seiner, Gemeinde, ist Hauptmann d. L. Er gehört im Hess. Landtag der Nationallibcralen Partei an. ! Worms. Im hiesigen Krankenhaus bcsindet sich Regiertmgsrat P i st o r (23. Dragoner-Regt.), der in Frankreich verwundet wurde. — Das Eiserne Kreuz erhielt Wilhelm Fink, Sohn des Martin Fink von B ü r st a d l. Der 21jährige tapfere Krieger, der dem 116. Infanterie-Regiment angehört uüd schon zweimal verwundet war, hat eine syanzöfifche Fahne erobert. ! Alzey. Die Kreissparkasse zu Alzey hat auf die Kriegsanleihe eine halbe Million Mark gezeichnet. Sie stellt für das Rote Kreuz 5000 Mk. und für sonstige Kriegszwecke 4000 Mk. zur Verfügung. ! Bingen. Die Arbeiten an der neuen Rheinbrücke bei Bingen, die in den Tagen der Mobilmachung längere Zeit stockten, werden jetzt wieder mit erhöhter Energie weiiergeführt. Gegenwärtig sind wieder über 400 Arbeiter am Byücken- und Bahnbaü beschäftigt. Heute wurden wieder neue Arbeitskräfte eingestellt. Auch soll bald wieder der Tag- und Nachtbetrieb eingesührl werden. ! Bingen. Aüs einem Transport erbeuteter Geschütze nahm dahier ein Landwehrmann ein Schrapnell und wollte es in dem Schuppen des Bahnhofes entleeren. Bei der Arbeit entzündete sich das Geschoß und tötete den Landwehrmann. ):( Frank sür t a. M., 17. Sept. Die in den letzten Tagen hier eingetroffenen Verwundeten erzählen übereinstimmend, daß es unseren Truppen im Felde namentlich an Tabak und Zigarren zu fehlen beginne. Die- Verpflegung sei sowohl im Felde wie in den Lazaretten tadellos, aber etwas „Rauchbares" gäbe es kaum, da die weitaus meisten Verkaufsstellen in Frankreich geschlossen oder längst von den eigenen Truppen ausgeplündert feien. MTB. Schloß Friedrichs Hof, 17. Septbr. Prinz Friedrich Karl von Hessen ist in einem Gefecht bei Villers-le-Sec verwundet worden Ein feindliches Geschoß fügte ihm eine leichte Verletzung an der linken Hüfte und am linken Oberschenkel ■'•i-f --(•i nick-1 V'n T. hfitlc r .o wiede- «”111 eine e-re-'e Diene mii st-IN Bruster gebabt. lind b : e wir fi!i r Tn :f J <*t denn je aemesen dann mar der alle Herr von csti'm '•»*'( e-nsten Unwohlsein übcrsat- . len worden. — r : t Rückwirkuna als der Aufregungen des an Aeroer und Kammer so reickien Taaes, — man batte sosorl den Hausarzt beordert, und der batte den Patienten ins Bett gepackt und allcrstrengste Ruhe besohlen. Als endlicki jede ernste Geiabt vorüber war. batte ne lies in der Nacht. — matt und -erschlaocn. — auch ihr Lager ausgesucht: aber an Sck'las war nicht zu denken gewesen! Immer lag ne aus der Lauer, ob Kurl nicht doch noch komme So verging, lanalam kriechend, die Zc>!. Alle Stunden hörte ste die Schläge der großen Uhr. Und erst gegen Morgen als schon die erste Helle des Tages herauszog. fand sie noch ein wenig losen Schlas. bis die ersten Geräusche des Tages sie wieder völlig munter machten. Nun war üc aus, und ihre ersten Schritte galten ihrem Liebling. Leise iral sc an sein Zimmer und lauschte. Aber nichts war z» hören. Dann klopfte sie. Doch keine Antwort wurde ihr. Endlich legte sie die Hand aus den Drücker. Die Tür gab nach, und sie trat ein. Kuri wer nicht da. Alles war unberührt. Betrübt setzte ne sich nieder. Die Augen wurden ihr feucht. Sie stützte den Kops und sah sorgenvoll vor sich hin. Ach, dieser Junge! Wieviel kummervolle Stunden hatte sie seinetivegen schon durchweint! Wie oft batte sie hier am Bett des Knaben gesessen, wenn er krank war oder nicht einschlafcn wollte! Wie batte sie ihn gepflegt und für ihn gesorgt! Wie so manche Nacht batte sie hier an seinem Lager gewacht und sich um ihn gebangt! Er war ja ihr Alles! Wie eine Mutter war sie dem ftüh Verwaisten gewesen! Sie, die nie die Freuden der Liebe, nie die seligen Leiden einer Mutter an sich selber sühlen sollte, sie hatte diesem Kinde ihr ganzes an Liebe so reiches Herz geöffnet und sich in edel selbstloser Treue ihm geopfert. Alt und grau war sie dabei geworden. Nie ist eine Klage über ihre Lippen gekommen. Immer und immer batte sie nur di« zu. Nach einem hier eingelaufenen Bericht ist der Prinz in ein HiifslazareN nach Laval in der Nähe von Cha- lon-sur-Marnc geschafft worden. Dort wird derPyinz gemeinsam mit seinem durch einen Brustschuß verletzten Sohne Friedrich Wilhelm in dem gleichen Ziin- mer, gepflegt. Prinz Friedrich Wilhelm hofft, in der kommenden Woche transportfähig zu sein, damit er nach Schloß Friedrichshof zur weiteren Pflege geschafft werden kann. Prinz Friedrich Karl wiyd nach Wiederherstellung von seiner Verwundung wieder zu seinem Regiment zurückkchrcn. ):( Kassel, 17. Sept. Die Landes-Versicherungs- Anftall in Hessen-Nassau hat einstimmig beschlossen, an- läßlictz des Krieges zehn Millionen Mark Kricgs-An° leihe bei der Landeskreditkasse zu zeichnen. Kirchliche Aachrichten. Evangrlische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 20. September, 15. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vcrm. 8 Uhr: Pfarrey Schwabe. Zugleich Christetilehre für die Neukonfirmierten aus der Marküsgcmeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrey D. Schlosser. Vorm. 11 Uhr: Militäraoltesdienst. Pfr. Schwabe. Nachm. 2 '/ 2 Uhr: Kindeykirche für die Matthäus - Gemeinde. Pfarrer D. Schlosser. M i t t w c ch, den 23. September, abends 8 Uhr : Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe. Nächstkünftigen Sonntag, den 27. September, findet im Hanplgotleshienst Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Bonn. 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfayrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11^ Uhr: Kinderkirche sür die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. * Jeden Samstag zwischen 7 und 8 Uhr werden beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben sein. Katholische Gemeinde in Gießen. Samstag, den 19. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur HI. Beicht. Sonntag, den 20. September. 16. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 614 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung dey hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr:'Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes- dienst. Nachm, um 2 Uhr: sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Samstag, abends um V/ t Uhr ist Kriegs. Bitlandacht. Diaspora: In L i ch um 9^ Uhr. "ne Sorge gekannt: sein Bestes I sein Wohlergehen! Und nun er groß und ein Mann war. nun bsrt-n Angst und Sorge noch immer nicht aus. Ach. wohin sollte das noch führen! Endlich erhob sie sich und verließ den Raum. Der Bruder schlief gottlob noch. Sie gab auch strenge Weisung, daß er unter keiner Bedingung gestört werden dürfe. Das Tagewerk begann eintönig, gleichmäßig, wie immer; ruhig, gewohnheitsgemäß tat sic ihre Pflicht. Stunde mm Stunde verrann, und der Junge kam und kam nicht. Immer ängstlicher, immer nervöser wurde sie. Das geringste Geräusch ließ sie zusammensahren. Und wenn nun der Bruder erwachte, — natürlich würde er zuerst nach dem Jungen fragen. — was sollte sie ihm sagen? Mit Bannen dachte sie an diese Minute. Gegen halb zehn klopfte es leise. Sie schrak zusammen und lies an die Tür. Proksch, der Prokurist, der älteste Angestellte des Hauses, war da. Als Tante Marie sein besorgtes Gesicht sah. erschrak sie von neuem und sah ihn ftagend an. „Ich möchte wohl gern mal den Herrn Prinzipal einen Augenblick sprechen,' sagte der Alte. „Unmöglich, lieber Proksch. Mein Bruder ist so schwach, daß ihm jede Erregung serngehalten werden soll. Was gibt es denn übrigens?' Ter Alte zog Augenbrauen und Schultern hoch, er wollte nicht so recht heraus mit der Sprache. Endlich erwiderte er: .'ne grnz eigentümliche Sache ist das. So lange ich hier bin — und das sind doch nun bald 40 Jahre, — ist so was h>er noch nicht vorgekommen.' Das Tantchen wurde immer erregter, doch nahm sie sich zusammen. „Was ist es denn so Sonderbares? Dars ich ->s nicht auch erfahren?' „C in, das schon! Es ist nämlich ein Wechsel vom junger Herrn da.' .Von Kurt?' Fast stand ihr das Herz still vor jähem Schreck. Fortsetzung folgt. wei neue Kriegskarten In unserem Verlage erscheinen (die erste Sendung ist bereits vergriffen, die zweite unterwegs): Karte vom östlichen Kriegsschauplatz Karte vom westlichen Kriegsschauplatz \ UlaKftab 1:2000000. Format jeder Karte etwa 60:0) cm. AM" Preis uur je 40 Pfennig. "TM Beide Karten sind uen znm Zwecke der (Orientierung während des Krieges hergestcUt und keineswegs mit den vielfach als Kriegskarten in den Handel gebrachten unbrauchbaren Abzügen älteren oft veralteten Kartenmaterials zu verwechseln. — Sie berücksichtigen die Grenzgebiete der kriegführenden Staaten ganz ausführlich, wie sie auch die deutliche Kennzeichnung der Festungen und aller für den Krieg in Betracht kommenden Einzelheiten aufzuweisen. In mehrfachem Farbendruck hergestellt geben.sie bei klarer, gut lesbarer Beschriftung ein schönes übersichtliches Kartenbild. — Die Ränder der Karten enthalten etwa 200 Kriegsfähnchen der verschiedenen Armeen zum Ausschneiden und Aufstecken auf Nadeln. Diese neuen Kriegskarten werden zweifellos den Beifall unserer Abonrrenteu finden. KÄg der „Gieftiier Zeitung" Mi» Klein. Sparsame Ra uen srrickeNüL r Srernwolle deren Echtheit garantiert dieser FABRIK rrtataborftern beste Schweisswollen für ölrümpfe & Socken, nicht einlaufend nicht Filzend. *t Q ual i raten . Stark- Extra-Wittel - Fein. Sigmwollspinncrei- fllrona-Bahrenfeld Ltolllverck „Gold" Schokolade ( Kakao-Polver Tafeln . Täfelchen . Plättchen ) 25 ^ 50 H 100 H --tlcbcrall erhältlich. 125 250 50 % 500 Gr. 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Ausgabe A: Lamdwlrtschaftssclrale Ausgabe B: Ackehbanschnle Ausgabe C: Landwlrtsolialtlt'che Vlnterschnle Ausgabe 0: Landwirtschaftliche Fachschnle Obige Schulen bezwecken, eine VUchti/e allgemeine u. eine vorzügliche Fachschulbildung zu ver8chaffen.\Wuhrena der Inhalt der Ausgabe A den gesamten Lehrstoff der Land^rtschaftsschüle vermittelt und das durch das Studium erworbene R^ifekeugnla dieselben Berechtigungen gewährt wie die Versetzung naem der yoersekunda höh. Lehranstalten, verschaffen die Werke B und/O die theoretischen Kenntnisse, die an einer Ackerbauschule bzw. alter landwirtschaftlichen Winterschule gelehrt werden. Ausgabe D/iit für eolebe bestimmt, die nur die rein landwirtschaftlichen Fäooer beziehen wojldn, um eich F»6hKenntnisse anzaejgnw Auch durch das Studüfm nachfolg. Werk® legte»' vortreffllohe Prüfungen ab und Ve^aankjji ^tme^ (urle Wh die nötigen viele Ähonnentea ausgezeichneter j nm ihre sichere Der Eln].-E#eiwlll., Das Ablturlenffen-Examen, Das 6gmiiasluni, Das Realggmnas., nie Ober- realschale, Oos Lgzeum. Oer geh. Haafmann. Ausführliche Prospekte, sowie begeisterte Dknks< Htund/ne Prüfungen, Me darch das Ltudluw abgelegt sind, grzti*. — Hirrorngebdo Krfol oduopn oha» Bratmoi» — Kleine Tcllxnhlange • Bormess L HaohfeM, Verlag, Potsdam 8.0. c t>6K nitltt tlt»- JjllllllllHi Wasc h&c/ract m/RotbendJi Sa im-TirpKkrn -IV “ £uhnit-%^h ^ /ibradon Bimsstein" Seife-10Pfg Luhns 5e ifen-Tabnkzri'Barmen ^ypotaeken-Xapltal untergünstigenBedingungen durch Hypothen-Credit-BaTik Berlin S. W. 47. Strickmaschinen aller Systeme, m. M. 30—50 Anzahlung. Katal. frei. I*. Kirsch, Krannschweig. Geschäftsbücher liefert billiast und preiswert Albin Klein, Giessen tms Drucksachen für Behörden B Formulare, tabellarische Arbeiten, B B Voranschläge, Mahn- u. 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