SS Pf-, monatlich 7- Mrwuifa^lCxr, frei in* H«u» d,rtz»ti a «kw «**»inon oder tn den Zweig. M*«a-'^*XXm itjp i' i.'gth*. «0 Pig. — Mrilhetut 0\rx\,4if — Redakkton : Heller», »«i. « — K4r » «ci»p»abrung oder Rü^lendung n I o wrt*''mrr ♦ olrk Nlrkn garantier!. v»» (rilrtna" (fl. m. d t». Nr. 73 Lxpe-ttlo«: Selterrwrg 85. Mittwoch, den 9 . September 1914 . gnzelgrnprelr 15 pfg. dl« 4» mm breite Petitzrile für AuSwärt» SO Psg Die SO mm breite Reklame-Zeile 50 Piennig Extrabeilagen werden nach Gcwi-bl und Gröhr berechnet. Rabmt kommt bei Ueberschreitung de» Zahlung», ziele» (30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs tn Wegfall. Platznorschristen ohncBerbtndlichle'. Driitk der (Sirstcncr BerlagSdrurkcrei. $Blb\a Klein. Telephon ?ir. 362. 26 . Ighrg. Kaiser Wilhelm und der Reichskanzler gegen die Lügen und gemeinen Verdächtigungen unserer Feinde. Ter Kaiser. Die „Norddeutsche Allq. Zig." veröffentlicht nachstehendes Telegramm, dah S. M. der Kaiser an den Präsidenten Wilson gerichtet hat: Ich betracht« es als meine Pslicht, Herr Präsident, Sie als den hervorragendsten Veilretcr der Grundsätze der Menschlichkeit zu benachrichtigen, dag bei der Einnahme der Festung Longwy mein« Truppen dort Tausende von Dum-Dum-Eeschossen entdeckt haben, die durch eine besondere Regierungsroerkstiätte hergcstellt waren. Eben solche Geschosse -wurden bei verwundeten Soldaten und Eesangcnen, auch b e i britischen Truppen gefunden. Es ist bekannt, dah solche Geschoss« grausame Verletzungen vemrsachen und dah ihre Anwendung durch die anerkannten Grundsätze des internationalen Rechts streng verboten ist. Ich richte daher an Sie einen stammenden P r o I e st gegen diese Art der Kriegführung, welche dank den Methoden unserer Gegner eine der barbarischsten geworden ist, die man in der Geschichte kennt. Nicht nur haben dieselben diese grausamen Waffen angewcndet, sondern die Regierung hat die Teilnahme der belgischen Zivilbevölkerung an dem Kamps« auch offen geduldet und seit langem sorgsältig vorbereitet. Diese von Frauen und Kindern und G e i st l i ch e n in diesem Guerillakrieg begangenen Grausamkeiten, auch an verwundeten Soldaten, Acrzteperso- nal und Pflegerinnen (Acrzte wurden getötet, Lazarette durch Ecwehrseucr angegriffen) waren derartig, dah meine Generale sämtlich gezwungen waren, die ä r g - st e n Mittel zu ergreifen, um die Schuldigen zu bestrafen und die b l u t d ü r st i g e Bevölkerung von der Fortsetzung ihrer fürchterlichen Mord-c und Schandtaten abzuschrecken. Manches berühmte Bauwerk und selbst die alte Stadt Löwen mit Ausnahme des schönen Stadthauses muhte in gerechter Selbstverteidigung und zum Schutze meiner Truppen zerstört werden. Mein Herz blutet, da solche Mahregcln unvermeidlich geworden sind, und wenn ich an die zahllosen unschuldigen Leute denke, die ihr Leben und Eigentum verloren Huben infolge des barbarischen Betragens jener Verbrecher. (Eez.) Wilhelm I. R. * * * Ter 'Reichskanzler. Die „Norddeutsche Allg. Zig." bringt folgende Mitteilung des Reichskanzlers an die Vertreter der „Unitid Preh" und der „Associated Preh": Großes Hauptquartier, 2. Sep. Ich weih nicht, ro» s man in Amerika über diesen Krieg denkt. Ich nehme an, dah dort inzwischen der Telegrammwechsel des Kaisers mit dem Kaiser von Rußland und dem König von England bc- kanM geworden ist, der unwiderleglich die Vorgeschichte und das Zeugnis dafür ablegt, wie der Kaiser bis zum letzten Augenblick bemüht gewesen ist, den Frieden zu erhalten. Diese Bemühungen muhten aber vergeblich bleiben, da Rußland unter allen Umständen zum Krieg« entschloffen war und England, das durch Jahrzehnte hindurch den deutschfeindlichen Nationalismus in Rußland und Frankreich ermutigt Halle, die glänzende Gelegenheit, die sich ihm bot, die so oft betonte Friedensliebe zu bewähren, ungenützt vorübcrgeheri lieh: sonst hätte wenigstens der Krieg Deutschlands mit Frankreich und England vermieden werden können. Wenn sich einmal die Archive öffnen, so wird die Welt erfahren, wie oft Deutschland England die freundschaftliche Hand entgegcn- st r e ck t e, aber England wollte die Freundschaft mit Deutschland nicht. Eifersüchtig auf die Entwickelung Deutschlands und im Gefühl, dah es durch deutsche Tüchtigkeit und deutschen Fleiß auf manchen Gebieten überflügelt wurde, wünschte es Deutschland mit roher Gewalt niederzuwersen, wie es seinerzeit Spanien, Holland und Frankreich niederwarf. Diesen Moment hielt es jetzt für gekommen und so bot ihm der Einmarsch deutscher Truppen in Belgien den willkommenen Vorwand, am Kriege teilzunehmen. Zu diesem Einmarsch aber war Deutschland ge - zwnngen, weil es dem beabsichtigten französischen Vormarsch zuvorkommen muhte und Belgien nur auf diesen wartete, um sich Frankreich anzuschliehen. Dah er für England nur ein Vorwand war, beweist die Tatsache, dah Greg bereits am 2. August nachmittags, also bevor die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland erfolgte, dem französischen Botschafter die Hilfe Englands bedingungslos für den Fall zuficherte, dah die deutsche Flotte die französische Küste angreise. Moralische Skrupel aber kennt die englische Politik nicht. Und so hat das englische Volk, das sich stets als Vorkämpfer für Freiheit und Recht gebärdete, sich mit Rußland, dem Vertreter des furchtbarsten Despotismus, verbündet, mit einem Lande, das keine geistige, keine religiöse Freiheit kennt, das die Freiheit der Völker wie Individuen mit Fühen tritt. Schon beginnt England einzusehen, dah es sich verrechnet hat, und dah Deutschland seiner Feinde Herr werden wird, daher versucht es m i t dcn kleinlich- st e n Mitteln., Deutschland w e n i g st e n s nach Möglichkeit in seinem Handel Und seinen Kolonien zu schädigen, indem cs, unbekümmert um die Folgen für die Kulturgemeinschaft der weihen Rasse, Japan zu einem Raubzug gegen Kiautschau aufhetzl und die Neger in Afrika zum Kampfs gegen die Deutschen in den Kolonien Gerechtigkeitsgefühl des amerikanischen Volkes hat, das sich durch den L ü g e n k r i e g, den unsere Gegner gegen uns führen, nicht täuschen lassen wird. Wer seit dem Ausbruch des Krieges in Deutschland gelebt hat, hat die große mcralische Volkserhebung der Deutschen, die, von allen Seiten bedrängt, zur Verteidigung ihres Rechts auf ihre Eristenz freudig ins Feld ziehen, selbst beobachten können und weih, dah dieses Volk keiner unnötigen Grausamkeit und keiner Roheit fähig ist. Wir siegen dank der moralischen Wucht, die die gerechte Sache unseren Truppen gibt und schließlich werden auch die glühten Lügen unsere Siege so wenig wie unser Recht verdunkeln können. Vom Slrica im Westen. Nancy. Großes Hauptquartier, 6. September. (Amtlich.) Der Kaiser wohnte gestern den Angriffs- kämpfen um die Befestigungen von Nancy bei. Warum die Fcstpost znrückgchalicn wurde. Aus Papieren, die in unsere Hände gefallen sind, geht hervor, daß der Feind durch das Vorgehen der Armeen der Generalobersten von K l u ck und von B ü l o w nördlich der belgischen Maas v o l l st ä n d i g überrascht worden ist. Noch am 17. August nahm er dort nur deutsche Kavallerie an. Die Kavallerie dieses Flügels, unter Führung des Generals von der Marwitz, hat also die Armeebcwegungen vorzüglich verschleiert. Trohdem würden diese Beweguügen dem Feinde nicht unbekannt geblieben sein, wenn nicht zu Beginn des Aufmarsches und Vormarsches die Feldpostsendungen zurückgehalten worden wären. Von Heeres- angehörigcn und deren Familien ist dieses als schwere Last empfunden und die Schuld der Feldpost beige - messen worden. Im Interesse der arbeitsfreudigcn und pflichttreuen Beamten der Feldpost habe ich mich für verpflichtet gehalten, hierüber eine Aufklärung zu gebe». Der Generalquartiermeister: v. Stein. * * * Die Festung Maubeuge eingenommen. 40 OOO Gcsangcnc. führte. Und, nachdem es den Nachrichtendienst Deutschlands in der g a n z e n W e l t unterbunden, d e n Feldzug mit einer Lüge gegen Uns eröffnet, so wird es ihren Landsleuten erzählen, dah die deutschen Truppen belgische Dörfer und Städte niedergebrannt haben, ihnen aber verschweigen, dah belgische Mädchen wehrlosen Verwundeten auf dem Schlachtfelds die AuqenaUs- g e st o ch e n haben. Beamte belgischer Städte haben unsere Offiziere zum Essen eingeladen und über den Tisch hinüber erschossen. Gegen alles Völkerrecht wurde die ganze Zivilbevölkerung Belgiens auf- geboten, die in dem Rücken unserer Truppen nach anfänglich freundlichem Empfang mit versteckten Waffen eine grausame Kampscsweise erhob. Belgische Frauen durchschnitten den Soldaten, die sie im Quartier ausgenommen und die sich zur Ruhe gelegt hatten, die Hälse. England wird auch nichts von den Dum - Dum- Geschossen erzählen, die von den Engländern und Franzosen trotz aller Abkommen und heuchlerisch verkündeten Humanität verwendet werden und die Sie hier in Originalpackung einsehen können, so wie sie bei englischen und französischen Gefangenen gefunden wurden. Der Kaiser hat mich ermächtigt, alles dies zu sagen und zu erklären, dah er volles Vertrauen in das WTB. Großes Hauptquartier, 8. Sep. (Amtliches Telegr.) Maubeuge hat gestern k a p i- t u l i e r. t. 40 000 Kriegsgefangene, darunter vier Generale, 400 Geschütze Und zahlreiches Kriegsgerät sind in unsere Hände gefallen. Der Generalquartiermeistcr: v. Stein. Die vorgesehene Kriegsbesatzung von Mau'beuge zählt rund 10 000 Mann. Da nun die Engländer bei Maubeuge geschlagen worden sind, ist anzunehmen, dah wir 3 0 0 0 0 in die Festung geworfene Engländer gefangen genommen haben. Paris vor der Belagerung. lieber Rom kommt aus Paris die Meldung, dast der dort vernommene Kanonendonner von einem Artillcrickamps in allernächster Nähe der Pariser ZortS herrührc. Ostende wird von den Deutschen beschossen, so wird ausländischen Zeitungen aus London gemeldet. «- * * * * Keinen -Separatfrieden. Nach vorliegenden Meldungen sollen die englische, französische und russische Regierung durch den Staats - sekretär Grey, sowie die Botschafter Eambon und Benk- kendorsf einen Vertrag abgeschlossen haben, wonach die drei Staaten sich verpflichten, nur einen gemeinsamen Frieden zu schlichen. Keine der Regierungen könnte allein Frieden schließen und Bedingungen stellen, ohne mit den beiden anderen Mächten sich besprochen zu haben. Der Fall von Termonde. Ein holländischer Kliegskorrespondent, der den Fall von Tendermonde (Termonde) milerleble, berichtet: Artillerie und BesatzunZstruppen dreier Anlwerpener Forts griffen bei der Verteidigung Dendermondes ein, doch vergebens. In wenigen Stunden war es von den Deutschen genommen. * * * Zeppelins Arbeit über Antwerpen. Von der ersten Fahrt des „Zeppelin" über Antwerpen und der zerstörenden Wirkung seiner Bomben gibt, wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteill. der Berichterstatter des „Daily Chromcle" in einem verspätet ein- gelausenen Bericht noch eine eingehende Schilderung, aus der zu entnehmen ist, daß die Zahl der Häuser, die säst völlig z e r st ö r t wurden, aus 6 0 geschätzt wird, während 9 0 0 mehr oder weniger beschädigt sein sollen. 12 Personen wurden tödlich verletzt und 8 schwer verwundet. Nachdem der Zeppelin die letzte Bombe aus das Mittelgebäude der AMomobilsabr,ik von Berchem gern crsen hatte, die vielen Materialschaden anrichtete, sUhr er davon Und verschwand schnell in der Dunkelheit, während alle Geschütze der Forts ihn zu »essen versuchten. ; * • • Englische Hinterlist. In einem in Berlin eingetrofsenen Prioatbriej ist zu lesen: „Man soll es nicht für möglich halten, dah eine zivilisierte Nation in derart schmachvoller Weise Krieg sührt, wie gerade die englische. Jeder englische Soldat hat zur Ausrüstung eine Art Schiffermessey, bei dem an der einen Seite ein gebogener, über einen Finger langer Dorn angebracht ist. Mit diesem Dorn zerfleischt die Gesellschaft die Verwundeten. In der Schlacht verschanzen sie sich zü mehreren Reihen hintereinander. Wenn unsere Truppen stürmen, hält die l Reihe weihe Fahnen heyaüs und hebt die Arme hoch, zum Zeichen, daß sie sich ergeben wolle, ufid wenn die Unsrigen näher kommen, werden sie von der zweiten Reihe mil Schnellseuer und Maschinenge - wehren empfangen." Tic französische Jahrcsklassc 1815 cinbcruscn. Paris, 7. Sept. Gestern ist ein amtliches Dekret veröfsentlicht worden, das bestimmt, datz die Jahresklasse 1914 ausgebildet, nach Verlaus von einigen Monaten mobilisiert und sofort durch die Jahresklasse 1915 ersetzt wird, die ihrerseits in der Weise autzgebildet wird, datz sie, sobald dies irgend möglich ist, ohne Verzug ins Feld rücken kann. Bom Krieg rm Oste«. Radom von de« Deutsche» besetzt. WTB. Berlin, 8. Sept. Am 29. August besetzten die Deutschen die Gouvernementshauptstadt R a d o m. Nicht weit von Radom ist K i e l z e, wo die russische Kavallerie schon am 21. August von den österreichischen Truppen geschlagen und in regellose Flucht gejagt wurde. * * * Von unserer schlesischen Landwehr 1888 Russen gcfaugc». Von dem stellvertretenden Generalkommando! in Breslau wird mitgeteill: Unsere schlesische Landwehr hat am 7. September nach einem siegreichen Gefecht 17 Offiziere und 1000 Mann vom russischen Garde korps und dritten kaukasischen Korps g e - sangen genommen. Japanische Artillerie für Russland. Stockholm, 5. Sept. Russischen Zeitungsmeldungen zufolge befindet sich eine starke japanische Belager ungsartillerie auf dem Wege nach dem europäischen Kriegsschauplatz. Sie soll jetzt die Uralgegend erreicht haben. * * * Oesterreichische Waffenerfolge. Um Lemberg. Am 3. September haben die Russen die in weitem Umkreise um die Stadt Lemberg errichteten Erd - werke beschossen. Unsere Truppen waren jedoch bereits abgezogen, um die offen« Stadl vor einer Beschießung zu bewahren und weil auch operative Rücksichten dafür sprachen, Lemberg dem Feinde ohne Kampf zu' überlassen. Das Bombardement richtete sich somit nur gegen unverteidigte Deckungen. Die Armee Dank! ist neuerdings in heftigem Kampje. An der sonstigen Fwnt herrscht nach den großen Schlachten der vergangenen Wochen verhältnismäßige Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: von H ö f« r, Generalmajor. Es gereicht mir zur besonderen Freude, bekanntgeben zu können, datz ungesähr 4000 Mann serbischer Truppen bei dem Versuche, östlich von Mitrowitza in unser Gebiet einzubrechen, gefangen genommen wurden. Bei dieser Gelegenheit wurde von unseren braven Truppen im Süden auch serbisches Kriegsmaterial erbeutet. Erzherzog Friedrich, General der Infanterie. W i e n, 7. Septbr. Nach späteren Meldungen erhöht sich die Zahl der bei Mitrowitza gefangenen Serben aus 5000. Wien, 7. Septbr. Aus den schon gemeldeten abermaligen Kämpfen der Armee D a n k l, gegen welche der Feind mit der Bahn namhafte Verstärkungen her- ansührte, wurde bekannt, dah speziell die Gruppe unter dem Befehl des Generalleutnants Kastramek einen starken Angriss der Russen blutig abwies und hierbei weitere 600 Gefangene einbrachte. Sonst herrscht auf den Kriegsschauplätzen, soweit bekannt ist., auch heute relative Rühe. Der Stellvertreter des Chess des Generalstabs, von H ö f e !, Generalmajor. Bom Seekrieg. Der englische geschützte Kreuzer „P a t h s i n d e r" ist bei Tyme auf eine Mine gestoßen und untergegan- gen. Ueber 700 Menschen seien verloren. Nach nunmehr eingetroffenen zuverlässigen Nachrichten ist Samoa am 29. August von den Engländern ohne Kamps besetzt worden. Allerlei Uriegsnachrichten. M7 ' I Der Kaiser hat dem Sieger in der Schlacht bei den masurischen Seen, Generaloberst v. Hinden- b u> r g, den Orden „Pour le merite" verliehen. Die Zahl der russischen Gefangenen, die nunmehr nach Westen befördert worden sind, betrug am 5. September 92 000 Mann. Der Kaiser hat dem kommandierenden General des 14. Armeekorps, Frhrn. v. H e i n i n g e n gen. Hüne das- Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Prinz Eitel Friedrich von Preußen, der Schwiegersohn des Grvhherzogs von Oldenburg, hat das Eiserne Kreuz 1. Klasse schalten, weil er besondere Tapserkeit bewiesen hat im Ansturm mit seinem Regiment gegen feindliche Artillerie. Der König von Sachsen verlieh dem General - obersten Frhrn. v. Hausen das Ritteickreuz des Mi' litär-St. Heinrichsordens, den höchsten sächsischen Orden. Am 28. August ist der 22jährige Leutnant Prinz E r n st zur Lippe vor dem Feinde g e f a l l e n. Er war ein Vetter des regierenden Fürsten Leopold 4. zu Lippe. Deutsche Post in Belgien. WTB. Berlin, 5. Sept. (Amtlich.) Im Be - reiche des kaiserlich deutschen General - Gouvernements Belgien wird in den nächsten Tagen eine dem Reichs- postamt unterstellte Post- und Telegraphenverwaltung eingerichtet. Die Postverwaltung von Bayern und Württemberg sind ersucht worden, auch chrcrseits Beamte zu der deutschen Post- und Telegraphenveywaltung in Belgien abzuvrdnen. * Kiel, 7. Sept. Die Skutariabteilung ist heute 2 Uhr 16 Min. zurückgekchrt. Prinzessin Heinrich begrüßte die Soldaten am Bahnhof. Der Einzug in Kiel erfolgte unter dem Jubel der Bevölkerung, die den Truppen Blumen überreichte. England gegen seine wabren Interessen. Eine Rede des ehemaligen englischen Ministers John Burns, gehalten am 14. August in der Albert-Hall in London. Dieser Minister ist aus dem englische» Kabinett ausgetreten, weil er mit dessen Politik nicht einig ging. Er hat nun in einer Rede seinen Standpunkt wie. folgt dargelegt. Meinen Wählern und meinen Freunden will ich Rechenschaft geben über meine Stellung zu der Politik des Ministerpräsidenten Edward Erey und zu seiner auswärtigen Politik, die in der Aufgabe der Neutralität zu Ungunsten Deutschlands ihren Ausdrück fand. Ich sah mich gezwungen, aus einem Kabinett auszu - treten, das meiner Ansicht nach, weit entfernt, der Kultur zu dienen, sich in ein Abenteuer begibt, das zur Stärkung unserer natürlichen Feinde und zur Zerklüftung unserer inneren wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse sühren kann und mutz. Unsere natürliche Aufgabe wäre die Durchführung einer strikten Neutralität gewesen — nicht um unserer V.olksoerwandtschasl mit Deutschland willen, nicht wegen der freundschaftlichen Beziehungen, die wir uns bemühen, mit dem fleißigen deutschen Volke zu pflegen und zu kräftigen — nein, um unserer selbst willen, die wir mit allen unseren Nerven, mit allen unseren Lebensinteressen an einem friedlichen Europa hängen,' und nicht zuletzt darum, weil nur die Neutralität imstande gewesen wäre, unser Land wirtschaftlich zu heben und es in die Lage zu versetzen, aus den Wirrnissen Vorteile zu ziehen. Ich will für meine Behauptungen den Beweis sühren: Englands Größe offenbart sich im Frieden, E n g- lands Schwäche zeigt sich im Kriege. Wir werden niemals in der Lage fein, ohne fremde Hilfe irgendwelchen Einfluß in der europäischen uüd außer - europäischen Politik' durchzusetzen, wir sind es auch Ein llillrr Mensch. Roman von Paul Blitz. Nachdruck verboten. Dann begann der Alte mit leiser erzitternder un bebender Stimme: „So kann dies Leben, das wir sük ren, nicht mehr weiter geben, Bruno. Erst gestern wider die Szene vor dem Vallsaal. Gottlob hat es lei fremder Mensch gehört. Aber Du mutzt doch selb sagen, datz so ein Zusammenleben zu keinem guten End fuhren kann .* Bruno lächelte bitter und enlgeanete ziemlich herb »Diese Einsicht kommt Dir etwas spät. Rater." »Ich höre den Rorwurs sehr gut heraus." sagte de akte Herr, „aber ich bitte Dich, sei auch gerecht. Woh mutz sch mich anklagcn, datz ich es nianchmal an de väterlichen Liebe Dir gegebenüber habe fehlen lassen." „Manchmal? O, bitte, sag' nur getrost: immer! rief Bruno ernst dazwischen. Doch ruhig sprach der Rater weiter: Aber sei nui auch nial gerecht. Rist Du mir jemals mit Liebe un! Vertrauen entgegengclommen? Ich glaube. Du wirs das Nicht mit einem Ja bcan'wortcn können. Im Ge gentcil. Du hast Dich absichtlich von mir abgewendet »ü byt nur ausgewichen, wo Du nur konntest! Sage icl viellc-ch. zu viel damit?" Bruno schwieg einen Augenblick. Mit zusammen gepreßten Lwpen stand er da und blickte crnlt säst sin Ü^^,,öor ^üch nieder Es war, als kämpfte er mir einen Entschlutz. Endlich richtete er den Blick wieder auf. sab den Rater scsi und sicher an und sragte dann: „Weshalb denn das alles ansrührcn? Lassen wir dock da->. sind ja bisher so ausgelommen." .... wll und mutz jetzt anders werden," erklärte beüimmt der Alte. „Glaubst Tu das wirklich? Glaubst Du. daß das so von beute aus morgen möglich wäre?" Wie ein leiser Hohn huschte cs über Brunos Gesicht. »Nun denn, ich bin hierher gekommen, um mich wtzi mit Dir auszusöhnen. Hier hast Du meine Hand, --'-l,m cm. Rcrgessen wir alles, was geschehen ist: be- oinnen wir nun ein anderes Leben." — Wartend ktand der Rarer mit der ausgestreckten Hand da als aber Bruno sich nicht vom Platze rührte, starr und finiter und schweigsam in seiner Stellung verharrte, da sragte der Alte in leichter Erregung: „Nun. Du kommst nicht? Du schlägst nicht ein? Du weisest die Hand Deines Vaters zurück?" Und da fuhr Bruno ans: „Meines Raters? Ja. bist Du mir denn jcnials ein Rater gewesen?" „Bruno'" Wie von einem Schlage getroffen, sank der alte Mann in einen Polsterstnhl. „Wie? _ Oder läge ich vielleicht zuviel damit? Ich glaube wohl kaum. Zwar machst Du mir ja noch den Vorwnri, datz ick: Dir ousgewichen sei. Ölewitz bin ich es. Aber bitte, frage Dich auch inal, weshalb ich das getan habe." „Wc-.l D» störrisch und eigensinnig warst'" ,.O nein! Das bin ich erst durch Dich geworden Rater! Nein, ich wich Dir aus. w:il ick: es suhlte, datz ich Dir gleichgültig war. mehr noch, datz ich Dir eine Last war! Siehst Du deshalb wurde ick, scheu und verschüchtert, — vder auch störrisch, wie Tu es ncunst." Schweigend, erschüttert, sckwer atmend satz der alte Mann da und sah n:it unruhigen Augen zu Bruno empor . Der aber war nun in Erregung gekommen. Was jahrelang still und vergraben in feiner Bru.'t geschlummert batte, das wurde nun wach. Endlick,, endlich einmal konnte er feinen Groll und seine quälende Bitterkeit los werden. Hock, ausgerichtet wie ein Ankläger jtand er da und mit fester, wuchtiger Stimme fuhr er fort: „Da Du nun aber glaubst, datz so ein Bruch sich von heute aus morgen zusammcnkittcn läßt, so beweist das, datz Du gar nicht ahnst, was Du eiaentlich an mir getan hast. Und darum will ich cs Dir nun mal sagen. Du ha,t das Beste, das Heiligste in mir vernichtet! _ Damals, als ich klein war, da suchte ich Dich und Deine Liebe aber da merkte ich, datz ich Dir nichts war7 wie Dir auch meine Mutter nichts war. Ja, Ratec. das merkte ich! Und an diesem Tage brach etwas in mir entzwei, was nicht wieder zu heilen war. Ron diesem *°.2 e /L n wurde ich still und in mich gekehrt, — oder D» foacn. C ' e °' bnä wollte ich da »nd sah ,'chtvcigcnd vor sich nieder. In seinen Au- gen wurde cs s-ncht. Jo, ja, er fühl» sich fetz, schuldig. Heimlich, innerlich, hatte er sich das sa schon seit Jahren eingestanden, wenn er über diesen dunklen Punkt aus seiner Vergangenheit nachdachle, aber so kla- und kratz, wie in diesem Augenblick, war noch nie der Schleier von seiner Seele gerisicn worden. Jetzt erst sah er wirklich ein, wie lies er sich an feinem äliesten Sohn versündigt hatte. Mit bebendem Herzen erkannte er es. Und ihm graute davor. Aber endlich ermannte er sich. Noch einmal hielt er Bruno die Hand hin und bat: .Also lasten wir die Vergangenheit vergessen sein. Komm, komm, Bruno!" Der aber kam auch jetzt noch nicht. Ruhig und ernst antwortete er: „Nein, Vater, so etwas vergißt man nicht, niemals! Das ist da drinnen, als wäre es eingebrannt!" „Aber ich bitte Dich, sei wieder gut! Ich bin ja herausgckommen, Dich wieder zu gewinnen! Mach es mir doch nicht so schwer!" * Doch ruhig, aber auch mit stählerner Härte, entgeg- netc Bruno: „Nein, Vater, laß das nur. Damit bessern wir doch nichts. Das alles wäre nur äußerlich. Hier drinnen, im Herzen, ändern wir dadurch doch nicht das Geringste." Bebend ries der alte Mann: .Dn weisest meine Hand zurück, Bruno? Ich bin gekommen, wieder gutzumachen, nnd nun verharrst Dn in Deinem Starrsinn? Wehmütig lächelnd verneinte Bruno: „Das ist cs 1a eben, was Du nicht einsiehst. Du kann» nicbts wll-. der gut machen an mir! Was einmal an mir geschehen ist, das wischt kein noch so gut gemeintes Wort wie- der fort. Darum ist es bcffer. wir lassen alles, wie cs gegenwärtig ist." " ' ,e "Und wenn ich Dir meine Liebe anbiete, wenn ich Dich itsstandigst anflehe, komm, sei wieder gut, bleibst Du auch dam, noch hart und störrisch?" Mit weicher tranendnrchzillerter Stimme erklang es. und kam nicht ,nn einen Schrill Aber auch er war durchgcrüllell von der Gewalt m>7i^», ^ U 0 enblicks. Es erklang etwas in ihm. wie eine Melodie, aus die er lange, sebneud. veraeblich acbarrt früher nie gewesen. Wir vernichteten Napoleons Flotte bei Trafalgar — wenige Tage darauf schlug Napoleon seinen herrlichsten Sieg bei Austerlitz und warf ganz Europa auf die Knie. Was bedeutete die Niederlage Napoleons zur See gegen seine beispiellosen Erfolge auf dem Lande. Wir versetzten ihm einen winzigen Nadelstich — er schlug ungehindert unseres Sieges ganz Eur.opa nieder. Er vergalt unsere Feindschaft mit der Verhängung der Kontinentalsperre, die Englands Handel damals in den tiefsten Abgrund stürzte. Von den Fclgen der Kontinentalsperre konnte sich England Jahrzehnte nicht erholen. In dem Kriege 1814—15 beschränkte sich Eng - lands Tätigkeit zur Bekämpfung seines damaligen Erbfeindes auf die Entsendung eines Erpeditionskorps, und diese Truppen wären ohne die preußische Hilfe bei Waterloo dem Verderben geweiht gewesen. Wir sind kein Kriegsvolk, wir haben in der Welt höhere Aufgaben, in unseren Händen liegt die Gesittung Europas. Wir sind dazu berufen gewesen, dem Fortschritt die Wege zu weisen, und wenn wir uns jetzt in einen Handel eingemischt haben, so bedeutet das die Verkennung unserer natürlichsten Aufgabe. Nie ist eine Macht stark gewesen, die nicht imstande ist, eine kriegerische Aufgabe aus eigener Kpaft zu lösen. Im Jahre 1870—71 . blieben wir neutral, und welche ungeheuren Vorteile hatten wir von der Neutralität! Wir erhielten uns den Handel mit Deutschland und mit Frankreich. Beide Staaten waren während des Krieges gut zahlende Abnehmer. Ebenso würde es jetzt sein, und nach dem Kriege würden wir wie damals, wieder der Lieferant der im Kriege gewesenen Staaten werden, da diese großen Be- dars hätten, ohne zunächst selbst sehr leistungsfähig zu fein. England hat seine Karte auf den französisch-russischen Sieg gesetzt. Wie aber, wenn Englands Tncppeu mit den Franzosen gemeinsam geschlagen werden? Wenn die Kunde von Englands Niederlage und Schwäche hinausdringt in die Kolonien, die fast nichts mehr gemeinsam haben mit dem Mutterlande, die vielleicht nur auf irgend eine Gelegenheit warten, um v c m Mutter- lande ab; u fallen? Wie, wenn Frankreich nicht siegt? Ungeheure Werte gehen dann verloren, und der Verlust an Einfluß auf die kontinentale Politik ist nie wieder, auch in Jahrhunderten nicht, einzuholen, denn ! dann würde Deutschlands Einfluß in Verbindung mit seinem österreichischen Bundesgenossenl sc ungeheure wachsen, daß es sich mit keiner Macht der Erde^ auf irgendwelche Vorhaltungen über den Bau seiner Flotte entlassen würde. Deutschlands Industrie ist stark und I wird sich auch durch einen verlorenen Krieg nicht schwächen lassen. Ein so krästiges, seines Wertes voll bewußtes Volk wie das deutsche ist nicht in Fesseln zu legen, die man l schmieden will. Mit beispiellosem Opfermut — und wenn der ärmste Taglöhner seinen letzten Pfennig aus i der Tasche hvlen müßte — wird man, wenn wir Deutschlands Flotte zerstörten, eine Flotte doppelt und dreifach so groß wieder errichten, so wie im Jähre 1808 i der Freiherr von Stein das Bolksheer zur Bezwingung seines Unterdrückers Napoleon aus dem Boden stampfte, j Wie man sich damals den letzten Bissen vom Wunde j abdar'cke fürs Vaterland, für die große Idee der Befreiung, so wird dieses Volk, durch eine Niederlage zur äußersten Kraftanstrengung aufgerüttelt, nicht eher ruhen und nicht eher rasten, als bis es i» einem Vernicht - ungskamps gegen England siegen wird. Wo die n-.ttio- nale Einheit so gewaltig und so unzerbrechlich dasteht, da bietet die Vollendung auch der wagemutigsten Ideen keine Schwierigkeiten. Was erreichen wir nun durch eine deutsche Niederlage? Im gleichen Augenblick wird die russische Macht größer, und Frankreich — nachdem seinem Rächeempfinden gegen Deutschland Genüge geschehen — wird in England den Mohren sehen, der seine Schuldigkeit getan hat und nun gehen kann. Die Freundschaft mit Frankreich ist zu flüchtig, um in die Tiefe zu dringen. Frankreich hatte sich nur mit uns verbunden, um Deutschland zu vernichten. Es wird sich keinen Augenblick scheuen, mit uns einen harten wirtschaftlichen Kampf aufzunehmen, wenn es unsere Freundschaft nicht mehr braucht und wir sehen uns vielleicht in einigen Jahren gezwungen, gegen Frankreich aus denselben Gründen vcrzugehen, wie jetzt gegen Deutschland — und zwar aus brutalem Konkurrenzkampf. Vergessen wir auch folgendes nicht: Kaiser Wil - Helm verkündete bei seinem Einzuge in Tanger, er käme als Freund der Mohammedaner — 250 Millionen Mohammedaner in allen Gebieten des Islam haben an diese Freundschaft geglaubt. Dieser Glaube wurde beeinträchtigt durch den Krieg Italiens gegen die Tückei, den der Kaiser im Interesse seines italienischen Bundesgenossen nicht hinderte. (Wie die Italiener dem deutschen Reiche dies gedankt haben, wissen wir jetzt. Red.) Die jetzige Kriegslage drängt die Tücken an die Seite Deutschlands. Wenn wir im Ockent einigen Einfluß besessen haben, so ist dieser jetzt vernichtet, und mit dieser Vernichtung hängt unsere Herrschaft über viele Millionen Mohammedaner zusammen, die sich wie ein vernichtender Ockan erheben werden, wenn der Sultan die Kalisen-Flagge entfaltet und alle Moslems zum heiligen Kckege ruft, denn Konstantinopel ist ein Heiligtum der Mohammedaner, hier thront der; Nachfolger Mohammeds. 250 Millionen Mohammedaners zittern für Deutschlands Siege und werden ihre Ketten abschütteln, wenn Deutschland siegt. England spielt das Spiel mit seiner Eristenz, und dieses Spiel ruhig mit anzufehen, ohne auf die möglichen Folgen hinzuweisen, hieße zum Verräter an der englischen Sache werden. -iur Stadt und Land. Tie Schlacht von Gietzen. Deutschlands Feinde, und darunter die Engländer voran, verbreiten die unglaublichsten Lügen, nach denen bis tief in unser Land schon lange die feindlichen Armeen einmarschieck sind und große Schlachten in^Mitteldeutschland stattgesunden haben. Von mehreren Seiten wird uns gestern und heute berichtet, daß in amerikanischen Zeitungen von einer Schlacht bei Gießen die Rede ist. Den „Bericht" über diese Schlacht auf dem Zeitungspapier haben natürlich die „stammverwandten" Söhne Albion hinauSge- schickt über den Ozean, um unsere dock lebenden zahl - reichen treuen Deutschen kopfscheu zu machen. Das Sprichwock: „Lügen haben kurze Beine!" wird sich hoffentlich bald an dieser Gesellschaft noch recht kräftig bewahrheiten. * Mainz. Die Metzger-Innung in Mainz hat in ihrer letzten Jnnungsversammlung beschlossen, mit sämtlichen zur Fahne eingerusenen Meistern und Gesellen, zu denen die Meistersöhne zu rechnen sino, der, „Hessischen Kriegsversicherung auf Gegenseitigkeit" bei- zutreten und dafür eine Summe von 2500 Mk. auSzu- werfen. Die Innung nimmt für die ledigen Gesellen je einen, für die verheirateten Gesellen je zwei und für die Meister je drei Anteilscheine a 10 Mark. Weiter wurde beschlossen, der Sammlung für u n s e r e schwergeprüften Landsleute in Ostpreußen durch eine Spende von 500 Mar! beizutreten mit dem Wunsche daß nach Möglichkeit verarmte Metzger dabei berück,rchligt werden. Dem Roten Kr c ur wurde zunächst ein Betrag von 1000 Mark zugewiesen und wettere sich als nötig erweisende Unterstützungen in Aussicht gestellt. ! Frankfurt a. M. Das herausgegebene Vorlesungsverzeichnis der U ii i v e r s i t ä t Frankfurt für das Winterhalbjahr 1914-15 bringt in der Einleitung einen Ueberblick über die einzelnen Fakultäten und die in diesen tätigen Lehrer». Die Universität umfaßt danach 5 Fakultäten: die juristische, medizinische, philo- jophijchc, _ naturwissenschaftlichei und wickschafts-soßial - wissenschaftliche Fakultät. Es werden vorläufig lesen in der juristischen Fakultät 7 ordentliche Professoren, i außerordentlicher Professor, 3 Privatdozenten und ' drei mit Lehraufträgen versehene Herren; in der medizinischen Fakultät: 15 ordentl. Professoren, 1 ordentlicher Honorarprofessor. 4 außerordentl. Professoren, 2 außer- ordentl. Honorarprofessoren und 3 Lehrbeauftragte; in der; philosophischen Fakultät: 10 ordentl. Professoren. 1 außerordentl. Professor, 6 Privatdozenten und 10 Lek- tcren und Lehrbeauftragte; in der naturwissenschaftlichen Fakultät: 11 ordentl. Professoren, 3 außerordentl. Pro>- sessoren, 7 Privatdozenten, 9 Lehrbeauftragte und 3 Lektoren. Insgesamt wird der akademische Lehckörper umfassen: 50 ordentl., 9 außerordentl. Professoren, 16 Pckvatdozenten, 26 Lehrbeauftragte und Lektoren. Aufruf! „Heimatgrüsre" für unsere Tapferen im Felde. Der Evangelische Feldpropst der Armee beabsichtigt, in Gemeinschaft mit geeigneten Mitarbeitern zur Ergänzung der Seelsorge draußen im Felde monatlich mehrmals Ansprachen religiösen und vaterländischen Inhalts als „H e i m a 1 g r ü h e" an unsere Truppen in Massenauflagen hinauszusenden. Zur Bestreitung der nicht unerheblichen Kosten dieses Unternehmens reichen die im Voraus zur Verfügung gestellten Beträge bei weitem nicht aus. Zur Förderung der gute» Sache wende ich mich deshalb an die opferfreudige Vaterlandsliebe in Stadt und Land und alle, die — mögen sie Angehörige bei unserer Truppe im Felde haben oder nicht — unsere Tapferen draußen neben der Predigt ihrer Pfarrer;, die doch nur selten an den Einzelnen herankommen kann, auch mit einem gedruckten Seelsorgerwock versorgt wissen möchten, und bitte um Gaben für diese seelsorgerlichcn Heimatgrüße. Die Beiträge bitte ich entweder durch die gütige Vermittelung der dazu gewiß bereiten Herren Orts - pfarrer oder direkt an mich (Frankfurt a. M., Bleich - stmhe 18) mit dem Vermerk „Heimatgrüße" sreündlichst einsenden zu wollen. Der Militär Dbrrpfarrcr XVIII. Armeekorps. Rosenfeld, Konsistorialrat. Die vottftäudigen PerlttfUistcu werden in unserer Erpedition, Lettcrsweg 83 (mittlerer Laden) zu 5 Pfg. für das Stück verkauft. Giesiener Zeitung. L vaiic. oocr nun, va er ne vorn, ertiana iic in >o werter, weiter Ferne, dag sie ihm unerreichbar weit scbien, und leise, langsam hörte er den trauten Klang wieder Verhallen. Endlich erwiderte er: „Laß gut sein, Vater. Tab Du seht aekommen bist, das werde ich Dir niebt vergessen. Ater nun Dir um den Hals fallen und den verlorene» und wicdergesnndencn Sohn spielen, nein, Vater, dazu gebe ich mich nicht her. Und wenn Du aurb sagst, Tn bietest mir Deine Liebe an. Ich muß auch dafür danken, Pater. Das ist ein Almosen das l Du mir bietest, mehr nicht; denn Deine Liebe bat im- . mer nur Deinem zweiten Sohn gehört. Deinem und ' Eurem Schoßkind, und Almosen nehme ich Nicht an, i i wenigstens ictzt nicht mehr." i .Also Du willst nicht, Tu willst nichts mehr wis- . ' Ten von mir? Tu willst ewig io in diesem alten Haß > weiterleben, getrennt von uns allen!?" i „Ich hasie weder Dich noch sonst semand vom z Hause, Vater, und es liegt mir rwck viel weniger daran, den Zwiespalt noch zu vergrößern. Aber verlange , ! auch nicht, daß ich mich hier zu einer Gefühlskomödie . hergebe. Dazu hat mich das Leben zu ernst und zu hart gemacht." , Jetzt erbob sich der alte Monn. »Eine Koniödie neilnst Du dies?" fragte er bebend. t I Bruno nickte. „Ja, Vater, ich kann nickt anders." , Sic standen sich gegenüber Und sie blickten sich einen Moment lang fragend und suchend in die I Augen. >, Dann >'agte der Pater ernst und finite’ - : „Wahrbas- , l Ug, Du hast nichts von mir, gar nichts. Du bist der „ ganze Erbe Deiner Mutter. So war sie auch, ganz ae- n.m so. Fetzt sehe ich es vollkommen ein, daß es wohl ; nie Brücke von uns zu Dir geben wird. Fa, jetzt . sehe ich es ein. Adieu!" Er ging. cknd Bruno celeitele ihn bis zum Wagen. Ruhig und förmlich, als wäre nichts geschehen, so sagten sie einander Lebewohl. Dann fuhr der Wagen davon. * In Bruno aber erklang jetzt noch einmal jene sebn- knchtsvolle Melodie, aber sie war fern, weit fort, unerreichbar weit. Da wurde er wieder ganz er selbst. Hart und energisch preßte er die Lippen auseinander. Weshalb denn die alten Wunden wieder aufreißcn. Es war ja Unsinn Kops hoch! Und nun weiter! Ruhig ging er wieder seinem Berus nach . . . 2 . Als der alte Herr Waldemar Büttner znrückfnhr, war er mißgestimmt und niedergeschlagen. Der gänzliche Fehlschlag seines Unternehmens hatte ihn direkt entmutigt. Und das mannhafte, Willensstärke Auftreten seines ältesten Sohnes, der ihm mit so wuchtigen, zielsicheren Worten Vorwurs aus Vorwvrs entgegenschlen- derte, übte noch jetzt seine liefe Wirkung aus ihn aus. Ja, ja. er suhlte sich schuldig! Das stand jetzt ganz 'klar in feiner Seele geschrieben. Er hatte unverantwortlich an dem Jungen gehandelt! Davon wusch chn gar keine Entschuldigung rein. Betrübt und niedergedrückt saß er da. Selbst der helle Sonnenschein dieses schönen Tages lockte ihm keine Freunde und kein Lächeln ab. Daß er auch nie, niemals darüber so ernst wie jetzt nachgedacht hatte! Unverzeihlich war das! Zwar war sein ganzes Dasein eigentlich ja durch die Fürsorge ums Geschäft in Anspruch genommen, weil bis in die letzte Zeit hinein alles allein nur aus seinen Schultern geruht hatte, aber dennoch war es unverzeihlich, daß er diesen Familienzwist so arg hatte emporwuchern lassen; längst schon hatte da ein Weg zur gütlichen Verständigung gesucht werden müssen. Nun war es allem Anschein nach zu spät. Was ihn am meisten ärgerte, war die tiefe Demütigung, die er erlitten hatte. Wie klein, wie beschämt hatte er dagesessen, als ihn Schlag aus Schlag so zielsicher traf! Und wie erniedrigt fühlte er sich, als seine dargebotene Hand glatt zurückgewiesen wurde! Nie im Leben hatte jemand gewogt, ihm derartiges zu bieten. Und was das S> mmste war: im Grunde genommen hatte der Junge ja vollständig recht gehabt, als er die Hand zurückwies und von einer Gesühls- komödie sprach! Denn wenn er jetzt sein Inneres revidierte, mußte er anerkennen, daß er eigentlich diese Versöhnung doch nur der Leute wegen angesttebt batte. Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen. nur um nach außen hin den Schein Zit wahren und dem Klatsch jede Nahrung zu nehmen. Ja, das hatte eigentlich den Anstoß gegeben. Aus dem Namen seines alten Hauses sollte auch nicht der leiseste Hauch eines Schattens zu finden sein. Das hatte ihn zu seinem Schritt bestimmt, das allein. Sein Herz war unbeteiligt dabei, denn innerlich stand man sich so fremd und so fern wie immer. Das mußte er anerkennen. Und dies, gerade dies, daß seine Engherzigkeit von Bruno so klar durchschaut war, das beschämte ihn jetzt am meisten. Während er so über alles nachdachte und sich ärgecke, erstand aus einmal wieder die ganze erregte Aussprache vor ihm, und er sah die hohe, stolze Gestalt Brunos und sah dessen ernstes, mannhaftes Gesicht, seine würdevolle Haltung und seinen unbeugsamen Stolz, — und jetzt mit einmal, zum ersten Mal im Leben, bekam er Respekt vor dem Jungen. Teufel nochmal! In solchen Worten hatte «och nie- wand zu ihm aeredetl Unwillkürlich dachte er sofort an seinen zweiten Sohn, an seinen Liebling Kurt. Der hätte es nie gewagt, in solchem Ton zu ihm zu sprechen. Und einmal bei diesem Gedanken angekommen, verglich er nun seine beiden Söhne. Zug um Zug, eindringlich und lange. Und endlich, so lieb und ans Herz 'fleh>ac$fen ihm sein Kurt auch war. mußte er es doch !bedauern, daß er so gar nichts von dem Stolz und Trotz und von der knorrigen Zähigkeit seines Erstgeborenen hatte. Kurz vor Tisch kam er zu Hause an. Seine Mißstimmung hatte noch zugenommen. Gleich die erste Frage galt Kurt. Tante Marie, die gerade den Tisch ordnete, sah ein wenig erstaunt ans, als sie aus seiner Frage den gereizten und erregten Ton heraushörte. ,^lurt ist mit dem Elfuhr-Zuge nach Berlin gesah- ren." antwortete sie nur. Focksetzung folgt. i Billige, gute Nahrungsmittel werden in jeder Familie gebraucht. Dazu gehören: Oetker-Puddings aus Dr. Getkcr's Puddingpulvern .... zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) Rote Grütze aus Dr. Melkers Rote Grützcpulver ......zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) Mehlspeisen und Suppen aus Dr. Melkers Gustin i (Nie wieder das englische Mondamin! Besser ist Tr. Qctkcr's Gustin .1 j in Paketen zu 1 l tl 1 / s , '/i Pfund, Preis 15, 30, 60 Pfg. Mbne Preiserhöhung in allen Geschäften zu haben. Rillig. Nahrhaft. wohlschmeckend J entstehen durch unreines Bl»> können deShnIb auch nur dar, ££?“ innere Behaudlg. grünt ltch ». dauernd geheilt werden Jetzt bin ich in der Lage Ihne meinen Herstichen Dank für Ihr wundervoll heilende Medizin di mich vollständig von dem schau »erhaften Hautleide« befrei hat, voll und ganz zu zollen Gustav Ltchtiug, Müchel (Bez. Halle.) Die patentamllich geichütz'c. find in Gieheu in di Pellkan-Apoteke zu ha! Versende! auch nach Auswärts feläpsstzenäungen. Für die Feldpostfendungcn in Privatangclegenhei- ! ten an die Angehörigen des Heeres und der Kaiserlichen Marine gellen während des mobilen Verhältnisses nach- bezeichnete Portovergünstigungen. 1. Portofrei werden befördert: an die Angehörigen des Heeres und der , t Kaiserlichen Marine a) gewöhnliche Briese bis zum Gewicht von 50 Gr., j b) Postkarten und c) Geldbnese bis zuck Gewichte von 50 und mit Wertangabe bis zu 150 Mark. 2. Portoermäh igungen: Das Porto beträgt für a) gewöhnliche Briese über 50 Gramm bis zu 250 ! Gramm schwer 20 Pfg., b) Geldbriese über 50 Gramm bis zu 250 Gramm ! schwest und mit Wertangabe bis zu 150 Mark 20 Pfennig, c) Eeldbriefe bis 250 Gramm schwer mit einer Wert- ! angabe über 150 bis 300 Mk. 20 Pfg., über 300 j bis 1500 Mark 10 Pfg., d) Postanweisungen über Beträge bis 100 Mark an ; die Angehörigen des Feldheeres und die Besah- j ungen der zu den Seestreitkräften gehörigen Kriegsschiffe usw. 10 Pfg. Zu den Angehörigen des Heeres zähl! auch das auf dem Kriegsschauplatz in der freiwilligen Krankenpflege zur Verwendung kommende Personal a) der deutschen Landesvereine vom Noten Kreuz und der mit ihnen verbündeten Vereine sowie der Ritterorden — Jochannitter-, Malteser-, St. Georgs - Ritter —, b) derjenigen Vereine, Gesellschaften usw., die aus Grund des Gesetzes zum Schutze des Genfer Reu- tralitätszeichcns vom 22. März 1902 (Reichs-Ee- , setzblatt 1902 Nr. 18) von dem zuständigen Kriegs- > Ministerium zur Unterstützung des Kriegssanitäts- \ bleustes durch besondere Bescheinigung zugclassen i sind. Sendungen, die rein gewerbliche Interessen der Ab- ! sender, oder der Empfänger betreffen, haben aus Porto- ! Vergünstigung keinen Anspruch und unterliegen dem ge- ! wöhnlichen, tarismätzigen Porto. Das Porto muh stets vorausbezahlt werden. Un- j frankierte oder unzureichend frankierte portopflichtige Sen- ! düngen werden nicht abgesandt. Die Aufschrift der Feldpostsendungen muh den Ver- ! merk „Feldpostbrief" enthalten und genau ergeben, zu ! welchem Armeekorps, welcher Division, welchem Regf- mente, welchem Bataillon, welche Kompagnie oder welchem sonstigen Truppenteil oder Kriegsschiffe der Em- ! pfänger gehört, sowie welchen Dienstgrad und welche ! Dienststellung er bekleidet. Formulare zu Feldpostkarten werden bei den Prst- anslalten sowie den amtlichen Verkaufsstellen für Postwertzeichen an das Publikum verkauft werden. Einst - weilen können die gewöhnlichen ungestempelten Postkartenformulare Verwendung finden. Bei denselben Stellen werden auch Formulare zu Feldpostanweisungen an die Angebörigen des Feldheeres, mit Freimarken zU 10 Pfennig beklebt, zum Verkauf für den Betrag der Freimarke bereit gehalten werden. Zu Postanweisungen an die Besatzungen der Kriegs- ! schiffe sind die gewöhnlichen Formulare zu benutzen. i Einschreibesendungen in anderen als Militärdienst- j Angelegenheiten, Postaufträge, Briefe mit Zustelluftgs - > urkuftdc und Postnachnahmesendungen sind von der ! Beförderung durch die Feldpost ausgeschlossen. Privat-Päckereien nach dem Heere werben bis auf j weiteres gegen die sonst üblichen Portosätze noch an- > genommen. Zur Förderung des Abgabcgeschäfts ist es jedoch notwendig, dah diese Sendungen frankiert zur Post gegeben werden. Der Staatssekretär des Rcichspost.amts. K r a e t k e. Literarisches. ? „Der K r i e g". Rede bei der vaterländischen Feier des Kartells der jreiheitlichen Vereine in München, gehalten von Ernst Hornesser. (Verlag von E. R«in° Hardt in München) Preis 50 Pfg. In schlichten, erhebenden Worten schildert der bekannte Religionsphilosoph die ethischen Wirkungen und kulturellen Ziele des weltgeschichtlichen Krieges. Krieg8- Erfrischungen für unsere Söhne und Brüder im Feldzuge fertig zum Versand mit der Feldpost Slollwerck-Schokolade u. Pieliermünz-Paslillen. 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