ItiB&Mfet &a7 ' ) . * -- O-i f„. ** . 1*1 MOs I-J-* * - '■-. _• '. — u» ' ’•' -V-- - . V - ■ , r-j*r» JS. K LKN» L s »q»GMM » Pfg. monatlich a»;eige«prek 15 Pfo. » Hi «m br^te Petitzeile sür Auswärts 30 Psg. Die 90 rum breite Reklame-Zeile 50 Piennig Lxtrabetlagen werden nach Gewicht und Gröhr berechnet. Rabat« kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung», zieles <30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in WegsaÜ. Platzvorschriften ohne Berbindlichkei.. Drark der titiehcncr BerlagSdrulkerci. Altiu Mein. «licht igahlbar, frei >«» Hau». »der in de« Zweig. « Psg. - «rtchetul — Redaktion: Srirers. ng oder Rückiendung wird nicht garantier«. ..Wd«ch»»«r Zeitung" G. m. d. H. «rpeö-ch^to,: reltersweg 8 S. lltr. 71. Mittwoch, den 2. September 1914. K T e l e v K o n Sir. 362. 26. Jahrri. 7OOV0 Russen gefangen. — Vom Krieg im Westen. W.T.B. Grohes Hauptquartier, .31. August. (Amtlich.) Die Armee des Generalobersten von Kluck bat einen durch französische Kräfte unternommenen Versuch eines französischen Flankenangriffs gegen Lombles durch, ein Armeekorps zurückgeschla- g« n. Die Armee des Generalobersten von B ü l o w Kal eine überlegene französische Armee bei St. Quentin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ein englisches Infanterie-Bataillon gefangen genommen hatte. Die Armee des Generalobersten von H a u s e n hat den Gegner auf die Aisne bei Rethel zurückgedrängt. Die Armee des Herzogs von Württemberg hat bei der Fortsetzung des Uebcrgangs über die Maas den Feind zunächst mit Vortruppen über - raichl, muhte aber bei dem Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte teilweise wieder über die Maas zurück. Die Armee 'bat dann die Maasübergänge wieder genommen und besindet sich wieder im Vorgeben gegen die Aisne. Das Fort L e s o y e l l e s hinter dieser Armee ist gefallen. Die Armee des deutschen Kronprinzen seht ihren Vormarsch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant von Montmedy mit der ganzen Besatzuug der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen worden war, ist die Festung gefallen. Die Armeen des Kronprinzen v. Bagern und des Generalobersten v. Heeringen stehen noch in fortgesetztem Kamps in Französisch-Lothringen. Der Eeneralquartiermeister: v. Stein. W.T.B. Berlin, 31. Aug. Nach einer Pariser Meldung des Amsterdamer „Telegraas" scheint der französische Eeneralstab die völlige Abschliehuug von Paris in den nächsten Tagen zu erwarten. Die Verbindung mit England wäre gegenwärtig nur noch über Boulogne zu erreichen. Sobald die deutschen Truppen sich Amiens genähert hätten, würde die Absperrung von Paris auf der Nordseite eine vollzogene Tatsache sein. Ostende, das belgische Seebad, rüstet sich jetzt auch zur Verteidigung. Es hofft auf die Hilfe englischer Schifte. * Um die Festung Bclsort wird scharf gekämpft. Deutsche Truppen haben vor Belsort aus französischem Boden befestigte Belagerungsstellungen eingenommen. , * I * * Deutsche Macht in England anerkannt. lieber Kopenhagen wird berichte! : Di« Londoner „Times" veröffentlichen einen langen Bericht über die letzten Kämpfe in Frankreich. Sie geben zu, daß die britischen Truppen groheVer- l U st c erlitten haben, der Mut sei aber ungebrochen. Der französische Generalstab habe die Macht des de u> Ischen Vorstohes in Belgien unterschätzt. Die deutschen Truppen seien mit ungeahnter Schnelligkeit vcr- gedrungen und vorwärts gestürmt, ohne den Eroberungen von Festungen besonderen Wert beizulegen. Die englische Artülerie habe die deutschen Reiben niederge - mäht, aber neue Reihen seien, wie aus der Erloe gewachsen, vorwärtsgestürmt. Die de urschen Lustschi s s e, A e r o p l a n e und Automobile batten beständig den deutschen Eeneralstab über die Bewegungen der Verbündeten unterrichtet gehalten. Das habe unter den sich zurückziehenden Truppen Verwirrung hcr- vorgerufen. Oftpreußen frei vom Feind. — Der Times-Kcrrespondent in Ostende berichtet: Die grohen Erfolge aus dem sranzösischen Kriegsschauplatz hätten die deutschen Truppen zu Heldentaten angescuert. Kaiser Wilhelm erlieft an die Truppen eine Proklamation, worin es heißt, die deutschen Soldaten mühten Paris einnehmen, oder lieber sterben. Rach London geflüchtete Belgier berichten, dah die glühte Ueberrafchung des jetzigen Krieges in Militär - technischer Hinsicht die Verwendung des neuen deutschen Belagerungsgeschützes gewesen sei. Niemand anher,halb des deutschen Generalstabes habe eine Ahnung von deü Eriftenz des 42 Zentimeter-Geschützes gehabt. Alle glaubten, dah der 21 Zentimeter-Mörser das schwerste Belagerungsgeschütz sei. Deutschland besitze zirka 50 dieser 42 Zentimeter-Kanonen. Jeder Schuh koste 38 000 Mark. Die Wirkung sei furchtbar, was durch die schnelle Zerstörung der Ramur-Forls bewiesen ist. Das neue Geschütz sei niemals bei Manövern erprobt worden, selbst die Artillerie-Offiziere hätten keine Kenntnis von ihm gehabt. Bei Lüttich und Ramur sei das Geschütz ausschließlich von Krupp-Ingenieuren bedient worden. Der Ruhm Krupps sei durch dieses neue große Werk jetzt in alle Welt getragen. Englands Ersatz-Armeen. London, 1 . Sept. Wie die Blätter melden, habe Churchill mitgeteilt, dah englische Seesoldaten Ostende und die umliegenden Bezirke besetzt hätten. Lord Kitchener fordere zum Eintritt in die zweite Ersatzarmee (100 000 Mann) des regulären Heeres auf. Die Altersgrenze betrage 19 bis 35 Jahre. Die Zahl der Meldungen zum ersten Ersatzheer, sei befriedigend. Der Kriegsberichterstatter der „B. Z. am Mittag" meldet aus dem grohen Hauptquartier zU dem Sieg über die Engländer: Der neud Sieg über die Engländer bei St. Quentin ist dadurch zustande gekommen, dah wir unsere Kavalleriemassen vor die in der Richtung auf St. Quentin sliehenden englischen Heeresmassen schoben und sie so lange aushielten, bis unsere sic verfolgenden Armeekorps nochmals entscheidend angreisen konnten. Die Niederlage ist vollständig; die Engländer sind nun gänzlich von ihrer rückwärtigen Verbindung abgeschnitten und können nur aus einen der Landungshäfen Dünkirchen, Calais, Le Havre oder Cherbourg laufen. Unsere tapferen Hessen. ' Ein Brief unseres Grohherzogs vom K r i e g s s ch a u p'l a tz. Ihre Königliche Hoheit die Grohherzogin hat einen vom Kriegsschauplatz geschriebenen Brief Seiner Kgl. Hoheit des Grohherzogs erhallen, aus dem die „Darmst. Ztg." in der Lage ist, einiges mitzuteilen. Um die Wirkung nicht abzuschwächen, bringt sie im Auszug das Wichtigste möglichst wortgeireu. Mit dem 22. August beginnend, berichtet der Groh- herzog: „Die Hauptsache ist, dah wir den Sieg haben. Bei uns sing die Schlacht in dichtem Waldgestrüpp an. Es war ein furchtbarer Kamps. Ich erinnere mich, dah mein Vater sagte, das Schlimmste sei ein Waldgefecht, wobei keiner den anderen sieht. Die folgende Nacht schliefen wir alle in einem Hantz auf Stroh, hoffend aus den nächsten Tag. Dieser brachte uns eine siegreiche Verfolgung. Gestern stand der Feind uns mit neuen Kräften gegenüber. Unsere Leute muhten nach der am vorherigen Tag geschlagenen Schlacht Tag und Nacht lau^- sen. um zur Stelle zu kommen. Unsere Regimenter baden sich so grohartig geschlagen, dah alles davon sprach. Friedrich (Prinz Friedrich Karl von Hessen) ist ein Held, seine Leute begeisternd, immer voran. Man erlebt zuviel. Der Tod wird Nebensache. Man sitzt zwischen Toten, Verwundeten, Pferden usw. Es ist, als ob es so sein mühte. Aber dann überkommt einem doch das Gefühl, wie das alles so unnatür - lich ist." Wir sehen aus dem Obigen, wie unser Grohherzog das Los seiner Truppen im Feld teilt, wie warmher- Die Deutschen nahe Paris. I zig er den Geschehnissen folgt und mit wie innigem | Stolz er die Ruhmestaten unserer tapferen Hessen em- 1 pfindet. Ein dcntschcr Flicqcr über Paris. Am 31. August, nachmittags 4J4 Uhr, ist ein deutscher Flieger über Paris geflogen und hat einen sand- beschwerten Sack mit einer deutschen Fahne uüd einem Brief, in dem die Belagerung von Paris nahe bevor- stcht und zur Ucbergabc ermahn! wird, herabgeworfen. Die Bevölkerung ist durch diesen Zwischensall in grohe Unruhe versetzt. Vom .Krieg im Osten. W.T.B. Grohes Hauptquartier, 31. August. (Amtlich.) Der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten v. Hindenburg ist von weitaus gröherer Bedeutung, als bis jetzt übersehest werden werden konnte. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Reidenburg angriffen, ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden: Drei Armeekorps sind vernichtet; 60 000 Gefangene, darunter 2 kommandierende Generäle, viele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gesallen. Die noch im nördlichen Ostpreuhen stehenden russischen Truppen haben den Rückzug angetreten. Der Generalquartiermeister: v. S t e i n. Die russische 2. Armee, die N a r e w - A r m e e, hat ausgehört zu eristieren. Vermißt sind das 8 ., 15., 23. und die Hälfte des 6 . russischen Korps. Von diesen Korps sind die sämtlichen Geschütze und Fahrzeuge in unsere Hände gesallen. Durch die Flucht konnten sich unter schweren Verlusten das 1. und die Hälfte des 6 . russischen Korps über die Grenze retten. W.T.B. Berlin, 1 . Seplbr. Nach weiteren Mitteilungen des Hauptquarliers ist die Zahl der Gefangenen in der Schlacht bei Gilgettburg-Ortelsburg noch größer, als bisher bekannt. Sie beträgt 70 000 Mann, darunter 300 Offiziere. Das gesamte Artilleriematerial der Russen ist vernichtet. Oesterreichisctzc Wussenerfolge. v. R. Oesterreichisches Kriegspressequartier, 1. Septbr., 11.25 B. Das ungeheure, vor zehn Tagen begonnene Ringen der russischen W e st a r m e e n mit den nacheinander eingreifenden, stets vorrstckenden Teilen des österreichischen linken Flügels scheint dem Ende nahe. Aus österreichischer Seile erstreckt sich jetzt die Kampffront 160 Kilometer lang von der Weichsel über den Wieprz zum Bug, die russischen Armeen langsam vor sich herschiebeud in die Sumpsseenzone nörd - lich der Linie L u b l i n - C h o l m; diese besindet sich nur nvch einen oder zwei Tagemärsche im Riicken der Russen. Deren Trains dürstenden Rückzug der Truppen aus den wenigen guten Strahen behindern, da die Wege vielfach Desile-Eharakter haben. Die Lage kann 311 ufnC;fct)eilten Sl a t ft r o' p 1 ) e n führen. £ie rnlffischen Westarmeen dürsten auch bereits keine Möglichkeit eines Anschlusses an die Ostarmeen mehr haben. Sicher ist bisher das vollste Mißlingen der von der russischen Heeresleitung geplanten strategischen UmsassuUg der österreichischen Heere und ihr Umschlagen in das Gegenteil: Ausrollen und Abdrängen der russischen Westarmeen Die Kämpse dauern noch aus der ganzen 400 Kilometer langen Linie weiter. Dre Lage der österreichisch-ungarischen Tnrppen ist gut. Franksurt a. M., 1. Septbr. Das k. k. österreichisch-ungarische Generalkonsulat in Franksurt a. M. stellt sreundlich solgende Meldung aus dem österreich-ungarischen Kriegspressequartier zur Verfügung r Die Schlachten ans dem russischen Kriegsschauplätze dauern mit ungeminderter Heftigkeit fort, ^rotz mehr - sacher besestigter feindlicher Stellungen dringt dre Armee des Generals der Kavallerie von Dank! unaufballsam gegen Lublin vor. Westlich hiervon Hallen die zwischen Bug und Wieprz vorgesührlen eigenen Kräfte am 26. August den Angriff aus die aus dem Räume von Cholm entgegengeriickle starke russische Armee begonnen. Hieraus entwickelten sich nach der Schlacht von Krasnik weitere hartnäckige, für unsere angriffssreudigen Truppen fiteg - reich verlaufene Kämpfe bei Z a m o s z, sowie nördlich und östlich von Tomaszow, in welche am 28. August aus dem Räume von Belz eine nun gleichfalls auf russischem Boden vordringende eigene Gruppe erfolgreich eingriff. In diesen Kämpfen wurden ebenso wie in den Schlachten von Krasnik Tausende von Gefangenen gemacht. In O st g a l i z i e n behaupten sich unsere Truppen mit hervorragender Bravour und Zähigkeit gegen sehr stark überlegene feindliche Kräfte. Aus dem südlichen Kriegsschauplatz fanden in letzter Zeit keine nennenswerten Kämpfe statt. Born Seekrieg. W.T.B. Berlin, 29. Aug. Im Laufe des gestrigen Vormittags sind bei teilweise unsichtigem Weiter mehrere moderne englische Kreuzer und zwei englische Zerstörerslottillen (etwa 40 Zerstörer) in der deutschen Bucht der Nordsee nordwestlich von Helgoland ausgetreten. Es kam zu hartnäckigen Ein- zelgesechten zwischen diesen und unseren leichten Streit - krästen. Die deutschen kleinen Kreuzer drängten heftig nach Westen und gerieten dabei infolge der beschränkten Sichtweite mit mehreren starken Panzerkreuzern ins Gefecht. S. M. Schiff „A g i a d n e" sank, von zwei Schlachtschiffkreuzern der Lion-Klasse auf kurze Enffern- ung mit schwerer Artillerie beschossen, nach ehrenvollem Kampfe. Der weitaus größte Teil der Besatzung (voraussichtlich 250 Köpfe) konnte gerettet werden. Auch das Torpedoboot „V 187" ging, von einem kleinen Kreuzer und 10 Zerstörern aufs heftigste beschossen, bis zuletzt feuernd, in die Tiefe. Flottillenchef und Kommandant sind gefallen. Ein beträchtlicher Teil der Besatzung wurde gerettet. Die kleinen Kreuzer „K ö l n" und „Main z" werden vermifft. Sie sind nach einer beutigen Reutermeldung aus England gleichfalls im Kampfe mit überlegenen Gegnern gesunken. Ein Teil ihrer Besatzung (neun Offiziere und 81 Mann?) scheint durch englische Schiffe gerettet worden zu sein. Nach der gleichen englischen Quelle haben die englischen Schiffe schwere Beschädigungen erlitten. W.T.B Wien, 30. Aug. In Besprechung des Seegefechts bei Helgoland hebt das „FremdenblaN" hervor, daß auch diesmal wieder die deutsche Ilner - schrockenheit und Tapseckeit zutage getreten sei, und fährt dann fort: Die Teilnahme und Bewunderung ganz Oesterreich-Ungarns wendet sich den heroischende üt- schen Matrosen zu, welche, wenn sie nicht siegen konnten, der Welt gezeigt haben, wie die deutschen Blaujacken zu st erben verstehen. Englischer Bruch gegen das Völkerrecht. W.T.B. Berlin, 31. Aug. (Nichtamtlich.) Wie die „B. Z. am Mittag" erfährt, hatte sich „Kaiser Wilhelm der Große" an der Mündung des Rio dcl Oro an der Nordwestküste Afrikas vor Anker gelegt und wurde vonsdem englischen Kreuzer überrascht, während er in voller Uebereinstimmung mit den Neutrali- €in stiller Mensch. Roman von Paul Blitz. Nachdruck verboten. Und indem u cm wenig überlegen lächelte, dachte er: es ist ja stets die gleiche Geschichte, — er ist der Umworbene und ich der Einsame! — So war cs ja immer schon gewesen! Warum sieb deshalb jetzt noch erregend Das Veste war eben, man weicht solchen Festlichkeiten ein für alle Male aus, — das tat er ja auch seu Jahren schon, — beute aber, an des Paters Ehrentag, heule durste er doch nicht scrn bleiben, das Kälte man ihm doch zu sehr verargt. So war er denn auch pünktlich und pflichtgemäß erschienen, hatte alles mitge- machl, was bei solcher Gelegenheit nicht eben zu um- geheu war, aber jetzt, wo der Jubilar nicht mehr im Mittelpunkt der Festlichkeit stand, wo auch die anderen ihren Anteil an dem Vergnügen haben wollten, jetzt hielt es ihn, den Einsamen, den Bauern, nicht mehr länger hier, letzt zog es ihn zurück nach seinem Guishoj. nach dem traulichen Lampenschcin seines stillen Zimmers. Unwillkürlich sah er wieder hinüber nach dem Saal. Noch immer war dort drüben Kurt der Mittelpunkt des Trubels, >ctzl stand natürlich auch die Tante Marie bei ihm, — die war ja ohne ihren Liebling einjach nicht zu denken! — und nun trat auch noch der Vater zu ihm hin, und alles, was nur anlommen konnte umdranglc jic jetzt, dicht gedrängt im Kreis stand alles zusammen: weiß Gott, was da nun wieder besprochen wurde! Und dann plötzlich dachte er: Und um mich kümmert sich niewand! Er lächelte zwar, aber cs war doch ein ganzes Stück Wehmut darin. So war es eben. „Wer sich der Einsamkeit ergibt, der ist gar bald allein." Niemand machte auch nur den Versuch, ihn zur Fröhlichkeit zu animieren. Man kannte ihn lckion zu genau und deshalb ließ man ihn möglichst altern. Er raffte sich aus. Das Beste war eben schon, er verschwand so schnell als möglich. — vermissen würde ihn sicher niemand. Ruhig ging er durch ernes der Nebenzimmer, um von da zur Garderobe zu gelangen. Aber aus einmal stand jemand hinter ihm und hielt ihn feit. Ter Cnfcl Klaus mar cs, ein Vetter des Jubilars. „Bruno, Kerlchen, willst Tu Dich etwa gar schon drücken?" ries der lebenslustige alte Herr „Ja, Onkel Klaus, ich habe jetzt genug von dem Kram dadrinnen," klang es mit leiser Ironie zurück. tälsgesetzen Kohlen einnahm. Nach vorliegenden Depeschen ist der grötzte Teil der Besatzung „Kaiser Wil - Helms des Großen" gerettet worden. „Highsliyer" hat einen Toten und acht Verwundete. * * * Apia, die Hauptstadt dep deutschen Samoainsel Upolu, die seit 1899 deutsches Schutzgebiet ist, kapitu? lierte, nachdem eine englische Erpedilion zum Kampf übergegangen war. Allerlei Nriegsnachrichten. Die Königin von Belgien ist mit ihren Kindern nach England „a b g e r e i st". Nach einem Befehl des Zaren wird Petersburg künftig Petrograd genannt. Ausländische Belohnung deutscher Tapferkeit. 14 Mann des deutschen Detachements, welches vor Ausbruch des Krieges in S k u t a r i war und dann mit den Oesterreichern Schulter an Schulter tapfer gegen Serbien gekämpft haben, erhielten die österreichische Tapferkeitsmedaille. Deutsches Empfinden. Der Herzog von Sachsen-Kob urg-Eo- t h a, der eine englische Erziehung erhielt, hat die ihm vom englischen König übertragene Stelle als Chef des Regiments Seasorth Highlander aufgegeben, da er es mit seiner Stellung als deutscher Bundesfürst nicht in Einklang bringen kann, Ehef eines Regiments zu sein, dessen Land uns in schändlichster Weise überfallen hat. Eeneralstabschef von M o l t k e hat all seine französischen, englischen, russischen, belgischen und japanischen Orden zum Verkauf gestellt. Der Erlös soll dem Roten Kreuz zugewiesen werden. Genügend Kriegsfreiwillige. W.T.B. Berlin, 31. Aug. (Amtlich.) Der Bedarf an Kriegsfreiwilligen ist zurzeit gedeckt. Das Kriegsministerium kann daher bis auf weiteres Kriegsfreiwillige nicht an die Ersatztruppen verweisen. Meldungen, die schriftlich an das Kriegsministerium oder mündlich an das Sekretariat gerichtet werden, haben daher keine Aussicht aus Berücksichtigung. Sowie die Einstellung von Kriegsfreiwilligen wieder möglich ist, wird dies bekannt gegeben werden. Mehrere 100 deutsche Eisenbahner aus Preußen, Hessen, Bagern, Sachsen sind zur Ausübung ihres Berufes nach Belgien abgereist. Tcutschc Hilfe für Ostpreußen. W.T.B. Hamburg, 30. Aug. Die Bürgerschaft hat auf Antrag des Senats 200000 Mark zur Unterstützung der vom Krieg betroffenen o st p r e U tz i - scheu Bevölkerung bewilligt uttd den Senat ermächtigt, für, die Dauer des gegenwärtigen Krieges ein durch eine hamburgische Behörde eingeleitetes oder vor einem Hamburger Gericht schwebendes Strafverfahren gegen zu den Fahnen einberufene Personen niederzu- schlagen. Der Wert der Pariser Forts wird von einem italienischen Generalstabshauptmann als sehr gering bezeichnet. Es seien nur Werke aus Erde und Backsteinen, die alle vor 1886 gebaut und unmodern seien. Die Verlegung der französischen Regierung soll für die nächsten Tage geplant sein. Nach Pariser Meldungen, die über Mailand kommen, wird man von Lhon aus weiter „regieren". Der Alle lachte mit rie>em Behagen, und ivahrend er Bruno auf die Schüller klopfte, leuchtete aus seinem lebenssroben Gesicht die Helle Freude. Dann sagte er gutherzi- „O, Du Kind, Du Kind, von sechsunddreißig Fahren, Du ewiges Kind! Wirst Du denn nie und aimr:c vernünftig werden?" Auch Brunos Gesicht tvar plötzlich wie von Sonar-schein erhell!, und leicht errö.end antwortete er: „Jetzt wohl kaum mehr. Onkel Klaus." Er wollle ihm sie Hand reichen uitd weilergehen. Aber daraus wurde nichts. „Meinst Tu wirklich, daß ich Dich jortlasseu würde? Ach, Tu dummer Bengel! Das laß Dir nu' man vergeh'»!" Und kurz und bündig nahm er Bruno beim Arm und zog ihn mit fort, ins nächste Zimmer mir hinein, so daß dieser nicht anders als solgcn konnte. „Siehst Du, mein Jung', den ganzen Abend habe ich danach geirachiet, mit Dir in Ruhe ma' ein paar Worte zu plaudern, aber nie bin ich dazu gekommen. Uno jetzt, wo ich Ticb endlich habe, willst Du mir aus- rückcn? Nee, Kerlchen, so läßt der Onkel Klaus denn »och nicht mil sich umspringen. Das solltest Tu doch wohl allein wissen. So. Und setz! lassen wir uns hier gemütlich nieder und ciablicren ein Chambrce separce. Du mußt nämlich wissen, daß ich uns einen ganz Herr- lichen Markobrunner hierher gerettet habe, so einen, der nur für Verständige da ist. So. Und nu' laß die da- »rinnen man lobe», soviel sic wollen, wir schassen uns hier auch ein Amüsement, aber aus unsere Art." Inzwischen hatte er Bruno in einen der liefen Sessel nie- dergedrückl und den blinkenden Wein cingeschenki. Es half nichts, kein Reden und kein Sträuben. Bruno mußte bleiben. Lächelnd ergab er sich darin. „So, mein Lieber, nu' trink' mal ordentlich eins! Wenn Du von dem Sasl da so'n Stück sechs Gläser im i Leib hast, dann wirst Du kein so griesgrämiges Gesicht mehr machen. Also Prosit aus!" Sie tranken. Und wahrend der alle Herr schmunzelnd, fast liebkosend, das herrliche Weinchcn ansah. wurde Bruno ein wenig verlegen, denn er schämte sich, daß er sich vorhin eine Blöße gegeben und nicht besser aus seinen Gcsichtsausdruck geachtet hatte. Um das wieder gut zu machen, sagte er nun: ^ Der Kaiserliche Motorjachtklub und der Kaiserliche Automobilklub haben die bis jetzt als Mitglieder geführten Belgier, Engländer und Franzosen aus ihren Listen gestrichen. Deutsche Post in Lüttich Ein Oberpostinspektcr und 20 Postbeamte gingen von Düsseldorf nach Lüttich ab, wo deutsche Post eingerichtet wird. Amerikas Neutralität. W.T.B. Washington, 29. Aug. (Nicht amtlich.) Präsident Wilson veröffentlichte eine Erklärung, in der die Neutralität der Bereinigten Staaten im Kriege zwischen Japan und Deutschland und zwischen Japan und Oesterreich-Ungarn ankündigt. Aus aller Mn. * In Valona ist das Gerücht verbreitet, der Für st von Albanien steh« im Begriff, Dnvazzo zu verlassen, da zu den militärischen Schwieygkei- ten sich infolge wirtschaftlicher Art zugesellt hätten, Oe- slerreich-Ungarn sich weigerte, weitere Vorschüsse auf eine Anleihe zu machen und die Regierung niemanden mehr bezahlen könne. Aus Stadt und Laad. otzG roßen-Linden. Einer Aufforderung des Bürgermeisters Leun, für die Verwundeten grüne Bohnen und frische Eier zu spenden, ist schnell und in ungeahnter Weise entsprochen worden. Es wurde ein ganzer Wagen voll Bohnen in die Turnhalle gefahren. Innerhalb einer Stunde nach der Bekanntmachung waren in der Bürgermeisterei 2300 Eier abgeliefert. s D a r m st a d t. Die JahrhUndert-AUs- stelkung deutscher Kunst 1650 — 1800 im Residenzschlotz zu D a r m st a d t, die mit dem ersten Mobilmachungstage hat geschloffen werden müssen, ist am 1. September dem Publikum wieder allgemein zugänglich gemacht worden und soll auch bis Anfang Oktober geöffnet bleiben. Die AusstelluNgsleitung weist mit. Recht darauf hin, daß diese Veranstaltung gerade in den gegenwärtigen Wochen, wo unser Vaterland die Prüfungen eines Weltkrieges an sich erfährt, doppelt zu den Herzen der Befuch-r sprechen wird, da sie ein Stück nationaler künstlerischer Vergangenheit in einem 'Zeit - alter veranschaulicht, das trotz der schweren äuheren und inneren Krisen unserem Volke die Grundlagen der modernen Kultur gegeben hat. * .Die Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, e. E. m. b. H. zu Darmsladt, ist A n n a h m e st e l l e der- hessischen Kriegsversicherungen aus Gegenseitigkeit für den Krieg 1914. Damit ist die umfassende Organisation des landwirtsch. Genossenschaftswesens in Hessen mit rund 335 der Zen - tralkasse angeschlbssenen Einzelgenosscnschasten in die Dienste der Kriegsversichernng gestellt. Jede dieser Genossenschaften kann durch Vermittelung der Zentraikassc die erforderlichen Versicherungsscheine beziehen und in der denkbar einfachsten Weise die Dergechnünq vornehmen. Es empfiehlt sich dringend, daß die Genossenschas- len von dieser segensreichen Einrichiung Gebrauch machen und erneut ihre wirtschaftliche Kwst und ihre Eri- stenzbercchtigung in der Volkswirtschaft unseres Landes dartun. Die Zentralkasse ist bereit, den Genossen - schäften 'jede gewünschte Auskunft zu erteilen. rrrzr, Onrel Kraus, ick, war durchaus nicht mißgcstimutt und schlechter Laune " Aber weiter kam er gar nicht, denn der alte Herr rief heiter: „A nee, mein Jung', ich irr' mich gar nicht! Ich kenn' Dich denn doch zu genau! Und schließlich verstehe ich ja auch Deinen Aerger recht gut; ich an Deiner Stelle würde mich ja auch fuchsen, wenn ich sähe, wie sich alles um den schönen Kurl drängt und schar!, während sich um mich kein Mensch kümmert. Aber sei doch auch mal ganz ehrlich. Bist Du selber nicht auch schuld daran? Hast Du Dich nicht mit aller Gewalt zurückgezogen von allem Umgang mit der Familie? Nun, ist cs vielleicht nicht so?" Das ernste Gesicht des Jüngeren wurde jetzt hart und finster, und als er antwortete, Hang cs kurz und herb: „Ja, es ist so. Und ich will es auch nicht anders haben." Onkel Klaus nickte nachdenllich. „Ich versteh' Dich ganz gut, mein Jung'. Du grollst Deinem Vater, daß er seinen zweiten Sohn mehr liebt als Dich." „Mehr als mich? Mein Vater hat mich nie geliebt, nie! — Jawohl, das sage ich, — nie hat er für mich etwas gefühlt!" klang es scharf zurück. „Bruno, er ist Dein Vater," mahnte sanft der alte Onkel Klans. „Ja, wäre er es nur mehr gewesen! Aber er war es nur dem Namen nach." „Du darfst über Deinen alten Vater nicht richten wollen, Bruno." „Das will ick auch nicht. Aber ich will auch nichts heucheln, was nicht in mir lebt. Ich habe mich setzt mit der Tatsache abgefunden, und ich will nur mein Recht, nämlich meinen eigenen Weg gehen: alles andere ist mir gleich." Wieder versuchte der alte Herr einzulenken. „Und wenn Du nun doch Deine Mcimmg ein wenig ändertest, lieber Jung'? Sich, Dein Vater ist ein Greis, seine Tage sind gezählt. Wenn Du mm noch ein wenig nachgcben würdest?" Bruno sah ehrlich erstaunt aus. „Rachgcbcn soll ich, Onkel Klaus? Ist das wirklich Dein Ernst? Ich sollte hierher kommen und mich eindrängcn? Hast Du mir das wirklich Zutrauen können!?" 1 »Red' dock nicht so'n Zeug! — Eindrängen. — Was soll denn das beißen?' .Ja, ist es denn vielleickt anders? Eristiere ick denn für die Familie hier überhaupt noch? Nur wenn man mich brauch«, wenn es — der Leute wegen — gar nickt zu umgeben ist, dann entsinnt man sich meiner, sonst dock nicht'' .Aber er ist und bleibt dock Dein Vater.' .Sprich das Won nickt mehr aus ick bitte Dick darum! Es ist nicht gut. alte Wunden wieder auszureißen.' .Mit ein wenig Liebe ist doch alles gut zu machen.' Bitter lächelnd schüttelte Bruno den Kops. .Du irrst, Onkel Klaus, hier ist alles vergebens. Mein Vater und ick kommen nie innerlich wieder zusammen. Es steht jcntand zwischen uns, das ist meine tote Matter.' Fragend sah der Alte den Jungen an. .Wie kannst Du nur so etwas lagen, Bruno?' Der aber nickte, ernst und voll verhaltener Wehmut. »Es ist so. Onkel Klaus. Ebenso wie mein Vater kür meine arme Mutter nichts empfand, so hat er auch für mich nie etwas übrig gehabt. Ja. 1 a. es ist so Sag. was Du willst, es ist so. Klaub nur. ein Kind bat ein seines Gefühl für so etwas. Nickt umsonst bin ich so still und so verschlosien geworden.' Jetzt erwiderte der alte 6m Nickis mehr. Still und ernst saß er da in seinem Lehnstuhl und tat ein oaar neie Züge aus seiner Zigarre, dann hob er langsam das Glas und leerte es. Auch Bruno schwieg. Ihm war es unbehaglich. Er sehnte sich fort, weit kort. Das merkte der andere, deshalb füllte er schnell die Gläser wieder und schlug einen anderen Ton an. .Reden wir nickt mehr davon Ick schelte mich fttzl selbst, daß ick unser Gespräch dabin kommen ließ. Ich wollte ja etwas ganz anderes von Dir. Na. trinken wir mal erst. Prost" Nachdem sie getrunken, fragte Bruno: .Also, was woll'-stt Du denn. Onkelcken?' Der Alte war letzt wieder ganz Lebenslust. und Jrcudc. Sckcrzend ries er: .Ich habe 'ne Neuigkeit für Dich, iawobl.' .So? Und was sür eine denn?' .Ja, mein Jung', so ohne weiteres gebt das nun auch nicht. Erst mußt Tu mal ein ganz anderes Gc- sicht macken, damit ick iveiß daß Du all' den Krimskrams von vorhin oergesim hast. Ja ia! Es ist nämlich ne ganz besondere Neuigkeit, die ick sür Dick habe.' Bruno mußte lächeln. Dieser prächtige alte Mann meinte cs gut mit ibm, Vas wußte er. und deshalb I alle er ibn ehrlich lieb. Eben wollte er ihm auch eine fröhliche Antwort geben. Aber mit einem Male wurde hrc ,'nlle Unierbal- ung gestört. Kurt, vcr jüngere Bruder, ranz uuiger-rgt, .rat schnell näher. .Ah, endlich finde ich Dich. Bruno! Allenthalben habe ich Dick schon geluckt!' Ter ältere Bruder blieb ruhig sitzen und iragic verwundert: ..Mick hast Du gesucht?' .Ja. natürlich. Wir haben nämlich eine Bitte an Dich. Tu entschuldigst wohl, Onkel Klaus, daß ich gestört habe!' .Bitte, bitte.' erwiderte der, ohne sich vom Fleck zu rühren. Bruno war gespannt. ,Na, also, was soll ich denn?' .Sei doch so gut und engagiere Fräulein Breitmann zum Konter: sie hat nämlich keinen Herrn bekommen, und sitzen bleiben darf hcs Bürgermeisters Tochter doch nicht.' Onkel Klaus kicherte in sich hinein. Bruno aber wurde erst ein wenig blaß, dann antwortete er ruhig: .Ich tanze nicht, das weißt Du doch ganz gut.' .Natürlich weiß ich das. Aber ich denke. Du wirst doch in diesem Fall mal eine Ausnahme machen. Wir. als die Söhne vom Hause, müssen doch sür unsere Käste sorgen.' »Als die Söhne vom Hause', — es klang ziemlich scharf und bitter — „nun so opfere Du Dich doch!' »Aber ich habe doch schon eine Dame!' »Dennoch muß ich bedauern. Ich war eben im Begriff. zu gehen.' »Aber Bruno, laß doch mit Dir reden! Es ist doch kein einziger jüngerer Herr mehr frei!' »Aba. deshalb hast Du an mich gedacht, sonst auch nicht! Als Notbehelf, wie gewöhnlich! Nein, ich danke dafür', ries Bruno verbittert. Kurt biß die Lippen aufeinander. Er kochte vor Wut. Aber er nahm sich zusammen. Hilfesuchend sah er zu Onkel Klaus. Aber der verhielt sich ganz passiv. Jetzt kam auch Tante Marie angerauscht. »Nun, wo bleibt Ihr denn? Die Paare stellen sich schon auf!' Ganz atemlos war sie. »Bruno will nicht,' erklärte Kurt säst schroff. »Was denn? Bruno, was soll denn das nun wieder? Es handelt sich hier um des Bürgermeisters Tochter?' Ganz außer sich war sie. »Ich bedauere, ich tanze nicht," erklärte Bruno bestimmt. aber in ruhiger Weise. Jetzt wollte Tante Marie sich noch einmal aufs Bitten legen, doch Kurt zog sie mit sich fort, indem er. ohne sich umzusebcn. leicht ironisch sagte: .Laß doch, Du kennst ihn ja auch zur Genüge!' Schnell ginflen sie weiter. Und wütend, mit zusammengepreßten Lippen, sah Bnino ibnen nach. Da erhob sich lächelnd Onkel Klaus und sprach: »Dann wird mir wobl nichts anderes übrig bleiben, als daß ich mick opkere: des Bürncrmeisters Tochter, obschon sic 'ne alte Schachtel ist. darf doch bei uns nicht sitzen bleiben.' Ruhig trank er seinen Wein aus, reichte Bruno, der noch verärqert dastand, die Hand hin und verabschiedete sich. .Fahr' Du man getrost nach Hauke, mein Jung', und fuchse Dick nickt mehr Nächster Tage da komme ick zu Dir hinaus. Dann erfährst Du die Neuigkeit. Gute Nackt! Ich werde Vätern von Dir prüßen.' Während schon die Musik zum Konter begann, schritt der alte Herr dem Saale zu. Vruno aber, noch verbitterter als sonst, stieg auf seinen Wagen und fuhr in die helle, klare Jrüblinasnacht hinaus. Erst als er die Stadt hinter sich ha-te und m duftete 7?eld binauskam. ans der stillen Landstraße, da erst wur^r ibm wobl und frei ums Herz. Es war eine herrliche Frühlingsnacht. Am dunkel- blauen Himmel stand der volle Mond, und die Sterne blitz'en und biigferten in leuchtender Vrackt. Alles war in Glanz und silbersckimmernden Nebel eeZauckt. so daß dle scklankm Hrfi'ti am Wen beinahe aespensterbaft drein- sckau"n. Ganz lau und mild war die Lust. Ein leiser aa:ndbe,,ck web'e den Geruck von frisch aenstügtem A^er her. würzia und kraftvoll, lind allenthalben regte sich neues "eben, keimte und sproß und formte sich zu neuem Wei-den und Gedeihen. Der Trüblina war es. der lackende, 'ickernde Knabe, der mit seaenlvendenden Hände-, über die nenerstandene Wnndcrwclt schritt. Ack. welche Wohl'at war das. Behanlick leb-te Brnna im Polster imd »ah wie mit träumenden Augen in die stille zauberhafte Nacht hinein. Nock einmal sckwebte an ihm vorbei, was der beniige Tan an Aeraer und Kummer ibm gebracht batte, arver er schob es alles bei Feite und kam zu dem festen Entschluß, iartan das näterlicke "»ans ganz zu meiden. Veraeffen. alles, was aeickeben war. perae"en und a"«löschon aus dem Gedächtnis, das war schon das Beste. arb^s das kannte' — Ein bitteres Lächeln kam aus kein Genckt. — Wer das wobl kertia brack'e' Nnd aus einmal, obne daß er es rvoll'e stand wieder keine einsame, verbit'erte Juaer>d-eit he'l nnd klar vor ihm. — jene Zeit, als er die geliebte Mutter verloren. als er verwaist nnd verlassen dastand. als er aus ein liebes tröstende? Wart de-? Vaters gewartet, von Tag zu Tag umsonst gewartet hatte. Heute lächelte er darüber mit verhaltener Wehmut, denn er redete sich ein. daß die Wunde vernarbt war. Damals aber, als er liebeheisckend mit brenn-»nden Augen zum Vater a»i!ab. damals batte es Nächte gegeben — auch solche Frnblingsnächte wie diele — in denen er schluchzend im Be-tc lag and vor Sckmsrz und Wut ins Kisten biß. um seinen Jammer nicht kaut werden zu lasten. Denn er '»'iblte es, daß er dem Vater nichts, gar nichts war. Mit dem seinen Instinkt des stillen, scheuen Kindes hatte er es gemerkt, daß der Vater die Mutter nickt l»cb«e, nnd daß diese Kleick- gültigkeit sich nun anck ans ihn übertrna Und diese Erkenntnis trieb ihm aas Bln» ins Gesicht. Von nun an i'mschmcichelte er den Va'er nicht mehr. Von nun an wurde er still und stolz, hielt sich einsam nnd sür sich. Sein Tiesstes, sein Heiligst-s war verletzt: er wollte sich binaeben mit aanrer Seele nnd er wurde gleichgültia bei Seite geschoben Das traf ihn Der alte starre Stolz und Trotz seiner Vorfahren von mütterlicher Sei'e aus, das stolze Blul der alleingesestcnen Bauern, das regle sich nun. nnd das machte ihn hart und -äh. so daß er von nun an still nnd verschlossen, von den meisten verkannt, durch's Leben ging. So ist er groß geworden »nd hat verwunden, was ihm das Schicksal versagt hakte. »Aber als der Rater wieder heiratete, als diese zweite Ehe auch von einem .Knaben gesegnet war, und als dieser jüngere Sohn nun mit all der zärtlichen Liebe umgeben wurde, deren ein Vater nur sähig ist. da brach die halb schon verheilte Wunde im Herzen des Erstgeborenen wieder aus. und da ertrug er dies Zusammenleben nicht länger, packte sein Bündel und lies in die Welt binaus. Ach nur zu gern sah man ihn gehen! Rastlos und unstäl ist er dannumhergewanvert. hat sich vom unerbittlichxn Leben immer härter und immer zäher machen lasten, bis er endlich so weit war, das Gut, sein mütterliches Erbteil, zu übernehmen. lind nun erst bekam sein Leben einen Inhalt. Jetzt stand er aus eigenem Grund und Boden, jetzt war er in seinem kleinen Reich wie ein König. Nun vergaß er alles, was man ihm draußen in der Well Böses getan hatte, nun zog er sich aus seine Scholle zurück. Hier konnte ihn keiner erreichen. Und nun begann eine herrliche Zeit: Arbeit, das war das Allheilmittel sür alles. Das alte zähe Wesen, das gesunde Blut seiner Vor- fahren, es siegle, es führte ihn aufwärts. Jahrelang hatte er einsam gearbeitet »nd gerungen, bis er aus dem Gut eine Mnstcrwirtschast nach modernen Ansorderungen gemacht hatte. Nun war er ein reiser Mann und konnte von sich sagen, daß er seine Jugend genutzt hatte. Mit stolzer Befriedigung durfte er sein Werk sehen. Ja, das durfte er! Aber nun, was nun? Er war jetzt aus der Höhe des Lebens. Was sollte nun weiter werden? Für wen hatte er geschafft und gespart? Einsam, einsam stand er da, — einsam sein Herz, einsam seine Seele. _ Fortsetzung folgt. _ Verantwortlich: A l b in Klein, Eiehen. Deutscher Luftflotten-Verein. So ist es beim gekommen, schneller als man vermutete. Ganz Europa.' starrt in Waffen. Ein Krieg ohnegleichen ist über uns hereingebrochen. Eerüstet sind wir bis ins Kleinste. Wie die Wehr zü Lande und zu Wasser, so ist auch unsere Wehr in der Luft vorbereitet. Voll Vertrauen dürfen wir hoffen, dah unsere deutsche Luftflotte sich bewähren wird. Schon kommen Nachrichten von den Grenzen, die melden, dah nicht nur die Flugzeuge, sondern auch die Lustkreuzer Anteil haben an den kleinen und großen Erfolgen. Auch unser Verein darf sich einen Teil dieser Er- solge anrechnen und als Frucht seiner Arbeit ansehen. Das soll un« ein Sporn sein, nicht zu erlahmen. Laßt uns nicht müde werden, sucht immer wieder das Interesse für unseren Verein zu wecken. Werbet Mitglieder sür die große Sache! Aber kein Stillstand. Nicht nur werben wolle» wir, sondern auch wirken. Wieviel Lummer, Not und Sorge muh sich einfinden, die zu lindern alle Nichtkämpser berufen sind. Wohlan denn, denkt derer, die im Flugzeug oder Lustkreuzer ihr Leben, ihre Gesundheit einsetzen zum Besten des Vaterlandes. Da wird manche Not zu lindern, manche Träne zu trocknen sein. Darum Ihr Mitglieder, die Ihr daheim geblieben, tut Eure milde Hand aus, sammelt Mittel, um in größter Not allen Opfern unserer Luftflotte zu helfen. Unser Verein aber ruft allen seinen Mitgliedern, die zur Verteidigung des Vaterlandes eingezogcn sind oder dem aktiven Heer angehören, aus vertrauendem Herzen ZU' Gott mit Euch, Gott helfe Euch zum Siege! Gaben bittet man unter der Bezeichnung „L r i e g s- lufIslotte" zu senden an die Mitteldeutsche Kreditbank, Filiale Gießen. ie^rfötg reichste Grösste Spezialfabrik Deutschlands fUr Milch-Zentrifugen, Butter- Maschinen, Wasch-, Wring- und Mangel-Maschinen. Dr. Oetkers Uanillin-Zuckcr (Schutzmarke: Oetker’s Hellkopf. ) ist daß beste und billigste Gewürz sür Kuchen, Puddings, Milch- und Mehlspeisen, Kakao, Schlagsahne, Tee usw. Gin Päckchen zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) ersetzt 2—3 Stangen guter Vanille. Han achte heim K,inkauf anf die Schutzmarke, UBl3Sr3.ll ZU häbßn da oft minderwertige Fabrikate angeboten werden. 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Bei Bestellungen, denen der Betrag beizufügen ist, muss angegeben werden: Art der Packung (a—m), ob ein oder zweimal wöchentlich Sendung, ferner die genaue Adresse des Empfängers, sowie Dienstgrad, Korps, Division, Regiment, Bataillon und Kompagnie oder Eskadron oder Batterie. » Gebrüder StoKwerck A.S.. -(.-Abteilung KÖLN . BERLIN . BREMEN . MÜNCHEN . WIEN Jede Verkaufsstelle unserer Fabrikate nimmt Bestellungen an. Die Bakterien spielen erfahrungsgemäß bei der Uebertragung von Haarkrankheiten eine hochbedentsame Rolle. Man muß dafür sorgen, daß die Bakterien aus der Kopfhaut nicht zur Entwicklung gelangen, sondern weggeschwemmt werden, und das gesd)ieht erfahrungsgemäß am besten durch regelmäßige Waschungen der Kopfhaut und der Haare mit Schwarzkopf-Shampoon, welches durch seinen eklatanten Reinigungswert die Kopfhaut und die Haare desinfiziert. 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Wintcr^cliuie Ausgabe D: Lnmluirt.MCiinTtliclic Facl^cliule I Obige Schulen bezwecken, eine tüchtige allgemeine und eine vor- ziiglifho FachBchulbildung zu verschaffen Wahrend der Inhalt der au'gab" A den gesamten Lehrstoff der Landwirtschaftsschule ver- 1 rnittelt u das durch das Studium erworbene Reifezeugnis dieselben Berechtigungen gewährt wie die Versetzung nach der Obersekunda j höh Lehranstalten, verschaffen die Werke B u. C die theoretischen Kenntnisse, die au einer Ackerbauschule bzw. landwirtschaftlichen Winterschuie gelehrt werden Ausgabe D ist für solche bestimmt, | die nur die rein landwirtschaftlichen Fächer beziehen wollen, um sich die nötigen Fachketantnisse anzueignen. | Auch durch das Studium nachfo lg*ider Werke legten sehr viele Abonnenten vortreffliche Prüfungen* ab und verdanken ihnen ihr ausgezeichnetes Wissen, ihre sichere einträgliche Stellung: Der Elnj.-Freiw., Das flbllurienlenexamen, Das Gymnasium, Das Reaigymn., Die Oberrealschule, Das Lyzeum, Dar geb. 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