, fc«i *«» H«o» »fc«r in »er, Zmest,- « Vst,- «rfchst», !. — «edrcklion: Selt«e»- oder «Lckstvtnmg « mtrd nicht garantiert t Zeitung" «. «. ». t> Nr. 70. Cfpetttloa: tfltersncg 8S. Samstag, den 29. August 1914. A*j»fg«prd$ « Pfg. He 44 nun breite Petit,eile för Auswärt« 90 Psg. Die 90 mm breite Re k l« m e . Z e i l e 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grötzr berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des ZahlungS- ztele» f30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei »onkur» in Wegfall. Platzvorfchriften ohneBerbindlichkcit. Druck der «iesteucr Verlagsdruckerei, Altt» Klein. T c l e v d o n Rr. 303. 26. Jahrg. Namur. St. Quentin. Mnnvnviller. Löwen. 'i*om Uric^-tm Westen. Bei 4! o m u r sind sämtliche Forts gefallen, ebenso ist Longwy nach tapferer Gegenwehr genommen. Gegen den linken Flügel der Armee des deutschen Kronprinzen gingen von Verdun und östlich starke Kräfte vor, die zurückgeschlagen sind. Das Ober-EIsaft ist bis aus unbedeutende Abteilungen westlich Kolmar von den Franzosen geräumt. Deutscher Lieg über englische Truppen. Amtliches Telegramm. Graftes Hauptquartier, 28. Aug. (2B. T.-B.) Die englische Armee, der sich 3 sranzösischc Territorial-Divisionen angeschlossen batten, ist nördlich St. Quentin vollständig geschlagen und be- sindet sich in vollem Rückzuge über St. Quentin. Mehrere tailsend Gesängen«, 7 Feldbatterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gesallcn. (England erkennt jetzt Deutschlands Macht. Kopenhagen, 28. Aug. lPrivatt.) Die Londoner „Evening Post" schreibt hiesigen Berichten zusolge in ihrer Ausgabe vom lebten Dienstag: Dii Nachricht von den ernsten Verlusten unserer Verbündeten und von der Tatsache, daft unsere eigenen Leute auch schon im Feuer standen, gibt für viele unter uns ein Erwachen zu der harten Wirklichkeit, vor der roir stehen. Wir sind tatsächlich in einen harten Kamps mit der mächtigsten Militärmonarchic der Welt rcrwik- kclt. England ist in einer ernsten, sehr ernsten Lage. Die letzten Nachrichten lehren, daft die Tage des behaglichen Lebens vorüber sind. Jetzt, da unsere Truppen und die unserer Verbündeten Niederlagen erlitten haben, ist kein Platz mehr unter uns für Tagediebe und Bummler. Frankreichs stärkstes Iperrfort erobert. Berlin, 28, Auguft. (Amtliches Telegramm.tz Manonviller, östlich von Luncville, das stärkste Sperrsort der Franzosen, ist in unserem Besitz. Belgischer Neberfall — deutscher Lohn. Berlin, 28. August. Aus dem graften Haupt- quonicr meldet der Kriegsberichterstatter der „Vossischcn Zeitung" noch folgende Einzelheiten über den bereits berichteten U.'berfail der Bevölkerung von Löwen aus die deutschen TrUppcn und über die sosortige gerechte Strafe für die Stadt: Ausl dem vollständig abgeschnittenen Anlvx , '» machte die belgische Armee gestern mit 4 Divisionen einen heftigen Aussall, der aber nach kurzer Zeit vollständig abgeschlagen wurde. Zu gleicher Stunde überschüttete plötzlich die Bevölkerung von Löwen, die bisher völlig friedlich gewesen war, aus allen Häusern, Fenstern, Kellern die aus der Strafte befindlichen wehrlosen deutschen Wachen, Kolonnen und durchmarschierenden Truppen mit Gewehr- und Pistolenseuer. Es entwickelte sich dann ein fürchterliches Handgemenge, an dem sich die gesamte Zivilbevölkerung beteiligte. Unseren Soldaten gelang es in kürzester Zeit, der rasenden Bevölkerung Herr zu werden. Es unterliegt keinem Zweifel: der Ueberfall in Löwen war behördlich organisiert und sollte den Aussall aus Antwerpen unterstützen, denn beides ereignete sich genau zu gleicher Zeit. Immer weiter noch Frankreich hinein. Südöstlich Mezieres haben unsere Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten. Unser linker Flügel hat nach neuntägigcn Eebirgs- kämpscn die sranzösischcn Eebirgslruppen bis östlich Epi- nal zurückgetrieben und besindet sich in weiterem siegreichen Fcrtschrciten. Belgien von seinen „Getreuen" verlassen. Der Bürgermeister von Brüssel teilte dem deutschen Kommandanten mit, daft die französische Regierung der belgischen Regierung die Unmöglichkeit eröffnete, sie irgendwie offensiv zu unterstützen, da sie selbst völlig in die Defensive gedrängt sei. Grotze Unlust in Belgien. In Antwerpen macht sich bereits eine heftige Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Regierung bemerkbar, die durch ihre doppelsinnigen Bekannt - machungen das Publikum so lange in völliger Unge - wiftheit gelassen hat. Eine Schlacht bei L o c w e n dauerte 3 Tage. Die Soldaten berichteten: Unser Vonnarsch ist 3 mal abgeschlagen worden. Wir kämpften wie Löwen, aber wir konnten gegen die Uebcrmacht nicht an. Für jeden gcsallenen Feind standen zehn neue aus, und doch hätten wir ausgehaltcn, wenn unsere Leute nicht von dem grauenhaften Feuer der deutschen Maschinen - gewehrt buchstäblich niedergemäht worden wären. Diese entsetzlichen Mordwerkzeuge speien den Tod aus und mähen mit rasender Geschwindigkeit in ihrem Umkreise alles nieder. Da gibt es keinen Widerstand. Seit 14 Tagen, sagten sie, wurde uns beständig Hilse von Frankreich und England versprochen, und wenn es daraus ankam, standen wir allein und mutzten uns totschieften lassen. Mit allem Eifer werden die Befestigungen von Antwerpen verstärkt! inzwischen rücken die deutschen Trup- pen vor. Sie haben alle Verbindungen mit Antwerpen durchschnitten. * * * Wir werden dem Feinde ans Leder gehen. Der Dortmunder „Tremonia" zusolge versammelte der Kaiser im Hauptquartier die Truppe», zur Parade und hielt bei dieser Gelegenheit folgende Ansprache : Kameraden, ich habe Euch hier um mich versammelt, um mich mit Euch des herrlichen Sieges zu erfreuen, den unser« Kameraden in mehreren Tagen in heiftem Ringen erfochten haben. Truppen aus allen Gauen halsen in unwiderstehlicher Tapferkeit und unerschütterlicher Treue. Sie haben mitgeholfen zu den groften Erfolgen. Es standen unter der Führung des bayerischen Königssohnes nebeneinander und fochten mit gleichem Schneid Truppen aller Jahrgänge, auch die Reserve und Landwehr. Diesen Sieg danken wir vor allen Dingen unserem alten Gott. Er wird uns nicht verlassen,, da wir sür eine heilige und gerechte Sache einstehen. Viele unserer Kameraden sind bereits im Kampfe gefallen-, sie sind als Helden für das Vaterland gestorben. Wir wollen derselben hier in Ehren gedenken und bringen zu Ehren unserer auherstehenden Helden ein dreifaches Hurra aus. Wik haben noch manche blutige Schlacht vor uns. Hoffen wir auch weiter auf gleiche Erfolge. Wir lassen nicht nach und werden dem Feinde ans Leder gehen. Wir verlieren nicht die Zuversicht nn Vertrauen arff unseren alten guten Gott da droben. Wir wollen siegen und müssen siegen! Ei» deutscher Protest gegen feindliche Verdächtigungen. Groftes Hauptquartier, 28. Aug. .ck> unstreitig. » i Ter greise Jubilar sah sie anlherzig lächelnd an drohte ihr schelmisch zu und erwiderte dann e" e trre .Verzieh mir den Jungen nich> neck nrehr, Schwerer er ist io schon eingebildet genug art den buv ev : „Sieht er vielleicht nicht gut aus darin?" klang tl mit leiser Eniruüung zurück. ..Da irfm» doch vr.r an wie alles sich um ibn drebi. Dcn im Saal nii', Tu, sondern ist er des Festes Minetpun?:.- Wieder lächelte der alle Herr stikl und nickte. „Auch ganz gut so, aber das wäre er zweiiellrs ii» Track genau io." Tante Marie ieuszic lc> :u m-f. „Natürlich Deine -lbr.ergung gegen alles, was ltnisorm fccirt.“ „Durchaus nicbr. Aber 5i»ri ist vor altem Poui morn, und wen,: er es leider auch noch immer licht so ganz is> wie ick: cs wünschte, io iolt er es dock, werde,,. ,tnd deshalb sehe icb ibn lieber :>n bürger- licken Rock. Allein Dir zu Liebe habe ich cs ihm gc- stall.n, beute llmiorm anzuziehen. Von moraen ab ist er wieder nur Kaufmann." Die Schwester schwieg leicht rcrsiimml. Was kollte sie auch dagegen letzt noch sogen Jetzt war es zu spät. Aber damals, als man ü'wr die Zukunst ihres Licblingsneffc» beiict, da halte sie ihren Witten energisch"! durchsetzen iollcu dann wäre aus dem hübschen Jungen der tchmncküe Ossizicr seiner Maief'Si octtOrden und nicht dieser Handelsmann, über dcn sie sieb noch immer nicht beruhigen tonne. Nein, ieyt war es zu spät. Leicht seufzend ging sic weiter, nach der Gästen zu sehen. Drinnen im Saat ranzte man letzt ein neues Mc- nue'.i, das von gurr mii Verve und Ete.'gur einitndierl st r i c hcrausgcgeben. Dieses beschäftigt sich mst dem Verhallen in Kriegszeilcn im allgemeinen, mit den schwebenden Rechtsverhältnissen während des Krieges und ferner mit den wirtschaftliche» und finanziellen Fürsorgebestimmungen. Das Merkblatt gibt über alle einschlägigen Fragen in sachverständiger Weise kurze Auskunft und steht bei der hiesigen Geschäftsstelle Lc-nystrafte 7 kostenlos in beliebiger Anzahl auch sür Nrchtmitglieder zur Verfügung. * Welches x ft d i e richtige Familien- sürsorge in Kriegszeiten? Der Ausbruch des Krieges hat auch in dem im Land bleibenden Teil der Bevölkerung eine großartige Opserwiltigkeit gezeitigt. Sehr wichtig ist es, daß diese Opserwiltigkeit sich in der richtigen Weise betätigt. Zahlreiche Frauen und Mäd - che» sind damit beschäftigt, für unsere Truppen und sür Zwecke des Roten Kreuzes unentgeltlich Wäsche und dergleichen anzufertigem So dankenswert diese Arbeit an sich ist, so wird durch sie vielfach ein Erfolg erzielt, der keineswegs beabsichtigt war; es wird bedürftigen Frauen die Möglichkeit genommen, sich ihren Lebensuw- lerhall zu verdienen. Ungeheuer viele Arbeiterinnen find durch den Stillstand von Industrie und Gewerbe brotlos geworden; zahllose Frauen, deren Männer zum Kriegsdienst eingezogen sind, sind gezwungen, Arbeit zu suchen, um ihren und iihrer Kinder Unterhalt zu! verdienen. Zur Fürsorge sür diese Famillen werden bedeutende Summen gesammelt. Die beste Fürsorge leistet man aber dadurch, daß man ihnen Arbeit verschafft. Den Frauen ermöglicht man dadurch ihren Unterhalt zu verdienen, ohne Unterstützungen annehmcn zu müssen. Das Reich, die Gemeinden, das Rote Kreuz sparen viel Geld; die Soldatenfrauen aber setzt die Arbeit über die Nahrungssorgen und über die trüben Gedanken hi 'weg, denen sie sonst leicht anheimsailen. Darum schränke man die gutgemeinte sreiwillige Arbeit ein und schaffe den Arbeitslosen Verdienst. F r a n k s u r t a. M. Wie die Blätter melden, tra- sen Montag abend gegen 60 Verwundete des 81. Infanterieregiments hier ein. Die Verwundungen find meist leichter Natur. Nach den Erzählungen Verwundeter erstürmte das Regiment eine Anhöhe, wobei Prinz Friedrich Karl von Hessen, nachdem der Fahnenträger eines Bataillons verwundet niedergesrmlen war, selbst die Fahne ergriff und sein Regiment zum Siege führte. )( Bad Homburg. Ein großer Tumult entstand Samstag abend auf der Luisenstraße in Bad Homburg. Im Laufe des Nachmittags war bekannt geworden, daß der Besitzer eines dort befindlichen Hotels französisches Küchcnpersonai eingeMlt habe. Infolgedessen zog gegen 10 Uhr eine Menge von annähernd 300 Personen vor das Hotel und verlangte^,« sofortige Herausgabe der Franzosen. Dank dem Dazwischentreten des Oberbürgermeisters, der die Leute zur Rühe ermahnte und die sofortige Entlassung des französischen Personals versprach, beruhigte sich die Menge schließlich, so daß größere Ausschreitungen vermieden wurden. Literarischer. Band 92: Bad-Nauheim. 3. Anflüge. Mil 3 Karten. Preis 1 Mark. Bad-Nauheim hat einen Weltruf, die Zahl seiner Besucher steigert sich von Jahr zu Jahr; die rasche Aufeinanderfolge der Auflagen des Griebenschen Führers für den Kurort ist daher leicht erklärlich. Die gänzlich icmgearbeitcte und erweiterte neue Aufüave trägt mit größter Genauigkeit allen stattgefuu- worden war. Alles riapple glänzend, so daß sie Zuschauer ganz entzückt waren und in lauten Jubct aus- brachen, als der Tanz beendet war. In einer Rrsche standen zwei ältere Herren. Auch sie hatten mit stiller Bewunderung zugcschaut. Nun sagte der eine balblant: „Wenn er alles so gut könnte wie Tänze arrangieren, dann wäre er ent ganzer Kerl." „Hai er sich oenn noch immer nicht reingefnnden in das Geschästsleben?" fragte der andere «beuso leise. „Wird er wohl auch nie " „Aber was soll denn daraus werden?" „Sv lange der Alte lebt, geht's m so. na und nachher mufi er sich eben aus {eine Prokuristen verlassen; etwas and-res wird ihm nicht übrig bleibe». " Ein Kop'schülretn voll Besorgnis und ein Leines Weilchen Schweigen. Dann der erste wieder: „Das kommt eben ron der verkehrten Erziehung. Der früh« Tod der Mutter ist das größte Unglück gewesen. So war ein guter, aber schwacher Vater da und dann diese gutherzige, aber verschrobene Tante. Jeder har an dem Jungen heirmi- gebaftclt, bald sollte dies, bald jenes aus ihm werden. Na, wie kann jo was zu einem guten Ende sichren?" Plaudernd gingen sie weiter. lind während drinnen im Tanzsaal die Wogen des festlichen Lebens und Treibens höher rn-.d höher gingen, während Kurt, der flotte und elegante Schiverenöici," alle Mädchen- und Frauenherzen brach, stand abseits im Rahmen einer Seitentür ein stiller, ernster Mensch, der mit ganz weltfremden Augen in diesen lustigen Trubel hineinschaute. Es war Bruno, der älteste Sohn des greisen Jubilars, sein Kind aus der erste» Ehe. Mit leisem Sarkasmus lächelte er, preßte die Lippen zusannnen und sah jetzt hinüber zur Mitte des Saales, wo der gefeierte jüngere Bruder umringt von jchöne>x Damen stand. Und plötzlich blitzte in diese» stillen, ernste» Augen etwas aus, etwas, das lodernd emporleuchtete, etwas Wildes, Unbändiges, Leidenjchastkiches, etwas wie leiser Hohn und Haß. Aber eine« Augenblick währte cs nur. Dann war der Gcstchtsansdruck wieder still und ernst wie vorher. denen Veränderungen Rechnung; alle Angaben über Wohnungs-, Kur-, Bäder- und Verkehrsverhältnisse, über Vergnügungen und Aussliüge sind gewissenhaft nachgeprüst und in erschöpfender Meise vervollständigt worden, sodah das Büchlein durchaus aus der Höhe ist. Zur leichleren Orientierung im Orte selbst dient der neue Plan des Bades, während bei Spaziergängen in die nähere oder bei Ausflügen in die weitere Umgebung die beiden hierfür bestimmten Karten vorzügliche Dienste leisten werden. Jedem Besucher von Bad-Nauheim, Passant oder Kurgast, kann der neue Grieben von Nauheim wärmstens empfohlen werden. Aufruf. Alle Unteroffiziere und Mannschaften der, Reserve, Landwehr I und II aller Waffen, die zur Zeit eine gültige rote Kriegsbeorderung nickt in Händen haben, erhalten hierdurck den Besehl, sich sofort, spätestens aber bis 3 l. A u g u st 1 9 1 4, bei dem zuständigen Bczirksseldwebcl p e r s ö n l i ck zu melden. Besreit vc n dieser Meldung sind nur diejenigen Eisenbahn- und Postbeamte, über die eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung dem Bezirkskommando eingereicht ist. Unterlassung dieser Meldung hat Bestrafung nach den Kriegsgesehen zur Folge. G i e h c n, den 26. August 1944. (ftroffk. Bezirkskommando. Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. Aufruf! Die, glänzende Entwickelung unseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen; sie mutz im Gegenteil mit allen Mitteln weiter gcsöihcrt werden, damit die jüngste Waffe mit vollem Erfolg sür die Verteidigung des Vaterlandes mileingesetzt werden kann! Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und die Marine ist durch besondere Mahnahmen gesichert werden. Die Verwendung der Zivilpiloten im Heeresund Marinedienst ist eingcleitct. Die Fliegerschulen setzen ihren Ausbildungsbetrieb fort. Aber die Möglichkeit grohcr Abgänge, mit denen im Kriege nalurgemäh noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge sür die Auobildnng weiterer Flugzeug - Mittlrer sür den Krieg. Die Meldungen von Kriegsfreiwilligen überschreiten zwar — wie bei allen Waffen so auch bei der Fliegertruppe — den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen mutz hier eine besonders sorgfältige Artswahl getroffen werden, und auch von den Ausgewählten werden im Laufe der Ausbildung noch viele zurück treten müssen. Es kommt deshalb darauf an, von vornherein die Geeignetsten als Kriegsfreiwillige einzustellen, d. h. solckc, die neben der erforderlicken Intelligenz und tüchtigen Eharaklereigenschasten im besonderen auck schon Vorkenntnisse in der Bedienung und Pslege von Flugmotoren besitzen. Solche PersöiAichkei- ten werden sick nameMlich unter denjenigen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sonderfach zuge - wendet haben. Außerdem werden geübte Mechaniler und Monteure gebraucht. Kriegsfreiwillige melden sich zur Ausbildung als Flugzeugsührer oder zur Einstellung als Hilfsmonteure bei der Kgl. Inspektion der Fliegertruppen in Bcrlin-Schöneberq, Alte Kaserne (Fiskalische Strohe) — Auswärtige schrisllich —. Berlin. 13. August 1914. Kriegsministerium. Aufruf! Um die gewaltige noch zur Versügung stehende Volkskrast sür die Landesverteidigung nutzbar zu machen, werden in nächster Zeit Neuausstellungen von Truppen auch beim 18. Armeekorps stattsin- den. Dank dem sehr grotzcn Andrange von Freiwilligen sind Mannschasten hierfür in reichlicher Zahl vorhanden. Es ist aber erwünscht, immer noch mehr Offiziere und Unterofsizieke zur Ausbildung dieser jungen Mannschaft heranzuziehen. Alle Offiziere und Unteroffiziere des Ruhestandes, welche sich dazu für fähig halten, insbesondere solche, die sich noch körper - lichcn Anstrengungen gewachsen fühlen, werden deshalb aufgefordcrt, sich sofort zum sreiwilligen Wiedereintritt beim Bezirkskommando ihres Wohnortes zu melden. Frankfurt a. M-, den 23. Aug. 1914. Stellvertretendes Generalkommando 18. Armeekorps. Bekanntmachung. Maschinen- und Hütten-Jngenieure, welche bereit sind, in den Dienst der technischen Institute der Artillerie zu treten, werden ersucht, sich umgehend beim Be- zickskorrrmando unter Vorlage ihrer Militär- und sonstigen Papiere schriftlich oder mündlich zu melden. Erohh. Bezirkskommando Eietzen. Naumann. Achtung! Aufruf der ßardemannfcbatten. Alle Unteroffiziere und Mannschaften des B e u r - laubtenftandes der Garde-Infanterie, Garde-Jäger und -Schützen, Garde-Maschinengewehrtruppen, Garde-Kavallerie, Garde-Feldartillerie, Earde-Futzartilleric, Garde-Train und Garde-Pioniere, die eine Kriegspcor- derung nicht mehr in Händen haben, erhallen hierdurch den Besehl, sich sofort, spätestens aber bis zum 29. August 1914 beim zuständigen Bezirksseldwebel persönlich zu melden. Unterlassung dieser Meldung wird nach den Kriegsgesetzen bestraft. Es ist sofortige Einstellung angeordnet worden. Den Truppenteil erfahren die Leute beim Bezirksseldwebel. E i e tz e n, den 25. Aug. 1914. ftiroftherzogl. Bezirkskommando. Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. Betreffend: Hessische Kriegsversicherunq. Bekanntmachung. Von vielen Seiten wurde bei Eintritt der Mobil - machung angeregt, den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkasse zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber aulfgesordert, die Beiträge für die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen sür die Dauer des Krieges für ihre Kriegsdienst leistenden Arbeiter zui zahlen. Eine solche Mahnahme hat jedoch nur Wert bei den verschwindend wenigen Kassen, die seither Familien- Unterstützung gewährten und diese auch während des Krieges beibehalten. Aus dieser Erwägung heraus haben die beiden Krankenkafsenverbände im Erohherzogtum Hessen im Einvernehmen mit dem Erohherzoglichen Oberversicher- ungsamt Darmstadt beschlossen, eine Hessische K r i e g s v e r s i ch e r u n g auf Gegenseitigkeit für den Krieg 1914 ins Leben treten zu lassen. Diese Kriegsversicherung wird den Hinterbliebenen gefallener oder verstorbener Soldaten ( § 1 des Gesetzes vom 28. FebrUär 1888) für die gelösten Anteilscheine eine grötzerc Fürsorge bieten, und ersuchen wir alles Nähere aus nachstehendem Merkblatt zu ersehen. Dieses Merkblatt ist in grünen Plakaten bei den örtlicken Melde- und Zahlstellen der Krankenkassen des Kreises vorrätig. Die Einzahlung der Anteilscheine erfolgt auch bei diesen Melde- und Zahlstellen, sowie bei den Krankenkassen selbst. Der Oberbürgermeister zu Eiehen und die Erotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden angewiesen, die Bekanntmachung mehrmals orts - üblich zu veröffentlichen, ebenso auch die bei den Krankenkassen und den örtlichen Verwaltungsstellen dieser Kassen vorhandenen grünen Plakate an öffentlichen Plätzen auszuhängen. G i e tz e n, den 25. August 1914. (Krotzh. Kreisamt Giesten. I. V.: Welcker. Einigkeit macht Hark! Auch die Krankenkassen wollen in dieser großen Zeit mithelsen. Die aus Friedcnszeiten berechneten Vorschristen der Reichsversicherung bilden aber keine geeignete Grundlage, um den zum Dienst Unberufenen Mitgliedern und ihren Angehörigen entsprechende Fürsorge zu verbürgen. Autzerordentliche Zeiten verlangen außerordentliche Mahnahmen. Es haben daher die beiden Krankenkaffenverbändc unter dem Vorsitz des Direktors des Gr. Oberversicherungsamts nach dem Vorbild der für den Regierungsbezirk Wiesbaden bereis im Kriege 1870-71 mit grühtem Erfolg tätig gewesenen und daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Naffauftchen Kriegsversicherung zur Unterstütz - ung der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine U n - 1 e r st ü tz U ng s k a s s es auf Gegenseitigkeit errichtet unter der Bezeichnung: Hessische Kriegsverftchcrung auf (Gegenseitigkeit für den Krieg 191-4. Wir hoffen hierbei auch aus die Opierwilligkei! der Arbeitgeber. Um jedoch den Angehörigen einer möglichst grotzen Anzahl der zu den Fahnen Einberu- senen die Möglichkeit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern auf alle anlühlich der diesmaligen Mobilmachung zum Dienst Eingetretenen ausgedehnt werden. (§ 1 bes Gesetzes, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingelretener Mannschaften vom 28. Februar 1888.) Der Anteilschein k o - st e t 1 0 M a r k. Es können jedoch für jeden Einbeno- fenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werden. Jede Krankenkasse und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen nimmt Anmeldungen entgegen. Falls die Verluste nicht gröher sein werden wie im Kriege 1870-71 werden auf jeden Anteilschein mindestens 2 5 0 Mark verteilt werden. Sind di« Verluste geringer, dann erhöht sich dieser Betrag, sind sie gröher, dann erniedrigt sich der Betrag. Arbeitgeber, versichert Eure Angestellten und Arbeiter, Elter», versichert Eure Löhne, Frauen, versichert Eure Männert £ie_ gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so dah hierfür — abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen — Kosten nicht entstehen. Erotzherzogliches Ministerium des Innern hat zu- gesagl, die Bestrebungen der Hessischen Kriegsversichcr- ung 1914 zu unterstützen. Jeden Tag können unsere braven Krieger in die Schlacht kommen. Eile tut not! Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 30. August, 12. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Mariusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfprrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11)^ Uhr: M'.kitä.getlesdiensl. Pfr. Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche sür die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Iohanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimei. Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmiertcn aus der Lukasgemeinde. Vorm. 9 /i Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwoch, den 2. September, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld. Nächstkünftigen Sonntag, den 6. September, findet im Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abend - mahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemein - sam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. An demselben Tage wird in beiden Kirchen die alljährlicke Kollekte für die Kaiser-Wilhclm-Stistung sür deutsche Kriegsinvaliden erhoben werden. Versuchsweise sollen jeden Samstag zwischen 7 und 8 Uhr beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben werden. Kathol sche Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 30. August. 13. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 6'/ 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Ubr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Ubr: Heilige Messe mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Andacht. Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Samstag, abends um 7% Uhr ist Kriegs- Bittandacht mit Segen. Fre tag vormittag um 7 Uhr ist Scqensmesse. Diaspora. In L i ch um 8 Uhr. In Hungen um 9% Uhr. die erfolgreichste Verantwortlich: Albin Klein, Eiehen. Wätilsn k diese und keine andere Auf Wunsch 10 Jahre Sarantia Grösste Spezialfabrik Deutschlands fUr Milch - Zentrifugen, Butter - Maschinen, Wasch-, Wring- und Mangel-Maschinen. sind heute wieder eingetroffen in der Druckerei Albin Klein, Seltersweg 83. Qiessener Zeitung. Papierhandlung. Qiessener Zeitung. Kriegs - Erfrischungen für unsere Söhne und Brüder im Feldzuge bestehend aus Slollwerck-Soiiokolade u. Pfenenniinz-Pastilien. 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Ausgabe A: Lmid»IrtsehaltNsclrule Ausgabe B: Ackcrkirosohnle Ausgabe Cs Landwirtschaftliche Wlnterscbnle Ausgabe 0: Landvlrtechatlllche Fachschule Obige Schulen bezwecken, elnezflchti F.icbSchulbildung tu verschaffen/\Wl______________ den gesamten Lehrstoff der Landw^rtsehaftsschalo vermittelt und dz» durch das StodJum erworbene R^lfe gewahrt wie die Versetzung oacra der verschaffen die Werke B un<^ü die theoretischen Kenntnisse, die einer Ackerbsuschule bzw. eiber Unwirtschaftlichen Wiuterschule gelehrt werden. Ausgabe D/Ut für solche gestimmt, die cur die rei» landwtrtscbaltUchen Ffto&er beziehen voll du. um «leb di» cdtigea Fathkenntnisse anzaeignen. Aach durch d*»8tndl>6n nachfolg. Werke legtetfsseh ? . vortreffliche Prflfan^en ab wnd verdanken lhnetf\il Wl säAi, ihre sichere einträglich» SteTV^ rgv» Der Eln].'Erelwill., Das AbltarienfCO'ExameiH Das Bynyiaslum, Das Realggmnasvnje Ober» rpalsdMile, Das Lgzeum, Der geh AmfflhrJ/bh» S*ro»pekto. »owl* hegBUtsr^Dattk» “§2 , *!Sa- _ ___d tOetoe'____ ''e Bomress & HacfrBatfl, Vertag, Potstfam &Q.' □fiutzer m MOTOREN wm MOOEI&CM Billig in Anschaffung u. Betrieb Gasmotoren-Fabrik Deutz. Zwelpiederlassung: Frankfurt a.M., Taunusstr. 47. Drucksachen für Behörden Drucksachen für Geschäfts- Bi Formulare, tabellarische Arbeiten, ü Jahresberichte V bedarf wie: Brieibogen, Geschäfts- H Bi Voranschläge, Mahn-u. Steuerzettel M schnell und billig. W karten Kuverts Rechnungen Avise, W Bi Quittungen, Berichtsbogen etc. etc. M ■ Mitteilungen, Postkarten, Notas etc. > Albin Klein, Giessen Seltersweg 83. Telephon Nr. 362. Drucksachen für Private W Geburt- und Todesanzeigen, Visit-, Ü3 M Veiiobungs- u. 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Zweigstellen monatlich So Pf.; durch die Post Pik. 2.— Vierteljahrs. ausschl. Bestella, Zeilenpreis: lokallöPf- auswärts 20 Pfennig. Lhesredaktenr: A Goeh. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Gocg. für .Feuilleton', ,Vermischtes' und.Gerichts- jaal": Karl Neurath; für .Stadt und Land': Kurt Bendt; für oen Anzeigenlell: H. Beck. Die englische Armee vollständig geschlagen! (W.T.B.) Großes Hauptquartier. 28.Aug. Diejenglische Armee, der sich 3 französische Territorial-Divisionen angeschlossen hatten, ist nörd lich von St. Quentin vollständig geschlagen und befindet sich in vollem Rückzuge aus St. Quentin. Mehrere tausend Gefangene. 7 Feld- * WQ, - gm M batterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen. Südlich von Mezieres haben unsere Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten. Unser 11 WltzWWWWM „■P«u;i||^i( | « l || .i »> VHWk* linker Flügel hat nach neuntägigem Gebirgskampf die französischen Gebirgstruppen weiter östlich zurückgetrieben und befindet sich in weiterem siegreichen Fortschreiten. Der Bürgermeister von Brüssel teilt dem deutschen Kommandanten mit. daß von der französischen Regierung der belgischen Regierung die Unmöglichkeit eröffnet worden sei. sie irMd- wie offensiv zu unterstützen, da sie selbst in die Defensive gedrängt sei. ■ <1 I Hilft' 1WM »W» MW <*?** i wimr? vienrtag. den l September Der Siehrner Anzriger erschkinl tnqlich, allster Somilntts. - Beilcicieii: vlerin.il Gi<£tntr; jweimnl moiiatl. fan6> wirischaftliche Scilfragtn liernlmsd) - '."nirtiliifje: für die 'Kcbofitoii 112, Beiln-i ii. Eri editioii öl Mbveffc für ? eveicheii: 2c»c». Aniwhmc von Anzeigen *iir die Tagesiittinttier bis vormitlags H Illir. Rotationsdruck und Verlag der Sruhlschen Univ.-Viich- und Steindruckerei R. Lange. Redallion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. BrzngSprei»! monaNf ch 7SPf, vi «rtel- iShrlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich Ko Pf.; durch die Post Mk. 2 .— oiertel» jährl. ausschl. Bestelia. Zeilenpreis: lokal IbPf, auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Perantwortlich für. den polit. Teil: Aug. Ofoeq; für .Feuistclon", .Ver- mifchies" unS^GerichIs- faal": Karl Neurath; für .Stadl und Land": Kurt Bendt; für oen Anzeigenteil: H. Beck. Neueste Meldungen. Siegreiches Vordringen aus der ganzen Westlinie. In Ostpreußen wurden 60000 Gefangene gemacht! (Brotes Hauptquartier. 31. Aug. (Amtlich.) Die Armee des Generalobersten v.Kluck hat einen durch französische Kräfte unternommenen Versuch eines Flankenangriffes gegen Combles durch ein Armeekorps zurückgeschlagen. Die Armee des Generalobersten v. Bülow hat eine überlegene französische Armee bei St. Quentin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ein englisches Infanterie-Bataillon gefangen genommen hatte. Die Armee des Generalobersten v. Hausen hat den Gegner auf die Aisne bei Rethel zurückgedrängt. Die Armee des Herzogs von Württemberg hat bei der Fortsetzung des Ueberganges über die Maas den Feind zunächst mit Vortruppen überrascht, mutzte aber bei dem Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte teilweise wieder über die Maas zurück. Die Armee hat dann die Maasübergänge wieder genommen und befindet sich wieder im Vorgehen gegen die Aisne. Das Fort Lesayelles hinter dieser Armee ist gefallen. Die Armee des deutschen Kronprinzen setzt ihren Vormarsch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant v. Montmedy mit der ganzen Besatzung der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen worden war. ist die Festung gefallen. Die Armeen des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten v. Heeringen stehen noch in fortgesetzten Kämpfen in Französisch-Lothringen. Im Osten ist der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten v. Hindenburg von weitaus grötzerer Bedeutung als bis jetzt übersehen werden konnte. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Neidenburg angriffen. ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden. Drei Armeekorps sind vernichtet. 60000 Gefangene, darunter zwei kommandierende Generäle. Diele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gefallen. Die noch im nördlichen Ostpreußen stehenden russischen Truppen haben den Rückzug angetreten. Generalquartiermeister v. Stein.