I Gteheuer Tagekl««) Pf-, monatlich fx«i in» f>«a». aber in ben Zweig. •0 ff* - «r^tint — Rrdakiion: Heilert- >»D>»ntzrung oder Stiilkiendnng nicht VETchWDter •bmeSriltv wird nicht garantiert, a, »wc „Zeitnnq" «. m. b. ». LkpeöNlo»: reltersweg 8S. g«;eigenprek IS M-. » «e 14 ww breite Petitzeile fiir Auswärts SO Pf,. Die 90 n>m breite Reklame- Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größt berechnet. Rabatt kommt bei UeberfchreiMng deS Zablung». ziele» f30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Weqsail. Platzvorfchriften ohne Verbindlichtei:. Drack der Gießencr «erlagsdruckerci. Albia Ktcin. Nr. 68. Samstag, den 22. August 1914. T°leoh°n «*. ms. 26. Iahrg. Großer deutscher Sieg in Lothringen ans 106 km Front. Deutsche Siege in Belgien, deutsche Truppen in Brüssel. Berlin, 21. Aug. Unter Führung Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen Nupprecht von Bayern mit Truppen aller deutscher Stämme ist gestern in Schlachten zwischen Metz und den Vogesen ein Sieg erkämpft worden. Die Stärke des geschlagenen Feindes ist auf über 8 Armeekorps festgestellt. Unsere tapferen Truppen, beseelt von dem Drang nach vorwärts, schlugen den Feind in die Fluchi, machten über 16606 Gefangene und eroberten mehr als 56 Geschütze. Das Schlachtfeld erstreckte sich über einen größeren Raum als in den Kämpfen von 1870-71 von den gesamten deutschen Armeen in Anspruch genommen war. Der 20. und 21. August 1914 wird in der Welt - geschichle unvergessen bleiben. Die deutsche Heeresleitung hat sehr wohl erwogen, daß den Franzosen im offenen Feld die erste große Schlacht geliefert werden muhte, die grohe deutsche moralische Kraft ist hier dem Feind gezeigt worden und sie hat sich wieder glänzend bewährt. Deutschland ist einig. Unter dem Kommando des bayerischen Kronprinzen haben Sol - baten aller deutschen Staaten den Erbfeind in heißem Ringen bekämpft, besiegt und in die Flucht geschlagen. Jetzt mag der Franzmann hinter seinem Festungsgürtel Schutz suchen, den er aber auch dort nicht finden wird. Das Generalkommando schreibt: Unsere Truppen, beseelt' von dem unaufhaltbaren Drang nach vorwärts, verfolgen den Feind und setzen den Kamps sort. lieber lOOOO Franzosen gefangen und mehr als 50 französische Geschütze sind erobert worden. Welche große Arbeit haben unsere braven Truppen am 20. und 21. AUguft aus dem 100 Kilometer langen Schlachtfeld geleistet. Alle Welt wird sie bewundern, wir wollen es ihnen allezeit danken! Frankreich hat in diesem Kampse über ein Drittel seines gesamten Heeres der deutschen Armee gegenübergestellt, über 8 französische Armeekorps, um den Durchbruch nach Deutschland zu erzwingen. Man denke sich die Länge des Kampffeldes von 100 Kilometer (das ist von Gießen bis Darmstadt) und selbst unsere Feinde müssen die heroischen Taten unserer Brüder später mit größter Bewunderung erwähnen. Kronprinz Rupprecht ist am 18. Mai 1869 geboren und seit 10. Juli 1900 mit Marie Gabriele, Herzogin in Bayern, vermählt, die am 24. Oktober 1912 gestorben ist. Er hat 2 Söhne. Dieser große derrtsche Sieg hat im ganzen deutschen Reich großen Jubel ausgelöst, besonders in Berlin und München. Der bayerische König hielt «ine Ansprache an das Voll' und ermahnte die deutsche Treue und Tapferkeit immer zu beweisen, weil noch viel zur Niederwerftmg unserer vielen Feinde zu tun vor ! uns liegt. — In Braunschwcig war es die R c- gentin persönlich, des Kaisers Tochter, welche die Siegesldepefche nach dem Polizeipräsidium brachte zur allgemeinen Weitergabe ans Volk. Auf der Rück - reise hat sie dann selbst das sie umstürmende Publikum von dem Sieg in Kenntnis gesetzt und später vom Schloß aus eine Ansprache gehalten, die mit einem Hurra auf den Kaiser und die Armee ausklang. Das furchtbarste Heer Europas. Der frühere französische Minister des Aeußern, P i- ch o n, hat im „Petit Parisien" einen Artikel geschrieben, worin er sagt, daß der Krieg mit Deutschland sehr lange und hartnäckig werde. Man möge sich in Frankreich der Tatsache bewußt sein, daß man dem s u r ch t b a p stcn Heere Europas gegenüberstehe.... Brüssel, die belgische Hauptstadt, ist am 20. August von den deutschen Truppen besetzt worden, das ist nach nur 19 Tagen nach der deutschen Mobilmach - ung. Die belgische Regierung ist den sriedlichen deutschen Vorschlägen gegenüber blind gewesen. Hartnäckig hat sie die deutsche Hand zurückgewiesen und sich auf seine Ga- rantiemächte gestützt, die ihm nicht Helsen können. Lüttich wird und muß deutsch bleiben, deutsches Blut darf dort nicht noch einmal vergossen werden ! — Auf der Schelde bei Antwerpen sind 2 schnellsahrende Boote, utn bei einer eventuellen Eroberung von Antwerpen durch die Deutschen die belgische Königsfamilie aus Antwerpen fortzubringen. Das belgische Feldheer hat sich nach Antwerpen zurückgezogen. Antwerpen hat die Tore geschlossen. Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen mit Holland sind unterbrochen. Schwere Verluste der Franzosen werden auch aus dem südlichen Elsaß gemeldet. Badische und bayerische Trutppen haben nordwestlich von Schlett- st a d I die vprgedrungene srongösifche 55. JNfftnterie - Brigade über die Vogesen zurückgeworfen und ihr große Verluste beigebracht. Nördlich von Namur hat deutsche Kavallerie die srangöfische 5 Kavyllerie-Divsssion zuftückgeworfen und ihr große Verluste beigebracht. Erobert wurden bei T i r l e m o n t von deutschen Truppen 1 Feldbatterie, 1 schwere Batterie, 1 Fahne und gefangen wurden-500 Franzosen. Bei P e r w e z, ebenfalls nördlich von Namur, wurden 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre erobert. * * * 4 6 russische Gendarme und Polizeibeamte wurden hinter Nieszawa von deutschen Truppen gefangen genommen. Die Gefangenen waren mit der Aushebung von Militärpersonen beschäftigt. Zwei russische Flieger sind bei L y ck durch deutsche Infanterie heruntergeschossen worden. Japan ist Deutschlands Feind! Berlin, 19. August. Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrag seiner Regierung dem Auswärtigen Amte eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch-japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe autz den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Uebergabe des gesamten Pachtgebietes von KiautschaU an die japanischen Behörden und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. Mts. verlangt wird. Die „Nieuwe Rotterdamsche Courant" veröffentlicht als amtliche englische Mitteilung folgendes: Die eng- l i s ck e und die japanische Regierung sind über die notwendigen Maßregeln zum Schutz ihrer^ Interessen im fernen Osten sowie auch betreffs der Integrität des chinesisches Reiches übereingekcmmen. Japans Tätigkeit soll sich nicht über, das chinesische Meer hinaus erstrecken, außer wenn der Schutz der japanischen Schiffahrt dies erfordert; auch nicht auf die asiatischen Gewässer westlich des chinesischen Meeres und zU Lande auf kein anderes als das von Deutschland besetzte Gebiet in Ostasien. In Treue fest. „E i n st e h e für Pflichterfüllung bis aufs äußerst e." So lautet kurz und bündig das Telegramm, das der Gouverneur von Kü a U t s ch a u an die deutsche Regierung in die Heimat gesandt hat. — Aus diesen wenigen Worten spricht der prachtvolle Geist, der unsere Truppen draußen in den Kolonien beseelt, der unsere, Stürmer von Lüttich zutn Siege geführt, der unseren Truppen bei der Schlacht in Lothringen hals den Feind zurückwerfen. Die Meldung von dem Ultimatum Japans an Deutschland wird in Berlin ulnd Wien in aller Ruhe ausgenommen. Die Entscheidung über die gesamte Weltlage und Zukunft fällt auf den Schlachtfeldern des europäischen Festlandes. Das Vorgehen Englands und Japans gegen Deutschland ist in Amerika auf größte Verurteilung gestoßen. Man wird in Washington die nötigen Konsequenzen ziehen. Der japanische Botschafter in Berlin ist, wie jetzt bekannt wird, schon seit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers aus Berlin verschwunden. Jetzt rüstet sich sein Kollege in Wien auch zur Abreise. Auffallend ist, daß alle bisher in Deutschland sich ausgehaltenen Japaner im Stillen schnell und ohne etwas hinterlassen zu haben, verschwunden sind. * * * Der Kaiser sührt die Regierungsgeschäfte auch vom Hauptquartier aus weiter. Nur eine Anzahl minder wichtiger Angelegenheiten sind dem Reichskanzler überlassen worden. Der Reichskanzler, der Se. Majestät begleitet, behält auch während seiner Abwesenheit die Reichsverwaltung in Händen, doch wird, um Zeitverluste zu vermeiden, sein Vertreter, der Staatssekretär Dr. Delbrück, die Geschäfte erledigen. Oesterreichifcke Waffenerfolge. Bei Krasnik, unweit Kietrc, haben die Oestcrreicher die an Zahl weit stärkeren russischen Truppen geschlagen. Ebenso wurden die Russen bei ihren Versuchen, über die Grenze der Bukowina vorzudringen, zurückgetrieben. Sie erlitten besonders zwischen Nowo-Sielitza und Okna vaL Säst J »i w» : die besia Liliertmtlch-Seife on Bergmann L Co., Radebeul, für zarte weiß? Haut und lendend schSnen Teint, a Stück 50 Pfg. Überall zu haben. schwere Verluste. Oesterreichische Truppen besetzten das ganze Gebiet. W i e 19. August. Die österreichischen Truppen nahmen heute Obrenovac bei Valjevo ein. Obre- novac liegt zwischen Sabatsch, das kürzlich von den Oesterreichern genommen wurde, und Belgrad an den Usern der Laue. Oesterreichische Truppen finü in Serbien weiter vorgerückt und haben bei Schabatz den Feind geschlagen. Der österreichische Landsturm ist nun auch eingerusen worden. Aus Wien wird gemeldet, datz das österreichische Schlachtschiff „Zryni" nicht untergegangen ist. Zuspitzung der türkisch-russischen Beziehungen. Frankreich und Rußland übten auf die Pforte neuerdings einen Druck aus, um die Gewährung der Durchfahrt der russischen Flotte durch die Dardanellen und die Entlassung der d e ü t s ch en Militärmission zu erlangen. Da die Türkei beide Verlangen ablehnte, erfolgte eine wesentliche Zuspitzung der türkisch-russischen Beziehung en. * * * (Hin englisches Neutralitätskomitee. Unter dem Druck eines Teiles der Londoner! Presse, die auch jetzt noch, nach dem Kriegsausbruch, die hinterlistige Politik Sir Edward Greys verurteilt, hat sich in England ein Neutrvlitätskomitee gebildet, um die Teilnahme Englands an dem Kriege zu „verkürze n". Zu den leitenden Persönlichkeiten dieses Komitees gehören der Lordmayor von Manchester, die Bischöfe von Lincoln und Heresord und viele Politiker und Gelehrte hohen Rufes. Dieses Komitee hat bereits einen Aufruf veröffentlicht. Aus Rußland. Die Mobilmachung in Rußland stützt aus große Schwierigkeiten; in manchen Gouvernements entziehen sich bis zu 80 Prozent der Militärpflicht. Im russischen Kaukasus ist volle Revolution. Abordnungen der kaukasischen Grenzorte erscheinen bei den tückischen Truppenkommandanten und bitten um den Einmarsch der türkischen Armee. 4000 russische Soldaten gesunken. Ein russischer Transportdampfer mit Munition und 4000 Soldaten stieß im Schwarzen Meer auf eine Mine und ist gesunken. Die meisten Soldaten sind ertrunken. Holland und Dänemark werden Vieh und Lebensmittel nach wie vor ausführen. Norwegen hat 15 000 000 Kronen bewilligt für militärische Zwecke. * * * Allerlei Kriegserscheinungen. Köln, 20. August. Der Kommandant der Festung Lüttich, General L e m a n , ist gestern im Auto - mobil als Gefangener in Köln eingetroffen. AUs allem Gegenden Deutschlands kommt die erfreuliche Nachricht, daß sozialdemokratische Vereine und Eewerkschaftskartelle sich bei dem Roten Kreuz und der Kriegsfürsorge betätigen. Die Nachricht, datz in S t u t t g a r t dortige Damen sich an sranzösische Gefangene herangemacht hätten, um denselben Schokolade uud Blumen zu überreichen, wird vom Stuttgarter Oberbürgermeister für unwahr bezeichnet. flu$ aller Uleli. * Rom, 20. August. Der P a p st, Pius X., ist morgens 2,10 Uhr gestorben. Die Oesterreichisch-Ungarifche Bank ermäßigt von morgen ab den Diskont auf 6 Prozent. Die Bank von Norwegen fetzt von heüle ab den Wechseldiskont auf 5% Prozent herab. Aus Stadt und Land. *• Gießen. Die städtische Pferdemarkt-Deputation hat dem Oberbürgermeister aus ihrem Reservefonds für den Fonds zur Unterstützung der Familien der zum Feldzug nnberufencn Mannschaften den Betrag von 5000 Mk. überwiesen. ** Gießen. Fabrikant Georgi hat den beiden Landwehrbataillonen des Regiments Nr. 116 je 6000 Zigarren geschenkt. — Die hiesige Rabatt Sparvcreinig- ung des Vereins der Detallistcn hat 1000 Mark für wohltätige Zwecke während des Krieges bewilligt. ! Die Gemeinde Nieder-Jngclheim hat der Militärbehörde ein fertig eingerichtetes Lazarett von 100 Betten zur. Verfügung gestellt. Die Mittel wurden teils von der Gemeinde, teils von Privaten aufgebracht. Eine Sammlung bei der Einwohnerschaft ergab nahezu 4000 Mark. ):( Frankfurt a. M., 21. August. Nach 19 Tagen ist heute wieder der erste D-Zug von Hamburg hier angekommen. ::: Köln. So ernst die Zeiten sind, denen wir entgegen gehen, so überaus erfreulich ist es doch, zu sehen, welche B e g e i st e r u n g unsere Jugend ersaßt hat. Die Meldungen von Freiwilligen steigern sich von Tag zu Tag. Im ganzen Reiche sollen sich \ l / 2 Millionen gemeldet haben. Der erste Freiwillige, der sich in Köln meldete, war der 17jährige Obersekundaner Karl Maria Stollwerck, der jüngste Sohn des Kommerzienrats Ludwig Stollwerck. Wie tief übrigens der Krieg ins Familienleben eingreift, geht daraus her- vcr, datz aus der Farnilie des Genannten ein Bruder, drei Söhne und 14 Neffen, zusammen also 18 Personen ins Feld ziehen. In anderen Kölner Familien ijt’s ähnlich. Allgemeines zum Krieg. * Dä die vom Reich errichteten Darlehenskassen Hypotheken nicht beleihen dürfen, hat sich die L a n - des-Hypothekenbank bis auf weiteres oereit erklärt, Privatpersonen, die ein berechtigtes Kreditbedürf- nis glaubhaft machen, gegen Verpfändung erststelliger Hypotheken an Grundstücken, die im Grotzherzogtum Hessen gelegen sind, Darlehen zur Verfügung zu stellen. * Wi r wollen sein ein einig Volk von Brüdern! Ein hiesiger Richter, dessen nachstehenden Wocken wir lebhaft zustimmen, schreibt uns: Welch gewaltigen Eindruck hat es in der ganzen Welt gemacht, datz in dem Augenblick, in dem der Krieg unvermeidlich war, alles Trennende in unserem deutschen Volk verschwunden war,: keine Parteien, keine Konfessionen, keine Rassen und keine Standesunterschiede gab es mehr. „Einer für Alle und Alle fiir Einen" war die Losung. In solchen Zeiten sollten alle Streitigkeiten im Volke beseitigt werden. Darum ergeht an alle, die irgend welche Rechtsstreiligkeiten führen, die Mahnung, „laßt die Prozesse ruhen, einigt Euch mit Enten Gegnern und opfert das so gesparte Geld dem Vaterland!" Auch die Rechtsbeistände sollten heute in diesem Sinne zu wirken bestrebt sein. Wieviel Bagatellsachen werden jahraus jahrein vor unseren deutschen Gerichten unter Aufwendung ganz erheblicher Kosten unnötigerweise verhandelt. In so großer und ernster Zeit darf das nicht sein. Man denke auch an die Richter, denen es geradezu widersteht, jetzt noch solche Streitigkeiten zu schlichten. Also fort mit allen Prozessen 1 * Kriegs ft iftung aus Mitteln der Säuglingsfürsorge. Die Grohherzogin hat bestimmt, datz entbehrliche Gelder aus dem Patronat der Gr. Zentrale für Mutter- und Säuhlingsfür - sorge dem großen vaterländischen Zweck zugeführt und verwundeten Kriegern und ihren Pflegerinnen in hessischen Lazaretten zugute kommen sollen. Vorerst sind 5000 Mark zum Ankauf von Krankensesseln Und K r a n k e n t i s ch e n, die in den neu eingerichteten Lazaretten nicht vollzählig vorhanden sein können, vorgesehen; sie bringen Verwundeten und Schwestern eine große Erleichterung. Anträge zuy Ueberweisung von Krankensesseln und Tischen sind von den hessischen Lazaretten zu richten an Freiin Georgina von Rots - mann, Darmstadt, die Schriftführerin des Patronats. ? Die Pflege der Verwundeten geschieht auch in den Privat-Lazarelten mit einer rührenden Liebe und Sorgfalt, wie jede besorgte Gattin und Mutter aus der soeben in dritter Ausluge (bei Krüger u. Co. in Leipzig) erschienenen, mit einem Geleitwort von Eeneral- oberarzt a. D. Dr. M i g e o d versehenen Broschüre mit größter Genugtuung entnehmen kann. Diese aus dem Tagebuch der Vorsteherin eines Sanitätsvereins, Frau M. Weber, 1870-71 ausgezeichneten anspruchslosen, aber packenden Kranke»EchilderuUgen entrollen Bilder großen Heldenmutes, stillen Duldens und tiefster Tragik. Sie 'dürsten viele Frauen und Mädchen auch der besseren Stände veranlassen, sich dem erhebenden Dienst der Krankenpflege zu widmen, denn „dreierlei Engel in Menschengestalt gibt es, die den Kranken und Verzweifelnden ihre Schmerzenszeit erleichtern, das sind die Aerzte, die Geistlichen und die Krankenpflegerinnen". Ein Teil des Reinertrages dieser Broschüre fließt dem Roten Kreuz zu. Krieas - Erfrischungen. Wir berichteten schon kürzlich an dieser Stelle, daß die bekannte Schokoladenfabrik von Gebrüder Stollwerck A -G., in Köln sehr praktische Feldpostbriefe mit Schokolade und Pkef- ferwünzpastillen zum Preise von 1 Mk. (einschließlich 20 Pfg. Porto) in den Handel bringt. Wst haben unserer damaligen Notiz heute noch hinzuzusügen, daß die Firma für die Besteller, die es vorziehen, statt der etwa 225 g schweren, mit 20 Pfg. zu frankierenden Feld- pöstsendungen kleinere Feldpostbriefe, für die Porto nicht nötig ist, zu versenden, drei neue Packungen im Gewichte von je etwa 50 g zum Preise von 30 Pfg. hergcstellt bat. Das Nähere ist aus dem Inserat in der heutigen Nummer zu ersehen. Literarisches. Eine Seekriegskarte, vmfaßend den nördlichen Kriegsschauplatz von der Loiremündung bis St. Petersburg mit Angabe aller für den Seekrieg wichtigen Tatsachen (Häfen Docks usw.) kommt dieser Taoe im Verlage von J.F. Lehmann in München zum Preise von 1 Mk. zur Aisgabe und kann unseren Lesern warm empfohlen werden. Eine Seekriegskaete des Mittelmecrs ist in Vorbereitung. Im gleichen Verlag sind Aufsleckfähnchen mit den Kriegsflaggen der Kriegführenden er- schienen, die zu dieser wie zu jeder anderen Karte verwendet werden können. Preis für eine Reihe von 60 Stück Mk. 1 — Brieflassetten mit Namen empfiehll als Geburtstagsgeschenke Albin Klein, Papierhandlung. Buch- u. Akzidenzdruckerei Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Wehen. Sonntag, den 23. August, 11. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Professor D. Eck. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Maühäusgemeinde. Mittwoch, den 26. "August, abeieds 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe. Nächstkünftigen Sonntag, den 30. August, sindet Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus- u. Mav- kusoemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirchr. Vorm. 8 Uhr: Psarrassistent Hossmann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus Johannesgemeindc. Pfarrer Ausfeld. Vormittags 9 l / t Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und^ Johannesgemeinde gemeinsam. Versuchsweise sollen jeden Samstag zwischen 7 und' 8 Uhr beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben werden. Katholische Gemeinde m Gießen. Samstag, den 22. August. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 23. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 6 1 / 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. > Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vyrm. 8 Uhr: Austeilung der, hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Andacht. Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Samstag, abends um 7% Uhr ist Kriegs- Bittandacht. Montag und Donnerstag 7 Uhr hl. Messe mit Segen.. Diaspora., In E r ü n b e r g um 8 Uhr, In Hungen um 10 Uhr. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Feldpost -Bezug der Gießener Zeitung. Um unseren Soldaten auch im Felde regelmäßig Nachrichten aus der Heimat zu verschaffen, haben wir eine besondere Feldpoftbestellung auf die „G i e ß e n e r ZeitUng" eingerichtet. Die Einrichtung ist so gedacht, daß Angehörige oder Freunde von Feldzugsteilnehmern bei unserer Eipedition den Namen des Feldzugsteilnehmers, der die Zeituiig erhalten soll, mit den erforderlichen Angaben (Armeekorps, Division, Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron oder Abteilung und Batterie) angeben. Der Bezugspreis von nur 15 Pfg. für den Mo- 1 nat ist franko beizulegen. Daraus wird von unserer Erpedition die Zeitung an die angegebenen Feldadres- sen als Streifbandfcndung verschickt. Bestellungen aus diese Feldpoftsendungen, die im August einlausen, werden für den Rest des Monats Au>- gust k o st e n f r e i erledigt. Wir hoffen, daß von dieser Einri^Ung, die von uns unter Verzicht auf jeglichen Gewinn getroffen ist, reichlich Gebrauch gemacht wird und bitten jedermann, für ihre Verbreitung besorgt zu sein. Verlag der „(Yiepener Zeitung". gfc «MftBdflra medeU« kennen to Hanfe gcfdinddert werde» ■dl H1U« von faoorltlchnttten. |«n dur»f gegeben vom BuetlnMOhen Lehrin*t4tut. &editiert von Professor C. Ilzle ft Direktoren. 22 Professoren «I» M I tirrbel ter. Das Gymnasium Das Real gymnasial Die Oberrealschule D.Abiturlenten-Exam Der Elnj.-Freiwillige Die Handelsschule Das Lyzeum Jedes Werk ist kuuBi (Einzelne Liefen) Ansichtssendungen oho Die Studienanstalt Das Lehrerlnnen- . Seminar b^r Präparand DeKMIttelschulIehrbr Das ^Konservatorium Der get*. Kaufmann Def Bankbeamte er wlss. geb. Mann Die Landwirtschaftsschule Die Ackerbauschule Die landwlrtschaftl. Fachschule Lieferungen ä 90 Pf. en ä Mark 1.25.) aufzwang bereitwilligst Zahlung von Mark 3. Zweck wird dadurch er- Dicw issenschaft liehen Unterri/hts- werkö. Methode Rustin, -Hetzen keine Vorkeuntntsse voraus und haben >ien Zweck, den Studierenden 1 den Besuch wissenschaftlicher Lehranstalten Tollst/^dig zu ersetzen, den Schill' 2 eino umfassende, rediegene Bllduni besonders die jaurch den Schul unterricht zu-erwerbend. Kenntnisse zq vej*chaffon, und 3. ln vortrefflicher Weise aafExamen vorzubsrarten. iusliihrllche Broschüre sowie Dankschreiben / über bestandene Examina grutls! Dies) reit A. dassNler Unterrloht wissenscbuft- licher'Lehranstalton naohgeahir.t B dass derNjnterricht in so ein- faoher undNjriindüohjr Weise erteilt wird, dkss jeder don Lehrstoff verstehen, muss, und C. dass bei dem brieflichen Fern- unterrloht auf die Individuelle Veranlagung jedes 8ch(Hpra RUoksioht genommen wird. Grjfr ndllche Vorbildung zur Ablegung von Aufnahme röfungen usw. — vollständiger Er ■ und Abachlu rsatz für den Schulunterrlcht.N / Bonness &. Hachfeld, Verlag, Potsdam S. O. Joo ,edaklion 112, Verlag n. Expedition öl Adresse iür Depeschen: 'Anzeiger Kietze». Annahme von Anzeigen >nr die Tagesnnnnner bis vormittags 0 Uhr. Montag, den 24 . August J9J4. tegener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vriihl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. RedaMon, Expedition und Druckerei: Zchulftrahe 7. Bezugspreis: monatlich 7öM., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Ps.: durch die Post M.2.— oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal lö'Ps^ auswärts 20 Psenniq. Ehesredakleur: A. Goe Verantwortlich für dea polit. Teil: Aug. Goeg: sür .Fenilleton", .Vermischtes" und„Gerichts- saal": Karl Neurath; iür .Stadt »nd Land": Kurt Bendt; sür oen Anzeigenteil: H. Beck. Das siegreiche Vorgehen der deutschen Armee. Berlin, 23. Aug. Die Truppen, die unter Führung des Kronprinzen von Bayern in Lothringen siegten, haben die Linie Luneville - Blamont - Jirey überschritten. Das 21. Armeekorps zog heute in Luneville ein. Die Verfolgung beginnt reiche Früchte zu tragen. Außer zahlreichen Gefangenen und Feldzeichen hat der an und in den Vogesen vorgehende linke Flügel bereits 150 Geschütze erbeutet. Die Armee des deutschen Kronprinzen hat heute den Kampf und die Verfolgung in der Richtung Longwy fortgesetzt. Eine zu beiden Seiten von Neufchateau vorgehende Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg schlug heute eine über den Semois vorgedrungene französische Armee vollständig. Sie befindet sich in Verfolgung. Zahlreiche Geschütze. Feldzeichen. Gefangene, darunter mehrere Generäle, sind ihr in die Hände gefallen. Unsere westlich der Maas vorgehenden Truppen stießen bei Maubeuge auf eine vor ihrer Front auftretende englische Kavalleriebrigade und wurde letztere zurückgeschlagen. Generalquartiermeister v. Stein. Ter Sietztmr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: 1 viermal wöchentlich SietzenerZamilienblätter; zweimal wöchentl.lireis- vlatt für den «reis Gießen sDienstag und Freitag): zweiiiial monatl. Landwirtschaftliche Scitfragen 1 Fernsprech • Anschlüsse: i für die Redaktion 112, ' Verlag ». Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen ' iür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. _ Zonnntag. den 23. August l9l4. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vriihl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulftratze 7. BezngSpret»: monatlich 7b vierteljährlich 9JH. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Ps.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPs, auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goeg; für „Feuilleton", „Vermischtes" unü.Gerichts- saal": Karl Neurath; iür „Stadt und Land": Kurt Bendt; sür den Anzeigentell: H. Beck. Neueste Meldungen. * Ltarke^rnssischeMraffe auf der Linie Gumbinucn-Angerburg. Berlin, 23. Aug. Das vorgehende erste Armeekorps griff am 20. August den auf Gum- i binnen vorgehenden Feind an und warf ihn. Es machte dabei 8000 Gefangene und eroberte 8 Geschütze. Von einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavalleriedivision war längere Zeit keine Nachricht eingelaufen. Nachträglich stellte sich heraus, datz die Division sich mit zwei feindlichen Divisionen herumgeschlagen hatte. Die Division kehrte gestern mit 500 gefangenen Nüssen zum Armeekorps zurück. Weitere russische Verstärkungen gehen nördlich des Pregel und südlich der massurischen Seenlinie vor. (Wolfs-Bureau). Bezirkskommando Gießen de n XXI 11,1.10*).Tag 23.Aug.1914 Das Bezirkskommando bittet um eine gefl.kostenfreie Aufnahme nach- s t ehender^Bekanntmachung* Maschinen- und Hütteningenieure,welche bereit sind in den Dienst der technischen Institute der Artillerie zu treten, werden er - / sucht,sich umgehend beim Bezirkskommando unter Vorlage ihrer Militär- und sonstigen Papiere schriftlich oder mündlich zu melden. Großherzogliches Bezirkskommando Gießen. c -uL4-car~ bringen Messen, den 25. August 1914. Orosc:.. Betreffend: Hessische Kriegsversicherung Bekanntmachung. I Von vielen Seiten wurde hei Eintritt der Mobilmachung angeregt , den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkasse zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber aufgefordert, die Beiträge für die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen für die Dauer des Kriegs für ihre Kriegsdienst leistenden Arbeiter zu zahlen. Eine solche '"assnahme hat jedoch nur Wert bei den verschwindend wenigen Kassen, die seither Familienunterstützung gewährten und diese auch während dos Kriegs beibekalten. Aus dieser Erwägung heraus haben die beiden Krankenkassenver= bände im Grossherzogtura Hessen im Einvernehmen mit dem Groosher= zogliohen Oberversicherungsamt Darmstadt beschlossen, eine Hessi n sehe Kr io 'Tsver Sicherung auf Segcaoeiti-keit für den Krieg 1.914- ins Loben treten zu lassen. Diese Kriegsversicherung wird den Hinterbliebenen gefallener oder verstorbener Soldaten (§ 1 des Gesetzes vom 28. Februar 1888) für die gelösten Anteilscheine eine grössere Fürsorge bieten, und ersuchen wir alles Nähere aus nachstehendem -erkblatt zu ersehen. Dieses Merkblatt ist in grünen Plakaten bei den örtlic en Melde- und Zahlstellen der Krankenkassen des Kreises vorr.it.' . Die Einzahlung der Anteilscheine erfolgt auch bei diesen Melde= und Zahlstellen, sowie bei den Krank nkassen selbst. Der Oberbürgermeister zu Giessen und die Grossh. Bürgermeistereien der Land emeinden des Kreises werden angewiesen, die Bekanntmachung mehrmals ortsüblich zu veröffentlichen, ebenso auch die bei den Krankenkassen und den örtlichen Verwaltungsstellen dieser Kassen vorhandenen grünen Plakate an öffentlichen PI tzen auszuhängen. Giessen, den 25., August 1914. Grossherzogliches/^f^isamt Giessen. y Einigkeit macht stark! Auch die Krankenkassen wollen in dieser großen Zeit mithelfen. Die auf Friedenszeiten berechneten Vorschriften der Reichsversicherung bilden aber keine geeignete Grundlage, um den zum Dienst einberusenen Mitgliedern und ihren Angehörigen entsprechende Fürsorge zu verbürgen. Außerordentliche Zeiten verlangen außerordentliche Maßnahmen. Es haben daher die beiden Krankenkassenverbände unter dem Vorsitz des Direktors des Großh. Oberversichcrungsamts nach dem Vorbild der für den Regierungsbezirk Wiesbaden bereits im Kriege 1870/71 mit größtem Erfolg tätig gewesenen und daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Rassauischen Kriegsversicherung zur Unterstützung der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine Unterstützungskasse auf Gegenseitigkeit errichtet unter der Bezeichnung: auf Gegenseitigkeit für den Krieg 1014. Wir hoffen hierbei auch aus die Opserwilligkeit der Arbeitgeber. Um jedoch den Angehörigen einer- möglichst großen Anzahl der zu den Fahnen Einberufenen die Möglichkeit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern auf alle anläßlich der diesmaligen Mobilmachung zum Dienst Eingetretenen ausgedehnt werden. (§ 1 des Gesetzes, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften vom 28. II. 1888.) Der Anteilschein kostet 10 Mk. Es können jedoch für jeden Einberufenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werden. Jede Krankenkasse und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen nimmt Anmeldungen entgegen. Falls die Verluste nicht größer sein werden wie im Kriege 1870 71 werden auf jeden Anteilschein mindestens 250 Mark verteilt werden. Sind die Verluste geringer, dann erhöht sich dieser Betrag, sind sie größer, dann erniedrigt sich der Betrag. Arbeitgeber, versichert Eure Angestellten und Arbeiter, Eltern, versichert Eure Söhne, Frauen, versichert Eure Männer! Die gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so daß hierfür — abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen — Kosten nicht entstehen. Grosth. Ministerium des Innern Hot zuqesagt, die Bestrebungen der Hessischen Kriegs- Versicherung 1014 zu unterstützen. Jeden Tag können unsere braven Krieger in die Schlacht kommen. UM" Eile tut Uot! -MW B e d i n 8 I. Die Teilnahme steht allen im Großherzogtum Hessen wohnhaften oder vor ihrer Einberufung zuletzt wohnhaft gewesenen Personen, die zur KricgSdicnstlcistung beim Heere cingetrcten sind (§ 1 des Gesetzes, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst getretener Mannschaften vom 28. Februar 1888) offen und erfolgt durch Lösung von »lindcstcns l Anteilschein Über IN Mark. Die Lösung'der Anteilscheine, deren Ausgabe überall durch die Krankenkassen und deren örtliche Verwaltungsstellen oder durch sonst kenntlich gemachte Annahmestellen erfolgt, kann für die bereits in den Heeresdienst Eingetrctcnen auch durch deren Arbcit- gebcr, Angehörige »sw. bewirkt werden und hat in dar zu geschehen. 8 2. Für jeden in den Heeresdienst Eingctretencn können mehrere, höchstens jedoch 20 Anteilscheine gelüst werden. § 3. Für bereits Gefallene oder Verwundete können Anteilscheine nicht mehr gelöst werden, falls diese Tatsache den Anmcldcnden bekannt war. Diese Bestimmung trifft nicht zu, wenn eine Gesamtheit von Personen, z. B. die sämtlichen Angestellten und Arbeiter einer Fabrik versichert werden. 8 4. Die Leistungen der Kasse bestehen darin, daß die angesammelten Gelder auf die eingetretcncn Kricgssterbcfälle an die Hinterbliebenen Darmstadt, den 20. August 1914. g u n fl c it: verteilt werden. Als Kriegssterbefälle gelten alle Todesfälle, die Versicherte während des Kriegs oder infolge einer im Kriege erlittenen Verletzung oder erworbenen Krankheit bis spätestens 2 Monate nach Beendigung des Kriegs erleiden. Die Angehörigen haben etwaige Sterbefälle der Versicherten alsbald der Geschäftsstelle Oberversicherungsamt, Kriegsversicherung, Darmstadt, Neckarstraße 1, mitzuteilen. Die Abrechnung erfolgt drei Monate nach Beendigung des Krieges und wird auszugsweise öffentlich bekannt gegeben. Abschlagszahlungen dürfen aus Wunsch schon früher geleistet werden. Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine und darf an den Inhaber der Anteilscheine erfolgen. 8 5. Die Geschäfte werden unter dem Vorsitz des Großherzoglichen Oberversicherungsamts durch die beiden hessischen Krankenkassenoerbände geführt. 8 6. Alle etwaigen Streitfälle werden endgültig unter Ausschluß des Rechtswegs durch die Bcfchlußkammer des Oberversichcrungsamts entschieden. 8 7. Werden in anderen Bundesstaaten ähnliche Einrichtungen getroffen, so ist die Verwaltung berechtigt, sich mit diesen zu einer Kriegs- versichcrung auf derselben Grundlage im Interesse einer Ausgleichung des Risikos zusammenzuschließen. Verband der Krankenkassen und Gemeinden als Träger der Krankenversicherung im Großherzogtum Hessen. Grohherzogliches Oberversicherungsamt. Krankenkassenverband für das Großherzogtum Hessen. L. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei in Darmstadt. Achtung i i ■ ■■■»■ r n n i Aufruf der Garderaannac haften. Alle Unteroffiziere und Lannachaften des Beurlaubtonstand« d»B der Garde^Infanterie, Garde-=Jhger und-Schlitzen, Garde=ha= aohinengewehrtruppen, Garde-Kavallorio, Garde=Feldartillerio, Garde^Puocartillorie, Garde=Train und Garde-Pioniere, die eine Prlcgabeordorung nicht mehr in Biinuen haben, erhalten hierdurch den Befehl, sich sofort f ap^teotens aber bis zun 20. August i beim zu:, ;en Bezirksfeldv.obel persönlich SU on. Unterlassung dieser ücldung wird nach den Eriegsgesetzen bestraft. Sa ist sofortige binetellung angeordnet worden. Don Truppenteile erfahren die Leute beim bezirksfeldwebel. Naumann ( Oberstleutanant und 3ezirkakonnandour. An die Redaktion de^ - ur gefä'ligen unentgeltlichen Aufnahme. Giessen, de': 26. Grooah. r rolSa«t JUtfrttf! Tie glänzende Entwicklung unseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht znm Stillstand kommen; sie muß im Gegenteil mit allen Mitteln weiter gefördert werden, damit die jüngste Waffe mit vollem Erfolg für die Verteidigung des Vaterlandes miteingcsetzt werden kann! Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und die Marine ist durch besondere Maßnahmen gesichert worden. Tic Verwendung der Zivilpilotcn im Heeres- und Marinedienst ist eingcleitet. Die Fliegerschulen setzen ihren Ansbildnugsbetrieb fort. Aber die Möglichkeit großer Abgänge, mit denen im Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu. rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger J^vrsorge für die AuSbildu na weiterer Flugzeug-Führer für den Krieg. Die Meldungen von Kriegsfreiwilligen überschreiten ZMi'r —' wie bei allen Waffen so auch bei der Fliegertruppe — den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen muß hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden, und auch von den Ausgewählten werden im Laufe der Ausbildung noch viele zurücktreten müssen. Es kommt deshalb darauf an, von vornherein die Geeignetsten als Kriegsfreiwillige ciiuiiftcücn . d. h. solche, die neben der erforderlichen Intelligenz ünü tüchtigen' Charaktereigenschaften im besonderen auch schon Vorkenntnisse in der Bedienung und Pflege von Flugmotoren besitzen. Solche Persönlichkeiten werden sich namentlich unter denjenigen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sonderfach zugewendet haben. Außerdem werden geübte Mechaniker und Monteure gebraucht. .Kriegsfreiwillige melden sich zur Ausbildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilssinoutclirc bei der Königlichen Inspektion der Fliegertruppen in Berlin-Jchüueberg, Alte Kaserne (Fiskalische Straße) — Auswärtige schriftlich —. Berlin, den 18. August 1914.