' V« z>tMM » pfg. monatlich » HW„ W»»«»»gahlb»r, frei in» H»us »»^ch«tt i» m+mm »der in den Zweig- 9 g* ti>u Expedition: Big m. — Qfe * « - d »»a hruNft oder Rückst ntnmg «ich» »ed*B*wt «r»«strtp,e wird nicht garantiert. «x»la, der .. Wisst.»«r Zriinnq-' «. «. d. » gnzeigenpreir 15 pfg. , die K nun breite Petitzeile für Auswärt« 20 Psg Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig SCltCfStOtQ 85, Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhr berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchrcitung des Zahlungs- zteleS (30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung oder v--> Konkurs in Wegfall. Playvorfchriiten ohneBerbindlichke,. Druck der Gießeuer Berlagsdruckerci. Aldi» Mein. Nt. 61. Telephon: Nr. 362. SttMStag, VkN 1. AllgUst 1914. Telephon Nr. 362. 26. Iahtst. Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers wird für den Bezirk des XVIII. Armeekorps hierdurch der Kriegszustand erklärt. Die vollziehende Gewalt geht damir an mich, im Befehlsbereich der Festungen Mainz und Coblenz an den Gouvermur bezw. Kommandanten der Festung über. Die Zivilverwaltungs- und Gemeindebehörden verbleiben in ihren Funktionen. Sie haben aber meinen Anordnungen unv Aufträgen, tm Befehlsbereich der Festungen Mainz 'und Coblenz denen des Gouverneurs bezw. Kommandanten der Festung Folge zu leisten. Der Kommandierende General. Zwischen Krieg und Frieden. Rußland will den Krieg. Aus Petersburg ist heute die Nachricht des deutschen Botschafters eiugctroffcn, datz in Rußland die allgemeine Mobilmachung der Armee und Flotte befohlen worden ist. Darauf hat der Deutsche Kaiser den Zustand der drohenden Kriegsgefahr befohlen. Mqslowiq, 31, Juli. Einer amtlichen Mitteilung zufolge wird bestätigt, daß die Russen die auf österreichischem Gebiet liegende Eise »bahn b a hu brü ckc zwischen Scza- kowa und Granica in die Lust gesprengt haben. Petersburg. Die Lage gilt im Auswärtigen Amt als fast hoffnungslos. Die Kriegspartei, die Nationalisten, die Panslawisten arbeiten mit Hochdruck für den Krieg. Die hetzerische „Nowse Wremja" sagt, der Krieg mit Oe st erreich wäre äußerst populär. Etwa 30 000 Manisestanten durchziehen die Straßen, patriotische Lieder singend. Dazwischen ruft man: „Nieder mit Oesterreich! Haut die Deutschen!“ Zar Nikolaus hielt bei der Ernennung der Marineafpiranten zu Offizieren eine recht ernste Rede, die wie ein Abschied klang, den man den Führern mit in den Krieg gibt. Es stehen 16 russische Armeekorps, arrf Kriegsstärke gebracht, an der deutschen und österreichischen Grenze. Das ist keine „teilweise" Mobilmachung mehr, das ist nur die erste Etappe der allgemeinen Mobilmachung. Auch die Reserven wurden bereits zum großen Teil einberufen; von den 58 Gouvernements des europäischen Ruhlands hat bereits fast die Hälfte ihre Reserven unter die Fahnen schicken müssen! Der Rest wird wolfl in kürzester Frist, soweit dies in Rußland möglich ist, Nachfolgen. * * * Ganz Mefterrelch zu den Waffen. Wien. Juli. Infolge der russtschcn Mobilisierung hat der österreichische Kaiser gestern die a l l g c m c i n c M o b i l i- sicrung angcordocl. Die Reichsratskammer ist für morgen telegraphisch einberusen. * * * Rußlands Forderungen. Wien, 31. Juli. Der österreichisch-russische Meinungsaustausch wird fortgesetzt. Ruhland verlangt von Oesterreich gewisse Garantien sür den Fall, datz Serbien geschlagen wird. Es will nicht nur den territorialen Besitzstand Serbiens unverändert erhalten sehen, sondern verlangt angeblich auch, datz Serbien einzelne Forderungen, die Oesterreich-Ungarn eine zu starke Koir- trolle über Serbien gewähren würden, nicht anzuneh- men habe. Ultimatum an Rußland. Berlin, 31. Juli. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Nachdem die aus eigenen Wunsch des Zaren selbst unternommene VermitteluNgsarbcit von der russischen Regierung durch allgemeine Mobilmachung der russischen Armee und Marine gestört worden ist, hat die Regierung Sr. Majestät des Kaisers heute in St. Petersburg wissen lassen, datz die deutsche Mobilmachung in Aussicht steht, falls Ruhland nicht binnen 12 Stunden seine Kiiegsvorbereitungen einftellt und hierüber eine bestimmte Erklärung abgibt. Anfrage an Frankreich. Gleichzeitig ist an die französische Regierung eine Anfrage üisdr ihre Haltung im Falle eines deutsch-russischen Krieges gerichtet worden. * * * Deutschland einig! König Ludwig von Bayern hat die auf den Kriegszustand bezügliche Entschliehung auch für das bayerische Bundesgebiet erlassen. Da der Andrang zur Münchener Sparkasse große Dimensionen angenommen hat, hat die Verwaltung eine Kündigungsfrist einge- führt. Die.Staatsregierung und der Stadtmagistrat erlassen Erklärungen, datz die Lebensmittel-Versorgung der Bevölkerung gesichert sei. Im Landtage erklärte heute der sozialdemo-- k r a t i s ch e Abgeordnete Hoffmann: Wir stehen vor, geschichtlichen Ereignissen, welche den Bestand des Reiches in Frage stellen können und vielleicht den letzten Mann zur Verteidigung des Vaterlandes notwendig machen. Wenn in einigen Tagen das Volk zu den Waffen gerufen wird, werden auch die Sozialdemokraten das Vaterland verteidigen. Das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei in Berlin, der „Vorwärts", schreibt u. a.: „So ^uNver- schleiert prinzipieller Gegner der Monarchie die Sozialdemokratie sei, so Unumwunden erkenne sie an, dah Wilhelm II. sich durch seine Haltung namentlich in den letzten Jahren als aufrichtiger Freund 'des Völkerfriedens bewährt hat." Die polnische Sozialdemokratie veröffentlicht einen Ausruf, der Feind der Polen sei nicht Serbien, sondern ein anderer Staat, dessen politische Organisation zu zerstören, Ausgabe jedes Polen sei. Das Manifest fordert zum Krieg gegen den Feind an der Nordgrenze, d. h. Ruhland, auf. » » « Bis zur Stunde, da diese Zeilen sich im Satze befinden. ist eine Entscheidung über Krieg und Frieden Amtliche Bekanntmachung. Hiernlit verbiete ich jede Veröffentlichung oder Mitteilung militärischer Angelegenheiten. Übertretungen dieses Verbotes werden streng bestiast. Frankfurt a. M , den 31. Juli 1914. Der Kommandierende General von Schenk. Artikel 68 der Aeichsversassung. Der Kaiser kann, wenn die öffeMliche Sicherheit in dem Bundesgebiete bedroht ist, einen jeden Teil desselben in Kriegszustand erklären. Bis zum Erlaß eines die Voraussetzungen, die Form der Verkündigung und die Wirkungen einer solchen Erklärung regelnden Reichsgesetzes gelten dafür die Vorschriften des preußischen Gesetzes vom 4. Juni 1851 (Gesetz-Samml. für 1851 S. 451 ff.). Prcußiscdcs Gesetz vom 4 Juni 1851. 8 i. Für den Fall eines Krieges ist in den, von dem Feinde bedrohten oder teilweise schon besetzten Provinzen jeder Festungskommandant befugt, die ihm anvertraute Festung mit ihrem Rayonbezirke, der kommandierende General aber den Bezirk des Armeekorps oder einzelne Teile desselben zum Zwecke der Verteidig - ung in Belagerungszustand zu erklären. 8 4. Mit der Bekanntmachung der Erklärung des Belagerungszustandes geht die vollziehende Gewalt an die Militärbefehlshaber über. Die Zivilverwaltungs- und Gemeindebehörden haben den Anordnungen und Aufträgen der Militärbefehlshaber Folge zu leisten. Für ihre Anordnungen sind die betreffenden Mili- tär'oefehlshaber persönlich verantwortlich. 8 8 . Wer in einem in Belagerungszustand erklärten Orte oder Distrikte der vorsätzlichen Brandstiftung, der vorsätzlichen Verursachung einer Ueberschwemmung, oder des Angriffs oder des Widerstandes gegen die bewaffnete Macht oder Abgeordnete der Zivil- oder Militärbehörde in offener Gewalt und mit Waffen oder gefährlichen Werkzeugen versehen sich schuldig macht, wird mit dem Tode bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann, statt der Todesstrafe, auf zehn- bis zwanzigjährige Zucht- hau'sstrase erkannt werden. 8 9- Wer in einem in Belagerungszustand erklärten Orte oder Distrikte a) in Beziehung auf die Zahl, die Marschrichtung oder angeblichen Siege der, Feinde oder Aufrührer wis- d) Personen des Soldatenstandes zu Verbrechen gegen die Subordination oder Vergehung gegen die militärische Zucht und Or.dnuNg zu verleiten sucht, soll, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. (^infübrunqSKesep zum Rcictisstrafgesetzbuctz. 8 4. Bis zum Erlasse der in den Artikeln 61 und 68 der Verfassung des Norddeutschen Bundes vorbehaltcncn Bundesgesetze sind die in den § § 81, 88, 90, 307, 311, 312, 315, 322, 323 und 324 des Strafgesetzbuches' für den Norddeutschen Bund mit lebenslänglichem noch nicht erfolgt. Selbst wenn in Deutschland die Mobilisierung beschlossen wird, so ist dies noch kein Krieg. Die militärischen Kreise in Deutschland können den Rüst- ungen Rußlands und Frankreichs nicht mehr lange Zusehen, ohne Gegenmaßnahme zu treffen, da sie sonst bei Ausbruch eines Krieges strategisch im Nachteil sind. Es liegt also so, daß die Diplomatie am Frieden weiter verhandelt, während das Militär zum Kriege rüstet. Wenn Deutschland mobilisiert, dann ist der Weg zur Eröffnung des Krieges nicht mehr weit. Im Augenblick scheint die Hauptfrage immer noch die zu> sein, ob die russischen Rüstungen zum Zwecke des Krieges erfolgen, und die Absicht eines strategischen Vorsprunges vor Deutschland und Oesterreich haben, oder ob si>e nur eine Unterstützung der russischen diplomatischen Bestrebungen sind, die dahin gehen, Oesterreich gegenüber Serbien nachgiebiger zu stimmen. Es kann fein, daß Rußland zu einem bestimmten Zeitpunkt an Oesterreich die Forderung stellt, den Krieg gegen Serbien ein- zustellen und es mit dem genug sein zu lassen, was geschehen ist und was Oesterreich erreicht hat. Die Sachlage ist aber die, daß Deutschland so gut wie angegriffen ist, wenn Oesterreich angegriffen wird. Noch wissen wir eben nicht, ob nun Rußland aktiv vergehen wird. Eines ist sicher, nämlich daß die deutsche Reichsregierung das AeUßerste versucht, den Frieden zu erhalten. Wenn die Regierung kriegerisch gestimmt wäre, Hütte sie zu Arffang der Woche die Mobilmachung anordnen müssen. Sie hat es nicht getan, um immer noch die Mög- tichkeit zU lasten, Friedensverhandlungen fockzufetzen. Wenn Deutschland in einen Krieg hineingezogen wird, geschieht es gegen seinen Willen. Man darf also sagen, daß, wenn der Krieg beginnt, Deutschland ein gutes Gewissen hat. Hoffen wir nun, daß die Entscheidung bald falle, und daß es eine Entscheidung zum Frieden wird. Die augenblickliche Spannung wird in der ganzen Kultutwelt als unerträglich empfunden. Man wird namentlich im deutschen Volke lebe Entscheidung, ob _ sie nun gütlich oder gewaltsam die guälende Ungewißheit zerstreut, als Erlösung empfinden. Man ist zu der Erwartung berechtigt, daß schon die nächsten Stunden diesem Hangen zwischen Krieg und Frieden ein Ende bereiten werden. (*ine Ansprache des deutschen Kaisers. Berlin, 31. Juli. Die patriotischen Kundgebungen in dem Lustgarten setzten sich den ganzen Nachmittag fori. Um 6.30 Uhr erschienen der Kaiser, die Kaiserin und Prinz Adalbert am Fenster des Rtttersaales und Hürden stürmisch begrüßt. Der Kaiser richtete eine Ansprache an das Publikum. Seine Worte wurden von tosenden Zustimmungsrusen übcrtönt. Seine Majestät sagte folgendes 7 „Eine schwere Stunde ist heute über Deutschland hereingebrochen. Neider überall zwingen Uns zu gerechtfertigter Verteidigung. Man drückt uns das Schwert in die Hand. Ich hoffe, daß, wenn es nicht in letzter Stunde meinen Bemühungen gelingt, die Gegner zum Einsehen zu bringen, und den Frieden zu erhalten, wir das Schwert mit Gottes Hilfe so führen werden, daß wir es in Ehren wieder in die Scheide stecken können. Enorme Opfer an Gut und Blut würde ein Krieg vom deutschen Volke erfordern, dem Gegner aber würden wir zeigen, was es heißt, Deutschland anzugreisen. Und nun empfehle ich Euch, geht jetzt in die Kirche, kniet nieder vor Gott und bittet ihn um Hilfe für unser braves Heer!" Hoch- und Hurrarufe und patriotische Lieder antworteten dem Kaiser. Als kurz daraus die Majestäten im offenen Automobil das Schloß verließen, wurden ihnen wiederum brausende Ovationen dargebracht. AuS dem Kaiserhause. Berlin, 31. Juli. Im Königlichen Schloß waren gegen 4 Uhr, alle Prinzen und Prinzessinnen der königlichen Familie versammelt. Die kaiserliche Familie nahm heute abend im Berliner Schloß das heilige Abendnrahl. Berlin, 31. Juli. Heute abend 7 Uhr wurde im Kgl. Schloß Bellevue mit Genehmigung Ihrer Majestäten die Vermählung des Prinzen Oskar von Preußen mit der Gräfin Ina Maria von Bassewitz standesamtlich durch den Minister des Kgl. Hauses, Gras Eulenburg, vollzogen und daraus die kirchliche Einsegnung durch den Generalsuper- intendcnten Händler vor,genommen. Der Feier wohnten die Kgl. Familie uNd die nächsten Angehörigen der Braut bei, die nunmehr den allerhöchst verliehenen Titel einer Gräfin von RUppin führen wird. Berlin, 31. Juli. Prinz Adalbert von Preußen, der dritte Sohn des Kaiserpaares, hat sich heute abend mit der Prinzessin Adi von Sachsen- Meiningen verlobt. Prinzessin Adelheid ist am 16. August 1891 als zweite Tochter des Prinzen Friedrich Johann Bernhard von Sachsen-Meiningen und seiner Gemahlin Adelheid Prinzessin zur. Lippe geboren. Ihre ältere Schwester Feodora ist seit 1910 mit dem Grohherzog Wilhelm Ernst von Sachsen verheiratet. Deutschland aus der Ivacht! Kvnig s. b c rg, 30. Juli. Die Polizeidireklion macht durch Anschlag öffentlich bekannt: Zur Sicherung des Hauptbahnhofes und der Betriebsanlagen sind eine militärische Wache am Bahnhof sowie Posten an den Betriebsanlagen daselbst ausgestellt. Um Unglücktzsälle zu vermeiden, mache ich die Bevölkerung darauf aufmerksam, daß die Annäherung an die Eisenbahnbetriebsanlagen (Gleise, Brücken, Stellwerke usw.) näher als 100 Meter verboten ist. Das Passieren dieser Anlagen durch Zivilpersonen ohne Begleitung eines Postens ist verboten. Zivilpersonen werden von den Posten mit einem Halt angerusen und müssen stehen. Zuwiderhandelnde setzen sich der Gefahr aus, erschossen zu werden. Die Rheinbrücke in Bonn ist von Militär besetzt. Ueber die Brücke fahrende Wagen werden von Militär begleitet. — Im rheinisch-westfälischen Jnduftrie- gcbiet erhielten einzelne Wecke die Aufforderung, sämtliche im Gebrauch bcffndliche Eiseübahnwagen der Eisenbahndirektion zur Verfügung zu stellen. Hamburg, 30. Juli. Mit Rücksicht auf die unsichere politische Lage ist die morgige Ausfahrt des Dampfers „Imperator" nach Amerika verschoben worden. Die Deutsche Levante-Linie hat ihre Dampfer aus dem Schwarzen Meer zurückgerufen. München, 31. Juli. Im Landtage ist heute ein schleuniger Antrag des Zentrums eingegangen, wonach die Regierung angesichts der jetzigen Lage aufgefordert wird, sofort Maßregeln gegen die künstliche Veiten er üng der Lebensmittel zu ergreifen. Am Schluß der heutigen Landtagssitzung ersuchte der Präsident die Abgeordneten, unter keinen Umständen die Hauptstadt zu verlassen. In den nächsten 24 Stunden würden uns noch bedeutsame Entscheidungen nicht erspart bleiben. Die Abgeordneten müßten sich daher be-7 reit halten. Der Reichstag. Berlin, 31. Juli. Für den Fall eines Kriegsausbruches ist die Berufung des Reichstages auf Dienstag, den 4. Aüguft 1914 in Aussicht genommen. Die Eröffnung wird im weißen Saale des Königlichen Schlosses in Berlin um 1 Uhr nachmittags erfolgen. Die kaiserliche Verordnung wegen der Berufung steht noch aus. Wie verlautet, beabsichtigen die Reichstagsftvktio- neu ihre Mitglieder bereits zum Montag nach Berlin einzuladen, um zu der Situation Stellung zu nehmen. Begeisterung in ganz Deutschland. Berlin, 31. Juli. Heute Nachmittag verlas ein Oberleutnant des Aleranderregiments an der Spitze eines Wachkommandos unter Trommelwirbel am Denkmal Friedrichs des Großen und anderen Stellen die Bekanntmachung des Oberstkommandierenden in den Marken, des Gouverneurs von Berlin, wonach über Berlin und di« Provinz Brandenburg der Kriegszustand verhängt wird. Die Bekanntmachung wurde vom Publikum mit Hurrarufen und Hochrufen auf das Aleran- derregiment aufqenommen. Der Reichskanzler fuhr um halb vier Uhr vom Schlosse wieder nach dem Reichskanzlerpalais und wurde auch diesmal von der Bevölkerung mit begeisterten Zurufen begrüßt, dann folgten eine Reihe von Prinzen und Prinzessinnen, wobei die Kundgebungen sich stürmisch erneuten. Das kronprinzlichc Automobil wurde von einer ungeheuren Menschenmenge umdrängt, scdast es geraume Zeit nicht weilerfahren konnte. Aus Oesterreich. Wien, 30. Juli. In maßgebenden Kreisen wird mitgeteilt, daß die politische Spannung den Höhe - Punkt erreicht hat. Die Hoffnung auf Entspannung ist gering. Im Ministerium des Auswärtigen wird die Lage als verschlimmert erkläck. Wien, 30. Juli. Oesterreichs Gesandter in Montenegro hat Cetinje bisher noch nicht verlassen. Aus England. Die englische Regierung hat die d e ü t s ch e Regierung gefragt, ob und was zur Verhinderung eines europäischen Kneges noch geschehen könne. Die Mobilisierung der schweizerischen Armee ist durch einen Beschluß des Bundesrats für die ganze Armee angeordnet worden. Die Mobilisierung der holländischen Armee ist von der Königin der Niederlande gestern Mittag V/ t Uhr durch Erlaß besohlen worden. AüS Belgien wird gemeldet, daß auf allen nach Frankreich führenden Eisenbabnbrllcken Vockehrun- gen getroffen sind, die es ermöglichen, die Brücken zü sprengen. vom Ariegsscbauplat;. S e m l i n, 31. Juli. Gestern abend um 7s^Uhr erfolgte bei der Ablösung österreichilcher Vorposten ein 'erbischer Angriff. Man vernabm heftiges Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. Auch Artillerie griff ein. Oe- lerreichische Flugschiffe mit Scheinwerfern beleuchteten die serbischen Stellungen. (Fortsetzung der Amtlichen Bekanntmachung von Seite 1.) Zuchthaus bedrohten Verbrechen mit dem Tode zu bestrafen, wenn sie in einem Teile des Bundesgebietes, welchen der Bundcsseldherr in Kriegszustand (Ack. 68 der Verfassung) erkläck hat, oder während eines gegen den Norddeutschen Bund aus gebrochenen Kneges auf dem Kriegsschauplätze begangen werden. sentlich falsche Gerüchte ausstteut oder verbreitet, welche geeignet sind, die Zivil- oder Mjlttärbehörden hinsichtlich ihrer Maßregeln irre zu führen, oder b) ein bei Ecklärung des Belagerungszustandes oder während desselben vom Militärbefehlshaber in. Interesse der öffentlichen Sicherheit eckassenes Verbot Übertritt, oder zü solcher Ucbeckretuug aufgesordcrt oder anreizt, oder c) zu dem Verbrechen des Aufruhrs, der tätlichen Widersetzlichkeit, der Befreiung eines Gefangenen, oder zu' anderen § 8 vorgesehenen Verbrechen, wenn auck ohne Erfolg, auffordcrt oder anreizt, »der * * * Paßpflicht, Ausfuhrverbote, Brieftauben. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht in einer Sonderausgabe folgende Verordnungen: 1. eine Verordnung belr. die vorübergehende Einführung der 2. eine Verordnung belr. das Verbot der Ausfuhr und' Durchfuhr von Waffen und Munition, Pulver, Sprengstoffen, sowie anderen Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegenständen, die zur Herstellung von Kriegs- bedarfsackikeln dienen; 3. eine Verordnung betr., das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Eisenbahnmaterial aller Ack, Telegraphen, Fernsprechgerät, sowie Tellen davon, von Luftschiffergerät aller Art, von Fahrzeugen und Teilen davon;' '' 4. eine Reihe Verordnungen, betreffend das Verhol der Ausfuhr und Durchfuhr von Rohstoffen, dir bei der Herstellung und dem Bettiebe von Gegenständen des Knegsbedarfs zur Verwendung gelangen; 5. eine Verordnung, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Verband- und Arzneimitteln, sowie von ärztlichen Jnsttumenten Und Geräten; 6. eine Verordnung, betreffend das Verbot der Einfuhr und Ausfuhr von Tauben-, 7. eine Verordnung, betreffend die Verwendung von Tauben zur Beförderung von Rachckchten. Beschlüsse deS Bundesrates. Der Bundesrat hat gestern vormittag U. a. auch ein Verbot der Ausfuhr von Getreide, Mehl und Futter, Tieren und tierischen Erzeugnissen erlassen. Die Serben haben sich mit großen Verlusten zurückgezogen. Mailand, 31. Juli. Die Zeitung „Secolo" erhält aus Risch ein Telegramm, wonach ein heftiger; Ge- schützkampf bei Scmendria stattgesunden hat. Die Serben mußten Semcndria preisgeben. An der bosnischen Grenze haben einige hundeck Serben die kleine Festung Lewitza stundenlang veckcidigt, mutzten aber dann ab- ziehen. * * * Tic finanzielle» ckricasbcrcitschaftcn. Tic Rcichobank crhöbtc dcn Tiokout von 4% auf 5%; dcn tfombnrdzinofuß auf <> 0, 0 . Paris, 30. Juli. Die Bank von Frankreich hat den Diskont von 3% auf 4*4 Prozent »Nb den Lombardzinsfuß von 4 / auf 514 Prozent erhöht. Stockholm, 30. Juli. Die schwedische Reichs- bank erhöht ab morgen den Diskortt von 4J4 auf 5% Prozent * * * verschiedenes. Aup Japan wird gemeldet, daß man dock die Vorgänge in Europa mit großem Interesse verfolgt. Man nimmt an, daß Japan den Russen Schwiengkei- lcn bereiten würde, wenn Rußland in einen europäischen Krieg verwickelt wird. In R'Ussisch-Polen ist ein Aufstand ausgebrochen. In Warschau ist ein Pnlverturm gesprengt worden. Der Aufstand hat national-polnischen Charakter. Stadt imd Dmd. Kriegs vorbereit Ungen der Frauen. Nicht nur in Mainz, Franksuck und anderen größeren und Großstädten haben die Hausfrauen einen Stutm auf die Lebensmittelgeschäfte unternommen, sondern auch in den kleineren Orten. Die Bäcker sollen ihr Mehl hergeben und die Kolonialwarengeschäste all ihre Lebensmittel. Namentlich die letzteren werden noch nie so gute Geschäfte gemacht haben, wie am gestrigen Freitag, wo die Läden bis zum späten Abend überfüllt waren. Wir glauben allerdings nicht daran, daß dieser massenhafte Einkauf überhaupt notwendig war. Vor allen Dingen mußte doch auch Rücksicht genommen werden auf arme Leute, die nicht in der Lage sind, auf einmal so große Mengen Lebensmittel einzukarffen bezw. zu bezahlen. Wenn wirsticki Mangel an Lebensmitteln eintcktt, was ollen dann diese armen Leute tun? Hoffen wir, daß unsere Sorge unbegründet sei. * Am 21. Aüg. tritt eine totale Sonnenfinsternis ein, sichtbar in der nordöstlichen Hälfte Nordamerikas, in der nördlichen Hälfte des Atlandifchen Ozeans, in Europa, der westlichen Wülste Asiens, dem nordwestlichen Teil des indischen Ozeans und in den nördlichen Polargependen. In Deutschland und Oesterreich- Ungar» wird nur, ein Teil des Tagesgestirnes durch den Mond verdeckt. Füg Eichen beginnt die Sonnen - finsternis nach mitteleuropäischer Zeit um 12.10 Min. mittags und endet um 2 Uhr 35 Minuten nachmittags. Die Gyößc der Verfinsterung beträgt 0,73 des Sonnen- durchmcssers. n E i e h e n. 30. Juli. Voraussichtlich werden der Fürst und die Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich der nächste» Aufführung des „Pfarrers von Kirchfeld" beiwohnen. o Lauter. Ein hiesiger Landwirt, der seine drei feiten,Schweine nicht verkaufen konnte, griff zur Selbsthilfe, schlachtete und verkausle sie auf der Kirmes zum Preise von 60 Psg. für das Pfund Fleisch und Wurst. In einem Tage war alles verkauft. Büdingen, 28. Juli. Unser Städtchen bildete aus Anlah des 500 jährigen Jubelfestes der Schühengesellschaft heute den Treffpunkt der Schützenoereine Hessens und Hessen-Nassaus. Fürst Wolfgang von Psenburg-Büdingen begrühte die Schützen und überreichte den Ehrentrunk. Um 8 Uhr fand groher Zapfenstreich statt. Die Festfeier im „Fürstenhof" begann kurz nach 9 Uhr. Fürst Wvlfgang eröffnete die Feier und begrühte die Gäste. Namens der Feststadt Büdingen sprach Bürgermeister Fendt. Kreisrat Geheimrat Böckmann sprach namens der Behörde und übergab die vom Grohherzog der Schützen- gesellschaft verliehene Fahnenschleife und den vom Kaiser gestifteten Kaiserpreis, einen prachtvollen Becher. Schützenmeister Tberling dankte namens der Schühengesellschaft und ernannte den Fürsten zum Ehren-Oberschützenmeister. Der Fürst übernahm mit herzlichen Dankesworten den Kaiserpokal für den Schützenverein. Die Vertreter von Worms, Frankfurt und Mainz sprachen die Glückwünsche der Brudervereine aus. Heute vornüttag 8 Uhr fand die Abholung des „Ritters" im Schlosse statt. Beim Fest- gottesdienst im Hain hielt Pfarrer Göbel die Festpredigt. Um 11 Uhr waren die festlich geschmückten Straßen der Stadt dicht besetzt. Es galt nämlich den Festzug zu sehen. Unter Zugrundelegung eines einheitlichen Gedankens hatte man geschichtliche Bilder aus der Vergangenheit in einem historischen Festzug zu effektvoller Darstellung gebracht. Seine Urheber sind Oekonomierat Andreas und Herr Rest aus München. Dem abwechselungsreichen, bunten Bild, das leider durch einen heftigen Gewitterregen gestört wurde, schlossen sich Schützenvereine aus Frankfurt, Bockenheim, Offenbach, Laubach, Hirzenhain, Gelnhausen, Hanau, Ostheim, Schlüchtern, Vilbel, Wächtersbach, Worms und Mainz an. An Fürstlichkeiten nahmen am Feste teil: die hiesige Fürstenfamilie, Graf Kuno von Stolberg zu Ortenburg, der Fürst von Virstein, die Grafen von Rechtern-Limpurg, Freiherr von Herst zu Herrnsheim u. a. mit der hiesigen Fürstenfamilie verwandte Standesherren. Fürst Wolfgang überreichte der Schützengesellschaft eine Fahnenschleife in den schwarz-weißen Psenburgschen Farben. Mit dem Festessen in der vom Fürsten erbauten Festhalle war um 2 Uhr der eigentliche Festakt verbunden. Der erste Schützenmeister Tberling erklärte, daß durch die 5 Jahrhunderte des Bestehens der Schühengesellschaft sich die Liebe und Sorgfalt des Hauses Psenburg zur Schützengesellschaft wie ein goldener Faden durch deren Geschichte ziehe; jederzeit habe das Haus Psenburg der Schützengesellschaft Schutz und Unterstützung gewährt. Auch der jetzige Fürst Molfgang bringe dem Verein die größte Geneigtheit entgegen und habe gerne die Ehrenherrschaft über das Jubelfest übernommen. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch auf den Fürsten und sein Haus ein. Kreisrat Geheimrat Böckmann gedenkt des Kaisers, der mit starker Hand das Vaterland leitet und seine Wehr schlagfertig hält. (Lebhafter Beifall). Nach' dem Hoch auf Kaiser und Großherzog spielte die Musik die Kaiserhymne, und darauf sang die Festversammlung „Die Wacht am Rhein". Des Fürsten Wolfgang Vorschlag, an Kaiser und Großherzog Ergebenheitstelegramme abzusenden, fand allseitige Zustimmung. Es wurden im weiteren Verlauf des Festaktes noch zahlreiche Glückwunschreden und Ansprachen, vielfach von Hochrufen begleitet, gehalten, die das Fest gebührend verschönten. Das Iubiläumsschießen wurde um 3*/» Uhr durch den Schutzherrn, den Fürsten Wolfgang, eröffnet, der den Ehrenschuß abgab. Trotzdem der Festplatz bedeutende Spuren des Regens aufwies, herrschte doch lebhaftes Treiben bis spät zum Abend. Neueste Meldungen. Nach neueren Meldungen verlangt Rußland sogar von Oesterreick die Einstellung der Feindseligkeiten gegen Serbien und Lösung des österreichisch-serbischen Konfliktes durch Verhandlungen. Dies i gilt für Wien natürlich als ganz unannehmbar. Die ganze schwedische Flotte wird kriegsbereit gemacht. Sämtliche Marineurlauber sind zurückgerufeni Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen. Äirüfilche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 2. August, 8. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadlkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vorm. 914 Uhr: Pfarraffistent Hoffmann. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags lV/ 4 Uhr: Kinderkirche für die Markusge- meinde. Pfarrassistent Hoffmann. In der Iohanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten ans der Lukasgemeinde. Vorm. 9Yi Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abcnvs 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Iohannessaal. Katholische Hrmcinde in Gießen. ' Samstag, 1. Aüguft. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 2. August. Vorm. 614 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm, um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht. Oie Bakterien spielen erfahrungsgemäß bei der Uebertragung von Haarkrankheuen eine hochbedeutsame Rolle. Man muß dafür sorgen, daß die Bakterien auf der Kopfhaut nicht zur Entwicklung gelangen, sondern weggeschwemmt werden, und das geschieht erfahrungsgemäß am besten durch regelmäßige Waschungen der Kopfhaut und der Haare mit Schwarzkopf-Shampoon, welches durch S einen eklatanten Reinigungswert die Kopfhaut und die jaare desinfiziert. Durch diese Waschungen üben Sie die verständigste und zweckentsprechendste Haarpflege aus, die natürlichen Funktionen des Haares treten wieder in ihre Rechte, Kopfschuppen verschwinden und das Haar erscheint glänzend und üppig. Es ist daher ratsam, nur dieses Fabrikat zur Kopfwäsche zu benutzen oder auf dessen Verwendung beim Friseur zu hestehen. Schwarzkopf-Ihamvoon kostet das Paket 20 Pf., mit Eigelb-, Nadelholzleer-, Kamillen-Extrakt-, Schwefel-, Sanerstofi-, Kräutcr-Ext: .!!-, Lanolin-, Peru-Tannin- oder Birkenbalsäm-Zusatz Paket 25 Pf. Ein Paket gratis bei Einkauf von 6 Paketen. Gegen vorzeitiges Ergrauen, zur Kräftigung des Haarwuchses, auch zur Erleichterung der Frisur nach der Kopfwäsche behandle man Kopskaut und Haare regelmäßig mit Pcrund-Emulsion, große Flasche M. 1.50, Prodeflasche 60 Pf., in'Apotheken^ Drogerien, Parfümerie- und Friseur-Geschäften erhältlich. Allcinigss Fabrik.: Hans Schwarzkopf, G. m. b. H., Berlin N 37. Ingelheimer * Rotwein ganz vorzügliche Qualität liefert in jedem Quantum P.C. Saalwiichter Weingutsbesit*er Nieder-Ingelheim alt. Gewinnbringende (tfC)CfyäftC aller Art, Gewerbebetriebe, Grundstücke, Landwirtfcbafun, &gr Tndurtrieunternebmcn für ernftb Kapitalisten zwecks Kaut ober Beteiligung sofort gefuebt. Gegr. 1902. Conrad OttoLr'behm.s verlangen Sie unoerbindl. Bcfucb Bergedung von Zimmerarbeiten. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und seiner Ergänzung vom 24. Februar 1911, sowie der Verordnung vom 15. Februar 1912 werden nachstehende Jimmcrarbriteu zur Ueberdachung der Terrassen an den Krankengebäuden in der Heil- und Pflcge- ankatt zu Gießen hiermit in drei Losen öffentlich ausgeschrieben. Im ganzen sind erforderlich ca. 13,20 cbm scharfkantig geschnittenes Tannenholz zu liefern, ca. 1200 Itdm Holz zu verzimmern und zu hobeln, ca. 350 gm gehobelte Dachschalung. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen können bei uns eingesehen und letztere (ohne Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei spätestens bis zum Eröffnungs termin, Freitag, den 14. August 1914, vormittags II Uhr, bei uns (Stephanstraße 13) einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 31. Juli 1914. Großh Hochbauamt Gießen. Becker. krfaluung eines Eandmädchm aus dem ^sgelsberg über die Liessener Lrwerbe.-Iusslellung. Don E. K. Keil, Gießen. (Fortsetzung.) Un wenn du was zu baue hast, Sei's Kühstall oder Schloß, Empsehl ich dir die Firma hier Detail un aach engros. Un vorne steht an Pavillon Vom Braubach un vom Fischer, Das is die chemische Wäscherei Für Kleider, Suits un Tücher! Denn was mer schmuglich hie tut trage, Das kriegt mer sauber wieder, Ob Uniform mit Silberkrage, Ob Bluse mit viel Flitter. Ob Hose, Gehr,ock, ob Kleid, ob Bluse, Ob Tücher nett und sein, Das alles wird als da gereinigt Perfekt und klar und rein. Ich will die Firma stetig lowe, Ob hier, oder ob daheim, Man brauch jo aach gar viele Klcrer Bei Hochzeit, Kindtauf, Tanz und Wein. Eich war aach mal in der Bäckerei, Hui is' das awer'n Verkehr, En Dalscher mil'm Würstchen drin Kann mer da warm verzehrn. Küche, Torte, Caks und Pai Wird hier ganz frisch gebacke, Mei Schorsch ärwet ach in 'er Bäckerei, Wo'se Zieg'l und Backstee mache. Wenn ich mal wirrer nach Gieße kom, Da tu ich'n hoiher für'n, Daß er backe lernt, das süße Zeug, Die mög'n mal belehrn. Jetzt will ich noch die Festhall seh, Dann wer'n ich mich mal drücke, Vom viele Laase tut mer weh Mei Füß un aach mei Rücke. In der F e st h a l l sieht es prächtig aus, Daist's aach wunderschön, Und wenn du was genieße willst, Dann mußt du da nei gehn. Die Wänd, die sind mit Tuch behängt Und seh'n mit Blume herrlich aus, Die Musik spielt so sein und zart Ein Stück von Richard Strauß. Hier gibt es viele gute Sache Zum esse und zum trinke, Bier, Wasser, Wein und Kaffee Un aach belegte Brod mit Schinke. Und wenn man müd gelaufen ist, Setzt man sich hier zur Ruh', Man lackt und singt, man trinkt und ißt Und hört der Musik zu. Drum geb' ich euch den guten Rat Bevor ihr geht nach Heim, Tut recht nach alter deutscher Art Und kehrt erst hier mal ein. Lebt wohl! Ihr Herrn Soldate Vom Gießner Regiment, Ihr habt recht schön geblase, Man sieht, daß ihr was könnt. Ihr blonde und ihr schwarze Mit Schnurbärt schön und stramm, Wenn ich mein gute Schorsch net hät, Dann nehm ich an zum Mann. „Mein Fräulein, wie hat's ihne hier Gefalle, bei uns in Gieße!“ „Mein Kombliment! Herr Advokat, Es ist des Rühmens wert. Ich sag euch all recht vielen Dank, Ich will jetzt heimwärts geh'n, Es bat mir hier recht gut gesall'n, In der Ausstellung war's wirklich schön. So leb' denn wohl du schöne Stadt, Du Perle an der Lahn, Wir wünschen dir Glück und Erfolg, Bevor wir heimwärts fahr'n. Wem gilt nun unser Abschiedsgruh? Dir uns'res Landes Zier! Ein dreimal Hoch! dem Protektor, Heil! Ernst Ludwig Dir! Ende. £a«6imrtc düngt eure Wintersaaten im Herbst bei der Bestellung auch mit dem bewährten schwefelsauren Ammoniak dem bestgeeigneten Stickstoffdüngemittel für die Herbstdüngung. Tine mäßige Gabe von 20 — 30 Pfund pro Morgen, welche auf die rauhe Furche zu streuen und mit einzueggen ist, wird vollständig ausgenutzt und macht sich reichlich bezahlt. Die Saat wird gekräftigt und bestockt sich gut und ist infolgedessen wiederstandsfähiger gegen tierische und pflanzliche Schädlinge, wiederstekt der Auswinterung besser und bringt bedeutend höhere Erträge. Schweselsaures Ammoniak ist überall zu haben. Der Preis ist so gestellt, das; die Stickstoffeinheit im schwefels. Ammoniak erheblich billiaer ist als im Chilesalpeter. Aussührlichc Schriften über Herstellung, Anwendung und Wirkung zu den einzelnen Kulturpflanzen, auch besondere Schriften über die Herbstdüngung der Wintersaaten, sowie Rat und Auskunft in allen Düngungs- und Wirtschastsangelegen- hciten stets unentgeltlich durch die Landwirtschaftliche Auskunftsstellc der Deutschen Ammoniak-VerkaufS-Dereinigung, G. m. b. H. in Gaffel, Schöne Aussicht 12. ii ■ um ju i i» Offizieller Schluss: Montag, den 3. Auftust Gewerbe-Ausstellung Giessen 1914 für Oberhessen und angrenzende Gebiete Mai—August Protektor: Seine Kgl. Hoheit Groseherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein Ausstellungsplatz: Liebigstrasse, eine Minute vom Bahnhofe entfernt Hervorragende Einzel - Ausstellungen der oberhessischen Gewerbe, Industrien und Künste — lieber 400 Aussteller Vorführung von Althandwerken im Betrieb: wie Handweberei, Nagelschmiede, Kunsttöpferei u. Häfnerei Täglich grosse Konzerte guter Regiments- und Zivilkapellen Grosse Festhalle mit vorzüglicher Verpflegung und besonderen Konzerten und künstlerischen Dirbietungen Althessen, gemütlicher Wirtschaftsbetrieb mit flotter Bedienung und Bauernkapelle VQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQ Ziehung am 12. n. 13. August 1914 > jfjothaer ^ Lotterie 4638 Gewinne i. W. v. M. 50000 Hauptgewinne i. W. v. M. IOOOO 5000 I nen ä I M Porto u. Liste 25Pf.extr. LU JG 0 IIVI. \achn. 20 Pf. teurer. Zu hab. in allen Losegeschäft, u. bei d. Kgl. PreuD. Lollerie-Einnelimern Ankauf—Verkauf Bon Alteise«, Lomvea. Knochen, Kupfer, Mrsstug, Blei, Zink, Ztu», rc. Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold - und Silbersachen Münzen und Anttquitäten. Louis Rothenberger, Gießen. iNaiadorstern beste Schweisswollen für Strümpfe & Socken, nicht einlaufend nicht Filzend. *t Qualiräfe r». Stark - Ex tra-Mitfel - Fein. Sauberes zuverlässiges Mädchen in kleinen Haushalt gesucht per lo. August. (£. Bramm, Gießen, Marktplatz 18. Weralldetteu Holzrabritenmalratzen, Kinderbetten Eiscnmöbelsabrik, Suhl i. Thür. Für unseren leider verstorbenen Hauplagenlen Herrn Heinrich Krieh suchen wir einen geeigneten Nachfolger Hohe Provision wird gewährt uud das bestehende Geschäft überwiesen. Angebote andie General-Agentur der Londoner Phönix-Feuer-Asse- curanz-Societät, Frankfurt a M., Königsstrasse 81 erbeten. Viaschbdract SalVrTerpJfon z C\ u - £ufmi t - Ii,, /Ibradon ßimvtefn Ii................ Lahns Seifen -TabnKen-Barmen Junger Mann nüchtern und gewissenhaft mit etwas Baarvermögen ivird auch sofort für einen Vertrauensposten gesucht. Sichere und angenehme Stellung Gest. 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Vorddentsche Automobil-Werke, Hameln. cJ^ eifi/iar c <üio ••• ««MBfWWM ■*»«>*•* ■ ^ • *— • »«.58-0. . v -4'*.<•*-- r-- l "% ^ . * W"- --w vw;^. . . ■**# * :%'■»■ ' ' ( r Anzeig e n . K i r c h 1 i _ che Evangelische Gemeinde. Abendmahlsfeiern, für die Ausrückenden und ihre Fam finden statt : in de r S tafitkirche I D 1 fl n fl t t B>_den 4. August und Mittwoch, den 5. August, jedesmal um 7 Uhr. abends. in der Johanneskirche : M o n t a g , den 3 August und Dienstag, den 4. August jedesmal 7 % Uhr abends. A n m e 1 düng nicht erforderlich. Darmstadt *» * aug 'a« io Bekanntmachung Nr 3. Mnnrhni ni i j hfft hr» Verstärkte Be Fer ^ Tclegruphcu- uslcmde. und ist gänzlich e ingestell t und findet auch auf dem Wege über andere Länder nicht mehr statt. Es werden' daher keinerlei Postsendungen nacn angegebenen fremden ' mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Briefkasten zur Einliefcrung gelangende Sendungen werden den Absendern zurnckgcgeben. Der private Telegraphen- und Fernsprechverkehr zu und von ------ ist eben ^ ' u bie|cu Ländern ' falls eingestellt. 3 . Darmstadt /£/ „ /y Bekanntmachung Xlv. 2. Auf Anordnung des Staatssekretärs des Reichs-Postamts. Beschränkungen für den p§ft-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr. t. postverkehr mit dem Auslande. Von jetzt ab werden nach dem Ausland und den deutschen Schutzgebieten mit nachstehend aufgeführten Ausnahmen nur noch offene Postsendungen in deutscher Sprache angenommen und befördert. Pakete sind nicht mehr zulässig. Private Mitteilungen in geheimer (chiffrierter oder verabredeter) Sprache oder in anderer als deutscher Sprache, ferner solche über Rüstungen, Truppen- oder Schiffsbcwegnngen oder andere militärische Maßnahmen sind verboten, cs sei denn, daß sie von militärischer Seite als zugelaffcn bescheinigt sind. Wertbriefe und Kästchen mit Wertangabe sowie Postaufträge nach dem Ausland und den deutschen Schutzgebieten können jedoch unter folgenden besonderen Bedingungen zur Beförderung übernommen werden: Die Auflieferung ist nur unmittelbar bei Postämtern zulässig, soweit sie nicht militärischerseits für bestimmte Bezirke ganz verboten wird/ die Auflieferung bei Postagenturen, Posthilfstellen und durch die Landbriefträger ist demnach verboten. Briefliche Mitteilungen, soweit sie überhaupt zulässig sind, müssen in deutscher Sprache abgefaßt sein und dürfen keinen verdächtigen Inhalt haben Die Sendungen sind bei den Postämtern offen vorzulcgen und demnächst unter Überwachung der Beamten zu verschließen und zu versiegeln. 2 . Telegraphen- und Fernsprechverkehr mit dem Ausland und im Inlands. Privattclegraminc nach dem Ausland und im Inlande müssen in offener und deutscher Sprache abgefaßt sein. Telegramme in fremder oder in geheimer (chiffrierter oder verabredeter) Sprache sowie solche über Rüstungen, Truppen- oder Schiffsbewcguugen oder andere militärische Maßnahmen sind verboten. Die Telegramme müssen bei der Auflieferung mit Namen und Wohnung des Absenders versehen sein. Auf Verlangen müssen sich Absender und Empfänger über ihre Persönlichkeit ausweisen. Der private Fernsprechverkehr nach dem Ausland und nach einigen am Schalter zu erfragenden Grenzgebieten des Inlandes wird eingestellt. Außerhalb dieser Grenzgebiete dürfen Gespräche im innern deutschen Verkehr nur in deutscher Sprache geführt werden und keine Mitteilungen über Rüstungen, Truppen- oder Schiffsbeweguugcn oder andere militärische Maßnahmen enthalten. Der Funkentelcgraphcuverkchr wird eingestellt. Weitere Beschränkungen oder Erleichterungen des Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehrs bleiben Vorbehalten. 2 . ekanntmachung. eine Majestät Der Kaiser haben die 1 der Armee befohlen. rf rr ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff t. , (n fit t i f /f// 1 / J. L / - // //