b » pfg. monaütch B i eMMckich M eereuSiablbei, frei i«» H«u», » ntat DWeAUt»» »der tu den Z»etz- »>*(•*rtfcltra «■uimrfH «0 f fs- — «rtetzeru, £ ? P t 6 f ( f 0 ■ : w* <—»Nt». — Redaktion: Setter», mg SB. — AG» ttaffcoBaftrung oder Rüttendung nicht ,ert«q»er Wewiflrt»lf wird nicht garantiert, vertag der ,,»tech«»«r Zeitung" K. «. d. H Anzeigenpreis 15 pfg. * Me 44 mm breite Petit,eile für Auswärts SO Pfg Die 90 mm breite Re k la m e . Z e i l e 50 Pfennig Selrerstoeg 85. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grüht berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung», zieles (30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchriften ohneBerbindlichkei-.. Druck der «ietzeucr BerlagSdruckerei. Albt» Klein. Nr. 59. Trtep hon: Nr. 362. Samslag, den 25. Juli 1914. T e l e i> h o n 11t. 3t!2. 26. Juhrg. Oesterreich-Uptzttrns Ultimatum au Lerlien. Annahme des Ultimatum oder Urica; Di« Würfel find gefallen ! Die Note Oesterreich - U lgarns an Serbien ist gestern nachmittag 6 Uhr der serbischen Regierung mit der Forderung überreicht worden, datz die Antwort bis spätestens Samstag, den 25. Juli, abends 6 Uhr, erfolgt. Also ein Ultimatum! Sicherlich ist die österreichische Note eine Ueberraschrmg für Europa. Einmal wegen ihrer bestimmten Form in Gfftalt eines Ultimatums mit einer Frist von 48 Stunden. Zum anderen wegen ihrer energischen Sprache. Nachdem jetzt die Welt mit den Einzelheiten der Untersuchung über das Attentat in Serajewo bekannt gemacht worden ist, erscheint es wohl jedem unparteiisch Urteilenden klar und zweifelsfrei, daß Oesterreich mit vollem Recht von dem Lande eine volle Genugtuung fordern kann und mutz, in dem alle Fäden der Ve» jchwörung vvn Sarajewo gesponnen wurden, vpn dem aus die unheilvolle Tat in Szene gesetzt worden ist. Denn das steht jetzt Unumstötzlich fest. Der Plan zu vcm Morde ist in Belgrad von serbischen Offizieren ausgeheckt, die verwandten Bomben und Waffen sind von serbischen Offizieren und Beamten geliefert und von leienden serbischen Grenzbeamten über die Grenze geschafft, eie schuldigen Verbrecher sind sozusagen von serbischen • Offizieren auf serbischem Boden abgerichtet und abge- chickt worden. Ob Serbien mtn willens ist, diese energischen Folierungen Oesterreichs anzuerkennen, lästt sich jetzt noch richt sagen. Es sind ja von verschiedenen Kabinetten Europas offiziös Mahnungen an Serbien ergangen, ibcr man batte wohl nicht mit solch scharfen Forderun- ;en Oesterreichs gerechnet, als man Serbien zur Nach - ;abe riet. Auch in Petersburg war man der Ansicht, >ast Serbien Oesterreich eine Genugtuung schulde, wenn inch mit der Einschränkung, dah Serbiens Ho- ieitsrechte dadurch nicht berührt werden dürsten. Diese Forderungen Oesterreichs greisen aber — das ist nicht u leugnen — fast Punkt für Punkt in Serbiens Ho- («itsrechte ein. Es erscheint uns nach diesen Forderun- ien Oesterreichs, das mutz offen gesagt werden, unwahrscheinlich, dah Serbien das Ultimatum Oe- lerreichs annimmt. Es ist somit die Möglichkeit k r i e- ierrscher Aulseinandersetzungen zwischen )estcrreich-Ungarn und Serbien in nächste Nähe gerückt. Re Entscheidikng hängt an einem seidenen Faden, und s ist jetzt nur die Frage aufzuwerfen, wie sich das üb- ige Europa, der Dreibund bezw. der Dreiverband, da- u stellen wird, wenn es zwischen der Donaumonarchie nd Serbien zu einem Kriege kommt. An sich kann man wohl ruhig sagen, daß jeder Staat, der nach dem Untersuchungsergebnis der Sarajewoer Tat Serbien Beistand leisten würde, direkt eine Mitschuld an dieser Tat auf sich lädt. * Wien, 23. Juli. Der österreichisch-ungarische Gesandte in Belgrad hat heute nachmittag der königlich serbischen Regierung nachfolgende Note überreicht: Am 31. März 1909 hat der königlich serbische Gesandte am Wiener Hof im Austrage seiner Regierung der k. k. Regierung folgende Erklärung abgegeben: Serbien erkennt an, dah es durch die in Bosnien geschaffenen Tatsachen in seinen Rechten nicht berührt wurde, und dah es sich demgemätz den Entschliehungen anpassen wird, welche die Mächte inbezug auf den Artikel 25 des Berliner Vertrages treffen werden. Indem Serbien den Rätschlägen der Grohmächle Folge leistet, verpflichtet es sich, die Haltung des Protestes und Widerstandes, die es hinsichtlich der Annerion seit dem vergangenen Oktober eingenommen hat, aufzugeben und verpflichtet sich serner, die Richtung seiner gegenwärtigen Politik gegenüber Oesterreich-Ungarn zu ändern und künftighin mit diesem Lande auf dem Fulhe freundnachbar- licher Beziehungen zu leben. Die Geschichte der letzten Jahre und insbesondere die schmerzlichen Ereignisse des 28. Juni haben das Vorhandensein einer subversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie gewisse Peile ihres Gebietes loszu- trennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der serbischen Regierung entständ, hat in der Folge jenseits des Gebietes des Königreichs durch Akte des Terrorismus, durch eine Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gesunden. Weit entfernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen formellen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die königlich serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unterdrücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen gegen die Monarchie gerichteten Vereine u. Vereinigungen, die zügellose Sprache der Presse, die Verherrlichung von Urhebern von Attentaten, die Teilnahme von Offizieren und Beamten an den subversiven Umtrieben. Sie duldete eine ungesunde Propaganda im öffentlichen Unterricht und duldete schlietzlich alle Manifestationen, welche die serbische Bevölkerung zum Hatz gegen die Monarchie und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten konnten. Diese Duldung, der sich die königlich serbische Regierung schuldig machte, hat noch in jenem Moment an- gedauert, in dem die Ereignisse des 28. Juni der ganzen Welt die grauenhaften Folgen solcher Duldung zeigten. Es erhellt aus den Aussagen und Geständnissen der verbrecherischen Urheber des AtteMats vom 28.Juni datz der Mord von Sarajewo in Belgrad ausgeheckt wurde, datz die Mörder die Waffen und Bomben, mit denen sie ausgeslatlet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, die der „Narodnv Obrana" angehören, und dah schlietzlich die Beförderung der Verbrecher nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen veranstaltet und durchge - führt wurde. Die angeführten Ergebnisse der Untersuchung gestatten es der K. K. Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartender Landmut zu beobachten, die sie den jahrelangen Treibereien gegenüber eingenommen hat, die ihren Mittelpunkt in Belgrad haben und von da auf das Gebiet der Monarchie übertragen werden. Diese Ergebnisse legen der K. K. Regierung vielmehr die Pflicht auf, diesen Umtrieben ein Ende zu bereiten, die eine ständige Bedrohung für die Ruhe der Monarchie bilden. Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich die K. K. Regierung gezwungen, von der serbischen Regieruüg eine offizielle Versicherung zu verlangen, datz sie die gegen Oesterreich-Ungarn gerichtete Propaganda verurteilt, d. h. die Gesamtheit der Bestrebungen, deren Endziel es ist, von der Monarchie Gebiete loszulösen, die ihr angehören, und datz diese sich verpflichtet, diese verbrecherische und terroristische Propaganda mit allen Mitteln zu unterdrücken. Um diesen Verpflichtungen einen feierlichen Charakter zu geben, wird die Königlich serbische Regierung auf der ersten Seite ihres offiziellen Organs vom 26.—13. Juli nachfolgende Erklärung veröffentlichen: „Die Königlich serbische Regierung verurteilt die gegen OesterreichÄngarn gerichtete Propaganda, d. h. die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren Ziel es ist, von der österreichischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr angehörcn, und sie bedauert aufrichtig die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. Die Königlich serbische Regierung bedauert, datz serbische Offiziere und Beamte an der vorgenannten Propaganda teilgencmmen und damit die freundnachbarlichen Bezieh- irladrung eine; Eandmädcben; au; dem vogel;berg über die 6ie;;ener 6ewerbe-Hu;;kellung. Von T. K. Keil, Bietzen. (Fortsetzung.) Die Wagebauer Howe ausgestellt Landauer, Brei, Jagdwagc, Gepolstert und hübsch autzstaffiert, Zum sitze mit Behagen. IV. Teil. „B a u e r n s ch e n k!" Aha was neues, Für Bauern ganz speziell, Es sind aach viele Bauern drin Und trinke Bier'che klar un hell. Es kos? ka 20 Pfennig hier, Es kost' ja blotz' en Grofche, Deswege wird so viel geschmiert, Mer muh den Durscht doch lösche. Es sein net lauter Bauern drin, Es scin'erc aach aus dtr Dtadt, Die Herrn der Schöpfung trinken gern Bei Fleischwurft un Salat. Aach spare wollest«: heut zu Tag Die Bauern un die Städter, Vom Kemper war das e gut Idee, Sei Geschäfte sein aach besser. „Glück auf" zum Bergbau, ja „Eiück auf Ihr Knappen wohlgemut, Nehmt Abschied noch von Weib und Kind Und seid auf euerer Hut. Un wenn ihr in die Grube fahrt Im frühen Morgenschein, Zur Arbeit um das liebe Brot Zieh Hoffnung mit euch ein. Un wenn das Tagwerk ist vollbracht Und eure Sehnsucht geht hinauf, Dann grützt mit ihrer stillen Pracht Die Muttererde mit „Glück auf". Was ihr mit Fleitz zu Tag befördert, Ob Kohle, Erz, ob Stein, Regiern die Welt im Handwerksstand, Weil sie sehr nützlich sein. Man sieht hier viel Maschinerie Zur Arbeit un zum Schutz, Un schmucke Bergleut sind grad hier In ihrem schönsten Putz. Ich will jetzt in die Eruwe sahr'n Und rufe froh: „Glück auf!" Hinein geht es den schmalen Weg, Hinein in Nacht und Graun. Da kam ein schmucker Bergmann her, Der gab mir einen Schmatz, „Glück auf" du schöne holde Maid, Du gibst amol mein Schatz. Ich bin nun wieder am Tageslicht Im hellen Sonnenschein; „Glück auf" du Bergmann, Schicht für Schicht, Ich denke ewig dein. Un hoi nu in der zwoat Barak Grad' owe an der Eck, Da is die schöne Töpferei Von K e tz l e r aus Wieseck. Un wenn du wieder heimwärts ziehst, Willst ein Geschenk dir kaafe, Hier hast bu Auswahl mannigfach Un brauchst net weit zu laafe. Hoi sieht mer Schüssel, Dübe, Deller Un Krüg' mit Henkel ohne Zahl, Un sonst noch viele schöne Sache, Auf Wunsch, un aach nach Wahl. Un in dem Zimmer newe 'a, Do brauchest« viel Luft, Der hot'en Klumbe glühend Glas Un macht „Puff, Puff, Puff, Puff." Doi mache schiene Sächelcher Für Physik un Chemie, Doch zu dem Blase, da gehört Gut Lung' un Energie. Doi mache Glas un Gläsercher Un Trichter ohne Zahl, Mit Maatze un mit Mäser'cher Hübsch rund uN aach oval. Professor, Doktor, Apotheke, Die all' du's trefflich low«, Un wenn du ebbes nötig hast, Dann gehst du hin zu Kob e. Hier läht die Stempelsawerik Aus Eietze etwas seh, Dazu gehört gar viel Geschick Un aach was Renomee. (Fortsetzung folgt.) ungen gefährdet haben, die zu pflegen sich die König!. Regierung durch ihre Erklärung vom 31. März 1909 feierlich verpflichtet hat. Die Königliche Regierung, die jeden Gedarrten oder jeden Versuch einer Einmischung in die Geschicke der Bewohner, welchen Teiles Oesterreich - Ungarns auch immer, mißbilligt und zurückweist, erachtet es für ihre Pflicht, die Offiziere und Beamten u. die gesamte Bevölkern^ des Königreichs ganz ausdrücklich aufmerksam zu machen, daß sie künftig mit äußerster Strenge gegen jene Personen Vorgehen wird, die sich derartiger Handlungen schuldig machen sollten, Handlungen, denen vorzuoeugen und sie zu unlerdrük- ken, sie alle Anstrengungen machen wird." Diese Erklärung wird gleichzeitig zur Kenntnis der Königlichen Armee durch einen Tagesbefehl Sr. Majestät des Königs gebracht und in dem offiziellen Organ der Armee veröffentlicht werden. Die Königlich serbische Regierung verpslichlet sich überdies: 1. jede Publikation zu unterdrücken, die zum Hasse und zur Verachtung der Monarchie aufreizt und deren allgemeine Tendenz gegen die territoriale Integrität des Landes gerichtet ist; 2. sofort mit der Auflösung des Vereins „Rarodna Obrana" vorzugehen, dessen gesamte Propagandamitlel zu konfiszieren und in derselben Weise gegen die anderen Vereine und Vereinigungen in Serbien einzufchrei- ten, die sich mit der Propaganda gegen Oesterreich-Ungarn beschäftigen. Die Königliche Regierung wird die nötigen Maßregeln treffen, damit die aufgelösten Vereine nicht etwa ihre Tätigkeit unter anderem Namen oder in anderer Form fortsetzen; 3. ohne Verzug aus dem öffentlichen Unterricht in Serbien, sowohl was den Lehrkörper als auch die Lehrmittel betrifft, alles zu beseitigen, was dazu dient oder dienen könnte, die Propaganda gegen Oesterreich-Ungarn zu nähren; 4. autz dem Militärdienst und der Verwaltung im allgemeinen alle Offiziere Und Beamte zu entfernen, die der Propaganda gegen Oesterreich-Ungarn schuldig sind, und deren Namen, unter, Mitteilung des gegen sie vorliegenden Mgterials, der Königlichen Regierung bekannt zu geben, sich die K. K. Regierung vorbehält; 5. einzuwilligen, daß in Serbien Organe der K. K. Regierung bei der Unterdrückung der gegen die territoriale Integrität der Monarchie gerichteten subversiven Bewegungen Mitwirken; 6. eine gerichtliche Untersuchung gegen jene Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni einzuleiten, die sich aus serbischem Territorium befinden. Von der K. K. Regierung hierzu delegierte Organe werden an diesbezüglichen Erhebungen teilnehmen; 7. mit aller Beschleunigung die Verhaftung des Majors Voja Tankovic und eines gewissen Milan Eigano- vic, setbischen Staatsbeamten, vorzunehmen, welche durch die Ergebnisse der Untersuchung kompromittiert sind; 8. duvch wirksame Maßnahmen die Teilnahme der serbischen Behörden an dem Einschmuggeln von Waffen und Erplosivkörpern über die Grenze zu verhindern und jene Organe des Grenzdienftes von Schabatz und Loz- nica, die den Urhebern des Verbrechens von Sarajewo beim Uebertritt über die Grenze behilflich waren, aus dem Dienste zu entlassen und streng zu bestrafen; 9. der K. K. Regierung Aufklärung zu geben über die nicht zu rechtfertigenden AeUßerungcn hoher serbischer Funktionäre in Serbien und im Auslande, die, ihrer offiziellen Stellung ungeachtet, nicht gezögert haben, sich nach dem Attentat vom 28. Juni in Interviews gegen Oesterreich-Ungarn auszusprechen; 10. die K. K. Regierung von der Durchführung der in den vorigen Punkten zusammengcsaßten Maßnahmen zu verständigen. Die K. K. Regierung erwartet die Antwort der, Königlichen Regierung spätestens bis Samstag, den 25. d. Mts., um 6 Uhr nachmittags. Ein Memoire über das Ergebnis der Untersuchung von Sarajewo, soweit sie sich auf die in Punkt 7 und 8 genannten Funktionäre bezieht, ist dieser Note beizuschließen. Die bei dem Gericht in Sarajewo gegen Gabriele P r i n c i p u n d E e n o s s e n wegen des am 28. Juni d. Js. begangenen Meuchelmordes bezw. wegen Mitschuld hieran anhängige Strafuntersuchung hat bisher zu folgenden F e ft st e l l u n aje n geführt: 1. Der Plan, den Erzherzog Franz Ferdinand während seines Aufenthalts in Sarajewo zu ermorden, wurde in Belgrad von Gabriele Princip, Ndoljko, Ea- brinovic, einem gewissen Milan Ciganovic und Trifko Grabez unter Beihilfe des Majors Voja Tankovic aus- gcheckt; 2. die sechs Bomben und vier Browningpistolen, deren sich die Verbrecher als Werkzeug bedienten, wurden dem Princip, Eabrinovic und Grabez in Belgrad von einem gewissen Milan Ciganovic und dem Major Voja Tankovics verschafft und übergeben; 3. die Bomben sind Handgranaten, die aus dem Waffendepot der serbischen Armee in Kiagujewatz entstammen; 4. um das Gelingen des Attentats zu sichern, unterwies Milian Ciganovic Princip, Eabrinovic und Grabez in der Handhabung der Granaten uNd gab in einem Walde neben dem Schiehfelde von Topschider, dem Princip und Grabez Unterricht im Schießen mit Brow- ningpislolen; 5. um dem Princip, Eabrinovic und Grabez den Uebergang über die bosnisch-herzegowinische Grenze und das Einfchmuggeln ihrer Waffen zu ermöglichen, wurde ein ganz geheimes Transportsiiftem durch Ciganovic organisiert. Der Eintritt der Verbrecher samt ihren Waffen nach Bosnien und der Herzegowina wurde von den Erenzhauptleuten von Schabatz (Rade Popovic) und Loznica, sowie von den Zollorganen Rudivoj Grbic von Loznica mit Beihilfe mehrerer anderer; Personen durchgeführt. Die Ltellungnabme der (Großmächte Das österreichische Ultimatum an Serbien hat in Europa alle anderen politischen Interessen in den Hintergrund gedrängt. Diesmal glaubt man nicht mehr, sondern man weih, daß es ernst wird, wenn Serbien sich nicht bedingungslos unterwirft. Alles hängt zunächst von Serbien ab. Ob es die Blutschuld von Sarajewo durch fortgesetzte Haksstarrigkeft vervielfachen oder sich, wenn nicht in ReUe, so doch im Gefühl seiner militärischen Minderwertigkeit den haften, aber gerechten Befehl Oesterreichs ftigen wird, muß über Krieg und Frieden entscheiden. Oesterreich kann sich aus Ausflüchte nicht einlassen und muh marschieren lassen, wenn bis Samstag nachmittag 6 Uhr nicht alles bewilligt ist, was es verlangt. Zwar droht die österreichische Note den Kfteg für den Weigerungsfall.Serbiens nicht ausdrücklich an, Oesterreich würde sich selbst unmöglich machen uNd um allen Kredit dftngen, wenn es nicht die letzten Konsequenzen aus seinem Vorgehen zu ziehen entschlossen wäre. Es ist schwerlich anzunehmen, daß Oesterreich nach einer militärischen Unterwerfung der Serben Ansprüche auf allserbisches Gebiet machen würde. Viel eher wäre denkbar, daß es den Fehler, den es mit der freiwilligen Rückgabe des Sandfchak Noviba- zar an die Türkei gemacht hat, endlich wieder gutzumachen gedächte und den Sandfchak von neuem okkupierte. Damit würde es Serbien einen sehr wichtigen Teil der Errungenschaften des Sieges über die Türken nehmen und einen Keil zwischen Serbien und Montenegro treiben, was bei den serbisch-montenegrinischen Verschmelzunasplänen, von denen jüngst die Rede war,, von großer Wichtigkeit sein würde. In Deutschland steht man trotz der bedeutenden wirtschaftlichen Schädigung, die schon mit der diplomatischen Einleitung der österreichischen Aktion verbunden ist, und die sich im Kftegsfalle noch wesentlich steigern muß, ganz auf Seiten Oesterreichs, weil man die Gründe des Vorgehens der Wiener Regierung kennt und billigt, und weil man keine Freude daran haben kann, seinen nächsten Bundesgenossen zu> einem Objekt des Hohnes werden zu lassen. Das Reutersche Bureau meldet aus Petersburg: Der heutige Ministerrat dauerte vier Stunden. Man versichert, daß Rußland unverzüglich intervenieren und von Oesterreich-Ungarn verlangen wird, die F r i st des Ultimatums h i n a u s z u s ch i e b e n, um der europäische Diplomatie Zeit zu geben, ihren Einfluß geltend zu machen. Das amtliche russische Organ veröffentlicht folgendes CommuniqUee: Die Kaiserliche Regierung, lebhaft besorgt durch die überraschenden Ereignisse und durch das an Serbien von der österreichisch-ungarischen Regierung geftchtete Ultimatum, verfolgt mit Aufmerksam - keit die Entwickelung des österreichisch-serbischen Konflikts, in dem Rußland nicht indifferent bleiben kann. Wien, 24. Juli. In hiesigen informieften Kreisen wird die Lage als sehr e r n st angesehen. Große Befriedigung ruft die Haltung Deutschlands hervor. Im übrigen hält man die Weltlage derart, daß si« aus eine Lokalisierung des österreichisch-serbischen Konfliktes hindeutel. Unter allen Umständen hätte die Monarchie nicht anders handeln können, als sie es jetzt tut. Ihr Blick ist nicht nur nach Belgrad gerichtet; sollte es sich zeigen, daß Rußland für die serbischen Umtriebe «intritt, so wird auch das für die Monarchie keine Ueber- raschung sein. Der Weltkrieg ist kein Schreck- geivenst für die Monarchie, deren Regierung alles erwogen hat und bereit i st. Die Forderungen der Monarchie müssen in ihrer Gesamtheit angenommen werden. Der österreichische Gesandte in Belgrad, Freiherr v. G i e s l, hat den Auftrag, falls die serbische Regierung bis Samstag abends 6 Uhr pünktlich die vorbehaltlose Annahme der in der Note vom 23. Jüli angeführten Forderungen nicht notifiziert haben sollte, mit dem Personal der Gesandtschaft Serbien zu verlassen. Sofort nach Ablauf der Antwortfrist des österreichischen Ultimatums wird im Falle einer ablehnenden Antwoft Kaiser Franz Josef sich in einem M a n i f e st an seine Völker wenden. Dieses Manifest wird die Kriegserklärung an Serbien enthalten. Es besteht die Absicht, daß dieses Manifest schon in der Nacht aus Sonntag durch Ertrablätter zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gebracht werden soll. Alle militärischen Vcftehrungen sind bereits getroffen. Schon gestem Freitag abend sind an 6 Korps Mobilmach Ungs- o r d e r s ergangen. Der Schlag gegen Serbien soll mit aller Kraft und sehr schnell geführt werden. 350 000 Mann werden gegen Serbien und Montenegro diftgiert werden. Außer den 6 Kops macht auch die Kriegs - inarine mobil. Einberufene Reservisten in großer Menge treffen bereits mit allen Zügen in Wien ein. Die Bevölkerung ist ernst und erwartete ruhig die weitere Entwickelung. Nach Gesprächen, die der Vertreten der „Telegra- phen-Union" mit serbischen maßgebenden Politücrn und Diplomaten hatte, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die serbische Regierung der österreichisch-ungarischen Note ein glattes Unannehmbar entgegenfteklen wird. Wahrscheinlich wird die Regierung den AuSwea wählen, die Note Oesterreich-Ungarns gar nicht zu beantworten. Man erwartet, daß die Garnison der HaUpt st adt zurückgezogen und in das Innere des Landes verlegt werden wird. Man glaubt, daß die Regierung die Archive und Staatsgelder gleichfalls ins Innere schaffen lassen und den österreichischen Truppen gestatten wird, Belgrad ohne Schwert- st r e i chl e i n z u N e h m e U. Di« serbische Regierung rechnet damit, daß mit dem Einmarsch der österreichischen Truppen in Belgrad die Mächte zu einer Intervention gezwungen werden. Die österreichische Note an Serbien ist von der österreichischen Regierung vorbereitet worden, ohne daß diese sich vorher mit der Berliner Regierung in Verbindung gesetzt hat. Man hat sich nicht einmal in Berlin einen Rat erbeten und hat auch nicht andeutungsweise Ton und Inhalt der Note vorher mitgcteilt. Das Berliner Auswärtige Amt sieht die Situtztion zwar nicht hoffnungslos, aber sehr ernst an. Die diplomatischen Vertreter der Balkanstaaten waren für heute zu Besprechungen ins Auswärtige Amt geladen. Der serbische Geschäftsträger Dr. Jowa- nowitsch und der griechische Gesandte Teotokis hatten heute längere Besprechungen mit Herrn von I a - g o w und dem Unterstaatssekretär Dr. chimmermann. Der rumänische Gesandte Dr. Beldiman trifft Montag in Berlin ein. Auch der türkische Geschäftsträger weilte heute längere Zeit im Auswärtigen Amt, um mit den deutschen Diplomaten über die eventuelle Haltung der Türkei Rücksprache zu nehmen. >iU5 Stad t und Land. n Gießen, 23. Juli. Das Urteil des Provinz i a l a u s s ch u s s e s in Sachen! der Stadtoer - ordnetenwahl vom November voftgen Jahres, nach dem die Mandate der Stadtverordneten u n g i l t i g find, ist jetzt ausgefertigt und den Beteiligten znge- stellt worden. Wenn kein Einspruch dagegen erhoben wird, ist das Urteil nach 8 Tagen rechtskräfüg. n Gießen, 24. Juli. Das gestern staitgefundene 38. I u g e n d f e st ist in allen seinen Teilen gut verlausen. Oberbürgermeister Keller war auch mit melh reren Stadtverordneten inmitten der großen Festverfamm- lang. Es war wieder eine Lust, den Kindern bei ihren Spielen mit Zusehen zu können. Gießen kann aus dieses Fest mit seiner zweijährigen Folge nur stolz sein. s Darm st adt. 230 000 000 Mark hinterlasscu hat der in London verstorbene „Diamantenkönig" Bare net Sir Julius Wern her. Er war ein geborener Darmstädter und hat doft am 9. April 1850 das Licht der Welt erblickt als Sohn des um die heffffchen Bahnen verdienten Eisenbahntechnibers August Wernher. Der spätere Multimillionär hatte in Mainz die Schule besucht, dann in einem Bankhaufe zrt Frankfurt a. M. sein« Lehrzeit durchgcmacht, war von 1869 in Pafts, von 1871 ab in London im Bankfach« tätig, begab sich noch 1871 nach dem Kaplande und hat sich dort bis 1877 mit dem Einkäufe von Rohdiamanten abgegeben. JTu$ aller Mit. * Eine ungemein reiche Aprikvfenernt« steht in diesem Jahre in sicherer Aussicht. Nach - dem Ufteil der Landwirte standen die Bäume seit Jahrzehnten nicht so vielversprechend da wie jetzt. Alle Zweig« sind förmlich überladen von Früchten, die bereits di« Größe einer starken Nuß zeigen und durchweg gesund sind. Selten findet man unter vielen tausenden von Aprikosenbäumen einen Baum, der nicht reiche Ernt« verspricht. ::: Madrid. Das Flugzeug des spanischen Flie gers Avaro stürzte, als dieser eine Rotlandung uu ternahm, bei Aranda auf einen mit 8 Personen besetzten Bauernwagen. Ein Kind wurde getötet, die sieben anderen Insassen des Wagens wurden schwer verwundet. Auch der Flieger erlitt ernste Verletzungen. /"” Solide Existenz. Kleine, aber sehr einträgliche Versand-Niederlage (kein Laden), die bis 4000 Mark jährlichen Verdienst abwirft, soll einem fleissigen Herrn, auch Nichtkaufmann von leistungsfähiger Firma eingerichtet werden. 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Die freie Verteilung der 100000 Exemplare geht von einem Londoner Institut aus, und'wird ein Exemplar jedem, der darin interessiert ist, franko ’zugesandL Es braucht kein Geld geschickt zu werden; wer jedoch will, kann 20 Pf. in Briefmarken, für Porto, usw. beilegen. Alle Nachfragen für das freie Buch sollten wie folgt adressiert sein: National Institute of Sciences, Freie Verteilung, Dept. 3316, Nr. 258, West- minster Bridge Road, London, S. E. England. Verlangen Sie einfach ein Exemplar des Buches ,,Der Schlüssel zur Entwicklung der inneren Kräfte“ und erwähnen Sie die Zeitung. Das Porto nach England beträgt 20 Pfg. ausende verdanke ire glänzende SSeilun 9 iegenea Wissen und Können dem Stadium der weltbekannten thode ustlo Selbst-Unterrichts -Werke verbanderW mit elogebeatfem brieflichen Fernuirterrlciit. Herauf gegeben vom Rustlnechcn Lphriosulut. etflglert von Professor C. Ilzl ß DlrehVren, 22 Professoren als Mltj/rbelter. Die Studlenanslalt Das LehrerLnnen- Semlnar f Präparand DeKMlttelschullelir^r Das lionservatopfum Der get*. Kaufmann Das Gymnasium Da3 Realgymnasium' Dia Qfcerrealschule D.Ablturlenten-Exam. Der EIdJ. -Freiwillige Die Handelsschule Das Lyzeum Jedes ".Verk Ist liäuTlic' (Einzelno Liefer Ansichtssendungen ohne Die Werke Rind gejjeu mozyhtl. Der Bankbeamte er wiss. ged. Mann Die Landwirtschaftsschule Dia Ackorbauschu!« Die landwlrtschaftl. Fachschule JzieTornsigpn & 90 PI. , i Mark 1.244 aufzwang bereitwilligst (enzahlttujf. von Mark 3.— Diew issen sch vf? liehen UnterriAts- werke, Methode Rustin, fetzen keine York* oafuisse voraus und haben den Zw. ei, den Studierenden l. den . Besuch wissenschaftlicher Lehranstalten voUstär.dig zu ersitzen, tlou Schill' 2 eine umfassende,aediegene Bildung, besonders die ßurch den Schulunterricht zuXrwerbend. Kenntnisse za verschaffen, und 3. InvortroffWcher Weise aufExamen vorzuberprten. Ausl an /u beziehen. DiosV Zweck ird dadurch erreich, . A. dass vier Unterriont wissenschaftlich er^Lehi aast alten nachje ahmt ß dass der \Jnterricht in so eln- faoher und\ründllohor Weiso erteilt wird. tA,ss jeder den Lehrstoff veretcheX muss, und C. dass bei dem brieflichen Fernunterricht auf dlo 'individuelle Veranlagung jedes 8chuiera RUoksloht genommen wird .rliche Broschüre sowie Dankschreiben Uber bestandene Examina gratis! \ Endliche Vorbildung zur Ablegung von Aufnahme- und Abschlußprüfungen usw. — Vollständiger En Ersatz für den Schulunterricht. > / Bonness &. Hachfeld, Verlag, Potsdam 8. O. Kirchliche Kachnchre. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonnlag, den 26. Juli, 7. nach Trinitatis. Jtolleftc für, die innere Mission. In der Sladlkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierlen aus der Markusgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Vechiolsheimer. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorherbei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. \\/ x Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrei Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 26. Juli. Vorm. 614 Uhr: Gelegenheit zur hi. Beicht. Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Bormt um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm, um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht. Grösste Leistungsfähigkeit durch Grosseinkauf für eigene Geschäfte in Nürnberg Erlangen Amberg Würzburg Schweinfurt Aschaffenburg Fulda Giessen und weitere Verkaufsstellen Springmann’s Saison-Ausverkauf beginnt Samstag, den 25. 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