PfSHiprti 2f pfg. monatlich Mi*e»*aWbrr, frei tat Hau» »n »der in den Zweig. «0 Vtg - «rfcheiat . — Redaktion: Selter». CM« SB. — §•« Scfkcarabruna oder Rü»f«nt>«ng nicht Ur»d«»»>rr »amaNiiple wird nicht garantier«. Meatag der Mietzeaer Zeitung" iS. «. d. H, Lxpeditio«: Zelter § weg 8S. gnzeigenpreir 15 pfg. » »tf 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 30 Psg. Die 90 mm breite Reklame. Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhr berechnet. Rabmt kommt bei Ueberfchreirung des Zahlung«, zieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfaü. Platzvorschristen ohncBerbindlichle,.. Truck der «iegener Berlagsdrnckerci. Aldi« Mein. } Jfa. 58. Telep hon: Nr. 362. Mittwoch, den 22. Juli 1914. Telephon Nr. 362. 26. Jahrg. Uor einem öfierreicbifcb-ferbifcben Konflikt. Graf Berchtold hat gestern beim Kaiser, Franz Joses eine einstrindige Audienz gehabt, vorher hat der österreichische Geneyrlstabschcs unerwartet seinen Urlaub abgebrochen und ist naci) Wien zurückgekehrt, an den Börsen macht sich eine hochgradige Nervosität bemerk - bar, und die serbische Regierung hat große Munitions - bestellungen gemacht. Das sind alles Erscheinungen, die manche Schlüsse auskommen lassen. Bestimmt verlautet, daß die für Serbien bestimmte österreichische Note im Wortlaut fertig und vom Kaiser genehmigt sei, so daß die Ueberrcichung der österreichischen Forderungen an die serbische Regierung in allernächster Zeit bevorsteht. Der Inhalt der Note ist noch nicht bekannt, doch nimmt man an, das; Oesterreich-Ungarn in ganz bestimmter Form von Serbien Genügtuung für das Attentat von Sera- jewo fordern wird, dessen Fäden nach Belgrad hinüber- greifen sollen. Wenn hierzu der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Staaten lokalisiert bleiben möchten, so wird man an die Zeit vor und zu Anfang des Balkankrieges denken müssen, damals hatte man auch den sehr bc - rechtigten Wunsch, daß die diplomatischen Balkan-Verwirrungen auf ihren Herd beschränk! bleiben möchten. Die Zeit hat «s uns aber gezeigt, datz die Diplomatie unberechenbar ist und ganz Europa mit den Balkan - wirren zu tun bekam. Auch hier im Falle Oesterreich gegen Serbien kann man nicht Voraussagen, die Verhandlungen bleiben lokal. Die beiden Verbündeten Oesterreich-Ungarns, Deutschland und Italien, werden nur solange als Zuschauer Gewehr bei Futz stehen, solange auch die anderen europäischen Staaten diese Zurückhaltung bekunden. Sollte sich aber z. B. Rußland, was ja schon immer die serbischen Interessen offensichtlich gefördert hat, hinter Serbien stellen und ihm auch hier in diesem durch die al- lertraurigstcn Ereigniffe entstandenen Konflikt helfen zur Demütigung und zum Nachteil unseres schwer geschädigten Bundesgenossen, so würde der Dreibund solidarisch handeln und erneut der Welt zeigen, datz er fest und treu seinem Vertrage gemätz handeln wird. D i e Entscheidung dürfte bald fallen, wenn Serbien nicht volle Genugtuung gibt und Oesterreich - Ungarn dann militärische Schritte unternehmen mühte. A. K. Die „Nordd. Allg. Jtg." schreibt in ihren Wochenrückblicken: „In den Auslassungen der europäischen Presse zu der in dem Verhältnis Oefterreich-Un- kttadrung einer Candmädcbens aus tiem vogelrberg über tiie kierrener Kewerbe-Hurrtellung. Don C. K. Keil, Giehen. Un wenn se sitze im Luftballon, Dann dürfe'se net vergesse, Denn wenn'se in de Wolke sei, Dann mütz'sese die Höh mal messe. Der Schmittgall un sein Master Schmidt Hot Instrumente ohne Zahl Un Vrillegläser alle Sorte Un Zwicker ganz nach deiner Mahl. Un wenn e Mann das Fiewer hat Un kann bal net mi schwitze, Dann kimmt der Doktor schnell herbei. S Thermometer anzusetze. Do^js das Fröbel-Seminar Mit all sein Kinnergäre, Die Kleen« hu das all gemacht Aus Holz, Papier un Erre. Die Mutter will amal ins Dorf, Will bei a Kaffeekränzche, Dann schickt's ihr'n' Bub in Kinncrgoare Un sät: „bist brav mein Hänsche". Die kloane Mädger un die Buwe, Die hu als lange Weil, Doch wemi'se do beisammc sin, Dann slteht die Zeit in Eil. Sie mache lauter schöne Sache Und singe frohe Lieder,, garns zu Serbien obwaltenden Spaltung machen sich immer mehr Stimmen geltend, die anerkennen, dätz Oesterreich-Ungarns Verlangen, eine Klärung seiner Beziehungen zu Serbien herbeizuführen, berechttgt ist. Dabei schließen wir uns der an mehr als einer Stelle ausgedrückten Hoffnung an, datz durch rechtzeitiges Einlenken der serbischen Regierung das Entstehen einer ernsten Krisis vermieden werde. Jedenfalls läßt es das solidarische Interesse Europas, das bisher in der langen Balkankrisis in der Bewahrung des Friedens unter den Großmächten zur Geltung gekommen ist, erwünscht und geboten erscheinen, datz die Auseinandersetzungen, die zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien entstehen können, lokalisiert bleiben." Wien, 20. Juli. Wie man aus wohlinformier- ten Kreisen erfährt, ist die Untersuchung wegen des Attentats in Serajewo abgeschlos- s e n. Die Ergebnisse werden augenblicklich den Großmächten milgeteilt und ebenso die Forderungen, die Oesterreich an Serbien stellen wird. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Untersuchung wird nur aus Interesse des Gedankenaustausches mit den Großmächten noch hinausgeschoben. Nach der Veröffentlichung wird die D e- marche Oesterreichs in Belgrad unmittelbar erfolgen und für die Erfüllung der Forderung wird Oesterreich Serbien eine ganz kurze Frist lassen. Nunmehr ist, wie aus Ofen-Pest telegraphiert wird, die Anklageschrift gegen die Handelsschüler Jak. Schäfer und Rudolf Hercigonja veröffentlicht worden. Her- cigonja, 1896 geboren, wird angeklagt, Schäfer zU dem Anschläge überredet und wiederholt geäußert zu haben, daß AtteMate gegen hochstehende Personen wie Erzherzog Franz Ferdinand, Gras Tisza und andere notwendig seien. Hierdurch solle Anarchie hervorgerufcn und ein Einbruch der serbischen Armee zum Zwecke der Vereinigung Kroatiens mit Serbien erleichtert werden. Albanien. Fürst Wilhelm besichtigte, wie das Wiener Korr.-Bureau aus Durazzo meldet, Sonnabend abend sämtliche Eeschützabteilungen, um für die Neuangekommenen Eebirgsgeschütze entsprechende günstige Positionen scstzustellen. Als sich der Fürst bei dieser Gelegenheit an den bei der Besichtigung der Stellungen anwesenden Bildhauer Eürschner wandte, um dessen Meinung über die Geschützpofittonen zu hören, und dem anwesenden verantwortiichen Artilleriekommandanten Fa- bius gegenüber verschiedene Bemettungen machte, fühlte sich dieser beleidigt und nahm seinen Abschied. Man hört nur Jubel, Lust un Lach«, Ob in dem Saal, ob uner'm Flieder. Un wenn wir aach mol Kinner Howe, Js anerla wie viel, Dann schicke mir'se in Kinnergoare Zur Kurzweil, Lust und Spiel. Jetzt Hab' ich alles hier geseh, Wohl in dem grüß Gebäu', Denn au'se ist noch viel zu seh Mit all den viele Leu. III. Teil. Un vonne gleich zur linke Hand Do stiht en grüße Staa, Vom tiefe Bauamt soll er sei Don der Gießer Stadtgemaa. Sack, I u g h a r d t, H o r st un wie'se^ Die hawe ausgestellt (sonst all heiße, Für Brücke un für, Häuserbau In Städte, Land un Feld. Man kann die Firmas jedem lowe, Der etwas brauche tut, Für Häuser, Scheuer, Stall un Schuppe, Für jedes Schloß un Gut. Für Entwässerung un für Kanal, Für Fußweg autz Zement, Un Platt un Plättchen a große Wahl, Für Boden un aach Wänd. Un hinne steht a Bienehaus Mit einem Völkchen drin, Die fliege ein, sie fliege aus Und mache sum sum sum. * Die albanischen A u s st ä n d i s ch e n, die, wie berichtet, in ihrem Vermittelungsgesuch an die Mächte die Gesandten Deutschlands und O e st e r r e i ch- Ungarns boykottiert hatten, haben nun am Sonntag infolge der Solidaritätserklärung sämtlicher Eroßmächtevertreter den beiden Uebergegangenen doch Briese gesandt, worin sie eine Zusammenkunft für den 22. Juli Vorschlägen! Die Vertreter der Großmächte haben auf die aus dem Lager der Rebellen eingelroffene Einladung, zu den Verhandlungen nach Schiak zu kommen, geanlwor- tet, daß sie mit der Einleitung der Verhandlungen einverstanden seien, doch müsse als Verhandlungsort Durazzo gewählt weihen. Falls die Abgesandten der Aufständischen jedoch nicht genügend Vertrauen hätten, nach Durazzo zu kommen, so möchten sie sich am Mittwoch zu dem acht Kilometer östlich von der Bucht von Dru- razzo gelegenen sogenannten Sasso Bianco begeben, um mit einem Boot auf ein dort liegendes Kriegsschiff gebracht zu werden, wo sich auch die Vertreter der Großmächte zu den Verhandlungen einfinden würden. In Dukazzo ist ein an den Fürsten gerichtetes Telegramm Jsmael Kemals eingetroffen, in dem er dem Fürsten mitteilt, daß er im Verein mit verschiedenen Notabein aus dem Süden des Landes in Argyrokastro, Tepele und Delvino ein Wohlfahrtskomitee organisiert habe, dessen Bestreben es sei, den F ü r - st e n zu u n t e r st ü tz e n. Das Telegramm schließt mit dem Rat an den Fürsten, die Kontrollkommission in größerem Maße zur Regierung heranzuziehen, weil dadurch nach der Meinung des Wohlfahrtskomitees der Sache des Fürsten besser gedient werden könne. Dürazzo, 20. Juli. Gestern abend wurde ein über eine Stunde andauerndes lebhaftes Gewehr- und M i t r a i l l e u s e n f e u e r, in das auch die Geschütze mit über 70 Schüssen eingriffen, dadurch verursacht, daß in der Nähe der Borpostenlinie starke feindliche Patrouillen gesichtet wurden, die jedoch alsbald flohen. Vom Feinde wurde sonst keine Spur bemerkt. Gleich nach dem ersten Kanonenschuß wurden von dem österreichisch-ungarischen Kreuzer „P a n 1 h e r" und dem deutschen Kreuzer „Breslau" größere Marineabteilungen gelandet, die später wieder zurückgezogen wurden. Politifcbe RundFcbau. Deutschland. * Wie nach dem Verhallen des neuen Regimes in Elsaß-Lothringen zu erwarten war, hat der Kaiser!. Mei Schorsch, der hat gar oft gesungen: „Mein Herz, das ist ein Bienenhaus": Drumm wird mir aach mei Herz beglomme, Wenn Biencher fliehe ein un aus. Mei Schorsch ist wie die Männer all, Wenn der a Bienche sieht, Dann will'r gleich vom Honig lecke, Läßt mich allei da stieh. Ja Bienehonig der schmeckt gut, Von Mädchenmund und auch vom Bienchen, Drum sieht man beide gar zu gern Hübsch, emsig, freundlich und mit Grübchen. Da hinne is a stilles Plätzche, Will ich net viel von sage, Wir Mensche all, wir wär'n emal Zum Friedhof nausgetragen. Drum Mensch, sei „edel", das ist schön. Sei „hilfreich" und sei „gut", So wirst du vor Gericht bestehn, Wenn's geht zur cw'gen Ruh. Un wenn du so gewirket hast Für deine Lieben groß und klein. Dann streut man Blumen auf dein Grab Und setzt dir einen Stein. Un hinne in der egst Barack Do ist die W e w e r e i, Mit Motor und mit Handbetrieb Aus Webstühl grüß un klei. Das Wewcrschiffche hört mer surr,n, Das läuft schnell hin un her, Un tausend Färem sei gesponne In 'd läng un kreuz un quer. Statthalter von Dallwitz es abgelehnt, den bisherigen Bürgerm ei st er Knöpfler in Zabern wieder zum Bürgermeister zu ernennen, obwohl der Eemeinderat Knöpfstr mit 17 von 23 abgegebenen Stimmen der Regierung zur Bestätigung empfohlen hatte. Oesterreich. * Der österreichische Eeneralstabschef Conrad von Hötzendorf, der seit 3 Tagen in Jnnichen im Pustertal zum Sommeraufenthalt weilte, hat seinen Urlaub plötzlich abgebrochen und ist infolge einer telegraphischen Berufung nach Wien abgereist. Bulgarien. ' Bülgariens Kriegsminister brachte in der Cobranje eine Vorlage ein, wodurch die Militär - Verwaltung ermächtigt wird, von Zeit zu Zeit sämtliche vom Militärdienst Besreiten bis zum Alter von 46 Jahren, soweit sie durch die ärztliche Untersuchung als zum Militärdienf» tauglich befunden werden, einzuberufen. Die Zahl der vom Militärdienst Befreiten beträgt 20000. In dem Motivenbericht zur Vorlage wird erklärt, datz diese Maßnahme sich deshalb als notwendig erweise, weil man bei dem letzten Kriege feststellen konnte, dah eine große Anzahl der Tauglichen zu untergeordneten Diensten verwendet wurden, während zahlreiche Kranke sich bei der Truppe befanden, und von dieser verpflegt wurden. ' An der rumänisch-bulgarischen Grenze lam ein neuer Zwischenfall vor. Die bulgarische Regierung verlangt eine internationale Kontrollkommission. Rußland. » Präsident Poincaree ist am Montag in Kronstadt eingetroffen und vom Zaren Nikolaus empfangen worden. Am Abend fand in Pe- terhos ein Festmahl statt, bei dem Trinksprüche gewechselt wurden. Schweden. ' Im schwedischen Reichstag legte am Sonnabend der Minister des Innern einen Antrag auf Legung eines direk'ten Kabels Deutschland — S ch w e d e n vor. Als Anteil für Schweden werden 360 000 Mark verlangt, unter der^ Voraussetzung, daß Deutschland sich mit derselben Summe beteiligt. Mexiko. ' Puerto M e r i k o, 19. Juli. Dem Vernehmen nach begibt sich der deutsche Kreuzer „Dresden" mit Huerta und Blanquet zunächst nach Jamaika. Der Kreuzer soll heute abfahren. Von Jamaika aus wird sich Huerta mit der nächsten Fahrgelegenheit nach Europa begeben. Er wird dann dauernden Slüfenthalt in Paris nehmen. Uom (Uulfcben UnioerfitätsfludiHm. Darüber veröffentlichten die „Frankfurter Nachrichten" folgenden Artikel: Der Besuch der deutschen Universitäten ist in den beiden letzten Jahrzehnten bekanntlich so rapid gewachsen, dah er infolge der Ueberfüllung der meisten gelehrten Berufe die allgemeine Aufmerksamkeit erregt. Die enorme Vermehrung der deutschen Studentenschaft, die vor zwanzig Jahren erst 27 000 zählte, setzte vor etwa 15 Jahren ein, wo sie bereits auf 33 000 gestiegen war; vor drei Jahren war die Zahl auf 57 230 em- Tischtücher wern allweil gewowe, Die sei'n für'n Grußherzog, Die Kunst die muß mer darin lowc Mil Rosette, Stern un Boge. Der Wewer is e fixer Kerl, Der an dem Handstuhl stiehl, Dos git’er wie en Blitz un Schlag Un wirrer hot'er e Stück. A Lauterbacher Master soll das sei, Die sei ja weltbekannt, Was die all wewe schmuck un sei Git üwer Stadt un Land. Es git nach in die neu« Welt Weit über's grüße Meer, Das Lauterbacher Leine wohl bekannt Bei Yankee reich un schwer. Un in dem Zimmer newe 'a, Da is' die Sattlerei, Da ftet)t mer Kummet, Sättel, Riemenzeug Für Gäutcher grüß un klei. Da sieht mer kräftig Riemenzeug Für schwere Arbeitspferde Un leicht Geschirr für Schees' im Boky, Für Hansel, Lis', Hektar un Ereie. > Zinngießer sieht mer aach do ärwen Mit Tiegel, Zinn un Blei, Sie gieße Möwel un Soldare Un sonst noch vielerlei. Da! komme ganze Regimenter Aus der Form heraus spaziert, Franzose, Deutsche un Engländer, Mit Musik un mit Trommelspiel. porgeschnellt, im Sommer 1913 erreichte sie die gewaltige Höhe von 60 346 Köpfen und im lausenden Halbjahr sind die 21 Universitäten des Reichs von 60 943 Studierenden besucht. Ist die Jahressteigerung von 597 auch wesentlich geringer als die der voraus gegangenen Semester, so übersteigt sie doch noch die früheren durchschnittlichen Jahreszunahmen von etwa 500 von 1880 bis 1895. Die neueste geringere Zunahme beruht übrigens ausschließlich auf einer Steigerung der weiblichen Studierenden, die binnen Jahresfrist von 3436 auf 4117 emporstiegen. Das Anschwellen der Studentenziffer im letzten Dezenium, das übrigens in fast allen Kultur - staaten beobachtet wird, ist u. a. zurückzuführen auf die neuen Prüfungs- und Studienordnungen mit ihrer Steigerung der Anforderungen an den Einzelnen und der damit einhergehenden Verlängerung der Studienzeit, ferner auf das größere Bedürfnis von Staat und Gesellschaft nach akademisch Gebildeten, zu einem beträchtlichen Teil aber auf das starke Hereinströmen von Angehörigen der mittleren und unteren Klassen unseres Volkes in die Hallen der Universitäten. Wie die heutige Studentenziffer auf die einzelnen Fakultäten bezw. Studienfächer sich verteilt und wie die einzelnen Berufe dem Vorfahr gegenüber besetzt sind, zeigt die nachfolgende Gegenüberstellung: Philosophie, Philologie oder Geschichte studieren 14 321 gegen 15 471 im Vorjahr, Medizin 15 920 gegen 14 750, Rechtswissenschaft 9824 gegen 10 396, Mathematik und Natur - Wissenschaften 8086 gegen 8346, evangelische Theologie 4345 gegen 3882, katholische Theologie2058 gegen 1965, Kameralia und Landwirtschaft 3876 gegen 3405, Phar- macie 1098 gegen 1073, Zahnheilkunde 980 gegen 655, Forstwissenschaft (in München, Tübingen und Gießen) 211 gegen 190 und Tierheilkunde (nur in Gießen) 203 gegen 213. Die Zahnärzte haben darnach am stärksten zugenommen, beträchtlich auch die Mediziner und die evangelischen Theologen, geringer die Kameralisten und Landwirte, die katholischen Theologen und Pharmazeuten, während die Philologen und Historiker und die Juristen und die Mathematiker und Naturwissen - schaftler nach jahrelangem Aufstieg zurückgingen. Dem nunmehr eingetretenen Abfluß vom höheren Lehramt und vom Justizdienst, denen die akademische Jugend in den letzten 10 Jahren so massenhaft zUge- strömt war, sodaß jetzt fast überall eine Ueberproduktion an Kräften vorhanden ist, steht sonach eine Zunahme der Zahnärzte und eine weitere wesentliche Steigerung der ohnehin so außerordentlich zahlreichen Mediziner und der evangelischen Theologen gegenüber. Die Besuchs - Ziffern der einzelnen Universitäten zeigen, daß insbesondere die Hochschulen der drei Großstädte Berlin, München und Leipzig immer mehr zu Großbetrieben sich ent- wickeln. An ihnen befinden sich allein 20 523 Studierende, fast ein Drittel der Gesamtzahl oder so viel wie an den 12 kleineren und mittleren Schwester-Anstalten zulsammen . Berlin steht mit 8538 an der Spitze, München zählt 6626 und Leipzig 5359. Ihr Besuch hat sich seit 1895 etwa verdoppelt. Es folgen dann Bonn mit 4524, Freiburg hat 3178, Halle 2855, Göttingen 2834, Breslau 2813, Heidelberg 2668, Marburg 2522, Kiel 2330, Tübingen 2219, Münster 2169, Jena 2007, Wllrzburg 1605, Königsberg 1543, Greifswald 1451, Gießen 1432, Erlangen 1302, Rostock 1009. Mit 4086 außerordentlichen Hörern (3112 Männer und 974 Frauen), die zu einzelnen Vorlesungen zutzelassen sind, ergibt sich diesen Sommer ein Eesamtbesuch von 65 029 gegen 53 800 vor 5 Jahren. * * * ):( Frankfurt, 20. Juli. Heute Nachmittag ist das Vorlesungs-Verzeichnis für die Universität Frankfurt erschienen und wird vom Sekretariat der Universität Frankfurt a. M. (Jordanstraße 17)auf V«r- Munitions- un aach Bagaschewäge, Kanone un Kartäschen, Un Offiziern mit huhe Krüge Un Dämcher in der Scheese. Gar vieles wird da fabriziert Aus Kupfer, Blei un Zinn, Un willst' de mal was seines hu, Dann gehst zum Zufall hin. „Alt Hesse n!" Nu was ist denn das, Gewiß a Altertum, Von auße sieht's ganz furchtbar aus, Ich glab', ich dreh mich rum. Ach nee, daß will ich doch net mache, Ich denk', ich geh' mal nei, Mer hört doch schwätze un aach lache, Kann's doch so schlimm net sei. Fräulein es kostet 20 Pfennig Für eine Biermack hier, Un wenn se sich mal setze tu, Dann trinkn'se a Gläsche Bier. O weh, hier sieht's romantisch aus, Grad' wie 'a Räuwerhöhl, Un duster ist's, es is'n Graus, Eich denk, eich mach mich höim. Uf amal awer a Glanz un Pracht Un viele Lichter brenne, Vorbei is all dje Angst un Forcht, Mer kennt vor Lache flenne. Denn owe uf der Musikbühn, Do sitze grüne Jäger, Die spiele von Lenz un Liebesmai, Aus Opern un aus Märchern. langen unentgeltlich und postfrei. übersandt. Die Meldungen zur Immatrikulation haben im Wintersemester 1914-15 vom 5. Oktober bis 10. November im Unioer- sitätssekretariat persönlich zu erfolgen. Wer als Studierender ausgenommen werden will, hat sich über seine bisherige sittliche Führung auszuweisen. Wer bereits vorher andere Universitäten besucht herrn Ministers zulässig. Von der Aufnahme ausgeschlossen sind: 1. Reichs-, Staats-, Gemeinde- oder Kir- chenbeamte; 2. Angehörige einer anderen preußischen öffentlichen Bildungsanstalt, sofern nicht besondere Bestimmungen eine Ausnahme begründen; 3. Personen, welche dem Eewerbestande angehören. Die JnmratrikUla - tionsgebühr beträgt 20 Mk., und für diejenigen, die schon auf einer Hochschule des Deutschen Reichs oder auf einer deutsch-österreichischen oder deutsch-schweizerischen Universität immatrikuliert waren, 12 Mk. Autz - länder haben an Jmmatrikulattonsgrbühr, Instituts- ü. Seminargebühren, Praktikantenbeiträqrn, Änditoriengeld, Krankenkassenbeitrag die doppelten Sätze zu entrichten. — Personen, die nicht in der Lage find, sich immatriku- licren zu lassen, können vom Rektor als Gasthörer zugelassen werden. In der medizinischen Fakultät werden in der Regel lediglich approbiette Aerzte und Me- dizinakpraktikanten zugelassen, andere Personen mir aus besonderen Gründen und mit jeweiliger Genehmigung der Fakultät. Für die Ausstellung des Hörerscheins, der immer nur für ein Semester erteilt wird, find von Inländern 5 Mark und von Ausländern 10 Mark zu entrichten. Hn $ Staat und tml * Marschübungen für das Kaiser- Manöver. Da das diesjährige Kaisermauöoer infolge seiner außergewöhnlich starken Beteiligung sich auf An Komiker war aach do dn«, Doas war en lust'ger G'sell, Un wenn 'de den mal höre tust. Dann lachste uf der Stell. Wenn der sei Mäulche offe macht, Do gibt'? a Lache un en Krisch, Un wer sich net beherrsche kann, Der leit baal un'nerm Tisch. Viel Mensche hu sich anrüsierl In „Alt-Hessen" in der Räuwerbud, Un wenn du mir's net glowe willst. Dann gih mal nin, „Komm fei f« gut". Im Koihstall bin ich aach gewest. Fürwahr recht nette Koih, Mit Schnurbäck un mit Brillegläser, Mit Hoffe, Röck un Hoit. Un aach die Ochse sei net Mecht, Die da herumspaziere, Die wer'n net an'm Saal gelät Mer was die tun — jo nichts verführe. Jetzt will ich a bis'che wetter geh'. Leb' wohl du „altes Hessen", Bei dir war es doch gar zu schs". Das wär'n aich net vergeffe. Un hinne in dem grüße Zelt, Do is die Seilerei, Die drewe Strick un Strickelcher Un Bennel dick un fei. Die mache Stricke für Gerüst« Un für Schiffe stolz un sei, Zum Packe alle Sorte Kordel Un Seiler für die Turnerei. (Fortsetzung fsfgj.) sehr weit ausgedehntem Terrain abwickeln wird, so werden diesmal auch ganz vesonders hohe Anforderungen an die Marschtüchiigkeil der Mannschasten gestellt werden. Um nun die einzelnen Fuhtruppen in dieser Hinsicht möglichst vollkommen auszubilden und sie allmählich für die höchsten Anforderungen marjchtüchttg zu machen, werden von fegt ab allwöchentlich größere Tagesmärsche bei vollem Gepäck im Bataillons- und Re- gimentsverbande ausgeführt. Auf diese Weise sollen die Regimenter so weit trainiert werden, daß zuletzt Tagesmärsche von 5 0 bis 60 Kilometer Entfernung erreicht werden, ohne daß ein größerer Prozentsatz- der Mannschasten fußkrank oder dienstunfähig wird. n Gießen. Die Gewerbe-Ausstellung wird am kommenden Samstag nachmittag von unserem Eroßherzog und. seiner Gemahlin besichtigt. Nach der Besichtigung werden die hohen Herrschaften der AuMhrung der Freilichtbühne beiwohnen. n Gießen. Oberbürgermeister Keller machte in der letzten Stadtverordnelensitzung die Mitteilung, »aß Geh. Kommerzienrat Heichelheim der Stadt Gießen als Grundstock für den geplanten L> a a l b a u 60000 Mark überwiesen habe. — Zu dem kürzlich erfolgten Vertrag der Provinz Oberhessen mit der Schuk- kert-Gesellschaft in Mannheim über die Lieserung elektrischer Energie wurde eine Entschließung angenommen, ! in der lebhaft gegen den Vertrag, der die Provinz und das Elektrizitätsweck Gießen schädige, prolcstieri wurde. Die Entschließung soll dem hessischen Ministerium und den Kammern der Landstände zutzehen. i n E i e ß e n. Die Abhaltung des Gießener V i e h- i Marktes ist' wegen der im Umkreis herrschenden i Maul- und Klauenseuche bis auf weiteres verboten worden. n Gießen. Unter eigenartigen Umständen nahm die Polizei einen durchgegangenen Zwangszögling fest. Der 18jährige Bursche war seinem Lehrherrn vor 14 Tagen durchgegangen, und man vermutete, daß er hier, bei seinen Eltern eines Tages ankommen würde. Am Freitag vormittag — man hatte festgestellt, daß der Durch- gegangene tatsächlich in Gießen war — rückten drei Schutzleute vor das elterliche Haus. Ein Doppelposten blieb vor der Haustüre als Wache zurück, während «in Beamter, der den Burschen kannte, in die Wohnung ging, in deren Türe die Mutier den Gesuchten mit ihrer Person deckte. Der Vogel, der zweisellos Witterung von seinen Verfolgern hatte, brach inzwischen aus dem Boden des Fachweckhauses ein Gefach durch und entkam über den Boden des Nachbargebäudes; er ging sogar unangefochten an den beiden Schutzleuten vorbei, die ihn nicht kannten? Am anderen Tage redete der «ine Schutzmann dem Vater des Flüchtlings ins Gewissen und sprach die Ansicht aus, daß der Vater ja nur einen Antrag zu stellen brauche, um den Sohn aus der Zwangserziehung heraus zu bekonrmen. Dies Vorgehen führte zu dem Erfolg, daß Vater und Sohn sich freiwillig auf dem Polizeiamt einsanden, und der junge Mensch wieder dahin gebracht werden konnte, wohin er gehörte. Aus der Polizeiwache händigte der Bursche einen geladenen Revolver und 12 scharfe Patronen aus, von denen er Gebrauch gemacht hätte, wie er freimütig versicherte, wenn man ihn mit Gewalt wieder festge - nommen hätte. «o Gelnhausen. Wie der Verwaltungsbericht des Kreisausschusses mitteilt, ist der Stadt Gelnhausen von einem Privatmann ein großes Jugendheim im Werte von etwa 50 000 Mark gestiftet worden, des- len Ausführung der Neuzeit entsprechend aus Kosten des Stifters erfolgen wird. ):( Marburg. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung den Verträgen wegen Versorgung der Stadt mit elektrischer Energie aus den Kraftwerken der Buberuswecke und später der Edeckalsperre-Ueberland - zentrale zugestimmt hat, ecklärte jetzt der Kreistag des Kreises Marburg ebenfalls sein Einverständnis damit, daß die Landorte auf dieselbe Weise mit Elektrizität versorgt werden sollen. Die Vorarbeiten sind schon soweit gediehen, daß die Betriebseröffnung am 1. Oktober erfolgen kann. ):( Frankfurt a. M. Stadtverordneter Adolf JUng ist am Montag vormittag in Bad Soden, wo er Genesung von schwerem Leiden suchte, gestorben. A. Jung ist 59 Jahre alt geworden. Er wurde in Rod a. d. Weil im Obertaunusireis als Sohn des Bürgermeisters Jung geboren, besuchte die Volksschule und ttat dann bei einem Metzger in Usingen in die Lehre. Als er ausgelernt hatte, ging er, um sich weiter au-s- zubildcn, „in die Fremde". In den meisten Großstädten Deutschlands hat er in seinem Handweck gearbeitet. 1875 trat er zur Ableistung seiner Militärpflicht bei dem Füsilier-Regiment von Eersdors Nr. 80 ein und wurde Unteroffizier. Im Jahre 1882 machte er sich in Frankfurt selbständig. Mit weitschauendem Blick und immenser Arbeitskraft vergrößerte eg sein Geschäft immer mehr. Seine vor einem Jahrzehnt erfolgte Wahl zum Obermeister der Fleischcrinnung bewies, daß seine Berufs - kollegen ihn hoch achteten. Bald darauf wurde chm dann das^ Amt des Vorsitzenden des Frankfurter Jn- nungsausschusses anveckraut. Vor vier Jahren wurde er zum Vorsitzenden der Handweckskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden gewähltk Als Veckreter des Bezicks Ostend gehöcke er seit einigen Jahren der Stadtverordnetenversammlung an. 1887 war eg dem Frankfurter Schützenverein beigetreten, der ihn 1902 zum 1. «chützenineister und 1910 zum Oberschühenmeisler erwählte. Seine Tätigkeit als Vorsitzender des Festaus - schusjes und 2. Vorsitzender des Zentralausschufses und Leiter des Zentralbureaus des 17. Deutschen Bundesund goldenen Jubiläumsschießens 1912 ist noch in aller Gedächtnis. Mtt dem Prinzen Heinrich von Preußen, dessen Schwimmlehrer er während seiner Militärzcit gewesen war, stand A. Jung in freundschaftlichem Vey- kehr. Nun hat der Tod den nimmer rastenden Mann von schwerem Leiden, das ihn im letzten Jahre befallen hat, erlöst. Möge ihm die Erde leicht sein. ! Viernheim. Der „M e d i z i n a l - V e r - band Viernheim^ veranstaltete unter sehr stacker Beteiligung ein Waldfest, um die Kasse zu stücken, da die von den Mitgliedern aufgebrachten wöchentlichen Beiträge von 50 Pfg. für freien Arzt und Medizin nicht mehr autzreichen. Das Fest wurde durch 6 Gesangvereine und einer Musikkapelle unterstützt. ! Groß-Gerau, 20. Juli. Ein Mädchen, das nach dem Genuß von Kirschen Wasser trank, starb unter schrecklichen Schmerzen. ):( Sprendlingen (Rheinh.) Am Mittwoch sollte hier eine Trauung stattsinden. Die aus Schimsheim gebürtige Braut war schon seit einigen Tagen hier, um die eheliche Wohnung einzurichten. Am Mittwoch vormittag teilte die Braut ihrem Verlobten mit, daß sie etwas Heimweh habe, sie wolle nach Schimsheim fahren, komme aber am nachmittag mit ihrem Bruder, der als Trauzeuge zu fungieren habe, wieder. Am Nach - mittag kam der, Bruder allein an. Nunmehr angestellte Ermittelungen ergaben, daß das Mädchen nach Bingen gefahren war, wo sie im Bahnhof ihr Handtäschchen abgegeben hat. In Schimsheim ist sie auch später nicht eingetroffen, wenigstens hat man bis Freitag früh von ihr noch nichts gehört. ! Bingen. Der 8. Verbandstag der Vereinigung selbständiger Buchbindermeister in Hessen am letzten Sonntag, wies einen sehr guten Besuch auf. Die Versammlung wurde von Herrn O W e i tz-Dormstadt eröffnet und geleitet. Her,r Emmerich-Lampertheim stellte den Antrag, daß die Vereinigung dahin wirken möge, daß sämtliche Submissionen auf öffentlichem Wege behandelt würden. Dem einzelnen Handwerker wäre es dann möglich, die Schleuderfirmen kennen zu lernen. Herr S 1 e i n h ä u s e r-Eießen stellte den Antrag, daß von der Vereinigung jedes Jahr in einem Rundschreiben die Preise der Vereinigung bekannt gegeben werden sollen. Dadurch hätte bei Streitftagen der Lieferant einen Ausweis. Beide Anträge wurden nach kurzer Aussprache angenommen. Jiu$ aller Mit. ::: Die Rheinische Metallwaren- und Maschinen - Fabrik E r h a r r d t (Düsseldorf) erhielt von der serbischen Regierung einen Lieferungspuftrag über Gewehre und Munition verschiedener Socken in Höhe von fünf Millionen Mark. Die Zahlung erfolgt in fünfprozentigen Schatzbons, die auf 4 Jahre ausgestellt werden und im Notfall auf 6 Monate prolongiert werden können. Der diesbezügliche Vertrag ist bereits beiderseitig unterzeichnet. ::: Berlin, 20. Juli. Das Baden in den offenen Seen hat gestern in Berlin und Umgegend wieder zahlreiche Opfer gefordeck. Nicht weniger als a ch t Menschen sind bereits als ertränken gemeldet. ::: Berlin, 20. Juli. Unter dem Verdacht, das Revolverattentat auf die Rentiere Meyer in der Xantenersträße in Wilmersdorf begangen zu haben, ist der 52 Jahre alt« P a st o r a. D. Albeck Schmidt von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Die nähere Untersuchung mutz erst feststellen, ob der Verdacht begründet ist. ::: München, 20. Juli. In der Grube B ö ck- h e i m bei Gastein sind ein Obersteiger und elf Bergleute durch Kohlenoiydgas umgekommen. ::: Hamburg, 20. Juli. Ein gewalttgerBrand brach beute nachmittag kurz nach 5 Uhr auf der Werft von Blohm & Voß auf den Dockneubauten für die Schiffe der Imperator-Klasse aus. Etwa 15 Arbeiter erlitten Verletzungen. Sechs Mann mutzten ins Krankenhaus gebracht werden. Ein unverheirateter Nieter konnte aus dem zusammenbrechenden Gebälk nicht mehr rechtzeitig befreit weiden und wurde erst später als vollständig verkohlte Leiche aufgefunden. Der Schaden ist sehr groß. ::: Aus Rom wird gedrahtet: Der Direktionsrat der italienischen Eisenbahnen wird Montag die disziplinarischen Maßnahmen bekanntgeben, die gegen die Ei- senbahnangeslellten ergckffen wurden, die anläßlich des großen, mit revolutionären Erscheinungen verbundenen Maffenausstandes gleichfalls in den Streik getreten sind! 58 Eisenbahner werden gänzlich entlassen und 300 in untergeordnete Stellungen zurückversetzt werden, wäh - rend die fällige Gehaltserhöhung bei ungefähr 1000 Eisenbahnern auf längere Zeit hinausgeschoben werden wird. Die Vereinigung der Eisenbahnangestellten, die sozialdemokratischen Charakter hat, droht bereits mit einem 24stündigen Generalstreik auf asten italienischen Eisenbahnen zu antwocken, wenn auch nur ein einziger Eiscndahnbeamter irgendrvie bestraft werden sollte. Die Befürchtung vor einem Riesenausstand infolge dieser Maßregelungen war, so heißt es nun weiter, die einzige Ursache der vor einigen Tagen erfolgten Reservisteneinberufungen in Italien, und nicht, wie man vielfach geglaubt hat, eine bevorstehende militärische Erpedilion in Albanien. Es gährt eben, wie die Sonntagsblätter in verschiedenen Blättern aus Italien melden, überall in dem appeninischen Königreiche, so daß die Befürchtung sehr nahe liegt, daß die Bestrafung der streikenden Eisenbahner, namentlich in der Romagna, zu neuen Revolten führen dürste. ::: C a st e l l a m a r e di Slabia. Während eines heftigen Gewitters in der Umgebung der Stadt schlug Sonnabend der Blitz in eine Fabrik von Feuerweckskörpern. Das Gebäude wurde in die Luft gesprengt. Alle P e r s p n e n, die sich dann befanden, wurden unter den Trümmern begraben. Sechs Leichen sind bisher geborgen worden. Oeffentlicber Sprecbfaal. Für die unter dieser Rubrik erscheinenden Veröffentlichungen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Die Wahlen der Stadtverordneten kommen durch gleiches Wahlrecht zustande. Besitz, Eigentum, Stand und Wissen gelten nicht mehr, haben keinen Vorzug. Wer die meisten Stimmen hat, ist gewählt und wenn, wie neulich die Sozialdemokraten schrieben, all die Arbeite», die in Gießen ihr Brot holen und auf den Dörfern wohnen, nach Gießen ziehen, dann haben auf einmal die Sozialdemokraten die Mehrheit und der Stadtrat besteht wie z. B. in Offenbach aus lauter Sozialdemokraten, die alles daran setzen werden, um ihr Programm zu verwicklichen — — —. Zur Zeit fehlt die volle Hälfte der Stadträte, weil das demokratische Wahlrecht jedem erlaubt als gleichberechtigter Wähler Einspruch zU erheben, selbst autz den albernsten Gründen. Ob dadurch das Gemeinwesen rutnieck wird oder nicht, darauf kommt es der Sozialdemokratie nicht im geringsten an. Ruhige Ueberlegung, Ordnung, Gemeinwohl sind nebensächliche Dinge bei einem demokratischen Regiment, dafür kann man die Beispiele greisen. Das Fehlen der, halben Stadtvertretung in Gießen gereicht übckgens der Stadt nur zum Segen. Aller Zorn, alles Gezänk um Sonderinteressen willen und nur um sich hören zu lassen, sind in Wegfall gekommen. Die Stadtgeschäste nehmen auch bei wenigen Veckretern ihren ruhigen Fortgang, die Bürger können im Frieden ihrer Arbeit nachgehen. „Das beste Regiment", hat einmal der gewesene Oberbürgermeister Mecum gesagt, „ist für eine Stadt wie Gießen: das konservative und wenn an der Spitze nur ein Dutzend geschickte Männer ständen mit dem nötigen Ernst udd Neutralität, dann wären Gießens Bürger am besten beraten." Was ich hier schreibe, ist mindestens 80 Prozent der Einwohner aus dem Herzen gesprochen ; kein Dutzend aber wagt es laut zu sagen und bei der nächsten Stadtverordnetenwahl geht's wieder, wie immer bei demokratischen Wahlen, hoch her mit Versprechungen derer, die nicht alle werden. _ Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. :: Das unser heuttgen Nummer beiliegende Flugblatt der Deutschen Ammoniak - Verkaufs - Vereinigung befaßt sich eingehender mit der Spargel-Düngung. Wir wollen nicht versäumen, unsere Leser auf die in dem Flugblatt gegebenen sehr beachtenswerten Winke besonders auf- zu machen. ZIIIII Einmachrn von Früchten für den Winter verwende man stets Dr. Oetkers „Gnmacbe-fiülfe“ Gebrauchsanweisung steht auf jedem Päckchen. Außerdem ffnd Dr. Oetker'S vollständige Rezepte zum Einmachen von Früchten, Fruchtsäften, Gelees in den Geschäften umsonst zu haben. Wenn vergriffen, schrcibe man eine Postkarte an Dr. A. Oetker, ASHrmiltelfabrik, Bielefeld. » Dauernde Freude an seinem Fahrrad hat jeder, der ein I > besterQuali-l tlt u. im Preise I außerordentl. billig. T — Reich illustrierte I Preisliste kostenlos.! Hans Hartmann A.-G.| Eisenach. Leistungsfähigstes Sporthaus der Branche. Offiziellor Schluss: Montag, den 3. August Gewerbe-Ausstellung Giessen 1914 für Oberhessen und angrenzende Gebiete Mai—August Protektor: Seine Kgl. Hoheit Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein Ausstellungsplatz: Liebigstrasse, eine Minute vom Bahnhofe entfernt Hervorragende Einzel - Ausstellungen der oberhessischen Gewerbe. Industrien und Künste — lieber 400 Aussteller Vorführung von Althandwerken im Betrieb: wie Handweberei, NagelschmiecL. Kunsttöpferei u. 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Ausgabe A: Lan<‘«tnniges Kalisalz, 3 Zentner 18°»iges Superphosphat 2 bis 3 Zentner jchwefelsaures Ammoniak. Für die hohe Bedeutung der Ammoniakdüngung im Spargelbau sprechen beredt die nachstehenden Versuche, deren Ergebnisse beweisen, dah 1. das schweselsaure Ammoniak in der Dolldüngung die Spargclcrträge gewaltig erhöbt, 2. gesteigerte Ammoniakgaben auch gesteigerte Spargelerträge und höhere Gewinne Hervorbringen, 3. das schweselsaure Ammoniak im Spargelbau als Stickstoffdünger dem Chilesalpeter vorzuziehen ist, weil es die öpargelguaüiäl bedeutend verbessert. Spargeldüngtti»gsoers»ich von Enndwir tL. j)lsck in Lalvsrde, Brannschweig. Bodenart: Sandboden. Parzelle I r Stalnit...............................313 kg Düngung pro Morgen:: Superphosphat ...........................167 „ I Sdnvcfelfaurcs flmtnoniaU.................. — „ II III IV 313 kg 313 kg 313 kg 167 „ 167 „ 167 „ 104 14b „ 190 Erträge pro Morgen: Stangen ....................... 575 kg Mehrertrag durch die niedrige Stickstosfdüngung.......................... Kosten der niedrigen Stickstosfdüngung............................... Gewinn durch die niedrige Stickstosfdüngung........................... Mehrertrag durch die mittlere Stickstvfsdüngung........................... Kosten der mittleren Stickstvfsdüngung............................... Gewinn durch die mittlere Stickstoffdüngung........................... Mehrertrag durch die hohe Stickstosfdüngung............................ Kosten der hohen Stickstosfdüngung................................ Gewinn durch die hohe Stickstosfdüngung............ . ............. 652 kg 1102 kg 1533 kg 77 kg — 69,80 Geldwert 31,27 527 kg ,41 38,03 Jl 474,30 43,72 Jl 430,58 ,A 862,20 56,26 Jl 805,95 Spur^eldüngnugsversuch des Herrn H.Behrens inEeifevdebei Vrnnnschweig. t>cr|udt$j«(irc BN- «nb Bodenbescliasfenbcit: ^ebtttboben. Parzelle 1 ( 40%iges Kalisalz.............111 kg Düngung pro Morgen s Supcrphvsphat.............. 233 „ in jedem Jahre I Scbw. Ammoniak.............139 „ l Chilesalpeter............... — in kg 233 „ 181 Gesamterträge pro Morgen in beiden Jahren: t I. Qualität II. Qualität III. Qualität Don Parzelle I: 555,5 kg 398,8 kg 261,5 kg Don Parzelle II: > 400,0 kg 259,0 kg 319,5 kg IV. Qualität 50.3 kg 142,0 kg Der Mehrcrtrag der Ammoniakparzelle gegenüber der Chilesalpeterparzelle: 155,5 kg 139,8 kg —58 kg -91,7 kg Del dem Preise für das kg von 1,12 JC für I. Qual., 0,86 ,// für II. Qual., 0.52 M für III. Qual, und 0,16 Jl für IV. Qual, hat die Ammoniakparzclle gegenüber der Salpeterparzelle einen Mehrertrag von .H 249,56 gebracht. öchwefelsoures Ammoniak liefern alle landivirtlchafllichen Pereine, Genossenschaften, Düngemittelhändler und Düngemittelfabriken. Ausführliche Schriften über Herstellung, Anwenduna und Wirkung zu den einzelnen Kulturpflanzen sowie Aal und Auskunft in allen DUngungs- und Wirtschaftsangelegenheiten stets unentgeltlich durch die Landwirtschaftliche Abteilung der Deutschen Annnoniak-Verkanfs-Bereinigung, G. m. b. H., Bochum, oder die nächstgelegene der nachstehend genannten Landwirtschaftlichen Llnskunftsstellen, welche auch Düngungsversuche bei kostenloser Lieferung der benötigten Düngemittel unentgeltlich einleiten: Coblenz-Ehrenftreitstein, Mühlenta! l, Hannover, Lühowstraße I, M.Gladbach, Wallstrahe 27, Karlsruhe i. D., Amalienstrahe 27, Strahlung i. E., Kroncnburger Ring 36.