•icftecer Tageblatt) Vez«r«Mt» 20 pfg. monatlich MaetaiDhettch H »«m»»ahtb»r, frei tu* Haue Uk^tzstt » « «*« « 4oeMtitm aber m ken Zweig- «u»cefaft«atK eo ^fg. — Ertcheim SfPtMtfoR: «bMuech» a* «taaMa**. — Rrkektion: Sollen. «Mg SB. — Mir R iuM mahrrmft ober Rttckfeninmg «tchl «ertaagter *do«flrtt»e wird nicht zarsntiert. Nertag btt «lech,»er Zeitung" «. m. b. H. Anzeigenpreis 15 pfg. * ktt 44 mm breite Petitzeile für Auswürts 20 Pfg Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig SfltCrS rotQ 85. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröht berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung«. zielcS (30 laqel, bei gerichtlicher Beitreibung oder de, Konkurs in Wegfaü. Platzvorfchristen ohneVerbindlichtet.. Druck der Gietzencr Berlagsdruckerci. Albin Mein. Nr. 55. Telephon: Skr.302. Samstag, den 11. Juli 1914. Polinrede Rmtdfcöau. Deutschland. lieber die weitere militärische Verwendung des Kronprinzen erfährt man, dag der Kronprinz, der jetzt mehrere Monate hindurch zum Großen Eeneralftab iommairdiert gewesen war, im Laufe des nächsten Monats an den großen Kaoallerieübungen auf dem Truppeniidungsplatz Warthelager bei Posen teilnehmen wird. Hier wird er, die Leibhusarenbrigade führen. An die Posener Uebungen schließt sich dann die Fortdauer der informatorischen Beschäftigung im Großen Eeneralftab in Berlin. — Während der diesjährigen Kaisermanöver wird der Kronprinz dem Stabe eines Armee-Oberkommandos zur dienstlichen Verwendung zu- gemiesen werden. Nach den Herbstmanövern übernimmt der Kronprinz als Nachfolger des Generalmajors von Friedeburg das Kommando des 1. Garde-Regiments zu Fuß in Potsdam. * Der „Nationalzeitung" wird aus Neuwied gemeldet, im Schlosse Neuwied seien in den letzten Tagen große Transporte der fürstlichen Hoshallung aus Durazzo eingettofsen. Die früher von dem Fürstenpaare Wilhelm bewohnten Räume des Schlosses seien in aller Stille wieder zur Aufnahme des Fürstenpaares hergerichtet worden. * Das Ergebnis des W e h r b e i t r a g s für, Preußen ist auf rund 603 Millionen Mark festgestellt worden. Das entspricht dem von der Finanz- Verwaltung err,ecbnelen Voranschlag. * Dem Reichstag ist eine Eingabe der deutschen Eewerkvereine zugegangen, in der beantragt wird, auf gesetzlicher, Grundlage für alle Arbeiterinnen einen freienSamstag-Nachmittag ein- zuführen. Diese Frage wird auch den im September in Bern tagenden internationalen Kongreß für gesetzlichen Arbeiierschutz beschäftigen. * Die noch nicht behobenen Schwierigkeiten hinsichtlich der Auswahl des Ortes, an dem der oberste Kolonialgerichtshos in Deutschland errichtet werden soll, werden wahrscheinlich dazu führen, daß der Entwurf über die Errichtung dieses Gerichtshofes dem Reichstage noch nicht im kommenden Winter vorgelegt werden wird. Die drei Städte, die sich bekanntlich um den Sitz des obersten Kolonialgerichtshoses bewerben, sind Berlin, Hamburg und Leipzig. * Ein jungkonservativer R eichsver- b a n d ist in Bonn gegründet worden. Er hat sich die Aufgabe gesetzt, die konservativen Ideale innerhalb der Jugend zu pflegen. .Oesterreich. * Nach Blättermeldungen genehmigte Kaiser Franz Josef in Ischl nach einem l^stündigen Vortrag Berchtolds die Anträge des letzten gemeinsamen Ministerrats anläßlich der Sarajewoer Mordtat. Sie betreffen eine Reihe von Veränderungen verwaltungsrechtlicher Natur auf dem Gebiet der Polizei, der Schule und des Versammlungswesens sowie Verschärfung der Grenzbewachung, ferner eine» in kürzester Zeit zu unternehmenden Schritt beim serbischen Kabinett, wodurch dieses aufgefordert werden soll, einerseits ^ die an l der Anstiftung der Mordtat beteiligten Personen serbi- | scher Staatsangehörigkeit der Bestrafung zuzuführen, an- l dererseits die Uebelstände abzuftellen, deren Weiterbe- ! stand den korrekten nachbarlichen Verkehr zwischen Ser- , bien und Oesterreich-Ungarn ausschließen müßte. Frankreich. * Der Kongreß des sozialistischen Verbandes des Seine-Departements in Frankreich hat mit 364 gegen 68 Stimmen beschlossen, dem nächsten Internationalen Sozialistenkongreß einen Antrag vorzulegen, in dem der allgemeine Streik und namentlich der Streik in den für die Armee tätigen Industrien als das wirk - samste Mittel gegen den Krieg empfohlen wird. England. * Der englische König und die Königin wurden aus ihrer Reise durch Schottland wiederum von S u f- s r a g e t t e n belästigt. Diese vernichteten sämtliche auf den Brücken angebrachten Dekorationen, ehe das Königspaar sie passierte. In Ciyde Bank in der Graf - schast Sembarten entfaltete sich beim Empfang der Stadtvertreter durch das Herrscherpaar von einem der Hos- tribüne gegenüberliegenden Restaurant ein Banner mit der Aufschrift: „Majestät, tun Sie der zwangsweisen Ernährung und Folterung der Frauen Einhalt!" Eine der Suffragetten sprach durch einen Megephon zum König. Das Herrscherpaar nahm keinerlei Notiz von ihnen. Schließlich machten sich die Suffragetten aus dem Staube, als die Volksmenge sie zu lynchen drohte. * Belfast, 10. Juli. Die heutige Ankunft Car- sons gab Gelegenheit zu einem allgemeinen Feiertag. Die Angestellten der Schiffswerft verließen heute früh die Arbeit. In den Straßen bildeten Taufende von Menschen Spalier und bereiteten Carson einen begeisterten Empfang. Die erste von Larson Unberufene Versammlung der provisorischen llfiterregierung ist heute zusammengetreten. Die Verhandlungen werden geheim geführt. In der Versammlung befinden sich der Herzog von Wercron, der Marquis von London Derry und ! unionistische Parlamentsmitglieder Ulsters. Es wurde ein ! Antrag angenommen, in welchem es Carfon überlassen wird, zu sagen, wenn ein entscheiaender Schritt unternommen werden soll, und in welchem erklärt wird, die Freiwilligen seien jeden Augenblick für die Mobilmachung bereit. Carson sprach in sehr ernstem Tone, l Eine erfolgreiche Kottsultatiorr. Humoreske von Adolf Thiele. (Fortsetzung folgt.) Als das geduldige Mädchen zurückkehrte, war ihre Herrin bereits in das Stadium der nervösen Zuckungen geraten. „Und da behauptet mein Mann", ries die>würdie Dame aus, „daß ich mir meine Krankheit nur einbilde. Es ist doch gräßlich, wenn ein Mann so etwas behauptet. Meinen Sie nicht, Sophie?" Dabei fuhr sie mit den Geberden eines im Kriegstanz begriffenen Indianers im Zimmer umher. „Freilich", bemerkte Sophie mehr kurz als aus - führlich. „Was wollen Sie mit freilich sagen?" „Nun, begann Sophie schüättern, „ich meine, der Herr Geheimrat hätten — dies nicht zu sagen brauchen." „Was soll das heißen ?" rief die gnädige Frau zornig. „Hiermit verbitte ich mir ein für alle Mal, daß Sie sich Bemerkungen über meinen Mann erlauben." Erschöpft sank sie auf das Sopha und brachte dann durch Weinkrämpfe, Erschlaffungen und wildes Toben die mannigfaltigste Abwechselung in ihre Krankheit. Sophie 3. aber ward gleich einer schwarzen Verbrechen» behandelt und weinte bittere Tränen. — Während die gnädige Frau sich selbst und ihr Mädchen noch mit dieser Fülle von Krankheitserscheinungen aus eine sehr fragwürdige Weise unterhielt, wurde Dr. Rulf gemeldet. Doktor Rulf, ein noch junger Mann mit ernsten, intelligenten Eesichtszügen, war ein sehr tüchtiger und gewissenhafter Arzt. Indessen war seine Praris in der Gesellschaft nicht sonderlich ausgedehnt; war er doch viel zu wenig glatter Salonmann und liebenswürdiger Plauderer, als daß es sich verlohnt hätte, seinetwegen ein wenig mit der Krankheit und dem Arzt zu kokettieren. Der Grund, warum die Frau Geheimrätin seit einigen Wochen seinen Rät suchte, war ein sehr einfacher; Doktor Rulf war bei der Dame, die ihre Aerzte fast so oft wie ihre Dienstmädchen und Gardinen wechselte, gerade an der Reihe. Wie er auf den ersten Blick erkannte, hatte er es mit einem vielgestalteten Leiden zu tun, das sich aus Hystena 25 Prozent Hypochondria 25 Prozent Phantasie 50 Prozent SuMma 100 Prozent zusammensetzt und däs die Aerzte fast ebenso quält als die Kranken selbst. Denn ist ein solcher armer Arzt nicht verurteilt, täglich neue Klagen mit ruhigem Gesicht anzuhören, und läuft er nicht Gefahr, falls er den Kranken zur Vernunft bringen will, an die frische Lust befördert zu werden ? Wie immer widmete Rulf auch heute seiner hohen Patientin die größte Aufmerksamkeit, wenn ihr auch diese Art, „sie mit Fragen zu belästigen", wenig gefiel. Sie hätte es lieber, gesehen, wenn er ihr einige interessante Neuigkeiten ausgetischt hätte. Telephon Nr. 363. 26. Jllhrg. Er beklagte es, daß die Haltung der Regierung sehr unbefriedigend sei und erklärte, für die Getreuen Ulsters sei der Augenblick gekommen, ihr Wort in die Tat umzusetzen. Ulster habe sich um den Frieden bemüht, weide aber keinen Frieden mit Unterwerfung annehmen. Serbien. * Belgrad, 10. Juli. Gestern abend um 9 Uhr erschien der russische Gesandte Hart- w i g beim österreichisch-ungarischen Gesandten Freiherrn v. Giesl, um ihm einen Besuch abzustatten. Mitten in der in freundschaftlichem Tone geführten Konversation wurde der Gesandte Hartwig plötzlich von einem Unwohlsein befallen und ist trotz Hilfe zweier sofort her - deigerusener Aerzte nach wenigen Minute» g e- st o r b e n. Die Leiche des russischen Gesandten wurde kurz darauf in die russische Gesandtschaft übergesührt. Das Londoner Wochenblatt „John Bull" veröffentlicht eine Aufsehen erregende Mitteilung, in der es die dortige serbische Gesandtschaft der Mitschuld an dem Attentat von Sarajewo anklagt. Albanien. * Durazzo, 9. IM. Morgen findet unter dem Vorsitz des Fürsten ein K r i e g s r a t statt, bei dem über weitere Schritte beraten werden soll. — Die Regierung fordert in einem Aufruf alle Bürger auf, die ihnen nach der Schlacht von: ! l 7 . Juni zur Verteidigung der Stadt übergebenen Waffen wieder abzulie- ser.n. — Die rumänische Regierung soll dem hiesigen Bankier C h r i st e s e u die finanzielle Ermöglichung der Entsendung eines 3000 Mann zählenden rumänischen Frerwilligenkorps nach Albanien übertragen haben. * Die albanische Regierung hat den Vertrag mit der Schiffahrtsgesellschaft Dalmatia betreffend den Dampfer „Herzegowina" verlängert. Dänemark. * Bei den Landstingswahlen in Dänemark wurden 20 Rechtsstehende, 5 Freikcnservative, 20 Linksstehende, 5 Radikale und 4 Sozialisten gewählt. Die Rechte verliert 5 Sitze. Von den 12 vom Könige ernannten Mitgliedern sind 9 Anhänger der Regierungsvorlage betreffend die VersaffuNgsänderung, so« daß der neue Landsting aus 38 Anhängern und 28 Gegnern der Vorlage besteht. Der aufgelöste Landsting zählte 33 Anhänger und 33 Gegner der Vorlage. Mexiko. * Meldungen aus den merikanischen Grenzstädten besagen, daß eine Frau den General Villa in Torreon erschossen habe. „Also gnädige Frau klagen über Appetitlosigkeit? Haben Sie vielleicht etwas Außergewöhnliches genossen?" „Nicht das Geringste." Des Pstaumenkuchens tat die Patientin, wahrscheinlich autz Bescheidenheit, keine Erwähnung. „Was haben gnädige Frau gestern Abend gespeist?" „Kleinigkeiten!" erwiderte die Gnädige etwas indigniert. „Was, wenn ich bitten darf?" „Hummer und Aalpastete." „Aber das ist ja das Schwerverdaulichste, was es gibt! Haben Sie viel davon gegessen? „Aber Herr Doktor,, ich habe so selten Appetit; soll ich ihm denn wehren, wenn er sich einmal einfindet?" „Gnädige Frau, alles mit Maß! Wie ist Ihnen die Medizin bekommen?" „Ich habe nicht gerade viel Wirkung verspürt." Rulf war etwas verwundert hierüber. Er wäre dies vielleicht weniger gewesen, wenn er, gewußt hätte, daß kein anderer als der Rinnstein die Arznei eingenommen. „Wann gingen Sie zu Bett?" „Wie gewöhnlich, um 1 Uhr." „Ich muß nochmals Mt Entschiedenheit darauf dringen, gnädige Fraü, daß Sie sich eher schlafen legen. Dieses Wachbleiben macht nervös —" „Aber, Herr Doktor, das muß ich doch am besten aus Erfahrung wissen, was mir nützlich ist. Gerade in den späten Abendstunden fühle ich mich am wohlsten. — Hatten Sie die Güte, Herrn Geheimen Sanitätsrat Bergrath um eine Konsultation zu bitten?" Xus Stadt und Land. * Der Großhcrzog hat a-m 4. Juli den ev. Pfarrer Kirchcnrat D. Georg Schlosser zu Gießen auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen ersprießlichen Dienste und unter Erteilung des Charakters als Geheimer Kirchenrat, mit Wirkung vom 1. Oktober 1914, in den Ruhestand versetzt. * Die Manöver der 21. und 25. Divsion. Die Regiments- und Brigadeübungen der Truppenteile der 21. Division finden bei Hanau. Gardernheim und Fürth im Odenwald statt, die der 25 Division zwischen Frankfurt a. M. und Wiesbaden. Am 4. September beginnen die eigentlichen Brigademanöver für sämtliche Truppenteile. Dtvtstonsmanöver sind für den 7. und 8. September vorgesehen und finden für die 21. Division bei Rheinheim im Odenwald, für die 25. Division zwischen Homburg v. d. H. und Mainz statt. Für den 9. September sind für beide Divisionen Krtegsmärsche bestimmt, worauf am 10. und 12. September Korpsmanöver östlich von Darmstadt gegen Groß-Umstadt stattfinden. Hieran schließt sich am 14. bis 19. September das Kaisermanöver. * Der hessische Lan desgewerbeverein hält seine diesjährige Hauptversammlung um 13. September zu Erbach i. O. ab. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildet die Beratung und Beschlußfassung über Einrichtungen von Schiedsgerichten in den Orts- gewecbevereinen. * Die sozialdemokratische Partei Hessens hat nach dem vom Landcsvocstand herausgegebenen Bericht, der aus dem am 1.—2. August in Darmsladt abzuhaltenden Parteitag der hessischen Sozialdemokratie zur Erörterung steht, einen Mitgliederbestand von 23 896 aufzuweisen. Es bedeutet dies im Vergleich zum Vorjahre mit 21 462 Mitgliedern eine Zunahme von 2434. Die Zahl der sozialdemokratischen Gemeinderäte beträgt 446 in 151 Orten. -n- Gießen, 11. Juli. Ueber die Elektrizität s v e r s o r g u> n g der ganzen Provinz Oberhessen sprach gestern abend der Provinzial - direktor Eeheimerat Dr. U s i n g e r in der neuen Aula vor einem zahlreich erschienenen Publikum. In denr Inständigen Vortrag hörte man, mit welchen Schwierigkeiten das anfangs bei L i s b e r g geplante Gruppenwerk zu rechnen gehabt hätte, während nun das große Elektrizitätswerk Wölfersheim weit günstigere Aussichten bietet, weil jetzt auch der Hess. Staat als dessen Eigentümer die Elekirizilälsfrage zu einer eigenen Angelegenheit mit gemackt habe. Bis zum Jahr 1920 wird die ganze Provinz mil Elektrizität versorgt sein. Ersreulich war zu vernehmen, daß die ärmeren Gegenden in den Kreisen Alsfeld, Laulerbach u. Schollen ebenfalls angeschlossen werden, obgleich die hohen Kosten der Fernleitungsarbeiten x. dorthin eine Rentabilität wohl kairm für diese Gegenden einircten lassen. Wir. würden es für außerordentlich wertvoll halten, wenn dieser Vortrag im Drück erscheinen würde und dadurch die w e i t e st e n Kreise der Provinz das Entstehen dieses großen Prcwinzial-Unternehttiens zur Kenntnis nehmen könnten. Mancher Zweifel würde dann schwinden. * Gießen. Die Gewerbe-Ausstellung, die eine außerordentlich reichhaltige Uebecsicht über das Gewerbe unserer Provinz und der benachbarten Gebiete gebracht Hai, wird endgültig am 3. August geschlossen. Im Hinblick aus die große Bedeutung, die der Besuch für alle Handwerke hat, ist es dringend anzucaten, daß jederniann, der konkurrcnffähig bleiben will, der Ausstellung einen Besuch abstatttt, die soviel Sehenswertes und Lehrreiches zusammcnbringt. * Butzbach. Von den Bewohnern der Orte des KleebachtaleS und der Stadt Butzbach ist eine Eisenbahnverbindung von Dutenhofen (Station der Bahnlinie Gießen-Limburg) über Hörnsheim und Niederkleen nach Butzbach projektiert und eine Denkschrift aus- gearb-itet ivorden. * Alsfeld. Durch eine öffentliche Feier wurde der neue Kreisschulinspektor Hufs, der b shecige Obmann des Landeslehreiveccins, in Alsfeld in sein Amt etngeführt Gleichzeitig fand für seinen Vorgänger, Schulrat Eck, eine Abschiedsfeier statt. s D a r m st o d 1, 9. Juli. Im Thronsaale des Er. Msidcnzschloffes erfolgte heule mittag der feierliche Schluß des Landtags. In der Thronrede, welche der Grohherzog verlas, dankte derselbe den Mit - gliedern beider Kammern für die in einer außergewöhnlichen arbeitsreichen Landlagsperiode dem Land gewidmeten Dienste. Die Thronrede erwähnt die Regel - ung der Gehälter der Beamten und Volksschüllehrer, sowie die Erhöhung der Zivilliste, welche der Krone die Mittel zur Besserstellung der Hofbeamlen und des Personals des Hojtheaters bercitstellte. Mit Befriedigung habe den Großherzog erfüllt, daß mit der Annahme der Revision der Ordensgcsetze den religiösen Orden -eine freiere Tätigkeit in religiöser, charitativer, uNd sozialer Richtung ennöglichl wird: zu hoffen sei, daß die darin geknüpften Erwartungen auf Erhaltung des konfessionellen Friedens sich vollauf erfüllen werden. Weiter gedenkt die Thronrede der günstigen Gestattung der Finanzlage des Landes und der Steigerung der Einnahmen aus der preußischcheffischen Eisenbahngemeinschaft. Auch die Regelung der Schuldentilgung werde dem Land zum Segen gereichen. Die Reichssinanzresorm habe die Einzelstaaten in einer Weise beeinslnßt, daß es der hel- sifchen Regierung nicht leicht fallen konnte, sich mit ihr abzufinden. Die Zustimmung zur Heeresvorlage war für die Regierung eine ebenso selbstverständliche wie freudig erfüllte Pflicht. Fürst Sottns-Hohenfolms-Lich brachte sodann aus den Landesfürsten ein begeistert aufgenommenes Hoch aus, worauf Staatsminister Dr. von Ewald den 35. Landtag des Großherzogtums für geschloffen erklärte. Hierauf fand Hostasel statt, zu welcher die Mitglieder beider Kammern zahlreich erschienen waren. Nach Aufhebung der Tafel hielt der Erohher- zog Cercle ab, wobei er mit zahlreichen Abgeordneten sich in leutseliger Weise über die Tättgkeit des Landtags unterhielt. * Darmstadt. Unter dem Protektorat des Großherzogs veranstaltet der Fußballklub Olympia- Darmstadt am kommenden Sonntag, den 12. Juli, ein nationales Sportfest, bestehend in Lauf-, Wurf- und Sprungkonkurrenzen, das insofern an besonderer Bedeutung gewinnt, als hierbei Deutschlands beste Leichtathleten Zusammentreffen, darunter Kern, Amberger, Person, Geyer usw., die Deutschlands Farben bereits im Vorjahre in Stockholm und in der vergangenen Woche bei den Baltischen Spielen in Malmö vertreten hatten. * Marburg. Nach dem erschienenen Jahresbericht der Marburger Kreisbahn wurden im Rechnungsjahr 1913/14 insgesamt 142 645 Personen und 39 473 Tonnen Güter befördert. Die Gesamteinnahmen be- trugen 91 481,95 Mk., die Ausgaben 79 609,41 Mk., mithin Uebecschuß 11872,54 Mk. ):( Frankfurt a. M., 9. Juli. Am Mittwoch verhaftete die Polizei zwei hiesige Kaufleute, deren Namen sie im Interesse der Untersuchung noch geheim hält. Beide haben seit langen Jahren einen raffiniert ausgeklügelten Schwindel mit Kautionen u. Geschäftsanteilen getrieben und damit zahllose Personen um ungezählte Tausende geprellt. ):( Vom Taunus. Die gewaltigen Holzvorräte, die der Sturmwind des 1. Juni 1913 in dem Hochtaunus niederlegte, werden augenblicklich durch eine Holzhandlung aus dem Elsaß in Köhlereien zu Holzkohlen verarbeitet. Der eigenartige vor langen Jahrzehnten im Taunus weitverbreitete und vielgeübte Betrieb lockt täglich viele Neugierige an. Die Köhlereien sind vorerst in den Schloßborner Gemarkungen eingerichtet. ::: Friedrichshafen, 9. Juli. Das Jübi - läums-Zeppelinluftschiff „L. Z. 25", welches das künftige Militärluftschiff „Z. 9" werden wir,d, erhielt heute seine Eassüllung. Die Abnahmesahrten beginnen anfangs nächster Woche. Führer des Luftschiffes wird der Hauptmann Masiüs werden. Uermifcims. * D i e Vilbeler Zwillinge gestor- b e n. Die an der Schädeldecke zusammengewachscnen Zwillinge des Kassenbotcn Fritz Stoll in Vilbel sind gestorben. Das eine Kind starb an Keuchhusten; zehn Stünaen später, das andere an Blüivergistung. Die Kinder sind 2% Jahre alt geworden. — Ihre Eltern hatten schon 3 Buben, die jetzt 4, 5 und 6 Jahre alt sind. Dann kam das Zwillingspaar auf die Welt. Als sie gegen ein Jahr alt geworden waren, fand sich ein Jm- pressario, der den Eltern den Vorschlag machte, die Kinder zur Schau zu stellen. Die Mutter begleitete die Kinder mit dem Impresario auf den Reisen nach fast allen größeren Städten des Kontinents. Für die Familie dürften diese Reisen wohl den Betrag von 25 000 bis 30 000 Mark ergeben haben. Vor einigen Wochen erkrankten die Kinder an Keuchhusten, an dessen Folgen das eine Mädchen starb. Es war natürlich nicht möglich und wäre nur eine zwecklose Quälerei gewesen, das lebende Kind von der Leiche durch einen operativen Eingriff zu trennen. So blieb es mit der Leiche verbunden, nach der es fortgesetzt schlug, bis es endlich bewußtlos wurde und nach 10 Stunden dem Schwesterchen in den Tod felgte. Wenn die Kinder weiter gelebt hätten, wäre ihnen ein trauriges Los befchieden gewesen. Medizinische Autoritäten haben sich seinerzeit dahin geäußert, daß die Kinder mit der Zeit wohl stehen und gehen lernen könnten; allein dann hätten sie sich stets mit weit vorgebeugtem Rumpf bewegen müssen. Eine Trennung war unmöglich, da die beiden Kinder wichtige Adern und Nerven gemeinsam hatten, so daß eine Trennung den sicheren Tod bedeutet hätte. Die Kinder hatten sich im übrigen gut entwickelt; sie konnten auch sprechen, wie andere Kinder ihres Alters, dagegen hatten sie niemals den Versuch gemacht, sich aus ihrer Lage zu bewegen oder gar laufen zu lernen. ' Infolge der Hitze erblindet. Ein in Treuen bedienstetes junges Mädchen verspürte abends, nachdem es den Keller in erhitztem Zustande ausgesucht hatte, Schmerzen in den Augen. Als es am Morgen erwachte, bemeckte es zu seinem Entsetzen, daß ihm auf dem einen Auge das Augenlicht vchlstänldig verloren gegangen und auf dem anderen Auge nur noch «in schwacher Schimmer vorhanden war. Das bedauerns - werfe junge Mädchen wurde sofort nach der Auyenheil- anstalt Leipzig überführt. Der Vorgang mahnt bei der jetzigen Heiken Jahreszeit zur Vorsicht, wenn auch noch nicht mit Sicherheit sestgestellt ist, ob die Erblindung lediglich die Folge der Erhitzung ist. * jDie Hegezeit der Amseln und Stare ist vom 1. Juli 1914 ab vorläufig auf 1 Jahr im Großherzogtum Hessen gänzlich aufgehoben. Wenn uns auch, so schreibt man, diese Vögel, besonders die Amseln, im Frühjahr durch ihren munteren Gesang allgemein erfreuen und Insektenfresser sind, so fügen sie uns andererseits erheblichen Schaden an Obst (Erd- 1 beeren, Kirschen, Trauben) und durch Ausleihen junger Gemüsepflanzen zu. Das Schlimmste aber ist, was dem Publikum im allgemeinen unbekannt sein dürste, daß die gefräßigen Amseln in ihrer Nähe andere Sing- vögel nicht aufkommen lassen. Sie zerstören deren Nester, verwenden das Neftmaterial zum eigenen Nestbau, fressen die Eier auf und zerreißen die jungen Singvögel, um ihre eigene Brut mit dem Fleisch zu füttern. Sie sind überhaupt zänkisch und undultsam! Durch diesen Umstand werden die Amseln zu ganz be- sonderen Schädlingen, die unverdienter Weise unfern Schutz genießen. Es ist daher nicht zu beklagen, wenn sie in den Gärten weggefangen oder obgeschoffcn werden. * Wie rasch eine gesundeJdee sich manchmal Bahn bricht, beweist die Schaffung der Kauf- mannserholungshetme. Kaum drei Jahre ist es her, daß von Wiesbaden der erste Ausruf erging, und jetzt ist es schon so weit, daß im badischen Schwarzwald das siebente Erholungsheim eröffnet werden konnte. Wie wir hören, sollen jetzt Schritte getan werden, um die Mittel zur Errichtung eines weiteren Heimes in Württemberg zu beschaffen. Die alte schwäbische Firma C. H. Knorr A.-G. in Heilbronn, die bekannte Hafermehl-, Maccaroni- und Suppenwürfel-Fabrik, „der Suppen-Knorr", hat den Anfang gemacht, indem sie anläßlich der diesjährigen Gewinnverteilung — schon zum zweitenmal — Mk. 5000 für den guten Zweck stiftete. Also „vivant seguents!“ guhballjport und Zugen-wandern. Die betrübende Erscheinung, daß sich alljährlich Hunderte tüchtiger junger Männer dem Fußballsport zuwenden, statt die Turnplätze aufzusuchen, sollte die ernste Aufmerksamkeit aller auf sich lenken, denen an einer gesunden Entwicklung unseres Volkstums gelegen ist. Wohl hat sich auch diese von England übernommene Sportbewegung Verdienste um die gesundheitliche Entwicklung unserer Jugend erworben; es gelingt ihr, die jungen Leute aus den Kneipen ins Freie zu bringen und zur körperlichen Betätigung in der frischen Lust zu bestimmen. Aber um wie viel erfreulicher wäre es, wenn dieselbe Begeisterung, die heute weite Kreise dem einseittgen Fußballspiele widmen, der edlen deutschen Turnerei zugute käme, wenn allsonntäglich auf dem grünen Plane vor den Toren der Stadt in Gegenwart von Hunderten und Tausenden begeisterter Zuschauer bei den Klängen deuffcher Turnerlieder Reigen und Ucbungen vorgeführt und volkstümliche Wettspiele veranstallet würden. Als ausländisches Erzeugnis von der internattonalen Großstadtpresse liebevoll propagiert, ist das Fußballspiel, das in seiner modernen Gestalt ebensosehr mit der Sensationslust der großen Massen rechnet, wie der Rennsport, in den Großstädten ein willkommenes und ergiebiges Geschäft für Geldmänner geworden, welche in vielen Fällen hinter den Fußballklubs stehen. Den großen Geldmitteln, welche von diesen Hintermännern, von denen das große Publikum gar nichts erfährt, den Spielklubs zur Verfügung gestellt werden, verdank,en sie ihre ganze theatralische Aufmachung, die ihnen neben der bezahlten Reklame einen Massenzulauf sichert, der in gar keinem Verhältnis zu dem inneren Werte dieses neuen Sportes steht. Während sich die Turnvereine ihre Turnplätze oft mühsam erkämpfen mußten, stehen den Fußballklubs prachtvoll gelegene Spielplätze mit Zuschauertribünen zur Verfügung. Größere persönliche Opfer werden von den Klubmitgliedern nicht verlangt, im Gegenteil: kostbare Ehrengeschenke und freie Fahrten zu den Wettspielen im Auslande winken den tüchtigen Spielern und bilden ein kräftiges Lockmittel bei der Anwerinmg neuer Klubgenossen. Wahrlich ein ungleicher Kampf zwischen den armen Turnvereinen und den reichen Fußballklubs. Und doch steht die Turnerei hoch über dem Fußballsport. Sie strebt die harmonffche Ausbildung des ganzen Körpers an. Die kraftvolle Entwicklung und sichere Beherrschung aller Glieder ist das Ziel und die wertvolle Frucht planmäßigen Turnens. Der Fußballsport hingegen begünstigt die einseitige Entwicklung der Füße zum Nachteile des übrigen Körpers. Und sicher ist der Umstand, daß gerade die unteren Extremitäten als Spielwerkzeug und - bei feindlichen Zusammenstößen — als Waffe benützt werden, die Ursache der vielen Rohheiten, die beim Fußballspiel Vorkommen und die einen Freund des Fußballsportes zu dem vernichtenden Urteile bestimmten: „Es darf nicht länger geduldet werden, daß die Fußballplätze zu Schauplätzen schwerer Vergehen gegen die körperliche Sicherheit der Mitspieler werden. In den Sportrubriken der Montagsblätter vom 16. März 1914 kann man es Nachlesen, daß bei dem sonntägigen Fuß- ballmath in Budapest ein Spieler von seinem Gegner absichtlich zu Falle gebracht wurde und einen doppelten Schienbeinbruch erlitt, welche Heldentat von dem Täter schon vor dem Spiele mit den Worten ongekündigt wurde, er werde den Back N. schon unschädlich machen." Von einem solchen Sport wird man auch nicht erwarten, daß er höhere sittliche Werte auslöse. Während die deutschen Turnvereine charaktervolle austechte Männer erziehen, die in jeder Lebenslage treu zu ihrem Volke stehen, hat man von einer Pflege vaterländischer Gesinnung oder von einer Förderung idealer Besttebungen durch die Fußballklub bisher wenig gehört und es ist ganz bemerkenswert, daß nicht einmal Bruchteile der großen Einnahmen, welche bei den Wettspielen berühmter Fußballklubs erzielt werden — Tageseinnahmen von 10.000 K. sollen nicht selten sein! — für wohltättge Zwecke gewidmet werden. Und das beweist, daß die so vielgerühmten Fußballwettspiele nichts anderes sind, als große Schaustellungen, bei denen an Stelle der Schauspieler hervorragende Fußballspieler einem zahlenden Publikum ihre Künste vorführen. Dies zeigt aber auch die Grenzen, die solchen Unternehmungen gezogen sind: Sie werden sich nur dort durchsetzen und behaupten, wo große Iu- schauermengen ein reiches Erträgnis sichern: in den Großstädten. Trotzdem sollten wir auch dort nicht müssig Zusehen, wie ein großer Teil unserer tüchtigen deutschen Jugend durch den neuen Sport förmlich hypnotisiert und dem Turnwesen entfremdet wird. Um die Jugend, um den Nachwuchs handelt es sich vor allem und deshalb nützen alle theoretischen Erörterungen über den Wert oder Unwert des Fußballsportes nichts, solange es uns nicht gelingt, der Jugend für diesen Sport einen vollen Ersatz zu bieten. Und einen solchen Ersah finden wir in dem frischfröhlichen Iugendwandern, wie es insbesondere in den Vereinigungen der „Wandervögel" gepflegt wird. Welchen Wert Altmeister Jahn dem Wandern beilegte, darüber lese man Näheres in seinem „Deutschen Volkstum" nach, dessen ganzes 10. Kapitel von den „Vaterländischen Wanderungen" handelt. Längst hat mancher weitblickende Turnwart in der Erkenntnis, daß das Turnen im geschlossenen Raume trotz all seiner Mannigfaltigkeit die Turnzöglinge nicht dauernd zu fesseln vermag und daß es sich vor allem darum handelt, die „gefährlichen" Sonntagnachmittage zweckdienlich auszufüllen, mit seinen Turnzöglingen planmäßige Sonntagsturngänge, ganz im Sinne der Wandervögel, veranstaltet, aber an einer entsprechenden allgemeinen Organisation des Iugendwanderns im Rahmen der Turnvereinstätigkeit fehlt es bisher noch. Die Art, wie die „Wandervögel" wandern, ist zu gut bekannt, um darüber viele Worte zu verlieren. Solche Wanderungen mit all ihrer Romantik, mit ihrer Robinsonade des Abkochens und Uebernachten im Freien, mit der Poesie der zur Zupfgeige gesungenen Volkslieder, finö überaus geeignet, das Herz der idealgesinnten, abenteuerlustigen, wanderfrohen Jugend zu gewinnen. Sie verdienen aber auch deshalb die kräftigste Förderung aller jugendfreundlichen Kreise, weil sie der Jugend Gelegenheit geben, das Natur- und Volksleben an der Quelle kennen zu lernen und weil sie eine treffliche Schule darstellen, aus der selbständige, entschlossene und hilfsbereite Charak- I tere hervorwachsen, junge Männer mit offenem Sinn und | warmem Herzen. So undeutsch und in erziehlicher Hinsicht wertlos der Fußballsport erscheint, ebenso kerndeutsch und erziehlich wertvoll ist dieses deutsche Iugendwandern, wie | es die Wandervögel pflegen. Deshalb sollte jeder deutsche Turnverein diesen Be- I strebungen die größte Aufmerksamkeit zuwenden; er sollte zunächst aus den Mitgliedern seiner Iöglingsriegen, dann aber auch unter der übrigen deutschen Jugend des Ortes Wandergruppen zusammenstellen, an deren Spitze die erprobtesten Turner als Führer treten. Allerdings wird 1 er diesen Wandergruppen bei der ersten Beschaffung des unbedingt notwendigen Wanderqerätes (Kochgeschirr, Schiafsäcke usw.) helfend zur Seite stehen müssen, doch I werden zur Deckung dieser Auslagen sicherlich auch die Gemeindevertretung, der Ortsschulrat, die Sparkasse und I Sie Schuhvereinsortsgruppen gerne beitragen, handelt es | ich doch um eine nützliche und völkisch bedeutsame Sache. Es ist dringend notwendig, daß die Turnvereine und I alle völkisch gesinnten Vereinigungen Hand in Hand mit )em „Oesterreichischen Wandervogel" ans Werk gehen, I >m das deutsche Iugendwandern in großzügiger Weise iu organisieren, damit diese prächtige Jugendbewegung lucht von anderen Kreisen, denen das Gedeihen unseres f Volkstums gleichgültig ist, in ein seichtes internationales 1 Fahrwasser gelenkt werde. Es gibt für die deutschen iurner keine dankbarere Aufgabe, denn sie schöpfen aus Ihr neue Iugendkraft und Volkstümlichkeit, sie erziehen ich einen kräftigen Nachwuchs, sie bauen damit in die | Zukunft! Die Kimjt der Tauziehens. Von Carl Diem. Deutschland besitzt Männer von ungeheurer Körper- ! raft. Als die acht stärksten von ihnen nach Malmö esandt und dort, nach zwei Siegen im Gewichtheben, I er schwedischen Tauziehmannschaft gegenübergestellt I mrden, da schienen die Stockholmer Polizisten wenig I lussicht zu haben. Der Kampf Davids gegen Goliath j einahe. Allein an Gewicht übertraf die deutsche Mannhaft ihre Gegner um fast drei Zentner. Wer sollte iese deutschen Lichen fällen können? Und siehe da, leradezu spielend wurden die unseren nacheinander von I vei schwedischen Mannschaften besiegt und schieden ruhm- |'5 aus. Wie ist dies möglich? Weil wir Leibesübungen dieser Art bisher zu spie- | risch und ohne sportlichen Ernst betrieben haben. So ie wir hundert Jahre nach festgesetztem Schema über i e Schnur sprangen, bis uns die Amerikaner zeigten, ! ie man mit seitlichem Anlauf den Zweck des Hoch- I rungs, nämlich möglichst hoch zu springen, erreicht, so Ussen uns die Schweden erst nach bitteren Erfahrungen ! r das Volk der Denker und der Gründlichkeit uns vor- ! erleiht ein zartes reines Gesicht, rosiges jugendfrisches Aussehen | od ein blendend schöner Teint. — Alles dies erzeugt die echt» S teckfinpferdSeiffe ie beste LUienmilchseUe), von Bergmann & Co., RadubeoV I Stack 50 Pfg. Ferner macht der Cream „Dada“ (Liliemnilch-) ttamj rot« und spröde Haut weiß und sammetweich. Tube 50 Plt,j machen, wie man eigentlich zweckentsprechend tauzieht. Es genügt eben nicht das Tau in die Hand zu nehmen und los zu rucken. Die Schweden machen es so: Ein Fuß, z. V. der rechte, wird in den Erdboden eingegraben, das Vein dient gestreckt als Standbein, der Körper wird nach rückwärts gelehnt, die rechte Hand faßt das Tau vor dem Körper, die linke hinter der linken Hüfte. Das linke Bein wird gebeugt, so daß der Mann fast auf seinem linken Hacken sitzt. (Das Sitzen auf dem Erdboden ist verboten.) Das Seil wird mit der linken Hand hinter der Hüfte herabgedrückt, um so einen festeren Halt zu gewähren. Das ist die Ruhelage, in der man den Gegner durch gleichmäßigen Zug des eigenen Gewichts mürbe zu machen sucht. Im Augenblick des Angriffs, beim Beginn oder während des Gefechts, wird der linke Fuß neben den rechten gesetzt, beide Beine fest durchgedrückt. Der Körper wird kerzengerade mit hohlem Kreuz nach hinten übergelegt und nun mit den Armen kräftig, taktmäßig geruckt. Fängt der Gegner an zu weichen, so wird nicht etwa der Stand gewechselt, sondern nur das Tau herangeholt, wie es die Matrosen machen, oder wie man die Angelschnur mit einem widerspenstigen Hecht einholt. Während auf diese Weise unsere deutsche Mannschaft glatt von ihrem Fleck weggezogen wurde, sah man die gleichwertigen schwedischen Parteien einander nach minutenlanger Arbeit erschöpfen: einer Partei glitt, ohne daß sie den Stand wechselte, das Tau schließlich aus den Händen. Diese Zeilen sollen unseren deutschen Sportvereinen einen Anhalt geben, wie sie sich mit der Technik des Tauziehens zu beschäftigen haben. Denn es ist doch ein gar zu dummes Gefühl, der stärkste zu sein und doch besiegt zu werden. Das wollen wir uns im Jahre 1916 ersparen. Nicht mit Gewicht, söndem mit kluger Technik und mit sportgestählter Kraft wird ein olympischer Sieg im Tauziehen errungen, und das ist gut so. Citerarifcbes. ? Unzufriedene Hausfrauen gibt es bekanntlich eine große Menge, und natürlich sind sie vor allem dann unzufrieden, wenn sie Wünsche haben, aber keine Mittel, um sie zu befriedigen. Und doch gibt es eine ganze Reihe von Wünschen, die sie ganz leicht selbst befriedigen könnten, wenn sie nur ihre Energie zusammenrafften. Wie oft sagen sie: „Ich habe keine Zeit dazu!" und doch handelt es sich oft nicht um die Zeit, sondern um die Lust. So ist die Sehnsucht jeder Hausfrau seit undenklichen Zeilen eine schöne und dabei doch billige Wäscheaulsstatlung. Sie möchte, sofern sie sparsam ist, ihre Ausgaben mit den Einnahmen des Mannes in Einklang bringen und doch mit ihrem Hauswesen Staat machen. Nun denn, die Sache ist nicht so schwierig, wie sie autzfieht! Wie man sich die ganze Wäsche mit geringen Ausgaben selbst Herstellen kann, das lehrt die oekannte im Verlage von John Henry Schwerin, G. m. bv H., Berlin W. 57, erscheinende „I l i ust r i e rt e Wäsche-Zeit un g", die über alle Neuheiten aus dem Gebiet der Wüsche am besten informiert. Abonnements auf „Illustrierte Wäsche-Zeitung" für nur 25 Pfg. pro Nummer oder 75 Pfg. pro Quartal frei Hautz durch alle Buchhandlungen und Postan- stalten. Probenummern bei elfteren und durch den Versag John Henry Schwerin, E. m. b. H., Berlin W. 57. Man achte genau auf Titel und Verlag dieses im 25. Jahrgang erscheinenden Blattes! ? „Der Postsekretär im Himme l." Lustige Geschichten von Ludwig Thoma. Verlag Ullstein u. Eo., Berlin-Wien, Preis 1 Mark. Urwüchsige Münchener Stadtanekdoten, Bauern- und Jägerschnurren und die behäbigen Grobheiten Peter Schlemihls stehen in diesem neuen Thoma-Band, dem einer der besten Späße den Namen leiht: ein derber Schwank aus einem blau- weißen Bayernhimmel. Wie der Postsekretär Martin Angermayer vom Jenseits träumt, und wie die beiden Engel, die ihn in die Mitte nehmen, plötzlich in zwei stämmige Hausknechte aus dem Bräuhaus sich zurück- oerwandeln, das wird mit volkstümlicher Drastik erzählt. Die ganze bayerische Kleinstadt ist in Thomas vierschrötigen Spießersatiren. Doch nicht nur ein überwältigender Humor, auch die Kunst, durch einfache Geschichten von den rauhen Menschen der Berge zu erschüttern, ist dem starken Dichter Ludwig Thoma gegeben. Glanzstücke seiner Prosa sind die Wilderer-Noveslen dieses Bandes, die in ihrer heidnischen Unbekümmertheit den Geist uralter Sitten offenbaren. Mit sparsamer Krast ist Mart für Wort gesetzt, und alles ist herb und gegenständlich wie auf einem Holzschnitt. ? Die Pharus-Wanderkarte durch den Odenwald, die Bergstraße und das Neckartal (mit f a r- b i g e n Weazeichnusigen) ist in der Hofbuchhandlulng von H. L. Schlapp in Darmstadl erschienen. Touristen und Wanderern, die diese wirklich schönen Gegenden durchstreifen wollen, kann diese Karte nur empfohlen werden- sie ist sehr deutlich gezeichnet und die Wegzeichnung läuft erkennbar. Briefkassetten mit Namen empfiehlt als Geburtstagsgeschenke Albin Klein, Papierhandlung, Buch- u. Akzidenzdruckerei Kirchliche Nachrichten. Evangilische Gemeinde in Gießen. Sonntag, 12. Juli, 5. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadlkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Professor D. Eck. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pft. Schwabe. Nachm. 2]/ t Uhr: Kinderkirche für die Matthäusge- meinde. Pfarrassistent Hoffmann. In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrassistent Hoffmann. Zugleich Christeirlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Im K o n s i r m a n d e n s a a l in der Liebigstr.: Nachmittags 1 Uhr: Taubstummengottesdienst. Pfarrer Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde in Hießen. Samstag, den 11. Juli. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 12. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 614 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vormi um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm, um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Diaspora: In Hungen um 9% Uhr. In Grünberg um 9 l / 2 Uhr. :: Das unserer heutigen Nummer beiliegende Flugblatt der Deutschen Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung gibt beachtenswerte Winke, insbesondere für die Düngung der Wiesen und Weiden im Monat Juni-Juli, und ist deshalb für jeden Landwirt und Ackerbautreibenden sehr interessant. Im eigenen Interesse versäume kein Lan- wirt, die Ausführungen eingehend zu lesen. 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Erd- «nd Manrerarbeit: ca. 180 bezw. 120 chm Ecdaushub, 107 ehrn Bruchsteinmauerwerk, 76 ehrn Backsteinmaueiwerk, 240 qm äußere Verblendung (Bruchstein- und Ziegelvecblendung) u. a. Los II» und Ild. Kteinhanerkeit: in Lungstein ca. 5 ehrn Werksteine, in graugrünem Sandstein 1,70 ehrn Werksteine. Los III» und Illd Ketonarbeit: ca. 70 qm Kellerfußboden, 150 qm Betondecken zwischen eisernen Trägern, 60 qm Ausgleichbeton. Los IV» und III». Zimmerarbeit: ca. 11,50 eom Tannenholz zu liefern, 530 lfdm. zu verarbeiten, 44 m Stirngesimse u. a. Los V» und Vb. Trägerlieferung: ca. 3950 kg. Los VII» und VIII» Dachdeckerarbeit: 131 qm Schieferdach u. a. Los VIII» und Vllld Dpenglcrarbeit: 22 m Dachkandel und Dachfußabdeckung, 22 m Zinkabdcckung an den Giebeln u. a. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen können bei uns eingesehen und letztere (ohne Zeichnungen) zum Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Die Angebote sind, nach Titeln und Gebäuden getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift Porto- und bestellgeldfrei spätestens bis zum Ecöffnungs- termin: Mittwoch, den 22. Juli 1914, vormittags L» Uhr. bet uns (Stcphanstraßc 18) einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Juli 1914. Großh. HochbauarnL Gießen. Becker. F welche bei Störungen schon vieles andere erfolglos angewandt, bringt mein glänzend begutachtetes Mittel schnelle Wirkung. Ueberr £ chend. Erfolg, selbst in harnäck. Fällen. Dankschreiben. Unschädlichkeit gar. AI. 3.50, extrn stark Alk 5.50 p. Flasche. Diskr. Nachnahmeversand überallhin nur durch Drogist Kocatius, Berlin ÄT., Schönhauser Allee 134 b. rauen [[sende veröaaken ibra glUozeode StslieGg dem 8!H i^n. Selbstunterrichtsbriefe System Karnack-Hac 100 Mitarbeiter. Glanzende ErlQjTge. Banse'svtyksscbnle! Po’iar, Architektorzeijiiner, Bau- techoiUer, ^mmarmeister, Maurermeister, Baugewerksmeister, StraÄonbautechniker, Tiefbautechmßer. 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Juli, nachm, von 4 l /a—6 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Vortragsabend von Lieselott und Conrad Berner — Lieder zur Laute mit Violine und Viola d Amour, Soli für Viola d’Amour und Violine. Mittwoch, 15. Juli, nachm, von 3‘/ 2 —4 s / 4 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Das Abendkonzert unter Leitung des Königl. Professors Hans Winderstein. Nachm. 5 Uhr unter dem Protektorate 1 Kgl Hoheit der Grossherzogin: „Ein Nachmittag in der Duncan-Schnle“ zum Besten des Alice-Frauenvereins. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Pygmalion, Komödie. Donnerstag, 16. Juli, nachm, von 4—5*/r Uhr aut der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8*/ 4 Uhr im Konzerthaus V. Künstlerkonzert der Kurkapelle unter Mitwirkung des Violinvirtuosen Josef Szigeti aus Budapest und unter Leitung des Königl. Professors Hans Winderstein. Freitag, 17. Juli, nachm, von 4U 2 —6 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Der lachende Ehemann, Operette. Samstag, 18. Juli, nachm, von 4 1 /*—6 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Das Nachmittagskonzert unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winderstein. Abends bei günstiger Witterung grosse italienische Nacht im Park und auf der Terrasse. Abends 8*/ 2 Uhr im Konzerthaus: Tanz. Vorläufige Anzeigen: Sonntag, 19. Juli, nachm, und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Krieg im Frieden, Lustspiel. Dienstag, 21. Juli, abends 8 Uhr im Kurhaussaale Zauber - Vorstellung des Hof künstlers Bellachini aus Marburg. Mittwoch, 22. Juli, nachm. 4 Uhr im Konzerthaus Zaubervorstellung für Kinder, Hof künstler Bellachini aus Marburg. Donnerstag, 23. Juli, abends 8'/i Uhr im Konzerthaus V. Sinfoniekonzert der Kurkapelle unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winderstein. i pflegt im Wachstum der Gräser im Lause des Sommers fast regelmäßig dann einzutreten, wenn es denselben infolge von an treibender Kraft fehlt. Man kann daher häufig schon nach dem ersten Wicsenschnitte, bezw. dem zweiten und dritten Abweiden beobachten, daß die Gräser nicht mehr recht vorwärts wollen und die Grimlanöflächen ihre üppige Farbe und geschlossene Narbe mehr und mehr einbüßen. Diesem Übelstande kann durch entsprechende Nährstoffzufuhr zur rechten Zeit bequem abgeholfen werden. Es sollte daher kein Landwirt versäumen, seine Wiesen und Weiden Endr Juni oder im Laufe des Juli mit Stickstoff in Form von Schwefelsaurem Ammoniak zu düngen, weil dieses hochprozentige Stickstoffdüngemittel das einzige ist, welches keinerlei Giftstoffe enthält und daher auch den Weidetieren niemals Schaden zufügen kann. Diese Ammoniakdüngung ist deshalb so sehr empfehlenswert, weil sie 1. die Rcprcdnktionskraft der Gräser befördert nnd dadurch 2. einen guten zweiten Wiesenschnitt (oft auch eilten dritten) und die Verlärrgerm:g> der Wcidcpcriode bis weit in den Herbst hinein verbürgt, 3. ein gehaltreicheres Wiesen- nnd Wcidenfntter nnd besonders infolge der durch die Ammoniakdüngnttg erzielten größeren Eiweistzufuhr eine kräftigere Ausbildung veS gesamten Knochengerüstes und der Muskulatur der Tiere gewährleistet. Darum, Landwirte! Versorgt Eure Wiesen u. Weiden rechtzeitig mit dem einheimischen Schwefelsäuren Ammoniak! M" Die Erfolge werden nicht ausbleiben! Schwefelfaurcs Ammoniak liefern alle landwirtschaftlichen Vereine, Genossenschaften, Düngerfabriken, Düngemittelhändler. Der Preis ist so gestellt, daß die Stickstoffeinheit im schweselsauren Ammoniak billiger ist, als im Chilesalpeter. Ausführliche Schriften über die Herstellung, Anwendung und Wirkung zu den einzelnen Kulturpflanzen stets unentgeltlich durch die landwirtschaftliche Abteilung der Deutschen Ammoniak Verkaufs -Vereinigung, 6. m. b. Y)., Bochum, sowie deren Landmrtlcbaftlicbc Huskunftsftellcn: Cassel, Schöne Aussicht 12, Hannover, Lützowstr. 1, Münster, Zumbroockstr. 17, Coblenz-Ehrenbreitftein, Mühlental 1, Karlsruhe, Amalienstr. 27, Nürnberg, Knauerstr. 17, Erfurt, Dorotheenstr. 29, Kiel, Holftenbrücke 8/10, Oldenburg, Nikolausstr. 10, M.-Gladbach, Wallstr. 27, München, Blulenburgftr. 24, Strastburg i.E., Kronenburger Ring 36. Buchdruckerei Wilh. Stumpf. lS. m. b. Ä. Bochum.