' Btsn n f t e h M pfg. monatlich MirOtWtzrltch » ^«utzahlbar, frei in» H«uS >ttze-»ll t» »«ft«»» Upeftbton oder tn den Zweig- • tuHaS^tOn * *** * ** «0 Wg- - Erschein, € f P t 6 I t f 0 I ! $ MWm(M oh» Cra«M«l — Redaktion: Selter». »eg *. — Fckr »nfde»adruns, oder Rückfendung nicht rert«mg»»r vr-nniikrtpie wird nicht garantiert. •«lag der „ »i,tz,»er Zeitung" G. m. b. H, yit. 40* Telephon: Nr. 362. Smilstllg, dtN 2 Knztigenprelr 15 pfg. * Mt 14 mm breite Petitzeile für AuSwän» 20 Pfg Die SO mm breite Reklame. Zeile 50 Psennig l1tk5wtg 85. Extrabeilagen werden nach Gewi, tu und Gräh» berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS Zahiungd- zielcS <30 Tage>, bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegiaü. Platzvorfchrifteu ohncBerbindlichtc,.. Druck der Giegener BerlagSdruckcrei. Aldi« Klei» . Juni 1914 :. Telephon Rr. 362. Juhrtf. Auf der Suche nach der Demokratie. Unter diesem Titel erscheint im Germania-Verlag G. m. b. H., Bamberg, 277 Seiten, Preis Mk. 2.—, von Dr. Luirt Abel-Musgrave ein Buch, das sicherlich zu den beachiensrpertesten Erscheinungen unserer Zeit gehört. In den neunziger Jahren erregte der Verfasser durch zwei Broschüren: „Vier Wochen Vizewachtmeister" und „Das Stiefkind des deutschen Heeres" große Auf - merksamteit und hatte die Genugtuung, das; seine Schilderungen, die wiederholt im Reichstage Veranlassung zur Diskussion gaben, zu Verbesserungen im Heere führten, namentlich auch hatten sie aus die Aenderung des Beschwerdewesens im Heere wesentlichen Einslus;. Mit den freiheitlichen Verhältnissen Deutschlands unzufrieden, begab sich der Verfasser nach den Vereinigte nStaa- t e n, in der Hoffnung, dort ein freies Land kennen zu lernen, in dem der Mensch gilt, was er ist und was er leisten kann. Aber schon aus der Farm begann die Reihe der Enttäuschungen, die sich dann in der großen westlichen Stadt, in der er als „City Editor" an einer einflußreichen Zeitung tätig war, fortsetzten. Nach mehrjähriger Tätigkeit gelangte der Verfasser zu folgender Erkenntnis: „Was ich im Urwald gelernt hatte, bestätigte die Stadt in weil höherem Grade: es gab für die meisten nur eine Ehre: das Geld. Korruption und Humbrbg auf allen Wegen, ohne Scham, fast zum Ideal erhoben. Das Geschick des Volkes in den Händen niedriger „Poliiiker". Ueber dem Schanktisch verschacherten die „Bosse" die Stimmenzahl ihrer politischen Anhänger. Zur Zeit der Wahlen kamen sie in die Redaktions-Zim- mer, mit dem Eheque in der Hand. Wer am meisten zahlte, haste die Zeitung. Jedes Gesetz konnte von den Reichen übertreten werden. Sogar Mord konnten sie ungestraft üben. Der Arme war schutzlos in der Hand der brutalen, schamlosen, zynischen Polizei. Sie duldete und schützte unmenschliches Laster, so lange sie an demselben verdiente. Und über diesem Sümpse sündiger Regierung und Verwaltung wehte frech die Fahne der Freiheit". Der Verfasser kehrte nach Deutschland zurück, begab sich aber nach kürzerem Aufenthalte nach England, wc er etwa 15 Jahre verbracht hat. Während dieser Zeit stand er mitten in der politischen und sozialen Bewegung und veröffentlicht nun sein Buch, gewissermaßen ils Quintessenz seiner Erfahrungen, die so merkwürdig, o vielseiftg und wichstg sind, daß kein deutscher Politi- cr an dem Buche vorübergehen darf, welcher Partei er mch angehört. Der Verfasser unternimmt, zu beweisen, ms; das heutige England keine Demokratie, ein freiheitliches Land ist, daß es überdies eine Kolonien nicht mehr Zusammenhalten kann und daß Um des Hairers willen. Sine heitere Kaisergeschichte von Ad. Bauer-Opladen. Nachdruck verboten. Jetzt sprengte die berittene Gendarmerie heran und nachte freie Bahn für die Majestäten. Vergessen war alles erlittene Pech sowie Hunger >nd Durst, und nur der eine Wunsch beseelte Aenne öroß, endlich die Kaiserlichen sehen zu können. Aus allen Fenstern des Domhotels und des Ho- els Savoy wurde schon mit Tüchern und kleinen Fähn- hen gewinkt. Ganz in der Nähe muhte schon der Kai- cr sein. Da stellte sich ein großer, stattlicher Herr mit einem ier- bis fünsjährigen Mädchen auf dem Arm gerade 'or Aenne auf und versperrte ihr jede Aussicht. „O, bitte, mein Herr, wollen Sie mir nicht -geölten, mich vor Sie stellen zu dürsen, Sie können ja bei mich hinwegsehen," wandte sie sich zaghaft an den )errn. Dieser drehte sich um und meinte freundlich lächelnd : Damit wäre Ihnen verslirt wenig gedient, mein klei- es Fräulein; Sie sehen ja, wir haben noch vieie Vor- ermänner. Kommen Sie getrost auf meinen richten lrm, wenn Sie was sehen wollen, mein linker ist ja hon besetzt. Aber rasch, bitte, die Majestäten kommen, vollen Sie? und schon bückte er sich ein wenig, um e aufzunehmen. Einige Sekunden kämpfte Aenne unschlüssig mit sich übst. Mar es denn wirklich so schlimm, wenn ein ver- eiraleler Herr sie einen Augenblick auf den Arm nahm? „Um des Kaisers willen, ja, stotterte die überund das Resultat dieses inneren und äußeren Zerfalles der Niedergang des Landes und Verfall des Britischen Reiches sein müsse. Derartige Dinge sind allerdings von Feinden Englands schon häufiger gesagt worden, aber aus jeder Seite des Buches geht hervor;, daß der Verfasser durchaus kein Feind des Britischen Reiches ist. Er stützt seine Behauptungen Schritt für Schritt auf Tatsachen und Beweise und gibt eine solche Fülle des Materials, daß man an der Hand desselben die Beweisführung weiter sortführen kann, vergebens nach Gründen sucht, um zu widersprechen. Vielleicht geht der Verfasser darin zu weit, daß er die Verhältnisse der Vereinigten Staaten und Englands als Beweis für ein mißglücktes Erperiment der Demokratie in beiden Staaten anführt, aber jedenfalls sind seine Schlußworte für, Deutschland beherzigenswert: „Und trotz alledem bin ich in den demokratischen Ländern monarchisch geworden. Aber an uns liegt es, die Monarchie in die rechten Bahnen zu lenken, welche zur Freiheit, zum Menschentum, zum Wähle der Gesamtheit führen. Ich weih, daß diese Aufgabe eine sehr schwierige ist und vor allen Dingen, daß sie ohne Hilfe der Herrschenden nicht gelöst werden kann. Doch zählen zu denselben in Deutschland vorzügliche Menschen, die jedem Stande Schmuck und Zierde sein würden. Vo lk und F ü rst e n gehören zusammen und können ohne einander die großen Aufgaben Unserer Zeit nicht lösen. Möge die Erkenntnis der Vorgänge in England und Amerika dazu beitragen, deutsches Volk und deutsche Fürsten einander näher zu bringen, als gegenseitig unentbehrliche Freunde, Helfer und Berater." Wir empfehlen das hübsch ausgestattete Buch dringend der Beachtung unserer Leser. PolilifclK Rundfcbau Deutschland. * Der Kaiser traf gestern Freitag srüh 7.45Uhr mit Sonderzug in Hannover ein und stieg im Schlosse ab. Das Frühstück wurde bei dem kommandierenden General von Emmich eingenommen, dann fugr der Monarch um 10 Uhr im Automobil zur Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesell- s ch a s t auf der Großen Bult. Als der Kaiser an der Brüstung der Kaiserloge erschien, brachte der Fürst von Schaumburg-Lippe ein dreifaches Hurra aus, das bei den vielen Taufenden, die in dem Vorführungsring versammelt waren, brausenden Widerhall fand. 2 7 0 0 Kmaben Und Mädchen sämtlicher SchU- l e n, die in dem großen Ring aufgestellt waren, sangen die Nationalhymne. Die Kinder führten Freiübungen über Erglühende. Da schwebte ihre kleine Gestalt aber auch schon, von starken Armen gehoben, in die Höhe. Es war die höchste Zeit. Das Kaiserliche Auto nahte heran. Ein unbeschreiblich glückseliges Gefühl übermannte Aenne, und Tränen der Rührung und Freude entströmten ihren Augen, als sie sah, wie die Kaiserin und Prinzessin Vittoria Luise ihr freundlich zunickten. Es schien ihr, als habe die güttge Kaiserin ihr ganz besonders zugenickt und über das große Kind auf dem Männerarm gelacht. Der Kaiser grüßte nach der anderen Seite hin und da auch der große weiße Federhut der Kaiserin sein Antlitz verdeckte, sah Aenne nur den glitzernden Helm. Mit durstigen Blicken verfolgte sie das Kaiserliche Auto bis es verschwand. Jetzt sah Aenne nach ihrem sreundlichen Helfer herab. Da gewahrte sie zu ihrem Schrecken, daß demselben jede Möglichkeit, etwas zu sehen, durch sie und das Kind genommen worden war. Sanft entledigte der Herr sich jetz' seines Balastes. „Sind Sre nun zufrieden, kleines Fräulein?" „Vollkommen, mein Herr, ich bin Ihnen zeitlebens .dankbar — mache mir selbst aber die größten Vorwürfe, daß Sie durch Ihre Opserwilligkeit die hohen Herrschaften nicht zu sehen bekamen." „Ist halb so schlimm", entgegnete lachend der Herr, „ich bin ein Berliner Junge und bekomme „Kaisers" öfters zu Gesichte. Ich verbringe hier in Köln bei meiner verheirateten Schwester meine Ferien." „Sie sind wirklich zu beneiden, es ist mein Verhängnis, daß ich £e. Majestät überhaupt nicht zu sehen aus, die vom Kaiser mit Händeklatschen ausgezeichnet wurden. Der Kaiser winkte den Kindern bei deren Abmarsch andauernd freundlich zu. Es folgte nun die Vorführung von mehreren hundert preisgekrönten Rindern und Pferden, daraus die Vorführung des Pserdemate- rials des Militärreitinstituts sowie einer kombinierten, vollständig bespannten Batterie in allen Fahrarten. In Gegenwart des Kaisers wurde dann das Toutmier deutscher Pferde und daraus das des Reichsverbandes für deutsches Halbblut mit einem großen Jagdspringen sort- gesetzt. Der Kaiser besuchte zum Schluß der Vorführungen noch die Sonderausstellung der Landwirtschaftskammer der Provinz Hannover und verließ dann durch ein Spalier von Schulkindern unter den andauernden Hochrufen des Publikums die Ausstellung um 1 Uhr und fuhr um 3 Uhr mit Gefolge in Automobilen nach Eilvese zur Besichtigung der F u n k s p r ü ch st a - t i o n. Abends speiste der Kaiser, beim OberpräsideMen v. Mentzel. Nach der Tafel trug der Lehrer-Gesangverein einige Lieder vor. " Aus Berlin wird geschrieben: Mit der gestern in London erfolgten Paraphierung des deutschenglischen Abkommens ist ein wesentlicher Schritt in der Fertigstellung des Systems von Uebereinkünften geschehen, die Deutschland, Frankreich, England und die Türkei umfassen und eine vertragsmäßige Klarlegung der, Interessen der drei erstgenannten Mächte in Kleinasien bezwecken. Das betreffende Abkommen mit Fraickreich ist bekanntlich schon vor mehreren Monaten paraphiert worden. Jetzt steht noch eine Verständigung mit der Tückei aus, um alsdann die Abkommen durch förmliche Vollziehung in Kraft zü setzen. — Neben den mit England gepflogenen Unterhandlungen über Kleinasien liefen Verhandlungen wegen gewisser afrikanischen Fragen weiter, die nach Möglichkeit alle Reibungsslüchen zwischen Deutschland unb England in Afrika beseitigen sollen. Diese Unterhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Voraussichtlich wird bis ZU ihrem Abschluß noch länger» Zeit vergehen. * In einem Ministerialerlah vom 3. Juni wird darauf hingewiesen, daß das Turnen und die Jugendspiele als Pflichtfach an den gewerblichen und kauf - männischen Fortbildungsschulen einzuführen sind. Die Regierungspräsidenten werden ersucht, die Ausnahme des Turnens und der Jugendspiele unter den Pflichtfächern der Fortbildungsschulen mit Nachdnick zu fördern. * Wie im Jahre 1895 die deutsche Studenten - schast einmütig zum „Alten im Sachsenwald" zog, um diesem zu> seinem 80. Geburtstage eine Huldigung von überwältigender Größe darzubielen, so will unsere aka- bekomme, heute hatte ihn der Federhut der Kaiserin verdeckt." . „Na, mein kleines, hübsches Fräulein, dann sehen Sie mich heute als Ersatzkaiser an", lachte der Berliner Junge und stellte sich vor, „Mar Kaiser, Leutnant der Reserve und Diplomingenieur aus Berlin. Aenne stellte sich ebenfalls vor und sah verstohlen zu dem hübschen, kecken Berliner empor. Schlecht konnte er nicht sein, das bewies sein fesches, herzliches Lachen. Und wie kamen dabei seine regelmäßigen, schneeweißen Zähne uMer dem dicken dunklen Schnurrbart zum Vorschein. Und nun erst seine Augen! Eine Welt voll Frohsinn und Schalkhaftigkeit spiegelte sich in denselben. „Zum Fressen hübsch", stellte Aenne im stillen fest, ein Ausdruck, der unter den Backfischen im Seminar gebräuchlich war. Ob seine Frau auch wohl das Glück, solch einen Adonis zu besitzen, zu schätzen "wußte? ! Dem lleinen Mädchen, der Vater nannte es Liese- lott, dauerte die Unterhaltung der beiden zu lange. Es zog verschiedene Male Herrn Kaiser am Arme, und da er noch immer, keine Anstalten zum Gehen machte, stteh es ihn ungeduldig und boshaft mit seinen Füßchen an. „Mit seiner Autorität scheint es nicht weit her zu sein", dachte Aenne, und der Glorienschein der echten Männlichkeit, den sie um sein Haupt gewoben, erblaßte ein wenig. „W-illst Du wohl artig sein, Liselott, die Dame hier ist Lehrerin und haut gern drüber!" „Dann laß uns erst recht gehen", und ihre Aeuglein blitzten boshaft die schreckliche Lehrerin an, „ich mag keine Lehrerin." demische Jugend auch im Jahre der 100. Wiederkehr seines Geburislages das Andenken Bismarcks einmütig und in erhebender Weise seiern. Der Bismarckausschuß der deutschen Studentenschaft hat beschlossen, alle deutschen Studenten zum Sommersonnenwendtage 19 15 nach Friedrichsruh einzuladen, um an des großen Kanzlers letzter Ruhestätte eine würdige Gedenkfeier abzuhalten und alsdann aus der Bismarcksäule, die die deutsche Studentenschaft aus dem Hamberge bei Friedrichsruh dem Reichsgründer errichtet hat, die vo» jugendlicher Begeisterung culsachlen Flammen emporlodern zu lassen. * Wie aüs Windhuk gemeldet wird, ist die Telef unkenverbindung zwischen S ü d w e st- a f r, i k a und Togo hergestellt und wird nach ersolg- 1er Abnahmeprüfung in den öffentlichen Dienst eingestellt. Es gelingt bereits jetzt, Telesunkendepeschen von S ü d w e st über Togo nach Nauen bei Berlin zu senden, wobei 8200 Kilometer drahtlos überbrückt werden. Diese Entfernung entspricht der von Deutschland nach Siam. Oesterreich. * Wien, 18. Juni. In Gegenwart des Kaisers und der Mitglieder des Kaiserhauses, sowie der Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, fand heute vormittag in Schönbrunn die seierliche Weihe und U-e b e r- g a b e der Fahne an die Kaiser Franz Joses-Mili- tär-Akademie statt. Die Feier bildete die erste Gelegenheit, bei welcher der Kaiser, der sehr frisch aüssah, sich der Oeffenilichkeit zeigte. * Die österreichisch-ungarische Regierung bat wie die anderen Mächte in Konstantinopel und Athen in versöhnlichem Sinne gewirkt. Sämtliche Mächte sind einig, für die Ausrechterhaltung des Friedens tätig zu sein. England. * In den letzten Tagen sollen eine große Anzahl türkischer Marineosfiziere in England angekommen sein, um 120 000 Tonnen Kohle und auch vier bis fünf Transportdampfer von etwa 6000 Tonnen und zehn bis 'elf Knoten Geschwindigkeit anzukau- sen. Die Schiffe sollten, im Kriegsfall als Truppen - transportschiffe dienen. Die griechischen Dampfer und mehrere Schlepper aus dem Schwarzen Meer und von Athen sind nach den griechischen (.Gewässern abgefahren. Die griechische Schiffahrt hat den gesamten Dienst in den türkischen Häsen eingestellt. Bulgarien. * Sofia, 18. Juni. Nach autz Regierungskreisen stammenden Erklärungen hat sich die b u l g a r i - s ch e Regierung entschlossen, bei einem eventuellen Konflikt zwischen Griechenland uüd der Türkei st r e n g st e Neutralität zu beobachten. Türkei. * Die türkische Regierung hat angeordiket, J>aß bis aus Widerruf kein Dampfer in den Hasen von Smprna einlaufcn oder herausfahrcn darj. Am Eingang des Golfes von Smyrna sind Mienen ausgelegt worden? * Berlin. Die deutsche Regierung erklärte sich mit dem Vorschläge der türkischen Regierung einverstanden, daß die Vertrauensleute der Botschaften der Großmächte, sei es in Verbindung mit Talaal Bey, sei es selbständig, die Lage der Griechen in Klein- asien untersuchen sollen. Ruhland. * Der russische Minister des Aeußern erklärte einem Vertreter der Zeitung „Vittorul" vor seiner Heimkehr nach Rußland, daß künftig nichts die sreundschaft- Aenne lachte über den kleinen Streit und meinte scherzende „Sic begehen denselben Fehler wie der große Hause, welcher den Kindern den Lehrer oder die Lehrerin als Schrcckbild darstellt." „Danke für die Moralpredigt, leider bin ich noch nicht dazu gekommen, der Kindererziehung näher, zu treten", entgegnete Herr Kaiser, „Lieselott wird, als einziges Kind, von ihrer Mutter total verwöhnt." „Deshalb braucht es der Vater nicht auch so zu machen", wollte die allzeit schlagfertige belgische Lehrerin erwidern, verschluckte es aber wieder. Da hatte sie denn doch unter ihren belgischen Rangen eine bessere Zucht. „Mas haben Sie denn nUn zunächst vor,, Fräulein Groß?" srug Herr Kaiser in seiner kecken Weise. „Vor allen Dingen meine im Gedränge verunglückte Speisekammer reinigen", scherzte Aenne, von der srischcn, natürlichen Heiterkeit des Berliners angesteckt und zeigte ihm das geöffnete Pompadour. „Das reine Sodom und Gomorra im Pompadoür", lachte Herr Kaiser. „Wenn ich nur wüßte, wo ich die Reinigung vornehmen könnte, daß ich wenigstens zu meinem Gelde und der Rückfahrkarte gelangte." „Ganz einfach — bei meiner Schwester auf dem Hohenzollernring. Sie sahren mit uns. Nicht wahr, Lieselott?" wandte er sich dann an die Kleine. Diese schien einen Augenblick zu überlegen, ob es sich wirk - lich lohnte, das Schreckbild mitfahren zu lassen. „Meinetwegen — aber dann im Auto", befttmmte die Kleine altklug. Aenne Groß widersprach eifrigst., doch der dreiste Berliner Halle schon einen Chauffeur herbeigerufen und mit ihm die Route besprochen, was Aenne lichen Beziehungen zwischen Rumänien und 9t' u h- land trüben würde, die durch gemeinsame Interessen und eine friedliche Politck verknüpft seien. * Die Vertreter Rußlands und Rumäniens haben bei der Pforte einen gemeinsamen Schritt unternommen, um dieser von dem Interesse Kenntnis zu geben, daß beide Mächte an der Aufrechterhallung der kommerziellen Freiheit der Dardanel- l e n Haben. Man ist sich allgemein darüber einig, daß dieser Schritt, der die russisch-rumänische Annäherung bezeugt, seine Wirkung am Goldenen Horn ausüben wird. Uom albanischen Umstand. * Nach den zahlreichen, sich vielfach widersprechenden Meldungen über die vorgestrigen Kämpfe um die Hauptstadt, ist jetzt wenigstens insofern Klarheit darüber vorhanden, daß die Truppen des Fürsten eine schwere, bedauerliche Niederlage erlitten haben. Die Regierung Oesterreich-Ungarns scheint nach Wiener Meldungen jedenfalls entschlossen zU sein, die Gründung Europas, die in erster Linie seine Gründung ist, nicht im Stiche zu lassen, und es kann sehr leicht geschehen, daß die Aufständischen im letzten Augenblick aus österreichische Bajonette stoßen werden. * In Dürazzo soll es, so heißt es in Rom, zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem Fürsten und der internationalen Kontrollkommission, sowie zwischen dem Fürsten und dem englischen Admiral gekommen sein. Der Admiral wünscht, daß der Fürst auf ein Kriegsschiff geht, sobald die Rebellen Durazzo nehmen, und dieser will unter österreichischem und italienischem Schutz in Durazzo bleiben. * Durazzo, 18. Juni. Der Dampfer „Herzegowina" gab heute vor Durazzo mehrere Schüsse ab. Die Bewaffnung wurde von der Regierung beschlossen, aber sehr geheim gehalten. Die Italiener bezeichnen das als Neuträlitätsbruch. Der Dampfer Herzegowina war von der albanischen Regierung „gechartert". Die Freiwilligen Ingenieur Häßler, der preußische Rittmeister d. Reserve v. d Lippe uNd der Journalist Lorch hatten ein Akodageschütz an Bord gebracht und gaben damit 60 Schüsse ab, die sehr wirksam gewesen sein sollen. Prenk Bibdoda erklärte, falls K r o j a sich nicht freiwillig ergebe, werde er, um nicht Zeit zU verlieren, die Stadt nicht angreiscn. sondern unter Rückendeckung westlich vorrücken, um sich Durazzo zu nähern. In Durazzo wurde gestern nacht wieder ein Lichtsignal- wechsel zwischen der Stadt und Rasbul beobachtet. " Fürst Karl z u Schönburg-Harten- st e i n, der Schwager des Fürsten von Albanien, weilte kürzlich in Budapest, von wo aus er nach Dupazzo weiterreiste. Wie ein hiesiges Blatt meldet, erklärte der Fürst im Nationalkalffno, seine Schwester, die Fürstin, schreibe verzweifelte Briese an ihre Familie in Deutschland. Im weiteren Verlauf des Gesprächs sagte der Fürst: „Wenn auch ganz Europa meinen Schwager im Stiche läßt, wir werden ihn nicht verlassen, und ich eile ihm jetzt zUr Hilfe." Nutz K o n st a n tz a ist eine Anzahl r u m o n i - scher Freiwilliger eingetroffen, die sich dem Fürsten zur Versügung stellten. jHus Stadt und Land * Die E r st e Kammer der Stände wird voraussichtlich am 29. Juni zufammentreten, um die noch restierenden Gegenstände zu erledigen. Gleich nach dem Schluß dieser kurzen Tagung, Anfang Juli, soll der offizielle Schluß des Landtages erfolgen. * Gießen. Die am 28. Mat 1914 von der Stadtverordneten Versammlung vollzogene Wohl des Regie» rungSbaumeisters Günther Kreuzten zu Gießen zum nicht verstehen konnte, da beide außer Hörweite standen. Jubelnd war Lieselott schon ins Auto geklettert. „Um des Kaisers willen, bitte", nötigte er Aenne, ebenfalls einzusteigen. „Sie sehen ja, unsere Anstandsdame hat bereits Platz genommen." Ohne weitere Umstände hob er die noch immer Unschlüssige in das Auto und nahm ihr gegenüber Platz. „Was müssen Ihre Angehörigen nur von mir denken ?" Hub Aenne während der Fahrt an, „daß ich so mir nichts dir nichts ins HaUs geschneit komme. Ich habe Herzklopfen vor Angst." Da lachte der große Berliner Junge wieder sein srisches„ herzliches Lachen, das Aenne wie Musik klang. „Much mir klopft das Herz", bekannte er, „aber nicht aUs Angst, sondern vor lauter Freude, daß ich so einen reizenden, kleinen Pechvogel gefangen habe." Dabei sah er sie mit seinen Schelmenaugen an, als wolle er sie durchbohren. Aenne scntte den Blick vor ihm und war mit sich selbst nicht einig, ob sie seine Keckheit übelnehmen und heimzahlen sollte oder nicht. Für einen verheirateten Herrn mit einem fünfjährigen Kinde geziemt es sich freilich nicht, so keck mit einem jungen 'Mädchen zu sprechen. Das aber stand fest bei ihr: nie in ihrem Leben würde sie diesen Mann aus ihrem Gedächtnis streichen können, uNd wenn er hundertmal verheiratet war. „Da sind wir ja am Ziel", meinte Herr, Kaiser-, als das Auto vor einem herrschaftlichen Hause am Hohen - zollernring hielt, „uNd da oben erwarten uns schon Schwager Und Schwester." besoldeten Beigeordneten der Piovinzialhauptstadt Gießen hat der Großhcrzog bestätigt. * Gießen. Privatdozent Profeffoc Dr. Paul Kahle in Halle a S. wurde zum ordentlichen Profeffoc für semitische Sprachen in der philosophischen Falkultät der Landesuniversität in Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1914 ernannt. "Gießen. In den Ruhestand versetzt wurde am 13. Juni der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gießen, Emil Geißler, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts feines Nach» folgcrs und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Er ei hielt vom Großheezog die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. "Gießen, 18. Juni. Unter dem Vorsitz des ProvinzialdircktorS Geheimrat Dr. Usinger tagte heute auf der Liebigshöhe eine amtliche Lehrer- Versammlung der Lehrer und Lehrerinnen der Stadt und des Kreises Gießen. Die Krcisichulbehöcde war vertreten durch den Kreisschulinspektor Prof. Dr Allers und Kirchenrat Psarrer Strack-Leihgestern Provinzial- direktor Dr. Usinger begrüßte die Versammlung und gedachte der Unterstützung, die die Lehrer der Rotcn- Kreuz-Somm'ung erwiesen hätten. Kretsschulinspektor Dr. Allers machte geschäftliche Mitteilungen. Sodann sprockun Privaldozcnt Dr. Kosfka über »Gedächtnis und Denken" und Lch er Ltndenstruth über „Ter freie Aufsatz in der Schule". Bei dem gemeinsamen Mittagsmahl brachte Kreisschulinspektor Dr. Allers ein Hoch aus den Großherzoz aus. zu wollen. Würde es schon bisher in der Eichener Bevölkerung als ein Nachteil für die Eichener Geschäftsleute empfunden, daß Sonntagskarten nach Gießen auf der Statton Marburg nicht ausgegeben wirr-! den, so daß das wohlhabende Hinterland vollständig! von Gießen abgeschnitten war, so macht sich jetzt während unserer Ausstellung dieser Mangel ganz besonders fühlbar. Der Verkehr nach Gießen von Statio- nen, welche Sonnlagskarlen ausgeben, ist weit bedeutender als der von anderen Stationen. Besonders von Marburg fehlt hier der Veckehy gänzlich, obgleich aus diesem Bezick die Mutzstellung reichlich beschickt s Gießen. Zu erleichtertem Besuche der Gewerbe- Ausstellung ist für Montag, den 22. Juni, rin billiger Taggegen nur 40 Pfg. Eintrittsgeld angesetz Die Frist zur Einreichung des Fragebogens für das Preisgericht ist nunnhr mit endgültigem Schluß bis 25. Juni aus- gedehnt. Die Besuche von nah und fern. Schulen und jeglicher Art von Vereinen, zeigen in bunter Reihenfolge ihre Intasie für die Leistungen des h-imatlichcn Gewcr- beflcißcs. Besonderes Jntereffe errrgen bei dieser die Vorführungen der Mustei bäckerei, die Werkzcugmaschincn- Fabriken, die mustergültigen gesundheitstechntschen Anlagen, das Bergwerk, die Ausstellungen der Firmen, wie E scnwcike Buderus—Wetzlar, Gummifabcik Poppe & Co. in Gießen, Glasbläserei Kobe — Marburg, die Tuchweberei Godosar—Georgenhammer. Le newcberci List- Lauterbach, Kunsttöpferet u. a. m. Auch in der Abtlg. Wohnugsetnrichtungen haben inzwiseten angemessene Verkäufe stoltgcfundcn, wie z B. die Oberh. Werkstätten 2 kunstvolle Zimmereinrichtungen nach Noiddcutschland u. s. w. Die Reichhaltigkeit der vorhandenen Becuss- arten wirkt belebend auf den Besuch ein und läßt den Eindruck zurück, der ihr gebührt, nämlich, daß sie interessant ist. * G e w e r b e a u s st e l l u n g Gießen 1914. Der Verkehr,sausschuß hat der Kgl. Eisenbahndirektion in Kassel folgendes Gesuch um Bewilligung von S y n ii I a g s k a r I e n für die Strecke Marburg- Gießen eingereicht: Die König!. Eisenbahndirektion bitten wir ergebenst, aus der Eisenbahnstrecke Marburg — Gießen die Einführung von Sonntagssahrkarten genehmigen | Aenne blickte nach der angegebenen Richtung rindig gewahrte aus dem Balkon der erste Etage einen Offizier, und eine weißgekleidete Dame, welche ihnen zuwinkteuj und etwas erstaunt aus den weiblichen Besuch blickten, dem Herr Kaiser galant autz dem Auto hals. Lieselott war schon vorher herausgespruNgcn mit! ries: „Papa, Mama. Onkel Mar und ich bringen ein«: richtige Lehrerin mit." Was war das?! Lieselott war nicht sein Kind?! Er war womöglich garnicht verheiratet l Und sie, di, ehrbare Lehrerin aus dem Belgischen war mit diesem i — Mädchenjäger im offenen Auto durch ganz Köln ge sahren?" Mit Gewalt das unwillkürlich oufflackenide Glücks gesühl niederkümpsend, hielt sie den schrecklichen Men! scheu im Korridor zurück und rief entrüstet: „Was sol j das heißen, Herr Kaiser, sind Sie nicht Lieselotten- Vater, und wellt Ihre Frau nicht ebensalks hier zu Be such?" Erstaunt blickte Kaiser in ihr «Mzürntes Gesicht -! um dann in eine Art Lachkrampf zu verfallen. Er lachte | daß ihm die Tränen in die hübschen Augen traten. „Ich--ich Vater ?! Sehe ich denn mit meinei j 27 Lenzen schon so väterlich aus ? Nein, mein Kind j so weit habe ich es noch nicht gebracht. Und meine FraU Da suche ich ja schon so lang« daran, aber es beißt bc | mir teilen Berliner Jungen kein« an. Wollen Sie « nicht mit mir riskieren? So «ine lleine, tcnrpcrameni volle, boshafte Frau habe ich mir immer gewünscht j Ich glaube, wir beide könnten Uns famos durchs L, ' ben zanken und streiten." (Fortsetzung folgt.) I V t t I I I t I- n * ! i it lt It 5 I. lt I- * n i( o m ti » tt iS - Ilb J< I- >!! I- I«l 3tt t 4' iS lt :k :a >b wurde imb dort auch großes Interesse hauptsächlich in den breiten Schichten des Mittelstandes und des Arbciterstandes dafür vorhanden ist. Lurch eine Verbilligung der Fahrt von Marburg nach Gießen ist eine bedeutende Verkehrssteigerung mit positiver Sicherheit zu erwarten und die Vorteile hiervon wird nicht nur die Stadt Gießen und unsere Ausstellung haben, sondern auch nicht zum geringsten Teil die Eisenbahn-Behörde. Die Königliche Eiscnbahndirektion bitten wir, unser Gesuch einer wohlwollenden Prüfung zu unter - ziehen und die baldige Einführung der Sonntags - karten Marburg—Gießen anzuordnen. Mil vorzüglicher Hochachtung Der Verkehrsausschuß. ' Aepfelweinkursus für O b st w e i n - Produzenten und Aepfelwein wirte. Wie uns seitens der Eroßh. Obstbauschule in Friedberg mit- geteill wird, findet vom 6. vis 11. Juli der diesjährige Aepfelweinkursus statt und werden Anmeldungen durch Aepfelweinkursus statt und werden Anmeldungen durch weiteren Auskunft gerne bereit ist. In dem Kursus werden alle Vorgänge, welche bei der Herstellung von Ae- pselwein in Erscheinung treten, theoretisch und praktisch erläutert. Außerdem werden Untersuchungen und Bestimmungen im Läöcratorium vorgenommcn. Der Besuch des Kursus ist allen denen, welche sich mit der Ae- pfclweinbcreitung befassen, zu empfehlen. Da auch die Herstellung von Beerenweinen in dem Kursus behandelt wird, kann der Besuch auch solchen Personen empfohlen werden, welche Beerenweine für den Hausbedarf Herstellen bezw. Herstellen wollen. * * S t e i n b a ch. Unter dem Vorsitz des Rcgierungs- ratS Welcher fand hier eine Sitzung des Stcinbacher Schul- und Gemeindevorstandes statt, die sich mit dem „Bombenattentat" brschäftigte. Der Regicrungs- Vertreter erklärte, daß, wenn in die Gemeinde keine Ruhe elnkehre, die Behörde auf Kosten der Gemeinde Gcndai merke nach Steinbach beordere. Er gab ferner bekannt, daß der Lehrer Günther nicht entlassen sei, sondern bei einer Vakanz wieder eine Stelle erhalte, und daß alle durch die Angelegenheit entstandenen Kosten der Gemeinde auf Rechnung gestellt werden. * Grünberg Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Altenstadt, Ernst Hosmeyer, wurde zum Obcr- amtsrichter bei diesem Gericht und der Amtsrichter bei dem Amtsgeiicht Grimberg, Karl Dölp, zum Oberamtsrichter bei dem letztgenannten Gericht ernannt. ' Lanbach, 18. Juni. Heute hatten Schloß Arnsburg und sein weit ausgedehnter Schloßbezirk ein F stgcwand angrlegt; in Tannenprün prangten die Gebäude und von den Zinnen wehten Fahnen in solms- schcn und hessischen Farben. Der Festschmuck galt der Vermählung der Gräfin Luitgarde zu Solms- Laubach (geboren 1878) mit dem Leiter unserer auswärtigen Politik, dem im 51 Lebensjahr stehenden Staatssekretär Gottlieb vonJagow Am Vormittag vollzog der Standesbeamte der Gemeinde Ebcrstadt bet Butzbach im Schlosse dir standesamtliche Eheschließung, worauf um l Ilhc der HochzeitSzug durch den Schloßpark seinen Weg nach der zu einem Bctiaal umgcschoffcmn Vorhalle der einstigen Klosterkirche, „das Paradies" gch-ißen, nahm Nur die nächsten Verwandten d-s Brautpaares waren zu der Feier geladen, so die Brüder der Braut und ihre Schwestern, ferner der Fürst und die Fürstin zu Solms Hohensolms-Lick», die Gräfin Witwe Emnta zu Solms-Laubach, geborene Prinzessin zu Isenburg und Büdingen u. a. m. Noch einem Lrgelspiel und Gesang hielt Pfarrer Nebel von Laubach die Traurede. Tann begaben sich die Hochzeilsgäste, mit dem Neuvermählten Paare an der Spitze, unter Orgelsp^e! aus dem Bctsaal nach dem Schloße zurück, wo Gratulationskour stattfand, an dem sich in dem großen Speisesaa! das Hochzeitsmahl anreihte. Während des Mahles toastete der Schioßherc Prinz Wilhelm zu Solms-Laubach aut das Neuvermählte Paar. Gegen 6 Uhr reisten die Neuvermählten nach Frankfurt a. M, von da nach der Schweiz, wo sie dreiwöchigen Aufenthalt nehmen. — Der Kaiser sandte dem Brautpaar ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm. Das dipiomattsche Korps in Bulin ließ ein Hoch,eitsgcschenk überbringen in Form eines große» ^"crncn Tafelaufsatzes mit einer Gardinierie und vier Vasen, die für die Ecken des Tisches bestimmt sind. * Bad-Nauheim. Unter dem Protektorate Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Hessen finden im Laufe dieses Sommers in Lad-Nauh-im drei bedeutsame künstlerische Veronstaliungcn zum Besten des Alice Fraucnvereins (Daimstodt) statt. Die erste dieser Veranstaltungen bringt Mittwoch, den 25. Juni, nachmittags 5 Uhr dn Konzert, dem Frau Elisabeth Roth w cl l - Wo ls f aus St.Paul in Amerika (Gesang), I ^ Herr Prosissor Heinrich Kiefer aus Berlin (Cello) und 0i das Windecstein'fche Orchester ihre Mitwirkung leihen werden. Diesem Konzert folgt am 15. Juli eine Vorführung der Elisabeth Dun c an- Schule (Darm- stadt), und den Schluß macht am 22. September ein Vortragsabend von Irene Tri es ch (Berlin). Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Groß- Herzogin haben ihr Erscheinen bet sämtlichen 3 Veran- staltungen in Bad-Nauheim in Aussicht grstellt - s B c r n s h a n s e n. Während der Gewitter, die am Dienstag in gai.^ Oberhessen erneut lobten, schlug in Bernshausen der Blitz in die Scheuer des Bürger - Meisters Ritz ein, die sogleich in Flammen stand und mit den angrenzenden Stallungen und dem Wohnge - ! bäüde bis auf die Grundmauern niederbrannte. Das j Vieh konnte gerettet werden. Zahlreiche landwirlschaft - - Ilche Maschinen und Wagen sind dem Brande zum Opfer gefallen. * Darmstadt. Kabinettssekretär Dr. Wilhelm Wchner zu Darmstadt wurde zum Kreisamtmann bei dem Kreisamte Büdingen mit Wirkung vom 1. Juli d. I. ernannt. ! A l-z e y. Bei der am Donnerstag ftattgefutzde- nen Ersatzwahl im .Landtagswahlkreise Alzey — EaU - Odernheim, die durch die Mandatsniederlegung des bisherigen Abgeordneten Diehl erforderlich wurde, erhielten Justizrat Calman (nat.-lib.) 2522 Stimmen, Knell (Fortschr. Vpt.) 1817 und Lücke! (Soz.) 316 Stimmen. Aus einigen Orten steht das Ergebnis noch aus, doch dürfte dies an dem Resultat nichts ändern. (Bei der Wahl im Jabre 1911 erhielten Diehl (nat.-lib.) 2302, Knell (Fortschr. Vpt.) 1410, Neuendörscr (Ztr.) 425 u. Lückel (Soz.) 295 Stimmen. Das Zentrum hatte für dieses Mal von der Aufstellung eines eigenen Kandi - daten abgesehen und war für Calman eingetreten. flu$ aller MN. Mit knapper Not ist die Aussperrung säntllicher sozialdemokratischer Glasarbeiter in ganz Deutschland vennieden worden. Dcg Schutzvcrband der deutschen G l a s s a b r i k e n hat in Dresden in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, die EeneralauSsperrupg sämtlicher sozialdemokratisch organisierter Glasmacher vorzunchmen. An die - Versammlung schlossen sich aber noch Verhandlungen | mit dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Gewerkschaft der Elasar,beiter, der schließlich sämtliche Beding- ' ungen des Schutzverbandes annahm. Demgemäß be- j schloß dieser in einer zweiten Sitzung die Aufhebung des Aüssperrungsbeschluffes und erklärte auch die noch zur- ! zeit in der Lausitz bestehende Aussperrung für den 4. Juli als beendet. ::: Duisburg. Wegen einer Differenz von 1.50 Mk. im Fahrpreis gerieten ein Ingenieur und ein Architekt mit einem Chauffeur eines Mietautomobils in Streit, in dessen Verlaus der Ingenieur Dörr den Chauffeur Rudolf Wolzenburg durch einen Schuß aus feinem Revolver tötete. Der Täter ist verhaftet. ::: London, 16. Juni. Auf der PferdeauSstel- lupg in der Olympiahalle wurde eine als Krankenpflegerin verkleidete Frauen st immrechtlerin mit einem Wickelkinde aus dem Arm verhaftet. Unter ihrem Mantel fand man eine Bombe. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Giehrn. Sonntag, den 21. Juni, 2. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadlkirche. Vorm. 8 Uhr^ Psarrcr D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmiertcn aus der Matthäusgcmeinde. Vormittags 9!^ Uhr: Professor D. Eck. Vorm. 11 Uhr: Mililäraottesdtensi. Pfr. Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Montag, den 22. Juni, abends 8 Uhrr Versammlung des Frauenvereins der Markuzgemeinde. " Rächsikünstigen Sonntag, den 28. Juni, wird im Hauptgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für, Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam gehalten werden. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde 'erbeten. In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uyr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vorm. 9 l A Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Psayrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeind«. Pfarrer Ausfeld. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprcchung im Johannessaal. Zehn Gebote für Sommerfrischler. 1. Wenn Du aufs Land gehst, glaube nicht, daß Du Deine gute Erziehung zu Hause lassen darfst. 2. Die wahre Ferienfreiheit ist nicht Zügellosigkeit und die ländliche Ungcbundenhcit ist nicht Rücksichtslosigkeit. 3. Vergiß nicht, daß Feld und Wald und Wiese nicht Dir gehören, daß sie deshalb in jeder Weise geschont werden müssen 4. Erlaube Deinen Kindern nicht alles, weil Du meinst, sie müssen auf dem Lande austobcn. Bedenke vielmehr, was ihnen Freude macht, ist oft für den Bauern ein großer Aerger. 5. Lehre Deine Kinder Achtung vor der Arbeit der Bauern, dann werden sie nicht die Wiesen als Spielplatz betrachten, die Getreidefelder wegen ein paar Blumen zertreten oder das unreife Obst von den Bäumen schlagen. 6. Bleibe bei deinen Sparziergängen hübsch auf dem Wege. Schließe stets die Vichgattcr hinter Dir. Deine Unachtsamkeit kann dem Viehhalter und seinen Nachbarn großen Schaden bereiten. 7. Zerschlage auf Deinen Fahrten keine Flaschen, weil sich durch die hccumfltegcnden Scherben Menschen und Tiere schwer verletzen können. Wirf nicht das Einwickelpapier von mitgenommenen Speisen gedankenlos weg, denn Du verdirbst damit anderen den ästhetischen Genuß. 8. Spotte nicht über die Gebräuche der Bauern. Sie sind ein Ausfluß alter Tradition und deshalb den Bauern heilig. 9. Behandle in Deiner Sommerwohnung die Möbel, Wäsche und sonstigen Einrichtungsgcgcnstände so, als ob sie Dir gehören 10. Begehre nicht, daß man Dir alles halb schenkt. Ter Sommer ist kurz und die Leute wollen für ihre Aufwendungen auch verdienen. Auch auf dem Lande gilt der Grundsatz: Lrbcn und leben lassen! (Aus „Ratgeber für den Sommer und die Sommerfrische".) Verantwortlich: Alb in Klein , Gieß en. Wirkungen einer Hau*kur. Die ausserordentlich wichtige und folgenschwere Nieren- arbeit wird erleichtert und angeregt, die Zylinder, welche die Nierenkanälchen verstopfen, werden herausgespült, der Eiweissgehalt des Harns verliert sich, Beklemmung und Atemnot nehmen ab, die überschüssige Harnsäure, welche die Ursache zu allen rheumatischen u. gichtischen Leiden ist, wird abgetrieben. Gries und Nierensteine gehen ohne besonderen Schmerzen ab, das Drücken und Brennen beim Urinieren fällt weg, der Magen, Nieren und Blase werden gereinigt und der Urin wird klar. Es tritt ein Wohlbefinden ein, welches früher nicht vorhanden war. — Man frage den Arzt. — Literatur frei durch Reinha'dsquelle G.m.b.H. bei Wildungen. — In Mineralwasserhandlungen. Apotheken und Drogerien verlange man zum eigenen Nutzen ausdrücklich nur Relrhardsquelle. Wo ni ht erhältlich, Lieferung direkt ab Quelle. >iW toll jtb« i# # 2f KNORR Die Beliebtheit der «fttlOl l’ s Clltl|lftltPitt' |cl nimmt ständig zu. Das liegt an dem vefonderen BtSohlgefchmack und der Ausgiebigkeit der Marke: „Knorr"! Versuchen Cie: Kno-r -Reissuppe, Rumfordsvppe, Erbsensuppe. 1 Würfel 3 Teller 10 Pfg. I Butzbach-Licher Eisenbahn. Bekanntmachung. Bei Niciterfolg zahle Geld zorirckl Eine feste, üppigeBUste und rosig zarte Haut ei hal en Sie bei Anwendung meine« gar. unschädl. äusserlich zu brauchenden BQsten- Elexiers! 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Butzbach-Lichcr Eisenbaha-AktieaMesellschast. die erfolg reichste Zentrifuge Der Vorstand. Erste, welche stets Putz atelier selbständig geführt har, sucht Stellung per Herb |i in Gießen oder Umgegend. Off. unt. L. C. 11 postl. Betzdorf. Streng reelles Angebot! 19 Wir haben für das Grössterzogtum Hessen evtl, auch Hessen-Nassau die Zweigfabrikation unseres bestens eingeführten, täglich viel gebrauchten Haushaltungsartikels an strebsamen Herrn zu vergeben ßranche- kenntüisse sind nicht erforderlich, da vollständige Einarbeitung durch die Firma. Der Artikel bietet infolge seiner Absatzfähigkeit daaernde und lohnende Existenz. Nur ernsthafte Reflektanten, denen ernstlich an einer guten Sache gelegen ist und die über ein Kapital von ca. 10000 M. verfügen, wollen ausführliche Offerten einreichen unter J. 632 an Haasenstein & Vogler A.-G, Mannheim. ende verdanken Ihre glSozende Stellung den Stadl n. Selbstunterrichtsbriefe System Karnack-Ha« r 100 Mitarbeiter. 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Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Der müde Theodor, Schwank in 3 Akten von Max Neal und Max Ferner. Montag, 22. Juni, nachm. 4’/a—6 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Der liebe Augustin, Operette in 3 Akten von Leo Fall. Dienstag, 23 Juni, nachm 4 1 /, — 6 Uhr, abends von 8 — 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Gastspiel Münchener Künstler: Finy Volta (altorientalische und moderne Tanzpoesien), Benno Haller (Rezitationen), Karl P. Edelmann (Violine—Klavier) Bad-Nauheimer Fahrt des Zeppelin- Luftschiffes „Victoria Luise“. Mittwoch, 24. Juni, nachm, von 4 */„ —6 Uhr, abends von 8 — 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Das Abendkonzert unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winderstein. Nachmittags von 4—6 l /s Uhr auf dem Johannisberg Konzert der Militärmusikschule Friedberg. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Eine Frau ohne Bedeutung, Schauspiel in 4 Akten von Oskar Wilde. Donnerstag, 25. Juni, nachm. 5 Uhr im Konzerthaus Festkonzert unter dem Protektorat I. K. Hoheit der Grossherzogin zum Besten des Alice-Frauenvereins. Mitwirkende: Frau Rothwell-Wolff-St. Paul (Gesang), Herr Professor Kiefer-Berlin (Cello) und Kurkapelle. Leitung: Königlicher Professor Hans Winderstein. Nachm, von 3—4 'ls Uhr, abends von 8 — 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Militärmusikschule Friedberg. Bei günstiger Witterung Lampionbeleuchtung auf der Kurhausterrasse. Freitag, 26. Juni, nachm, von 4*/a — 6 Uhr, abends von 8 — 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Der lachende Ehemann, Operette in 3 Akten von Edmund Eysler. Samstag, 27. Juni, nachm, von 4'/ 2 —6 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Das Nachmittagskonzert unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winderstein. Abends 8 */ 2 Uhr im Konzerthaus Tanz. Vorläufige Anzeigen: Sonntag, 28. Juni, nachm, von 4—6‘/ 2 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 168 aus Ofifenbach a. M. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Der Königsleutnant, Lustspiel in 4 Aufz. von Karl Gutzkow. Dienstag, 30. Juni, abends 8 Uhr im Kurhaussaale Vortrag mit Lichtbildern „Original-Oberammergau“. Donnerstag, 2. Juli, abends 8 1 /* Uhr im Konzerthaus IV. Künstlerkonzert der Kurkapelle unter Mitwirkung der Klaviertuosin Frau Auguste Cottlow-New-York und unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winder- I stein. Samstag, 4. Juli, abends bei günstiger Witterung Feuerwerk vor der Kurhausterrasse Abends 8 Vs—12 Uhr im Konzerthaus Ball mit Blumenwalzer. (Feuerwerk in den Pausen). Geschäftsbücher liefert billigst und preiswert Albin Klein, Giessen. _ leurscher I Cognac aus Französischen Weinen IANDÄUERÜMäCHOLL HEilBRONN Jiur echt mit der Hammer-Schutzmarke. Überall erhältlich^