®e$«Mmb 28 pfg. monatNH «•t*u*jaf)(brr, frei in» m »der in Ken Zweig. M Psg. — Erich-in« . — Redaktion: Tetler»- n»rg R. — KSr Uncheiiahrunfl oder Rttckiendung Nicht »extangter »hranffnptc wird nicht garantiert. Verlag »er „vtechearr Zeitvng" ffi. m. t. 9< Expedition: Zeltersweg 8S. Anzeigenpreis IS pfg. * Me 44 mm breite Petitzeile sür AuSwärt» 30 Pfg Die 90 mm breite Reklame- Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gcw'Ät und Gröhr berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlung«, ziele« <30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Nonkur» in Wegfall. Platzvorschrtften ohneVerbindltchlei. Druck der Gietzcncr «erlagsdruckcrci. Albt« «lein Nr. 44 Telep hon: Nr. 363. Mittwoch, den 3. Juni 1914. Telephon Nr. 363. 20. JatfNs. PolififcDe Rundbau. Deutschland. * v. W i n t e r f e l d 1, Oberstleutnaitt mit dem lange eines Wteilungschcss des Generalstabs der Allee, Militärattachee bei der Botschaft in Paris, wurde iNer Eitthebung von dieser Stellung zum Abtcilungs- fef im Großen Generalstabe ernannt. • Berlin, 2. Juni. Hier wird als künftiger eutscher Militärattachee in Sofia, Major Freiherr v. . Goltz, vom Großen Generalstabe bezeichnet. Es ist ies der jüngste Sohn des Generaifcldmarschalls Freiern, v. d. Goltz. Er war zuletzt fünf Jahre der deut- hen Militärmission in Argentinien zugeteilt. Nach Athen >11 der Hauptmann v. Falckenhaufen vom Großen Ge- eralstab gelten. * In einer Rede, die der bayerische Abge- rdnete Dr. Quidde in Lyon hielt, erklärte er, es sei er aufrichtige Wunsch der großen Mehrheit des deut- hen Volkes, mit dem französischen in Frieden zu leben. i>as Anwachsen der deutschen R ü st u n g e n abe seinen Grund in der militärischen Schwächung Oe- errcich-Ungarns infolge der veränderten Lage aus dem !alkan. Der Redner schloß: Eine deutsch-fran- ö s i s ch c Annäherung' sei das einzige Mittel, en anwachsenden Rüstungen, die gegenwärtig die zivisirrten Staaten in Europa zu Grunde richteten, ein nde zu machen. • Berlin, 2. Juni. Der zur Zeit in Berlin sich ufl,altende H o s in a r s ch a l l v. Trotha des F ü r- e n von Albanien erklärte einem Berichterstatter einer Unterredung über die Wirren in Albanien, daß er eigentlich Schuldige an der jetzigen Situ- lion Essad Pascha sei. Er sei vor allem schuld aran, daß der Fürst noch heute so machtlos sei, nach- cm er sich bereits mehrere Monate im Lande befände. !ki? die Organisation von Heer und Polizei anbetrifst, habe sich Essad vollkommen passiv verhalten; er ent- 'ickelte aber eine andere, recht verdächtige Aktivität, in- m er eifrig mit Türken in Durazzo Verhandlungen ikg. Belgien. * Brüssel, 2. Juni. Die Hollandreise des lajors Schuchs ist im besonderen Austrage des Fürsten >n Albanien erfolgt. Er will auf Wunsch des Fürsten :u« holländische Unteroffiziere fiir die albanische Gen- irmerie verpsvichten. • Der belgische Landwirtschafts-Ingenieur Liren Tack, der bei Thrya an der Eisenbahn Smyrna- idin ein Landgut bewirtschaftet, ist. vorgestern von iner Räil verbände entführt worden. Nach onsulatsmeldungcn soll es sich um eine türkische Bande >ter Führung Hadschi Mustafas handeln. Die Bande rlangt ein Lösegeld von 6000 Pfund oder 128 000 rancs. Auf Einschreiten der belgischen Gesandtschaft hat e Regierung Gendarmen zur Verfolgung ausgesandt id Maßnahmen zur Sicherung des Lebens des ge- ngcnen Belgiers ergriffen. Türkei. ' Konstantinopel, 1. IuNi. Kriegsminister, Enver Pascha erschien gestern im deutschen Krankenhause und überbrachte den beiden bei dem Brande in der Taschkyschla-Kaserne verwundeten Matrosen des Panzerkreuzers „Goeben" Grüße des Sultans und überreichte ihnen die L i a k a 1(Verdienst)-M c d a i l l c in Gold bezw. Silber. Der Kriegsminister hielt an die Matrosen eine kurze Ansprache in deutscher Sprache, in welcher er sagte, daß der Sultan durch die Auszeichnung ihre Tapferkeit und Opferwilligkeit belohnen wollte. Albanien. * Durazzo, 1. Juni. Unter den Aufständischen sollen sich Schwierigkeiten ergeben haben, die zu einer Spaltung sichren könnten. Verschiedene Notabeln aus dem Innern boten dem Fürsten ihre Hilfe an. Bei Lußnia stehen 700 regierungstreue Albanesen unter dem Gendarmeriehauptmann Ibeahim. Zum Stadtkommandanten wurde Oberst Thompson ernannt. Preirk Bib- doda nahm das angebotene Portefeuille noch nicht an. Aziz Pascha Vrioni erklärte sich im Prinzip bereit, in das Ministerium einzutreten. * Durazzo, 2. Juni. Die Lage des Fürsten Wilhelm in Durazzo ist verzweifelt. Als letzten Rettungsanker ergreift der Fürst die Verlegung der Regierung von Durazzo nach S k u t a r i. * Achthundert M a l i s s o r e n und M i r i d i - t e n, Katholiken, sind mit einigen Mohammedanern aus Alessis in Durazzo angekommen. Der Fürst empfing sie und beauftragte den Finanzminister Noggo, ihnen die Verteidigung Durazzos zu übertragen. Sie erklärten, gegen die Aufständischen ins Feld ziehen zu wollen. In der Stadt herrscht reges Leben. Alles ! ist ruhig. Von den Aufständischen fehlen die Nachrich- ! ten. Die österreichischen Kriegsschiffe „Tegetthoff", Viri- j bus Unitis" und „Crim" sind zu viertägigem Aufent - j halt vor Durazzo eingetroffen. Mehrere italienische Blätter berichten, daß Essad Pascha nächstens nach Albanien zurückkehre, wo ihm die Ausgabe zufalle, den Fürsten mit den aufständischen Mohammedanern auszusöhnen. Amerika. * Washington, 2. Juni. Im Ackerbau-Departement entdeckte ein Beamter unter dem Zimmer des Staatssekretärs Houston 5 anscheinend mit Dynamit gefüllte Röhren mit brennenden Luttten, die er noch rechtzeitig auszulöschen vermochte. Die kommendeUstiverfitätFrankfurta.A. Frankfurt a. M. Auf dem D. W. V.- Tag über Pfingsten in Frankfurt sprach Professor -Di. Voigt über „Die wissenschaftlichen Instttute Frankfurts als Grundlage der neuen Universität". Aus dem Vor- > Ladnsebmerreri. Humoreske von Adolf Thiele. (Schluß.) In diesem Augenblick bemerkte sie eine Veränderung den ernsten Zügen des Arztes. Er blickte erst ihre ippen an — sie waren blühend und schön geschrvun- n — dann betrachtete er sinnend ihr Näsckien — ein tzückendes Stumpfnäschen — und von da klomm sein lick enipor zu den seelenvollen Augensternen. Hier blieb er haften, wie traumverloren. Ernestine errötete und schlug die Augen nieder. Wie aus einem Traum erwachend, ries der Arzt: :in linderndes Mittel! Darf ich Sie bitten, mein Fräu- n, mir zur Apotheke zu folgen?" Das Heilmittel und die Kur des Doftors, der sich eErlaribnis ausgebeten hatte, Ernestine zu behandeln, lugen gut an. Freilich mußte es wohl ein surchtbar schweres Lei- n sein, dieses Zahnweh, denn der Arzt ließ cs sich cht nehmen, jeden zweiten Tag seine Patientin zu be- chen. Dabei konnte sich der ernste Mann der Wissensckiait i dem ungezwungenen Geplauder des jungen Mädchens gar nicht satt hören. - Ja, einmal, als er geäußert, daß er die Mufik liebe, ereignete es sich, daß die Patientin ihrem lauschenden Arzt am Klavier etwas vor- sang. Das Zahnleiden war geheilt, aber — Doktor Wag- I ler setz.'e seine Besuche noch immer fort. Ernestinens Mutter war wie alle Mütter: das ernste i Wesen des Doftors, seine ringlose Hand und eine Er- I kundigung, die sie bei guten Freundinnen eingezogen, erleichterten ihr die Stellung einer stillen Zuschauerin. Eines Tages saß Dr. Wagler, der mit wachsender Freude bemerkte, daß Ernestine ihn zu verstehen suchte und auf seine Intcrttionen einging, wieder ihm Gespräch bei ihr,. „Ja, die Zeit", rief er. „ist unser kostbarster Schatz! Wer vorwärts kommen will in der Wissenschaft, muß sie ausnutzen, keine Minute darf er vergeuden mit Nebendingen, mit Unwesentlichem!" Ein leichtes spöttisches Lächeln kräuselte bei diesen Worten Ernestinens Lippen. Der Doktor stutzte. „Sie lächeln, Fräulein Ernestine?" Das junge Mädchen versuchte vergebens, ihr Lächeln zu unterdrücken. „Sie haben Recht!" rief er, sich besinnend, Me denken an meine Besuche bei Ihnen —“ trage ist als für die Allgemeinheit Interessantes das Folgende hervorzuhebcn: Die Neugründung von Universitäten ist keine alltägliche Sack)«, nur Berlin, Breslau und Strahburg sind Universitäten der Neuzeit. Nun kommt Fraicksurt als jüngste Tochter im Kranze der deutschen Hochschulen hinzu, aber sie ist keine Schaffung aus dem Nichts, denn sie faßt nur, das zusammen, was an Anstalten von mehr oder minder akademischem Charakter hier schon bestand. Als Lehranstalten sind zu nennen die Akademie, die Institute des Physikalischen Vereins, die Senckenbcrgischen Institute, als Forschuügsin- stitute die medizinischen Institute und schließlich die drei großen Bibliotheken. Schon 1911 hatten alle diese Institute zusammen einen Iahresetat von 1,75 Millionen Mark, der den Etat der mittleren Universitäten Güttingen, Königsberg, Bonn und Kiel gleichkam. Nicht erst seit 1901. wo> der Universitätsplan der Ocffcntlichkeit übergeben wurde, darf von einem Keim der Universität gesprochen werden, vielmehr reifte der Plan schon mindestens seil 10 Jahren. Die 1900 begründete Akademie wird sterben, um in der Universität zu neuem Leben auferslehen zu können. So war sie denn in der Vor- bereitungszeil der Kristallisationspunkt für die Vorarbeiten zum Entstehen der Universität. Zunächst widmete sich die Akademie der wissenschastlichen Ausbildung oder besser, Fortbildung der Eroßkausleute. Ganz von selbst kam man dazu, neben der Realbildung zur Vertiefung der Kenntnisse den sprachwissenschaftlichen Lehrvortrag einzuführen, was zur, Folge hatte, daß die Universitäten den« Philologie Studierenden zwei Franffurter Semester aus seine Studienzeit anrechneten. Das worein bedeutsamer Schritt auf dem Wege zur Universität, die immer näher rücken mußte, als eine engere Union zwischen der Akademie und dem Physikalischen Verein eintrat. Zwei neue naturwissenschaftliche Lehrstühle wurden errichtet. Nun dachte man wohl an die Weiterentwickelung der Akademie zu einer Handelshochschule, aber die sprachwissenschaftliche Abteilung und die Begründung eines pliil^fop! ischen utid zweier juristischer Lehrstühle blieben bestimmend für den Universitätsplan. Die Akademie verdankte bisher ihre größte Besucherzahl dem Kausmunnsslande; was sie als Handelshochschule lehrte, wird die sozialwissenschastliche Fakpltät der kommenden Universität auch ferner lehren. Diese Hochschule wird vorerst 5 Fakultäten zählen, von denen nur die philologische einstweilen noch nicht vollkommen besetzt ist. Dos Verhältnis der Dozenten der Senckenber- gischen Natmsorschenden Gesellschaft zu ihrer Gesellschaft soll in keiner Weise angetastet werden. Die Besetzung der medizinische nj Fakultät ist so, daß sie außer Berlin von keiner deutschen Universität übertrosfen wird. Die theologische Fakultät fehlt noch, ohne daß sie deshalb ausgeschlossen wäre, aber sie wird wohl nur inöglich werden durch private, städtische oder staatliche Stiftungen. Uebrigens besteht insofern schon eine Grundlage der theologischen Fakultät, als ein Theologe religionswiffenschaftliche Vorlesungen und UebuNgen abhält. — Der Iahresetat der Frankfurter Universität beläuft sich auf 2 * l / 2 Millionen „Die Ihnen gewiß viel kostbare Zeit rauben", unterbrach Ernestine. „Allerdings, Fräulein Ernestine, aber —“ „Ein „aber" ist auch dabei?" „Ja, doch es gibt ein Mittel, mir diese Zeit zu ersparen." Ernestine errötete und Nickte hinweg. „Diese weiten Gänge und Fahrten zu Ihnen —" fuhr der Doktor mit bewegter Stimme fort, „kurz, Ernestine, wollen Sie die Meine werden?" Ein Blick gestand ihm alles. In einer Damcngescllschaft kam kürzlich das Gespräch auf — den Kagnak. „O, ich liebe den Kognak!" rief plötzlich Frau' Dok- I tor Wagler aus. „Wie, Sie trinken Kognak?" „Ich trinke ihn nie, aber — ich liebe ihn. Er, ist gut gegen Zahnschmerzen." „Ja, Zahnschmerzen sind allerdings gräßlich." „Aber sie baben doch manchmal auch ihr Gutes", l erwiderte Ernestine. „Gutes? Unmöglich!" „Und doch!" sagte Ernestine mit stillem Lächeln. Sie wußte, warum! Mark. Die ganze Schöpfung wäre nicht möglich geworden ohne die geniale Organisation?- und Schöpferkraft eines Adickes. Stadt und Land. (:) Verwalterkonferenz beS Mitteldeutschen Arbeitsnachwetsverbandes. Am 20. Mai fand unter Teilnahme deS GehetmratS Dr. Bceidert- Biebrich a. Rh., ferner von Vertretern der PcovinztuI- dircktionen Gießen und Mainz, der Landesverwaltung in Cassel, einer Reihe von Kommunen, sowie gewerblicher Korporationen und gemeinnütziger Vereine die diesjährige Verwalte,konfercnz des Mitteldeutschen Ac- beitSnachweisvcrbande'; in Bad Nauheim statt, zu der fast alle öffentlichen Arbeitsnachweise im Großherzogtum Hessen, in der Provinz Hessen-Nassau, Fürstentum Waldcck, sowie in den Kreisen Wetzlar und Kreuznach, ferner die Wanderarbeitsstätten, AibettS und Herbergs- stättcn und Herbergen zur Heimat ihre Gelchäftsfüh er und Verwalter entsandt hatten. Den Vorfitz führte Herr Dr. Schiotttr aus Frankfurt a. M- LbcramtS lichter Dr. Fuhr wies auf die wichtigen Beziehungen zwischen dem Vormundschaftsgertcht und den öffentlichen Arbeitsnachweisen bezüglich der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung hin. AIS Bccatungsgegenstände kamen zur Verhandlung: Der Arbeitsnachweis und die Arbeitslosensürsorge. Referenten: Vmstcher Dreißtgacker- Mainz, Vorsteher Bayersdorf-Offenbach, Hardt-Kreis- wanderarbcitsstätte Limburg. Ein Vergleich zwischen dem staatlichen Arbeitsnachweis in England und dem kommunalen Arbeitsnachweis in Deutschland. Referent Dr. Schlotter. Das Registrierverfahrcn bei dem städtt- schcn Arbeitsnachweis in Gießen. Referent: Geschäftsführer Müller-Gießen. Fragen aus der Praxis. Bet den beiden ersten Beratungsgegenständcn kam zum Ausdruck, daß einer Regelung der Arbeitslosensürsorge eine Organisation des Arbeitsnachweises über das ganze Reich vorausgchcn müsse, und daß eine gesetzliche Regelung des Arbeitsnachweises hierzu unerläßlich sei. Als Träger dieser ArbcitsnachweiSocgantsat on im ganzen Reiche wurden die gemeindlichen und Krcisarbeitsnach weise bezeichnet; als Träger deS zwischenöcrlichen Ver- kehrs seien die öffentlichen Arbetlsnachweisverbände weiter auszubilden. Bemerkenswert ist noch, daß die Schaffung einer telephonischen Ausgleichszentcale für die raschere Verbindung drr Arbeitsnachweise unter einander bei der Geschäftsstelle des Verbandes anger>gt wurde. Ferner fand eine Aussprache über die Inanspruchnahme des öffentlichen Arbeitsnachweises bet Aus führung und Vergebung öffentlicher Albeilen durch Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, über die AuSsührung des Stcllcnvermittlergestzes, sowie Erfahrungen über die Gebührenerhebung für die landwirtschaftliche Vermittlung statt. Schließlich befaßte sich die Konferenz mit der Frage der weiblichen Stellend.r- mittlung, insbesondere in den Landkreisen. " Das Vorurteil gegen die Feuergefähclich- keit des Holzes als Baustoff soll durch einepcak tische Brandprobe widerlegt werden, die vom Bund Deutscher Zimmermeistec anläßlich der Ausstellung „Das deutsche Handwerk Dresden 1915" veranstaltet wird. Nach längeren Verhandlungen, die namentlich durch die hohen Kosten einer derartigen Probe kudingt waren, hat sich der Bund Deutscher Zimmermeister entschlossen, die Brandpcobe in Dresden abzuhaltcn. Dec Rat der Stadt Dresden Wied ein geeignetes Gelände auf dem Ostra Gehege zur Verfügung stellen, auf dem mit über 10 000 Mark Baukosten ein Haus für die Brandprobe errichtet werden soll. Die Bcandprobe, deren Zustandekommen in der Hauptsache den jahrelangen Bemühungen des Vorsitzenden des Bundes Deutscher Zimmermeistec Herrn Obermeister Eckhard in Kassel, zu verdanken ist, wird von wissenschaftlicher Bedeutung sein, La die Wirkung des Brandes auf die einzelnen Materialien genau festgestellt werden soll. Zu Ausarbeitung des Pcüfungsplanes, zur Vornahme der Prüfung selbst und zur wissenschasllich-tcchnischcn Ausarbeitung dec Ergebnisse hat sich Herr Geh. Hofcat Prof. Scheit, als Vorsitzender der König!, sächs mechanisch-technischen Versuchsanstalt an der Hochschule zu Dresden bereit erkürt. * Das 3 5 Ktrchengesangfest des Evangelischen Kirchengesangvereins für Hessen soll, wie wir hören, am Sonntag, den 28. Juni, in Butzbach gefeiert werden. Die Kirchengesangvcreine von Fcicdberg, Gießen, Großen-Linden, Holzheim, Leihgestern, Ltch, Nteder-Wöllstadt und Södel werden dabet Mitwirken. O * Gießen. Die neue Jeuermeldeanlage ist laut amtlicher Bekanntmachungen der Stadt Gießen fertig gestellt und mit dem gestrigen Tage in Betrieb genommen. Ocffcntliche Feuermelder sind angebracht: Asterweg 2, Ecke Walltorstraße Asterweg 47, Ecke Steinstraße Bahnhofstraße 50, Ecke West-Anlage Bahnhofstraße 85, Hauptpostamt Bergstraße 22, am Schtffenberger Weg Frankfurter Straße 1, Cafe Hettlec Frankfurter Straße 63, Ecke Kliutkstraße Frankfurter Straße 111, gegenüber Dern & Eo. Friedcichftcaße 4, Ecke Wetzlarer Wrg Gactcnstraße 2, Bürgermeisterei Glaubcechtstraße 10, Ecke Crcdnerstraße Goethestcaße 11, Ecke Süd Anlage Goethestraße, Platz am Stern Kaiser-ilillee 23, Ecke Moltkestraße Kaiser-Allee 89, gegenüber Kaserne Ktrchstroße 9. Konficmandensaal Klinikstroße, Ecke der Straße nach dem Lupusheim Krofdorfer Straße 32, Haus Launsbach Landgraf-Phtlipp-Platz 10, Ecke Landgrafenstraße Landmannstraße 1, Ecke Kaiser Allee Leihgesterner Weg 13, Gummifabcik Lichec Straße 74, Sicchcnhaus Licbigstra^e 20, Ecke Frankfurter-Straße Licbigstraße 86, bet Querstraße II Ludwigstcaße 11, Realgymnasium Ludwigstraße 56, Ecke Alicestraße Marburgec Straße 34, Wirtschaft Wellhöfer Marburger Straße 68, Ecke Wieseckcr Weg Marktplatz 14, Altes Rathaus Mühlstraße 5, Ecke Tiefenweg Rodheimer Straße 19, Schlachthof Rodbetmer Straße 54, Haus Malkomcsius Schiffenberger Weg 61, gegenüber Lampenfabrik Schillerstraße 13 Ecke Nord Anlage Seltecsweg 30, Ecke Teufelslustgärtchen Walltorstraße 58, Ecke Ost-Anlage West Anlage, gegenüber Mühlstroße Wiesenstcaße 1, Ecke Ost-Anlage Wllhelmstraße, Ecke Weg zur kath. Kirche Äilhelmstraße 48, Ecke Ebelstcaße. Etwaige Feuer Meldungen werden abgegeben, indem man (am besten mit dem Ellenbogen) die Glas scheibe eindcückt und den Druckknopf betätigt. Dec Meldende erwartet dann am Melder den der Feuerwehr voretlcnden Radfahrer und gibt diesem die genaue Lage und den Umsang des Brandes an. Kaminbrände werden nicht durch die Feuermelder, sondern mündlich oder telephonisch unter Nr. 1010 der Feuerwache ge meldet. Ebenso sind etwaige Unfälle oder Ersuchen um S a m a r i t e r h i l f e nur mündlich oder telephonisch der Feuerwache milzuteilm, die alsdann die fceiw.lltge Sanitätskolonne durch die Meldeanlage benachrichtigt. MißbräuchlicheBenutzungder Feuermeldeanlage wird unnachsichtlich strafrechtlich verfolgt. Als Strafe kann Geldstrase bis zu 1500 Mark oder Gefängnisstrafe bis zu 3 Jahren verhängt werden. ' Die zweite Kysshäuserfahrt der Kriegerkameradschaft Hassia vom 4. bis 6. Juli nach der Wartburg, dem Kyffhäüsexdenkmal, verdient starke Beteiligung. Die Hin- und Rückfahrt kostet nur 14 Mark. n Gießen. Der Privatdozent Dr. P. Kahle in Halle (Saale) hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für semitische Sprache als Nachfolger Schrvallys in G i e - ß e n erhalten. n Gießen. Die beiden Pfingstfeiertage brachten der G e w e r b e a ü s st e l l u n g einen überaus starken Besuch. Insbesondere waren es Bewohner der Umgegend, die schon früh morgens mit den Zügen aus allen Richtungen kamen ffrnd mit großem Interesse die Ausstellung durchwanderten. Allerseits hörte man nur anerkennende Urteile bezüglich der Reichhaltigkeit und Gediegenheit des Gebotenen. Am 2. Feiertag statteten die Bäckermeister der Zwangsinnung des Kreises Büdingen mit ihren Angehörigen, etwa 100 Personen, der Ausstellung einen Besuch ab. Bei dem gemeinsam einge - nommenen Mittagsmahl begrüßte sie Professor Dr. Krausmüllcr namens der Ausstellungsleitung, wobei er daraus hinwies, daß gerade die Musterbäckerei der Gießener Bäckerinnung ein vorzügliches Ausstellungsobjekt sei. Obermeister Deibel entbot sodann herzliches Willkommen den Büdinger Kollegen und ließ seine Rede aus die Ausstellungsleitung ausklingen. Obermeister Klei n-Büdingen dankte für den herzlichen Empfang und zollte der Ausstellung in allen Zweigen lobende Worte. Er toastete aus die Führer der Gießener Bäckerinnung, die Obermeister Frey und Deibel. Herr Frey gedachte in warmen Worten der arbeitsreichen Tätigkeit der Bäckerfrauen. — Für die kommenden Sonntage sind schon verschiedene größere Verbände ange- melbet; auch ist beabsichtigt, in aller Kürze einen Ober- hessischen Iungmeistertag abzuhalten, zu dem die Vorbereitungen im Gange sind. n Gießen. Der o s s i z i e l l e A u s st e l l - ungs-Katalog, dessen Erscheinen wir kürzlich schon erwähnt haben, stellt sich in seinem handlichen Format Und seiner übersichtlichen ustd geschmackvollen Druckan- oednung als ein schöner und vorzüglicher Führer durch das gesamte AusstelluNgsgebiet dar. Dabei erhält er durch eine Anzahl anregender und wertvoller Aufsätze eine besondere Bedeutung und über den Tag hinaus dauernden Wert. Eingeleitet wird der Katalog durch ein von Prof. Dr. Krausmüller verfaßtes Vorwort, in dem er den Zweck, die Absichten und die Ausgaben der Ausstellung erläutert. Hieran schließt sich ein genaues Verzeichnis der einzelnen Ausschüsse. An der Hand übersichtlicher, in zwei Farben ausgeführter Pläne gibt Architekt H. Kockerbeck einen genauen Ueberblick über die gesamte Ausstellung, indem er in knappen Zügen ein anschauliches Bild von dem Reichtum der Ausstellung entwickelt, die hessisches und heffen-nassauisches Gewerbe im besten Lichi erscheinen läßt. Das über 400 Namen umfassende Ausstellerverzeichnis ist einmal nach Führ- ungsnummern geordnet und einmal in alphabetischer Reihenfolge wiedergegeden, so daß man sofort jeden Namen und jeden Gegenstand nachschiagen kann. Ein reich illustrierter Aussatz von Dr. H. Molz gibt einen lehrreichen Ueberblick über Handwerke und Winterarbeit im Bogelsberg. Dipl.-Jng. Drk E. Stöckle behandelt in anregender Weise die Industrie Oberhessens. Für die auswärtigen Besucher wird ein Rundung durch Gießen besonders willkommen sein, denn sie erhalten hier eine knappe Anweisung zu einem kleinen Spaziergang durch Gießen, bei dem sie in kurzer Zeit alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen können. In dem angehängten Eeschäststeil finden sich ein Ecschäftsverzeichnis der AnzeigeMeilnehmer nach Geschäjlszweigen geordnet, sowie wirksam ausgestattete Eeschäftsanzeigen zahlreicher Firmen. * Gießen, 1. Juni. In der vorigen Woche besichtigten Ministerialrat Schlicphake und Oberregierungsrat Graes aus Darmstadt die Gewerbe-Ausstellung. Hoher Besuch steht hcvor. Erfreulich ist das tägliche Eintreffen von Schulen und Vereinen, ein Zeichen, mit welcher Aufmerksamkeit die Bevö'kerung der gegenwärtigen Gewerbeschau folgt Sehr beachtenswert ist auch die Wahrnehmung, wie von Seiten der Arbeitgeber durch Lösung von Arbetterkarten auf den Besuch dec Ausstellung htngrwicsen wird. * Gießen Der Landtagsabgeordnete Dr. Wink- ler-Oppenheim, der wegen Beleidigung deS Abgeordneten Justizrat Grünewaid durcb den Borwurf der Feigheit von dec Strafkammer zu 800 Mark Geldstrafe und den üblichen Nebenstrafen verurteilt worden war, hat gegen das Urteil nunmehr Berufung eingelegt. * Gießen. Die Vereinigung ^Freilichtbühne", die wie bereits berichtet, sich sitzt endgültig auf dem „Ficbtenkopf" etablieren wird, beabsichtigt die „Versunkene Glocke", den „Pfarrer von Kirchfeld" und „Wallenstein" auszuführen. * Gießen. Schwere Brandwunden erlitt die 20jährtge Tochter einer in der Mühlstroße wohnenden Familie, als sie Bohnerwachs flüssig machen wollte. Die Masse fing plötzlich Feuer, uad noch ehe sich daS Mädchen von feinem Schrrcken Erholt hatte, waren feine Kleider in Brand geraten. Mit schweren Brandwunden an Armen und Beinen wurde das Mädchen auf An- ordnung des Arztes durch die SonitütSkolonne in die Klinik gebracht. Dort ist die Bedauernswerte ihrem Leiden erlegen. * Krofdorf. Am zweiten Feiertage fanden Spaziergänger tn> Launsbacher Waide den von hier gebürtigen, in Gießen wohnhaften Aibeiter W. Leib an einem hohen Baume erhängt vor. Was den Lebensmüden in den Tod trieb, ist nicht bekannt. Bemerkenswert ist, daß sich vor Jahren der Vater des Selbst- Mörders von einem Zuge überfahren ließ und eine Schwester von ihm sich ertränkt hat. o M ü n z e n b « r g, 1. Juni. Heber 2 0 0 Lehr- l i n g e aus 22 Orten des Main-Wesey-Gaues hatten sich am Pfingstsonntag auf der Münzenburg zum dritten deulschnaiionalen Jugendtag versammelt. Nach einem vorhergegangenen Kriegsspiel eröffnet« am Nachmittag um 3 Uhr Herr Gauvorsteher Julius Schellin-Frankfurt den Jujgendtag. Er begtrüßte die erschienenen (Hrenqüstv. di« Herren Rcichstagsabgeordneten Dr. Werner-Buhbach, die Landtagsabgeordneten Dorsch und Fenchel, Ober- aintsrichter Dr. Mahr-Darmstadt und Bürgermeister Wetz- Münzenbexg. Begrüßungsschreiben hatten gesandt das Groß herzogliche Kreisaml, der Jungdeutschland - Bund und eine Reihe nationaler Verbände. Herr Oberamts- richter Dr. Mahr verstand es in meisterhaster Gedenkrede für Friedrich Friesen die Herzen der deutschen Jungmannen höher schlagen zü lassen. Anschließend folgten die turnerischen Wettkämpfe (Dreikampf), bei denen in der Oberstufe (16—18 Jahre) Wilhelm Haulser- Gießen mit 63 Punkten, in der Unterstufe (14—16 Jahre) Karl Rähr-Lauterbach mtt 60 Punkten die ersten Preise errangen. Der Wanderpreis, ein vom Gaui-Jügendwart W. Eietzen-Oberursel gestiftetes prächttges Bild siel nach heißem stampf nach Wiesba- j den. Ein wohlgelungener Fackelzug beschloß am Abend den ersten Tag. Die Gruppen rückten dann in ihre Cchcunenquartiere ab. Am Pfingstsonntag morgen l / t 8 I Uhr versammelten sich die Teilnehmer zum Feldgottes- dicnst im Burghose, den HerrSeminardiyektor Dr. Schöll- Friedberg abhielt. Darnach rückten die einzelnen Gruppen auf Wanderfahrten in die Heimat ab. * Bad-Salz hausen, 1. Juni. Im Mah dem ersten Monat der diesjährigen Bodefaison, sind 324 Kurfremde (19l3 — 123) angekommrn; es wurden 1019 Bäder (1913— 504) abgegeben und 139 Inhalationen (1913 — 76; aenommen. Am Ende des Monats Mai waren noch 160 Kurfremde (1913 — 39) anwesend * Darmstadt. Im Nieder-Modauer Prozeß ist nunmehr noch der crkolgreichen Berufung beim Rechs- gericht die Verhandlung gegen den jetzt auf freiem Fuße befindlichen Bankier Moses Isaak aus Montag, den 22. Juni, ongesetzt worden. * Darmstadt, 2. Juni. Die Frau des von dem Studenten Voigt in der Villcnkolonie bei Eberstadt ermordeten Privatgclehrten Hehdrich, die sich in den letzten Tagen in dem Sanatorium von Dr. Schulze- Kahleis i>. Hofhcim t. T. befand, ist nunmehr durch den Leiter des Sanatoriums in Begleitung von zwei Gendarmen in das Provinzial Aresthans wegen Beihilfe zum Mord cingeiiefert worden Sie ist 36 Jahre all, die Tochter eines Schuhmacher» in Groß Llchtcrfelde bet Berlin, und soll schon einige Jahre von ihrem Mann getrennt gelebt haben, hat sich aber dann wi.der mit ihm vereinigt. Wie jetzt bekannt wird, hat sie auch einige Wochen vor dem Mord versucht, ihren Mann durch Gasvergiftung zu töten. * Mainz. Als Tag der großen Truppenschau deS 18. Armee-Koips auf dem Große« Sand bei Mainz wurde der 21. August bestimmt- * Mainz, 1. Juni. Tie diesjährige Truppenschau vor dem Kaiser auf dem Großen Sande bei Mainz fi-dct am Freitag, den 2t. August, statt. Die Truppenschau wird von bis jetzt noch nicht dagewcsener Ausdehnung sein, indem sämtliche Stäbe und Truppenteile des 18. Armee Korps teilnehme», außerdem noch vom I I. Armee Ko ps das zu Mainz garnisontrrende 2. Bataillon Thüring. Fuß-Art.-Rrg. Nr. 18. — Zu den Kaisermanövern wird eine ganze Anzahl erfahrener Eiscnbahnbcomter von Mainz und Wiesbaden an die HauptverkchrSzcntrale versetzt. König Konstantin von Griechenland, der zum Chef des 2. Nass. Jnf.'Rcgts. Nr. 88 ernannt wurde und dem er seinen Namcnszug verliehen hat, wird bei den KaifciManövern während der Parade d,m Kaiser auch sein Regiment Vorführer, und dabei zum ersten Male die Uniform der 88er tragen. — Bauunternehmer Jakob Leineweber fand beim Fundamentgraben in der Weinbergstraße in Weisenau an der früheren römischen Heerstraße in etwa 1 Meter Tiefe Kies, der goldhaltige Teile mit sich führte. Die Analyse ergab gleichfalls Bestandteile von Gold. Wie weit sich das goldhaltige Lager erstreckt, werden die Abbauarbeiten ergeben. * Mainz. Anläßlich des 50jährigen Bestehens der Zementfabrik Dyckerhoff u. Söhne, G. m. b. H , Mainz-Amöneburg, wurden folgende Auszeichnungen verliehene hessische: Geheimrat Gustav Dhckec- hoff das Ehrcnkreuz des Verdienstordens Philipp des Großmütigen, Karl Tyckerhoff der Titel eines Kommerzienrats, Dr. Otto Tyckerhoff das Ritterkieuz 1. Klasse vom Orden Philipp des Großmütiacn; preußische: Geheimrat Gustav Tyckerhoff und Professor Rudolf Tykerhoff der Kronenordcn 3. Klasse, Tr. August Tyckerhoff der Rote Atlerorden 4. Klasse. Außerdem wurde noch eine Reihe hessischer und preußischer Auszeichnungen an Beamte und Arbeiter der Firma verliehen. Die Firma machte größere Stiftungen im Gesamtbeträge von über 200000 Mk. für ihre Beamten und Arbeiter, sowie für Mainzer und Biebricher Wohlfahrtseinrichtungen. — Dem Generaldirektor der Champagnerfabcik Burgeff u. 6o.. Kommerzienrat Hermann Jos Hummel, wurde anläßlich seines 80. Geburtstages der Titel Geheimer Kommerzienrat verliehen Die Stadt Hoch- hcim ernannte den Jubilar zum Ehrenbürger. * Frankfurt a. M. Die Handwerkskammer Wiesbaden hat im Interesse der zahlreichen Frankfurter Handwerker und aus deren fortgesetztes Drängen eine Abteilung unter dem Namen „Handwerksamt" in Frankfurt am Main geschaffen, die unter zahlreichen anderen Aufgaben auch Handweckersordcrungcn einzieht — Die Handwerkskammern sind insbesondere durch Erlaß des Ministers für Handel und Gewerbe offiziell als öffentliche Behörden anerkannt, und ihre gefchäftsführenden Beamten haben als solche den Diensteid als Staatsbeamte abgeleistet. * Frankfurt. Ein armer Teufel stand wegen einer Zechprellerei von 25 Pfennigen vor dem Schöffengericht. Da in Anbetracht des niedrigen Betrages die Zurücknahme des Strafantrages möglich war, wenn der betrogene Wirt entschädigt wurde, zahlte kurzerhand, nachdem der gefühlvolle Wirt auf Zahlung bestand, der Richter dem Wirte die 25 Pfg. aus der eigenen Tasche. * Frankfurt a. M. Eine schreckliche Tat verübte gestern der hier beschäftigte Metzgergeselle Mohr in HcrSfcld. Ec tötete in der Wohnung des Maurers Becker dessen 20jährige Tochter durch einen Schuß ins Herz. Ter gleiche Schuß durchbohrte auch einem kleinen Kinde, das die Erschossene auf dem Arme trug, den Oberarm. Nach der Tat brachte sich der Mörder mehrere tödliche Schüsse bei. Er starb auf dem Transport zum Khankcnhause. ! Gernsheim. Mit einer Unterbilanz von über einer Viertel Million Mark, und zwar 266 230,13 Mk., schließt das Eeschästsjahr 1013 der Gernsheimer Spar- und Darlehenskasse ab. In der letzten ordentlichen Generalversammlung der Kasse kam es daher teilweise zu recht heftigen Auftritten. Der Versammlung wohwen Staatskommissar Finanzrat Tr. Mi- chel-Darmstadt bei, seiner die Direktoren der Zentralkasse, Dr. Goltschemer und Direktor Mager-Darmsladt, der geschäftsführende Direktor der hessischen Genossenschaften, Dr. Fitting-Dar.mstadt, und als Vertreter einer Anzahl von Genosseu Jufttzrat Dr. Löb-Darmstadt. Zur Deckung der Untervilanz schlagen der Vorstand und Aus - sichtsrat eine Erhöhung der Eeschästsantcile von 300 Mark auf 800 Mk. vor. Für die Einzahlung soll unter Umständen Erleichterung geschaffen werden. Die vorgeschlagene Genehmigung der Jahrcsrechnung und Bilanz führte zu stürmischen und höchst erregten Debatten. Die Bilanz wurde schließlich genehmigt; zur Deckung des Verlustes wurde eine Erhöhung der Geschäftsanteile von 300 Mk. auf 800 Mk. beschlossen. Dem Vorstande ist keine Entlastung erteilt worden. Es wurde vielmehr eine Kommission zur Prüfung der Regreßanspriiche gebildet. * Kreuznach. Durch einen kaiserlichen Erlaß ist eine besondere Stiftung genehmigt worden mit dem Zweck, die Ebernburg, die Stammburg Franz von Sickingens, zu kaufen und zu erhalten. Mit der Ucber- nahme der Burg ist der Regierungsbaumetster Bode in Kreuznach beauftragt worden. * Fulda. Im Schlosse zu Wächtersbach fand während der Pfingstfeiertoge die Verlobung der Prinzessin Jda zu Nünburg und Büdingen mit Freiherrn Thilo von Trotka Ccopau statt. flu$ aller Mit. ::: Eine Tsurner-Werbemarke. Der „Ausschuß für Kunst und Kultur" in der Deutschen Tur- nerschast hat eine Werbemacke, Goetzkops, umrahmt von Eichenlaub, Herstellen lassen, deren erste Bogen am 15. Mai erschienen sind. Turnlehrer Rössow in Sieglitz hat den Veckckeb ehrenamtlich übernommen. Die Werbe - marken, die 2 Pfg. kosten, sollen in erster Linie bei den Kreiswandcrtagen in Massen zur Verbreitung gelangen. Der Reinertrag soll dem Grundstock für „Errichtung deutscher Turnstätten" und gemeinnützigen Stiftungen der Deutschen Turnerschaft zugute kommen. :: : Straßbürg, 2. Juni. Vergangenen Freitag wurde, wie die „Straßburger Post" aus Zabern meldet, der Schlosserlehrling K o r n m a n n, der zweitletzte Insasse des Pandurenkellers, der seine Schadenersatzklage noch nicht zurückgezogen hatte, dmch den Militärfiskus zufrieden gestellt, indem ihm durch dessen Vertreter 4 0 Mark als E n t s ch ä d i g u n g für einen ausgeschlagenen Zahn eingehändigt wurden. Es schwebt jetzt nur noch die Entschädigungsklage Fritsch, der wegen seines sich angeblich durch die Inhaftierung zugezogenen rheumatischen Leidens 300 Mack fordert. : : : Stuttgart, 1. Jüni. Kommerzienrat Beck, Verlagsbuchhändler und Inhaber der Deutschen Verlagsanstalt Union, ist an einem Herzleiden im Alter von 71 Jahren g e st o r b e n. ::: Schwerin. Der Direktor der hiesigen städt. Elektrizitätswecke, Schröder, der seit drei Jahren im Amte ist, ist verhaftet worden, da sich herausgestellt hat, daß er ähnlich wie Thormann-Alerander seine Zeugnisse gefälscht hat. * Wien, 2. JuNi. Heute morgen sind die vier deutschen Militärflieger von dem Flugplätze Aspern ab- geftogen, und zwar Leutnant Freiherr v. Thüna mit Leutnant von Kleist als Begleiter, über München uird Weimar nach Berlin, Leutnant v. Hiddeffen mit Oberleutnant Müller, Hauptmann Frhr. v. Freyberg mit Hauptmann Streccius und Leutnant Wenlscher m. Leutnant Hening nach Budapest. ::: One glia, 2. Juni. Die Gräfin Tiepolo, die Kathreiners Malzkaffce ein wohlschmeckendes, billiges und gesundes Familiengetränk haben. So ist Kathreiners Malzkaffce in 29 Jahren zu einem Dolksgctränk ersten Ranges geworden. DieleMillionen trinken ihn täglich. Gattin des Hauptmanns Oggioni, die den Burschen ihres Gatten, Polimanti, tötete, wurde von dem Schwurgerichte freigesprochen. Die Freisprechung der Gräfin Tiepolo erfolgte, weil das Gericht davon überzeugt war. daß die Gräfin in berechtigter Notwehr gehandelt habe. ::: Bachmut im Donezgebiet, 2. Juni. Seit nachmittags 3 Uhr brennt auf dem Lydia-Bergwerk der südruffischeu Dnjepr Metallurgie-Gesellschaft ein Kohlen schacht; da auch der Schachtüberbau brennt, war die Heraufheförderung der unten befindlichen Koh- lenbergleutte zunächst unmöglich. Nach einer späteren Meldung hat sich jedoch die gesamte Mannschaft, insgesamt 420 Mann, durch einen Nebenschacht in Sicherheit bringen können. ::: Rom, 2. Juni. Im Kecker von Palermo gerieten gestern ein Dieb und ein Hehler wegen einer Scheibe Schwarzbrots in Streit. Schließlich sielen beiderseits Beschimpfungen. Daraufhin beschlossen die Gegner, die Beleidigungen durch einen Zweikampf zu sühnen. Sie spitzten zwei Eisenbolzen des Fensterrahmens nagelartig zu, steckten den Kampfplatz ab und fochten dann in Gegenwack ihrer 18 Saalgenossen das Duell aus. Der Kampf währte 10 Minuten. Dann durch - bohrte der Dieb dem Hehler mit einem wohlgezielten Stoß das Herz. Die Wache entdeckte den Toten erst nach mehreren Stunden bei einem Rundgange durch die Zellen. Der Mörder stellte sich selbst. Verantwortlich' Albin Klein, Gießen. Hnderber Boonekamp Semper idem WÄRIBUIBGI lUndci'bGTij- s Boonekamp Maag Bitten Semper idem ßaL«jr/' ^ UtJ J Rheinbergf (Rheinland) H. Underbergf-Albreclit Hofl. Sr. Maj. d. Kaisers und Königs Wilhelm IL I i KM Ich habe in letzter Zeit wiederholt festgestellt, daß in meinen Originalflaschen mit gesetzt, geschütztem Bodenbrand V—/ andere Boonekamp. bzw. Bitterfabrikate vertrieben werden. Auch haben wiederholt Gastwirte und Restaurateure solche Fabrikate aus Flaschen verschänkt, die mit meinem, sowohl in seinen einzelnen Teilen, als auch in seinem Gesamtbilde geschützten Etikett versehen waren. Dies veranlaßt mich zu der Erklärung, daß ich im Interesse meiner verehrlichen rechtdenkenden Kundschaft und des konsumierenden Publikums von jetzt ab jede mißbräuchliche Benutzung meiner Original-Flaschen und Original-Etiketts strafrechtlich verfolgen werde. Zugleich mache ich darauf aufmerksam, daß außer anderen Warenzeichen-Eintragungen auch die Warenzeichen „ünderberg” sowie „Üaderfeerg-Böoaekmp” für mich in die Zeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes eingetragen sind, so daß also unter diesen Warenbezeichnungen nur mein Fabrikat verabreicht bzw. in den Verkehr gebracht werden darf. MW feilerem Giessen, Das Präsidium den Kriegerkameradschast „Hassia" hat nach dem glänzenden Erfolg der 1. Kyffhäuserfahrt 1912 eine 2. für dieses Jahr Voroesehen. Dieselbe findet in den Tagen vom 4. bis 6. Juli statt. Neben dem Knffbäuserdenkmal wird noch die Wartburg und das Völkerschlacbtdenkmal besichtigt. Fahctkosten für Hin- und Rückfahrt zusammen 14.— Mk. Einzeichnungslisten liege» bet Kamerad Albin Mein, Seltersweg 83 (mittlerer Laden), bis zum 6. Juni auf. Prospekt ist in dessen Schaufenster ausgehängt. Der Vorstand. patentierte Original-Reforittkästen 'ausende verdanke ire glänzende Sfeiäun diegene« Wissen und Können dem Studium der woltbckjnnten 'Het: Selbst- Unterrichts-' ?erbunde\ mil elnuehendeu) brleKlebpn Femutfierrlcht. Herkh^gegeben vom RssstSnsohen L**tiitnst4tist. Redigiert von Frotessor C. BSy.lfr/ li Ulrek^rec. 22 2'roT«fc**or«*n uls'lilt/rbelter. DasUoilkommenste zur geordneten, staubsicheren Aufbewahrung von Formularen, Akten, Schnellheftermappen Noten, Zeichnungen, Katalogen, Waren usw. Das Gymnasium \ Die Siudlenar.stait Das KoalgymnasiumV Das Lchrorlnnen- Dlo Oberrealschuie v Seminar D-Abiturienten-Esam. Der Praparand Der Einj -Freiwillige De\Mllte!scbuileb Die Handelsschule Das N ^öiisorvatmi(um Das Lyzeum Der gib, Kais^uar.n Jedes Wer"; ist kliuüit-b Li i (Einzeln». Li«fcr«cgen k Mark 1.25.) Ansichtssendungen ohe/Kaufzwang bereitwilligst Die Werke 'iSacS gc^en iou hfk*rn 8.— Der Bankbeamte er wiss. geb. Mann Die Landwlrtsohafts- sehule Di» Ackcrbauschule Die landwlrlschaiil. Fachschule i Lieferungen h ÖD PI. Diewissensc haf c liehen Un terrifOils- worUe, M»i.nodo Kustin, etz.cn keine Vorkc: ntnisse voiyrns uud heben risu Zv.*ok, den 8tn/le:enden 1 d. n SeA-..ca wi'.j:r»Ji«fKliek«r Le'irunstr.iten volIs<>r.dig zu ar- setzer, den Schüler.* 2 eine ••rc’fassencls.ßis-kge'ie Bildung, besonders dieilurch don Schuf- untei rioiit ziy^rwerbeiad. Kenntnisse za verschaffen, uml 3. lnTortref()4cherWeiseaufE*amen vorzubsn AsiräFii, B ** 4 „„..Erl / m Endliche Dieser Zw3ck wird dadme asfrr /.i rel^t, A. dass'der Unterrlchi wisssn^'-di'st- licher'Lehr&n9talten Raoi^eahmt B dass der^Jat-erricht in so einfacher und XJrlindllcher Wsiso erteilt wird, däas jeder den Lehrstoff ^versteheh n;us3, und C. dass bei dem brieflichen Fernunterricht auf die todividuell« Vsr- aniacunc jodes dehhiKrs RUoksickt genommen wird. \ rliche Broschüre sowie DanlisdiViben «er bestandene Examina gratis! \ Vorbildung zur Ablejunjj von Aufnahme- und Abschlu rflfur.gen usw — Vollständiger Ersatz für den Schulunterricht.' Bonness &. Hachfeid. Verlag, Potsdam S. O. \ — Total-^usverkauf — von Schnhwaren. Um schnell zu räumen verkaufe zu jedem annehmbaren Preise. 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Kurhaussaale, abends 8 Uhr Theater: Die Schmetterlingsschlacht, Komödie. Donnerstag, 4. Juni, nachm, von 4—5‘/ 2 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8'U Uhr im Konzerthaus 2 Künstlerkonzert der Kurkapelle unter Mitwirkung von Frau Chahier und unter Leitung des König!. Professors Hans Winderstein. Freitag, 5. Juni. Verkehrstag im Schaufensterwettbewerb Bad-Nauheimer Kaufleute. Promenaden- Konzert der Militärmusikschule an verschiedenen Plätzen innerhalb der Stadt. Nachm von 4'/ 2 — 6 Uhr, abends von 8 —10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends unter Mitwirkung des I, Friedberger Doppelquarfetts. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater : Der Widerspenstigen Zähmung, Lustspiel. Samstag, 6. Juni, nachm, von 4 l /s—-6 Uhr, abends von 8 —10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Nachm Festkonzert unter Leitung des Königl. Professors Hans Winderstein. Abendfest im Freien auf der grossen Wiese vor der Kurhausterrasse: Aufführungen des Turnvereins 1860 Bad-Nauheim. Elektrische und bengalische Beleuchtung der Gruppen und des Parks. Sonntag, 7. Juni, nachm, von 3—4 l l 2 Uhr, abends von 8 — 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Artillerie-Corps Nr. 25 aus Darmstadt. Nachm. 5 Uhr im Konzerthaus grosses Festkonzert. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater : Der müde Theodor, Schwank. ln jedem Orte Deutschlands, in jedem Dorfe, in jeder Stadt gesucht frauen sauber, ordentlich, fleissig, um unsere leicht verkäufliche, aller- feinste, buttergleiche Mirqarine, gebrannten KafFee, Pflanzen- Fleisch Extrakt Ochsena, Schinken-Erbswurst, Schinken Reis* wurst, fetten Margarine - Käse, von 1 Pfund an, jeder Familie, ob reich. ob arm, wöchentlich frisch ins Haus zu bringen gegen guten Verdienst. Zahlung der ersten Lieferung nach Empfang der zweiten Lieferung. Proben gratis. Nichtgefallendes nehmen jederzeit zurück. Molir & Co., 6. m. b. 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