BfpWWfe 2f pfg. monatlich ArrttlMrltch 7» M», „rnulzahlbar, frei in» Hau». UbGetzalt m «fort O^adttton o6,»«»«». — Redaktion: Teller», »eg SS. — KSr «afbexiahrung oder Rückiendung nicht »ertanHter Stmmftriyic wird nicht garantiert. Barlag der „Biefteaer Zeitung" «. «. ». H. Lxpedition: Selters weg 85. Nr. 38 Telephon: Nr. 362. _ Mittwoch, den 13. Mai 1014. _ r-l-phon Rr. && 26. Jahlij. Politifcbe Rundfcbau. Deutschland. • Die Brcnmschweiger Festtage smd nun vorüber, und der Kaiser ist am Sonntag abend noch ans der allen Weifenresidenz ab,gereift, um am Montag in Metz einzutressen. Gestern wohnte der Kaiser einer Gefechts - Übung bei imd dann begab er sich nach Diedenhosen, um die alte Moselfestung, das einstige Thionville, in Augenschein zu nehmen. Ueber die Gefechtsübung bei Metz, der der Kaiser beiwohnte, wird uns gemeldet : Metz, 12. Moi. Heute vormittag wurde im Osten von Metz eine größere militärische Hebung abgehalten. Es handelte sich mn einen Angriff der verstärken 34. Division (Blau) aus der, Gegend von Pange in der Richtung aus Lolomhey gegen die 33. Division (Rot), also auf einem Gelände, das schon von. den Augusttagen des Jahres 1870 berühmt ist. Beteiligt waren dieTrup- pcn des Standortes Metz, einschlietzlich der 8. bayeck- schen Infanterie-Brigade, sowie der Truppen der Stand- crte Saarlouis, Diedenhosen, St. Avold und Mörchin- gen. Beiden Parteien waren Truppen aller Waffengattungen und Flugzeuge zugeteilt. Der Kaiser war um 6.32 Uhr früh im Auto vom Generalkonnnando in Metz aus auf der Straße Metz — Borny — Colombey bis zu dem Punkt gefahren, wo die Totenallee einmündet, und dort zu Pferde gestiegen. Zugegen waren bei der Hebung der kommandierende General des 16. Armeekorps, General der Infanterie v. Mndra, der Gouverneur von Metz, Geireralleutnant v. Winterfeldt, und der Generalinfpektcur der Festungen, General der Infanterie von Clacr. Die blaue Partei entwickelte sich langsam. Die rote Partei lag in festen Stellungen in einer Linie von Montoy Ars-Laquenery mit vorgeschobenen Schützenlinien. • M etz, 12. Mai. Der Kaiser ist um 11 llhr nach Wiesbaden abgefahren. Zur Verabschiedung waren ans dem Bahnhof anwesend der Statthalter von Dallwitz, der Staatssekretär v. Rödern, der Bezirksprä- sidcnt, der kommandierende General v. Mudra und der Polizeipräsident. • In Anwesenheit des Kaisers sand in den Vogesen zwischen Urbeis Und dem Höhenlnstkurort Drei 'Aehrcn eine Gebirgsübung statt, die General v. Deim- ! ling leitete. Sie endete nach einem anstrengenden mehr- i ständigen Gefecht in teilweise glacisattigem Gcbirgsge - lande mit einem Sturm auf das mächtige Vogesenmafiv la Röchelte. Große Bewunderung «riegle ein Flieger der Straßburger Fliegerstation, der von Colmar aus trotz der Regenböen die feindliche Stellung in kriegs - mäßiger Höhe erkundigte. * Das Kronprtnzenpaar hat seine Ueber- siedelung nach Potsdam verschoben. Es wird Mitte Mai zu kurzem Aufenthalt nach dem Jagdschloß Klein-Ell- guth reisen. * In den politischen Kreisen, die über wichtige politische Vorgänge zu allererst informiert werden, geht das Gerücht von Mund zü Mund, daß Herr von B et h- mann Hollweg das traurige Ereignis des am Samstag erfolgten Hinscheidens seiner Gattin zum Anlaß nehme» werde, um das bürdevolle Amt des Reichskanzlers und preußischen Ministerpräsidenten demnächst niederzulegen. * Uebereinstimmenden Meldungen verschiedener Blätter zufolge, wird der Reichskanzler, beim Etat des Auswärtigen Amtes durch den Staatssekretär von I a g o w sich vertreten lassen und persönlich erst an der dritter Lesung teilnehmen, die Anfang der nächsten Woche beginnen dürfte. * Der sächsische Kriegs mini st er Frhr. | Mar Clemens Lothar v. Hausen tritt demnächst von seinem Posten zurück. Zu seinem Rachsolger ist nach amtlicher Meldung Generalmajor v. C a r 1 o w i tz ausersehen. * In Berliner diplomatischen Kreisen sieht man den Stand der türkischen Jnselsrage für sehr bedenklich an, da Italien die von ihm besetzten Inseln ohne Entschädigung auf keinen Fall herausgeben will, während die Tücke! dabei verbleibt, daß Chios u. Mytilene gegen andere Inseln ausgetauscht werden. * Eine neue Reichstagsersatzwahl wird durch die Ernennung des Abg. Dr. O u a r ck - K o b ü r g zum Chef der koburgischen Ministerialab- teilüng notwendig. Dr. Quarck war bisher vockragen- der Rat im herzoglichen Ministerium und stehtim 41. j Lebensjahre. Dem Reichstage gehört er seit 1912 als ! Abgeordneter des Wahlkreises Kcbnrg an, den von 1907 bis 1909 sein verstorbener Vater vertreten hatte. 1912 erhielt Dr. Quärck junior (Lib.) 4740, Zietsch (Soz.) 6199 und Sandner (Fockschr. Volkspackei) 3540 St. In der Stichwahl siegte Dr. Ouarck mit 7960 Stimmen über Zietsch, auf den nur 6998 entsielen. ' Berufungen gegen Wehrbeitrags- Ver,anlagungen. Um die Berufungen auf die Veranlagungen zum einmaligen Wehrbeitrag, die jetzt bald den Steuerpflichtigen zugehen werden, schleunigst zu erledigen, sind in allen Bundesstaaten besondere j Anweisungen ergangen. Rußland. ' ..Am Zarenhos steht ein intcressaittcr Besuch bevor. Ko mg Düfolaus von Montenegro wird mit dem Kronprinzen dem Zaren seine Aufwackung machen. Bulgarien. * Sofia. Der Kammer ist ein neuer Gesetzentwurf zur Reorganisation der bulgarischen Armee zugegangen. Danach soll die Infanterie um 40 Bataillone v e r, m e h r I werden. Jedes Kavallerie-Regiment soll eine weitere Eskadron erhalten. Außerdem sollen zwei neue Artillerie-Regimenter mit Festungsgeschlltzen gebildet werden. Griechenland. ' In Athen verlautet, daß der F ii r st von Albanien den Epirotcn die Anerkennung der Freiheit der Schule, der Religion und der Autonomie der bestehenden Rechte gewähren wird. Ebenso hat er die Einreihung von Epirotcn in die Gendarmerie genehmigt und einen christlichen Gouverneur von EpiruS ernannt. Die Forderung nach Schaffung eines epiroti- schcn Landtages und Einsetzung eines Epiroten als Gouverneur für den Epirus, sowie Einstellung epiroti- scher Offiziere in die Gendarmerie wurde abgelehnt. Schweden. ' Es besteht in Schweden die Absicht, dem jetzt zusammentretenden Reichstage vorzuschlagen, zwecks einer Telephonverbindung zwischen Schweden Und Deutschland mit Änschlußleitungen in Stockholm und Gothenburg 900 000 Kronen anzuwei- sen. -litt Zkädl und Eaitd. * Der Groß Herzog hat am 9. Mal dem Pfarrverwalter Julius Happel zu Herbstein die ev. Pfarrstelle daselbst übertragen und den Finanzre- serendar Rudolf Wenzel aus Gießen zum Finanz - affeffor ernannt. * Dem hessischen Städtetag liegt ein Antrag vor, im Jahre 1915 zusammen mit dem nas- sauischen Städtetag in Marburg zu tagen. * Abänderung des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1 9 0 4. Die Regierung hat der Zweiten Kammer einen Entwurf eines Gesetzes, die Abänderung des Feldstrafgesehes vom 13. Juli 1904 betr., nebst Begründung zur verfassungsmäßigen Beratung u. Beschlußfassung vorgelegt. Frei! — Frei? Novelle von Eugen Werner. (Foylsetzung.) Schweigend schritten sie in das Hotel hinauf. Keiles sprach ein Wock. Margaretha kämpfte noch mit sich elbst und der Gras wollte ihr den Sieg über sich selbst ücht noch schwerer machen, als er ohnehin war. Vor dem Vestibül reichte sie ihm die Hand. „Haben wch Sie Dank für Ihre treu« Freundschaft und Ihren i nifrichtigen Rat, mit dessen Hilfe ich endlich Wahrheit ind durch sie den Fckeden wieder zu ftnden hoff«. Le- !>en Sie wohl! Mögen Sie Ihr Glück trotz allem Vor- ! lesallenen noch finden!“ Von Bissingen drückte einen langen heißen Kuß I tuf ihre Rechte, dann blickte er ihr nach, wie sie langsam die teppichbelegten Stufen hinaufstieg. Als die Glocke zum zweiten Male läutete, war der j fllatz an denr reserviecken Tischchen neben dem - Grasen frei. Margaretha war im Zimmer aus die Chaiselongue j nedergesunken. Warum ging sie eigentlich nicht hinab? chr war doch sonst ganz wohl, bis aus diese grenzen- I ose Müdigkeit und jene seltsame brennende Leere in ihrer I Zrust, für die sie keine Erklärung finden konnte. Heim- ! oeh hatte der Gras gemeint wäre es ! Ihr Körper bebte I eicht. Wenn es wirklich Heimweh war, Heimweh nach Ihm, nach der Heimat, das sie so elend machte, warum mg sie denn nicht? Warum folterte sie sich selbst?" Von dem Saale klang's plötzlich ganz leise herauf. ! lufschluchzend preßt Margaretha ihr tränenüberströmtes j Intlitz in das Kiffen und hielt sich die Augen zu. Umsonst ! Die Weise dauerte fort und bannte ihren Schmerz. Die salzige Flut versiegelte. Sie lauschte mit veckläckem Antlitz ! ' Ja ! Eine Stimme rief sie und dieser Stimme wollte sie folgen. Zurückkohren wollte sie wieder in die alte Knechtschaft! Schwebend trat sie zum Fenster und lauschte in die sttlle Pracht. Schön waren die Tage gewesen, märchenhaft schön, aber--- Margaretha klingelte. Das Mädchen erschien. „Gnädige Frau?" Sie wandte sich vom Fenster. „Ich reise sofock ab. Packen Sie meine Sachen und bestellen Sie vorher einen Wagen!" Das Mädchen ging, den Auftrag zu bestellen. Bevor eine halbe Stunde um war, war alles gepackt und Margaretha reiseseckig. Rasch schrieb sie noch einige Zeilen und roarj die Adresse flüchtig aus ein Kuveck. Sie gab es nebst einem ansehnlichen Tcknkgeld dem Zimmermädchen zur Besorgung. Graf von Bissingen hatte aber schon das Vorjahren des Wagens gehöck und war ausgestanden. Im Flur traf er mit dem Mädchen zusammen. Dankend steckte er das Bittet ein Und schallte dem abführenden Wagen nach, der sich noch einmal umschauenden Insassin herzlich zuwinkend. Endlich hielt der Wagen. Sie sprang ab, ließ sich ihr Gepäck aufgeben und suchte sich dann ein behagliches Eckplätzchen in einem Abteil erster Klaffe, wo sie in seligem Glücke still vor sich hinträumte. Mild senkte sich die allerbarmende Nacht aus ihre Gedanken und sie schlief einen tiefen traumlosen Schlaf. Dämmernd zog der, Morgen herauf. Mehr und mehr näherte man sich der Grenze der schönen Schweiz. Endlich! Schaffhausen! Die Zollbeamten revidierten. Dock hielten ja schon die badischen Wagen! — Und wieder flog der Zug durch die stille Landschaft, immer weiter zurück blieben die frühr,oten Alpen. Näher und näher rückte die Heimat — die tannenrauschenden Berge des geliebten badischen Schwarzwaldes. Der Zug raste durch den Bahnhof des alten Zähringerstädtchens Villingen, man passierte St. Georgen, Sommerau, Triberg. — Weiter in rasender Fahrt, Hornberg, und hielt nun in dem kleinen Hausach. Noch ein Stündchen und: „Baden-Oos!" verkündeten die Schaffner. Mit trunkenem Auge hing ihr Blick an dem alten Schlosse und dem Merkur, an die sich so viele Erinner- ungen für sie knüpften und leichtfüßig eilte sie auf den Wagen zu, um nun vollends das Endziel der Reise zu erreichen. Nur nock 8 Minuten dauerte die Fahck, dann war sie — — — daheim! „Baden-Baden! Alles aussteigen!" Jetzt erst empfand Margarethe wie recht Gras von Vissingen hatte. — „Ja! Krank war sie gewesen — schwer krank. — Aber hier, in diesen engen Straßen und den Jim so größeren Wäldern wollte sie wieder genesen. Sie hatte sich für das Hotel „Kaiser Elisabeth" entschieden, ganz droben im Wcttde und ließ sich nun samt ihrem Gepäck dahin bringen. Wenigstens so lange bis sie wußte-- (Fortsetzung folgt.) * Dauer der Ferien an den hessisch. V o l k s s ch rk l e n. Die Abg. Urstadi und Genossen beantragen: Die Kammer wolle beschließen, an die Groß- herzogliche Regierung das Ersuchen zu richten, das; bei der Revision des Volksschulgesetzes die Volksschule bezüglich der Gesamtdauer der Ferien den höheren Schrr- len gleichgestellt werde. In der Begründung wird gesagt: Nach der bisherigen Ordnung dauern die Ferien an den höheren Schulen eine Woche länger als an den Volksschulen. Durch den Antrag Stephan wird sür die höheren Schulen noch ein Tag mehr verlangt, während an den Volksschulen am letzten Schultag vor den Ferien sämtliche Stunden gehalten werden^ müssen. Die Notwendigkeit der, Ferien ist sür beide Schulslusen die gleiche. Die kürzere Dauer an der Volksschule erweckt den Anschein geringerer Einschätzung ihrer Arbeit und mutz aus Schüler, Eltern und Lehrer kränkend wirken. * Die MaUl - und Klauenseuche ist fest- gcstellt in Nieder-Jngelheim, Kreis Bingen, in dem Viehbestand eines Metzgers und Händlers. Der ganze Bestand ist abgeschlachtet. — Die Seuche ist seiner ausgebrochen in dem Gehöst eines Viehhändlers in Bagerisch-Mittelsranken: seiner in den Bezirken Memmingen und Donauwörth in Bagerisch-Schwa- ben. * Kriegsspiel. Das für den 24. Mai d. Js. in Aussicht genommene Geländespiel bei Mainz aus Anlaß des 88. Geburtstages des greisen, verdienstvollen Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft, Dr. Goetz, findet nicht statt. Nach den eingegangenen Mitteilungen der in Betracht kommenden Gaue ist ein größere Beteiligung nicht zu erwarten. Die Gaue und Kreisvereine des Mtttelrheinkreises werden ersucht, dem Vorschläge des KreiLwandcrwarts, Gerichtssekcetäc Münch-Hachenburg, Folge zu leisten und am 2k. Mai (Christihimmelfahrt- tag) Wanderungen auszuführen. n G i e h e n. Die K r e i s k a s s e schloß mit einer Gesamteinnahme von 671 690 Mk. und einer Ausgabe von 655 686 Mk., sodatz ein Ueberschuh von 16 004 Mark verbleisrt. Die Gemeinden leisteten einen Beitrag von 340 510 Mk. Aüsgegeben wurden: für Bau' und Unterhaltung der Kreisstrgßen 289 552 Mk., sür Unterstützungen 106 662 Mk.. als Beihilfen an Kriegerveteranen 21 130 Mk., als Beitrag an die Provinz,alkasse 136 223 Mk. n Gietzeu. Im November v. ZS. waren rn dem Geschäft der Firma Joh. Ball. Noll 2 9 0 0 Mk. verschwunden. Der dort beschästiyte Handlungs- gehilse Hermann Maurer, der im März d. Js. bei einem Zigarrendiebstahl ertappt wurde, dann nach Berlin verschwand, hat nun, als er sich letzt auch wegen des Diebstahls der 2900 Mk. verdächtig sah, in einem Brief an seinen Chef ein Geständnis abgelegt. Er will die 2900 Mk. gestohlen haben, um sein Maturum damit zu machen. Die Einjährigen-PrüsUng hat er auf Grund seines Selbststudiums im Frühjahr in Darmstadt bestanden. 1500 Mark hat er von dem gestohlenen Gelde seiner Mutter gegeben. . . o Bukbach. Der Gemeinderat besreüe auf em- slimmigen Beschlutz alle Ortsbewohner mit einem Einkommen bis zu 499 Mk. von der Gemeindesteuer-Zahl - Ung. Die Vergünstigung trifft 67 Personen, die bisher einen Steuerbetrag von zusammen 98 Mk. aufbNngen mutzten. ^ , o Butzbach, 11. Mai. Der 25. Verbandstag Hess. Vorschutz- und Kreditvereine hat heute seinen Ansang genommen mit dem goldenen Jubelfeste des hiesigen Vorschutzvereins. Bereits heute mittag und nachmittag trafen aus den drei Provinzen weit über 100 Vertreter der Brudervereine ein. Auch der Verbandsanwalt des Deutschen Verbandes, Prosessor Dr. Erüger aus Charkottenburg, und der Vorsitzende des Unteiwer- bandes, Juftizrat Dr. Harnier aus Kassel, sind emge- trosfen. Reiches Flaggenschmuck begrüßte die Gäste. Heute abend sand Festkonimers statt. Von den 70 Herren, die 1864 den Verein gründeten, sind noch 3 am Leben. o Friedberg. Die Friedberger Garnison wird, auswärtigen Blättern zufolge, am 1. April 1915 verstärkt werden. ES wird von diesem Zeitpunkte an ein Schetnwerferzug, etwa 70 Mann stark, seither in Mainz, dem 3. Bataillon der 168er zugeteilt und vorläufig in der Bergkaserne untergebcacht werden. o Crainfeld. Bezüglich des Täters in der Crain- felder Mordsache herrscht bis jetzt noch völliges Dunkel. Der als der Tat verdächtige Karl Hoffmann von Salz befindet sich zwar noch in Untersuchungshaft, jedoch wird diese kaum aufrecht erhalten werden können. Auffallend ist allerdings, daß er anfangs leugnete, einen ähnlichen Mantel, wie ihn vermutlich der Täter trug, zu besitzen. Der Verdacht, die Tat begangen zu haben, hat sich in den letzten Tagen auch aus eine der Familie Stein nahestehende Persönlichkeit aus Crainfeld gelenkt. Die Ermittelungen richten sich auch nach dieser Seite. Die im KrankenjhckUs zu Lauterbach liegende Ehefrau Stein ist in der Freitag Nacht zum ersten Mal zum Bewußtsein gekommen, jedoch nicht vernehmungsfähig. Bei ihr, sowie bei den beiden Söhnen ist immer noch nicht die Lebensgefahr ausgeschlossen. Die jüngste Tochter ist aus dem Krankenhaus bereits entlassen und befindet sich bei Verwandten in Laulerbach. v Leiselheim. Der 13jährige Jakob Müller hatte den 13jährigen Heinrich Lott, der auf dem Eise der Pfrimm «ungebrochen war, mit eigener Lebensge - j fahr gerettet. Der Großherzog hat dem jugendlichen Lebensretter dafür eine Taschenuhr verliehen, die Herr Kreisamtmann Emmerling dem braven Juugen auf dem Kreisamte mit Worten der Anerkennung überreichte. o O p f e r t s h a u s e n. Ein Gastwirt vermachte ; in seinem Testament u. a. auch den Dorsmusikan- t e n 1000 Mk. mit der Bestimmung, daß sie jedes Jahr an seinem Geburtstage eine halbe Stunde lang vor dem Geburtshaus spielen müssen und dafür das Recht haben, die Zinsen von den 1000 Mark an diesem Tage in der betreffenden Wirtschaft zu verjubeln. Der Betrag verfällt, wenn die Kapelle auch nur ein einziges Mal am Geburtstag des „Spenders" das Spielen unterläßt. s Darm st ad 1. Im Hinblick auf die fortschreitende Entwickelung der Neubildung und Vergrößerung sideikommissarisch gebundener Güter hat, wie bekannt, die Fortschrittliche Fraktion vor einiger Zeit an die Regierung das Ersuchen gerichtet uni Feststellung erstens des Ilmfanges und zweitens der Zunahme der Fidei - kommiffe im Grohherzoglum Hessen. Die Regierung erwiderte darauf, daß sie gewillt sei, dem Antrag Folge zu leisten, allerdings werde die Bearbeitung des nach ihrer Ansicht schwierigen Materials längere Zeit beanspruchen. Der Ausschuß stellte sich einstimmig auf den Boden des Antrages und schlägt dem Plenum dessen Annahme vor. Der Bericht des Abg. Hauck erinnert daran, daß ein in gleicher Richtung lausender Antrag Köhler bereits dem vorigen Landtag Vorgelegen habe, aber i nicht verabschiedet sei. s Darm st ad t. Auf die beiden jüngst fteige- ; wordenen Kreisschulinspektor st eilen bei der ! Kreisschulinspekticn Darmstadt wurde Kreisschulinspektor j Lulep von Worms und der bisherige Oberlehrer am - Lehrerinnenseminar Darmstadt, Prof. P f a f f, begu- ! fen. Kreisschulinspektor Dr. E ck aus Alsfeld wurde nach i Worms versetzt, aus dessen Stelle wurde Hauptlehrer j Hufs- Darmstadt, der Obmann des Landeslehrer- ' Vereins, als Kreisschulinspektor nach Alsfeld benffen. ):( Kassel. Die Kasseler Strafkammer vermteilte den Hamburger Lotteriekollekteur Otto Müllenbach wegen Bertreibung von den in Preußen verbotenen Hamburger Stadtlotterie-Losen zu 2 Jahren Gefängnis und 88 200 Mark Geldstrafe. Aus aller Mit. * ' Das neUefte Zeppelin-Luftschiff „L. Z. 24", das für die Marineverwaltung bestimmt ist, stieg gestern vormittag zu seiner ersten Probesabrt unter der Führung des Grasen Zeppelin auf. An Borst des Luftschiffes befindet sich auch die Marineverwaltung. * In Kurhafen ist vorgestern das von Kiel kommende Marineflugzeug Nr. 20, bemannt mit Oberlcutnannt zur See v. Schiller und einem Oberma- schinistenmaot an Bord, aus südöstlicher Richtung ein- getrofseick Es führte eine Schleifensahrt über dem alten Hafen aus und ging dann im Eleifflug auf die Elbe nieder. Nachmittags setzte es seine Reise nach Helgo - land fort, um an den Ilebungen der Hochseeflotte teil- zunehmen. ::r Paris. Deck Untersuchungsrichter Bouiard hat die Voruntersuchung über das Drama im „Figaro" abgeschlossen. Die Akten sind der Staatsanwaltschaft bereits ühergeben worden, der dieselben einer näheren Prüfung unterziehen wird. Der Prozeß dürfte, sicheren Jnsormationen nach, Ende Juli spätestens vor dem hiesigen Geschworenengerichte stattsindcn. Der neue Eeneral- staatsanwalt der Republik, Herbeaur, wird persönlich die Anklage gegen FraU Caillaur vertreten. ::■: Brüssel. Zwischen den Gläubigern der Prinzessin Luise von Belgien und der Prinzessin wurde ein Vergleich geschlossen, demzufolge die Gläubiger 4% Millionen Francs erhalten. ::: Florenz. Oberst R o s s i, der im vergangenen Sommer seine Gattin, eine Mutter von 7 Kindern, im Zimmer mit einem Studenten überraschte und beide durch Revoloerschüsse schwer verwundete, wurde vom Schwurgericht freigesprochen. Eiterarlfcbes. ? Der Reiter auf dem Regenbogen. Roman Von Georg Engel. Verlag Ullstein & Co., Berlin-Wien 1 Mark. In diesem Roman verherrlicht Georg Engel Hans den Träumer, die unsterbliche Licblingsfigur des deutschen Volkes. Gust Petersen, der häßliche, aber von innerlichem Glauben an seine Ideale verschönte Sohn der Witwe aus der pommecschen Stadt, der die notleidenden Fischer hinaussühcen will übers Weltmeer nach dem sonnenheißcn Afrika, ist der Held von Engels heimatlicher und ins Große strebender Dichtung. Wohl gehört die Frau, deren Neigung ihn einst unsagbar beglückt hat, einem' anderen an. wohl darf er das ferne | Land nicht schauen, wohl fällt ec noch vor dem Auszug der tückischen Krankheit zum Opfer, die ihn in jungen I Jahren dahinrafft. Aber aus seinem Sterbebett liegt eine Fahne in den deutschen Farben, und heller Glanz ruht auf des Toten bleicher Stirn. Mit tiefer Stim- mungspocste hat Georg Engel die Kleinwelt gemalt, in der Gust Petersen, der von Catilina und Napoleon vermcsscn schwärmende arme Schüler, zu seinem kurzen | lctdvollen Prophetendasein heranwöchst. Verantwortlich: Albin Klein. Gießen. S« Herr Meyer will nen neuen Hul’- Der alte ist ihm Uu Doch seine Gattin spricht zu J Versuchs doch erst mai mit .Strobin! n* tr tets, und stend sich gut* dabei Oer Huh saii wieder aus wie neu. Und anerkennend spricht Strobin KP* und nichf mal teuer I*. YM.r,Sirobin’’ können 5ie Panoma-u. Srrohhöre Ir» wenige., yMmulen spielend leichr aelbsr reinigen. Paket 25 Pf. , VErhälMich in Apotheken . Drogerien u.oeifenhandiungen, v ' AH- fabxilcMa* Ouelsnar, CharlonenbtxjQfc BAD NAUHEIIV Programm vom 14. Hai bis 18. Hai 1914. Donnerstag, 14 Mai, nachm. 4-6 Uhr, abends v 8 — 9 1 / 2 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurltape Abends 8 Uhr im Konzerthaus: „Was mir die- Wi nis gab und was ich ihr abgerungen“ Vortrag Afrikareisenden Robert Schumann zu seinen kinema graphischen Jagdaufnahmen. Abends 8'/i Uhr im K haus: Tanz. Freitag, 15. Mai, nachmittags von 4—6 Uhr, abei von 8 — 9*/a Uhr auf der Terrasse Konzert der K kapelle. Das Nachmittagskonzert unter Leitung Königlichen Professors Hans W'inderstein. Abends 8 I im Kurhaussaale Theater : „Die Schmetterlingsschlacl Komödie. Samstag, 16. Mai, nachm, von 4—6% Uhr, abe. von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kap des Infanterie-Regiments Nr. 168 (Oflfenbaeh a. M.). günstiger Witterung abends Feuerwerk vor der Terra; r nabrbafi, woblfcbmecktml Ein Octkrr.PMiiig aus Dr. Oetker’s Puddingpuver zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) ist eine ganz vorzügliche Speise, die für wenig Geld u. mit wenig Mühe täglich auf den Tisch gebracht werden kann. Genaue Anweisung steht auf jedem Päckchen. Schutzmarke: „Oetker’s fielikopf.“ Billig, leicht btrzuftelltn. Z» vanille- M. Itlandel-PMdding schmeckt eine Fruchtsance oder frische gelochte oder eingemachte Früchte am besten. Zu tedokelnde- U. sNlcdl Pudding gibt man eine Uanillc-Sauce aus Dr. Oetker’* Ssucenmlpcr, Banille-Geschmack, zu io Pfg. Bar Gel sichern Leuten jeden Stan reell, diskret und schnell I C. Winkler. Berlin 18, Friedr strasse 113a, Bedingungen kos frei. Täglich eingehende D; schreiben nmi zahlreiche , Zahlungen. wird EngTos-Versandstelle ve ben. Kapital nicht erforder! monatlich bis 400 M. Einkomi Anfragen bef. unter B. i Danke l Cs., Cöla. 3 BE Cafe bir »omSpott der ganzcnwclt nicht rauben Den Rest von Kindersinn und Kinderglauben! Gar manches, das die Klugen nur verlachen, Kann dich imkcrzen reich und glücklich machen. iE 01 Das Reich der rau. 30E 0E ...... □f = ) RC=: |— .DlcIuacnd'.fagt man „hat ja keine Tugend!' Ivarum denn nicht? Viel wahrer jag ich dir: Die Tugend blühet ja in cw'gcr Jugend Und ist drum auch der Jugend schönste Zeit! 13, XXIV. Die Puppe und ihre Bekleidung. Das moderne Kunstgewerbe hat, wie mit so manchem, so auch mit den Puppen aufgeräumt, deren Köpfe alle nach einer Schablone gemodelt waren und die mit ihrem stereotypen Cächeln und nichtssagenden Augen, eine wie die andere, stets denselben Puppentypus repräsentierten. Nachdem aber Käthe Kruse uns mit ihren, dem Ceben abgelauschten Puppengestalten sozusagen ein- neue Puppenwelt geschaffen, folgten bald andere, wie Marion Kaulitz und Lotte pritzel, die sich daran machten, die Puppen zu reformieren, und jede in ihrer Art hat es verstanden, dieses Kinder- spielzeug so zu idealisieren, dafe es tatsächlich wie ein Kunstwerk auf uns wirkt. Da nun die Kugel einmal ins Nöllen geraten war, regte es sich bald in den verschiedensten Gegenden unseres Vaterlandes im Interesse der Puppe, und Nachahmungen von Käthe-KruK - Puppen, alle möglichen Trachtenpuppen, sowie Charakter-Typen wurden auf den Markt gebracht. Unter anderem bildete sich m der «Eifel in dem Dorfe Kyllburg eine Trachtenpuppe» - Industrie au-, die als keimarbeit den Sraue» dort eine gute Tinnahme verschafft. Unter der teitung der Srau des dortigen Gemeindevorstehers verlertigen die fleifeigen Heimarbeiterinnen in ihren MufeestunLen ihre ebenfalls dem Leben abgelauschten Puppen, gewisjermafeen als naturgetreue Nachbildungen der Meiifchen ihrer nächsten ingebung. Die sorglos lachende und spielende ugenS in ihrer malerischen Eifeltrocht, muntere Arbeiter, ehrsame Kirchgänger, tanzlustige Burschen und Mädel, ernste Männer und Srauen reiferen ölliers, alle in ihrer hübschen Volkstracht ge- ! leidet, geben uns ein wunderbar farbenprächtiges Bild von dem Leben und Treiben in jenem traulichen Dör'chen, kinter all diesen Bestrebungen konnte di« Massenlndustrie natürlich nicht zurückblLiben, und unter den mantiigfachen, aus den verschiedensten Sabriben herrorgegangenen Tharakterpuppen — über die man allerdings sebr verschiedener Meinung sein kann fallen neuerdings Sie Köpfe mit den lusti-en Schelmenangen und Typen aus dem voiksteben, ja sogar Nachbildungen bekanit- ter „Kinotypen' auf, wie Map und INoritz, Käufe! und Gretel, der kleine Sritz in seinen Kino-Kinderrollen , ein pfeifender Schiister- jnnge, dessen charakteristisch zugespitztem Mund ein richtiges pfeifen entströmt, sobald man ihn drückt, nach der neucsten Mode gekleidete Lackfischpuppe» u, a. Da gibt cs also zum Lhristfest eine reiche Auswahl f>ir unsere kleinen Puppenmüiter, und um so schiverer wird cs mancken Litern iverdc», das Nichtige hcrauszunnden, 2?ei diesem Spielzeug sollte man aufeerdci» nicht versäumen, das Nützliche mit »cm Auge- „ nehmen zu verbinden, und den Mädchen nicht immer fertig angekleidcte Puppen kaufen, sondern es ihnen selber überlassen, ihre Lieblinge zu bekleiden. Man wende da nicht ein, dafe eine solche Puppe den Mädchen kein Vergnügen machen würde: denn gibt es »>ohi ctivas Reizenderes, als so ein „Käthe vriilesches' kenidenmätzchen nur mit einem gestrickten Mollniulichcn auf dem lieblichen Köpfchen und Bastschuhen an den Süfechen? Ls mufe eine ivahre Srcude für jedes Mädchen sein, diese Babys mit den lichten, reine» „K-nderblicken" selber anzuziehen. Zumal uns die Schule da in rechter Iveise 1 >» gegenkoiiimt und die Tinführung der Pu-penbek'e düng für den kandarbeitsunter. richt grostc Soitfchritte macht. So ist z, 23. in der Luisenschule in Lergcdorf bei kamburg die Puppcn- schneiderci seit mehreren Jahren im kand- > rbcitsuntcrricht obligatorisch, und es ist dort mit dem von der .Internationalen . Schnittmanufaktur >n Dresden" hcrausge. gcbcnen, kilfsmittcl für die Puppenschnciderei gute Erfolge erzielt worden. Auch in dem , vorzüglichen Luch von Margot Grupc über lladelarbeit wird großes Gewicht auf die sachgemäfec Anfertigung von Puppcnzeug im kandarbeitsunterricht gelegt, der darin be- sonders für höhere Mädchen- und Mittelschulen empfohlen wird. Selbstverständlich darf dieser Unterricht nicht wieder in schablonenhaften Klassen- '' unterricht ausarten , sondern die Lehrerin hat ihn als individuelle Arbeit zu gestalten > und die Erlernung der dabei nötigen Tehnik .. nur als Mittel zum Zweck zu betrachten, um dadurch eine wahrhaft denkende und ge- staltende Tätigkeit bei den Schülerinnen zu erzielen, — Das obengenannte kilfsmittel für die .Puppcnschneiderei" könnte ,edoch auch in jedem kaufe, in dem die Mutter ihre Töchter zu nutzbringender Arbeit anzu- Hallen versteht, gute Dienste leiste» und selbst Erwachsenen die Mittel und lvege zur erfolgreichen Puppenschneiderei an die kand geben, — Lei den Kindern achte man aber darauf, dafe sie anfangs nicht mit dem kenid, sondern mit dem Leibchen beginnen, - dann den Aock folgen lassen und darauf erst das kemd, dann das Nachthemd mit den Aermeln anfangend, da es das am , schwierigsten auszuführende Wäschestück ist. (Siche Abbildungen über die Puppenbe- t Kleidung ) So nach und nach vom Leichten zum Schweren fortschreitend, wird das Mädchen bald dahin gelangen, sein« Puppen selber 2-««tt. Lut. Lode-kiU. .mustergültig" zu bekleiden und dadurch unmcrklich zur kausschnciderei geführt werden, die in unserer Zeit der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage von nicht zu unterschätzendem Einflufe für den Samilicnivohlstand sein dürfte, denn dafe die Srau auch heute noch mit der Nadel viel erhalten kann, wird selbst die modernste, allen Neuerungen der Ictzlzeit huldigende Srau nicht bestreiten können, wie vorigen Ivcihnachlcn über die Schablonen- malerci, so bin ich auch in diesem Jahr gern bereit, jeder, die noch etwas Näheres über die Puppenschnciderei wissen möchte, genaue Auskunft darüber zu übermitteln. kclcne Grube, Dresden-N„ pricfenitzstr, 62, Im Reilhe der Bausfrau und Mutter. So nannte sich die neueste Ausstellung, die von dem 25cv.ii er kausfraucnierein und der Grts- gruppe Groß-Berlin des Deutschen Srauenbundcs >-, > t Auistelliingshallc am Zoologischen Garle I veranstaltet wurde, und die neben mancherlei bereit: oft Geschautem doch auch recht viel Neues besonders für die Srauenwclt Interessantes bot So trat z. L, die „vercinignng für Iraucn- v„-oh:->li-gen' an dieser Stelle zum erstenmal mit praktischem Anschauungsmaterial vor die Geffent- lichkcit, INan sah eine lvohnung, d, h. ein hübsch und gemütlich eingerichtetes Zimmer, mit dem ein Raum für das Lctt, ein zweiter für die wafch- toilette und Schrank, ein dritter für Gasherd und Küchencinrichtung verbunden war und die mit keizung für monatlich 35 Mark zu haben sein soll Dann sah man Küchen der verschiedensten Art: in einzelnen, wie in der .Kückc des Lerliner kausfrauenvercins", wurde die Koch- und Lack- kunst gleich praktisch vorgeführt: wie denn auch der Deutsche Seefischerei.Verein, der mit seinen Kochkursen aufklärend wirken möchte, ein Lehrkochcn veranstaltete, an dem man teil- nehmen konnte, um sich selbst zu überzeuge», dafe der Seefisch in der bürgerlichen Küche viel mehr gewürdigt werden mufete. Die kausfrauen der Gartenstadt Srohnau, jener erst feit drei Jahren >m märkischen Kiefern- walde neu entstandenen Kolonie, hatte» die «Erzeugnisse ihrer Gärten ausgestellt und lieferten den Beweis, wie Steife und Mühe schlicfelich doch belohnt wird, Gemüse, Gbst ufw, zeigte sich in wundervoller Gröfee und Schönheit dein Beschauer, auch kühner, Tauben, Enten und Gänse tummelten sich i» ihren Gehegen, In den verschiedenen Kojen für Kinder- und Säuglingspflege sahen wir alle Mittel moderner kygiene. Die ersten Srauenvereine waren in diesem Teil der Ausstellung vcr- treten, der unter der Leitung ärztlicher Kapazitäten stand, Sreilich ist es fraglich, ob jede Samilie in der Lage fein wird, sich so herrlich eingerichtete wochenstubcn leisten zu könne». Das Zimmer, „wie es nicht J sein soll", das dem „guten Neuen" gegen- übergestellt war, kann doch nur dann verschwinden, wenn cs keine Armut mehr gibt. Das „Zcllerhaus" (Rettungsheim für verlassene Trinkerkindcr) war in der Ausstellung mit feiner vegetarischen Küche vertreten: zuweilen sah man dort die Pfleglinge in ihrer kleidsamen Matrosentracht ^ auch allerlei kilfsleistungen verrichten, . ' Aus Palästina waren Spitzen geschickt, die jüdische Sranen aller Stände gearbeitet haben: die „Keimarbeiterinnen" Deutschlands, die einfache kandarbciten nähe» und verkaufen, waren ebenso auf der Ausstellung vertreten, wie der „Srauenverein Bienenkorb, der von der einfachsten Wäschenäherei bis zu den elegantesten kandarbeiten Auswahl bot und Damen gebildeten Standes die Verwertung ihrer keimarbeit zu ermöglichen bestrebt ist, Server fehlte auch die schlesische keim- arbeit nicht, und schlesische Kunsthandweberei wurde gleichfalls vor den Augen des Publikums ausgeführt. Sehr mustergültig waren die Einrichtungen einzelner Jugcndhorte und die der Kinder- volksküche. i In der großen Bücherei waren Lüche« von Srauen und für Srauen, sowie Kinder, bücher aller Art, In der Abteilung für Musik sahen wir Wiegenlieder und Kinder- liedcr weiblicher Komponisten, In ihren kleidsamen Kostümen durchschritten die - jugendlichen Mitglieder des deutschen pfad- finderbundes die Räume, um für ihre in sietem wachsen begriffene Vereinigung zu interessieren- Dafe neben allen diesen Vereinen auch bekannte Sirmen ausstellten, und man entzückende Laby-Ausstattungen und Kinderspieb zeug neben Kostümen, Schuhen und Stiefeln, küten, Parfüms und Schmucksachcn sah, ist eigentlich nicht zu verwundern, gehört doch auch ein gewiffer Lupus heutzutage zu dem .Reiche der kausfrau und Mutter". A. M. w. Briefpapiere. Briefumschläge. Korrespondenzkarten, Siegellacke in allen färben und Qualitäten empfiehlt fllbin Klein, Papierhandlung, Giessen. Seitenweg sr. Disconto-Gesellschaft Berlin. Die Kommanditisten unserer Gesellschaft werden hierdurch auf Freitag, den 29. Mai 1914 nachm. 4 I hr zu einer ausserordentlichen Generalversammlung nach unserem hiesigen Geschäftshause, Behrenstrasse 42 H , eingeladen. Verhandlungsgegenstände: 1. 2 . Antrag auf Genehmigung des mit dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein zu Köln abgeschlossenen Vertrages zum Zwecke der Uebernahme des Vermögens des A. Schaaffhausen’schen Bankvereins zu Köln unter Ausschluss der Liquidation gemäss § 306 H. G. B, und auf Erhöhung des Grundkapitals um nom. Ji 75 000(00 mit Gewinnberechtigung vom 1. Januar 1915 ab. Aenderung des Statuts Art. 1 Abs. 2 (Namenergänzung), Art. 5 Abs. 1 (entsprechend dem Beschlüsse auf Kapitalserhöhung), Art. 12 Abs. 1 (Wegfall der Höchstzahl der Geschäftsinhaber), Art. 21 Abs. 3 (Zulässigkeit der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in ausserordentlicher Generalversammlung), Art. 40 (redaktionelle Aenderung). 3. Wahlen zum Aufsichtsrat. Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist jeder Kommanditist, zur Stimmenabgabe bei den zu fassenden Beschlüssen sind nur diejenigen Kommanditisten berechtigt, deren Anteile mindestens acht Tage vor Berufung der Generalversammlung im Aktienbuche der Gesellschaft auf ihren Namen eingetragen sind, und welche ihre Anteile — oder Hinterlegungsscheine der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen-Vereins — spätestens einen Tag vor der Generalversammlung etweder bei einem Notar oder in Berlin in unserem Effekten-Bureau, W, Behrenstrasse 43/44, bei dem A. Schaafthausen’schen Bankverein, „ Bremen in unserem Effekten-Bnrea«, „ Käsen (Kahr) in unserem Effekten Bureau, „ Frankfurt a. M. in unserem Effekten-Bureau, bei der Deutschen Effekten und Wechsel-Bank, „ Mainz in unserem Effekten-Bureau, ,. Saarbrücken in unserem Effekten-Bureau, „ Cüfltrin bei unserer Zweigstelle, „ Frankfurt a. O. „ „ „ „ Bückst a. M. „ „ „ „ Uombirg v. d. H. „ „ >, „ Offenbaoh a.K. „ „ „ „ Potsdam „ ,, „ bei dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein, „ Wiesbaden bei unserer Zweigstelle, „ Hambnrs bei der Norddeutschen Bank In Hamburg, „ Leipzig bei der Allgem. Deutschen Credit-Anstalt und bei deren Abteilung Becker & Co., „ Dresden bei der Allgem. Deutschen Credit-Anstalt, Abteilung Dresden, „ Köln bei dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein, bei dem Bankbause Sal. Oppenheim jr. & Cie , „ Magdeburg; bei dem M^gdebg. Bank-Verein, bei dem Bankhause F. A. Neubauer, „ Mannheim bei der Süddeutschen Disconto- Gesellschaft A.-G., „ Meiningen bei der Bank für Thüringen vormals B. M.-Strupp A.-G , „ Nürnberg ) bei der Bayerischen Diskonto „ Augsburg J u. Wechsel-Bank A.-G. „ Barmen bei dem Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer & Comp, „ München bei der Bayerischen Hypotheken- und Weubsel-Bank, bei der Bayerischen Vereinsbank, „ Stuttgart bei der Stab! &. Federer A -G. „ Aachen bei der Rheinisch-Westfälischen Dlsconto- Gesellscbaft A.-G, ,, „ Breslau bei dem Schlesischen Bank-Verein, bei dem Bankhause E, Helmann, ,, „ „ G. v. Facbaly ’s Enkel, „ Karlsruhe i. B. bei der Süddeutschen Disconto- Gesellschaft A.-G , bei dem Bankhause Veit L. Homburger, „ „ „ Straus &. Co. ferner in Beuel, Bonn, Cleve, Cöpenlck, Crefeld, Duisburg, Dülken, Düsseldorf, Emmerich, Godesberg, Grevenbroich, Kempen. Moers, Mülheim (Rhein', Neuss, Neuwied. Odenkirchen, Oranienburg. Rheydt, Ruhrort, Viersen, Wesel bei dem A. Schaaff hausen’schen Bankverein gegen Bescheinigung bis zur Beendigung der Generalversammlung hinterlegen. — Total-Ausverkauf — von Schüttwaren. Um schnell zu räumen verkaufe zu jedem annehmbaren Preise. Bar Geld an jedermann auch geg. 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Direction der Disconto-Gesellschaft. Die Cwcschättsinhaber Dr. Salomon8ohn Schinckel Dr. Russell. Urbig. Dr Solmssen. Waller. Dr. Moslcr. Ausgabe A den gesamten Lehrstoff der Landwirtschaftsschule vermittelt u. das durch das Studium erworbene Reifezeugnis dieselben Berechtigungen gewährt wie die Versetzung nach der Obersekunda höh Lehranstalten, verschaffen die Werke B u. C die theoretischen Kenntnisse, die an einer Ackerbauschule bzw. landwirtschaftlichen Winterschule gelehrt werden. Ausgabe D ist für solche bestimmt, die nur die rein landwirtschaftlichen Fächer beziehen wollen, um sich die nötigen Fachkenntnisse anzueignen. Auch durch das Studium nachfolgender Werke legten sehr viele Abonnenten vortreffliche Prüfungen ab und verdanken ihnen ihr ausgezeichnetes Wissen, ihre sichere einträgliche Stellung: Der Elnj.-Freiu., Das Abiturientenexamen, Das Gymnasium, Das Realgymn., Die Oberrealschule, Das Lyzeum, Der geb. Kaufmann. Ausführl. 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