• ftfiencr Tageblatt) 1 BtjsgtfKb 2S pfg. monatlich AerteiMrilch 7» Bttz- >««m»iahlbar, frei in» Hau», »bgehalt t» oAew >tz»ebttton oder in den Zweig, aubgabefteüer « a tt e ipl-rli» 80 Pfg. — Erfchei»! 9k\W»*4t4 ua* IiWiiü. — Redakiion: Selter». »eg 88. — Kitt »»stewahrunc, oder Rücksendung nicht «erlangter SJeumffrtpt? wird nicht garantiert. Verlag brr „«leheaer Zeitung" l«. m. b. H. Expedition: 8rlterrweg83. ytt. 36 _ Telephon: Nr. 382. Mittwoch, dcn 0. Mai 1014. Knzeigenpreir is pfg. , Mf 44 mm breite Petitzeile sür Auswärts so Pfg Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig lkxtrabcilagen werden nach Gewicht und Grötzr berechnet. Rabm, kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung», ziele» l30 Tage), bei gerichtlicher Ueitreioung ode> ' ^ Konkurs in Weglaü. Platzvorfchristen ohne Verbindlich > Truck der Kicgcncr BcrlagSdruckcrci. Albiu Klciik. Telephon Rr. 883. 26. Politifcbe Kundfcbau Deutschland. • Der Kaiser oerwcille vorgestern vormittag rus Korfu im Museum. Die Abreise des Kaiser - oaares nach Portofino und Genua erfolgle um 1 Uhr rus der „Hohenzollern", der die Kriegsschiffe „Breslau'', .Goeben" und „Sleipner" folgen. • Der deutsche Kronprinz vollendet heute fein 32. Lebensjahr. • In der BUdgetkomimffion des Reichstages hat der Kricgsminister erklärt, unser starres Luftschiff sei bei weitem das beste, das eristiere. • Der kaiserliche Statthalter Dr. v. Dallwitz wird sich am kommenden Freitag nachmittag gelegentlich des Besuchs des Kaisers auf der Hohkönigsburg beim Kaiser melden. " Im Regierungskonslitt zu Koburg-Gotha hat der Herzog das Entlaffungsgesuch des Staatsministers v. Richter genehmigt. • In Berliner diplomatischen Kreisen mißt man de» angelündigten Ausführungen des russischen Ministers des Aeußern in der, Duma über die auswärtige Politik Rußlands eine große Bedeutung bei, da Easanow vorher eine Aussprache mit dem Zaren in Livadia haben wird. Es ist Grund zu dey Annahme vorhanden, dag die bei einzelnen Fragen letzthin her- vorgctretencn deutsch-russischen Unstimmigkeiten eingehend behandelt werden. • Berlin. Als Rachsolger für den kürzlich aus den Dienst geschiedenen Präsidenten des Anfsichtsaints für PrwatversicheniNg in Berlin, Grüner, hat der Vortragende Rat im Reichsamt des Innern, Geheimer Oberregierungsrat I a u p, die Leitung des Amtes übernommen. • Wegen angeblicher Beleidigung der französischen Fremdenlegion ist im Reichstage von sozialdemokratischer Seite eine Anfrage cingebracht worden. Oesterreich. • Wien, 5. Mai. Ueber das B c s i n d e n des Kaisers Franz Joses wird amtlich inilgeteilt: Die Nacht ist gut verlausen. Sie war erquickend und die katarrhalischen Erscheinungen geringer. Das Allgemeinbefinden ist dementsprechend. Ungarn. * Budap «st, 5. Mai. Der „Pester Lloyd" schreibt zu der Frage der O r i e n t b a h n e n Da Oesterreich-Ungarn dfts serbische Gegenprojekt nicht annehmen kann, bleibt der Monarchie kaum ein anderer Weg übrig, wie die Bahn zurückzusordcrn. Es ist das nicht nur ein durch die türkische Konzession verbrieftes Recht, sondern entspricht auch den Verpflichtungen, die Serbien durch den türkisch-serbischen Vertrag übernommen hat, sowie den einschlägigen Beschlüssen der Londoner Botschafter-Konferenz. * England. * Der englische Schatzkanzler Lloyd George hat in seiner Vuldgclrede ein Programm s o> z i « l e r Reformen entwickelt und für deren finanzielle Ordnung Vorschläge zu einer Steuerreform, die allein den Reichen glöszere Lasten aufbürden, gemacht. e Grofibritanicn. * Die britische Regierung hat die ftemden Regierungen mit Ausnahme Frankreichs, Griechenlands n. Dänemarks zu einer Konferenz eingeladen, um ein internationales Uebcreinkommen bezüglich der Einfuhr von Häuten und von Federn wilder Vögel zustande zu bringen. Türkei. * Konstanlinopel. Zwischen dem deutschen Bolschaster und dem Grotzwesir fand auf der Pforte in Konstanlinopel ein Notenaustausch statt, wodurch die Geltung des am 25. Juni ablaufenden Handels- und Schiffahrtsverlrages vom 26. August 1890 sowie die Geltung der aus eine dreiprozentige Zollerhöhung bezüglichen Zufatzkonvention vom 7. April 1907 vorbehaltlich der beiderseitigen parlamentarischen Genehmigung auf ein Jahr verlängert wird. Amerika. * Das Schiedsgericht über den merikanisch-ameri- kanischen Streit wird sich zunächst auf die bekannte Salutfrage von Tampico erstrecken. " B e r a c r u z, 5. Mai. In einem Aufruf, der von Zapala am 1. Mai unterzeichnet worden ist und der gestern veröffentlicht wurde, wird bekannt gegeben, datz die Insurgenten des Südens heute die Stadt Meriko angreisen wollen und über Huerta und General Blanquet das Todesurteil anssprechen. Durch diesen Aufrus wird die Meldung widerlegt, das; Zapata und Huerta züsammenwirkten und Zapata aus Beracruz marschiere. Gebeimer JuHizrat Gucfieifcb f. Bon einem Siechtum, das um so trauriger war, als es einen außerordentlich arbeitssamen lebensfrohen Mann traf, ist am letzten Sonntag endlich Geheiincr Justtzrat Guts! ei sch erlöst worden. Wenn wir einen Blick auf dieses an Arbeit und Ersolgen reiche Leben werfen, so steht uns noch vor der Erinnerung die ganze Popularität, die er in den 80er und 90er Jahren in Gießen genoß. Er war auf dem Lande als Anwalt und als Politiker ungemein beliebt. Nicht nur wegen seiner Rede- gabe, sondern auch weil er. bei allen, die ihn kannten den Eindruck eines absolut zuverlässigen Sachwalters und Ehrenmannes erweckte. Wiederholt wurde er in den Reichstag gewählt, im Jahre 1890 gleich doppelt in Gießen und in Friedberg. Vergebens kämpfle ein bekannter oderheffischer Großindustrieller gegen ihn an. Die nalionalliberale Partei ha> ihm, dem Anhänger Richters, das Leben recht sauer gemacht, aber schlagen konnte sie ihn nicht. Verdrängt hat ihn erst die antisemitische und bündlerische Agitation. Gut fleisch ließ sich nie wieder zur Ilebernahme einer Reichstagskandidcttur bewegen. Er hatte inzwischen auch in der Zweiten Kammer und in der Stadtverordnetenversammlung zu Gießen Arbeit die Fülle bekommen. Für Gießen hat er sich das wesentliche Verdienst dadurch erworben, daß er den späteren Finanzminister Enauth als Oberbürgermeister empsahl und dadurch die Entwickelung Gießens einleitele, die ans einer bescheidenen Landstadt lene schmucke Universitätsstadt machte, die allen alten Gießenern ans Herz gewachsen ist. In der Kammer erfreute sich Eutsleisch eines außerordentlichen Ansehens bei allen Parteien. Seine großen Erfolge verdankte er seiner Sachkenntnis und seiner konzilianten Haltung. Eutsleisch war mehr als ein Diplomat und e!n Advokat. Wär.e er nur das gewesen, er wäre wahrscheinlich als Minister a. D. gestorben. Doch weil er von seiner Grundauffassung nichts preisgeben wollle und weil er die unhaltbare polilischc Situation in Hessen eckannte, hat er jeden Gedanken an ein hohes Staatsami, der wiederholt an ihn herangelyagen wurde, von sich gewiesen. Er wollte nicht allein von dem Vertrauen des Landesherrn, sondern auch von dem einer starken liberalen Partei getragen sein. Die hessische Volkspartei bewahrt ihm ein ehrendes und dankbares Gedächtnis. Frei! — Frei? Novelle von Eugen Werner. (Fortsetzung.) Wie im Traum folgt Margaretha dem Grafen, der sich an ihrem Staunen weidet und nun nimmt sie eine unterirdische Staiaititengrotte auf, deren Glanz zu eineni See führt, welcher sein magisches Licht von oben empfängt. Ein Nachen harrt ihrer. „Wie das schaukelt!" „Keine Angst, gnädige Frau!“ Uichörbar. fast glitt das Boot zwischen den engen Felswänden hindurch ins Freie, hinaus in den offenen See, in dessen Mitte ein Dianaiempel sich erhebt, sanft umspült von den plätschernden Wellen. * „Und nun wechselt eine Ueberraschung die andere ab. Wir wollen deshalb ruhig im Boote verharren," wendet sich der, tüchtige Fährmann an die junge Frau, die wie eine Träumende in die ungeahnte Pracht schaut. Er trieb das, Boot hinüber zu einem türkischen Kiosk, dann zu einem ägyptischen Obelisken und endlich unter die chinefilschc Brücke. Plötzlich sprühten von allen Seiten glitzernde Strahlen in das Boot und erschreckt sprang Margaretha ans. „Sitzen bleiben!“ rief Gras von Biffingen lackend, das schwankende Boot aus dem Wasserspiegel treibend. „Ich habe diese Ueberraschung gänzlich vergessen gehabt, sonst würde ich nicht verfehlt haben, Sie darauf aufmerksam zü machen." „Ach, es schadet nichts", erwiderte die junge Frau beschämt, „ich erschrak nur im ersten Moment." Vor dem Floratempel mit den Statuen des Frühlings und des Herbstes legte der Gras an und hals seinem Schützling aus dem Boote. An Grotten vorbei überschritten sie eine Brücke und erblickten nun an eineni kleinen, von Zypressen eingerahmten See das Porträt des Dichters Chiabrera und die Büste des genialen Erbauers, — des Architekten Canzio. „Eine götterwürdiqe Kunst, die diesen Menschen beseelte", sagte Margaretha, mit scheuem Staunen in die lebenden Züge des verewigten Künstlers blickend. „Wie der Mann, so die Tat!" war des Grasen Eegenantwort. „Künstler sind meist mehr wie Menschen und darum müssen wir ihre Eigenart oft gelten lassen, wo sie scheinbar eine Verdammung notwendig erdulden mühte." Nachdem sie noch den botanischen Garten mit den seltenen und erotischen Sträuchern und Bäumen bewundert und ihren berauschenden Düfteozon eingeatmet hatten, verließen sie die Märchenstätte des Eden, um an den Heimweg zu denken. „Gnädige Frau, was fehlt Ihnen?" sagte eines ichmittags Graf von Biffingen zu seinem Schützling, m er wie gewöhnlich um diese Zeit zu einem Rach - ittagsspazieroang abholte. „Sie haben sich in den vier Zöchen ganz bedeutend verändert, daß ich fürchte, die ee könnte Ihnen nicht zuträglich sein." Sie zuckle die Achseln. „Möglich. Ich weih es cht, es ist eine Müdigkeit in mir, nach deren Ursprung i vergeblich suche und die sich sogar oft bis zum Le- nsüberdruß steigert." „Tatsächlich?" Margaretha rührte seine tiefe Besorgnis, me aus n erschrockenen Zügen sprach und die ihr wahre Tett- ihme bewies. — . , Ja es ist so. Ich weiß nicht, woher es kommt. ber'ich habe diese berauschende Schönheit satt — o fo satt!" — Sie schlug die seinen Hände vor ihr Antlitz. „Gnädige Fr,au !" Bebend traf sie der Wohllaut seiner Stimme. Sie schaute aus in seine tiefen Augen, die aus den tiefsten Grund ihrer Seele zu tauchen schiene». „Wayum gehen Sie nicht von hier fort ? Reisen Sie doch dorthin, wohin sich Ihr Herz sehnt." „Wüßte ich nur wohin", entgegnete sie leise, „dann wäre ich schon längst fort." Prüfend schaute der Graf auf die junge Frau, die ein so offenes Herz und volles Verständnis für alles Schöne und Gute gezeigt hatte. „Ich würde Ihnen gern einen Rat geben, gnädige Iran," sagte er langsam, mit sich selbst im Zweifel — „Abey?--Reden Sie nur ! Sie wissen ja, daß ich Ihnen unbedingt vertraue!" „Aber — noch ist es zu früh", entgegnete er wie im Traum, „noch fürchte ich, können Sie den Tod einer Illusion nicht ertragen und darum warten wir noch!" Ziemlich einsilbig schritten sie auf den herrlichen Parkwegen dahin. Jedes war mit seinen Gedanken be- schästicst. . , . „Kommen Sie, gnädige Frau'', unterbrach endlich der Graf die Stille, „wir wollen zum Konzert gehen. — Das Programm wird Ihrer Stimmung entsprechen und so oder so zu Ihrer Genesung beitragen." Ohne den eine nähere Antwort heischenden Blick zu beachten, ergriff er ihre Hand und willig folgte sie ihm in den Kurpark. — Ein buntes Gewimmel von Damen und Herren empsing sie. Ein Stimmengewirr wie das brausende Meer. An einem kleinen Tischchen nahmen sie Platz. Sie müde — wie eine Kranke — er voll strotzender Lebenslust!" — (Fortsetzung folgt.) In raschem Siegeslauf hat sich der echte Kathreiners Malzkaffee den ganzen Erdball erobert. Er wird täglich von vielen Millionen Menschen getrunken. Der Gehalt macht's! Xu$ Zlältt ur*d Land. * Der Parteitag der Fortschrittlichen V o l k s p a r t e i des Grotzherzogtums Hessen, der aus den 13. und 14. Juni angesetzt war, ist uw acht Tage verschoben worden und wird am 20. und 21. Juni in Darmsladt abgehalten werden. * Die in Frankfurt stattgesundene Versammlung der „Freien Vereinigung hessischer Nationalliberaler" lehnte die geforderte AUfwsung ab. Es wurde erklärt, das; man nicht etwa den linken Flügel der Partei dar- slellen wolle, dah die Mitglieder aber in ihrer politischen Tätigkeit Freiheit der Partei in ihren Entschließungen und Organisationen von wirtschaftspolilischenl Verbänden jeder Art anstreben. * Gewerben US st ellung Gietzen 1914. Aus dem Gebiete der Gewerbeausstellung Gietzen 1914, das durch das Entgegenkommen der Liebiggesellschast wesentlich erweitert werden konnte, werden zwei Wirtschaftsbetriebe eingerichtet werden, die dem Festwirt I. Kemper in Hagen übertragen worden sind. Der eine Betrieb wird in der vor der alten Ohrenklinik errichteten Wirtschastshalle in Verbindung mit einem Lase unter- gebracht, wo auch kleinere Gesellschaftszimmer eingerichtet werden. Der andere Betrieb wird aus dem hinter dem Kliniksgebäude gelegenen Gartengelände aufgeführt und in der Hauptsache als Bielwirtschaft eingerichtet. — Die Ausstellungsleitung hat mit der Kapelle des Jns.- Regts. Kaiser Wilhelm (2. Grohh. Hess. Nr. 116) einen Vertrag über 20 Konzerte abgeschlossen, die Mittwochs und Freitags auf dem Ausstellungsgelände stattfinden werden. Mit den Zivilkapellen werden ebenfalls besondere Abmachungen getroffen werden, so dah also sehr reichhaltige musikalische Darbietungen in Aussicht stehen. Aber auch sonstige Veranstaltungen sind vorgesehen, die eine besondere Anziehungskraft bieten werden. So schweben zurzeit Unterhandlungen wegen der Aufführung Schwälmer Tänze, das Naturtheater wird mit Rücksicht aus die Ausstellung diesmal an einem ganz in der Nähe der Stadt gelegenen Platze spielen, und auch sonst sind noch eine ganze Anzahl geselliger Unterhaltungen ge - plant. n Gietzen. Der Kartenverkauf zur G e - werbe-Ausstellung hat heute begonnen. Gietzen, 4. Mai. Am Sonntag fand in der Turnhalle der städtischen Mädchenschule die Ausstellung der Gesellenstücke und die Verteilung der Gesellenbriefe statt, wozu sich Handwerksmeister und Freunde des Handwerks in stattlicher Zahl cingefunden hatten. Der Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, Stadtverordneter Huhn, begrützte die Erschienenen und richtete warme Worte an die Gesellinnen und Gesellen. Er schlotz mit einem Hoch auf den Förderer unseres hessischen Handwerks, S. K. H. den Grohherzog. Stadtverordneter Petri überbrachte in Verhinderung des Vorsitzenden der Handwerkskammer deren Glückwünsche. Prof. Dr. Krausmüller beglückwünschte die Iunggesellinnen und -gesellen im Aufträge der Grotzh. Zentralstelle für die Gewerbe und des hiesigen Ortsgewerbevereins. Architekt Garnon verteilte darauf an 149 Junggesellen die Gesellenbriefe; darunter waren 34 Schneiderinnen und 7 Putzmacherinnen. Die Ausstellung der Gesellenstücke zeugte von tüchtigen Leistungen und fand allgemeinen Beifall. Gietzen. In die Gietzcner Klinik wurde am Samstag der Kaufmann Georg Groth III. aus Wenings eingeliefert. Er war am Freitag auf einer Geschäftsfahrt begriffen und geriet in dem Dorfe Wolferborn, als sein Fahrzeug beim Umwenden kippte, unter die Räder. Die Pferde wurden scheu und schleiften ihn ein Stück Weges, bis ihn herbeieilende Bauern aus seiner mißlichen Lage befreiten. Außer schweren Verletzungen an den Beinen, trug er Hautabschürfungen am ganzen Körper davon. o Lollar. In der Montag Nacht ist in der Schadeck'schen Wirtschaft der Former Karl Hildesheim von dem Zimmermann Heinrich Zecher durch Messerstiche schwer verletzt worden. Der Täter wurde verhas- tet. o B u tz b a ch. Die in hiesiger Gegend bestehenden Turnvereine veranstalten nächsten Sonntag unter Leitung von Offizieren ein Geländespiel. Bad-Nauheim, 4. Mai. Das Kurtheater begann als frühestes Saisontheater in allen deutschen Kurorten bereits am 3. Mai die Spielzeit mit vollem Personal. Da die Direktion mit festeingespieltem Personal vom Stadt- iheater in Gietzen kommt, so sind von Anfang abgerundete Vorstellungen garantiert. Neben den im Sommer naturgemäß bevorzugten Werken heiteren Genres werden auch literarische Werke gegeben. So wurde zur Erinnerung an Shakespares 350. Geburtstag mit „Der Widerspenstigen Zähmung" die Spielzeit eröffnet. Für die Operette sind ebenfalls die neuesten Werke vorgesehen. Das Kurtheater hat sich unter Leitung von Direktor Hermann Sleingötter zu einem angesehenen Faktor im Bad-Nauheimer Kurleben entwickelt, zumal durch Gastspiele bedeutender Künstler viel Abwechselung geboten wird. o Bad-Nauheum. Am Dienstag, den 12. Mai, abends 7.45 Uhr, vereinigen sich die Darmstädter Hoffapelle mit der Bad-Nauheimer Kurkapelle (Win- derstein-Orchesteri-Leipzig), zusammen 100 Künstler, um unter Leitung Felir von Weingartne r-W i e n ein großes Konzert zu veranstalten. Programm: Fr,ei- schlltz-Ouverture, Violinkonzert von Weingartner (Er. Hess. Hofkonzeftmeister, Pros. Eust. Havemann-Leipzig) und Eroika-Sinfonie von Beethoven. Mit Recht dars diese Veranstaltung unter einem Weingartner und unter Mitwirkung von Havemann als ein musikalisches Ereignis angesehen werden, was umsomehr das Interesse weiter Kreise in Anspruch nehmen darf, als ^er Ertrag zugunsten der Wohlfahrtsanstalten für Musiker Verwendung finden wird. (Kartenbestellungen sind zu richten an: „Das Geschäftszimmer Kurhaus Bad-Naw heim. o Friedberg. Infolge falscher Weichenstellung entgleisten zwei Güterwagen, die mit Pserden beladen waren. Sämtliche Tiere wurden verletzt, zum Teil sehr schwer. Erst nach drei Stünden war es möglich, die armen Tiere aus ihrer Lage zu befreien. o Laüterbach. Am 18k Mai ist hier Bürgermeisterwahl. Dem Vernehmen nach kandidiert Bürgermeister S t ö b l e r wieder. Trainfeld. In Obermoos ist in der Erainfelder Mordaffäre ein Einwohner als des Mordes verdächtig festgenommen worden. Auch Hoffmann aus Salz ist, wie bereits gemeldet, wieder verhaftet worden. Cr soll neuerdings durch das Gutachten von Dr. Popp wieder belastet worden sein. s D a r in st a d t. Die im Gau Südwestdeutschland zusammengeschlossenen Ortsorganisationen des Deutschen Bankbeamten-Verein s, hielten am vergangenen Sonntag hier ihre Vorstandskonferenz ab. Aus 18 Plätzen waren 55 Delegierte anwesend. Ferner wohnte der Tagung bei der geschäftssührende Vorsitzende des Gesamtvereins M. Fürftenberg-Berlin. Den Beratungen am SonMag gingen am Abend zuvor eine Sitzung des Gauvorstandes und eine öffentliche Bank- beamten-Verfammlung voraus, in der Wendel-Frank- surt a. M. über „Organisations- und Standesfragen der Bankbeamten" referierte. Die letztere war überfüllt und gestaltete sich zU einer grohartigen Vertrauenskundgeo- ung für den Deutschen Bankbeamten-Verein. Auch der hessische Landtagsabgeordnete Henrich nahm an dieser Versammlung teil und äußer,te sich in einer Ansprache über die Tendenzen und Ziele des Vereins in zuftim- mendem Sinne. Die Verhandlungen am Sonntag, welche von dem Gauvorftehel Wendel-Frankfurt a. M. geleitet wurden, waren venraulicher Natur. Der gedruckt vorliegende Geschäftsbericht wurde genehmigt und dev bisherige GaUvorstand einstimmig wiedergewählt. Die einzelnen Pun.te der Tagesordnung förderten eine Fülle von Anregungen zutage. Eine ausgiebige Besprechung fanden alle Standes- Und Organisationssragen. Die Arbeit des Gauvorstandes und die Richtlinien der Zentralleitung wurden allseitig gutgchcitzen. Ungebrochener Arbeitseifer sprach aus den Berichten aller Delegierten. Die nächste Vorstandskonferenz des Gaues wird in Stuttgart im Oktober ds. Js. zusammentgeten und soll mit einer großen öffentlichen Bankoeamtentagungj verbunden werden. Gegen 4 Uhr nachmittags fanden die bald 6slündigen Beratungen mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Deutschen Bankbeamten-Verein ihr Ende. ! Mainz. Ein Wahlabkommrn zwischen der fortschrittlichen Volkspartei und der sozialdemokratischen Partei kam für die Stadtverordnetenwahlen am 7. Mai zustande. Die gemeinsame Liste weist 7 Sozialdemokraten uUd 9 bürgerliche Kandidaten auf. Mainz. Geh. Kommerzienrat Dr. Bamberger hatte im vorigen Jahre im Provinzialtag der Provinz Rheinhessen den einstimmig angenommenen Antrag gestellt, es möge im Benehmen mit den anderen Provinzen und der Landes-Hgpothekenbank die Frage erörtert werden, ob sich die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Lebensversicherungsanstalt für Hessen empfehle und als durchführbar erweise. Dem Beschluß des Provinzialtages, den Provinzialausschutz zu beauftragen, mit der Landes- Hypothekenbank und den Provinzen Starkenburg und Oberhessen über die Errichtung einer solchen Anstalt für Hessen allein oder im Anschluß an die Nassauische Lebensversicherungsanstalt in Verhandlung zu treten und im nächsten Provinzialtag zu berichten, wurde entsprochen. Mainz, v. Babain, Oberst und Kommandeur des Inf.-Regts. Nr. 87 wurde unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 12. Inf.-Brigade, und Kiersteir Oberst beim Stabe des Inf.-Regts. Nr. 53, zum Kommar deur des Inf.-Regts. Nr. 87 ernannt. ):( Wetzlar. Beigeordneter Dr. jur. Hcinriä Kühn in Berlin-Oberschöneweide, ein geborener Gie tzcner, wurde hier zum Bürgermeister gewählt. ):< Frankfurt a. M. Aus der Strecke Frank sur, L Mainz entgleiste abends gegen 8% Uhr zwischei den Stationen Raunheim und Kelsterbach in der Näh i des Mönchshofs ein Wagen eines Gütcrzuges, wodurch , beide Gleise auf etwa 2 Stunden gesperrt waren. Durä ( den Unfall entstand im Franffurtcr Hauptbahnhof ein ( große Verkehrsstockung. Gegen 11 Uhr war das Glcü , wieder fahrbar, so daß der Verkehr eingleisig betriebe, j werden konnte. Nieder-Saulheim, 4. Mai. Wie das Alzeyer Be zirkskrankenhaus dem „Mainz. Anz." unterm 2. ds. Mt- mitteilt, befinden sich die beiden dort untergebrachtei Schwerverletzten des Eisenbahnunglücks auf dem Weg 1 der Besserung; besonders der Zustand des Heizers de ! Personenzuges ist nicht mehr bedenklich. Die vier Schwer I verletzten, die im Rochushospital in Mainz untergebrach 1 sind, befinden sich sämtlich etwas bester. Bei ihnen be 1 steht ebenfalls kaum mehr eine Lebensgefahr. < o Reichelsheim i. O. Dem Dichter Vikto, ^ Scheffel wird hier ein Denkmal errichtet. * Fulda. Der zum Zwecke der Umgehung de Eisenbahnstation Elm der Strecke Bebra— Fronkfnr erbaute Distel! afentunncl wurde mit Inkrafttreten de diesjährigen Sommersahrplans dem Betriebe übergeben! In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai fuhr ab erster der D-Zug Frankfurt— Berlin um 12,25 Uhr dure E den Tunnel. Die Baukosten des Tunnels betrogen 9'/ z Millionen Mark. Die Zahl der Arbeiter erreichte ml , 800 im Jahre 1910 ihren Höhenstand. Bet der Voll ^ cndung des Tunnels war sie auf 250 gesunken. Währen, , des Baues ereigneten sich insgesamt 8 tödliche Unfall, Zu Sprengungen wurden insgesamt 120000 Kilogramn & Thnamit verbraucht. ji Em aller ttkit. ::' Ein französischer Fliegerofsizier hat sitk am Montag nach Elsaß-Lothringen verirrt uns ist, obnc den Bescheid der Behörden abzuwarten, zu rückgcflvgen. Leipzig. Das gegenwärtig im Leipziger Luft schiffhafen liegende Luftschiff „Schütte-Lanz II" ist au Grund der guten Fahrtcrgcbnisse von der Militärver Wallung abgcnommen worden. ::r Köttingen. Vor der Strafkammer hat dci Prozeß wegen Zusammenbruches der Göttinger Ban gegen Mitglieder des Direktoriums und Auftichtsrate- begonncn. * Essen (Ruhr). Hier weiden 13 Millionei Mark Mehrbeitrag aufgebracht werden, bei 1200 Mill Mark beitragspflichtigem Vermögen. v ::: Berlin, 4. Mai. Vor dem Schwutgerich halte sich ein Mädchen namens Charlotte L i e s e l d z> verantworten, die ihren früheren Geliebten namens Gle singer durch vier Revolverschüsse schwer verletzte, weile die Beziehungen zu ihr lösen wollte. Nachdem der Ob mann der Geschworenen einen aus nichlschuldig lauten den Wahrspruch verkündete, brach im Saale «in Mi nuten langes Beisallsklatschen aus, fo dah der Vorsitz ende nur mit Mühe die Ruhe wiederherstellte. Entspre chend dem WahrfprUch der Geschworenen wrrrde die Lie seid freigesprochen. (Krmiscdtrz. Der Großherzog und der Frack. Ein hessische Schulmann und Professor hatte au Grohherzogs G< burtStag einen Ordrn eikalten. Ec sollte nun, wi dort üblich, dem Landcsfmsten m Audienz seinen Dan abstatten Monatelang verschob re d'escn Höflichkeit? li 2 2 in I ■ E Do , i: ( I Fri k l l Sa, 8 t ü Z ■ fl Soc 1 tu Herr Meyer will nen neuen Hut- Der alte ist- ihm nicht mehr gut. Doch seine Gattin spricht zu Ihm. Versuchs doch erst mal mir .Strobln! Ü, W £r tat's. und stand sich gut dabei Der Hut sah wieder aus wie neu. Und anerkennend spricht Strobin und nicht mal teuer!- Iü k, 01 A W Die G V k: d, \\ G: m y-linufen spielend ieiehr selbst reinigen. Paket 851 ... virhälHich in Apotheken .Drogerien uSeifenhondiungen/ » All. Fabrik.: Ma* Oueisner Charlortenburg2 akt, denn er hatte keinen Frack. Der Herr Professor ist nämlich Gegner vom Frack. Er ist, nebenbei bemerkt, Gegner von mancherlei, vor allem von Alkohol und von Fleisch; er läßt seine Kinder nicht impfen, auch keine Schule besuchen, und vor allem trägt er keinen Frack; auch nicht bei außergewöhnlichen Gelegenheiten. Denn er ist prinzipientceu. Da kam ihm ein rettender Gedanke. Er fragte beim Hofmarschallamt an, ob er nicht im gewöhnlichen Kehrock seinen Besuch bei dem Landcsfülsten abstattcn könne. Es dauerte nicht lange, so kam vom Hofmarschallamt telegraphisch die Antwort, Se. Königliche Hoheit würde den Professor auch im Gehrock empfangen. Am kommenden Empsangstag wird nun der Audienzsaal des Großherzoglichen Residenzschlosses zu Darmftadt den Sieg des Gehrocks über den Frack begrüßen können. » Auffassungssache. Ein Mütterchen kommt auf eine Kompagnie-Kanzlei und bittet den Hauptmann, dafür zu sorgen, daß ihr Sohn jetzt freikomme, er diene jetzt schon l 1 /a Jahr und das sei genug. Der Offizier kann ihr keine große Hoffnungen machen, daß ihr Sohn vorzeitig entlassen werde, und weist sie darauf hin, daß alle Soldaten zwei volle Jahre dienen müssen, er selbst sei schon viel länger Soldat. „Ja, dees ischt au was anders," erwiderte das Mütterchen, „Ihr hänt nix g'lernt, aber mein Bua, dees ischt a Schuhmacher." kelckäillledes. :: Die Kapitalgewinne von 100 000 Mk., 50 000 Mk. usw., insgesamt 17 553 Geldgewinne im Betrage von 360 000 Mk. kommen schon in der am 12., 13., 14., 15. und 16. Mai statffindenden Ziehung der Geld-Lotterie zum Ausbau der; Veste Coiburg zut Entscheidung und ohne Abzug zur Auszahlung. Die Co- burger Lose a 3 Mk. (Porto und Liste 30 Pfg. extra) sind zu beziehen durch das unter „Glücksmüllcr" rühm- lichst bekannte Bankhaus Lud. Müller u. Co., Berlin W., Wckderscher Markt 10, sowie durch H. C. Kröger, Berlin W., Friedrichstr. 193a, ebeirfalls hier durch alle bekannten Loscverkaufsstellen. Verantwortlich: Albin Klein. Gießen. BAD NAUHEIM Programm vom 7. Ilai l>is 9. Mai 1914. Donnerstag:, 7. Mai, nachmittags von 4 —57 2 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 1 /* Uhr im Konzerthaus I. Sinfonie-Konzert der Kurkapelle (Beethoven-Brahms-Abend) unter Leitung des Königl. Professors Hans Winderstein. Freitag, 8. Mai, nachmittags von 4—6 Uhr, abends von 8—9'/s Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: „Pygmalion“, Komödie. Samstag. 9. Mai, nachmittags von 4—6 Uhr, abends von 8—9*/» Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Das Abendkonzert unter Leitung des Königl. Professors Hans Winderstein. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Zaubersoiree des Hofzauberkünstlers Beilachini aus . Marburg Vorläufige Anzeigen: Sonntag, 10. Mai: Anlässlich des Beginns der Sammlungen für das Rote Kreuz. Vormittags Promenadenkonzerte der Kurkapelle und einer Militärkapelle. Nachmittags und abends Doppelkonzert auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: „Schneider Wibbel“, Komödie. Dienstag, 12. Mai, abends 7 3 /* Uhr im Konzerlhaus Grosses Festkonzert unter Leitung von Felix von Weingartner. Ca. 100 Musiker der Darmstädter Hofkapelle (Hofkapellmeister Willem de Haan, Hofrat) und der Bad - Nauheimer Kurkapelle (Kapellmeister Hans Winderstein, Königl. Professor) unter Mitwirkung des Grossh. Hess. Hofkonzertmeisters Professor Gustav Have- mann- Leipzig MMgeSMüIlnie erweist sich immer mehr als ebenso notwendig wie dieienige etwa der Künde und der Zähne. Unter alten Mitteln, die eine klare freie Stimme schassen, wohltuend aus Aachen und Kats wirken, übten Geruch aus dem Mund nehmen, hat sich keines nur annähernd so verbreitet und behauptet als die in ihrer Wirkung unvergleichlichen Wybert-Tablette». 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Rolladenlieferung: Los I 105 qm Holzrollädcn, 15 qm eiserne Rolläden; Los II 105 qm Holzrolläden; Los III 95 qm Holzrolläden. Die VerdinaungSunteclagen liegen anf unserem Uenbaubüro, Gltanlage Nr. v. während der Dienst stunden zur Einsicht rffen- Angeboisformulare (keine Zeichnungen) werden, soweit d c Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis abgegeben. Offerten m>t entsprechender Aufschrift sind verschlossen und portofrei bis zum Eröffnung: termln, Samstag, den 23. Mai 1914, vormittags 11 Uhr bei genanntem Neubaubüro einzurcichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 5. Mai 1914. Grotzh Hochbauamt Gießen Becker. Günstige Gelegenheit zur Erlangung einer einträglichen Position wird tatkräftigem Herrn mit guten Beziehungen durch Uebernahme der Hauptverfrefung für Giessen einer der führenden deutschen Lebensversicherungsgesellschaften geboten. Anerbieten unter 4862 an die Expedition dieser Zeitung erbeten. Boi Cv>nrnnn»n w ' r * it vr. 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