I, !t ll rt I t. 4 ): u A re fr v tt n. (i m er tb. tl a » fr iw d 1,1 cif Ver» -Me i » 2* pfg monatlich tfmrtriift|r1tel) M WA, ••MuAiablbnr. frei In» H,u». Sb|«|*it tu aaflavt •gpefcttum oder tn den Zwriz. tt»««feft*aai «i mH U tf Mi «0 Pfg. — «rscheiol WMwM aab * » »»« »»«. — Redaktion : Detter», weg SB. — #*t «a»b«oat|runfl oder Rüikfendung nicht vtximtux »husnftrtpte wird nicht garanliert. W«rla» der Zeitung" «. «. b. ». €;pc6ltioa: Sc11er$roe® 85. Knzeigenpreir 15 pfg. * Me 44 rnm dritte Petit,eile für Auswärt» 30 Pfg Die 80 mm breite Reklame. Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gcwi-üt und Gröh» berechnet. Rabmt kommt bei Ueberschreitung dcSZahlung», ziele» (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkur» in Wegiall. Platzvorfchriften ohneBerbindlichkei.. Druck der Bietzencr BerlagSdruckerci. Aldin Mein Ar. »3. Delep hon: Skr. 362. Samstag, den 25. April 1914. Telephon Jlt. 362. 20. Jahrg. Uom mexikanifeben Kriegsfcbauplafz. * Der amerikanische Geschäftsträger O'Shough- nessi, erhielt von der merikanischen Regierung seine Pässe. — Bevor die Amerikaner Veracruz vollsläirdig nehmen konnten, mutzten die Positionen der Meiikaner beschossen werden. Bon dem Gcschützseuer gedeckt, landeten 4000 Mann. — Die Amerikaner landeten auch in Tampico Truppen und besetzten das Zollamt sowie die Kapelstation, anscheinend ohne Widerstand zu finden. — Sämtliche Bundestruppen im Norden Merikos erhielten den Befehl, sich auf Sastillo zu konzentrieren, mn einen amerikanischen Ginfall zurückzuweisen. Piedras Neqras, das gegenüber, von Eggle Patz liegt, ist -infolgedessen geräumt worden. In der Nacht herrschte dort die grötzte Aufregung; an mehrere eiligst gebildete Freiwilligen-Kompagnien waren Waffen verteilt worden. • Das amerikanische Kriegsamt schlägt dem Präsidenten vor, sofort 400 000 Freiwillige zu mobilisieren, nicht allein zur Verwendung in Menke, sondern auch — wie die „Evening Sun" wissen will — um Japan die Opferfreudigkeit und Entschlossenheit der Union zu beweisen. (Die Japaner haben ein Interesse daran, datz die Vereinigten Staaten nicht durch weiteren Länderzu- wachs stärker werden und ihnen die Einwanderung nach Nordamerika erschweren. Infolge sympathiesieren sic mit Meriko.) Washington, 23. April. Wie das Kriegsamt er- fahren hat, haben sich die Rebellen bei Tampico mit den Anhängern Huertas gegen die Amerikaner vereinigt. * Wie schlecht dieses plötzliche Losschlagen nicht nur diplomatisch, sondern in jeder Beziehung vorbereitet wuir.de, und wie laienhaft die Politik von dem Präsidenten Wilson betrieben worden ist, zeigt folgende Meldung des „Lok.--Auz." aus London: Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten ist nach den vorliegenden Depeschen sehr wenig zufrieden mit der Erklärung, die Präsident Wilson für sein Eingreifen in Meriko gegeben hat. Diese Unzufriedenheit fand in der Presse und noch mehr im Senat deutlichsten Ausdruck. Senator Lodgc, einer der angesehendsten Staatsmänner der Union erklärte, es sei ein Upglück, daß Präsident Wilson eine so geringfügige Sache, wie der Wechsel von Salutschüssen zunr Anlatz einer kriegerischen Aktion mache. Wenn es schon sein müsse, so hätte der Krieg wegen der Ermordung von 200 fckedlichen amerikanischen Staatsange - hörigen schon früher erklärt werden sollen. • Die kriegerischen Entwickelungen zwischen den Vereinigten Staaten lind Meriko haben zur Erwägung geführt, zum Schutze der deutschen Reichsangehöri- gen in Meriko mehr Kriegsschiffe hinüberzuschicken. Es ist daher die beschleunigte Ausreise der Kreuzer „Karlsruhe" nach den merikanischen Gewässern beab - stchtigt. politische Rundfcbau Deutschland. * Der Kaiser genehmigte zum 1. Mai das 2lb- schicdsgcsuch des Grafen Wedel unter Erhebung in den Fürstenstand. Zum Nachfolger ist der, Staatsminister v. Dallwitz aUsersehen worden. Der Wirkliche Geh. Rat v. L ö b e l l soll das Ministerium des Innern übernehmen. * In der Sitzirng der badischen Zweiten Kammer gab Minister Dr. Böhm «ine Erklärung zur Jesuiten - frage dahingehend ab, datz die badische Regierung einer bedingungslosen Aufbebung des Jeftntengcsetzes ihre Zustimmung mcht geben könne. Sie sei aber bereit, bei Verhandlungen im Bundesrat über die Frage mitzu - wirken und die gemachten Erfahrungen darüber zu berücksichtigen. * Neue R ü st u n g e n. Durch die deutschen Zeitungen laufen jetzt wieder Artikel, die von der Unvollständigkeit der deutschen Rüstungen und von der finanziellen Kraft unseres Volkes für neue HeeresauS - gaben! reden. Der Besuch des englischen Königs in Paris und die russischen Drohungen geben den geeigneten Hintergrund für solche Forderungen. * Die Vorschrift über den Waffengebcauch des Militärs und seine Mitwirkung zur Unterdcük- kung innerer Unruhen ist jetzt im Buchhandel erschienen, lieber das selbständige Einschreiten des Militärs bei der Unterdrückung innerer Unruhen besagt die neue Vorschrift: „Zur Unterdrückung innerer Unruhen und zur Ausführung der Gesetze ist das Militär auch ohne An- r'orderung der Zivilbehöcde selbständig einzuschreiten befugt und verpflichtet in Gebieten, die in Kciegs- oder Belagerungszustand erklärt worden find, wenn in Fällen dringender Gefahr für die öffentliche Sicherheit die Zivilbehöcde infolge äußerer Umstände außer Stande ist, die Anforderung zu erlassen." Es fehlt in der neuen Vorschrift die Bestimmung, auf die sich der Oberst Reuter berufen hat und auf die hin er freigesprochen worden ist. * In nächster Zeit werden vier bulgarische Offiziere in das deutsche Heer zu ihrer Ausbildung cintrctcn und zwar je ein Offizier der Infanterie, Kavallerie und Feidartillerie und ein Sanitätsoffizier. * Dem norwegischen Lotsen des Kaiser ist die Mitteilung zugegangen, er möge sich beretthalten, das die „Hohcnzollern" begleitende Geschwader in den letzten Tagen des I u n i zu treffen. Diese Nachricht kann nur den friedlichen Eindruck verstärken, den die politische Lage durch die Ministerbesprechung in Abbazia erhalten hat. Schweden. * Nachdem die Auszählung der abgegebenen Stimmen beendet ist, seht sich die neue schwedische Zweite Kammer folgendermaßen zusammen: 86 Abgeordnete der Rechten, 71 Liberale und 73 Sozialdemokraten gegen 64 Abgeordnete der Rechten, 102 Liberale und 64 Sozialdemokraten im alten Reichstage. Die Rechte hat also 22, die Sozialdemokrie 9 Sitze gewonnen, während die Liberalen 31 Mandate verloren haben. Insgesamt erhielten: die Rechte 286 040, die Liberalen 244 718 und die Sozialdemokraten 229 339 Stimmen gegen 188 639, 239 497 und 170 590 Stimmen im Jah re 1011. _ Die Rrankenwficberuna in den deutschen Knappfcbamkaffen. Die Verwaltung der Krankenvetficherung obliegt im deutschen Bergbau in der Regel den Knappschaftskassen. In Preußen (seit dem 1. Ianuär 1908), im Königreich Sachsen und im Erotzherzogtum Hessen ist bei den Knappschaftsvereinen die Verwaltung der Pensionskasse von der der Krankenkasse getrennt; bei fast allen anderen Knappschastskassen aber sind Pensions- und KNanken - Versicherung vereint. Vielfach sind die Knappschaftskassen im weseMlichen Pensionskassen; lediglich als solche sind sie in Elsaß-Lothringen tätig, wo ihre Mitglieder für di« Krankenversicherung den reichsgesetzlich organisierten Orts- oder Betriebskrankeickassen zugewiesen sind. Mit Rücksicht aus die eigenartigen Verhältnisse des Bergbaues und der Bergarbeiter; hat es die Gesetzgebung des Reichs mit Recht vermieden, in die durch Landesrecht geordnete Einrichtung der knappschastlichcn Krankenkassen einzugreifen und nur aus Zweckmätzigkeitsgrün- de» einzelne Vorschriften des Krankcnvcrsichciungsgesctzes auf sie für anwendbar erklärt. Hierzu gehört die Bestimmung, die den Bergarbeitern das Regelmatz der den reichsqesetzlich versicherten Personen zustehendcn Leistungen, d. i. 50 Proz. des Erundlohncs für jeden Arbeitstag. gewährleistet. Einzelne Vereine, wie z. B. der Allgemeine Knappschastsverein in Bochum und der Knappschastsverein der Z e ch e R h e i n p r e u tz e n, gehen indes noch über dieses gesetzliche Regelmatz hinaus, indem sie schon seit vielen Jahren ihren Mitgliedern in Erkrankungssällen 60 Prozent des durchschnittlichen Tagelohnes gewähren. Das Kaiserliche Statistische Anit Hai unlängst eine bemerkenswerte Zusammenstellung über die Krankenversicherung in den Knappschastskassen im Jahre 1912 veröffentlicht, aus der die durchschnittliche Mitgliederzahl, die Einnahmen, Ausgaben und das Vermögen sowie die Zahlen der Erkrankungssällc und Krankheitstage zu ersehen sind. Hiernach bestanden im Jahre 1912 im deutschen Reich 153 (159) Knappschastskassen (-Vereine) mit insgesamt 932 877 (899 716) Mitgliedern. Davon entfallen auf Preußen 62 Kassen mit 867 451 Mitgliedern, hiervon aus den Oberbergamtsbezirk Dortmund 382 890, Breslau 192 025, Bonn 162 291, Halle 98737, Clausthal 31 508 Mitglieder; im außerpreuhischen (deutschen) Bergbau bestanden 91 Kassen mit 65 426 Mit - gliedern. Die Zahl der Erkrank ungsfälle betrug im Berichtsjahr 539 276 (535 621) oder auf ein Mitglied berechnet 0,58 (0,60). Letztere Zahl hat sich schon seit 1903 auf ungefähr gleicher Höhe gehalten. Die Zahl der Krankheitstagc stellte sich aus 9,12 Millionen (9,24 Mill.) oder je Mitglied auf 9,78 (10,27). Die Gesamteinnahmen beliefen sich aus 47,45 (43,11) Mill. Mk.. oder aus Mk. 50,87 (Mk. 47,92) je Mitglied, die Gesamtausgaben auf 40,97 (40,02) Mill. Mark oder aus 43,9(1 (44,49) Mk. je Mitglied. Das Vermögen bezifferte sich aus insgesamt 31,51 (25,26) Mill. Mk. oder je Mitglied auf Mk. 33,78 (28,08). Zu bemerken ist hierbei, daß die Einnahme- und Ausgabeposten sowie das Vermögen derjenigen Knappschafts - Kassen, bei denen die Pensions- und Krankenversicherung vereint sind, nur schätzungsweise ermittelt werden konnten. Jnbezug aus die Erkrankungsgesahrstehen die Mitglieder der Knappschastskrankenkassen den Angehörigen der reichsgesetzlichen Baukrankenkassen ziemlich gleich und etwas ungünstiger als die der Betriebskrankenkassen. Bei den Knappschaftskrankenkassen kamen nämlich 1912 aus ein Mitglied 0,6 Erkrankungsfälle mit 9,8 Krankheitstagen, bei den Betriebskrankenkassen 0,5 Erkrankungsfälle mit 8,9 Krankheitslagen und bei den BaukrankeNkassen 0,6 Erkrankuügsfälle mit 10 Krankheitstagen. Die Krankheitskosten aus ein Mitglied stellten sich in 1912 bei den Knappschastskassen aus 41,7 Mark, während sie bei den reichsgesetzlichen Betriebs - krankenkaffen nur 33,83 Mk. uüd bei den Baukranken - kaffen 32,92 Mack betrugen. >fu$ Stadt und Land. * Gewerbe« us st ellung Gießen 1944. Für alle Gegenstände, die auf der vom 16. Mai bis 15. August 1914 in Gießen statffindenden EewerbeauS- stellung ausgestellt und nicht veckaust werden, ist aus den Strecken der sämtlichen preußisch-hessischen Eisenbahndi- reklionen die frachtfreie Rückbeförderung bewilligt worden. Die Sendungen sind in den Frachtbriefen uüd Beförderungsscheinen neben den Inhaltsangaben autz - drücklich als „A u s st e l l u n g s s e n d u n g e n" zu bezeichnen. Bei der Aufgabe der Rückbeförderung, die säkberei 6 ebr. Rover Frankfurt a. M. und Färberei Hugo Luckner (loh. Gebr. Rover) Leipzig Chemisches Reinigen und Färben von Damen-, Herren- und Kindergarderobe, Vorhängen, Decken Teppichen, Portieren Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen, Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte. spätestens 4 Wochen nach Schlug der Ausstellung erfolgen nin'g, ist vom Absender vorzulegeu: Der Frachtbries oder die Karte zum Beförder- nngsschein für den Hinweg. Eine Bescheinigung der Ausstellungsleilung, daß die Gegenstände ausgestellt und nicht verlost oder verlaust oder vertauscht worden sind. Die Ausstellungsleitung, die selbstverständlich jede Auskunft gern erteilt, rst unter Nr. 2015 an das Fernsprechnetz angeschlossen worden. Habt auf die jlaticn acht! * - Der Vogelschutzverein sür das Erotzherzogtum Hessen schreibt uns: Habt aus die Katzen acht! Diese Mahnung möchten wir auch in diesem Jahre wieder allen Natur- und Vogelsreun- den recht nachdrücklich ans Herz legen. Weitaus die meisten unserer insektenfressenden Singvögel sind aus ihren südlichen Winterquartieren zurückgekehrt und haben in der deutschen Heimat ihr,e alten Brutstätten wieder ausgesucht. Es gibt aber keinen Feind, der unter der brütenden Vogelwcll solche Berheerungcn anilchtete, als die wildernde „H a u s k a tz e". Eine riesige Anzahl von Vogelbruten wird alljährlich von Katzen zerstört, die namentlich nachts, in der Morgendämmerung, aber auch am Tage, die Nester beschleichen, die Jungen aussresscn und nicht selten auch die brütenden Weibchen erhaschen. So manches liebliche Vogelidyll endet in einer blutigen Tragödie! Der Naturfreund sielst sich um seinen Genus; betrogen, wenn er eines morgens das zerzauste Nest zwischen den Zweigen hängen oder am Boden liegen sicht, die Jungen, die demnächst hätten aUsftiegen sollen, geraubt und die Alten verstört in der Nähe aus einem BaUm hockend. Es sind wahrlich nicht geringe Beträge, die jahraus jahrein von Staaten, Kommunen und Private sür die Vogelpflege verausgabt werden. Das Geld ist vielsach nutzlos ausgegeben, solange es unterlassen wird, den Raubzügen der wildernden Katze entgegenzuwicken ! Drum: Wollt ihr Vögel hegen, dann habt acht aus die Katzen, besonders jetzt zur Brutzeit! — Diese Mahnung gilt natürlich auch dem Katzenbesitzer. Noch genießt die Katze, unter allen Haustieren allein das Vorrecht, ibres Besitzers Gebiet zu verlassen, ungestraft fremdes Eigentum zu betreten und dort dem Vo- gclmord nachzUgehcn. Die Rücksicht aus die ästhetischen Interessen des Nachbars, der an dem Gesang des lebensfrohen Geschöpfes seine Freude hat; die Rücksicht aus die wirtschaftlichen Interessen der Allgemeinheit, die es sich etwas kosten läßt, die insektenvertilgende Vogelwelt in der deutschen Heimat zu hegen und zu pflegen, mühten es jedem Katzenbesitz.rr, der seiner Verantwortlichkeit bewuszt ist, nahelegen, seine Tiere scharf im Auge zst behalten und wäbrend der Brutzeit der Vögel, d. i. etwa von Anfang April bis Ende Juli, wenigstens nachts, in seinem Haus oder in seinem Stall einzusperren! n Gießen. Geheimer Forstrat Pros. Dr. Karl Wimmenäuer, Ordinarius der Forstwissenschaft an der Landesuniversität, begeht heute am 25. April, seinen 70 Geburtstag. o Gießen. Aus der Landrichter Dr. Müllerschen Stiftung zu Darmstadt sind durch die unten bezeichnet Behörde vier Unterstützungslegate von 500 Mark an bedürftige elternlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberhessen zu vergeben. Bewerbungen um diese Legate sind binnen vier Wochen bei dem Großherzoglichen Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen, einzureichen. n Gießen. Gestern Freitag Abend fand im Stadlverordnetensaal eine große konstituierende Versammlung angesehener Bürger der Stadt Gießen unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Keller statt, um das 50jährige Bestehen des Roten Kreuzes auch in unserer Stadt würdig zu feiern. Der 10. Mai, als der Tag des sog. Frankfurter Friedens, wird der erste Hauptseftlag sein. Alle in Betracht kommenden Vereine werden Mitwirken. In Steins Garten, in der Turnhalle, aus der Ltebigshöhe und im Stadttheater wird der Bevölkerung viel geboten, um für den guten Zweck einen großen finanziellen Ueberschuh herauszuschaffen. n Gießen, 23. April. Zu den Vorträgen über die Revision des Religionsunterrichts, die heute hier in Steins Garten begannen, hatten sich nahezu rund 500 Lehrer und eine Anzahl Geistliche aus allen Teilen Oberhessens eingesUnden; auch preußische Lehrer waren unter, den Zuhörern. Superintendent D. P e t e r s e n-Darmstadt hielt eine Begrüßungsansprache: er teilte darin mit, daß die Kommission sür, die Revision des Religionsunterrichts vom Januar 1908 bis Dezember 1913 gearbeitet und Gedeihliches geleistet hat, sie bestand aus 9 Schulmännern und 9 Theologen. Den ersten Vortrag hielt Professor Lic. I ä g e r-Friedberg über „die Behandlung der Propheten und der alttesta- mentlichen Lehrstücke": dann sprach Professor D. Dr. D i e h l - Friedberg über „die neue biblische Geschichte". Er behandelte besonders die Frage „Welche Fortschritte bietet die neue biblische Geschichte?" Die Geschichte bedeutet nach Prof. Dich! einen Fortschritt gegen früher, aber auch gegenüber den anderen Ländern. Die dazu gekommenen Geschichten der Propheten zeigen usts bedeutende Persönlichkeiten. Am Neuen Testament wurde wenig geändert. Es ist eine Anzahl Lesestücke hinzugekommen. Unsere neue biblische Geschichte steht in der Entwickelung drin, mehr als bisher ist in ihr Rücksicht genommen worden aus die moderne pädagogische Strömung und die moderne theologische Wissenschaft. Superintendent D. P e t e r s e n teilte zum Schluß mit, daß die neuen Religions-Lehrpläne demnächst erscheinen werden. Nächsten Donnerstag sprechen Lehrer D o l llj n - g e r-Ober-Gleen über „die Behandlung der Apostelge - schichte und der neutestamentlichen Lesestücke" und Schulrat D i e t r i ch-Erbach über „der Religionsunterricht nach dem neuen Lehrplan". n Gießen. Am Donnerstag hielt im K r i e - g e r v e r e i n der Postschaffner Mohr einen Vortrag über seine Erlebnisse als Afrikakrieger im Feldzug gegen d.e Hottentoten usw. Der ganze Vortrag ist fesselnd und gab ein Bild von den großen Strapazen, welche unsere Kameraden dort unten gegen den verschlagenen eingeborenen Feind auszuhalten hatten. Dem Vortragenden wurde durch den ersten Vorsitzenden Staatsanwalt Trüm- pert der wohlverdiente Dank ausgesprochen. o Bad-Nauheim, 25. April. Seit Eröffnung der Saison bietet sich wieder, namentlich im Park und aus der Terrasse, das belebte Bild buntbeweqten Kurlebens. Der warme Sonnenschein des Frühlings tut das Seinige, um aus allen Himmelsrichtungen Kurgäste herbeizuführen. Auch in der neuen T r i n k k U r - A n- l a g e ist in den Morgenstunden starker Verkehr. Bis zum 1. Mai finden die Konzerte nachmittags und abends und von da an 3 mal täglich statt. Am 28. April findet unter Vorsitz Ihrer Durchlaucht der Fürstin von Er- bach-Schönberg die Landeskonferenz des Vereins der Freundinnen jUnger Mädchen (Protektorin Ihre Kgl. Hoheit die Grohherzoqin) im Kurhause statt. Außer den zahlreichen technischen Verbesserungen im Bade bringt die Saison auch eine höchst wünschenswerte sportliche Bereicherung. Der bekannte Sportsmann Herr I. von Pongracz wird ein erstklassiges R e i t> i n st i t u t errichten, in dem Unterricht sür Damen, Herren und Kinder erteilt wird. Außerdem werden Pferde zum Gelände-Reiten verliehen und gemeinschaftliche Reitausslügc veranstaltet. Das Institut nimmt auch Pferde in Pension. Burkhards. Dank den Bemühungen des Landtagsabgeordneten Forstmeisters Dr. Weber ist unsere Gemeinde den Orten eingereiht worden, in denen mit der Schulstelle eine Ortszulage verbunden ist. Ockstadt. In der vergangenen Nacht brachen wieder ! einmal wildernde Hunde, die schon vielfach in der Gegend j unter Schafherden große Verwüstungen angerichtet hatten, ! in den Pferch der Gemeindeschäferei ein. Sie zerrissen ' ein Schaf und verletzten sieben andere, sodaß sie abge- ! schlachtet werden mußten. Büdingen. Der Rechtsanwalt Koch hat die auf ihn gefallene Wahl zum Bürgermeister in Langenselbold bei Hanau nicht angenommen. Frankfurt a. M. Jur Eröffnung des Künstlerfestes, das heute Samstag nachmittag in der jFesthalle abgehalten wird, haben das Großherzogspaar von Hessen, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl und die Landgräfin von Hessen ihr Erscheinen zugesagt. s Darm st ad t. Eine gutbesuchte Mitgliederversammlung der Fortschrittlichen Volkspartei, die sich mit der Stellungnahme zu den kommenden Landtagswah- lcn beschäftigte, faßte nach längerer Debatte einstimmig folgenden Beschluß: „Die Partei tr.ilt selbständig in den drei Darmstädter Wahlkreisen mit eigenen Kandidaten in die Wahlbewegung ein. Sollte die nationalliber,ale Partei wegen eines Zusammengehens an die Fortschritt- \ liche Volkspartei herantreten, so hat der hiesige Verein ; grundsätzlich als Anhänger des Gedankens der liberalen ; Einigung gegen Verhandlungen nichts cinzuwcndenk" * Darmstadt. Eine Luftschiffe-Halle von 180 Meter Länge, 35 Meter Breite und 30 Meter Höhe wird in aller Kürze auf dem Weiterstädter Exerzierplatz vor den Toren Darmstadts zur Ausftellnng kommen. Auch eine mächtig hohe Station für drahtlose Telegraphie wird hergestellt. ! Groß-Gerau. Ein allgemeiner Maurerstreik ist in der Stadt ausgebrochen. Die Leute forderten von ihren Arbeitgebern eine Erhöhung des Stundenlohnes von 48 auf 58 Pfg. Dies wurde von sämtlichen Unternehmern abgelehnt. Daraufhin haben die sämtlichen organisierten Maurer und Handlanger die Einstellung der Arbeit beschlossen. Die Nichtorganisierten Maurer arbeiten weiter. ! Alzen. Anstelle des zurückgetretenen Abgeordneten D i e h l hat die nationalliberale Partei den Vorsitzenden des nationalliberalen Vereins, Justizrat Dk. Ealinann-Alzen als Kandidaten ausgestellt. Die sortschr. Volkspartei hat Bürgermeister Sutor-Alzey ausgestellt. Bei der letzten Wahl erhielt Diehl (Mall.) 2327, Knell- Heimersheim (freif.) 1413, Neundörfer-Worms (Ztr.) 446, Lückel-Alzey (foz.) 295 Stimmen. Diehl war mit 173 Stimmen Mehrheit gewählt. ! Mai n z. Eine lustsportliche Veranstaltung, in diesem Umsange und dieser Vollständigkeit die erst« in Deutschland, wird im Juli d. Js. hier stattfinden. Es ist dies eine BallonverfolguNg unter Mitwickimg von ZeppelimLuftschiffen, Fliegern, Freiballons und Kraftwagen. Das Kriegsministerium hat einen Zeppelin sowie eine Anzahl Flugzeuge zur Verfügung gestellt. Das Luftschiff soll auf einem im Rhein verankerten Floß landen; Flieger und acht bis zehn Freiballons werden aufsteigen. Diese Flugzeuge sowie eine Anzahl Kraftwagen werden im Dienste der belagert gedachten Festung Mainz oder der Belagexungsarmee stehen. Die Ausgabe wird der Gouverneur der Festung Mainz, General von Kathen, stellen. * Mainz Die Bürgermeisterei hat im Einvernehmen mit dem Scniorenkonvent beschlossen, den Termin für die nochmaligen Stadtvcrordnctcnwahlcn auf den 7. Mai anzuberaumen. * Matz. Der früher hier ansässige Antiquitätenhändler Fritz Broo, der vor einigen Jahren nach Köln verzogen war, wo er ein bedeutende? Antiquitätengeschäft betrieb, ist mit Frau und Kinder nach Amerika ausgerückt. Ec hat betrügerische Schiebungen vorgenommen und bedeutende Schulden hinterlasfen. Der Flüchtling soll etwa 200 000 Mark mit nach Amerika genommen habe. Bacharach. Im sogenannten Tauber Loch entstand durch unvorsichtige Pfadfinder ein größererWaldbrand. Koblenz. Gestern abend gerieten zwei 12jährige Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, in Streit. Im Verlaufe desselben zog der Junge einen Revolver aus der Tasche und schoß auf das Mädchen. Die Kugel prallte an einem Laternenpfahl ab und drang dann in den Körper des Mädchens, das schwer verletzt wurde. ):'( Kassel. Prinz Wolrad von Waldeck-Pyr- mont, der Bruder des regierenden Fürsten von Waldeck. vom 23. Drag.-Rgt., traf in Begleitung des Leutnaicks von Brederlow vom 16. Dragoner-Regiment auf einem Aviatik-Doppeldecker, von Darmstabt lonrmend, auf dem Flugplätze Kassel ein. flu$ aller Welt. Mannheim. Das Kurhaus Auiogaft bei Oppenau ist heute bei einer Iwangvsversteigerung für 240000 M. in den Besitz der Allgemeinen Ortskrankaffe Mannheim übergegangen, die dort ein Erholungsheim zur Unterbringung erholungsbedürftger nicht kranker Mitglieder einzurichten beabsichtigt. ::: K ft l n. Die Deutsch« W«ckbuird-Ausstrllung wird am 16. Mai eröffnet werden. ::: Spei» er. Der verstorbene Kommerzienrat Weltz hinlerlreß der Stadt Speyer 120 000 Mari zu Schulzwecken. * Berlin. Die Vollendung des Hochzeits-Geschenkes, das die preußischen Städte dem Kronprinzen- paarc zu dessen Hochzeit zugedacht hatten, ist durch den Tod des Bildhauers Taschner abermals hinausgerückt worden. Seine Arbeiten sollen nunmehr durch 3 andere Berliner Künstler aüsgeführt werden. ::: Rom, 24. April. Ms der Pfarrer der katho lischen Ortschaft Vena nach der Rteffe aus der Kirche trat, näherte sich ihm eine junge Fpau, die er zn ver- sühren versucht hatte, und gab vier Rcoolvcrschüsse auf ihn ab, ohne aber zu treffen. Daraus stürzte sich der Mann der jungen Frau auf den Priester und tötete ihn j durch Dolchstiche in die Brust. ::: Berlin. Der Köslin« Schwindel-Bürgcrmei- ! sler hat gegen sämtliche Richter in Köslin rmd Brom -! bera einen Ablehnungsantrag gestellt, indem er behaup- , tet, daß die sämtlichen dor,t amtierenden Richter, zu'denen er in persönliche Beziehungen getreten sei, als befangen | anzufehen seien. ::: Lille. Ein furchtbares Familiendrama ereig nete sich in Templemars, indem bei einer Streitigkeit,! die aus vollkommen nichtigen Gründen «Mstand, zwei junge Leute, beide Brüder, ihre Revolver zogen und aus ihre Ellern schossen. Die Mutter wntde sofort getötet, der Vater konnte mit leichten Verletzungen entsliehen. Die Bevölkerung des Ortes fft üb« die Untat in grv- j ßer Aufregung und versuchte di« Mörder zu lynchem vermischter. * Ein neuartiges Flugzeug hat der Lüne burger Ludwig Hamann erfunden. Es ist ein Luft fahrzeug, das ihm durch Reichspatrnt geschützt ist unt einen Drachenflieger darstellt, der den Dogclflug tr vollkommener Weise nachahmt. Der Erfinder hat di« seitlichen Tragflächen sowie das Schanzsteuer ganz ge Die Beliebtheit der Kttorr-Supp ^würfet ständig zu. Das liegt an dem besonderen Wohlgeschmack und der Ausgiebigkeit der Marke: „5tnorr"k Versuchen Sie: Knoer-Hausmachersuppe, Grünkernsuppe, Pilzsuppe. 1 Würfel 3 Teller 10 Pfg. ! t i 5 it 5 B » [= i= >1 c* :< >! >. !o « n [j it b. 3« r- er ü et I- i, ts m in ii 1. it’ * nau bin lnispicchenden Vogelteilen nachgcbiidct. Das Wesen der neuen Elfindung liegt in der zwangläufigen Verbindung der Seitenflächen und des Schwanzes. In derselben Weise, wie die bewegbaren Tragflächen, dreht sich auch das Cchwanzstcuer. Nach sachverständigem Gutachten soll ein Unglück mit diesem Flugapparat so gut wie ausgeschlossen sein, auch soll das Flugzeug fünf bis zehn Personen zu tragen vermögen. Die neue Erfindung war Ostern in der städtischen Turnhalle in Lüneburg ausgestellt. * Was bedeuten die Zeichen des Losungs° schein es? Abgesehen von den Ziffern über Körpergröße und Gewicht, die ja ohne weiteres verständlich sind, sind 25 die Buchstaben A, B, Z, L und U, hinter denen sich ;ann noch eine Ziffer befindet. Es bedeutet l A das Lorhandensein geringer körperlicher Fehler und Gebrechen, die jedoch die Fähigkeit zum Waffendienst nicht ausschießen. Ist jemand mit körperlichen Gebrechen oder Fehlern belüftet, die wohl von dem aktiven Waffendienst ausschließen, rber den aktiven Dienst ohne Waffen (z. V. als Kranken- räger oder Oekonomiehandwerker) oder den Dienst als Lrsatzreservist möglich machen, so erhält er das Zeichen I B. s Militärpflichtige, die Krankheiten und Gebrechen ,aben,s die beseitigt oder derart vermindert werden können, laß die gänzliche oder zeitweise Tauglichkeit eintritt, werden als „zeitig unbrauchbar" mit I Z bezeichnet. Wer mit Krankheiten oder Gebrechen behaftet ist, die den Dienst m stehenden Heere ebenso wie in der Ersatzreseroe aus- chließen, aber die Tauglichkeit zum Landsturm vorhanden ein lassen, erhält das Zeichen I L und gilt alt „dauernd mtauglich". Als „ausgemustert" ist der mit dem Buchtaben l (J Bedachte zu betrachten. Seine Krankheiten md Gebrechen machen sowohl zum Dienst im stehenden Heere und in der Ersatzreserve als auch für den Land- tumi untauglich. Die hier angeführten Buchstaben stellen >ie Anlagen zur Heeresordnung dar, in deren Rubriken >ann die Krankheiten der einzelnen Organe des mensch- ichen Körpers angegeben sind. Im ganzen sind 78 Nummer ivrhanden, von denen wir die hauptsächlichsten wieder- ;eben: 1. allgemeine Körperschwäche, Blutarmut, Abge- tumpftheit oder Mißgestaltung, 2. Fettleibigkeit. 3. Haut- nkrankungen (chronische), auch Kahlköpfigkeit, 4. Drüsen, >. Geschwülste, 6. Auswüchse, 7. Narben, 8. Muskeln, I. Blut und blutbereitende Organe, 10. Bluterkrankungen, l3. Gicht, 14. Gelenkrheumatismus, 18. Nervenleiden chronische), 18. Schädelbildung. 20.-29. Augen, 30.-32. Ihren, (31. Schwerhörigkeit), 33.-34. Nase, 35. - 38. Mund, Zunge, Rachen, 39. Zähne, 40. Stottern, 41. Kropf. 42. chronische Heiserkeit, 45. Krankhafte Veränderung der Mrbelsäule, 46. Brust, Brustkorb, 47. und 48. Brustkrankleiten, 49. Herz, 51. Bruch, 52'. Unterleibsleiden, 53. Blut- iderknoten (Hämorrhoiden), 54. - 58. Darm- und Geschlechts- uankheiten, 59. Beeinträchtigung der Gebrauchsfähigkeit ines größeren Gliedes, 62. Gelenke, 63. und 64. Arme, !5. Verwachsene Finger oder Handfehler, 72. Verkürztes öein, 73. Krampfadergefiechte, 74. Narben von Unter- chenkelgeschwüren, 75. Plattfuß, 76. und 77. Zehenver- tümmelung, 78. Zehenüberzahl. Hat z. B. ein Militär- gichtiger auf seinem Losungsschein stehen: 1 Z 49, so tarm er auf Grund obiger Zusammenstellung leicht er- nitteln, daß er ein Herzleiden hat, das jedoch beseitigt 'der derart vermindert werden kann, daß gänzliche oder eilweise Tauglichkeit eintritt. vom Leben der Volkslieder. Die „Badische Heimat, Abteilung für Volkskunde", «alle am 5. Februar zu einem Vortragsabend im Re- lauraliviissaalc der Stadtballe zü Heidelberg eingela- 'cn, wo Professor John Meier aus Fr,epburg i. Br. ibcr das Thema „Vom Leben der Volkslieder" sprach, las Thema und wohl auch nicht zuletz-t der auf diesem bediele bekannte Gelehrte Pros. Meier hatte ein zahl - eiches Publikum angelockt, das den Reslaurationssaal >anz aussüllle. Prof. Meier wies in seinem Vortrag unächst daraus hin, daß durch die wissenschaftliche Samm- ung der Volkslieder das Volkslied dem Volke wicder- ii: , °l „Slrobin" können 5ie Panama*u. Sfrohhüte in wenige^ iMmufen spielend leicht selbst reinigen, Paket 25 Pt \£rhälHich in Apotheken , Drogerien u oeiFenhandiunger AU. fabrilu Mat Oueisner ChdrlcmenburQ“ gegeben werden soll. Für die Erhaltung des Volls - liedes liegen die Verhältnisse jetzt günstiger denn je. Unsere Jugend zieht hinaus aufs Land und singt bei den Wanderungen die Volkslieder, die bei den Bauern aus dem Lande dadurch, daß sie von dem Städter geachtet und gesungen werden, wieder mehr geschützt und an Stelle der Tingeltangellieder gesungen werden. Das Kunstlied, das der Dichter in kunstvolle Form gegossen hat, hindert nicht, daß es in weite Kreise des Volkes dringt. Allerdings muß es sich dann oft beträchtliche Aenderun- gen gesallcn lassen. Beim Volkslied ist die Melodie die Hauptsache, der Teil Nebensache. Beim Kunst- und Volkslied ist es immer ein einzelner, der den ursprünglichen Tert versaßt hat. Beim Weilergeben von einem zum andern erleidet das Lied die Veränderungen, ohne daß es der Sänger beabsichtigt. An seinem zweiten Leben ist daher die Masse des Volkes beteiligt. Volkslied wird einLied also erst, wenn es von der Masse, dem Volk, ausgenommen wird. So aimiliert das Volk die Lieder und jedes Lied wird von dieser Anpassung getroffen. Beim Volkslied haben wir keine Fassung, von der wir sagen können, das ist das ursprüngliche Lied, von der alle anderen ausge - gangen sind. Die Spannung, die zwischen Kunst und Volkslied besteht, ist zu den verschiedenen Zeiten ver - schieden gewesen. Oft hat das Kunstlied der Volksweise sich genähert, oft aber ist auch der Abstand groß gewesen. Der oft gespreizte Ton des Kunstliedes ist kein Hinterungsyrund, daß es zum Volkslied wird. Wahrscheinlich ist es dann die Melodie, die diesen Ueberganq veranlaßt. Wie stark und zahlreich die Aenderungen sind, die die einzelnen Lieder durch das Volk erfahren haben, bewies der Vortragende an einzelnen Beispielen. Das ganze Volk ist an der Verbreitung der Lieder beteiligt und heute sind es die Veckäufer der fliegenden Blätter und die Orgclmänner, die zur Verbreitung der Volkslieder beitragen. Das Volkslied wird meist durch Vorsingen verbreitet, weniger durch de» Druck. So kommt es, daß zahlreiche Veränderungen unterlaufen, denn, das was man nicht versteht, läßt man weg oder setzt ein anderes an seine Stelle. Wie der Tert, so muß sich auch die Melodie zahlreiche Veränderungen gefallen lassen. Ein charakteristisches Beispiel ist die Melodie eines l a - teinischen Kirchenliedes, die heute in Kin- derliedcru und in dem Volkslied „Fuchs du hast die Gans gestohlen" weiterlebt. Auch das bekannte ABC - Lied und die Melodie der Echternacher Springprozession sind mit der Melodie dieses alten Kirchenliedes eng verwandt. Auch die Melodie der Marseillaise kehrt zum Teil in den Melodien zahlreicher Volkslieder wieder. Oft sind auch die Melodien verschiedener Lieder zu einer zusammengeschmolzen. Ein gutes Beispiel dasür ist die Melodie „O Tannenbaum und Ca ca geschmauset", die verschmolzen jetzt zu einer alten Ballade gesungen werden. Der Vergleich der Melodien wurde von 2 Herren, die sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hatten, praktisch durch Vorsingen illustriert. Der Redner schloß mit dem Hinweis, daß auch in dem Volkslied noch heute etwas lebenskräftiges liegt, und daß es nie aushör,en wird zu eristieren, so wenig wie die Mund - arten aufhören werden zu bestehen. Der Vortrag wurde durch reichen Beisall ausgezeichnet. kelebäitlicdes. Die Werbekraft von Warenzeichen. Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß eingetragene Warenzeichen das geeignetste Mittel sind, einen Gegenstand kurz zu kennzeichnen, denn das Publikum gewöhnt sich verhältnismäßig leicht daran, den Begriff des Warenzeichens mit den Eigenschaften der benannten Ware als gleichbedeutend anzusehen. Ein interessantes Beispiel für einen solchen Fall bietet das Wort „Osram". Von der Auergesellschast für die allgemein rühmlichsl bekannte Glühlampe erfunden und verwandt, bedeutet es gewissermaßen eine Gewähr für beste Oua- lität und sparsamsten Verbrauch. Man versteht daher, daß Firmen mit ganz anderen Fabrikaten sich den gu>- len Ruf des Wortes zunutze gemacht haben, und bei einer Durchsicht des Warenregisters jindel man z. B. Osram-Strumpfwaren, Osram-Wäsche, Osram-Kravat- ten, Osram-Hosenträger, Osram-Handschuhe, Osram - Fahrräder, Osram-Nähmaschinen, Osram-^prechappa rate, Osram-Pneumatiks, Osram-Zigarren, Osram-Zi- gare.ten, Osram-Rauch-, Kau- und Schnupftabake. — Die Wirkung eines solchen Namens erstreckt sich aber auch noch weiter: In Südafrika hat vor kurzem ein Neger, der vermutlich unter seinen Stammesangehörigen als besonders großes Licht gelten wollte, den Namen „Osram" angenommen. Ob er dabei auch die Eigen - schäften der Osram-Lampe, nämlich ihre strahlende Helle, ihre Sparsamkeit und ihre Widerstandsfähigkeit erworben hat, entzieht sich unserer Kenntnis. ? Arthur Kampf. Eine Kunstgabe für das deutsch« Volk. 14 Kunstblätter nach den schönsten Werken des Meisters mit einem Geleitwort von Alerander Troll, in Karton geheftet, zusammen 1 Mk. Verlagsanstalt Jof. Scholz in Mainz. Die durch Adolf von Menzel zu neuem Ansehen gelangte Historienmalerei hat in Arthur Kampf ihren vornehmsten Vertreter gesunden. Kaiser Otto 1., des großen Friedrichs Heldengestalt, Preußens Erhebung 1813, Kaiser Wilhelms des ^ieg reichen Tod: das find einige der wichtigsten Themen, die er in unübertrefflicher Weise behandelt hat. (Kriebens Reiseführer. Band 106: „B e n e d i g". 5. Auflage. Mit 3 Karten und 2 Grundrissen (Mk. 1.50). Ter gesamte Tert des Buches, der in knapper Form alles Wissenswerte vermittelt, wurde aufs gründlichste revidiert und mit dem neuesten Stand in Uebereinstimmung gebracht. Besonderer Wert wurde auf eine gut orientierende Aufführung der Kunstsammlungen gelegt. Ebenso sind die Angaben über Unterkunft und Verpflegung genau kontrolliert und ergänzt. 3 Karten und 2 Grundrisse sind dem Führer beigegeben. Band 140: „A b b a z i a und die Oefttzr -r e i ch i s ch c R i v i e r a." 2. Auflage. Mit 4 Karten (Mk. 1.50). Alles für einen längeren Aufenthalt inAb- bazia Wissenswerte über Hotels, Verkehrswesen, Bäder, Vergnügungen usw. ist in übersichtlicher und bei aller Ausführlichkeit doch knapper Form aufgeführt; ferner sind die übrigen Seebäder wie Cirkvenica, Erado, Luf- sinpiccolo (die sich eines stetig wachse,rdcn Zuspruchs von Seiten des deutschen Publikums erfreuen) gleich den Hafenstädten Fiume und Triest eingehend in dem kleinen Bande behandelt. Auch eine Sammlung der notwendigsten Morte in den 4 Sprachen, die für das Gebiet in Betracht kommen (deutsch, italienisch, serbokroatisch u. slowenisch! ist beigegeben. Trefflich bearbeitete Karlen vervollständigen den sehr empfehlenswerten Führer. Kirchliche Nachrichten. Tvangrlische Gemeinde in Gießrn. In der Stadtklrche. SoniNag, den 26. April, Miscricordias Domini. Vorm. 9)4 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vorm. 11 Uhr: Kindcrkirchc für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vorm. 9 Yi Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausseld. Vom nächstkünfligen Sonntag, den 3. Mai, an. nehmen die Frllhgottesdiensle um 8 Uhr und in Verbindung damit die Christenlehre für die Neukonfirmicr ten ihren Anfang, und zwar am 3. Mai für die Markus- und Johannesgemeiude uüd am 10. Mai für die Matthäus- und Lukasgemcinde. Die Ellern und Angehörigen der Kinder werden gebeten, diese dazu anzu - halten, und die Lehrherren und Dienstherrschaften, Ihnen die Zeit dazu sreigeben. Katholische Guneinde in (hießen. Samstag, den 25. April. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele, genheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 26. April. 2. Sonntag n. Ostern. Vorm. 6 % Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm» um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Freitag vormittag um 6*4 Uhr ist Segensmesse. Freitag, abends um 6)4 Uhr, ist Mai-Andacht. Diaspora: In E r ü n b e r g um 9)4 Uhr. In Hungen um 9)4 Uhr. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kathreincrs Malzkaffee schmeckt gut, ist gesund und - billig. 20 Tassen nur 10 Pfennig. Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Firma G e b r. R ö v e r, Färberei und chemische Waschanstalt, Laden in Gießen: Macktplatz 18, Tel. 459. bei, den wir unseren werten Lesern gerne empfehlen. Rrieprtemn Giessen Sonntag, den 3. Mai Ausflug nach Gladenbach. Absah« mit Biebertalbahn vormittags 7 05 Uhr, dann von Bieber aus an Stroh- und Lbermnhlc vorbei durch den sog. DünSberg-Grnnd über Frankcnbach, Eiserne Hand, Rodenhausen u Erdhausen nach Gladenbach. Dort gemütliches Beisammensein im Bcreinslokal des Kriegervcreins Gladenbach. — Frühstück mit- nehmen. - Teilnehmer wollen sich melden bis zum 1. Mai bei Kamerad Albin Klein, SelterSweg 83 (Laden). DirOorTland. 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