Vr;»r»Vt» 1» PfS- monatlich M,rt,IMrUch n W», *#**u»jai)[b#T, frei in» Hau». Kb|rf»lt i» —M # l •oKbuion oder in den Zweig. ««gadest^Ie» *ötlW*a* 00 Pfg. — «rfcheiut € £ P t b I ( f 0 H : im» ImlMil. — Redaktion: Seiler», weg 08. — Wir »astewahrung oder Rückiendung nicht oerinnqrer Mmmfkrtptc wird nicht garantiert. »«»lag der .. »teffener Zeitung" («. w. 6. H gnzeigenpreir 15 pfg. * »tf 44 mm breite Petit,eile für Auswärt» SO Pfg Die 90 mm breite Reklame. Zeile 50 Pfennig SClttfStDtQ 85# Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhr berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung de» Zahlung», ziele» <30 Tagei, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Kontur» in WegiaU. Platzvorfchriften ohneBerbindlichke:.. Druck der Giegeucr BcrlagSdruckerci. «l»in Mein. Nr. »2. Telep hon: Nr. 362. Mittwoch, den 22. April 1914. Telephon Nr. 362. Polififcbe Rundfcbau. Deutschland. * Der Kaiser machte am Montag morgen auf korfu seinen gewohnten Spaziergang in der Beglet- ung des Reichskanzlers und hö-te später die Vorträge er Chefs des Marine, des Militär- und des Zivil-Ka- etts. * Wie die „Täql. Rundschau" hört, hat sich der Kronprinz entschlossen, mit seiner Gemahlin den a den ersten Maitagen in Braunschweig stattflndendcn 'auf-Feierlichkeiten d.s jüngsten Welfensprosses ersönlich beizuwohnen. Der Kronprinz will damit zum lusdruck bringen, daß jeder Gegensatz zwischen ihm nd dem derzeit regierenden Welfcnfürsten verschwun- en tu. * Zubern. Die Mer sind nun wieder in Za- crn eingezogen. Sie wurden von der Bevölkerung mit chiiicher Freude bewillkommnet. lieber'den Einmarsch m Samstag meldet das offiziöse Wolfsschc Telegra- henbiweau: In die schöne Vogesenstadt an der Zorn rächten die heutigen Nachmittagsstunden ein reges Leen. Die halbe Stadt war auf den Beinen, um dem Viedcreinzug des Infanterie-Regiments Nr. 99 bcizu- lohnen. Um 4.47 Uhr traf, T>om Truppenübungsplatz )berhosen mit der Bahn kommend, ein Bataillon mit em Regimentsstab und der Musik hier ein und rückte nrch die Hauptstraße nach der Kaserne, begrüßt von mein reichen Flaggenschmuck in den deutschen und en e l s ä s s i s ch e n Farben und manchem frohen Zw as. Aus dem Schloßplatz wurden sogar von einem Holbalkon Freudenschüsse ab,gefeuert. Unter klingendem -picl brachte die Fahnenkompagnie die Feldzeichen nach er Schloßkaserne, um dann nach den Kasernements ab- urückcn. Ein Zwischensall hat sich nicht r c i g n e t. * Breslau, 20. April. Die „Breslauer Zcitg." eröffcntlicht die vom Domkapitel am 7. April aufge- elltc Vorschlagsliste für die Breslauer Bischof- > a h l. Obenan steht ehrenhalber der älteste preußische lischof Korum (Trier), dann folgen die Bischöfe Dr. tchmitt (Fulda), Dr. Bertram (Hildesheim), sowie der ischöftiche Delegat Dr. Schäser- (Dresden); den Beschluß machen vier Breslauer Domherren, der srühere Pfarrer Dr. Bergel, der frühere langjährige Geheimsekretär Kopps, Dr. Steinmann, der frühere Religionsoberlehrer Prof. Dr. Buchwald und der Universttätsprofessor Dr. Nckel. Deutsch-russicher Wtrtschaftskampf. Von Rußland wird gemeldet, daß die Duma mit sehr großer Mehrheit die Einführung eines Einfuhrzolles von 30 Kopeken für ein Pud brutto auf Getreide, Erbsen und Bohnen angenommen hat Gleichzeitig hat die Duma die Dringlichkeit der Gesetzesvoclage über die Besteuerung deutschen Getreides in Finnland angenommen. Mit diesen beiden Beschlüssen ist „der große wirtschaftliche Zweikampf zwischen Deutschland und Rußland", wie der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ausschusses der Duma, Mussin Puschkin, sich ausdrückte, eröffnet worden. England. * Das englische Königspaar traf am gestrigen Dienstag in Paris ein. Das englische Königspaar nahm im Auswärtigen Amt am Quai d'Orsay Wohnung. Abends war Galadiner im Elysee, aus dem die mit großer Spannung erwarteten Trinksprüche dargebracht wurden. Heute Mittwoch wohnt das Königspaar, der großen Truppenschau in St. Vincennes bet. Schweden. * Nach der bisherigen Zählung der Stimmen für die Wahlen zur schwedischen Zweiten Kammer sind gewählt 75 Rechte, 67 Sozialdemokraten und 59 Liberale. Die Rechte hat 19 Sitze gewonnen und einen verloren, die Sozialdemokraten haben 12 gewonnen Und 4 verloren, die Liberalen haben 26 Sitze verloren. Griechenland. * Athen, 20. April. Mit großer Feierlichkeit sand gestern im Königspalast die Ueberreichung des Marschallstabes an den König statt. Die ganze Armee hatte Vertreter entsandt. Veniselos überreichte dem König den Marschallstab mit einer patriotischen Ansprache. Der König, der von den Prinzen und den Hof- würdenirägern umgeben war, erwiderte mit stolzbcweg- ien Worten des Dankes für die Mitarbeiter des Sieges. Sodann zogen die militärischen Abordnungen Unter, großem Beifall an dem König vorüber. Türkei. * Das kaiserliche Jrade, das die in Paris abgeschlossene Anleihe vcn 500 Millionen Francs sanktioniert, ist soeben erschienen. China. * Der chinesische Verfassungsbeirat Hai das Ergebnis seiner geheimen Verhandlungen veröffentlicht. Der Name der Volksvertretung wird in Gesetzgebende Körperschaft umgewandelt. Das Ministerium wird abgc - fchafft und ein Staatssekreiariat nach amerikanischem Vorbild eingesetzt. Der Präsident wird zum höchsten Herrscher ernannt. Die Minister heißen in Zukunft Abteil - ungsleiter und verlieren ihren Staatsministerlitel. Die gesetzgebende Körperschaft verliert jeden Anteil an der Ernennung der höheren Angestellten und an den Verträgen mit fremden Staaten. Ein VerwaltuNgsbeirat tritt dem Präsidenten sür das Finanzwesen, aber nur beratend, zur Seite. Es besteht kein Zweifel, daß diese überraschende Aenderung einstimmig beschlossen worden ist, da die bedeutendsten Mitglieder des Verfaffungsbei- rats persönliche Sekretäre des Präsidenten waren. Amerika. * Die Vereinigten Staaten wollen die M e r i k a n e r mit Krieg überziehen, wenn diese nicht Abbitte leisten. Die Merikaner haben nämlich einige amerikanische Truppen gefangen genommen, sie wieder sreigelassen, sich aber nicht entschuldigt. Vier Schlacht - schiffe gingen von Hamptonroads nach Tampico ab, die anderen folgen, sobald sie reisefertig sind. 16 000 Landtruppen stehen marschfertig an der Grenze. Das Marineamt w es die Pacisicflotte an, ebenfalls nach Me- riko zu fahren. und Färberei Hugo Luckner (Inh Gebr. Rover) Leipzig Chrmisches Reinigen und Färber, von Dame’-. Herren- und Kindergarderobe, Vorhängen, Decken, Teppichen, Portieren Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermiitzen, Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte. ' ---------- Frei! — Frei? Novelle von Eugen Werner. „Und wenn nicht," gestand er sreimüiig, „so bin ich arum doch nicht Unglücklich. Ich suche keine Freund - hast und keine Liebe, weil ich vorher weiß, daß ich ur enttäuscht werden würde. Hätte ich das letztere gelallt, dann wäre es mir nur möglich gewesen, wenn ) in meinem erwachenden Mannesalter mir ein Müden — ein Kind — nach meinem ureigensten Wesen Zogen haben würde. Aber so, — — — eine ältere •amc werde ich schwerlich finden, die sich meinem Eha- rkter anzupassen vermag, und eben darum blieb ich, as ich immer war: frei — ganz frei !“ Frei! ganz frei! — In der jungen Frau war was lebendig geworden. Hier fand sie eine verwandte eele, aber dennoch war sie ihr fremd. Ihre erdachte reiheit war doch anders geartet als die ihres Nach - trs. Ihr kindischer Sinn konnte die Gedankcnsccle und röße des Fremdlings nicht erfassen.. . „Gnädige Frau sind zum ersten Male in Nizza ?" Margaretha erschrak sichtlich. „Ich sragte, ob Gnädigste zum ersten Mate hier eilen", wiederholte der Tischnachbar mit seiner wohl- ngenden Stimmet Sie bejahte. „Haben Sie die Absicht hier, länger zu verweilen?" „Gewiß! — Das heißt: so lange es mir gefällt. Was bietet denn Nizza eigentlich an Besonderem?" „Je nach Bildung und Geschmack — dreivtertel, qnädiqe Frau", war seine rätselhafte Antwort. „Nun! — Das wäre?" „Menschen, Hölle und Paradies!" „Also doch mehr, als es sonst ein Kurort bietet!" lachte sie auf, amüsiert von seiner knappen Darstellung. „Natürlich!" Kein Stückchen Erde vermochte sich ja der Riviera qleichzustellen. Es ist ein Paradies für jene, die die Menschen scheuen und das Gold hassen, .." „Warum das Letztere?" — unterbrach ihn fragend die junge Frau. „Weil Monte Carlo keine Menschen birgt, sondern bunt gekleidete Laster", war die rauhe Entgegnung. „Und wenn Tie nicht in meiner Hochachtung fallen wollen, gnädige Frau, dann besuchen Sie den Ort des Entsetzens, nie, sondern lassen es genug sein an der herrlichen Umgebung." „Monte Carlos Spielhölle interessiert mich weniger", gab sie ihm ruhig zur Antwort, „allein die Reize der Umgebung, dächte ich, müssen doch unter ihrem Ein - flusse leiden?" „Das weniger. Ein ewig lachender Himmel vermag die unfreundlichen Gedanken zu bannen und wenn der gewonnene Eindruck jenes Ortes nicht erst durch irgend ein erschütterndes Drama verstäckt wurde, fallen keine düstere Schatten auf dieses köstliche Gemälde des Lebens. „Und sonst genießt man hier nichts?" „Nur was man sich gegenseitig bietet!" „Also das erste Ihrer rätselhaften Antwort: — die Menschen —“ „Ja, geistige Anregung, geselliger, Verkehr, sei es nun in großem oder bescheidenem Maße. Ohne den letzteren ist es absolut unmöglich, hier ein Vergnügen zu finden. — Die mächtigsten Eindrücke der großartigen Umgebung müssen sich äußern können, — wenn sie den Geist nicht Niederdrücken sollen." „Das heißt also mit anderen Worten, daß man trotz seiner Freiheit nicht Herr seiner selbst ist? Daß manches mit in Kauf genommen werden muß, was man viel lieber entbehren möchte?" „Mir scheint, Tie zielen auf unser visa-vis ?" lachte er leise auf. Nachdenklich fügte er hinzu: „Sie können ja rfchig den Platz wechseln, — es zwingt Sie niemand hier sitzen zu bleiben." „Ja doch; für's erste schon", entgegnete sie ernst, „denn Sie essen ja fast gar nichts. Hier, versuchen Sie doch diesen Fisch." Der Fremde dankte, nahm ein kleines Fischchen von der Platte und beugte seinen schwarzen Kopf zu' ihm hernieder. . Mut mutwilligem Lächeln sragte Margaretha: „Sic wollen wie mir scheint, dies Fischchen befragen?" „Ja. denken Sie sich, ich sragte ihn, wer Sie eigentlich seien und da sagte er: Ich weiß es nicht, ich bin Xus Stadt und Land. Der rrstc @/ttg um das zu wissen; fragen Sie meinen älteren Bruder, den Ihr Gegenüber verspeist." Die junge Frau lachte lustig auf — so lustig, daß die ganze Tafelrunde verwundert ausschaute. „Nun trösten Sie sich, hier sind noch mehr!" „Herzlichsten Dank, Gnädigste; aber ich bin kein Freund von Fischen. Dort, das Geflügel ist mir viel lieber--Darf ich auch für Sie wählen?" „Als Fachmann?" „Wie Sie wünschen; nur entspricht mein Geschmack eher weiß Gott was, als den von dritten. Wenn Sie aber vorlieb nehmen wollen — —--—“ „Ich vertraue vollständig Ihrer Eigenart." „Sie machen mich glücklich, gnädige Frau," sagte er mit leuchtendem Blicke, „denn Sie erleichtern mir durch Ihre Worte eine große Bitte, die ich an Sie richten möchte." „Wenn es in meiner Macht steht sie zu erfüllen —" ohne jede Ziererei sagte es Margaretha. „Ich möchte Ihnen gerne meine Dienste als Führer anbieten, ohne jedoch aufdringlich zu erscheinen. Es ist ja selbstverständlich, daß eine Dame nicht allein an einem Tisch sitzen kann, ohne von zweifelnden Blicken angestaunt zu werden und deshalb männliche oder weibliche Begleitung um sich dulden muß. Und das letztere ist meist dann sehr unbequem, wenn man größere oder kleinere Fahrten oder Touren machte." „Das gebe ich von vornherein 311 ", nickte Marga - r,etha, „Sie wollen mir also ein treuer Engel sein und acht haben, daß mein FUß nicht etwa an einen Stein stößt." „Wenn-ich die Erlaubnis von Ihnen erhalte, gewiß." send sind. Das gut geleitete Gr. Kurtheater bedarf eines eigenen Theatergebäudes uttd nicht eines Saales, wie er schon vor 40 Jahren benutzt wurde. Auch müßte die Terrasse erweitert werden. o Friedberg. Der neue Eüterbahnhos mit allen Gebäuden ist jetzt vollständig fertig und seit einigen Tagen dem Verkehr übergeben. Der alte Bahnhof , ist geschlossen. — Das Kuratorium der hiesigen Städt. Polytechnischen Lehranstalten wählte in einer Sitzung I den Marine-Stabsingenieur z. D. Schumacher zum Do- j zenten für Wärmekraftmaschinen. o Reichelsheim (Wetterau). Am 12. d. M. waren es 40 Jahre, daß Oberpostsekretär Z i n s e r hier in den Dienst getreten ist, und am 24. Mai 36 Jahre, daß er das hiesige Postamt verwaltet. Im ganzen Bezirk ist Z. als ein liebenswürdiger Beamter bekannt, und auch als Bürger seines Städtchens hat er viel zu dessen Hebung beigetragen. Allseitig wird man ihm deshalb zu seinem Dienstjubiläum die herzlichsten Glückwünsche entgegenbringen. o Homberg a. Ohm. Der Lehramtsassessor an der höheren Bürgerschule zu Ober-Ingelheim, Herr Hilsdorf, wurde nach hier versetz.', wo er die Leitung der Bürgerschule übernimmt. o Nieder-Modau. Im Falle Adam U. Genossen sind die beiden Urteile gegen Beck und Ihrig nach ! Verwerfung der Revision durch das Reichsgericht eben- salls rechtskräftig geworden und die Verhandlung gegen Isaak, dessen Berufung anerkannt wurde, dürfte Ende Mai oder Anfang Juni stattsinden. o B ü d i n g e n. In dem Breitenborner Basalt - werk ist der verheiratete Arbeiter K. Schwab aus Ritt- derbügen tödlich verunglückt. Ein abstürzender Basalt - block verletzte den Mann so schwer, daß er auf dem Transport starb. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit acht kleinen Kindern. ! Mainz. Die Bürgermeisterei hat im Einver - nehmen mit dem Seniorenkonvent beschlossen, den Termin für die nochmaligen Stadtverordnetenwahlen aus den 7. Mai anzuberaumen. ! Mainz. Der früher hier ansässige Antiquitätenhändler Fritz Br,oo, der vor einigen Jahren nach Köln verzogen war, wo er ein bedeutendes Antiquitä- lengeschäst betrieb, ist mit Frau und Kinder nach Amerika attsgerückt. Er hat betrügerische Schiebungen vorgenommen Und bedeutende Schulden hinterlassen. Der Flüchtling soll etwa 200 000 Mark mit nach Amerika genommen haben. s D a r m st a d t. Eine Luftschifferhalle von 180 Meter Länge, 35 Meter Breite und 30 Meter Höhe wird in aller Kürze auf dem Weiterstädter Ererzierplatz vor den Toren Darmstadts zur Aufstellung kommen. Auch eine mächtig hohe Station für drahtlose Telegraphie wird hergestellt. ! Weinheim a. d. Bergstr. In der Nähe von Großsachsen entstand ein großer Waldbrand, der einen größeren Waldbestand vernichtet hat. Wie verlautet, soll der Brand durch Kinder verschuldet worden sein. ):( Diez, 20. April. Mit der Fertigstellung der neuen Kasernen für das hiesige erste Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 160 geht die bisherige fiskalische Kaserne am 1 . Oktoher d. Js. in den Besitz der Stadt über. Von der Edertalsperre. Der Uber die Hälfte gefüllte Stausee ist zurzeit das Ziel vieler Reisenden, Touristen und Naturfreunde. Und in der Tat bieten sich dem Auge die mannigfachsten Landschaftsbilder von entzückender Schönheit, die uns ein Rundgang auf den neu angelegten Randwegen erschließt. Vorerst freilich ist die Benutzung der Randwege auf das linksseitige Seeufer beschränkt, da die im Ausbau begriffenen Wege auf der rechten Seite kaum zu passieren sind. Auch fehlt zurzeit noch die Verbindung zwischen beiden Ufern, welche dm die über die Sperrmauer führende, noch im Vau begriffe« Straße hergestellt wird. Die Wasserstauung macht si bis oberhalb Asel bcmerklich. Die Brücke bei Asel, welä man bis zum Herbste zur Verkehrserleichterung steh, ! lassen will, steht unter Wasser, und nur einige Gelände I spitzen deuten ihr Vorhandensein an. Der P ersonenve kehr zwischen beiden Ufern wird durch eine Kahnfäh aufrecht erhalten. Das Werbetal fleht bis einige Hunde Meter unterhalb Niederwerbe unter Wasser. Mit d, Füllung des beim Orte angelegten Stouweihers soll den nächst begonnen werden, doch ist an ein erhebliches Steige des Wasserstandes vor Herbst oder Winter wohl kam zu denken. Aus Waldeck. An der rechten Seite der Lani straße von Thalitter nach Obernburg hat man bei Anlao dieser Straße eine Zech st e in-Dolo mit höhle gesundes welche nach Lage und Beschaffenheit ganz der Einhon höhle von Schwarzfeld im Harz entspricht. Für Besuch! der Edertalsperre kann sie einen weiteren Anziehunq- punkt bilden. - ! W i e s b a d c n, 20. April. Im Landeshauf wurde heute abend der 48. Kommunallarrdtag für bei Regierungsbezirk Wiesbaden eröffnet. Der Landesaus schuß hat dem Kommunallandtag folgende bemerkens werte Vorlagen unterbreitet: Bereitstellung von Mittel, zur Verminderung der Staubplage bei gleichzeitiger Ver größerung der Widerstandsfähigkeit der Straßenober flächen, Schaffung der Stelle für ein« Fürsorge-Erzieh erin, Bewilligung von Mitteln für den Bau von Wohn häufen, für die Beamten der, 5. und 6 . Dienstklasse unt Angestellten des Bezirksausschusses, Errichtung eines Er weiteruttgsbaues für die Rassauifche Landesbank, di> Errichtung der Fürsorgeerziehungsanstalt in Usingen unt schließlich für Herausgabe des Heffen-Naffauffchen Wör terbuches; ferner: Mahl eines Landesrats, Schaffun« eines Darlehensfonds von 500 000 Mari zur; Unter stützung von Neubauten privater Erziehungs- und Heil anstallen; Bewilligung von Beihilfen für die Errichtung landwirtschaftlicher Winterschulen in Höchst und Lim burq! Abschluß des Vertrags mit den Kreisen Biedenkopf und Limburg wegen Uebernahme der Vizinalweg« dieser Kreise in die Unterhaltung des Bezirksvcrbandes, Bericht über die Ausführung des Wanderarbeitsstätten- gesehes im Regierungsbezirk Wiesbaden. Xus aller Mli. :: H e i d e I b e r g. Auf dem Neckar ertrank beim > Rudern ein junger Mann aus Heidelberg dadurch, daß j er sich im Boot, einem sogenannten „Seelenverkäufer", festgebunden hatte, um besser rudern zu können. Das Boot kenterte und der junge Mann hing mit dem Kopf nach unten im Wasser. ::: Frost im Schwarzwald. Im Schwarzwald traten die ersten bedeutenden Frühjalprsfröste auf. Die Temperatur sank bis auf 4 Kältegrade. ::: Hörde. Die Bergleute Gebrüder Eamolfa gerieten mit dem Bergmann Hedlinski beim Kartenspiel | in Streit. Sie überfielen ihn, mißhandelten ihn mit i einer Kaffeeslvsche und einem Stuhl und warfen ihn die l Treppe hinab. Hedlinski byach das Genick uttd war sofort tot. ::: H c r s f e l d. In Richelsdorf starb im Alter von 74 Jahren der Einwohner H. Löwenstein. Während seiner Krankheit war seine Katze nicht aus - dem Zimmer zu bringen und auch nach feinem Tode blieb sie regungslcs unter dem Sterbebett. Sie nahm bis nach dem Beerdigungstag keine Nahrung zu sich, so - daß sie verendete. ^ ::: K o b u r g, 20. April. Heute abend sind 13 Scheunen und Stallungen, darunter solche des herzog- „Eut — machen wir also einen Versuch." „Obschon Sie noch nicht wissen, wer ich bin?" Die junge Fr,au schaute in seine offenen Augen. „Kleinliche Bedenken sind mir noch immer sein gelegen", sagte si« mit sicherer Ruhe, — „und dann — ich habe Vertrauen zu Ihnen!" „Ich danke Ihnen, gnädige Frau. Wann darf ich mir dann erlaube», Sie zu erwarten?" Sie dachte nach. „Um drei Uhr — in einer Stuttde etwa — wenn es Ihnen so recht ist?" „Vorzüglich! Richte mich ganz nach Ihren Wünschen. Noch eins: Ich habe im Hasen eine Segeljacht liegen; wenn Gnädigste Seefahrten lieben?" „Herrlich ! Kenne kein größeres Vergnügen als ryjit den Fischen um die Wette durch die schäumende See zu stiegen. Aus Wiedersehen also um 3 Uhr." Die junge Frau war aufgestanden, hatte ihm noch einmal freundlich zugenickt und als erste der Tischgesellschaft den Saal verlassen. Pünktlich zur sestgesetzten Stunde kam Margaretha wieder hinab und fand ihren liebenswürdigen Ritter, bereits wartend vor. In elegantem Kostüm, streng nach der Mode, machte er in dieser, Beleuchtung einen viel nachhaltigeren Eindruck als an der Tafel, und währenv er ihr elegant den Arm bot, meinte er lächelnd: „Man wird uns für ein Ehepaar halten, Gnädigste !" „Was um so besser ist, denn dann brauche ich von keiner Seite Aufdringlichkeiten zu befürchten;" ging -sie auf seine» Scherz ein. Langsam schütten sie den Strand hinab uttd begaben sich nach der Landungsstelle, allwo die schnee - weiß blitzende Pacht ihres Besitzers harrte. „Hier — bitte", sagte er. „Meine Alma." Dann wandte er sich an den Kapitän: „Francesco, avanti !" — bot der jungen Frau seinen Arm und sühtte sie in einen bequemen Korbfessel am Reeling, von wo aus man die ganze arbeitende Besatzung überblicken konnte. Langsam bugsierte das Schiff aus dem Hafen. Segel um Segel entrollte sich. Eine frische Brise füllte die Leinwand und mächtig in die blaue Flut bohrte sich der Schiffsrumps. Schäumend sprühte die Gischt aufs Vorderdeck und mit den weihen Flocken spielte Margaretha. Seltsam! Sie war frei, frei und folgte dennoch den Wünschen eines Mannes. Warum nur ? Sie dach,« an die Vergangenheit: wenn Erwin jetzt neben ihr sitzen könnte ! Ihre Hand fest in seiner Linken pressend würde seine Rechte sanft über ihren Scheitel gleiten und selig sein rosiger Mund slllstern : „ich Hab Dich so lieb". Wie wurden seine Augen mit verständlichem Blicke die Umgebung mustern, sie aus dies und jenes aufmerksam machen, was ihren Blicken entgangen war--- Sie schloß die Augen und träumte vor sich hin. Eine plötzliche Wendung ließ sie aufschauen. Ihr Ritter stand am Steuerrad und erteilte seine Befehle? In kreuz und quer wie ein mutwilliges Füllen, jagte er seine „Alma" durch die Wasser,, bald nahe an dn'Küste dann wieder weit draußen in der offenen See. Erst spät nachmittags trat er seinen Platz wieder ab und widmete sich seinem Schützling. Ein weiblicher Steward brachte Er- srischuttgen und mit gutem Appetit ließ das kuriose Paar sich das tadellose Wenige schmecken. Im Westen sank allmählich die Sonne tiefer und tiefer. Der, Fremde wurde einsilbig — nachdenklich. s« «l I- li« di di P> i» pl H m d! |0 ml i ' 1 «o I«' Je Jo 5pi pH nid N Jen ton »p in! BK jo Stil IM WO Sn full im mi liin M |i futt Ut T« Ü di vi >hl di d, «II IIII >»i a? 5tr )ti >r us Elt! U; 15 :di it, ki et (in m: Ei bi nt öi « ii (i ITK TI kH (I ir ji r lidien Marstalles, vollständig niedergebrannl. Einige Pri- valwohnhäuser wurden beschädigt. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. ::: Leipzig. Nach dem Eenuh von Fleisch erkrankten am Samstag und Sonntag im Osten der Stadt Leipzig etwa 70 Personen, von denen sich die meisten jedoch auf dem Wege der Besserung besin- den. Nach Mitteilung des Gesundheitsamtes ist als bestimmt anzunehmen, das; die Erkrankungen auf den Genug des Fleisches einer notgeschlachteten Kuh zurückzu- fübren sind. München. In der Osternacht brannte das zwischen dem Stoiber Moor und Aiblinger Aue im Torfmoor liegende Häuschen Senner nieder. Die vier Kinder Senner, im Alter von vier bis acht Jahren, die allein im Hauke war«n, kamen in den Flammen um. Dos Feuer soll aus Rache von einem Torfstecher, der mit Senner zwei Tage vorher Streit gehabt hatte, gelegt worden sein. Berlin. Im laufenden Jahre werden, wie der .Nationalzeitung" aus Friedrichshofen gemeldet wird, noch vier neue Zeppelinkreuzer die Werft in Friedrichshofen verlassen. Davon werden zwei an die deutsche Heeresverwaltung, einer an die Marine und einer als Passagierluftschiff abgeliefcrt werden. Bestrafter Retter. Am Ostersonntag fiel in Speyer ein Kind von 6 Jahren in den zur Zeit hochgehenden Speyerbach, und wäre unfehlbar ertrunken, wenn nicht ein Infanterist, schnell entschlossen, dem Kinde zu Hilfe geilt wäre und es unter eigener Lebensgefahr aus den Fluten gerettet hätte. Als nun dem edlen Retter von der Iioilbehörde eine Belohnung erteilt werden sollte, ergaben die Ermittlungen, dah der Soldat ohne Urlaub in Speyer weilte. Er wurde dafür I Tage in Mittelarrest genommen. Citerarifcbes. ? Der Selbstsabrikant für Küche und Haus. Ein Rezeptbuch zur einfachen'Herstellung von Bedarfsartikeln für jeden Haushalt, kosmetischen Präparaten usw. zu deren Herstellung keine kostspieligen Apparate nötig sind, nebst Ratschlägen für Küche und Hausk Bon Eonjt. Beetz. Preis Mk. 1.30 franko. Berlagsan- lalt E. A b i g 1, Wiesbaden. In dem Lehrbuche wer- ien durchaus praktische, in Küche und Haus gehörige >nd noch viclsach unbekannte Rezepte für Selbslsabrika- ion von Bedarfsartikeln geboten, die aber auch geeig- ict sind für de» Wiederverkauf und fleiszigen Leuten eine .ute Eiistenzmöglichkeit schassen können. ? Hilfe in Zahlungsschwierigkeiten. Unter diesem Titel erschien soeben von Dr. j,ur. 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