Srzug^retz 25 Pfg. monatlich »trrttlsLtzrllch 76 WG., „rauljahlbar, frei in« Hau» Ab,ch,lt t» us^rrr Sx»ediUon oder in den Zweig- antgabestellen 80 Pfg. — Erscheiol und G««Stag». — Redaktion: SelterS- weg 88. — fJÄi Aufbewahrung oder Rückfendung nicht iierlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „«testener Zeitung" «t. m. b. » Expedition: Selters weg 83 . Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mw breite Petitzeile für AuSmärtS SY Pfg Die 90 mm breite Reklame» Zeile 50 Piennig Extrabeilagen werden nach Grwi.it, und Griihr berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung de» Zahlung», ziele» ,80 Dagei, bei gerichtlicher Beitreibung oder t>.-> SoukurS in Wegiaü. Platzvorfchriiten ohneBerbindlut Druck der KUcsteuer BcrlagSdrurkcrei. Albin Klein Nr. 27 . Telep hon: Nr. 362. Samstag, den 4. April 1914. Del Phon Nr. 302 . 26. Iahrg. politische RundTcbau Deutschland. * Der Kaiser und die Herren des Gefolges waren vorgestern mittag auf Korfu zur Tascl beim Kö- nigspaare der Hellenen im Stadtschloh geladen. Später besuchte der Kaiser wieder die Ausgrabung bei Gayitza. * Die Kaiserin ist vorgestern in Begleitung des Prinzen Joachim in Venedig eingetroffen und begab sich nach der Begrünung am Bahnhof durch Vertreter der Regierung und der Stadt an Bord der „Ho- henzollern". ' Das Prinzenpaar Heinrich von P y c u - tz e n ist auf ihrer Weltreise vorgestern im Sonderzug von Santiago de Chile cingetroffcn und auf dem Bahnhose von dem Minister des Acutzern Villegas und Gemahlin, dem Biirgermcistcr von Santeagc de Chile, mehreren Generalen und deutschen Vereinen empfangen worden. Villegas hiefz die Fürstlichkeiten willkommen. Ein kleines Mädchen der deutschen Schule überreichte der Prinzessin einen Blumenstrauß;. In der Stadt herrschte grosze Begeisterung. * Nationalliberale Partei. Das Bestreben, die jung- und allliberale Gruppe zur Auflösung zu bringen, stützt bei diesen Gruppen aus Widerstand. Die Jungliberalcn sagen: „Der Antrag Bassermann Und Genossen geht von falschen Voraussetzungen aus. Der altnationallibergse RcichSverband verfolgt den Zweck, programmatisch Huf die nationalliberale Partei einzuwir- kcn. Der Rcichsverband der nationalliberalen Fügend verfolgt einen solchen Zweck nicht. Er gilt der Heranziehung der Jugend zur nationalliberalen Partei." Und daun lehnt man die Auslösung ab. Die nat.-lib. „Wormser Z." denkt sich die Sache einfacher aus. Sie meint, die Jungliberalcn existierten überhaupt nicht mehr, und den Altnationalliberalen seien, solange ein Bassetmann Führer sei, notwendig. Basscrmann bedeutet nun aber ein Programm, das Programm der mittleren Linie, und die komme auch mit Basscrmann nicht weg. Jedenfalls wird es nichts arrs dem schönen Frieden, den man sich in Berlin ausgedacht hat. In dieser Partei sind zu viele unterschiedliche Leute, und die werden eben nicht einig. * Stuttgart. Im Alter von über 100 Jahren ist das Ehrenmitglied der Fortschrittlichen Volkspartei W-ürttemvergs, Joh. Martin Sämann in Ostdors (Balingen) gestorben. Sämann, der, am Tage der Leipziger Völkerschlacht geboren wurde, hat bis in die letzten Wochen regen Geistes an den politischen Fragen Interesse genommen, und mit den politischen Freunden und denr Abgeordneten seines Bezirks Hautzmann Grütze und Wünsche gewechselt. * Reichstagse rZ-a tzwahl in Stendal. Für die Reichstagsersatzwahl in Oslerburg-Stendal haben die Nationalliberalen nunmehr den Landtagsabgeord - nelen Wachhorst de ® eilte ausgestellt, der die Kandidatur angenommen hat. Die Wahl des bisherigen Mandatsinhabers Hoesch (kons.) ist bekanntlich vom Reichstage für ungültig erklärt worden. ' Der Deutsche Handwerks- und G e - werbckamm erlag wird diesmal vom 27. bis 20. Juli in Mannheim ftattfinben. Zu den Verhcmd - lungsgegenständen gehört die Frage der Errichtung von Handwerksämtern bezw. Rechtsauskunftsstellen, die Einführung einheitlicher Meisterprüfungen für das Buch - druckyandwerk und vor allem die Frage der gewerbe - rechtlichen Behandlung der weiblichen Handwerker. Es handelt sich dabei vor allem um das Wahlrecht der weiblichen Handwerker in die Handwerksorganisationen. * Von vielen Seiten ist bekanntlich zu der H ö h e der Beiträge, die die Krankenkassen für die Versicherung der Dien st boten festgesetzt haben, Klage geführt worden. Die württembergische Regierung hat nach einer soeben abgegebenen Erklärung des Ministers des Innern diese Klage als berechtigt Anerkannt und beschlossen, aus eine Ermätzigung der Beiträge hinzuwirken. Spanien. * M a d r i d, 2. April. -Die Blätter melden aus Las Palmas, datz der König von Spanien und der König von England auf den Kanarischen Inseln eine Zusammenkunft haben würden, bei der die internationale Politik Gegenstand der, Besprechung sei. Nach neuesten Meldungen würde auch Kaiser Wilhelm zu dieser Zusammenkunft erscheinen. Albanien. * 100 Mann der heiligen Bataillone, diebeiTes- kowiki von 500 Albanesen angegriffen wurden, mutzten ihre früheren Stellungen räumen. Als die Albanesen dann aus griechische Truppen stietzen, zogen sic sich ohne Kamps zurück. Mexiko. ' Die mexikanischen Rebellen haben Torreon anr Donnerstag genommen. General Villa soll dabei eine grotze Menge Bundessoldaten zu Gcsangenen gemacht haben. Die Einnahme ries in der Stadt grotze Erreg - ung hervor. Der blutige Kamps dauerte 11 Tage. Auf der Sette der Rebellen sind 500 getötet und 1500 verwundet worden. Der Verlust der Bnndestruppcn wird auf über 1000 Tote geschätzt. General Villa unterhielt tagsüber Artillcrieseuer und lietz nachts im Sturme Vorgehen. Die Stellungen wurden wiederholt genommen oder verloren. Die Kampflinie war vier Meilen lang. Die Natur des Geländes erschwerte die Bergung der Verwutideten; viele von ihnen starben an Durst, Hunger und mangelnder Pflege. Aus beiden Seilen sind gepanzerte Züge verwendet worden. Xus Stadt und Easd. * Die Parlamentarische Kommission für Vereinfachung der Staatsverwaltung wird am nächsten Dienstag, den 7. April, zu einer Beratung zu- sammentr.eten. Zur Verhandlung stehen die Punkte: Reorganisation dec Bauverwaltung und Vereinfachung des Kassenwesens. * Erteilung von Wirtschafts-Konzessionen an j U r i st i s ch c Personen. Aus die Anfrage des Abg. Dr. Wolf-Gonsenhcim, betreffend Schafft Spielplätze! Von Staatsminister v. Podbielski. Ein Blick aus unsere kulturelle Entwickelung zeigt uns die Forderung des Tages. Unsere Kultur hat die Menschen zusamnrengesührt in die Steinwüsten der Städte, in denen leider auch unsere Jugend gezwungen ist, in de» Fabriken, in. den Kontoren ihre Jugcndjahre zu verbringen. Das Resultat, so vielfach zu sehen, ist ein kränkliches, ein hilflos und unselbständiges Geschlecht. Glauben Sie, datz solche Männer nachher wohl eintrc- tcn können für ihre Ueberzcugung, oder datz nicht vielmehr schon in ihrer Jugend der Charakter erheblich belastet imd in seiner Entwickelung beeinträchtigt worden ist. Sehen Sie doch hinein in dies Leben. Das Kind, das hier in Mauern auswächst, es wächst auf, vom ersten Augenblick an behütet und bewacht von beihörd - lichen Anordnungen. Sie sind ja notwendig, denn ein Gemeinwesen ist sonst nicht möglich und nicht denkbar. Aber man dcn.e sich hinein in die Seele des Kindes, das vielleicht an dem Blumentopf, der der Mutter Fenster schmückt, gezeigt bekommt, wie vorsichtig man sein mutz, wie man ihn vorsichtig herumrückt, wie man ihn begietzt; so vorsichtig ist man dann auch in der Behandlung des Kindes. Und aus einem solchen Kind soll nachher ein willensstarker, zielbewützter Mann werden? Es wächst eben nur unter solchen Eindrücken und Einflüssen heran und kann sich nicht zu dem gestalten, was wir alle wünschen. Man klagt in heutiger Zeit, es gäbe keine willensstarken Männer mehr. Wo sind die Führer, nach denen man so oft rufen hört? Wir sind an ihren Fehlern selbst schuld, weil wir ihnen nicht den Grundstein legen in der Jugend, um ihnen die Willenskraft zu vermitteln, im Spiel den Ernst des Lebens zu begreifen. Ich möchte daraus Hinweisen, datz wir ein Volk der Denker, ein Volk der Kritiker sind, das vielfach dem Wort eine höhere Bedeutung beilegt, als der Tat. Doch Altmeister Eoetye sagt schon': „Im Anfang war das Wort. Hier stock ich schon.... Im Anfang war die Tat". Vergessen wir sie beide nicht! Die Tat aber, die von uns verlangt wird, der sich Staat, Gemeinde und Private nich, entziehen können, diese notwendige Tat ist die Schaffung von Spiel- und Sportplätzen, nach der Erkenntnis, datz das Kind ohne Spielplatz der Vater des Mannes ohne Arbeit ist. Spiel- und Sportplätze brauchen unsere Städler im Innern des Stadtteils, für den sie bestimmt, mit allen sportgerechten und hngienischen Einrichtungen und mit sportlicher und turnerischer Anleitung. Schafft Spiel- und Sportplätze, damit sich die Kinder austoben, die Jünglinge im Wettkamps die Kräfte messen und die Männer des Alters ihre Jugend zurück- erobcrn können. Fort mit der Jugend von der Stratze, hinaus ins Freie, damit sich das Kind ftoh nach seiner Eigenart entfalten kann. Dann freut sich die Mutter an den roten Wangen und der Vater an dem sich entwickelnden Willen und wir haben ein zufriedenes Volk. Die Forderungen von öffentlichen Sport-, Spiel- und Turnplätzen, die Unterstützung jeder Form der körperlichen Erziehung in der Schule, durch Turnen ebenso wie durch Sport, das soll unsere beste Vorbereitung zu den Olympischen Spielen des Jahres 1916 sein. Aber auch darüber hinaus, über die Vorbereitungen des Jahres 1916 dürfen wir nicht vergessen, datz ja nicht blotz ' für ein Jahr, datz wir dauernde Arbeit für unser Volk tun müssen, tun wollen. Wer vorurteilsfrei die Vergangenheit überblickt, wer hineinschaut in die Ergebnisse der Olympiaden, jener alle vier Jahre wiedcrkehrenden, internationalen sried - lichen Wettbewerbe, der kann sich der Auffassung nicht verschlietzen, datz Deutschland nicht die Stelle verteidigt hat, die ihm wohl auf der Erdenrunde zukommt. Es gilt also bei den Spielen des Jahres 1916 mit Erfolg einzutreten für, Deutschlands Kraft, für Deutschlands Ehre. Wir müssen den hingeworsencn Handschuh ausnehmen und unsere Flagge verteidigen. Unsere kaiserliche Regierung hat 1912 die Völker der Erde eingeladen, 1916 mit Deutschlands Jugend zu kämpfen, und die deutsche Jugend wird mit Freude eintreten zur Vertretung des deutschen Namens, des bin ich sicher. Wir aber haben die Pflicht, ihr die Gelegenheit dazu zu geben, und das sind immer wieder in erster Linie : Spiel- und Sportplätze. In den Runen der Geschichte ist es eingeschrieben, nur dem Volk in der Welt gehört die Zukunft, das starken Willens stark und gesund bis in die letzten Gründe seiner Wutczeln ist, und das soll uns das deutsche sein und bleiben. Dafür laht uns sorgen! Jede verständige Mutter gibt ihren Kindern Kathreiners Malzkaffee. Denn Kathreiners Malzkaffee erhält die Kinder frisch und kräftig und macht den Kleinen die Milch schmackhaft. Tausende von Ärzten empfehlen ihn. Erteilung von Wirtschaftskonzessionen an juristische Personen. hat die Regierung mitgeleilt, das; die Erteilung nach den neuen Auslegungen der Gewerbeordnung als zulässig anzusehen seit (Es handelte sich um dte Erteilung einer Konzession an den katholischen Kirchen-Vor- sland in Gießen sür das katholische Vercinshaus.) *) Das Kaisermanöver 1914 wird rings um Gießen herum staltjindcn. Der Bahnhof Kinzenbach ist als Hauptverladestation schon faeftimmt. * ) (Sieben. Unser neuer, von der Stadtverord- neten-Versammlung e i n st i m m i g (das kommt selten vor) gewählte Oberbürgermeister Karl Keller wurvc am i. April durch den Vertreter, der Slaatsrcgieruug, Provinzialdirektor Geh. Rat Dr. Ufinger, in sein Amt eingeführt und vereidigt. Namens der Stadtverordneten richtete der Beigeordnete Justizrat Grünewald wohlgesetzte Morte an das nunmehrige Oberhaupt der Stadt Gießen. Die gesamte Bürgerschaft kann nun hoffen, das; die neue Aera manche langgehegten und berechtigten Wiinsche wohl van schnelleren Entschließungen begleitet werden. n Gießen. Der Orientalist an der hiesigen Universität, Prof. Friedrich S ch w a l l y, hat einen Ruf an die Universität Königsberg i. Pr. erhallen und angenommen. El' wird dem Rufe zum Sommersemefter Folge leisten. n Gießen. Rechtsanwalt Arnold, der von der Glncralversammlung der Gießener Gewerbebank an Stelle des verstorbenen Direktor Loos als erster Leiter der Bank gewählt wurde, ist durch den Aussichtsrat in sein Amt e i n g e s ü h r t worden. n Gießen. Die Wahl zum Ausschuß der Ortskran kenkassc war, so ist der „Darmstädter, Ztg." geschrieben worden, eine Machtprobe der daran interessierten Organisationen. Die Gewerkschaften hatten sür Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine reine Liste ausgestellt. Ihnen standen gegenüber alle nur denkbaren Vereine und Organisationen. Die Wahl fand eine Wahlbeteiligung wie nie zuvor. Von 2500 wahlberechtigten Arbeitgebern würden 947 Stimmen, 67 für die Gewerkschaften und 880 sür die Gegner, abgegeben: er- Miele die erfolgreichste Me« Sie liMÄ andere Auf Wunsch lü Jahre Garantie Grösst© Spezialfabrik Deutschlands für Milch - Zentrifugen, Butter - Maschinen, Wasch-, Wring- und Mangel-Maschinen. stere erhalten 2, letztere 18 Arbeitgebcrsitze im Ausschuß. Anders verhielt sich das Ergebnis der Wahl der Arbeitnehmer, von denen von zirka 7000 Stimmberechtigten etwa 50 Prozent gewählt haben. Es entfielen 2922 Stimmen aus die gewerkschaftliche Liste und 947 Stimmen aus deren gegnerische Liste, so daß das Verhält - nis der zu wählenden 40 Ausschußmitglieder sich aus beide Parteien aus 33 zu 7 Mitgliedern stellt. Das Verhältnis ist also, daß dte Gewerkschaften mit 10 Stimmen über die Majorität im Ausschuß verfügen. * ) Gießen. Mit der Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914 soll auch ein oberhessisches Trachte n s e st verbunden werden. Ferner ist eine Lotterie sür die Ausstellung genehmigt worden. n Gießen. Dieser Tage wurde ein alter Mann aus Wieseck von einer Abteilung Soldaten im Philosophenwald erhängt ausgesunden. Er soll die Tat aus Furcht vor dem Siechenhause, in das eh gebracht werden sollte, begangen haben. Am Freitag nachmittag wurde die Leiche des Bedauernswerten, der an den Feldzügen der Jahre 1866 und 1870-71 teilgenommen hatte, beerdigt. ):( Wetzlar. Herr Henri, Budge in Hamburg hat für einen Shnagogenneubau 15 000 Mk. gestiftet. ! Mainz. Morgen Sonntag findet in Mainz eine Vertrauensmänner-Versammlung der Fortschrittl. Volkspartei des Reichstagswahlkreises Mainz-Oppenhetm statt. In der Versammlung soll eine Wahlkr,eisorganisation geschaffen weiden, wie sie in sämtlichen übrigen Reichs- lagswahlkreisen in Hessen für die Fortschrittliche Volkspartei bereits besteht. ! Bensheim-Lindenfels. Wie sich jetzt heraurstellt, hat die mit so -großem Aufwand am letzten Sonntag in Reichenbach veranstaltete Versammlung für die Erbauung der Bahn Bensheim-Lindcnsels ein neues Hindernis für den Bau gebracht- Zu allgemeiner Ueber- raschüng sprach der Finanzministcr plötzlich von einer schmalspurigen Bahn, während alle Interessenten eine normalspurige verlangen und erwartet haben. Eine ganze Anzahl Gemeinden verweigerte insolgedessen jede Unterstützung. s D a r m st a d t. In Bürstadt besuchte die Frau Leininger mit ihren beiden Töchtern ihre Schwester. Als die Kinder einen Augenblick im Nebenzimmer unbeaufsichtigt waren, siel vlötzlich ein Schuß. Die fünfjährige Anna Leininger halte in einem Schranke herumgewühlt und dabei war ihr, ein geladener Revolver in die Hände gefallen, den sie sich aus die Brüst setzte und abdrückte. Auf dem Wege zum Arzt verschied das Kind. s Darm st ad t. Der wegen Beleidigung des Abg. Dr. Winkler vom Schöffengericht Darmstadt verurteilte Redakteur der „Hess. Liberalen Wochenlchrist", Kuhlmann, soll Berufung beim Landgericht eingelegt haben. ! Oppenheim. Nach einer weiteren Blätter - Meldung hat der Abg. K o r e l l-Jngelheim Klage gegen den Abg. Dr. Winkler erhoben wegen beleidigenden Aeüßerungcn in rheinhessischen politischen Versammlungen. Außerdem soll der Abg. Korell gegen die „Hessische Landeszeitung" einen Preßbeleidigungsprozeß angestrengt haben. ! Bingen. Der Abg. Soherr hat in der Kammer den Antrag eingebracht, die beabsichtigte Bahn Un- denheim-Gau-Algesheim über Aspishcim-Dromersheim- Büdesheim nach Bingen zu führen. flu$ aller Mir. ::: Heidelberg, 3. April. Wegen Vergehens gegen § 175 in drei Fällen und 8 174 Ziffer 3 in einem Fall wurde heute von der, hiesigen Strafkammer der Professor der Medizin der hiesigen Universität Dr. F r a n z F i s ch l e r zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. ::: Die Po st Verbindung über S e r b i e n ist wieder, hergestellt. * London. In Jorkshire streiken 170 000 Kohlender,gleutc. ::: 2 t e u e r p o c s i e. Jni dem österreichischen Grenzorte Mühlviertel erdachte sich ein steucrseindliches Bäuerlein folgenden Haussegen: „Bewahr, o Gott, dieses Haus aus Stein, Und alle, die gehen aus und ein, Beschütz uns Menschen aus Erdenstaube Und dreh zurück die Steuerschraube." gesedäMickes. :: Die Gelegenheit ist günstig zu einem Versuch, die teur,e Butter durch Schlinck's P a l m o n a, die allgemein beliebte Pslanzenbutter-Margarine, zu ersetzen. Keine Hausfrau sollte versäumen, ihre Feier,tagskuchcn einmal mit Palmona zu backen ! Das Resultat ist dasselbe wie mit Butter, dabei erzielt man eine ganz wesentliche Ersparnis. Auch als Brotaufstrich ist Palmona sehr zu empfel le», da Geschniack und Aroma der feinsten Meiereibutter gleichkommen. Kirchliche Nachrichten. Euangrlische Gemeinde in Girhrn. Sonntag Palmarum, den 5. April. Landcs-Buß- und Bettag. Kollekte für Hess, evang. Gemeinden in Orten mit überwiegender katholischer Bevölkerung. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vorm. d l / 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vorm. 11 Uhr: Beichte und hl. Abendmahl für die Militärgemeinde. Pfarrer Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kindcrkirchc für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vorm. 9/ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Vibelbesprechung im Johannessaal. Katholische Gemeinde in Gießen. Samstag, den 4. April. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Samstag Nachmittag und Abend und Sonntag Vormittag 6— l l / 2 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören. Sonntag, den 5. April. Palmsonntag. Vorm. 6 y 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste HI. Messe. Gemeinschaftliche Osterkommunion der Vereine. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt. Vor dem Hochamt findet die Palmenweihe statt. Vohm. 11 Uhr: Hl. Messe. Nachm. 4J/£ Uhr: Jungsrauen-Kongregation. Nachm. 6 Uhr: Predigt-, darauf Paffionsandacht. Dienstag abends um 6% Uhr ist Fastenandacht. Diaspora: In L a u b a ch um 10 Uhr. In L i ch um 9s^ Uhr. Verantwortlich: Albin Klein. Gießen. die beste Liiisrsnuldi’-SsiTs von Bergmann & Co. f Radebeul, für zarte weiße Haut und blendend schönen Teint, ä Stück 50 Pfg. Überall zu haben. MOTOREN MODEUCM Billig in Anschaffung u. Betrieb Gasmotoren-Fabrik Deutz. Zweigniederlassung: Frankfurt a.M., Taunusstr. 47. deren Echtheit garantiert dieser z,°l" iNatadorstern beste Schweisswollen für Sfrümßfe * Socken. nicht eiriläufend nicht Filzend. *t Qualitäte n . Stark-Ex tra-Witlel-Fein. 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Das Reich der frau. 3® 3® Buffer der Modell-Nummer gebe man bei Bestellung von Schnittmuftern ols Mal; an: für Taillen die Hälfte der Oberweite, für Rücke die ganze Hüftweite, die, wie die nebenstehende Abbildung zeigt, zu nehmen find. U, VII. HToöebcritR Beschreibung der Bilder. wohl selten sind UNS solche Ueberraschungen in Blusen geboten, als in diesem Oahr. und kaum hlllien wir es für möglich gehalten. Sah eine so erstaunliche Vielseitigkeit für Oic 2?Iu f e, dieses Kleidungsstück, das die Taille jetzt tatsächlich ganz zu verdrängen scheint, je möglich gewesen wäre. Das; sie aus ihrer Aschenputtelstellung längst herausgekoniinen und sogar salonfähig geworden, bedarf ivohl keiner Erwähnung mehr, daß die JJIufe aber je in einer solchen Vielseitigkeit auf Len Markt gebracht würde, wie wir es in diesen Tagen erlebt haben, er- scheint manchem unbegreiflich. Die einschneidendsten veränderiliigen an diesem Kleidungsstück Iiaben nicht nur die Aerinel, sondern auch die Vorderteile, der Rücken. genug: die ganzen Blusenformen erfahren. Der übermäßig langen Schulter ist meistens ein tanger Aer-iiel angefetzt oder «ine Armkugel angeschnitten, der'der lange, enge Aerinel angefügt wird. Bei ganz weiten Blusenformen beginnt der Aerinel eigentlich schon am Halsausschnitt. häufig sieht inan sie auch einer paffe angeschnitten, was besonders bei den tkemdblufenärmeln der Lall ist. Die Ansatzlinie der paffe macht dann eine Schweifung nach unten. Deii hals- ausschiiitt finden ivir an der heutigen Bluse mehr V-förmig als riind, und dieser kleine, spitze Ausschnitt erstreckt sich auch auf de-a Rücken. Last bei jedem Blusenschnitt sehen wir die bisher ungewohnte Stoffülle unter dem Arm, auch find ihm häufig Schaß- ehea tiiid (filacken- tuiilken angcsetzt. li ickelblitsen, lieber- blu'en. Blu enbo'eros. Blue» mit angelchnit- .cacii r.versariigen Jiiv. neu ' ■ i>o fli. 65651, Pa- cu .i (ur. 65U). Rag fen 1 llr. 6574) 11110 die u verirüstlichen kemdblusc», die jetzt jedoch meistens nicht mit hohem, steifem Kragen, sondern mit iv.ickem Siegel,ragen getragen werden lsiehe He. ts;s), gehören zu de» beliebtesten Lärmen. 2lis Ausstatiuug dienen N 0 eh immer die Selbstbinder, doch als neu für diese Blusen dürften die /tragen mit angeschnittener Krawalle und die Vatermörder- Kragen zu bezeichnen sein. Als Neuestes vom Ileuen ist noch die .Lurlanabluse" zu erwähnen, die extra für den neuesten Tanz kreiert wurde und mit einem weiten Nock getragen wird. Die Tüll-, Krepp-, Seidenmusselin- und schottischen Taftblusen werde» sicherlich im Lrühjahr vorherrschen, und Stickereien, Spitzen und Lilet kommen dabei vielfach zur Verwendung. Außerdem scheint die Larbenfreudigkeit der Stoffe noch zugenommen zu haben, denn krasses Gelb, Tango. Pfirsichfarben, Not von den mattesten bis zu de» tiefste» Tönen, leuchtende grüne und schöne bräunliche Larbe» be- Haupte» sich neben den Karos und Schotten auch für die Bluse. Lür den Sommer werden wir auch in lvaschbluse» reizende Neuheiten zu erwarten haben, wie broschierten Voile, gemusterten Iliull, und Mull mit Punkten in farbiger Glanzseide, sowie weiche Laponseide. Auch für die Liugerieblusen haben wir Neuheiten in Aussicht, nämlich farbige Taftrüschen und bunte Bärtchen. Dah für die losen, weitfallenden Blusen der Tunikarock besonders in Lrage kotnmt, soll hier nicht unerwähnt bleiben, während zu den Hemdblusen der Lowboy-Rock mit aufgesetzten Seitentaschen oder sonst irgend ein glatter Rock besser paffen wird, wie verschieden aber diese Tunikaröcke gestaltet werden können, veranschaulichen unsere Abbildungen, obwohl sie nur in beschränkter Zahl gegeben werden konnten. Statt der eigentlichen Tunika aber sind auch die Röcke mit den tunikaartig aufgesetzten Volants recht beliebt. An Aus- wähl fehlt es den Damen in dieser Saison also durchaus nicht, doch dürfte jede ihre Wahl mit größerer Vorsicht als sonst bei ungewohnten Ileuheiten zu treffen haben, denn das Sprichwort: .Lins will sich nicht für alle schicken," bewahr- (leitet sich Heuer oft in bedenklicher weise. Helene Grube. «tnl-uhe »tute». Nr. 6582. Diese aus weißem Kragen, der mit feiner Krawatte wurden ebenfalls aus grüner Seide 6583 6565 d? 336V Gesclllchaftsblusen. Nachi»1ttagvdlu»en und Lunikarockr. 3361 IM suiammenyang gejchniNen wurde. Die Aermelinanichelten genommen. Schnitt in 40, 42, 44, 45, 48, Sä, 62. 54 cm halber lvberweite SO Pf. Nr. 0-474. Die nach den 2lernieln benannte Bluse (Raglanblusel besteht aus geblümter Musselinseide und erhielt eine gereihte Weste aus weißem Voile, sowie einen aus weihen Spitzen geformten vaier- - mörtzerkragen, z» dem auch 'die Aermelauf- schläge paffen. Schnitt in 42. 44. 40, 48. SO, 62 cm halber Oberweite 60 Pf. Nr. 6585. Schwarzer Tüll bildete das her- stellungsmateriat zu dieser schicken Bluse, die über der Schulter ausspringende Stüschen zeigt. -Ilm den spitze» Halsausschnitt ist eine schivarze Tüllrüsche gelegt. die »on schwarz- seidener Blende begrenzt wird. Die halbsangen ausgeschnittenen Aermel können auch lang genomnien werden. Schnitt in 44. 45, 45, SO, S2. 64, 65. 50 cm halber Oberweite 50 Pf. ‘ Nr. 6505. Diese aus leichtem Musselin, weißein oder farbigem Tüll zu arbeitende Bluse ist vorn gereiht und erhält durch de» ..angeschnittenen" Umschlag eine besondere Note. Umschlag. Liege- braaeiz und Aermchh aufschlag wurdest ätzS dem Blusenstoff genommen, jedoch mit schwarzer Spitze tim- säumt- Die Bluse ist ohne Lutter zu arbeite» und kann lange oder halblange Aermel erhalten. Schnitt in 42, 44, 45. 45,' SO. 62, 54, 56 cm halber Oberweite 50 Pf. Nr. 0518. Unsere aus gemustertem perkal gearbeitete glatte hemd- bluse ist an den Vorderteilen in Lälichen ab- genäht und mit iveißein Liegekragen und gleichen Manschellen ausgeflat- tet. Line lange, farbige Krawatte vervollständigt die Ausstattung der einfachen Bluse. Schnitt in 40, 42, 44. 46, 48. SO. 52. 54, 55 cm halber Oberweite 50 Pf. Nr. 6520. weniger einfach präsentiert sich uns diese Hemdbluse, die vorn einen übertretenden Schluß und einen Latz unter dem Halsausschnitt erhält. Unter dem Achselstück kommen lange Aermel hervor. Schnitt in 44, 45, 48. SO. 52, 54, SS cm halber Oberweite SO Pf. llr. 5561. Die modernen Tunikaröcke können entweder zu einem ffackelt passend oder auch i» jedem anderen beliebigen Stofi ausgeführt werden. Unsere Vorlage hat eine vorn sch'ießende Tunika im eui a»-a)-Lch»itt, die hinten in einer übertretenden Lalle des Rockes verläuft. Schnitt in 06, 100. 104, 10S, 116, 120 cm Hüftweite SO Pf. llr. 5564. Diesem glatten Rock wurde eine kurze, unten etwas abgerundete Serpentinetun,ka aus weißem Tüll angefügt, wahrend der Rock aus gleicher Seide war. Schnitt in 05. 100, >04, 108, US. 125 CM Hüftweite 80 Pf. llr. 5558 zeigt eine aus gemustertem Tüll gearbeitete Tunika zu einem weißen Alpakarock. Sie wurde dem Rock unten .angeschoppt". Schnitt in SS, ISO, 108, US CM Hüftweite 80 Pf. llr. 5560. 2luch dieser Tunikarock erhält hinten eine übertretende Lalle, unter der die Tunika verschwindet. Der Rock bekommt unten einen kleinen, abgerundeten Lin- schnitt, und die Tunika geht oben eckig übereinander, während sie nach unten wieder auseinandertritt. Schnitt in SS, 100, 104, 108, US. 120 cm Hüftweite 80 Pf. Bei den aus Tüll gearbeiteten Tuniken können die Blusen ent- weder zu dem Tüll der Tunika oder zu dem Rock paffend getragen werden. 3m letzteren Lall müßten Kragen und sonstige Ausstattungen der Bluse jedoch in Ileberein. stimmung mit der Tunika genommen werden. h. <ß. Briefpapiere, Briefumschläge, Korresfpondcnzkarten, Siegellack in allen färben und Qualitäten empfiehlt fllbin Klein, Papierhandlung, Giessen. ZeUmMg SZ. Sie decken Ihren Osterbedarf in Schuhwaren gut und billig im Springmcinns Schuhwarenhaus »ar.Bosuoh Lehranstalten Wil*d landwlrtschaftll durch (JsStudium 4weltberühmt 8elb8lanterricht«werke Methode * Die landwirtschaftlichen Fachscbrflen. Handbücher ixir Aneignung der Kenntnisse, die an landwirtschaftlichen Fachschulen ghlehrt werden, und Vorbereitung zur jyfschlussprtifung der entsprechenden Anstalt. — Inhalt: AckerbauleJ* lehre, landwirtscbkjtl Betriebslehre und Buohführui) ottioj Pflanzenbau- g, Tierproduktions- lehrej landwlrtschafbBche Chemie, Phynik, Mineralogie, Naturgeschichte, *" "* ' Deutsch, Französisch, Geschichte, Geographie. llC Mathematik, J Ausgabe A: Laridwirtsohaftxsclj Ausgabe ß: Ackerbanschole Ausgabe C: LondwirtflohaftU^he H’lntersohule Ausgabe 0: LandwikgchaUllche Fachschnle Obige Schulen betwecken, einevüchti^e allgemeine u. eine vorzügliche Fachschulbildung tu verschaffen\Wahrena der Inhalt der Ausgabe A den gesamten Lehrstoff der LandXrtschaftsschdle vermittelt und das durch das Studium erworbene B^ifeheugnls dieselben Berechtigungen gewährt wie die Versetzung nacra der 'Obersekuoda höb. Lehranstalten, ------ ..— j:- » — J/r% •>;- “^--etiscben Kenntnisse, die an haftlichen Winterschnle ge- verschaffen die Werke B um einer Acherbauschule bzw. 'C die thhj 1er landwin lehrt werden, Ausgabe D/xst für solche bestimmt, die nur die rein landwirtschaftlichen F&one um sich die nötigen . er beziehen wollS Fathkenntnisse antueignia Auch durch das ßtudhfm nachfolg. Werke legtenSsehr viele Abonnenten vortreffliche Prüfungen ab und verdanken IhnenVihr ausgezeichnete* Wisahn, ihre sichere einträgliche Stellung: Der ElnJ.-ErelulU., Das Ablturlenten-Examen, Das Kgmoaslum, Das Realggmnas., Hie Ober' realschale, Das Lgzeutn, Der geb. Hatofmann. Aasführüche Prospekte, eöwie begeisterte Dankschreiben über be* stand/ne Prüfungen, die durch das Studium der MetboddvRnitin abgelegt sind, gratis. — Hervorragende Erfolge. — Ansbubt«, ndangeti ohne Kanfcwang. — Kleine Teilzahlungen • Bonness L Hachfeld, Verlag, Potsdam 8.0. 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