t fr Vez»-ry»M 2S Pfg. monatlich Mi rtelKtzr i tch 7» »«rmiszadlbm:, frei in« Hau«. Ub,«h»lt im mfecrr «»-dttion oder in den Zweig. : mdgobcftram M P»v - «schein, Lxpeditian^ 5elter5 weg 83. MI4M»>ch» UN» — Redaktion: Kellers- »«g 88. — Kür «nsbewahrung oder Rückiendung nicht verlangter Mannskrinie wird nilüt garantiert. Verlag der ..»le^enrr Zeitung" «. m. » H gnzeigenpreir 15 pfg. , die 44 mw breite Petitzeile sür Auswärts 2(1 Pfg. Die 90 a>m breite Rek la m e . Z e i l e NO Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewläu und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchrcitung des Zahlung», ziele» 130 Tagei, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Weglaü. Platzvorfchriftcn ohneBerbindlichkei.. Druck der Mietzcncr BcrlagSdrnckerci. Albin Klein. Nr. 24 Telep hon: Nr. 382. Sumstag. den 21. März 1914. Telephon Nr. 362. 2V. Iahrc,. K 1 <11 fl Polttifcüe Rundfchau Deutschland. * Der Kaiser besuchte vorgestern vormittag den Großadmiral v. T i r p i tz, der seinen 65. Geburtstag feierte ik. Die Kaiserin traf nachmittags von Brauu- schweig in Berlin Heder ein. Der Kaiser empfing sie aus dem Bahnhose und geleilele sie nach dem schlösse. Die Rückreise noch Braunschweig erfolgte abends. * Die Herzogin von Braunschwcig, des Kaisers Tochter, ist am 18. März früh um 5 Uhr von einem Pr, i uzen entbunden worden. " Die Mocgenblätter melden, die Ernennung des preußischen Ministers des Innern v. Dallwitz zum Statthalter^ von Elsaß-Lothringen stehe bevor. * Die hessische Regierung hat mit dem Scnioren- konvent der Zweiten Kammer über die Aenderung des Gesetzes belressend die Diäten sür A b g c o r d n e te beraten und sich dahin geeinigt, sür auswärts wohnende Abgeordnete die Diätensätze aus '15 Mk. und sür Uebcrnachlcn aus 5 Mark zu erhöhe». Bisher betrugen die Sätze 9 Mark und 3 Mark. Ferner, sollen in Zukunft auch die in Darmstadt wohnenden Abgeordneten, die seither aus keinerlei Eittschädigung Anspruch hatten, 10 Mark Diäten erhalten. Aus dieser Grundlage wird die Regierung voraussichtlich demnächst dem Landtage «ine Vorlage machen. — Der Gesetzgebungsausschuß der E r st e n Kammer hat den Antrag der Abgg. Schmitt und Genossen über die Zulassung d e r g e i st- l i ch e n Orden im Großherzogtum Hessen im wesentlichen nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer an-! genommen. * Rach einem Erlaß der bayerischen Regierung ist j die Lieferung von Petroleum, das von der Standard Oil Comp, herrührt, für alle bayerischen Staats - betriebe vollständig ausgeschlossen. Ungarn. * Im ungarischen Abgeordnetenhaus kam es bei der Nationalrtätendebatte zu einem scharfen A n g r i s s gegen den Dreibund. Der Abgeordnete und frühere Justizminisler Polonrsi hielt eine Rede, in der er dem Grasen Michael Karoly den Dan! der Opposition aussprach, weil dieser eine Aktion zur Bekämpfung der Dreibundpolitik eingeleitlt hat. Er verlas einen Artikel der „Norvoje Wremja", in dem ausgeführt wird, daß Rußland zu Ungarn in innigere Beziehungen zu treten wünsche. Die Oppositionspartei feierte den Redner durch laute Ovationen. Schweden. * Die neue Verteidigungsbioschüre, die in der letzten Zeit von Sven Hedin unter dem Titel „Die zweite Warnung" ausgcarbeitet wurde, wird in diesen Tagen in einer Million Eremplaren in ganz Schweden verteilt. Sven Hedin sieht in der bisherigen Neutralitätspolitik nach allen Seiten Gefahr und fordert zum Anschluß der schwedischen auswärtigen Politik a n die Mächte des Dreibundes, hauptsächlich a n ! Deutschland, auf. Albanien. * Das albanische Ministerium wurde folgendermaßen gebildet: Turkhan Pascha: Vorsitz und Aeußeres; Essad Pascha: Krieg und Finanzen; Fürst Bibdoda, Inneres und Post und Telegraphen: Aziz Pascha: Justiz und Kultus; Dr. Turtulli: Unterricht; Hassan Bei-Pristing: Ackerbau und Handel. Montenegro. * Der srühere montenegrinische Finanz - minister Drljevic tritt in einem offenen Schreiben sür die , diplomatische, militärische und zollpolitische Union ! Montenegros mit Serbien ein. Drljevic er- I klärt, daß die Unionsidee, die ini montenegrinischen Volke I bereits großen Anhang gesunden habe, nicht nur, die Frage des finanziellen Bestandes Montenegros, sondern auch des allserbischen Problems lösen werde. Merlko. * Die „Evening Sun" meldet aus M e r i k o, daß in Iojutla de Iuarez 119 Meuterer aus der Kaserne der Bundcstruppen aufs freie Feld geführt und erschossen worden sind. Die Masscneiekution dauerte nur eine halbe Stunde. Die Leute wurden in Abteilungen von | 12 Mann vor einen Sandhaufen geführt und erschos- I sen. Die Leichen wurden alsdann in ein genicinsaincs ! Grab geworfen. Werden die Der. Staaten im Falle des Zustandekommens des Reicho-Detroleum-Wonopols Gegenmahregeln ergreifen. Man schreibt uns: Ständig mehren sich die Schwicrigleiten bei der Durchführung des Reichs-Petroleum-Monopols, so daß ! die Zahl seiner Freunde schon sehr klein geworden ist. j Da droht eine neue g^r o h c Gefahr aus Amerika in I Gestalt von Ausfuhr-Syndikaten. In den gesetzgebenden J Körperschaften der 33er. Staaten schweben anläßlich der ! Beratungen der Antitrust-Eesetze Erwägungen über ein I Gesetz, nach welchem es einzelnen Industriezweigen ge- I stattet sein soll, sich zu Preiskonventionen gegen das Ausland zusammenzuschließen, während die Trustbildung sür das Inland verboten bleiben soll. Als Bei- j spiel wird angeführt: amerikanische Gesellschaften beherrschten die Weltproduktion an Kupser zu 75 Prozent, I die Rohölproduktion zu 65 Proz., sie hätten es also in , der Hand in diesen Produkten den Weltmarktpreis fest- ! zusetzen. Derartige Konventionen könnten also die Quelle Nach antikem Master. Humoreske von 3ldolf Thiele. Nachdruck verboten. Nun war sie allein mit ihren Gedanken. Sie hatte ja im allgemeinen nicht über ihren Mann zu klagen; er verstand sein Fach; war häuslich freundlich und zusrieden. Wenn er nur nicht manchmal, alle zwei bis drei Monate diesen Raptus bekommen hätte! War er aber wieder einmal in diese abscheuliche Gesellschaft geraten, dann war es auf 8 Tage vorbei mit ihm, das wußte sie schon. lieber ihre Schwelle wagte sich natürlich keiner von der Klique, aber wenn sie ihren Mann nur hätte verhindern können das Haus zu verlassen. Wenn es nur dafür ein Mittel gäbe! Um sich ein wenig zu zerstreuen, schlug sie das Buch auf, in dem ihr Sohn gelesen. Es war ein Lehr - buch der griechischen Geschichte, ein Fach, sür das sich die Frau Meisterin nicht gerade interessierte, das aber immerhin angenehmer war als ihre gegenwärtigen Gedanken. Sie hatte zufällig die Lebensbeschreibung des Demosthenes aufgeschlagen. Etwas zerstreut las sie eine Weile, bis sie plötzlich sehr aufmerksam wurde. Sie schien etwas unerwartetes gesunden zu haben, mehrmals las sie ein und dieselbe Stelle, und die Festigkeit, die sich endlich auf ihrem Antlitz ausprägte, deutele an, daß sie einen Entschluß gesaht hatte. Die Geisterstunde war schon vorüber, als der Korrektor Nonnemann seine lange, in einen langen Rock gehüllte Gestalt erhob und mit seiner Grabesstimme sagte: „Nun ist es wohl an der Zeit, daß wir unfern Freund bestatten." Der so Bezeichnete war kein anderer als Häseke. i Bereits dreimal war er unter den Tisch geglitten und jedesmal, nachdem man ihn aus dem Dunkel herausge- ! sischt, hatte er nach einem Glase Bier verlangt. Jetzt saß er nun hübsch ruhig auf seinem Platz, rechts von seinem treuen Kriegskameraden Strunzel, links vom Auktionator gehalten. Plötzlich bekam der letztere einen fürchterlichen Schluk- ker. „Dacht' ich's doch", sagte er, als er sich ein wenig erholt hatte. „Vorgestern trank ich ein halbes Glas Wasser. Das hat meinen Magen angegriffen, das verflirte Wajsertrinken." Der Er-Kravattenfabrikant hatte sich schon längst entscrnt, da ihm seine geregelte Lebensweise nicht mehr als die gewohnten „Fünfzehn" erlaubte, auch der früh- aufftehende Gärtner war gleich einer Frühlingsblume verduftet. Der Kammerjäger spielte mit einem Fläschchen Gift und malte dem darauf befindlichen Totentops mit Mostrich einen Schnurrbart, und der Korrektor hatte ein Zeitungspapier, in dem zuvor Käse cingewickelt gewesen, vor sich gelegt und es gewissenhaft korrigiert. Endlich aber erhob er sich, und gab somit das Zeichen zum Aufbruch. Häseke wurde durch einige drastische Mittel soweit ermuntert, daß er seine Zeche bezahlen konnte, und dann geleiteten Wirt und Kellner die Herren hinaus. Leider konnten sie nicht verhindern, daß infolge einer seltsamen Verkettung der Umstände und Beine die ganze Gesellschaft die drei Treppenstufen vor der Haustür hinunterpurzelte, und sich unter Bekannten, das heißt unter diesen liegend, wiederfand. „O meine Bürger, welch' ein Fall war das!" zitterte der Korrektor, der zuerst seine lange Gestalt aus dem Knäuel hob. „Da sielet ihr und ich, wir alle sielen." Häseke bewies nicht mehr Munterkeit als eine vier- zehntägige Wasserleiche, er wurde daher von den barmherzigen Brüdern aufgepackt und gleich einem Fracht - kolli seiner, zweifelsohne sehr erfreuten Gattin vors Haus getragen. Man legte ihn jedoch nicht, wie weiland Siegsried, aus der Schwelle nieder, sondern -schloß vermittelst des Neunzölligen die Tür aus und plazierte den „sichtlich erheiterten" Mann im Hausflur, woraus die Feslgenossen nicht verfehlten, sich mit einer ungemeinen Behändigkeit aus dem Bannkreise der Frau Meisterin zu entsernen. Frau Häsel'c hatte sich schon zur Ruhe begeben. Trotz der ohrenverhüllenden Nachtmütze hatte sic den Lärm vernommen, mit dem sich die Gesellschaft ihres Gatten in empsehlende Erinnerung brachte. Mit einem Lichte in der Hand und einem ent - schlossenen Zuge auf dem Antlitz suchte sie den Meister. Sie sand ihn friedlich an der Wand sitzend. Zuerst entwand sie ihm den NeuNzölligen, den ihm der ordnungsliebende Korrektor in die Hand gedrückt, und verschloß die Haustür. Dann holte sie einen Blasebalg und bließ ihrem Herrn Gemahl so lange ins Antlitz, bis er auswachte, und endlich gelang es ihr, den Vater des Hauses ins Bett zu bugsieren. Jetzt allerdings hätte ihn keine Macht der Erde mehr zu erwecken vermocht. einer ungeahnten Vermehrung des amerikanischen Nalio- nalvennögens sein. Der neue Gesetzentwurf ist mit großer Begeisterung ausgenommen worden. Man wies daraus hin, Las; Deutschland ein wertvolles Präzedens geschossen habe, indem es der Verschleuderung des Halis ins Ausland entgegenlrete. Auch sei die Preiskonvention gegen ausländische Konsumenten namentlich deshalb wünschenswert und notwendig, weil im Ausland Ab- nehmervereinigungen beständen oder, im Entstehen begriffen seien (Reichs-Petroleum-MonopoU), die mit der ausgesprochenen Absicht eingerichtet würden, einen Druck aus die Preise der Rohmaterialien auszuüben. Kommt das Gesetz zustande, und daran ist _ bei dem praktischen Sinn der Amerikaner kaum - zu zweiseln, dann ergeben sich daraus Folgerungen für den amerikanischen Handel mit dem Auslande, deren Tragweite heute kaum zu übersehen ist. Jedenfalls wird es nicht lange dauern, bis sich die amerikanischen Leuchtölsabrikanten über einen vom Ausland zu sordernden Mindestpreis verständigt haben. Die deutsche Monopolgesellschas! bleibt aber, wie allgemein bekannt und unbestritten, mit ihrem Bedarf zum weitaus gröszten Teil aus Amerika angewiesen und wird somit gewissermaßen ein Spielball in den Händen einer Preiskonvention sein, die alle amerikanischen Leuchtölsabrikanten in sich vereinigt hat. Den Monopolsreunden möge das neueste Vorgehen Amerikas nur ein Beweis sein, wie zahlreich die Möglichkeiten sind, gegen einen vielleicht lästigen Feind aus dem Petroleummarkt Gegenmaszregeln zu ergreijen. JHu$ Stüdt und Land. n Gießen, 16. März. Der Kreistag des Kreises Gießen hat eine Satzung beschlossen, wonach der gewerbsmäßige Handel mit ländlichen G r u n d st ü ck e n sowie mit Hosraiten, die dem land- wirtschastlichem Betrieb dienen, ferner mit Waldbesitz, soweit solcher nicht im Besitz des Fiskus steht, mit einer Steuer von 30 Prozent des dabei erzielten Gewinnes belegt wird. Trifft diese Steuer mit der Wertzu - wachssleuer zusammen, so darf der Gesamtbetrag b e i- d e r Steuern 40 Prozent des Gewinnes nicht übersteigen. Der eingehende Steuerbetrag stießt in die Ge - meindekasse derjenigen Ortschaft, in deren Gemarkung die verkaufteil Objekte liegen. Von einzelnen Mitgliedern des Kreistags wurde die Notwendigkeit der Satzung bestritten, da von einem das Gesamtwohl schädigenden Güterhandel in der Gegend sich nichts habe feststellen lasse». Regier,ungsrat Welker, der die Vorlage vertrat, erklärte, die Satzung sei als vorbeugende Maßnahme gedacht, außerdem schließe die hohe Steuer die Konkurrenz der gewerbsmäßigen Eülerhändler aus, sodaß sreiwerdender Besitz von den Gemeinden nicht allzu hoch angekaust werden könne. Die Satzung wurde e i n st i m m i g angenommen. * In einer starkbesuchten Bezirksbesprechung rheinhessischer Genossenschaften in Alzey wurde von dem neuen Direktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank mitgeteill, daß die Bank eine Schadenersatzklage über 2 Millionen Mark gegen die Mitglieder des alten Aussichtsrates eingereicht habe. Die Bemerkung des Direktors, daß dies von den Genossen - schäften wohl mit Freude ausgenommen werde, fand in der Versammlung Widerspruch. Man riet im Interesse einer ruhigen Abwickelung und wohl auch wegen der ungeheuren Kosten dieses im Ausgange jedenfalls zweffelyaften Prozesses znm Vergleich. Eine Anregung, den Direktor Mager von der Zentralstelle in den Aufsichtsrat der Bank zu wählen, wurde von dem Staalskommiffar Finanzrat Dr. Michel befürwortet. Auch die Regierung nehme schon wegen der Sicherstellung des Staatsdarlehns lebhaftes Interesse an der Liquidation der,. Genossenschaftsbank. Darüber müsse man sich vielleicht in der nächsten Generalversammlung der Bank Unterhalten. ' Staatlicher Beitrag zur Jugendfürsorge. Die hessische Regierung beabsichtigt, den ihr im Budget zur Förderung der Iugendpslege aus der Staatskasse überwiesenen Betrag von 3 0 0 0 0 Mk. mittelbar nur an folgende große Verbände gelangen zu lassen: Landesverband Jungdeutschland, Mittelrheinkreis Doch das Werk der tüchtigen Hausfrau war noch nicht vollbracht. Sie trat zUm Tisch und blickte noch einmal in das ausgeschlagene Buch. Roch einmal las sie die Stelle aus dem Leben des Demosthenes! „Er schor sich das Haar ans einer Seite, um sich eine zeitlang jeden Ausgang unmöglich zu machen und ganz auf sein Studium angewiesen zu sein." Gleich daraus nahm sie ihre Schere und schnitt dem bewußtlos Daliegenden entschlossen das dichtwachsende Haar ab, dann seifte sie ihm das Haupt ein, ergriff das schon bereit gehaltene Rasiermesser und barbierte dte letzten Reste hinweg. Freundlich wie ein neugeborenes Ei glänzte ihr der kahle Schädel entgegen. „Du wirst mir die nächsten Tage nicht ausgehend, sagte sie zufrieden, umhüllte den Kops des Gatten mit einer schützenden Nachtmütze und begab sich im Be - wußtsein einer guten Tat zur Ruhe. Bei Tagesanbruch, zwischen Schlafen und Wachen, empfand Meister Häseke eine eigenartige Kühle aus seinem Haupte. Der ungewohnte Zustand ermunterte ihn endlich, wie aber erstaunte er, als er sich mit dem Embleme schöner Weiblichkeit geziert fand und gleich daraus ent- der Deutschen Turnerschaft, Verband für Jugendwohl- sahrt und Jugendfürsorge Darmstadt, Evangelisch. Jünglingsbund im Großherzogtum Hessen, Verband katholischer Jugendvereinigungen der Diözese Mainz, Landesgewerbeverein. Die Mittel aus der Staatskasse sollen dauernd nutzbar verwendet werden zur Errichtung von Jugendheimen, Anschaffung von Turn- und Spiel-Geräten, Einrichtung von Leseabenden, Lesehallen, Bibliotheken rmd zur Förderung der Jngendwanderungen. Die unmittelbare Beteiligung der Regierung an diesen Bestrebungen ist nicht beabsichtigt, da keine amtliche Ju- | gendpslege in Aussicht genommen werde. n Gießen. Herr Provinzialdirektor Geheimerat j Dr. U s i n g e r hat den Ehrenvorsitz über die Eewerbe- j Ausstellung Gießen 1914 übernommen. Ehrenvorsitzen- I der des Ausstellungsvorstandes ist Herr Oberbürgermeister Keller. n Gießen, 18. März. Der Oberbürgermeister hat sich dieser Tage an die Eisenbahndirektion gewendet mit dem Ersuchen, die beiden vorgesehenen Ueber - holungsgleise nicht an der Badenburg, sondern in der Nähe der Unterführung der Wißmarer Kreisstraße und des Rodbergs anzulegen und dabei den schon lange schwebenden Plan einer Personenhalte st eile Gießen-Nord zu verwirklichen. Bei dieser Lage der Ueberholungsgleise sei auch die Anlage von privaten Anschlußgleisen zu erwarten, die für die weitere Entwickelung der Gießener Industrie unbedingt nötig, beim Güterbahnhos aber, der zwischen der bebauten Stadt und der Lahn eingezwängt sei, kaum möglich wäre. Dadurch würde auch der sehr beschränkte Güterbahnhos Gießen sehr entlastet werden. n G i e ß e n. Bei der zweiten Versteigerung des W i n d h o f e s wurde dem Grasen Emil Friedrich von Schlitz genannt Görtz zu Schlitz für das Höchstgebot von | 41 000 Mork der Zuschlag erteilt. Diese Summe ist sehr ' gering gegenüber den Baukosten, die seinerzeit 185 000 Mark betrugen. o Nieder-Weise l. Morgen feiern die Eheleute Samuel Krämer das Fest der goldenen Hochzeit. o> I l b e s h e i m. Gestern feierte Fr.au Witwe E. Schnabel ihren 100. Geburtstag. Die Jubilarin dürste wohl die älteste Person des ganzen Regierungsbezirks sein. Dabei ist ihr körperlicher und geistiger Zustand noch so frisch, daß sie mit regem Interesse Erinnerungen aus ihrer Jugend zu erzählen vermag. ! Gonsenheim. Die jahrzehntelange Steuerfreiheit der Ortsbewohner hat mit dem Rechnungsjahr 1914 aufgehört. Die reichen Einnahmen und Ue- berschüsse aus dem Ertrag der Eemeindeländereien reichten in den letzten Jahren nicht mehr zum Ausgleich des Haushallplanes aus. Infolgedessen erhebt der Ort in Zukunft 35 Prozent Gemeindesteuern. Ein weiteres Anziehen der Steuerschraube ist zu erwarten, wenn eine neue Schule und die Klärbecken gebaut werden müssen. s D a r m st a d t. Die hessische Regierung hat dem Elektrizitätswerk Rhetnhessen die Genehmigung zu den Vorarbeiten für die verschiedenen links- und rechtsrheinischen Vorortbahnen für Worms erteilt. s D a r m st a d t. Wegen Unterschlagung und Betrügereien wurde der Verwalter des Offizierkasinos des hiesigen Trainbataillons, der Unteroffizier A. Schmidt, sestgenommen und in das Militärgesängnis eingeliefert. l Er ist beschuldigt, im Laufe der letzten 10 Jahre 10 000 Mark unterschlagen zu haben. ):( Marburg. Die Lahn hat südlich von Marburg bei den Dörfern Argenstein und Roth, weite Streiken überflutet. Das Wasser steigt infolge des andauernden Regens noch fortwährend. Auch die Nebentäler der Ohm, Wohra, Allna usw. sind völlig überflutet. — Die Ueberschwemmungen der Schwalm haben eine Ausdehnung angenommen, wie noch selten. Das ganze Tal von Schrecksbach bis Treysa gleicht einem riesigen See. ):( Kirchhain, 19. März. Bei dem gestrigen Ersatzgeschäst gelangte ein Rekrut zur Vorstellung, der das stattliche Längemaß von 1,97 Meter auswies. Der junge Mann, der aus Neustadt stammt, wurde zur Garde-Jnsanterie ausgehoben. deckte, daß zwischen seinem Haupte und seinem Knie in Bezug aus Haaressülle kein Unterschied zu spüren war. Die moderne Delila, die mit Sorgfalt alle Spuren ihrer Gewalttat verborgen hatte, beobachtete das Erwachen ihres geschorenen Simson. „Bist Du jetzt munter mein Schatz?" rief sie. „Sieh' nur, wie Dich Deine Zechbrüder zugerichtet haben !" Damit hielt sie ihm einen Handspiegel vor. Erschrocken bemerkte Herr Häseke, daß er wie Scipio AfrikanuS kein Härchen auf dem Kopse hatte. „Das sind die gewesen ? Euch soll doch dieser und jener", ries er zornig und sprang aus. Am liebsten wäre er gleich, wie er war, fortgestürzt, um diese Schmach zu rächen. „Nicht doch, lieber Mann !" besänftigte Frau Häseke. „So kannst Du ein paar Wochen gar nicht auf die Straße." „Aber alles wird mich auslachen", tobte der Meister. „Mas sollen die Gesellen denken?" „Das laß' mich nur machen!" Ich habe schon zu unserm Doktor geschickt. Du weißt, er ist ein verschwiegener Mann. Da heißt es dann nachher, Du wärst in ):( Fulda. Die. Ttraskammer in Fulda als Berufungsinstanz sprach nach zweitägiger Verhandlung 11 Rhöner Familienväter aus Wolferts, Friesenhausen, Steinwand, Kohlberg, Birkenhos und Alteurain wegen des sogenannten „F i n k e n h a i n e r Schulstreiks" frei. Die Angeklagten wurden im September vor. Js. vom Schöffengericht auf eine Anzeige des Kmisschul-Jn- spektors Wulf zu Geldstrafen verurteilt, weil sie aus Besorgnis um die Gesundheit ihrer Kinder diese nachmittags bei schlechtem Rhönwetter nicht in die bis 5 Kilometer entfernte Schule geschickt hatten. Zur Berufungsverhandlung waren 47 Zeugen und drei Sachverständige geladen. Der Freispruch wurde allgemein mit Be,rredigung ausgenommen. Kur aller Welt. > :: U? bc ^ a ' 20. März. Am Schwarzen Meer haben -r-tunn und Hochflut großen -schaden angerichtet. Einem Radio-Telegramm zufolge sind von 10 000 (?) I Astrachaner Fischern, die einen Tag vor dem Zyklon nutz- ! gelaufen waren, wie durch ein Wunder 800 wieder gelandet. Das Schicksal der übrigen ist unbekannt, j Tie Zahl der auf der Atschnjewsker Landzunge Ertrunkenen ist mit 3200 sestgestellt. 3 n Senebig ereignete sich eine große S ch i s f s k a I a st r o p h e, bei der 50 bis 60 Perso- ] n en zugrunde gegangen sind. Ein kommunales Damps- ! 80 Personen an Bord stieß mst einem italie- . mschen Torpedoboot zusammen. Der Zusammenstoß war ungemein heftig. Das Dampfbvot wurde glatt durckychnilten und saiik sofort. Sämtliche in der Kaiüte ! befindlichen Passagiere gerieten unter Wasser. HanveSstkaWmer Gietze» (Schluß.) ! b) Fahrplanänderungen auf der ! Strecke G i e ß e n — F u l d a. Das Eroßh. Ministerium der Finanzen, 'Abteilung für Finanzwirtschaft j m ?o (£t|enoal)ntDe[en, yat der Kammer mitgeteilt, dah 1 mit Rücksicht aus die von ihr vorgebrachten Bedenken ' von der geplanten Verlegung des Eilzuges 227 auf den Vormittag abgesehen worden ist, daß dagegen für die Neueinlegung eines Vormittagseilzuges nach Ansicht der > König!. Eisenoahndirektion Frankfurt a. M. «in allge- ! meines und dringendes Bedürfnis nicht gegeben fei. * Dieselbe Ministerialabteilung hatte der Kammer wei- I ! ter mitgeteilt, daß dte Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt ! a. M. beabsichtige, um den Eilzügen 227 und 228 i i mehr den Charakter eines Eilzutzes zu geben, die An- ! < schlüsse in Fulda sicher zu stellen und einen Anschluß in ' ! Gießen an den Zug D 28 nach Bad-Nauheim. Bad - l j Homburg, Wiesbaden und Frankfurt a. M. herzustellen ' ! eine Einschränkung der Aufenthalte vorzunehmen. Dem- i || nach sollten vom l. Mai 1914 ab bei dem Eilzuge227 j! j (ab Gießen 2,16 nachm.) die Halte in Zell-Romrod i Renzendorf und Großenlüder und bei dem Eilzug 228 t ! (ab Fulda 2.33 nachm.) die Halte in Großenlüdeii Wal- t I lenrod, Renzendorf, Zell-Romrod und Ehringshausen ! (Hessen) sortsallen. Diese vorgesehene FährplanändenMg | war nun Gegenstand einer sehr eingehenden Besprechung, | wobei sich ergab, daß in diesem' Falle die' Interessen Gießens und der an der Strecke gelegenen Orte, insbesondere aber diejenigen von Alsfeld und Lauterbach fick, | diametral gegenüberstehen. Angesichts dieser widerstrei- ! s tenden Interessen hat die Handelskammer von einer eige- f s neii Stellungnahme abgesehen und die entgegengesetzte» , Standpunkte und die hierfür geltend gemachten Gründe iij in objektiver Darstellung zur Kenntnis der maßgebenden ■ t j Stellen gebracht. I ^ c) Von Seiten mehrerer Mitglieder wurde Klage * i ( darüber geführt, daß in den auf der Strecke Gießen^- » > Fulda bezw. Fulda—Gießen verkehrenden Perfonenzü- JJ \ gen (ab Gieße» 5.52 nachm, und ab Fulda 2.31 n.) - | insofern unhaltbare Zustände bestehen, als niemals für , J, eine genügende Anzahl Wagenabteile 3. Klaffe gesorgt i ist. Die Folge davon ist, daß stets ein Teil der Reisen- ,| - den 3. Klasse in der 2. Klasse Platz nehmen muß, was , zu mannigfachen Unzuträglichkeiten geführt hat. Die l Kammer wird diese Klagen zum Gegenstand einer Etn- | Gesahr gewesen die Kopfrose zu bekommen, und wir 5) I selbst hätten Dir deshalb die Haare abgeschnitten. d. Du trägst zu Hause ein Käppchen — die Gesellen to werden darüber nicht lachen — und in einer Woche ist i tr alles wieder gut." I ft „Aber die Kerle, der lange Nonnemann und der ft Malesizkammerjäger und der verdammte Struuzel, denen tz muß ich's doch stecken." g, „Tue das nicht, lieber Mann!* Was willst Du ur ihnen anhaben? Sie werden Dich nur auslachen, wenn [ ti sie sehen, daß Du Dich ärgerst. Aber verkehren würde I«! ich nicht mehr mit ihnen." I g« „Verkehren? Wie, verkehren? Merken kaffen will fii ich mir nichts, aber ehe ich einen von der Bagage wie- Vi der ansehe, eher lasse ich mich — noch einmal scheren." Ich Nachdem der verschwiegene Hausarzt, den Frau ft, Häseke in ihr Geheimnis gezogen, vor allen Gesellen gar laut und lange über die Gesährtichkeit der Kopsrose ge- »o sprachen und endlich gegangen war, sagte sich Frau Hä- »» seke: „So, das wäre eingefädelt. Was nicht die Kinder flti heutzutage alles in der Schule lernen? Der Demoft- henes muh aber doch ein sehr gescheiter Mann gewesen ift sein. [ Jri( m (Schluß., gäbe an die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. machen. d) Die Handelskammer hatte im Interesse der beteiligten Kreise die Durchsührung der Züge der Solms- bachlalbahn lGraevcnwicsbrch-Älbshausen-Wetzlar) bis Gießen bczw. die Herstellung guter Anschlüsse zwischen den Zügen der Solmsbachtalbahn und denjenigen der Strecke Gießen-Wetzlar beantragt. Daraufhin bat die Kgl. Eisenbayndireklion Frankfurt a. M. angcoidnet. daß vom 1. Mai d. Js. ab die Personenzüge -4705 (Usingen ab 8.06, Wetzlar an 10.07 Vorm.) und 4706 (Wetzlar ab 1.32, Usingen an 3.10 Nacknn.) zwischen Wetz'ar und Erichen täglich verkehren werden. Weiter erhält der Personenzug 4707 (Eraevenwiesbach ab 11.48, Wetzlar an 12.54 Nacknn.) in Wetzlar Anschluß an den Schnellzug D 1.23 nach Eichen. Fm übrigen soll geprüft werden, wie weit die Herstellung der Anschlüsse zwischen den Zügen der Solmsbachtalbahn und denjenigen der Strecke Erichen—Wetzlar verbessert werden kann. e) Verpackung von Stückgütern beim Eisen bah n vcrsand. Eine Anfrage der König!. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. betr. Verpackung kleinerer Stückgüter zu gröheren Einheiten bat der Kammer Veranlassung glgeben, nackr Anhörung der beteiligten Kreise in einer Eingabe an die Kgl. Eisen'rahndirck- tion Frankfurt a. M. darzulegcn, dah eine übermäßig strenge Handbabung der bierüber bestehenden Vorscknis- ten eine erhebliche Erschwerung der Erpedition und auch eine Verteuerung dieser Güter mit sich bringen mühte. s) Annahme von Stückgut a nr Güter- b a h n h o s Eichen. Nach den in § 1 Absatz 8, Teil 2 der allgem. Adfertigungsvorschristen niederaeleg- ten Beslimmunaen kann seitens der Eisenbahnvcrwaltnna verlangt werden, dah bei Ablieferung von Stückgütern dtc Annabmc der einzelnen Stückgüter mit den zugeböri- acn Frachtbriefen übergeben werden. Von der Veckehrs- insoeklion Eicken war nun die strenge Durchführung dieser Vorschriften angeordnet worden. Gleichzeitig war den Versendern bedeutet morden, dah eine Abstellung der Sendunaen in den Güterschuppen nicht mehr gehustet werden könne. Die Durchführung dieser Anordnungen stich in in der Praiis auf grohe Schwierigkeiten und führte schliehlicb zu lebhaften Klagen der beteiligten Kreise, welche in einer Einaabe an die Handelskammer zum Ausdruck gelanglenk Diese sab sich deshalb ver nnlahl, bei der Effenbyhndirektion Frankfurt a. M. vor- stellio zu werden. Die Angelegenheit ist alsdann den Vorschläoen der Handelskammer entsprechend zur Zu- sriedenbcit der beteiligten Krcilc erledigt worden. g) A u s n a b in e t a r i f für Sendungen nach Spanien. Der im Eisenbahnverkehr mit Schweden und Norwegen über Nandrup und Sahnitz— Trällebora bestehende deutsch-schwediscki-norwegisckic Ver- bandsllütcrtaris, welcher mit ermähigten Frachtsätzen rechnet. enthält u. a. auch einen Ansnahmetaris 4 für Eisen und Stadl. Zu diesem Tarif aebören auch gußeiserne ,Radiatoren. welche von der Abteilung Lollar der BrU derus'schen Eisenwerke Wetzlar hergestellt und nach Norwegen und Schweden ansaesührt werden. Nun ist ober die Station Lollar in diesen Ausnahmetarif nicht mit einbezogen. Das Werk Lollar ist daher genötigt, zwecks , Anwendung des ermähigten Tarifes seine Sendungen von Lollar mit Umkartierung in Giegen abzurichtcn, wodurch naturgemäh nicht unerhebliche Kosten entstehend Die Kammer hat deshalb bei der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. die Aufnahme der Station Lollar in den genannten Ausnahmetaris beantragt. 5. Von unterrichteter Seite liegen der Kammer noch Mitteilungen vor über: a) Zweifelhafte Firmen im Ausland (Argentinien, Belgien, Eanada, Frankreich, Griechenland, Großbritan- nien, Niederlande, Oesterreich-Ungarn, Spanien, Türkei). b) Wirtschaftliche Lage in Portugiesisch-Ostasrika. .c) Anknüpfung von Geschäftsverbindungen in Ca- nada. Näheres hierüber erfahren Interessenten auf dem Sekretariat der Handelskammer. gelcdäilliedes. :: Je öfter — j e lieber. Wir bedürfen bei unseren Speisen viel mehr Abwechselung als bei unseren Getränken. Die meisten glauben, nur Bier, Wein oder Kaffee könne man täglich trinken, ohne mit der Zeit einen Widerwillen davor zu bekommen. Sie fassen | schließlich das Vorürtcil, dah man alles andere früher oder später „über" bekommt. Das ist aber ein Irrtum! Der gesunde Kathreiners Malzkaffee ist ein Familicngc- Iränk, welches seit über 25 Jahren täglich von Millionen immer wieder und immer mit steigendem Genuß I getrunken wird. Weil er viel billiger ist als Kaffee, haben manche ein Vorurteil gegen Kathreiners Malzkaffcc. Man bildet sich eben ein, etwas Billiges könne gar nicht out sein. Kathreiners Malzkaffee ist aber, billig und doch gut ! Wan gewöhnt sich leicht an ihn und gewinnt ihn jeden Tag lieber. kirchliche Nachrichten. Evangilische Grmcinde in Hiehrn. Sonntag, den 22. März, Lätarc. In der S t a d t k i r ch e. Vorm. 9Yi Uhr: Pfarrer Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemernde. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 5 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Kon- sirmanden aus der Matthäusgemeinde. Mittwoch, den 25. März, abends 6 Uhr: 5. Paf- sionsandacht. Pfarrer Schwabe. Nächstkünftigen Sonntag, den 29. Marz, findet im Hauptgoitesdienst die Konfirmation der Kinder aus der Matthäusgemeinde und in Verbindung damit die Feier des hl. Abendmahls statt. Die Beichte dazu wird am Samstag, den 28. März, nachmittags 2 Uhr, gehalten werden. Moftere Abendmahlsfeicrn finden in der Stadtkirche statt: am Gründonnerstag, abends 6 Uhr, und am Karfreitag im Hauptgottesdienst. In der Johanneskirche. Vorm. 9Y t Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kindcrkirche für die Johannesgemeinde. ... . „ Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Ht)r: Pfarmssistent Hoffman». Abends VA Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgcmeinde. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbcsprcchunq im Johannessaal. Freitag, den 27. Mürz, abends ^ 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes- gcmeinde. Abendmalilsfeiern sinden in der Johanneskirche stall: am Palmsonntag im Abendqottesdicnsl. am Gründonnerstag, abends 7.45 Uhr, und am Karfreitag im Hauptgotlesdienft. Hatholischr Grmeindr in Gießen. Samstag, den 21. März. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 22. März. 4. Fasten-Sonntag. Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Konimunion. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Nacbm. 5 x /i Uhr:' Christenlehre; darauf Passions ° Andacht. Dienstag und Freitag, abends um 6 Y Uhr ist Fa- stenandacht. Gottesdien st in der Diaspora In E r ü n b e r g um 9% Uhr. In Hungen um 9% Uhr. Verantwortlich: AI bin Klein. Gießen. mm Sie üiese und Hgine andere fiuf Wunsch 19 Jahre Garantie Grösste Spezialfabrik Deutschlands fUr Milch - Zentrifugen, Butter- Maschinen, Wasch-, Wring- und Mangel-Maschinen. Zur Geschichte der Bewegungsspiele. Von Dozenten Julius Hausmann-Prag. Es ist keine leichte Aufgabe, eine Geschichte der Jugendspiele zusainmcnzustellen, da zwar genug Ouellcn über die Sitten und Gebräuche, Waffen und Kunster- zeugnisse, Kriege und Sagen und dergleichen vorhanden «sind, jene aber über Jugcndspielc recht spärlich stießen. Die ersten Versuche einer solchen Geschichte machten aus der Reihe der deutschen Schriftsteller G. U. A. Vieth in seiner Enzyklopädie der Leibesübungen, erschienen in 3 Bänden 1794—1818, und Dr. Friedrich Ratzel in seiner Völkerkunde. Die llaisischen Historiker des Altertums, Flavius Pyiloftratus, Lucian, Galenus, Pindar- usw. brachten nur gelegentliche und zumeist aphorristischc Bemerkungen über Jugendspiele; weitaus günstiger dagegen steht es mit der Kunde üvcr die großen Festspiele, sowie über die körperliche Erziehung überhaupt. Aegypten. In den Grabkanrmern Aegyptens fand man bei den Mumien auch Spielsachen, die daraus schließen lassen, daß bei den alten Aegpplern Juqendspiele gebräuchlich waren. Bestärkt werden wir in dieser Ansicht durch die erhaltenen Wandzeichnungen und die Hieroglyphenschrist, sodaß wir sogar sagen können, welcher Art diese Spiele in den U'u'tcn waren. So ist in der Gräbergrotte zu Beni-Hasjau eine Gruppe von vier Ballspielerinnen abgebildet, von denen drei Jonglcrkünste mit ie 3 Bäl'en und die vierte nur ein einfaches Ballauffangen vorfüh- ren. Im Londoner sowie im Bcr'incr Museum sind solche Bälle aufbewahrt, deren Alter über 4000 Jahre geschätzt wird; sie sind ans Lederstücken verfertigt, die mit Kreutzftichen verbunden sind und mit Kleie oder Binsen ausgestopst wurden. Ihre Größe wechselt zwi scheu 7 und 3 Zentimeter im Durchmesser. Aus den Gräbern von Memphis sind uns glasierte, teilweise nach Art unserer Ostereier bemalte Tonkugeln erhalten. Das von unserer Instruktion für Turnen usw. vorgeschriebcnc und von den Knaben der unteren Mittelschulklassen gern geübte Spiel „Rciterball" war auch bei der ägyptischen Jugend beliebt, was alte Abbildungen beweisen. In ähnlicher Art wie bei uns scheint das Reifenspiel betrieben worden zu sein; nur war damit ein Kamps um den Reisen verbunden, der mit gekrümmten Stäben, etwa wie beim Hockey durchgesübrt wurde. Georg Ebers beschreibt ihn in seiner „Aegyptischen Königstochter". Von Glücksspielen waren die Formen „Morra", „Gerad oder Ungrad", Erraten, wieviel Einheiten die vorgreifcnde Hand soeben ersaßt habe, allseits bekannt; Würfel und Damenbreit wurden häufig gespielt. In eigener Weise wurde das Spiel „Rate, wer dich geschla- genhat" ausgcsührt. Der den Blinden darstellende Spieler mutzte mit verbundenen Augen in die Brücke niederknien, nun abwechselnd von den anderen hinter und vor ihm knieenden Spielkameraden die Streiche auf seinen Rücken zu empfangen. Erst bis er den Schläger erriet, durfte er sich erheben. Das von den heutigen Mädchen geübte „Standlrichterkreisen" ist in altägyptischen Abbildungen ebenfalls dargestellt. Ferner das heute noch in einigen Gegenden bekannte „Fischerstechen", das jedoch- in Alt-Aesypten offenbar nur von den Sklaven zur Erheiterung ihrer Hcrrschast gespielt wurde; auch das „Ttockfechten", bei dem der Unterarm durch eine Schiene geschützt wurde, war in jener Zeit nicht unbekannt. Puppen aus Holz, Ton und Leder, mit beweg - lichen und unbeweglichen Gliedern, manche sogar vergoldet, bildeten auch vor 4000 Jahren die Herzens - sreude der kleinen Mädchen, während die Buben ihr Sinnen und Denken lieber dem Pferd und der Peitsche, dem Kreisel oder dem den Rachen aus- und zuklappenden Krokodil zuwendeten. Griechenland. Nur wenige bildliche Darstellungen, die sich zumeist aus Vasen besinden, desto mehr aber Sagen und poetische Schilderungen geben uns Kunde von den Jugendspielen Griechenlands. Die alten Ercchen betrachteten die Pflege des Jugendspiclcs als etwas ganz selbstverständliches und hielten es daher für überflüssig, sie des Näheren zu beschreiben. Dem Neugeborenen brachten die Freunde des Hauses Kinderklappern und -raffeln und anderes Spielzeug als Geschenk mit. Eine rege Industrie versertigte Tonfiguren und Puppen in den verschiedensten Gestalten, vom Hasen und Frosch angefangen bis zu dem berühmten Feldherr» und seinen sieg - reichen Truppen. Bei Eintritt in die Ehe weihten die Mädchen ihr Spielzeug der Göttin Aphrodite, die Knaben dem Gotte Hermes. Hierüber sind poetische Widmungen auf uns gekommen. Kreisel, Reisen und kurzes Schwungseil. Stelzen und Ziehtau waren in verschiedenen Anwendungen schon in den ältesten Zeiten bekannt. Eine besondere Art des Scilziehens war das Helkü- stinda: zwei Gegner standen Rücken gegen Rücken und « zogen das Seil über eine auf einem mannshohen Pfahle befestigte Rolle. Unsere Form, mit dem Nackengurt im Liegestütz, wurde evenfalls gespielt. „Fingerhäkeln" und umgekehrt „Jemanden von seinem eingenommenen Platz wegstem- men" war allbekannt. Der berühmte Athlet Milon soll hierin unbesiegt geblieben sein. Unser Huckkampf im Kreise, sowie die verschiedenen Formen des „Ueber den Strich ziehen" und „Stabkamps" sind demnach griechischen Ursprungs. Ebenso die Spiele „Blinde Kuh" und Plumpsack". Letzteres hieß Schönphilinda, wenn die Spieler im Kreise saßen und der Plumpsack hinter einem von ihnen gelegt wurde. „Fuchs aus dem Loch" wurde mit der Abänderung gespielt, daß der aus einem Beine hüpsende Fuchs irgend einen der frei herumlaufenden Mitspieler mit emobenem Fuße berühren mußte. Der klassische Fuchs war demnach derber, als unser moderner. Eigenartig und lustig zugleich war das bei festlichen Gelegenheiten gerne vorgesührte Schlauchhüpfen, bei dem der Spieler trachten mußte, sich aus einem mit Wein gefüllten oder mit Luft aufgeblasenen Schlauche, der gehörig eingeölt war, aus einem Fuße stehend oder hüpfend möglichst lange zu erhalten. Bei Mädchen und Frauen war besonders das Hüpfen mit wechselseitigem Änfersen beliebt, das Bibasis genannt wurde. Eine spartanische Jungfrau, die das tausendmal zuwege gebracht hatte, wurde poetisch verherrlicht. Das Fragen im Kreise nach unserer Form „Jakob, wo bist du?" hieß „Eherne Fliege". Das „Rate, wer dich geschlagen hat" KollabismuS Es wurde aber in der Form gespielt, daß der „Blinde" erraten mußte, ob er mit der linken oder rechten Hand des Schlägers Bekanntschaft gemacht habe; im ungünstigen Falle mußte er weitere Streiche erleiden. Eigenartig war das Topsspiel, genannt Chü- trinda: Ein Spieler trug sitzend einen Tops auf dem Kopfe und wurde von den andern, die ihn umschwärm- tcn. solange gehänselt, bis es ihm gelang, einen zu erhaschen. der dann sein Nachfolger werden mutzte. Das auf unseren Spielplätzen geübte „Tag und Nacht" oder „Schwarz und weih" hieß Ostrakinda oder Scherbenspiel, weil hierbei ein zweifarbiger Tonscherben verwendet wurde. Das Emporschnellen beim Fuchsprellen wurde mit einem Tuch oder Mantel, ausgeführt. Das Werfen in die Weite, als Kernwurf nach einem bestimmten Ziele hatte eine hervorragende Geltung. (Fortsetzung folgt.) Vergebung von Bauarbeiten. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und seiner Ergänzung vom 24. Februar 1911, sowie der Verordnung vom 15. Februar 1912 werden nachstehende Arbeiten des inneren Ansbaues für die II. Glierarzt- wohnung in der Heil- u. Pllegcarrftalt bei Kietzen hiermit öffentlich ausgeschriebene Tit. X. Glascrarbcit: ca. 46 c,m Eichcnholzfenster, 6 gm Verglasungen u. a. Tit. Xl. Weißbindcrarbcit: ca. 1400 gm innerer und äußerer Verputz, 600 gm Oelfarbenanstrich u. a. Tit. XIl. Schreinerarbeit: ca. 120 gm Fußböden, 1 Eingangstüre aus Eichenholz, 20 Ztmmertüren, 18 gm Fensterbrüstungen, 200 lfdm. Fuß- sockel u. a. Tit. XIII. Schlosserarbcil: ca. 20 Ztmmertüren und 1 äußere Eingangstüce anzuschlagen u. a. Tit. XVI. Jnsiallationsarbeit: ca. 58 m Gußrohrleitung, 60 m Toniohrkanal, 105 m galt». Wasser- leitungsröhren u. a. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen können bei uns eingesehen, letztere (ohne Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis (soweit der Vorrat reicht) bezogen werden. Die Angebote sind, noch Titeln getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen Porto- und bestell- geldfrei spätestens bis zum Eeöffnungstermin, Montag, den 6. April 1814, vormittags II Uhr. bei uns (Stephanstrake 18) einzurcichen. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Gießen, den 20. März 1914. Grotzh. Hochbauamt Gießen Becker. Gcsctzüche Meistcrplüfunsien für Handwerker. Die Gesuche um Zulassung zur diesjährigen Meisterprüfung (8 133 der Gewerbeordnung) stnd mit den er- forderlichen Unterlagen bis spätestens am 15. Juni d. I. an oen Unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mark ist an die Handwerkskammer in Darmstadt einzusenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen. Gießen, am 15. Januar 1914. Die Mrifterprüfuttgskommissio» für die Provinz Gderhejfen. Traber, Vorsitzender. Entwicklung uml Befestigung der Büste durch unseren unübertroffenen Büstenentwickler! Schon immer war es der höchste Wunsch einer jeden Dame, eine schöne, volle Büste zu besitzen. 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