Vezv-rynk 2S pfg. monatlich A»«t«tjStzrlich 7» „rmi»,ahlbar, frei in» Hau». >b§«ß»It i» u, K «v Er»rL,lu>» oder tu den Zweig. au«,«bestelle» ^«MiPlbrNch SO P,g. - Srscheiu, Expedition Mttttvochd u»d G«u»«tag». — Redaktion: Deller». »eg 88. — Kür Uufbewahrung oder Rückiendung nicht verlangter Mamiikriplc wird nicht garantiert. Verlag der „Giestruer Zeitung" W. m. b. H. Nr. 1^. Telephon: Nr. «S. Mltrw0ch, Selter § weg 83. Anzeigenpreis 15 pfg. Me 44 mm breite Petit,eile füt Auswärt» 30 Psg 2>ie 90 mm breite R e k la m e . Z e ile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabattkommt bei Ueberschreitung de» Zahlung», ziele» (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Kontur» in Wegfall. Piatzvorfchrtften ohneBerbtndlichkei.. Druck der «ttehencr Bevlagsdruckcrei. Albin Mein. den 4 März 1914. Telephon Sir. 363. 26. Jahr«. Hölililcbe RuiuWcfoau * Der Kaiser Hai sich nach Wilhelmshaven begeben. Der Fürst von Fürstenberg begleitet ihn als Gast. * Der Kaiser hat dem Ostdeutschen Iünglings- bunde zu den Kosten der inneren Ausstattung des im Bau besindlichcn Soldatenheims aus dem Truppen - Übungsplatz Döberitz ein Gnadengeschenk von 10 000 Mark überweisen lassen. * Berlin. Die Zentrumssraktion hat im Reichstage eine Duell-Interpellation eingebracht.. * Berlin. Vor der vierten Strafkammer des Berliner Landgerichts 1 werden sich morgen am Donnerstag die Redakteure der „Welt am Montag", Alfred Scholz und Hans Leuß, wegen Beleidigung des Kronprinzen zu verantworten haben. Die Melt am Montag" brachte, so schreibt die „Rat. Ztg.", im Januar einen Artikel mit der Uebcrschrisl „Wilhelm der Letzte". In diesem wurden die Telegramme des Kronprinzen an den General von Deimling in Straßbmg und Oberst v. Rcirter in Zabern und weiter der Regimentsbefehl des Kronprinzen an das Hufarenregimcnt in Langfuhr stark kritisiert. Es wurde, u. a. gesagt, der Kronprinz sei der tüchtigste Agitator für die Republik. Der Verteidiger der beiden Angeklagten, Dr. Vornan, hat den Antrag gestellt, zur Verhandlung den Oberst v. Reuter, jetzt in Frankfurt a. Oder, als Zeugen zu laden. ' F ü r st W i l h e l m v o n A I b a n i c n hat an den Kaiser die Bitte gerichtet, deutsche Instruktions - Offiziere nach dem neuen Staate zu entsenden. Diesem Wunsche ist Kaiser Wilhelm nachgekommen, und eine Anzahl Offiziere wird jetzt beurlaubt werden, um als Lebrer in der zU bildenden albanischen Armee zu wirken. * Offiziös wird gemeldet, dah der F ü r st von Albanien am Mittwoch von Klachau in Schlesien über Salzburg nach Triest reist, wo er Donnerstag früh «intrifft. Von dort begibt er sich nach Durazzo. * Strahburg. Die juristische Fakultät der Kaiser Wilhelm-Universität hat dem Statthalter Gras v. Wedel den Doktortitel der Rechte und der Staatgwissenschastcn verliehen. Am Samstag mittag überreichte im Statthalter-Palais eine Abordnung der Fakultät, bestehend aus den Herren Gehcimrat Erzellenz Laband, Prof. Dr. S. Schuttze und Prof. Dr. Kisch, das Doktor-Diplom. * Reue Diskonioermäßigungen in Sicht? Die Möglichkeit einer weiteren Reichsbank - Diskonioermäßigung wurde an der Berliner Börse besprochen. In Hinsicht aus die letzte günstige Bilanz und die andauernd flüssige Verfassung des ofienen Geld - markles hält man es für nicht unwahrscheinlich, das; die Bank nunmehr auf 3% Prozent herabgeht. * Englands große Sorge, die Home Rule-Frage wird wieder aufgcrollt. Die Irländer ruhen nicht eher, als bis sie eine eigene Verwaltung haben. * Der geschäftsfühlende Ausschuß des Deutschen Handwer-ks- und Gewerbekammerlag s hatte sich in seiner letzten Tagung in Hannover mit den den Parlamenten vorliegenden Gesetzentwürfen zu befassen. Soweit der Gesetzentwurf, betr. Sonntagsruhe im Handelsgewcrbe, in Frage kommt, wird hauptsächlich dafür eingetrcten, dah die berechtigten Interessen der sog. Bedürsnisgewerbrn durch eine schematische Regelung nicht beeinträchtigt werden. Der geschäftsführende Ausschuh wird für eine entsprechende Abfassung des § 7 des Gesetzentwurfs eintreten. — Hinsichtlich des Gesetzentwurfs, betr. Wanderla- ger und Hausiergewerbe, wünscht der ge- fchästssührende Ausschuß die Einbeziehung von Kleiderstoffen in die Vorschriften des § 56, wodurch diese Stoffe | im Interesse des Publikums dem Hausierhandel cutzo- ! gen werden sollen. Anstelle der Eventualeinführung des ! Bedürfnisnachweises für Wanderlagerverkäufer wird die ! allgemeine Einführung eines derartigen Nachweises von Eesetzeswegen erwartet. — Zu dem Gesetzentwurf, betr. - Abänderung des preußischen KommU- ! nalabgabegesetzes erachtet der Ausschuß eine j ! gleichzeitige Revision des preußischen Gewerbesteudr-Ge - j ' setzes für notwendig, um der wirtschaftlichen Entwickel- i ung Rechnung zu tragen. Ebenso wird eine Revision ! des Marenhaussteuergesetzes erwartet. Es wird ferner ! der Wunsch nach Ausdehnung der Forcnsalfilialsteuer j auf die Filialen orlsangesässener Bclriebsunternehmer i vertreten. Weiter eine Abänderung des § ll des Kom- | munalalUabegesetzes hinsichtlich der Bemessung der j Schlacht!,-osgebührcn. Endlich wird die präzise Begriffsbestimmung des Grundstücks und seiner Bestandteile als des Ltcuerobjckts verlangt. — Hinsichtlich der Vorbereitung der Handelsverträge beschloß der geschäftsführende Ausschuß trotz der Erklärung des Staatssekretärs des Innern im Reichstag, wonach eine ! grundlegende Revision der Zollpolitik des deutschen Rei- ' ches und seiner Handelsverträge nicht zu erwarten sein sollte, die von ihm bereits in die Wage geleiteten Erhebungen und Vorarbeiten zwecks Vertretung der Zoll- intereffen des Handwerks bei dem Abschluß neuer Handelsverträge sortzusetzen und zum Abschluß zu bringen, um im gegebenen Mchnent gerüstet zu sein. — Des | weiteren beschloß der Ausschuß den bereits früher ge- | faßten Beschluß nunmehr in die Tat umzusetzen und bei ! den zuständigen Stellen zu beantragen, daß ein Teil j der Rücklagen d e r Berufsgenossenschaf- ! t e n sür die Bereitstellung von Geldmitteln für das I Handwerk verwendet werden kann. — Ein weiterer Teil ! der Beratungen betraf die Vorbereitung des Kammer - tages zu Mannheim, der in diesem Jahre in den Tagen vom 27.—29. Juli stattsindcn soll. Auf dieser ! Vollversammlung des Kammerlagcs werden u. a. beraten werden die Frage der gewcrbercchtlichcn Behandlung der weiblichen Handwerker, die Frage der Ein- j führung einheitlicher Meisterprüfungen für das Buch - ' druckerhandweik, die Frage der Errichtung von Hand - j Werksämtern, bezw. Rechtsauskunftsstellen. Rrl-gardciterMnr in w- Das Königliche Ooerbergamt in Dortmund hat soeben die Lohnstatistik für das ganze Kalenderjahr 19Ü3 veröffentlicht. Der durchschnittliche Schicht- lohn der Gesamtbelegschaft stellte sich im Jahre 1913 auf 5,36 Mark (gegen 5,03 Mk. im Jahre 1912), der vom Volkslied. In Nr. 21 des Organs der „Gesellschaft sür Verbreitung von Volksbildung" ist ein Aufsatz enthalten über das Volkslied. Es sei hier in seinem Hauptgedanken wiedergegeben: In unseren Tagen erwacht wieder die Wertschätz ung „volkstümlicher Werte", die Luft am „guten Alten", die Freude am Einfachen, Gediegenen, Bodenständigen. Dazu gehört auch die Erweckung des Volksliedes. Im deutschen Gemüt ruht ja hauptsächlich unseres Volkes Stärke. Peter Rosegger, der doch die Seele des Volkes und die Röte der Zeit kennt, wie nicht gleich ein zweiter, sagt: „Wer dem deutschen Volke das Volkslied, das entschwindende, wiedergibt, gibt ihm seine Seele wieder." Wir wollen uns nicht dem Wahne hingeben, daß das Volkslied je wieder die früher gehabte Lebenskraft erhalten wird. Aber vielleicht gibt? doch noch auch in unseren Tagen Wohn- und Pslcgcstätten für das deutsche Volkslied. Laßt uns danach Umschau halten. — In erster Linie ist die Familie als Hüterin des Volksliedes benfien. Dem Volkslied nützen nicht viel Worte, es muh gesungen werden. Dazu eignet sich nicinand besser, als die d e u l s ch e M u t t e r. Aus dcnr Haufe die giftigen Eintagsfliegen „Puppchen, du bist nicin Augenstern" u. a. ! Halte Dämmerstündchen! Sammle dein kleines Volk um dich, erzähle: „Es war einmal" oder singe: „Es wohnt ein Markgraf an dem Rhein". Den Jahreslauf muß das Elternhaus mit seinem Singen und Sagen begleiten. Welch reizende Liedchen weiß eine rechte Mutter im richtigen Augen - blick anzustimmcn. — Was kann nun die Schule tun, um das Volkslied lebenskräftiger zu machen ? Das wählend der Schule gepflegte Volkslied klingt nicht in de? erwarteten Weise weiter. Es ist tief beschämend, daß die Deutschen nicht iinstaude sind, ein gemeinsames Lied ohne Tertvordruck singen zu können. Von Vers zu Vers werden es weniger Sänger, und oft nimmt der Sang ein »nrülnnliches Ende, das man gewöhnlich durch Lachen zu beschönigen sucht. Was ist da zu tun? Biete oder wiederhole das neue Volkslied, wenn der Schüler und die Schülerin in der richtigen Stimmung ist, es seelisch einzufangen. Gönnt den Kindern jeden Tag Gelegenheit, im gut gelüfteten Zimmer wiederholt zu singen. Alachen wir der Jugend die Volkslieder zu Erlebnissen. Wenn die Kinder z. B. wirklich mal die „Goldene Abendsonne" gesungen haben, als sie auf ihrer Wanderung „staunend vor ihr gestanden", dann wird der Zauber eines solchen Liedes auch nach der Schulzeit wirken. Mau sei nicht überängstlich und engherzig und verschandle keine Lieder. Davon ist noch kein jugendliches Herz verdorben, daß es von Liebe und Mai, vom Kuß und Schätzelcin herzhaft milgesungen hat. Mit dem Singen in der F o r 1- b i l d u n g s s ch u l e entsprach ich einem gefühlten Bc- dürsnis, sodaß einige Liedgaben zur lieben Gewohnheit sür Lehrer und Schüler geworden sind. — Weiter seien ! die Gesangvereine als Förderer der Volkslieder erwähnt. Sie haben nicht alle ihre Pflicht getan. Einen Teil der VireinsfingftUnden müßte man damit verbringen, Volksliedperlen aneinanderzureihen. Dringe darauf, daß diese Lieder von den Sängern auswendig gelernt und auch artswendig gesungen werden bei Ausflügen und Sängerfahrten, nicht als Vorträge vor einem bloß zuhörenden PublikuNr, sondern für die Sänger selbst zu ihrer eigenen Erbauring und Erlustigung. Daß diese eingeübten und auswendig gelerrcken Lieder nun aber auch in die häuslichen Kreise Angeführt werden als gute, wertvolle echt deutsche Hausmusik, das ist das höchste Ziel! Wenn ich ein recht reicher Mann wäre, würde ich jedem Deutschen ein gutes, reichhaltiges, handliches Liederbuch schenken. Gute Liedcrsamnrlungen müssen noch viel mehr Verbreitung finden. Möchten doch statt der Sammelbände mit Operctlenichlagern und Kompositionen Tier Größen lieber Volksliederbücher mit derselben Ausdauer kolportiert werden. In die Vereinsschränke, Versammlungsräume, auf die Klaviere der Gaststuben gehören Volksliedersaminluna.cn. Die Volksliedsache muß wegen ihrer unermeßlichen Bedeutung sür deutsche Art und des deutschen Gemütes wegen zu einer ganz ernsten Angelegenheit unseres gesamten Volkes gemacht werden. Da gibt es volkstümliche Werte zu reiten, die später unwiederbringlich verloren sein können. Darum — singt die herrlichen deutschen Volkslieder! durchschnittliche Schichtlvhn der unterirdisch beschäftigten eigentliche» Bergarbeiter, der Hauer, (50,7 Proz. der Gcsamtbclegsch.) auf 6,47 Mk. (6,02). Das Jahreseinkommen eines Arbeiters der Gesamtbelegschaft belief sich auf 1755 Mark (1586), das eines Hauers aüf 2088 Mk. (1858). Die Entwickelung der Bergarbeiter- löhne seit 1907 (dem letzten Hochkonjunkturjahr) ergibt sich aus folgender Zusammenstellung: Gesauilbelegschaft Lchicht-Jahresverdienst Hauer Schicht-Iahrcsverdicust Jahresmittel Jahresmittel Jahresmittel Jahresmittel M. M. M. M. 1907 4,87 1562 5,98 1871 1908 4,82 1494 5,86 1766 1909 4,49 1350 5,33 1556 1910 4,54 1382 5,37 1589 1911 4,69 1446 5,55 1666 1912 5,03 1586 6,02 1858 1913 5,36 1755 6,47 2088 Hiernach ist der Schichtverdienst der Eesamtbeleg - schast'im Berichtsjahre im Vergleich zum vorhergehenden Jahre um 33 Psg-, der Schichtverdienst der Hauer um 45 Pfg. gestiegen; der Jahresverdienst stellte sich bei der Gesamtbelegschaft 169 Mk. uud bei den Hauern 230 Mark höher als im Jahre 1912. Vergleicht man die Löhne mit dem letzten Hochkonjunkturjahr 1907, so ist im Schichtlohn eine Steigerung um 49 Pfg. sowohl bei der Gesamtbelegschaft als auch bei den Hauern zu verzeichnen; der Jahresarbeitsverdienst war 1913 bei einem Arbeiter der Gesamtbelegschaft 193 Mark, bei den Hauern 217 Mk. höher als 1907. Die Gesamtsumme der 1913 gezahlten Bergarbeiterlöhne betrug 672,20 Mill. Mark (gegen 570,59' 9JUII. im Jahre 1912). Von einem Arbeiter wurden im Berichtsjahr durchschnittlich 327 (315) Schichten verfahren. — Gleichzeitig gibt das Kgl. Oberbergamt Dortmund die im 4. Quartal 1913 gezahlten Bergarbeiterlöhne bekannt. Der Schichtlohn der Gesamtbelegschaft betrug in diesem Quartal 5,38 Mk. (gegen 5,42 im 3. Quartal und 5,17 im gleichen Quartal des Vorjahres), der durchschnittliche Schichtlohn der Hauer 6,47 Mk. (6,56 bezw. 6,21). Entsprechend der rückläufigen Konjunktur ist demnach im Berichtsquartal ein Rückgang des Schichtlohnes ZU verzeichnen und zwar bei der Gesamtbelegschaft um 4 Pfg., bei den Hauern um 9 Pfg. Das Vierteljahresverdienst betrug bei der Gesamtbelegschaft 425 Mk. (406 Mark im 4. Quartal 1912), bei den Hauern 502 Mk. (477 Mark). Die angegebenen Löhne sind reine Nettolöhne, da alle Arbeitskosten sowie die Versicherungsbeiträge bereits in Abzug gebracht sind. in Lich gegen Ende des vorigen Jahres aus Ansatz eines Battfeites ein junger Mann ein Mäbchen nach Haufe begleitete, folgte Feg unbemerkbar dem Paare. In den fürstlichen Parkanlagen liest sich das Paar auf einer Bank nieder, als plötzlich aus dem Dunkel einige Schüsse krachten und der junge Mann, von inehreren Kugeln im Unterleib getrosten, zu Boden stürzte. Das Atädchen schrie laut um Hilfe und sofort eilte aus der Dunkelheit der Angeklagte auf sie zu. Trotzdem das Mädchen sich seinem Verlangen widersetz-'e, verstand es Fei), sie seinem Verlangen zu eigen zu machen. Erst später fanden andere Leute den Schwerverletzten auf. Er ist heute noch arbeitsunfähig und auch nach dem Gutachten des Geh. Medizinalrats Haberkorn als dauernd für schwere Arbeit unfähig zu betrachten. Unter Zubilligung mildernder Umstände erkannte das Gericht auf eine Eesängnisstrafe von zwei Jahren sechs Monaten. n Gissten. Der aus Frankfurt a. M. stammende Ingenieur Conrad, der Vertreter der hiesigen Filiale der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschast, wird seit Donnerstag von seinen Wirtsleuten vermistl. Jetzt ist das erste Lebenszeichen von ihm eingetrosten. Er hat nämlich eindm ihm befreundeten Pfarrer aus Frankreich geschrieben, daß er in die Fremdenlegion verschleppt worden sei. Conrad wvllte noch in diesem Monat eine junge Dame aüs Schotten heiraten. Man nimmt an, dast Conrad hier betrunken gemacht und dann über die Grenze gebracht worden ist. o Lollar, 3. März. Nachdem kürzlich über das Vermögen der hiesigen Gewerbebank das Konkursverfahren eröstnet worden ist, ist nunmehr der Fehlbetrag auf 700 000 Mark festgestellt worden. Dieser Fehlbetrag must von den 100 haftpflichtigen Genossen aufgebracht werden, deren gesamtes Vermögen in Anspruch genommen wird. o Hange n. Der Untersuchungsrichter nahm Verhöre über den Fehlbetrag der Vorschrift- und Kreditkasse vor. Es handelt sich Um einen durch den Rechner der Kasse, Schmidt, veruntreuten Betrag von 80 000 Mark. Schmidt hat der Kasse eine Hypothek über 30 000 Mk. gegeben, doch soll sein Anwesen, aus das diese eingetragen ist, überschuldet sein. Er wurde verhaftet Und in Untersuchung nach Giesten gebracht. o Langd (Oberh.). Das Georg Gallsche Ehepaar feierte gestern das Fest der diamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar steht im 86. bezw. 84. Lebensjahre und ist für das hohe Alter noch sehr rüstig. o Vilbel, 2. März. Der Fahrbursche Ziema- n o w s k i eines hiesigen Mineralwafserhändlers wurde am Freitag abend an der Steinmühle von unbekannten Personen überfallen und seiner gesamten Barschaft beraubt. Der junge Mann erlitt durch Messerstiche sehr schwere Verletzungen- und wurde erst am folgenden Morgen ausgefunden. Man brachte ihn in das hiesige Krankenhaus, wo er bis zur Stunde besinnungslos dar- XU5 5täül Uüä Lükä. ' Militärische Ernennungen, von T r o t t a, gen. T r e y d e n, Generalmajor von der Armee, ist zum Kommandeur der 57. Infanterie-Brigade ernanni worden. n Giesten. Die Stadtverordnetensitzung genehmigte einstimmig die Aufnahme einer neue n A n - leihe von 4% Millionen Mark, von denen 3,2 Millionen Mark für werbende Anlagen und 1,3 Millionen Mark für nichtproduktive Anlagen bestimmt sind. Es wird dem Finanzausschust überlassen, die Summe gegebenenfalls in zwei Teilen aufzunehmen. Die Tilgung der Anleihe soll von 1924 an erfolgen und hauptsächlich durch die Ileberschüsse aus den städtischen Werken gedeckt werden. n Giesten. Dem Dr. phil. Johannes P f i tz - n e r, geboren in Königsberg i. Pr., wurde die venia legendi bei der philosophischen Fakultät der Lan- desrni.verfität für das Fach der Staatswissenschaften er- teili. n Giesten. Unter Ackschlust der Oeffentlichkert verhandelte das Schwurgericht gegen den Arbeiter Karl Gottlieb F e y von Lich wegen Totschlagsversuchs uNd Verbrechens fegen tz 176 1 des Strafgesetzbuches. Als ):( Kassel, 3. März. In dem Braunkochlenwerk Müncheberg wurde die Nachtschicht durch plötzlich auf- tretende giftige Gase überrascht. Ein Bergmann erstickte, während die anderen gerettet werden konnten. ): ( Marburg, 2. März. Gendarmerie - Ober - Wachtmeister Eot 1 schlich, der seit 30 Jahren an der Spitze der Gendarmerie des Kreises Marburg stand und am 1. April in den Ruhestand treten wollte, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Der Verblichene war FeldzUgsteilnehmer von 1870-71. * Melsungen, 2. März. Die Kgl. Artillerie- Werkstatt Spandau hat dieser Tage der Korbmacher-Innung in Beiseförth, Kreis Melsungen, durch Vermittelung der Handwerkskammer für Hessen und Waldeck wieder eine umfangreiche Lieferung übertragen, uüd zwar den Auftrag aus 1400 Körbe für 15 Zentimeter- Langaranaten. Die Innung hat den Auftrag an die in Betracht kommenden Mitglieder in möglichst gleich - mastigen Teilen zü vergeben. ):( Frankfurt a. M. Aus Furcht vor einer Schulstrase warf sich der 16jährige Fortbildungsschüler Albert Börner aus Kelsterbach an der Station Hinkel - stein vor einen Zug, der ihn sofort tötete. ):( Bad Homburg v. d. H. Für eine wirksame Förderung des Kleinwohnungswesens im Ober- tauNUskreis bewilligte der Kre'-saUs schüft in seiner heü- tigen Sitzung die Ausnahme eines zweiten Darlehens in von 100 000 Mark. ):( Fulda. Die Wiederwahl des Oberbürger - nieistcrs Dr. A n t o n i auf weitere 12 Jahre fand die Bestätigung des Königs. ! Worms, 26. Febr. Gestern wurde am Rhein eine zutzekorkte Flasche gefunden, die einen Zettel mit folgendem Inhalt enthielt: „Sind zur Fremdenlegion geschleppt worden, befreit uns schnell. Wilhelm Spouheimer, Adgm Räuschkolb, Ludwig Eötz, K. Har- tenbutg, sämtlich autz Worms. Strahburg, den l. 12. 13." Dem Vernehmen nach soll der eine, namens Götz, schon seit Herbst 1913 vermistt werden. Ob und inwieweit die Angaben auf dem Zettel auf Wahrheit beuchen, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben. Asthma ( Vorzügliche Dienste b. Hämorrhoiden Verstopfung — Fettleibigkeit — Leberschwellungen, Gallenstockungen und zur Blutreinigung leisten Münchener Pillen ä 1 M. Erhältlich in Apotheken. Ver- © sandstelle der Dr. Banholzer'schen Präpara'e, München 31. Aus aller Mu. Etterarlfcbes. ? „D i e Fleisch". Preis Zimmermannscher Das beste Familiengetränk ist echter Kathreiners Malzkaffee. Er ist gesund und kräftig, sehr wohlschmeckend und billig. Der Gehalt macht's! ::: Strahburg i. E., 2. März. Gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr verübte eine gröhere Anzahl Soldaten (Pioniere) in mehreren Wirtschaften am Fischerstaden und in der Krutenaustraste einen derartigen Skandal, dast mehrmals eingeschritten werden mutzte. Auch Sachbeschädigungen wurden verübt. Zivilisten sind an der Sache nicht beteiligt. * Bres last, 2. März. Kardinal K o p p ist schwer erkrankt. Die behandelnden Aerzte haben ausgegeben, dast der Zustand des Patienten hofftruugslos ist. Sein Leben zählt nur noch nach Stunden. Es trat bereits die Agonie ein. * Der Aischof von Osnabrück, Hubertus V o st, ist heute morgen 6,35 Uhr im Alter von 73 Jahren gestorben. schmackhafte Küche, ohne 35 Pfg. 4. Anflüge (6.—8. Tausend). Verlag, Chemnitz, Annenstratze 19. (Fortsetzung auf Seite 4 .) I ! u i I il I >> u hl dk ti l, n, 7 t c, BS LECIFERRIN (Ovolecitlün 0,5,Eisenoxydhydrat anZucker gebnnd.0,76,aromat. Bestandteile in Cognac 40,Rest dest. Wasser.) Liebling der Frauen und Mädchen Mit der goldenen Medaille prämiiert auf der Weltausstellung Gent 1913. ^MiTTtL^ m «*•*<■ 1 IJäsäs - 1 BltlCH! ; ^ Ma rj Isgg&q blutbildend,nervenstärkend,schafft blühend. A usuellen, bringt den Schlaflosen erfrischenden Schlaf, beseitigt Kopfschmerzen, bringt den Blassen rosige Wangen u. erneute Kräfte, bereichert das Blnt u. stimuliert dessen Zirkulation, unentbehrlich für Mädchen in der Kntvrickelungsperiode. „Vor zirka 5 Wochen verkühlte ich mich, zog mir eine Krankheit im Kehlkopf zu und hatte 6 Tage Fieber (3-i,9) und konnte G Tage keine Nahrung zu mir nehmen, nur Wasser. Ich hatte absolut kein Appetit; das sechstägige Fieber raubte mir mein Gedächtnis und machte mich so matt und elend, dass ich kaum gehen konnte, ln diesem Zustande fing ich an, Leciferrin zu nehmen, wodurch sich der Appetit von Tag zu Tag steigerte, das Gewicht nahm zu, was ich durch die Krankheit verloren hatte, das Gedächtnis kehrte zurück, und die Kräfte haben durch Leciferrin wie ein Zauber- mittel zugenommen; auch das nervöse Angstgefühl ist geschwunden.“ Diplom. Hebamme Marie Thomas in Oberweiden. hat sich einen Weltruf erworben bei Aerzten u. Patienten. Das beliebteste Hausmittel in Hunderttausenden von Familien; keciferrin auch in Tabletten, ebenso wirksam wie das in Flaschen, seht bequem im Gebrauche, in „LECIFERRIN 1 ' und weise Ersatzpräparate zurück. Sicher zu haben von: Haupt-Apotheke Wetzlar, Mehr angenehm von btesrbmark. von .litng und Alt gern genommen. Preis M. J.-i die Flasche, in allen Apotheken zu haben. Gläschen 4 Mk. 14.40, zu haben in Apotheken, man achteauf den Namen Universitäts-Apotheke Glesse* und Alte U*iver*itite-Apotheke Marburg «t W br bt! m< tts Ch ®t ft< ntt [« .wenig Menschen wissen, was Menschlichkeit ist! Sie vesteht nicht i^ur in der wohUätigkeit der §rauen> vereine, durch die ein paar hungrige Mäuler satt werden. Sie besteht in erster Linie in dem feinen Sinn - die Seelennot eines andern zu verstehen .. * EU SSE Das Reich der rau. TOir mögen die UMt kennen lernen, wie wir wollen, sie wird immer «ine Tagseite und eine Nachtseite behalten. ! i 3 4 1 tarnen Gelegenheit geben, sich im Lreien nützlich zu beschäftigen. ON manchen Städten hat der Staat den Pfadfindern zu diesem Zwecke ein Stück Land geschenkt, da- sic fleißig bebauen und dessen Ertrag sie an Bekannte verkaufen, um aus dem Erlös ihren Gartenbau aufrechtzuerhalten und zu vervollkommnen. In Dresden haben sie in kcllerau von dem Dalcrozeschcn Besitz er» Stück Land gepachtet, das sic mit Lust und Liebe bearbeiten, und ein anderes Stück Land, in der Nähe von Lönigstcin von einer wohlwollenden Dame ebenfalls geschenkt bekommen. ?lur längeren Manderungen wird ihnen Gelegen, heit gegeben, sich hausfrauliche /ienntnisse zu erwerben, da sie sich ihre Mahlzeiten sei er koche» und da- dazu Erforderliche auch selber beschaffen müssen. Mit l Mark täglich pro Person ist alles zu bestreiten, da heißt es recht praktisch Vorgehen und die Lcbensii,ittel bcstinöglichst ausnutzc». Das -rochen im Lreien macht ihnen besonderen Spaß, und wenn sie auch, solange sie darin ». ch unerfahren sind, manches Lehrgeld zahlen müssen, so bringen sie cs doch durch wiederholte Uebungen bald zu einer großen Geschicklichkeit in dieser primitiven Art des Lffcnkochens. tSicbe Adb. 2.) Aber auch für unvorhergesehene Uiigiacksfällc soll di- Pfadfinderin ge- gerüstet sein; deshalb lernt sie in einem Samariterkurfus. wie sie in den verschiedensten Lebenslagen die erste kille zu leisten hat, u.id um das Gelernte auch praktisch zu verwerten, werden auf den Wanderungen hin und iviedcr Unfälle fingiert, bei denen sie mit de» enifacksten Mitteln sofort eine Tragbahre herzustellcn vcrstehei, lernt, falls cs sich um einen verstauchten Suß oder »m ähnliches handelt. Bei wicderbelebungsver- suchen, der Anlegung eines Uotverbandcs, genug: bei jeg- lichem Samaritcrdienste versteht sie cs sachgemäß und geschickt vorzugehen. sSiehe Abb. 3.) von schätzbarstem wert jedoch ist der sittliche Einfluß, der von der pfaLstiiderinnen-Bewegung ausgeht! Jegliche Lüge, kleinlicher -klatsch, Ueberhedung und ähnliche Untugenden sind der Pfadfinderin strenge unter sagt lind werden durch den llnigang Mit gleichgesinnte» Alters- genosstnncn leichter verniieden als sonst. In jeder Genossin soll sie eine Schwester sehen, obne Unterschied des Standes und der Religion. Stets hillsbercit gegen Menschen und Tiere zu sein, keinen Tag vergehen lassen, ohne mindestens eine gute Tat vollbracht zu haben, wird ihr beim Eintritt in die Gruppe zur Bedingung gemacht ©ft wird ihr Gelegenheit geboten, Einblick ui die sozialen Schäden unserer Zeit und in d>e Not der wirtschaftlich Schwachen zu erlangen, und dieser TTot nach -frästen zu steuern, ist ihr in der Regel eine heilige Pflicht! wo imincr es möglich, wird ihre Selbst- lätigkeit, Selbstbeherrschung. Selbstlosigkeit geübt lind erprobt, damit sie einsehen lernt, daß sie Nicht nur .ihres Selbst willen" auf die Welt gekoniincn rst. Eii, Straucheln, ein Abwcichen von dem vorgefchriebcneii Pfad wird bei ihr weniger zu befürchte» fein, da sie durch das gute Beispiel der Sührerinue» stets zu guten Taten angefcuert wird, wer aber etwa der Meiiiuiig ist, die pfadfindcri» werde durch Ausübung all der genannten Pflichten dem elterlichen kaufe entzogen, möge bedenken, daß es bei unseren heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen sehr viele Mütter gibt, die Lurch häusliche, berufliche ja, auch - gesellschaftlich« — Pflichten ab- gehallcn werden, sich so ausschließlich >nit ihren Heranwachsenden Mädchen zu beschäftigen. wie es im pfadstndcrbund geschieht. Sie sollten deshalb froh sein, ihre Töchter dort unter guter Aufsicht zu wissen. Und gerade aus diesem Grunde taffen zahlreiche Eltern ihre Linder sich den Pfadfindern an- schließen, die durckauz getrennt organisiert sind, so daß die Mädchen, die vom 10. Jahre an ausgenommen werden, von ihrer Weib- lichkeit nichts einbüßen, sondern im Gegen- teil alle weiblichen Tugenden in ihnen ge- weckt und gepflegt werde«. Die wachsende Anzahl vonpfadfindcrnundpfadfinderinncn in Deutschland ist sicherlich da» beste Zeichen voii der Zweckmäßigkeit der ganzen Bewegung. Ueber 50000 männliche Pfadfinder gehören ihr in unserem vaterlande jetzt schon an. Doch ist die Zahl der Pfad darinnen naturgemäß noch bei wcitcni geringer. Beide Ges ,-ter aber streben da. »all-, den rechteii Pfad durchs Lebeii ; ; finden, für den sie heute mehr den» je körperlich, geistig u,:d sittlich gerüstet sein müssen. Mädchen sowohl als -Knaben! K G. Oie Vureauangestellten bei der Staats- eijenbabnverwrlltung. Jungen Mädchen vom lS. bis zum 25 . Lebensjahre soll in Bauern jetzt auch das Amt einer Bureaugehilfin in der Staats- eisenbahnverwaltuna erschlossen werden. Neben guter Schulbildung müssen sie Stenographie lGabelsberger) und Maschinenschreiben beherrschen und ihr« -Kenntnisse darin in einer Aufnahmeprüfung Nachweisen. Außerdem wird tadelloses sittliches Verhalten und gut«, feste Gesundheit gefordert, worüber Atteste beizubringen sind. Nachdem alle geforderten Bedingungen erfüllt, tritt das junge Mädchen gegen eine Entlohnung von 2,20 M. täglich an, die nach lSmonatiger Tätigkeit auf 2,70 m. erhöht wird. Bei entsprechender Gualifikation steht die etatmäßige Anstellung in der -Klasse 2S der Gehaltsordnung lAnfangsgehalt 1200 M.. Endgehalt 1S00 M > in Aussicht. Die Anstellung kann frühestens nach Z jähriger Tätigkeit erreicht werden. Gesuche um Aufnahme sind an das Personalamt der -rgl. Bayer. Staatseisenbahnen in München zu richten. Bcizufügen sind: der Geburtsschein, ein Samilienstandszeugnis, ein Leumundszeugnis der Grtspolizei- behörde, ei» Zeugnis übxr die Schulbildung, gegebenenfalls über den Besuch einer sicheren Mädchenschule oder einer chhrb bildungsschule und bei Minderjährigkeit der Bewerberin di« schriftliche Erklärung des gesetzlichen Vertreters, daß er mit d^m Gesuch einverstanden ist- Demnach würde die Bureaugehilfin. wenn sie ihren Dienst mit IS Jahren antritt, mit 23 Jahren 1200 ITT. und, falls sie mit 25 Jahren eintritt, dieses Gehalt erst mit 30 Jahren erwerben, wann das Lndgehalt mit 1800 M. er. reicht wird, ist in den Bestimmungen nicht angegeben. Immerhin ist in Betracht zu ziehen, ob es nicht ratsamer, etwas mehr a»t die Ausbildung zu verwenden und lieber erst mit 20 Jahren an einen Verdienst zu denken, wie es z. B. bei der Elementarlehrerin, den Lachlehrerinnen, -üunstgewerblerinnen und in gewissem Sinne den nach neuzeitlichen Bestimmungen ausge- bltdeien -andwerkerinne« der Lall ist. wer geringer« Au» gaben für sein« Seruf»»rrbildu«g gehabt, muß auch mit gv «ngercn Einnahmen rechne». ft, t, Gfternl Recht inhaltsschwer klingt dieses kurze Wort mit den zwei Silben manchem Lamilienvater, mancher schwerkämpfenden Mutter I Lür den einen knüpft sich daran die Entlassung aus der Schule irgendeines seiner Sprößlinge, bei dem anderen bedeutet es den ersten Schulgang seines bis dahin im kaufe sorglich behüteten Lindes. kier wie dort also immerhin ein Wendepunkt im Leben unserer Lieblinge! Und wie bei der Ergreifung eines Berufs für den schul- entlassenen Sohn oder die schulentwachsene Tochter oft schivcre Ttlißgriffe gemacht werden, die ihnen hin und wieder verhängnisvoll fürs ganze leben werden können, so begehen Eltern, größere Geschwister und andere Anverwandten vor dem ersten Schulgang des gerade schulpflichtig gewordenen Lindes häufig ganz unabsichtlich noch weit größere Lehler. wie oft hört man sie bei dem geringsten vergehen der kleinen Sechsjährigen sagen: ,17a, warte nur, wenn Du erst in die Schule kommst, da gibt es aber kaue, da sollst Du den Lehrer schon kennen lernen", ohne zu ahnen, welches Unkraut sie damit in die Seele des künftigen Schülers säe»! Zlber die Lurcht vor der Schule ist dadurch nun einmal st«, manchem -Kinde rege geworden, und so ist cs kein Wunder, daß cs sich wehrt und sträubt, wenn der wichtige Moment des ersten Schulbesuchs hcrannaht. Da wird denn allerdings wieder eine andere Taktik angewandt, und man bemüht sich redlich, das bei dem -iiinde erwachte Mißtrauen gegen die Schule wieder auszumerzcn. Alle möglichen Schmeicheleien werden aufgebote», das begangene Unrecht, von dem mancher, wie gesagt, selber oft gar keine Atniung hat, wieder gutzumachen. Ja, in einigen Gegenden Deiltich. lands. wie z. 2 in ganz Sachsen, wo die-Kinder beim ersten Schulantritt eine große, bunt beklebte, mit Schokolade und allerlei Suckerwcrk gefüllte Tüte bekommen, darf das -Kleinchen einen liefen Griff in die geheimnisvolle Tüte tun, und weit mehr von den in ihr verborgenen Leckerbissen wird ihm in Aussicht gesiellt, wenn cs in der Schule recht brav gewesen. wenn nun diese ominöse Zuckertüte, an und für jich - streng pädagogisch genommen — , schon ein Unding ist, so sollte sie wenigstens nicht, bevor das Lind überhaupt in der Schule gewesen, angebrochen und als Lockmittel benutzt werden! Doch jedes Land hat feine Sitten und mancher i»ag vielleicht später in seliger Erinnerung an die große Zuckertüte denken, die er be, seinem ersten Schulganz erhielt und aiiS der ihm, das ganze Jahr hindurch, »ach jeder guten Leistung in der Schii e die Belohnung gespendet wurde, sofern sie groß genug war. Ui» so lange zn reichen, Ivas jedoch in vielen Läilen, in denen wahre Riefentüten gespendet wurden, vor gekonimcn sei» soll. Ilke gc-'agt, wir wollen mit dieser Si t«, oder vielmehr Unsitte, nicht rechten, mochten :cdoch dafür cintreten, den kleinen 2l B E-Schützen die Schul» nicht als Schreckgespenst darrustellen, sondern dafür werben, daß ihm dieses neue, ihm »och uneufchlossenc Reich in rechter 1ve.se geschildert ivcrde, man inöge cs aber auch nicht zu rosig malen, daniil er später iiicht enttäuscht iverde, we in alles sich nicht so verhält, wie er es sich der verlockende» Schilderung nach in seinem -Köpfchen zurechtgelegt. Jedenfalls habe» ultern, die ihre -Kinder,>n rechter werfe für d e Schule vorbereiten, nicht die uuan- genehme Erfahrung zu machen, daß die -«leinen in eu> weinen und wehklagen aus» brcchcn, wenn INütterchen, die das -Kindchen in die Schule gebracht, es verlassen muh. um es seinem neuen lserrn und Meister, der» Lehrer oder der Lehrerin, zu überlasse«. Natürlich wird nicht jede» -Kind traurig und wehmütig zum erstenmal auf der Schulbank sitzen, selbst rvenn ihm vorher vor dem Lehrer bange gemacht wurde, viele Kämpfen ihre Surcht tapfer hinunter, manch« haben in, kindlichen Leichtsinn auch vielleicht schon du schlecht angebrachten Ermahnungen ganz vergessen, .»»er jede« dieser -Heine» ist >nieder aiiders geartet, uii» deshalb sollten die Erwachsenen sich Hüter«, sie, — iven» auch oft nur scherziveise, - gegen die Schule einzunehincn. Die -tindesseele ist ein subtiles Ding, das gar nicht genug studiert werden kann, und denijenigen, der sich bemüht, es recht zu erforschen, fast täglich neue Ueberraschungcn bietet. Mögen als« all« kleinen Buben uird Mädel, die diese Gstern der Schul« eingereiht werden sollen, recht frisch und mnnter das neu« wilnderland. Schule geuannt, belrelc», sich a«n ersten Tage recht lieb und brav dort verhalten und fröhlich ob all des Neuen »nd Schönen, dar st« dort geschaut und gehört, in- Elternhaus zurückkedrcn, wo ihrer >m schönen Sachsen, lande schon dir -inckerlüte harrt, kelene Grube, Oie pfcidnnderin in praktischer Tätigkeit und der sittliche wert der Psadfinderinnen-Vewegung. Leider stehen manche dem Bestreben der pfadfinderinnen- Grtsgruppen, den Mädchen durch Teilnahme an dem Strebe» und Schassen dieser neuen Drganisation einen neuen Wirkungskreis zu erschließen, noch recht zweifelnd gegenüber. Ja, einige denken sogar bei dem -Klange des Namens .Pfadfinder" an die Lederstrumpf-Geschichten und alle möglichen Abenteuerlichkeiten, Doch hat der Name Mit all diesem Nicht das Mindeste gemein. Nichts anderes soll durch ihn ausgedrückt werden, als daß die Jugend durch geeignete Lührung befälngt werden soll, IN allen Lebenslagen den rechten Pfad zu finden, und zwar Nicht nur die Lnaben, sondern auch die Mädchen. Daß dabei für beide Geschlechter verschiedene Wege eingeschlagen werden müssen, wird woht jedem einleuchtcn. der sich etwas Mit der psnche der Geschlechter beschäftigt hat. vor allem hat die Erziehung der Pfadfinder,»»«» durchaus keinen militärischen Anstrichs wie manch« glauben. 2«« werden einfach >n Gruppen geteilt, die aus 8 —t0 Mädchen beste!-«» unter der Leitung einer Lührerin über 20 Jahre. Zwei bis drei Gruppen sind wieder einer Gberführerin zugeteilt, so daß alles teecht zu übersehen ist. und durchaus individuell vorgegange» werde» dann. In der schulfrei«» Seit werde« du Mädchen an «orfch «ebenen Nachmittagen nun in die frisch«, freu Gottes tust htnausgesührt und lerne» dabei durch -Kart,»lesen (sieh. Sich. », wiivden. Gelä»d«. spteb« u. dgt. chr» Stniw schärfen und >chr« Aufmerksamkeit stell wach zu erhalt«!. Durch Tanzen, Lori Übungen und mancher. t«r Spute soll chr Lörper gestärkt wtrdr» und der Gartenbau Abb. 1. Lartenlesen aus der wauderuLß. Abb. 2 . Ablschen im Freien. Briefpapiere, Briefumschläge, Korrespondenzkarten, Siegellacke in allen färben und Qualitäten empfiehlt fllbin Klein, Papierhandlung, Giessen. Selter.weg $3 Das vorliegende Büchlein dürste allen Hausfrauen willkommen sein. In reicher Abwechselung bringt es erprobte Rezepte von Gerichten, die sich durch Wohlgeschmack und hohen Nährwert auszeichnen. Die Vielseitigkeit der angeführten Speisenfolge bringt den Beweis, daß man des teuren Fleisches entraten kann, ohne auf Schmackhaftigkeit verzichten zu müssen. ? Die Konditorei in jedem Haushalt. 80 billige erprobte Rezepte zur Selbstherstellung von Torten, Kuchen und Teegebäck. 4. Auslage (6. bis 8. Tausend), Preis 25 Pfg. Zimmermannscher Verlag, Chemnitz, Annenstrahe 19. Wieviele Freundinnen sich das wohlseile Büchlein erworben hat, beweist die binnen kurzer Zeit notwendig gewordene 4. Auslage. Die Rezepte sind leicht verständlich gesagt, sodaß auch die uncrsahrene Köchin alles Backwerk Herstellen kann. ? Von der mit Illustrationen reich ausgestalteten W e i h e s ch r i f 1, die aus Anlaß der Einweihungsfeier ' des Völkerschlacht-Denkmals erschienen uNd ' in allen Kreisen des deutschen Volkes mit großem Beifall ausgenommen worden ist, werden vom Deutschen Patriotenbunde, Leipzig, Blücherstrahe 11. noch Einzelcremplare zum ermäßigten Preise von 2.50 Mark gegen vorherige Einsendung des Betrages portofrei abgegeben. Der Deutsche Patriotenvund hat außer dem gewaltigen steinernen Ruhmesmale aus denr Leipziger Schlachtfeld« mit dieser Weiheschrift dem deutschen Volke ein zweites Denkmal geschenkt, ein Dcn'mal rein geistiger Art, daß durch die Schönheit seiner Gedanken und die Wucht seiner Sprache dem riesenhaften Zwillingsbruder völlig ebenbürtig geworden ist. Die Schrift mühte die vaterländische Bibel in jedem deutschen Hause werden. Gegliedert in folgende Abschnitten Der Denkmalsgedanke, Vorgeschichte des Denkmals, der Deutsche PatriotenbUnd (Vorarbeit, Lösung der Ausgabe), Feier- und Weihestunden, Gedenkblätter, ist sie als wahrhafte Geschrchtsquellc der Befreiungskriege ein vorzüg - liches Werkzeug zur sittlichen Veredelung des deutschen Volkes, zur Hebung des deutschen Volksbewußtseins und zur Betätigung deutschen Geistes. Piligodlil A-rzl! che Gutachten rühmen die vorzügliche schleimlösen W1 kung, schnelle Minderung der Hustenansälle, Nachlass d r Bneckrsiz-Erscheinungen » Ärilchhnsteil. 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Werde «c Jedermann empl E., 13. 11 . 11 . E Gan ff yeinen offenen * Rirw-Stllbe nrhS Rino-Sülbe schön fi ndsre hoi nichts otnoljt lino-Satbe überall e St. O., 8. li. 11. Rino-SaIbe,S, rl ^ Hautleiden, offenen Wanden, i f resprungenen Hündep, n Dosen von Mit. 1,15 und 4 zu haben In aflen Apotheken Achten Sie beim Einkauf auf ( , Namen Brno und die Ftrnur' H!olLßchut>3rl4.Go. 1 Wefnl>fjhlft-DrM4 Man verlange ausdröckl. „ Rlnc BergedUKg. Für die Großh. medizinische Klinik, Frauenklinik und Klinik für Hautkranlc in Gießen soll für das Rechnungsjahr 1914, evt. für einzelne Bedürfnisse auf längere Zeit, auf dem Weg des öffentlichen Angebots vergeben werden: a) Die Lieferung des Bedarfs von ca. 50 Rm. Tan- nenscheirholz; b) die Lieferung von: 1. Backwaren, 2. Zmieback, 3. Fleischwaren, 4. Spezereiwaren und Verbrauchs- Gegenständen, 5. Kaffee, 6. Butter, 7. Eier, 8 Milch, 9. Bier, 10. Schreibmaterialien, 11. Maschinenöl, 12. Bürstenwarcn. 13 Scheuertücher, 14. Seife v. Soda. 15 Eis, 16. Porzellan- »nd Glaswaren; c) das Reinigen des Küchenherdes und der Offen, die Abgabe der Knochen, Lumpcn und leeren Oclfäffec; ck) Transport der Wäsche. Die Bedingungen können auf dem Verwaltunas burcau dcr m dizinischen , Frauen- und Hautklinik, Klinik strotze Nr. 32 an den Wochentagen nachmittags von 2—4 Uhr eingesehen werden. Offelten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Eröffn«, ngslermin Freitag, den 6. Mär; 1914, vorm. 11 Uhr einzureichen. Proben d r unter b) 2, 4. 5, 9. 10, II, 12, 13 und 14 bezeichnten Gegenstände sind den Angeboten brizufügen. Zuschlag erfolgt bis zum 25. März 1914. Gießen, den 18. Februar 1914. Großhcrzogl. Verwaltnugsdircktion dcr medizinischen Klinik Frauenklinik und Klinit jür Hautlranke. V o i r. ßößlsmemllckeli in den Verkaufsstellen erhältlich. -.-'Mvvl Fabrikant Aug. Jacob! Darmstadt. Soeben erschienen: Zimmer (Berlin-Zehlendorf) Deutsche Bittgerkilndc Band I: Verfassung u. Recht Band II: Staatswehr (XVI u. 535 Seiten StrohoKav. broschiert 5 M , gebunden 6 M.> DaS timifle Werk, bas in ln.ip-ci und doch allg-rotinver- näudlichtr Fonn das ^esamt- N b*et deS beiitfd’crt SiaalS u. PrivaieechlS mr. Benutz ,ng der toicbffl-.H Gesetz kSkelle« 5.bandelst e:fp xrt manch- Auw iliS- kostcn, l.hrt juristisch d.nk.n. Zn jeder gröberen B XV 7 2 Teilen isroßaktav, broichie-t 7 W-, gibuudei! 8 Di., DoS einzige Werk, das über d e 6t s.mmrbiet des deuiichcn 8 Hee m-.I-nS kna.v u i-bersicht- 8 Itro und linier Ans hrung der einschlägigen Beg-mmnngcn der Tieastdnisch ine., infaemie i. I Für jedcnPol Iik>r,des ndeessür I angehend« Offiziere u»entbehrt eichhandlung voriätig. . r. _**. »j.. s. btudieren Sie d. weltbekannt. Selbs.uoterrichtsbriefe Methode Rustin !6 landwirtschaftlichen Fachschulen Handbücher zur Aneignung der Kenntnisse, die an landwirtschaftl. Fachschulen gelehrt werden, u. Vorbereitung zur Abschlussprüfung '.er entsprechenden Anstalt. — Inhalt: Ackerbaulehre, Pflanzen- b.iulehre, landwirtschaftliche Betriebslehre und Buchführung, Tior- 1 -: oduktiouslehre, landwirtschaftliche Chemie, Physik, Mineralogie, Naturgeschichte, Mathem.. Deutsch, Franzos., Geschichte, Geographii Aus abe A: Lsndnirtsciialtsschulc ' Ausgabe 8: AckciGaiisclinlc • A.sgabe C: Lnnci.-lrtschaül. IVintcrHcliule Ausgabe 0: LaixHviriscIiai'tliclie FacUsclinle o >i'T« Schulen bezwecken, eine tüchtige allgemeine und eine vor- : zügliche Fachschulbildung zu verschaffen. YVährend der Inhalt der uAgabn A den gesamten Lehrstoff der Landwirtschaftsschule vermittelt. u das durch das Studium erworbene Reifezeugnis dieselben Berechtigungen gewährt wie die Versetzung nach der Obersekunda höh L<-'hraiu»alten, verschaffen die Werke B u. C die theoretischen Kenntnisse, die an einer Ackerbauschule bzw. landwirtschaftlichen Winteischule gelehrt werden. Ausgabe D ist für solche bestimmt, die nur die rein landwirtschaftlichen Fächer beziehen wollen, um sich die nötigen Fachkenntnisse anzueignen. Auch durch das Studium nachfolgender Werke legten sehr viele Abonnenten vortreffliche Prüfungen ab und verdanken ihnen ihr ausgezeichnetes Wissen, ihre sichere einträgliche Stellung Der ElnJ.-Frelw., Dos Abiturientenexamen, Das Gymnasium, Das Reaigymn., Die Ober- renisdinle, Das Lyzeum, Der geb.Kaufmann. Ausführl. Prospekte u. glänzende Dankschreiben über bestandene Prüfungen, die durch das Studium der Mathode Rustin abgelegt sind, gratis. — Hervorragende Erfolge. — Bequeme monatliche Teilzahlungen. — Brieflicher Fernunterricht. — AnHlchtn- Ncmliingen ohne Kaufzwang bereitwilligst. Bo nness & Hachfeld, Verlag, Potsdam 8.0., Wer v.rkatijl se ; n)(4as ebtl. ro t (t>..kchz'l ob f-mf». Nn 10 fi»? Pier ob Umgbq Än- gebo'e nur n. B sitz." Po->>g 'fi t' Ar öfi Tüchtt DarlrHruSvermIttler für erstklassize Firma fo'ort gesucht. Voslschllestiach N'. 23. 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