(W«»r»c «»chrichte») •ieficncr Tageblatt) vezagrptkeir 25 pfg. monatlich Mertelithrltch 76 HjG., „raulzahlbar, frei ins Hau» Lb>rh»lt i» u» « s « »er «r»edieU>n oder ln den Zweig, -ulgabeftrllen ^«ettthrlich 80 Pig. — Erschein, Vlittt»»chs und »««-tag». — Redaktion: Selter», weg 88. — Kör Aufbewahrung oder Rücksendung nicht »erlangtrr Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „vieheaer Zeitnuq" E. m. b. H Expedition: Zelters weg 83. Anzeigenpreis 15 pfg. die *4 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pfg 3Mc 90 mm breite R c r la m e . Z c i lc 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewi!,! und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschrcitung de» Zahlung», ziele» (30 Tages, bei gerichtlicher Beitreibung oder ! Konkurs in Wegiaü. Plahvorschristen ohneVerbiudlichlen Druck der Kietzencr «erlagsdruckcrci. Albin Klein 'lir. 16. _ Telephon: Nr. 362. Mittwoch, den 25. Februar 1914. Telephon Rr. M 2 . 26. Iahra. ' politische Rundfcbau * Das Befinden des Kronprinzen hat sich in den letzten Tagen soweit gebessert, datz er wieder ins Freie gehen konnte. Die Halsentzündung ist völlig geschwunden. * Waldenburg, 23. Febr. Die albani - schc Deputation traf hier ein. Es wurde ihr zu Ehren vom Fürsten von Schönhauscn-Waldenburg, dem Schwager des Herrschers von Albanien, ein Festmahl gegeben. Der König und die Königin von Albanien werden noch einige Tage hier verbleiben. — Bei der heutigen Tafel im Schlosse brachte der Fürst von Schön- bnrg einen Trinksprrvch aus. in dem er die sicheren Erwartung Ausdruck gab, datz das neue Königspaar alles daransetzen werde, um alle die Hoffnungen, die Albanien für die Zukunft hege, zu erfüllen. In seiner Erwiderung betonte E s s a d Pascha seine und seiner Begleiter Freude, in dem hohen Hause derer weilen zu können, die Albanien nicht nur eine Königin, sondern auch eine Landesmutter im wahrsten Sinne des Wortes sein werde. * Zu der Meldung, durch das Generalkommando in Straßburg seien Verhandlungen mit der Stadtverwaltung in Z a b e r n gepflogen worden wegen einer neuen Garnison, wird an zuständiger Stelle erklärt, cs sei ausgeschlossen, datz solche Verhandlungen slaltgcfun- dcn hätten. Sicher aber sei es, datz die Beseitigung des B ü r g e r m e i st e r s K n ö p s l e r mit zu den ersten Bedingungen gehöre, wenn Zabern wieder eine Garnison ertmltcn solle. * Bestem Vernehmen nach tritt demnächst Sberst- leutnant HeUch vom Infanterie-Regiment Nr. 136 n Strahburq als Divisionskommandeur in türkische Dienste, ebenso Masor v. Legat vom gleichen Regiment. Rumänien. * Debrcczin, 23. Febr. Die Residenz des Bischofs des neu errichteten griechisch-katholischen Bistums Debreczin, Dr. M i k l o s s y, wurde heute vormittag 11 Uhr durch 3 Dynamitpatronen in die Luft gesprengt. Sechs Personen wurden gelötet, darunter der Vikar, der Sekretär der Bischofs, ein im Haufe anwesender Advokat, 2 Diener und eine Köchin; 4 Kleriker, 2 Advokaten und 2 Frauen wurden schwer verletzt. Der Bischof, unter dessen Schlaszimmer die Hülsen von 3 Dynamitpatronen in dem vollständig zertrümmerten Hause gesunden wurden, ist infolge seiner Abwesenheit der Katastrophe entgangenk Die Ursache ist in dem rumänisch-ungarischen Ralionalitätenhatz zu suchen und eine Folge der Magyarisierungs-Politik. * i Rußland. * Nachdem Rußland bisher über 37 Armeekorps und 24 Kavalleriedivisionen versügt, wird die Aufstellung von vier bis fünf weiteren Korps als dringlich empfunden. Kiew, Odessa und Wilna werden die neuen Korpsstationen sein. Dazu soll ein Kops im Kaukasus und eins in Sibirien aufgestellt werden. * Zum Ausbau der west- und zentralrussischen Eisenbahnen wurde in Frankreich eine. Milliardenanleihe ausgenommen, deren größter Teil als Rüstungsanleihe aufzufassen ist. Im Weichselgebiet werden gewaltige Verpslegungszentren angelegt. Daraus ist zu schließen, datz die Versammlungszone der Armee nach vorwärts in die Linie Brest-Litowsk und Wilna-Iwan gorog-Warschau verlegt worden ist, was offensiven Absichten lehr ähnlich sieht. Schließlich sei einwandfrei fest- gestellt, daß der russische Kundschasterdienst, der bis nach dem südlichen Oesterreich-Ungarn reicht, in der letzten Zeit noch eindringlicher geworden ist. Aas $tm mä Hand. * Generalleutnant von Lindenau, der jüngst s zum Gouverneur von Metz, ernannte srühere ! Kommandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm ! (2. Erlosch. Hess.) Nr. 116 in Gießen, ist am Sonn- ! tag im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier g e st o r b e n. Er hatte sich einer Operation wegen Drü- scnerweiterung im Ohr unterziehen müssen; die Operation gelang gut, dvch blieb der Zustand des Kranken ernst, da die Krankheit ziemlich weit vorgeschritten war. Nach einer vorübergehenden Besserung ist'der Tod ein- getretcn. — Kurt v. Lindcnau war 1856 zu Gotha als Sohn des Hauptmanns a. D. Robert v. LindenaU geboren. Nachdem er die unteren Dienstgrade in der Frönt durchmessen hatte, gehörte er den Generalstäben des 7. und des 14. Armeekorps in Münster und Karlsruhe an, war hierauf mehrere Jahre Ches der ersten Abtciluna des Großen Generalslabes und sodann Kommandeur des Jnf.-Rgts. Kaiser Wilhelm zu Gießen. Am 11. September 1967 wurde er Generalmajor und Kommandeur der 76. Jnsanteriebrigade zu Erfurt, am 27. Januar 1911 Generalleutnant und Kommandeur der 16. Division in Trier. General v. Lindenau hat sich auch als Militärschriststeller betätigt. Elektrischer Nachkur» in Eietze». Aus Veranlassung des Eewerbevereins Gießen wird von der Erohh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt ein am 14. März d. Is. beginnender elektrotcchn. Fachkurs in der Installation elektrischer Lichtleitungen s. Handwerksmeister zu Gießen abgehalten. Die in diesem Fachkurse gegebenen Anleitungen erstrecken sich aus einschlägige Material- und Preisberechnungen, die Anfertigung von Installationsplänen sowie auch aus die praktische Ausführung von Jnstallattonen. Diese Hebungen werden ergänzt durch Vorträge über Elektrizitätslehre u. Materialienkunde. Die Kursteilnehmer sollen in dem Fachkurse soweit ausgebildet werden, datz sie befähigt werden, ebensowohl die bei Lichtleitungen vorkommenden Störungen zu beseitigen, als auch kleinere Lichtanlagen vorschristsgemäß auszuführen. Der Unterricht findet allwöchentlich an einzelnen halben Wochentagen und an Sonntag-Vormittagen statt, wobei Rücksicht genommen wird aus die Wünsche der Teilnehmer. Anmeldungen sind baldigst, spätestens bis zum 1. März, an die Erotzh. Zentrale für die Gewerbe in Darmstadt zu rich- Das Gesetz des Herzens. Roman von Heath Hoskcn. Autorisierte Uebersetzung von Hans v. Mentzel. Nachdmck verboten. „Er hatte gesagt, Lady Gressonez' wohltätige Haud- unacn seien nur ein Decknianlel für ihre Intriguen, und >atlc dazu behauptet, datz Wimercur nicht Gressonez' Sohn sei. Dies war dein Jungen zu Ohren gelommen md bildete den Hauptgrund seines Borgehens." „Ich verstehe," sagte Finch. „Und was erwiderte lirockford, als Wimereur ihr, wegen dieses schändlichen getragen« zur Rede stellte?" „Er führte die niedrigste Sprache gegen den Kna- >en. Er sagte ihm, er glaube fest an die Dinge, die er erbreitet.habe, und werde sie auch fernerhin verbreiten. - Das übrige können Eie sich denken." „Der Revolver?" fragte Finch. „Erocksord schäumte vor Wut, weil Wimereur ihn inen gemeinen Verlcrimder genannt hatte. Er erklärte, atz er Wimereur und mich erschießen würde, wie jc- en, der cs wagen sollte, ihm in den Weg zu kommen. - Der Mann ist jetzt tot, Mr. Finch. Lassen Sic uns nnehmen, daß er nicht bet Verstände war!" „Gab es noch einen anderen Zeugen bei dieser izene?" fragte der Detektiv. „War Mrs. Erocksord da- ci anwesend?" „Nur teilweise. Als die Gegner so aufgeregt wur- en, daß ich nicht wuhte, was passieren würde, benutzte h eine Gelegenheit, die Dame sortzubringcn. Sie war em Umsinken nahe. Dte arme Frau, und auch der >unge, als ich ihn schließlich entfernte." „Inzwischen war Mr. Erocksord gestorben?" „Ich blieb nicht so lange, um mich dessen zu vergewissern, Ich jagte Wimereur aus dem Haufe. Wie wir es bewerkstelligten, hinauszukommen, ehe die Diener auf dem Schauplatz erschienen, ist mir noch jetzt ein Wunder. Ich suhl mit Wimereur zugleich nach Pad- dington, um nock» den Zug nach Orford zu erreichen. Dann kehrte ich in meine Wohnung zurück und traf die Dame, die jetzt Mrs. Tait ist, gerade als sie das Haus verließ. Ich setzte sie in eine Droschke und ging heim, blieb dort eine kurze Weile und begab mich dann in meinen Klub. Das übrige wissen Sie." „Eins weiß ich noch nicht", sagte Finch. „Wie kam es, daß Lord Wimereur' Ankunft in dem Haufe von den Dienern nicht bemerkt wurde?" „Ich ging zufällig nach dem Ausgang, um mich in j Mrs. Crockfords Interesse zu überzeugen, ob dte Lust rein wäre. Ich wollte die Dame aus dem Haufe lassen. Dabei traf ich Wimereur aus den Türstusen, und er drängle sich sofort herein. „Ich verstehe. Und Mrs. Erocksord wurde von ihrem Gatten eingelassen?" „So ist es." „Die Sache ist ja nun ganz klar. Ich kann dem Hauptquartier berichten, daß Lord Wimereur in berechtigter Selbstverteidigung mit Mr. Erocksord kämpfte." „Allerdings. — Natürlich kann ich Ihnen nicht sagen, ob Erocksord die Masse wirklich gebrauchen wollte." „Das ist unwesentlich. Die Absicht mutz angenommen werden!" — Einige Augenblicke verharrte Finch schweigend; dann blickte er auf und sagte mit einem achtungsvollen Ausdruck: „Ich danke Ihnen, Oberst Sardonis, sür Ihr Vertrauen. Ich verspreche Ihnen, daß ich es nicht mißbrauchen werde, soweit dies in j meiner Macht liegt. — Und nun muß ich Sie um Ihr formelles Ehrenwort als Offizier und Gentleman bitten, datz Ihre Angaben der reinen Wahrheit entsprechen." „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort," sagte Sardonis ruhig, „daß dies die volle Wahrheit ist!" „Sie werden natürlich ein dementsprechendes schriftliches Protokoll unterschreiben." „Wenn es notwendig ist — —“ „Es ist notwendig!" „Und was wird nun geschehen?" sragte Sardonis mit einem Aufstieg von Neugier, die er nicht verbergen konnte. Der Detektiv schüttelte den Kops. „Ich bedauere, Ihnen das nicht sagen zu können." „Ich meine, werden Sie mich jetzt verhaften?" „Nein, sicherlich nicht." „Werden Sie Lord Gressonez verhaften? Ich habe ihn darauf vorbereitet." ^ „Vor der Hand auch nicht. — Natürlich werden wir den Lord ersuchen, auch seinerseits eine Aussage zu machen." „Aber Sie können mir nicht sagen, was Sie schließlich in der Sache befinden werden?" „Ich bedauere, es nicht sagen zu können. Sie sehen ein, daß der Fall von jetzt ab sich meiner Amtsgewalt entzieht. Aber ich will Ihnen im Vertrauen sagen, Oberst Sardonis, ich glaube, es wird überhaupt nichts geschehen. Sie sehen, daß es ein sehr ungewöhnlicher Fall ist, bei dem eine verbrecherische Absicht nicht als vorliegend erachtet werden kann. Die einzige Person, der eine verbrecherische Absicht zugetraut werden konrtte, len. Eine frühzeitige Anmeldung empfiehlt sich um so mehr, als die Zahl der Teilnehmer nur eine beschränkte sein kann. Das Unterrichtsgeld beträgt 30 Mk. Unbe- mittellen Kursteilnehmern kann eine Beihilfe zum Besuche des Kurs gewährt werden. Eine Vorbesprechung mit den Kursteilnehmern findet am Samstag, 7. März, nachmittags % 4 Uhr, in dem Gebäude der Gewerbe - schule zu Eieszen, Kirchstrahe 16, statt. * Hess. Handwerkskammer. Eine wirtschaftliche Machtprobe des deutschen Handwerks. Die durch Erfindungen der Technik und der Industrie hervorgeru- sene Umgestaltung im Händwerksbetrieb ist in der breitesten Oessentlichkeit noch nicht genügend bekannt. Bon dem neuzeitlichen Handwerksbetrieb hat man vielfach falsche Vorstellungen, wie man auch verlernt hat, den Wert einer guten Qualitätsarbeit einzuschätzen. Zur Wuf- klärung und gleichzeitigen Vermeidung der Zersplitterung der eigenen Kraft bedarf des Zusammenschlusses des ganzen deutschen Handwerks. Dieser Grundgedanke war bestimmend für den Beschluß, in einer Unioersal-Ausstell- ung „Das deutsche Handwerk Dresden 1915" zu-zeigen, was das heutige Handwerk zu leisten vermag. Die Vorarbeiten sind in vollem Gange; sie werden zu einem glänzenden Abschluß kommen, wenn die Handwerker in allen Teilen des Reiches in richtiger Schätzung des wirtschaftlichen Wertes eines geschlossenen Vorgehens Zusammenhalten. Das Handwerk wurde bisher auf allen möglichen Aufstellungen als Untergruppe eingereiht, fetzt soll es in Dresden 1915 einmal selbst Hauptamppe und Kern einer großen Ausstellung sein. Dort ist dem Handwerk Gelegenheit geboten, sein Können ungehindert zu entfalten. Eine ausgebaute historische Abteilung wird interessante Stücke aus allen Epochen des Handwerkerstandes Zusammentragen. Werkstätten von ehedem werden neben dem neuzeitlichen Musterbetriebe stehen und einen nachhaltigen Eindruck von der Entwickelung der deutschen Handwerkskunst im Zeitalter der Technik und Maschinen auslösen. Als Bild des Handwerks in alter und neuer Zeit und einmütige wirtschaftliche Kraftprobe eines Standes, der als Kern unseres Mittelstandes auf eine große Vergangenheit zurückblicken und auch in Zukunft seine starkumstriltene Stellung behaupten kann, wird die Ausstellung „Das deutsche Handwerk Dresden 1915" in ihrer'Ausdehnung und wirtschaftspolitischen Bedeutung einzig und hervorragend sein. n Gießen, 23. Febr. Der ordentliche Professor Dr. Rudolf Herzog in Basel hat den Ruf an die hiesige Universität als Ordinarius der klassischen Philologie angenommen, ebenso der außerordentliche Professor Dr. Karl Schaum in Leipzig den Ruf als Ordinarius der Chemie. n Gießen. Die Schäftung eines großen Volks- spielrafens für Universität und Bürgerschaft ist geplant. Dadurch soll auch das gute Einvernehmen zwischen Universität und Bürgerschast gefördert und für Gießen eine großzügige, mustergültige Anlage geschaffen werden. ):( Frankenberg, 24. Febr. Das Bahnprojekt Gemünden-Frankenberg gelangt erst im Jahre 1915 im Landtag zur Vorlage. Daß der mit Genehmigung der Teilstrecke Zimmersrode-Eemünden ins Auge gefaßte Aüsbau der Verbindungsbahn Zimmersrode-Fran- kenberg solange anslehen würde, hat man derzeit nicht gedacht. ):( Kirchhain, 24. Febr. In dem Konkursverfahren der Automobilpost Kirchhain, Kirtorf, Eh- ringshausen, werden nächsten Freitag zwei Autocmm- busse, 10- und 14sitzig, sowie 1 Postwagen mit Zubehör in Kirtorf versteigert. ):( Bad Homburg v. d. H., 23. Febr. Nach vorläufigen Schätzungen wurden im Obertaunus sechs Millionen Mark Kapital mehr für den Wehrbeitrag angemeldet, als die amtlichen Schätzungen bisher annah- men. ):( Frankfurt a. M. Der allen deutschen Metzgern bekannte Ehrenvorsitzende des deutschen Fleischer - bundes, Karl Mary in Frankfurt a. M. feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der überaus rüstige Kreis betätigt sich noch recht eifrig am öffentlichen Leben, namentlich in Fragen des Fleischergewerbes gilt er heute noch als erster Fachmann. ):( Frankfurt a. M. Die Eröffnung der Uni- , versität Frankfurt a. M. findet bestimmt am 1. Oktober dieses Jahres statt. ):( Frankfurt a. M., 23. Febr. Im ehemaligen Landkreise Frankfurt hat die Nidda, die seit Freitag steigendes Hochwasser führt, weite Landstrecken über- s l n t e t. In Praunheim sind mehrere Häuser vom Wasser eingeschlossen, die Keller mutzten heute früh geräumt werden. Auch in der südlichen Wetterau hat die Nidda große Gebiete überschwemmt. Die Gemeinde Harbach bei Vilbel ist vom Verkehr abgeschnitten. ):( Frankfurt a. M., 24. Febr. Die Königin Wilhelmine von Holland ist gestern abend, vom Haag kommend, im Hauptbahnbos eingetroffen, wo sich der Prinzgemahl Heinrich der Niederlande zur Begrüßung eingesunden hatte. Die Herrschaften begaben sich dann im Automobil nach Hobe Mark, wo Prinz Heinrich bekanntlich seit einigen Wochen zum Kurgebrauch weilt. ! N i e d e r - F l o r st a d t. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der Kulturaufseher S ch m i e g e l mit 189 von 365 abgegebenen Kimmen zum Bürgermeister gewählt. Seine drei Gegenkandidaten erhielten 67, bezw. 56 und 52 Stimmen. ! Bingen. Zu einer interessanten Entscheidung kam es in der hier abgehaltenen Kreisausschußfitzung des Kreises Bingen. Gelegentlich einer Verhandlung des Gemeinderats der benachbarten Gemeinde Büdesheim wollte der Gemeinderat Schmitt den Sitzungssaal nicht verlassen, obwohl eine ihn betreffende Anaelegenheit zur Besprechung kam. Trotz wiederholter Aufforderung seitens des Bürgermeisters Braden, wollte der Gemeindevertreter in dem für die Zuhörer bestimmten Raume bleiben. Nach längerer Auseinandersetzung persönlicher Art, erhob der Bürgermeister Klage gegen den Gemeindevertreter, der auch bei der Verhandlung auf dem Standpunkte verharrte, daß er berechtigt sei, der Verhandlung im Zuhörerraum beizuwohnen. Der Kreis- ausschuh pflichtete der Ansicht des Bürgermeisters zu und verurteilte den Gemeinderat Schmitt zu 10 Mark Geldstrafe und den Kosten. Candwipfcbaffliem :: Düngung. Mit beginnendem Frühjahr eilt der Landwirt aus Äcker und Wiese, um alle Maßnahmen zu treffen, welche einen sicheren Ertrag verbürgen. Das im Herbst tiefgepslügte Feld wird, nachdem die überschüssige Feuchtigkeit, aber nur diese, verdunstet ist, mit Ackerschleise und Egge behandelt. Es wird eine lok- ferc Schutzschicht geschaffen, welche eine Wusservergeud- ung hintan hält. Die wertvolle Winterfeuchtigkeit bleibt dem Boden erhalten. Gleichzeitig wird damit ein günstiges Keimbelt für die Unkrautsamen geschaffen und diese zum Auslaufen gebracht. Ein Eggenstrich kurz vor der Bestellung vernichtet das eben gekeimte Unkraut, das Feld ist rein. Aus Wiese und Weiden werden die durch Maulwürfe ausgeworsenen Erdhaufen sorgsältig eingeebnet, wo es nötig ist, wird die Wiese oder Meide geeggt und gewalzt. Bei all diesen Vorbereitungen darf aber eine der wichtigsten Maßnahmen nicht vergessen werden, die Düngung. Die Wintersaaten haben bereits aus das Hektar eine Kopfdüngung mit 80—160 Kilogr. schweselsaurem Ammoniak erhalten, wenn noch nicht, darf damit nicht länger gezögert werden. Aber auch die Sommerhalmfrüchte, die Hackfrüchte und die Wiesen nnd Weiden sind für eine Stickstoffdüngung mit schweselsaurem Annnoniak neben einer Düngung mit Kali und Phosphorsäure äußerst dankbar. Zahlreiche Düngungsversuche haben gezeigt, daß auch der scheinbar anspruchslose Haser eine reichliche Düngung mit 200 Kilogramm schweselsaurem Ammoniak, 200 Kg. Superphosphat und 150 Kg. 40prozentigem Kalisalz wohl auszunützen vermag. Es ist daher nicht angezeigt, ja es ist unrationell, ihn ohne jede Düngung als sogenannte abtragende Frucht anzubauen. Selbst zu Braugerste, deren Güte durch manche Stickstoffdünguna allzuleicht herabgemindert wird, kann neben Kalisalz und Superphosphat schweselsaures Ammoniak in einer mäßigen Gabe (80 bis 100 Kg. auf das Hektar) ohne Bedenken, gegeben werden. Durch dieses Düngesalz wird infolge seiner langsameren Wirkung der Eiweisgehalt nicht erhöht, allgemein aber die Qualität dnrch bessere Kornautzbild- ung verbessert. Gleichzeitig wird auch der Ertrag gesteigert. Die Kartoffeln und Rüben lohnen eine Volldüngung mit schweselsaurem Ammoniak, Superphosphat und 40proz. Kalisalz durch höheren Ertrag, in den meisten Fällen anch durch höheren Stärkegehalt, bezw. durch höheren Zuckergehalt. Auf Wiesen' und Weiden ist neben der schon lange üblichen Kaliphosphatdüngung eine Düngung mit schweselsaurem Ammoniak nicht zu umgehen. Entgegen der früher herrschenden Ansicht hat sich gezeigt, daß durch eine Stickstoffdüngung namentlich auf Weiden eine Ertragssteigerung bis zu 50 Prozent ein* tritt. Allgemein kann also gesagt werden, daß die Düngung der Sommersrüchte. der Wiesen und Weiden mit schweselsaurem Ammoniak neben einer Kaliphosphat- düngung die in erster Linie ertragssteigernde Maßnahme darstellt. Rascher und sicherer Mg zur Wundheit und deren Erhaltung. wenn schwächlich, bieichsüchtig, nervös, schlaflos, leicht ermüdet unck abgespannt der sichere Weg zu neuer Gesundheit und zur Erlangung von Kräften. Die Wirkung ist eine rasche, welche sich schon in wenigen Tagen günstig bemerkbar macht. (Ovolecithin 0,5, Eisenoxydhydrat an Zucker gebunden 0,75, aromat sehe Bestandteile in Cognac 40, Rest dest. Wasser.) Obige Störungen führen sehr oft zu bedenklichen Zuständen, deshalb zögere man nicht, seine Zuflucht zu LECIFfiKKIN zu nehmen. Sehr angenehm’ von Geschmack. 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Ich habe Ihre Motive vom ersten Augenblick an ganz richtig erkannt und mir gleich eine zutreffende Meinung darüber gebildet." „Wirklich?" „Ja. Ich erriet diese Motive. Aber natürlich wußte ich die Namen der hauptsächlich beteiligten Damen nicht, kannte auch die Verhältnisse nicht, unter denen sie in diesem Streit eine Rolle spielten. Und Sie waren außer Mr. Crocksord die einzige Persönlichkeit, die mit Sicherheit angeben konnte, ob Lord Wimereur wirklich zugegen war. Ich wußte immer," fügte er hinzu, „daß Sie mir eines Tages die Wahrheit sagen würden. Darum wartete ich." „Also Sie meinen, es wird nichts weiter geschehen?" fragte Sardonis eindringlich. „Ich glaube es sicher!" erwiderte der Detektiv. Sie können aber innerhalb der nächten 5 Tage nach einer reservierten Erklärung in den Zeitungen ausschauen. Ich habe nun mit der Sache nichts weiter zu tun." „Sie haben aber Einfluß auf die Behörden, in deren Händen sie ist." „Vielleicht ein klein wenig", sagte Finch mit schwachem Lächeln, „und Sie können sicher sein, daß er zu Ihren Gunsten benutzt werden wird." „Ich danke Ihnen. Aber die Hauptsache ist-, ist Mrs. Tait jetzt sicher? Wird die Anklage nie gegen sie erhoben werden?" „Das kann ich Ihnen versprechen. Ich habe die Ermächtigung dazu," „Und wenn ich England heut abend verlassen will", fragte Sardonis. „Sobald Sie den schriftlich festgelegten Tatbestand unterschrieben haben, gebe ich Ihnen volle Freiheit zu reisen. Ich glaube, die Behörde wird zufrieden sein, daß kein Verbrechen vorliegt." Der amtliche Tatbestand, den Sardonis unterzeichnen sollte, wurde sofort ausgenommen. Er Unterzeichnete ihn und verabschiedete sich dann, wobei er Mr. Finch herzlich die Hand schüttelte. Der Detektiv hatte sich weit mehr als sein Freund, denn als sein Feind erwiesen. Einige Tage später erschien in den Blättern «ine kurzesehr reservierte Erklärung des Inhalts, daß der beklagte Tod von Mr. Crockford vor einigen Jahren sich infolge der unaufhörlichen Bemühungen der Polizei als die Folge eines Zufalls erwiesen habe, und daß die Untersuchung in der tragischen Begebenheit beendigt sei. Die meisten Leute halten Joses Crockford längst vergessen und die wenigsten, die dem Fall Crockford noch ein neugieriges Jntereffe bewahrt hatten, mußten mit dieser lakonischen Notiz »orlieb nehmen. Acht Tage später waren Constontin Sardonis und Betty Mann und Frau. Der Lmuszug führte das Liebespaar über den Brenner nach Luzern. Von dort ging es in das Berner Oberland, wo die Neuvermählten ihren Honigmond verlebten. Dann traten sie «in* Reise um die Welt an. Nun fehlte ihrem Glücke nichts mehr. Mer auch die Jahre vermochten daran nichts zu ändern. Die heilige Flamme in beider Herzen brannte strahlend und anhaltend weiter. Da gab es kein Anzeichen einer allmählichen Minderung der Liebeskraft, die sie zu einem einzigen Wesen zusammenwachsen ließ. Da gab es kein« Vernachläffig- ung und keinen Ueberdruß, sondern nur eine stete Ver- ttesung und Erstarkung ihres Gefühls. So glichen diese beiden Menschenkinder einem edlen, wohlgestalteten Baum, der jahraus jahrein Blüten treibt und Früchte bringt und Schatten spendet und sich zu immer höherer Vollkommenheit «ntfaltet. i 1 2 f r 0 > i] 1 ( k d, fd ui Jä S 5t t, 5: tu id ur b- m I“ IW B( w, flu kt, Sr itr diu (nt L i«t »4 d»r fcf H I L _________ Wer ein Mnd anlügt, der lügt nicht, nur eine Menschenseele an. die noch in der Gnade Lottes steht, sondern beschädigt auch die unschuldu des lindes und rüttelt an das schlechte Beispiel des L die unschuldig« Gläubigkeit seiner Wahrhaftigkeit durch Rügens. Das Reick der f rau. a e 3BB^ Auf diese Zlrt wird die Gewissenhaftigkeit des lindes zu Grund« gerichtet, der Damm treuer wahr- Hastigkeit ist durchbrochen und lügenhaftes Wesen über» schwemmt vielleicht sein ganzes übriges Wesen. Alb. Stolz. 13,VÜL Das Kind und seine Kleidung im 39. und 20. Jahrhundert. welche fortschritte kinsicht gemacht haben, Lleidung unserer /ander, wandelten die Mädchen Abb. i. Aus dem so. ,7-dren. wir in hygienischer und ästhetischer erkennen wir auch besonders an der Lin getreuer Abklatsch ihrer Mütter, noch gegen Lnde des vorigen Jahr- Hunderts als Modedamen »en miniature» umher und wirkten in ihrer Lleidung geziert, ja oft direkt abstoßend, abgesehen von dem Unzweckmäßigen und Unhygienischen, das all diesen Lleidern zugrunde lag. wenn nun viele Pädagogen auch 'egen eine Mode der /linder eifern, so läßt es stch wohl kaum vermeiden, daß die Zeit lsaltung und Kleidung der /linder nicht auch ihren -tempcl aufdrückt, was an und für sich durchaus kein fehler ist, wenn dabei nur das Einfache, Natürliche, die Entwickelung des Lörpers fördernde gewahrt bleibt. Daß gerade diese "f orderungen früher und besonders im vorigen Jahrhundert bei der Lmdergarderc be ganz außer acht gelassen wurden, lehrt uns die /iostümkunde und Lultur zei.hichte dieser Zeit, die uns Linderbilder überliefert hat, welche nicht nur lächerlich und unschön, sondern oft sogar abstoßend wirke». Als die Empiremode, die uns aus den erite» beiden I/ckr zehnten des vorigen Jahrhunderts einige schöne Vorbilder lie'erte. etwa um das Jahr 1820 ausarlete, ging diese Ausartung auch gleich auf die Lindergarderobe über, und aus dem langen, lasen Lmpirerock wurde ein stark verkürzter Rock. unter dem lange, mit steifen Aufsäumen, oft auch mit nicht minder steifen Klei: en Volants verzierte, bis über die Lnkel reichende ftojen hervorsahen. Ein fester Gürtel um die Taille, steife Tollfalien am Rock und der breite /tragen, der große Schntenhut mit lan Iwallendem Schleier liehen dem Mädchen keine Bewegungsfreiheit. sondern zwangen es. steif und geziert einhcrzugehen. (Siehe Abb. l.) fast noch absurder für unsere heutigen Begriffe erscheine» UNS die Anzüge der kleinen .Liedermeierdämche»' von 12-13 fuhren aus Sem Jahre IZöv, die im Lorsctt und angetan mit bis auf die Absätze reichenden kosen und bis zuin Llleulogen gehenden langen f ilethandschuhcn steif und gravitätisch spazieren geführt wurden. (Siehe Abb. 2 s Die lange, mit fischbein gesteifte Schiiebbentaille. zu der weite, volantreiche Röcke getragen wurden, sowie die kleine, über die Dhren gehende /iapoite aus den fünfziger Jahren wurden genau nach den Vorbildern der Mütter auch auf die Linder übertragen. And 186V erscheine» sie wiederuin wie die Mama im weiten Lrinolinenrock und Zuavenpickchen. Auch der große, mit wallender Jeder geschmückte SchäfcrHut durfte nicht fehlen, trotzdem er selbst das lieblichste Lindergesicht oft recht alt erscheinen ließ. Die stnnatur dieser /iinderanzüge erstreckte sich noch auf die letzten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts, und wohl erst mit der Late- Greenway-Mode trat ein« Befreiung der nüder- sinnigen Ilebertragung der „Damenmode" au f d.e Mädchengarderobe ein. Zwar sind die nach den Bildern der englischen Malerin Late Greenway gearbeiteten LIeider ihrer Länge wegen immer noch etwas unbeholfen und der dazugehörcnde große kut auch noch recht unbequem, aber sie umwalle» den Linderkörper mit ,dcn weichen, un- ausgebildeten Lnochen doch leicht und lose und wirken somit nicht hemmend für feine Weiter- entwickelung. Einmal in andere Bahnen gelenkt, einan- zipierte sich die Lindermode nach und nach gänzlich von der des Erwachsenen, und unsere Mädchen tragen jetzt noch bis zur Schulentlassung leicht um die Küsten gelegte Röcke mit losen Matrosenblusen (siehe Abb 5) oder irgendeinen schlichten Rock mit loser Bluse (Abb. 6). Bei de» lang- tailligen Lleidern, wie sie durch Abb. 7 und 8 dargestellt sind, verbietet sich jegliche Einschnürung schon von selber, und die modernen Empire- und Prinzeßkleider der Mädchen umschließe» den Lörper ebenfalls in zweckentsprechender weise. So können sich unsere Linder in den kurzen Röcken und losen Taillen frei und ungehindert bewegen und sich nach kerzenslust darin austoben. freilich gibt es auch heute noch unverilünftige Mütter, die den so einfachen zeitgemäßen. Grund- schnitt mit unzweckmäßigem Besatz von Spitzen und dergleichen überladen, so daß uns die dainit bekleideten Linder wie ein wandelndes .Spitzenbündel' erscheinen, doch ist jetzt immerhin die Möglichkeit geboten, die jüngere Generation der f rauenwelt alle» hngienischen Anforderungen gemäß zu kleiden und sie auch in der Lleidung solange wie möglich kindlich und natürlich zu Hallen. kelcne Grube. Etwas vom Lehren. Jedem Menschen sind von Jugend an Leime in die Seele gepflanzt, Leime des Guten und des Bösen, die je nach der Entwickelung die Gber- hand gewinnen; und es hängt Nicht alles von der natürlichen Anlage allein ab, sondern auch ungemein viel von der Art, wie dieser Leim gezogen wird, wie das in die Erde gesteckte Samenkorn nur unter gewissen Bedingungen gedeihen und zur kräftigen Pflanze her.,»wachsen kann, wenn Sonne und Regen fruchtbar auf seinen Ent- wickelungsgang einwirken, so wird sich auch in den allerseltensten fällen der Eharaktcr von selbst entwickeln. Die Erziehung reist und bildet ihn für das Leben. Manches gut veranlagte Lind bleibt nur deshalb hinter seinen Altersgenossen zurück, weil die Erziehung die vorhandenen Leime ' nicht gepflegt, während vielleicht andererseits ein durchaus nicht hervorragend begabtes Lind die j Gefährten überflügelt, weil liebevolle Erziehung, tiefes, verständnisinniges Eingehen auf die geringen Leime und treue pflege sie mehr und mehr auszubilden vermochte. Deshalb gilt es für Ellern und Erzieher, die Individualität eines an. vertrauten Lindes zu studieren, dann. dement- kwechend sein« Erziehung zu leiten; nicht den Launen kleiner Tyrannen blindlings zu folgen oder gar den Eigensinn als Eharakterstärke anzu- sehen, sondern darauf hinzuwirken, daß sich das Lind schon in jungen Jahren unabhängig von feinen- • -"rameirt mache. Es ist ein etwas prol Cob. wenn man jemand als I »tc >1' bezeichnet. Die Erziehung ist I *>3 £ ju auserfehen. das Temperament zu zügeln. Man soll lernen, mit dem Pfund, das in jungen Seelen reift, zu wuchern und edle, tüchtige Menschen aus ihnen zu bilden, wenn die jungen Menschenkinder, Ivie fröbel, der große Pädagoge, so treffend sagt, dann festgewurzelt in Gottes Erde stehe» und mit dem kaupt bis zum Kimme! ragend in diesen schauen, somit im Kerzen beides, „Leben der Natur und 5teuften des kimmels, vereinen, dann wird die eigene /traft hinzukommen, die sie treibt, das Edle, das in ihnen schlummert, zu pflegen und etwaiges Unkraut zu ersticken. Es gibt Mütter, die sich als „moderne' Mütter aufspielen, als auch solche, die >nit dem, in dem letzten Jahrzehnt so beliebten Schl.ign-orl „das Jahrhundert des Lindes' eine» ge- wiycn Sport treiben, die die .Linder sich frei enlwickeln lassen', wie sie stolz hervorheben, und ini Grunde genommen doch dainit lediglich ihrer Bequemlichkeit ein Mäntelchen umhängen, wir lasse» den Lindern jede frciheit, einzig und allein aus Bequem- lichkcit, und denken nicht an das Ende. Allein aits sich selbst. ohice die Grundlage richtiger Erziehung. ist »och nie ein Mensch bedeutend geworden.' Aus die berühmten Männer wirkten die Lehren ihrer Mütter. Einzeln«' sind für die Nachwelt unvergessen. Die rührende, verklärte Gestalt Monikas, die Mutter des Heiligen Augustin, die kluge, für Lunst und Wissenschaft tief empfindende kerzogin Anna Amalie von Sachsen-Iveimar, die lebensvolle Erscheinung der frankfurter patrizicrin frau Rat Goethe, die heldenhaft« Dulderin i», Unglück, Lönigin Luise von Preußen! wie Schutz, görtir bewachten diese edlen frauengestalten den tebensmorgen ihrer Linder. Sie wurden das Ideal des Jünglings und oft dcr Trost des sterbenden Mannes. Solche Mütter lehren ihre Söhne zu streben und zu hoffen. Sie glauben an sie. selbst wenn die wclt^ie verläßt. Die Mütter unsrer Märtyrer, unserer gaben häufig den ersten Impuls zu ihrem Ruhm. ' Sie trugen und waren reich belohnt, sahen sie den Lorbeer auf des Sohnes kaupt. Einer der größten Pädagogen aller Zeiten, keinrich Pestalozzi, der unablässig für die Erziehung und die Bildung der Jugend wirkte, hat in „Licnhard und Gertrud' eine Mutter ge- zeichnet, die viele sich noch heute zum Vorbild nehmen könnten, da sie durch ihr Leben, ihr Beispiel, chre frommen Lehren ihren Lindern und ihrer Umgebung zum Segen ward. Linder sind klug und beobachten alles. Es heißt außerdem nicht mit recht: Lang ist dcr weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiel! Eltern und Erzieher lehren durch das Beispiel, das sie geben, wenn die Linder fühlen, daß man bei aller Strenge gerecht ist, wenn sie sehen, daß man selbst sich nicht gehen läßt, dann lasse» sie sich willig leiten und führen, dann danken sie durch ihr ganzes Wesen und durch ihr Leben die Mühe, die mehr oder weniger das Lehren in der Theorie und in der praris verursacht. A. M- w. Abb. 4. Um das ttabe zsöd. kelden und großen Lünstler, sie alles aus Liebe zu ihren Lindern Schriftliche Urkunde und vorherige mündliche Abmachungen. Abb. 2. Rückansicht. Abb 2. Aus dem ttadr I»ro. Abb. «. Abb S »tnbeeNeid-, ms ttll Unser Recht hat für die allermeisten Rechtsgeschäfte die sogenannte formfreiheit der Verträge. Nur in bestimniten Einzelfällen fordert das Gesetz zur Gültigkeit eines Vertrages die Einhaltung einer bestimmten form. So muß ein Schcnkungsversprechen, um gültig zu sein, gerichtlich oder notariell beurkundet werden, eine Bürgschaftserklärung, die nicht von einem Laufmann erteilt wird, muß schriftlich sein, ein Vertrag über Grundstücke muh gerichtlich oder notariell beurkundet sein, das Testament bedarf gewisser genau vorgeschriebener formen usw. Im allgemeinen ist also eine mündliche Abmachung ebenso ein „Vertrag" oder „Lontrakt' wie eine schriftliche, so sehr auch das Publikum noch von altersher gewöhnt ist. mit diesen Aus- drücken einen schriftlich abgeschlossenen Vertrag zu bezeichnen. Die bindende Lraft der mündlichen Abmachung kann aber zerstört werden durch einen später abgeschlossenen schriftlichen Vertrag und umgekehrt. Dieses Verhältnis der später aufgenommenen schriftlichen Urkunde zunr früheren mündlichen Vertrag halte das Reichsgericht in einer seiner jüngsten Entscheidungen zu beurteilen und kam dabei zu grundlegende» und für die Interessen des Kandels- und Gewcrbelebens überaus wichtigen Ergebnissen. Der fall lag so, daß über den Inhalt der mündlichen Beredung eine Urkunde geschrieben und von dem andern Teil ohne Durchlesen unterschrieben wurde. In dieser Urkunde waren einiqe Uebenbcstimmungen — es handelte sich um einen besonders vereinbarten Erfüllungsort — enthalten, von denen vorher nicht gesprochen worden war. Als nun auf Grund des schriftlichen Abkommens geklagt wurde, brachte der Beklagte den Einwand, daß diese Nebenbestimmungen nicht als verabredet gelten könnten, weil sie nicht Gegenstand der mündlichen Be> spreckung gewesen feien, und er, der Beklagte, eine Willenserklärung dieses Inhalts, wie der Lläger auch erkennen mußte, nicht habe abgeben wollen. Das Reichsgericht verwarf diesen Einwand. Es führte in den Entfcheidungsgründen dieses wichtigen Urteils aus, daß das Unterschreiben einer Urkunde eine Willensdisposition sei. Die Sicherheit des Rechtsverkehrs lasse es nicht zu. den Einwand, die Urkunde vor der Unterschrift nicht gelejen zu haben, anzuerkennen, wer eine Urkunde über einen vorher mündlich besprochenen Vertrag ungelesen unterschreibt, gilt daher alz einverstanden auch mit Uebenbestimmungen. wi« z. B. einem vereinbarten Erfüllungsort, der vom gesetzlichen abweicht, die nicht Gegenstand der mündlichen Abmachung gewesen sind. Rur wenn der schriftliche Vertrag nach den allgemeinen Grunojätzen über den Betrug der Anfechtung unterliegt, kann die Sachlage anders beurteilt werden. Sur Annahme eines Betrugs reicht aber natürlich die Tatsache allein, daß der schrin- liche Vertrag Rebenbestrmmungen enthält, die mündlich nicht besprochen waren, keineswegs aus. Die alte Mahnung: erst lesen, dann unter, schreiben, gilt darum beim modernen System der grundsätzlichen Vertragsfreiheit nicht minder als zu Zeiten, in denen die mündliche Abrede über die meisten wichtigen Rechtsgeschäfte unverbindlich »ac. Dr. iur. A. Xt*. 7. SH. & Briefpapier , Briefumschläge, Korresfpondenzkarten, Siegellacke in allen Tarten und Qualitäten empfiehlt fl'Mn KM» P ri t ndlung, Giessen. Seifenweg sz. Großh. Landts-Heil u. Pflkgeanstalt Gießen. Auf dem Wege deS öffentlichen Anerbietens soll die Lieferung nachstehender Bedürfnisse für die Zeit vom 1. April 1914 bis Ende März 1915 vergeben werden: I. Berzehrungs- und Berbraiicksgegenstände: 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, 2. Milch. 3. Backwaren (Brot, Wecke u Feingebäck), 4. Süßrahmbutter, 5. ca. 3600 Kilo Pflanzenbuttcr, 25000 Eier, 18000 Handkäse, 1300 Liter Mohnöl, 4000 Kilo Kochsalz, 3500 Liter gewöhnlicher Essig, 200 Liter Weinessig, 2000 Kilo gerösteter Kaffee, 200 Kilo Malzkaffee pp., 1000 Kilo Kaffeessenz, 3500 Kilo Mehl, 40 Kilo Tee, 500 Kilo Würfelzucker, 500 Kilo gestoßenen Zucker, 700 Kilo Kristall-Zucker, 50 Kilo Kakao, 6 . 7. 8 . 9. 10 . 11 . 12 . 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20 . 21. ca. 22. „ 23. 24. 25. 26. ff 27. „ 28. „ 29. 30. „ 31. n 32. „ 33. 34. n 35. 36. 37. Der 500 Kilo dörre, weiße Bohnen, 800 Kilo geschälte, ganze Erbsen, 900 Kilo geschälte Gerste, 500 Kilo Grünekornflocken, 400 Kilo Haferflocken, 300 Kilo Hirse, 500 Kilo Linsen, 400 Kilo Fadennudeln, 800 Kilo Gemüsenudeln, 1500 Kilo Reis, 1200 Kilo Spelzgries, grob u. fein, 20 Kilo Pfeffer, 400 Kilo gedörrte Aepfel, 400 Kilo gedörrte Zwetschen, 400 Kilo Sago, 3000 Kilo Zwetschen-Latwerge, Bedarf an Bier, SelterSwassec, Zigarren (ca. 15 Mio) u. Rauch tabak. II. Reinigungsgegenstände: 1. Sämtliche Bürsten- und Besenwaren, 2. ca. 200 Stück Fensterputzleder, 10 Dutzend weite Kämme, 5 Dutzend enge Kämme, 1 Kilo Schwämme, 250 Kilo Makulatur 300 Pack Klosettpapier, 4000 Kilo weiße Kernseife, 9. 10 . 11 . 12 . 13. 14. 15. ca. 50 Kilo Harzkernseife, gelbe, 1500 Kilo Schmierseife, 4500 Kilo Soda, 1000 m Putzlumpenzeug, 200 Kilo Fußbodcnöl, 400 Kilo Bohnerwachs, 50 Kilo Schuhfett pp. HI. Der Bedarf an: Baumwollenzeug, Druckzeug, Kattun, Sarsenet, Schicting, Lein wand Wollentuch, Buxkin und Sommerzeug, Wollengarn, Sacktüchern, Hosenträgern, Knöpfen, Zwirn, Schnur, Hüten, Koppen, Unterjacken, Leder, Schreibmaterialien und Drucksachen, Maschinen- und Zylinderöl. Ferner die Vergebung der Fuhrleistungen und die Verwertung des tffespüls und Gekrätzes, sowie der Knochen und Lumpen. Die in Anlage A des Erlasses der Großh. Ministerien vom 16. Juni 1893, das VccdingungSwesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen und Muster liegen auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten nur am 2., 3. u. 4. März l. I. vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Uhr offen. Die Bedingungs- und Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten bezogen werden. Ein Versand von Mustern nach auswärts findet nicht statt. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift: „Angebot zu der am 23. Februar l. I. ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin: Samstag, den 14. März 1914, vormittags 10 Uhr hierher einzurcichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift: „Muster zum Ausschreibcn vom 23. Febc. 1914" versehen sein. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 23. Februar 1914. Großh. Direktion der La»des-Heil- und Pflegeanstalt. I. A.: Lotz, Großh. Hausverwalter. Lieferrrngsvergebum;. Für die Großh. chirurgische Universitäts-Klinik und die UniversitätSqKlinik für Ohren-, Nasen- und Hals - frarrtc in Gießen sollen für das Etatsjahr 1914 auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden: a) Die Lieferung von: 1. Back-, 2. Fleisch-, 3. Kolonial- und Spezerei - waren, 4. Milch, 5. Butter, 6. Eier, 7. Bier, 8. Verbrauchsgegenständen, 9. Besen- und Bürsten - waren, 10. Glas- und Porzellanwaren, 11. Scheuertüchern, 12. Seife und Soda, 13. Bohnerwichse, 14. Gips und 15. Eis. b) Die Abgabe von Knochen und Lumpen. Die Lieferungsbedingungen liegen vom 25.1. M. ab zwischen 2 und 5 Uhr nachmittags auf dem Verwaltungsbureau offen. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Eröffnuugstermin, Freitag, den 6. März 1914, vormittags 11 Uhr, einzurcichen. Proben der unter a) 3 und 7 bis 14 bezeichneten Waren re. sind den Angeboten beizüsügen. Der Zuschlag wird innerhalb 14 Tagen nach dem Eröffnuugstermin erteilt. Gießen, den 23. Februar 1914. Die Krostst. Direktionen der chirnrg. Dlniv.-Klinik und der Univ--Klinik für Ohren-, Uafen- u Aalskranke (gez.) Pop perl. (gez.) v. Eicken. Gebrauchte, tebr gut erhaltene sr-Schi sofort pr.iswe t a^zugeben. i Off. e b. u. 4750 au d Cxh. , di.seS Blattes. Jungen Z neidergtselle der sich aus Grobstück ausbüden will, sucht 9 Kaiser, Böridenau (Siegen) 8 ianier.Se exirl-lir! oder Nebenerwerb erhalten Sie durch uns. 5—20 Mark tägl. kann jede inteil. Dame od. Herr verdienen. Tätigkeit im Hause täglich wenige Stunden. Fast ohne Kapital, ohne Lager. Auskunft gratis, streng reell. Or. Weisbrod »V Co. Wsidmannslust G. Z. Ankauf—Derkaus von Alteisen, Lnmve«. Knoche«, Kupfer, Messtug. *f > Lottenobank ßtnbH. Eisesaasüi. I V.? bis/*? O J3 O- ausende viH\1anke re fstetäißjr» ihr gediegenes Wissen und Können dem Studium der weltbelumnten tthode ustln Seiest-Unterrichts - Werke verbuudors^mit pln^obcarirm brfrlücJien Formt Herauf gegeben vom Rustinsctien Lohrlc von Frolessor C. Ilzi; ierrlcht. tut. Derckrpirea. 2Z i’rolßt.soren nts Mlti/rbelter. De/Bankbeamte Das GymmsSura Bas C€?rigymn?.sluui' Bia Obcrrealschule D.Abiturienten-Cxam. Der Einj.-Freiwillige Die Kar.tielsscbule Des Lyzeum Jedes Werk ist kliu Diu Studfenansi.aU Das Lohrerlanea- Seminar ir Prüparand / De\ 11! leisenu 11 ehrer Das asorvatorrnm De. , K&ujknann Bier wiss. gcb. Mann 'Die LEnöwirtschafts- schule DIo Ackerbauschule Dlo landwirtschaftl. Fachschule «C-ö lii LlefcruHjeu ii 9ö FT. (Eiozclne L ( eferi)(jgen a Mark 1.25.) Ansichtssendungen ohne Kaufzwang bereitwilligst. D> Werke Hla<3 xr^e n ffttenibhlUDs von Ulnrii 3.— an », besiegen, S Diewissens<'haftliohenUnterrl/lits- I tvorko, Mi ddoda Rustin, /selten u l-6:n-ö \ orktnulnisse voraus und j habru der. Zweck, den Stmfierenlon ; t den Besuch wissonB4idig zu ersetzen, den Schiilvrn eine uirfassende, jutiiegene Bildung, besonders die ifurch den Schulunterricht zi^örwerbend. Kenntnisse zu verhaften, unfl iavortref flacher Weise aufExamen L Diesür Zweck wird dcdurcli er- A. dassSjerünlarrioht wissenschaftlicher \^ohranstalten naohgaahmt B. dass der XJntcrricht in so einfacher undNoründllohe.- Welse erteilt wird. alws.jeder den Lehrstoff verateheh muss, und C dass bei dem brieflichen Fernunterricht auf die MJdividuelle Ver- » anlagunfl jedes 8chlh^rs RUoksichl genommen wird. sowie DanksciiXeiben : her bestandene Examina gnttis! /, che Vorbildung zur Ablegung von Aufnahme- und Abschli — Vollständleer Er vorzuteranen. . ' * ''flehe Uroschüre fQfungen usw irsatz für den SchulunterrlchtA Bonness &. Hachfeld. Verlag, Potsdam S. O. \ Hautleiden n Js entstehen durch »»reines Blni, löuneo dedh-.lb euch nur durch i»«ere Best udlg. gründlich » dsurrrd tzeh.slt wr-dk». 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