•irftcBtr Tag.dlatl) Vr;vgryr«i» 25 Psg. monatlich »trrtttMrlich 76 »»rmrszahlbirr, frei in» Hau». >bi«h«lt t» im ittrx Cnxtition oder in den Zweig- -m»qadeftrüen ^aeMl«»hrlich 60 Pfg. - Erschein, UNi«»»ch» uh» Cra»Ug«. — Redaktion: Selter»- weg 88. — Aiir «nfbewaiirunfl oder Rücksendung ntchl »erlangrrr Manuikripie wird nicht garantiert. Berlag der „Bieftener Zeitunq" «i. m. b. H Expedition: Zelters weg 85 . Anzeigenpreis 15 pfg. , M* ** mm breite Petitzeile für Auswärts 90 Pfg Die 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Psennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhc berechnet. Rabatt kommt bet Ueberschreitung de« Zahlung«. zieleS «30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegsall. Platzvorschriften ohneBerbtndlichken Truck der Kietzencr Berlagsdruckerci. Aldi« Mein Nr. 6. Lelep hon: Nr. 309. Mittwoch, den 21. Januar 1914. t f l e w t) o n Rr. 302. 20 Jadru. Keine Berufung im Reuterprozess. Die „Nordd. Allg. Ztg." teilt mit, das; in den Straßburger Prozessen der Gerichtsherr keine Revision bezw. Berufung etnlegen wird. Die „Nordd. Mlgem. Ztg." führt hierzu aus: Aus Straßburg wird gemeldet, daß der zuständige Gerichtsherr in dem gegen den Leutnant v. F o r ft- n«r anhängigen Strafverfahren auf die Einlegung des Rechtsmittels der Revision gegen das sreisprechendc Ur- . teil des Oberkriegsgerichts verzichtet hat. Für diese Entschließung des Gerichtsherrn war ohne Zweifel ausschlaggebend, daß nach den tatsächlichen Feststellungen des Oberkriegsgerichts der Angeklagte einen drohenden tätlichen Angriff der auf seinen Befehl verhafteten Person abgcwehrt und sich dabei innerbalb der «rlartbten Grenzen der Notwehr gehalten hat. Da eine Nachprüfung der Entscheidung des Oberkriegsgerichts in Bezug auf die Würdigung des Ergebnisses der Beweisaufnahme dem Revisionsgcricht nach dem Gesetz versagt ist, mußte das Rechtsmittel der Revision als oussichlslos erscheinen. Das ist juristisch zutreffend, da im Forstnerprozeß, der bereits die 2. Instanz beschäftigt hat, keine Berufung mehr, sondern nur noch Revision eingelegt werden kann, die Revision sich säst nur auf formale Verstöße stützen kann. Anders ist es im R e u t e r p r o z e ß, wo noch Berufung möglich wäre. Zu dem Verzicht im Reuter - Prozeß schreibt das halbamtliche Blatt: „Wie wir weiter hören, wird auch in dem Verfahren gegen den O b e r st e n v. Reuter der Gerichts - Herr aus Einlegung der Berufung gegen das freisprech »nde kriegsgerichtliche Urteil verzichten. Für diesen Verzicht mag gesprochen haben, daß die eingehende Beweisaufnahme vor dem Kriegsgericht einwandsfrei den güten Glauben des Angeklagten an eine ihm nach seinen Dienstvorschriften zustehende Berechtigung zu dem Einschreiten des Militärs ergeben hat, und daß er deshalb nach anerkannten Rcchtsgrundsätzen straflios bleiben muß. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt weiter, daß dl« geheime Dienstvorschrift, die plötzlich in der Urteilsbegründung austauchte, auch die KabinettSorder von 1820 enthalt«. Sie schreibt nämlich: Es ist richtig, daß in der Dienstvorschrift über den Waffengebrauch des Militärs von 1899 Teile der Allerhöchsten Kabinettsorder von 1820 verwertet worden sind, ünd zwar um das Notwehr- und Notsdandsrecht des Militärs sowie die Fälle, in denen die Anwendung des Militärhoheitsrechts in Frage kommt, darzulegen. 2lüs ihrer Verwertung, die nach eingehenden Verhandlungen der beteiligten Ministerien im Jahre 1851 in allen seitdem erschienenen und veröffentlichten Neudrücken der Vorschrift gleichlautend erfolgt ist, haben sich bis jetzt keinerlei praktische Unzuträglichkeiten ergeben. Nachdem sich indessen bet den jüngsten Ereignissen in Zabern Zweifel daran ergeben haben, ob die Vorschrift von 1899 die Befugnisse der Zivil- und Militärbehörden richtig adgrenze, ist von Seiner Majestät dem Kaiser und König eine Nachprüfung der Dienstvorschrift angeordnet worden. PolitiKbe Ruttdfcbau. Deutschland. * Die angekündigte Nachprüfung der Vorschriften über den Waffengebrauch des Militärs wird dem Vernehmen im „.Kreuzzcitung" nach zunächst innerhalb der Kriegsministeriums votgenommen. ' Wie der „Elsässer" aus guter Quelle erfährt, wird das Infanterieregiment Nr. 99 das auf die Truppenübungsplätze Bitsch und Hagenau verteilt ist, bis jinn Oktober dieses Jahres dort verbleiben. Darauf wird das Regiment nach Strahburg in Garnison kommen. Ueber die Verlegung eines anderen Regiments nach Zabern schweben noch Verhandlungen. England. * Die englische Admiralität beschloß, drei lenkbare Lustschisse nach dem System des Mailänder Ingenieurs Forlanini in England zu erbauen. Türkei. * Zwei Erlasse des türkischen Kriegsministers Enver Bey werden jetzt bekannt. Der erste Erlaß legt den muselmanischen und christlichen Trüppen strenge Erfüllung der religiösen Pflichten auf, denn eine Armee ohne Religion habe keinen Werft der zweite Erlaß untersagt den Offizieren bei Strafe der Entlassung oder der Stellung zur Disposition, an öffentlichen Orten zu trinken. Albanien. * Prinz Wilhelm zuWied hat die Mächte wissen lassen, daß er die Regierung in Albanien an- treten werde, sobald sie die Finanzsrage erledigt haben werden. Der Fürst stellt nur die eine Bedingung, daß ihm von dem garantierten Anleihekapital der Betrag von 20 Millionen sogleich ausgezahlt werde, um für die politischen und militärischen Einrichtungsaüsgaben das Notwendigste zur Hand zu haben. Die Mächte haben die Berechtigung dieser Bedingung anerkannt und werden sie erfüllen. Amerika. * In dem Staate Purble befinden sich die S a r- rano^Indianer wieder apf dem Kriegspfade. Man befürchtet, daß die Verbindung zwischen VeracruZ und der Hauptstadt abgeschnitten werden könnte. Die Revolte der Indianer soll im Zusammenhang mit der Bewegung der Konstitutionalisten stehen. rtn Stadt usd Land. n. Gießen, 19. Jan. Die am Sonntag vom Alldeutschen Verband Ortsgruppe Gießen veranstaltete Reichsgründungsfeier in Steins Garten nahm einen würdigen Verlauf. Der Saal war gut gefüllt und die Voriragsfclge eine umfangreiche und schöne. Die HauptprogrammnuMmer war natürlich die von Freiherrn v. Vietinghosf-Scheel zu Wiesbaden gehaltene Festrede über „Der Väter Talenfreudigkeit und unsere Tatenscheu". Was der Festredner sagte, liegt zufammengedrängt schon in dem Titel. Unsere Generation ist sich eben zu wenig bewußt, daß sie ü b « r ä l l und stets die Interessen Deutschlands pflichtgemäß streng wahren müßte, obgleich unsere Väter gute Beispiele gegeben haben. Genußsucht, Geld und Lauheit nehmen überhand. Das Fest wurde recht wirkungsvoll auSgeschmückl durch mehrere Lieder des B a u- « r's ch e n E e f« ngvfer ein s, dubch Solovorträge der Konzertsängerin Frl. I. Stammler und durch Klaviervorträge des Pianisten Hahn. Es waren Kunstgenüsse, die wir da wechselweise zu hören bekamen. Wie frisch und melodisch rein hörten sich die gern gesungenen Männechöre „Lützows wilde Jagd", „Reiters Morgenlied", „Wie's daheim war" und „Nachtgefang" an. Dazwischen die reizenden Liedchen „Ueber Nacht", „Mo sind all die Blumen hin" und noch andere des Frl. Stammler Und dann wieder das meisterhafte Spiel des Herrn Hahn am Flügel. Der Alldeutsche Verband hatte deshalb in doppelter Weife den Anwesenden angenehme Stunden bereitet, wofür ihm Dank sei. n E i e ß e n. In Gegenwart des Vizepräsidenten Dr. v. Glasenapp und zahlreicher Vertreter der städtischen Und staatlichen Behörden wurde hier das eben fertiggestellte Gebäude der neu errichteten Reichs- b a n k st e l l e, das mit einem Kostenaufwand von Mk. 250 000 erbaut worden ist, feierlich cingeweiht. Bank- direktor Beling-Frantfurt a. M. erhielt bei dieser Gelegenheil das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Die Bank begann sofort ihren Dienstverkehr im neuen Gebäude. n Giessen. Eine Urkundenfälschung brachte ein zwanzig Jahre altes Mädchen aus Rodheim v. d. Höhe auf die Anklagebank. Sie hatte vor der Beigeordnetenwahl in ihrem Heimaisdorfe an einen in Frankfurt arbeitenden,, in Rodheim aber wahlberechtigten Mann eine Karte folgenden Inhalts geschrieben: „Lieber Freund! Ich teile Dir hierdurch mit, daß Du Samstag nicht zu komnien brauchst, da die anderen keinen Kandidaten aufstellen und etliche übergetreten sind. Mit Gruß Dein Freund Louis." Dabei kam es wie das Ergebnis — 44—41 Stimmen — gezeigt hat auf jede Stimme an. Die Angeklagte wollte nur einen Ulk gemacht fjaben; allein das Gericht war der Ansicht, daß jir diese Angabe zur Schonung des eigentlichen Urhebers machei sie war.offenbar nur die Angestiflete. Das Gericht hielt es für ganz unwahrscheinlich, daß ein Mädchen von zwanzig Jahren ein solches Interesse an den politischen Angelegenheiten habe, daß es sich zu einer derartigen Handlung hinreißen lasse. Das Bewußtsein, etwas Unrechtes zu tun, hatte die Angeklagte, wie sie selbst zugesland. Sie mußte also bestraft werden. Zu ihren Gunsten wurden berücksichtigt, daß sie noch jung und noch nicht vorbestraft war, ferner, daß der Erfolg nicht eingetreten war: denn der Mann war doch zur Wahl nach Rödheim gekommen und hatte den Gegenkandidaten gewählt. Vor allem aber sprach zu ihren Gunsten, daß die Angeklagte als die Verleitete erschien. Sie kam deshalb mit der geringsten zulässigen Strafe, mit einem Tage Gefängnis davon. Das Gericht wird sich noch mit der Angelegenheit zu befassen haben, wenn die Staatsanwaltschaft den Anstifter ausfindig gemacht hat. o Stockheim (Prov. Oberh.), 18. Jan. In Gegenwart des Kreisrates Brockmann (Büdingen) fand heute eine gutbesuchte Versammlung statt, die sich mit der seit 6 Jahren stilliegenden Zuckerfabrik beschäftigte. Nach längeren Verhandlungen wurde ein Ausschuß gebildet, der in den Interessentenkreisen der Umgegend Umfrage halten soll, wieviel Morgen Zuckerrüben man zur Verarbeitung bauen will. Wenn mindestens 3000 Morgen angemeldet werden, soll die Fabrik zum Herbst d. Js. wieder in Betrieb gefetzt werden. Der heutigen Versammlung nach zu schließen ist die Stimmung für die Wiederaufnahme des Betriebes durchaus günstig. o Ermenrod. Ueberfallen wurde das Fuhrwerk des Bäckers Hartmann. Sein Fuhcknecht kam von den Nachbarorten Ehringshausen, Ottersbach und Hainbach und hatte einen größeren Geldbetrag bei sich. Im Walde sprang ein Unbekannter auf den Schlitten uNd schlug dem Knecht den Kops blutig. Dieser wehrte sich, schrie laut und trieb die Pferde an. Der Spitzbube ent- sloh. ):( Wetzlar, 20. Jan. Auf der Strecke zwischen Wetzlar und dem benachbarten Steindorf ereignete sich gestern abend ein Automobilunglück, wobei der Lenker des Krchtwagens, der Weckführer Heinrich P r e ch- I e l, derarttge Verletzungen erlitt, daß er nach Einlie- ferung in das Krankenhaus in Gießen verstarb. ):( Frankfurt a. M. Die Geschworenen im Hopfprozeh haben für die ganze Dauer der Verhand - lungen auf ihre Diäten zugunsten von Hopfs dritter Frau verzichtet, die sich in sehr Ungünsttgen Verhältnissen befindet und deren Gesundheit durch die Arsenikvergistung gebrochen ist. ):( Wiesbaden, 19. Jan. Die 45jährige Ehefrau des Milchhändlers Schweizer in der Jahnftraße 5 wurde heute mittag erwürgt ausgesunden. Als Tä- ter kommt ein junger Bursche in Betracht, der einige Tage bei der Familie Schweizer wohnte, ohne daß man seinen Namen kannte und der seit heute unter Mitnahme sämtlicher Wohnungsschlüssel verschwunden ist. ):( Gernsheitn. Erfroren ist der 12 Jahre alte Sohn des Schifismannes Kiesel aus Gernsheim. Der arme Knabe, der bisher vergeblich im Eis des Winkelbaches gesucht wutde, ist gestern mittag von einem Eernsheimer Einwohner in den Lacken, die sich an dem User des Baches weithin ausdehnen, auf einer übereisten Glasfläche völlig angefroren, tot aufgesunden worden. Man nimmt an, daß der Knabe, nachdem er mit seinen 3 Kaftreraden eingebrochen war, diesen beim schnellen Heimlaus nicht folgen konnte, sondern mit seinen durch Wasser beschwerten Kleidern unterwegs liegen blieb. Dabei fror er mit den Kleidern bei der grimmigen Kälte fest an, sodaß er sich wahrscheinlich nicht mehr erheben konnte und einen jämmerlichen Tod fand. ):( Kassel. Das Schwurgericht verurteilte den 19 Jahre alten Bergarbeiter Willi Haake aus der Nähe von Eisfeld wegen zweier vollendeter Fälle von Straßenraub zu 6 Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. ):( Kirchen a. Sieg. In der Lokomotivfabrik Arn. Jung E. m. b. H. in I u n g e n t h a h l bei Kirchen a. d. Sieg wird demnächst die 2000ste Lokomotive vollendet werden. Es handelt sich um eine schwere Heißdamps-Lokomotive für die Preußische Staatsbahn. Das Werk, welches seit 29 Jahren ausschließiich den Lo- komotivbau betreibt, besitzt auf diesem Gebiete die weitgehendsten Erfahrungen und seine Erzeugnisse erfreuen sich im In- und Auslande der besten Beurteilung. Der Umsatz hat sich namentlich in den letzten Jahren sehr gesteigert. Das Werk beschäftigt zur Zeit über 1000 Arbeiter und Beamte. Oon der Canäes'UniverPät. Der Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben für die Landesuniversität Gießen bildet alljährlich ein sehr umfangreiches Sonderkapital im Staatsbudget. Die Einnahmen sind für das Rechnungsjahr vom 1. April 191^ bis dahin 1915 auf 731-013 Mark und die Ausgaben auf 1 747 654 Mk. berechnet, sc daß ein Staatszuschuß von 1 016 641 Mk. erforderlich ist. So groß das Opser sein mag, "das unser Großherzogtum für seine Landesuniverjität bringen muß, so stolz dürfen wir andererseits auch darauf sein, daß wir in ihr ein Institut besitzen, das sich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr zu einer Musleranstalt entwickelt hat und Einrichtungen besitzt, um die uns manche Universität in den größeren Bundesstaaten mit Recht beneiden muß. Der Beginn des neuen Etatsjahres bedeutet für die Entwickelung der Landesuniversität eine wichtige Etappe, denn es werden in ihm zllm ersten Male zwei neue große Kliniken mit einem Sondervoranschlag archgefü.hrt, die im vorigen Herbst eröffnet worden sind: die Klinik für Ohren-, Hals- und Nasenkrankheiten und die Klinik für Haut- und Geschlechts - krankheiten: sie wurden mit einem Kostenaufwand von über 300 000 Mark errichtet, zu welchem die Stadt Gießen 100 000 Mark Beitrag geleistet hat. Der neue Staatsvoranschl.ag gibt nun tm allgemeinen» ein erfreuliches Bild von dem Wachsen und Gedeihen unserer Landesuniversität. Während int Elatsjahr 1913 die Gesamteinnahmen 638 601 Mark und die Gesamt - ausgaben 1 653 641 Mk. betrugen, konnten für 1914 die Einnahmen und Ausgaben mit etwa 100 000 Mk. höher eingestellt werden, und während sich 1913 gegen das Vorjahr ein Zuschuß-Mehrbedarf von 24 835 Mk. ergab, ist für das neue Etatsjahr nur ein Mehr von 1871 Mk. gegen das Vorjahr erforderlich. Die Landes- universität besitzt zurzeit 8 besondere Kliniken, für die auch im Staatsbudget besondere Voranschläge aufgestellt sind. Diese Kliniken erfordern insgesamt (mit klinischer Apotheke,' Zentral-Waschanftalt, Veterinär- und Polikliniken) bei einer Einnahme von 610 441 Mark und einer Ausgabe von 1 002 867 Mk. einen Staatszuschuß von 392 426 Mk. Die persönlichen Ausgaben der Universität für Professoren usw., Beamte und Bedienstete, belaufen sich einschließlich eines Dispositionsfonds von' 10 400 Mark und eines Wohnungsgeldzuschufses von 31 692 Mk. zusammen auf 495 582 Mark, während die sachlichen und Betriebsausgaben 1 252 072 M. betragen, das find 89 963 Mk. mehr, als im Vorjahre. Diesen erhöhten Ausgaben stehen aber erfreulicherweise noch höhere Einnabmen gegenüber, nämlich anstatt Mk. 638 600 im Vorjahr für 1914 731 013 Mk., also eine Mehreinnahme von 92 412 Mk. Die allgemeine Verwaltung der medizinischen und Frauenklinik, sowie der klinischen ^Apotheke und der Zen- tralwaschanstalt erfordern einen Staatszuschuß von Mk. 144 350 Mk., gegen das Vorjahr 12 000 Mk. mehr, während der Sondervoranschlag für die medizinische Klinik bei einer Einnahme von 114 673 Mk. und einer Ausgabe von 100 949 Mk. einen Staatszuschuß von 13 724 Mk. und einschließlich des Anteils an der allgemeinen Verwaltung und den Kosten der klinischen Apotheke und Zentralwaschanstall 75 629 Mk. erfordert. Der Sondervoranschlag für die Fraürnkik« nik erfordert bei einer Einnahme von 76 250 Mk. und einer Ausgabe von 110 965 Mk. einschl. des Anteils einen Gesamtzufchuh von 83 347 Mk.; für die ch i r u r- qische Klinik beträgt die Einnahme 203 871 Mk., die Ausgabe 242 090 Mk., der Gesamtzuschuß 53 871 Mk., für'die A-ugenklinik stellt sich die Einnahme auf 57 340 Mk., die Ausgabe auf 107 042 Mk., der Ee- samlzufchuß auf 55 935 Mk.. für die Klinik für psychiatrische und nervöse Krankheiten | ist die Einnahme 73 071 Mk., die Ausgabe 138 432 j Mark, der Gesamtzuschuß 71011 Mk. Für die neue Ohren-, Nasen- und H a l s k l i n i k ist die Einnahme mit 24 138 Mk., die Ausgabe mit 38 518 Mk., der Staatszuschuß mit 16 677 Mk. und für die Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten beträgt die Einnahme 32 875 Mk., die Ausgabe 40 465 Mark, der Staatszuschuß 10 985 Mk. Die chirurgische Veterinärklinik und Lehrschmiede endlich erfordern bei einer Einnahme von 20 950 Mk. und einer Ausgabe von 31915 Mk. einen Staatszuschuß von 10 965Mk. Der Lehrkörper der Landesuniversität hat gegen das Vorfahr nur unwesentliche Veränderungen er- sahren. Bemerkenswert ist das außerordentliche Anwachsen der Studierenden aus dem anatomischen Institut und dem physiologischen Praktikum, deren Zahl "von 18 im Jahre 1905 auf 79 im Jahre 1913, bezw. von 50 auf 138 stieg. Es mußte deshalb für Anatomie und Physiologie je ein neuer Assistent angestellt werden. Giftmörder stopf zum Code verurteilt. ):( Frankfurt a. M., 18. Jan. Der letzte Ver- handlungstag begann gestern mit den Plädoyers der beiden Vertreter dar Anklage. Staatsanwallschaftsrat Dr. Bluhme nennt den Prozeß den sensationellsten seiner Art, der je in Deutschland verhandelt worden sei, nicht nur, weil es sich um einen Giftmord handle, der ja an und für sich der feigste und niederträchtigste sei, sondern weil es sich um eine Häufung solcher Taten und um den ersten Nachweis von Bakterienverwenduirg handele. Ein Giftmörder, wie er abschreckender und ge- meingesährlicher nicht gedacht werden könne, der seinen nächsten Verwandten aus schnöder Habgier mit wahrhaft teuflischer Ueberlegung nach dem Leben getrachtet und sie zum Teil getötet habe, sei Hopf. Bei den meisten Verbrechen fändo sich doch wenigstens ein Mrlder- unasgrund, hier aber finde man nur Erschwerungs - gründe. Jeder, der« den Verhandlungen heigewohnt habe, müsse mit Abscheu erfüllt und entsetzt sein über diese abgrundtiefe menschliche Verworfenheit. Dr. Bluhme schildert dann noch einmal in kurzen Zügen die Verbrecherlaufbahn Hopss und die Vorgänge nach der Verhaftung. Das scheußlichste Bild aus Hopss Verbrecherleben sei gewesen, als er am Bett seiner von ihm vergifteten Frau gesessen und den besorgten Galten gespielt habe. Einem solchen Menschen könne man alles Zutrauen. Staatsanwalt Dr. Keller spricht dant^über die rechtlichen Fragen und geht bei allen Fällen die Art der Straftaten durch, auf die sich die Schuldfragen stützen. Nur beim Vater verneint auch er die Frage auf Mord, hält aber die auf Mordversuch ausrecht. Er weist zum Schluß noch aus die unzählichen Leiden, hin, die Hopf in grausamer Weise sein« Opfer habe erdulden lassen, und auf die außerordentlich große Gefahr, die Hopf bei der Leichtfertigkeit, mit der er mit den scharfen Eisten umgehe, sür die Allgemeinheit bedeute. Der Verteidiger Dr. Sinzheimer gibt zu, daß die Taten Hopss alle bis ins Innerste erschüttert hätten. Er bittet die Geschworenen, die Schuldslage bezüglich der dritten Frau zu bejahen. Dagegen hält er bezüglich der Kinder und der Eltern des Hopf keinen Giftmord oder Mordversuch sür sicher nachgewiesen, was er im einzelnen durch eingehende Darlegungen über die Bewertung der Arsen - fände aufzuzeigen sucht. Bei der ersten Frau bittet er sowohl den Antrag auf Mord als auch auf Mordversuch abzulehnen und nur wegen Vergehens gegen den § 229, Absatz 2, zu erkennen. (Vorsätzliche Gistzufuhr, um die Gesundheit zu schädigen, ohne daß der Täter den Tötungswillen hat, wodurch aber der Tod verursacht worden ist; hierbei kann auf Zuchthaus von 10 Jahren bis lebenslänglich erkannt werden.) Der Vorsitzende wendet sich an Hops: „Sie haben das letzte W o r t." „Ich habe nichts mehr zu sagen !“ „Gar nichts?“ „Nein!“ Die Geschworenen bejahten nur die Schuldsrage auf Ermordung der ersten Frau, sowie die Schuldfragen auf Mordversuch bei den beiden Kindern, während sie die Frage des Mordes hierbei verneinten. Sie bejahten ferner die Schuldsrage auf Mordversuch bei der zweiten und dritten Frau und verneinten die Schuld - frage auf Mord und Mordversuch bei den Eltern des Hops. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Todes- st r a s c sür den Mord und die höchst zulässige Gesamt- slrase für die vier Mordversuche von 15 Jahren Zuchthaus und dauernde Aberkennung der bürgerlichen EhrenVechte und Stellring unter Polizeiaufsicht. Das Gericht erkannte diesem Anträge entsprechend. Hopf nahm das Urteil ohne jede Gemütsbewegung an. Eu$ aller Mit. ::: Mannheim, 20. Jan. Ein großes Schadenfeuer brach gestern abend in der Mannheimer Jso- lierwerke- und Korksteinsabrik in Rheinau aus. Der angerichtete Schaden ist ziemlich beträchtlich? Eine Unterbrechung des Betriebes hat das Feuer nicht verursacht, da es glücklicherweise aus seinen Herd beschränkt werden konnte. ::: Berlin, 20. Jan. Die Folgen des Hochwassers an der Ostseeküste sind viel schlimmer, als bisher angenommen wurde. Unzähliche Fischerfamilien haben ihr Hab und Gut verloren und bedürfen dringend der Hilse. Das Hochwasser-Komitee bittet, weitere Beiträge an die Zahlstellen oder an das Zentralbureau in Berlin, Msenstratze 10, zu senden. ::: New-Pork. AUs dem Stadtzuchthaus in A l e st e r im Staate Oklohama versuchten 3 Gefangen«, die ftch Gewehre verschafft hatten, aUszubrechen. Sie erschossen 3 Aufseher und einen zufällig anwesende» Richter. Schließlich gelang es, die Ausbrecher zu erschießen. Citerarifc&es. ? Die Erinnerungen an Beethoven. Gesammelt und herausgegeben von Friedrich Kerst. 2 Bände. Mit mehreren Abbildungen auf Tafeln. Preis geheftet 9 Marck, in Halbpergament 12 Mark, in Halbleder 15 Mark. Verlag von Julius Hoffman», Stuttgart. — Wahrer und lebendiger tritt uns die Welt Beethovens nirgends entgegen als in den zahlreichen Berichten seiner Zeitgenossen, deren Erinnerungen schon frühzeitig niedergelegt wurden. Friedrich Eerft, durch frühere Arbeiten als erfolgreicher Beethovenforscher bekannt, hat es unternommen, diese neu zu sammeln und vollständig herauszugeben. Sein Plan fand die Unterstützung zahlreicher Sachverständiger, und er selbst scheute keine Mühe, die zuverlässigsten Quellen aufzufindcn und dadurch wesentliche Jrrtümer zu berichtigen, die seit Jahren arglos weiterverbreitet worden sind. Ungefähr 140 Zeitgenossen Beethovens, seine Lehrer, Freunde u. Besucher kommen in seinem Buche zu Wort; der Herausgeber erläutert ihre Aeuherunyen und Erzählungen durch knappe Einleitungen und reiht sie zu einer fast lückenlosen Kette aneinander. Dadurch rückt uns das Bild Beethovens in seinen Einzelzügen nahe und gewinnt warmes Leben. Wir erhalten überraschende Einblicke in des Meisters oft seltsam ungeordnete Lebensweise, lesen Berichte von Männern und Frauen, die unter dem unmittelbaren Eindruck seiner eigensten Kunstäußerungen, seines Klavierspiels, seiner Improvisationen standen. Beethovens hitziges Temperament und kräftiger Humor führen in seinen glücklicheren Tagen zu den heitersten Zwischenfällen; später ergreifen uns die Schilderungen der namenlosen Quälen, die das -frühe Gehörleiden dem zu Einsamkeit verurteilten Mann auferlegte. Wertvolle Zeugnisse, die seither teils unbekannt, teils vollständig vergesse» waren, ergänzen unser Missen von Beethovens künstlerischen Absichten und Anschauungen und weisen überraschend ^Streiflichter aus einzelne seiner Werke. Es wächst durch die Kemcknis des Menschen Beethoven Bewunderung und Verständnis für sein Genie, und wir glauben, selbst in den Kreis derer getreten zu sein, die ihn im Leben umgaben. Das vornehm ausgestattete zweibändige Weck ist ein Ge' ?nf - buch ersten Ranges. Eine Anzahl vorzüglicher Abbildungen, darunter die nach dem Leben modellierte Klein- sche Beethovenbüste schmückt die beiden Bände, die durch ein sorgfältig ausgearbeitetes Sachregister auch für den Schriftsteller und Musiker von hohem Wert sind. Durchgreifende Kuren bei staI§-u.CungenIeiden ist der Titel eines in unserem Verlage erschienenen Büchleins, in welchem eine neu« kombinierte Milch- und Pslänzenkur beschrieben wird. Dieses Büchlein wird gratis an jeden Kranken versandt, der es verlangt. Jeder Hals- und Lungenkranke sollte es sosock verlangen, selbst wenn sein Leiden harmloser Ack zu sein scheint. Denn jede schwere Erkrankung der Lunge, vor allem die mörderische Lungenschwindsucht, beginnt mit dem „bißchen Husten" mit dem „kleinen Katarrh" und vernichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Menschenleben. ' Das Mittel selbst besteht aus giftfreien, von alters her berühmten und auch von dem verstorbenen Pfarrer Kneipp empfohlenen Heilpflanzen. Die gute Wirkung liegt in der geschickten Zusammenstellung, die darauf berechnet ist, das Nebel von mehreren Seiten zugleich zu packen. Es wird auch bei größter Körperschwäch« gut vertragen und ist so billig, daß auch der Minderbemittelte seine segeubringende Wirkung sich zu Nutzen machen kann. Kein Arzt dürste gegen seine Anwendung etwas einzuwenden haben, wenn man ihn danim fragt, da es sich nicht etwa um eines der teuren und dabei oft schädlichen Geheimmiltel, sondern um «in« wissenschaftlich einwandfreie Sache handelt. Damit jeder, der es benutzen wlll, es erst versuchen kann, ehe er Geld dafür ausgibt, senden wir eine Probe völlig koftenlos zugleich mit dem Büchlein. Nur 20 Psg. sür Pocko rc. sind in diesem Falle in Briefmacken beizüsügen. Mittellosen Kranken senden wir das ganze, zu ihrer Wiederherstellung nötige Quantum kostenlos und porloftri, wenn sic uns eine Bescheinigung ihres Pfarrers oder der Orts-Polizeibehörde über ihre Mittellosigkeit und ihre Krankheit einsenden. DcutTcbc Gmilfcbaft für PTTanzenbeiiknnd« Srrlin-Halensee 3- 1 i File abgebildeten Modelle können leicht im Haufe gefdinetdert werden mit Hilfe von faooritlchnitten. Zu beziehen durch die hieüge^l’erhaufsltelle: Alex. Salomon & Co., Schulftral^e. Das Reich der frau. -lS- -S = 1 BBE Fuher der Modell-Nummer gebe man bei Bestellung oon Sdinlttmuftern als Moh on: für Taillen die Hälfte der Oberweite, für Räcke die ganze Hüftweite, die, wie die nebenstehende Abbildung zeigt, zu nehmen Und. 1*. L Masten- und Kostümbälle. 5ür Masken, und Kostümbälle empfiehlt es fich, die Kostüme selber anzufertigen, zumal wenn solche gewählt werden, deren kerstellung leicht vonstatten geht, wie beispielsweise das eines Llowns, einer Polin oder eines Dirndls. Doch auch bei Maskenanzügen, deren reiche Wirkung erst durch entsprechende Stickerei er- zielt wird, lohnt es sich, sie im kaufe zu schneidern und die nötigen Stickereien selber anzufertigen, was z. 2. bei dem Rock und der Weste des Rosenkavaliers nötig wäre. Die Ge- pflogenheit, beliebte Typen aus modernen Opern oder sonstigen Theateraufführungen auf den Maskenball zu bringen, finden wir zu allen Seiten und bei allen Völkern., die Sreude am fröhlichen Mummenschanz haben, und so wie durch Webers Sre,schütz im IS. Jahrhundert sofort der Samiel auf die Masken- balle kam, so wie Gleichen und Mephistopheles durch Goethes Saust, sehen wir auch in der Jetztzeit moderne Buhnenfiguren sich im Reiche des Prinzen Karneval fröhlich tummeln oder ernst einberschreiten, je nach dein Charakter der Persönlichkeiten, die dargestellt werden sollen. Daß außerdem politische Treignisse und kommunale Rngelegcnheiten auf diesen Bällen sich oft eine satirische Beleuchtung gefallen lassen müssen, haben wir schon in früheren Jahren erwähnt. Sicherlich wird dort vielfach Gelegenheit geboten, die Schäden der Seit zu geißeln, und es wird uns im Reiche des llarrenfürsten auch Veranlassung gegeben, die Auswüchse der Mode dem Publikum recht drastisch vorzuführen , was am besten dadurch geschieht, daß zwei oder mehr Personen „ausgefallene" moderne Kleider eiiifachen, soliden Kostümen vergangener Zeiten gegen»! erstellen. So etwa ein modernes Krinolinenkleid mit dein besoiiders enge» Rock und darüberfallender Krinolinentunikd neben einem Königin- tucse- Kostüi». Den> erfinderischen Geiste unserer teserinner. wird es gewiß geltiigen, da inaiiche Typen herauszufinden. die sich auf ähiiljche weise benutzen lasse», trägt doch die Verspottung der liebe» Mitwelt nicht wenig zur Lrheiterung der Ballg isie bei. und lustig soll s nun doch e,n- ■ al >m Reiche Seiner Königlichen koheit des Prinz- , Karneval zugehe». kclcne Grube. Nr. 258*. Same als «law». Nr. 2540. Patin. Beschreibung der Bilder. llr. 2840. Recht schick nimmt sich stets das Gewand der Polin aus. Die halb- lange Polenjacke mit den Slügelärmeln ist voii schwarzem pelz umsäumt und aus rotem Atlas gefertigt. Enge, anliegende Aermel, ebenfalls mit pelz umrandet befinden sich unter den weiteil langen Ueber- fälleu der Sliigelärmel. Der kurze Rock ist aus weißem Atlas gearbeitet und erhielt am Rande ebenfalls eine Pelzumsäumung. Die flotte, mit einem Pelzrand verzierte Polenmütze, sowie passende Reitstiefel vervollständigen den feschen Anzug, der sich auch in Samt oder Tuch recht hübsch ausnimmt find bei dem Rock und Jacke nicht nur in abstechenden -Sarben, sondern auch einfarbig aus- geführt werden können. Schnitt in 44, 48, §2 cm halber Oberweite für 1 IN. Nr. 2887. will man den Rosenkavalier ganz bühnengetreu wiedergeben, so arbeite man Rock, Weste und kose aus weißem Atlas und füttere den crsteren mit rosa oder blauem Atlas ab. Bei der bekannten Masken- freiheit sind allerdings auch farbige Aussuh. rungen -»lässig. Linen hervorragenden Schmuck dieses 2lnzuges bildet die in Silber, weißer und rosa Seide gearbeitete Rokokostickerei an dein Rock' und der Weste. Lin weißes Spitzenjabot hängt bis zur Weste herab, und die breiten, reichbestickten Aermelaufschläge erhalten weiße Spitzenvolants. Unter den unterhalb des Knies ' befestigten kosen kommen weiße Seiden- - strümpfe hervor, auch darf die obligate Rose natürlich nicht fehlen. Schnitt in 44, 48, 52 cm halber Oberweite _ 1,25 )1T. Stickereimuster unter llr. 82771 für 1,00 nt. llr. 253*. Dieser für Damen geeignete Llown. Anzug läßt sich auf die mannigfaltigste weist ausführen. Sowohl weißer Waschstofs als auch Seide oder Atlas ist dafür zulässig. Die langeweiße Sackjacke wird unsichtbar geschlossen und nach Außen mit großen schwarzen oder farbigen Pompons besetzt. Die Aufschläge der weiten Aermel und gleichen kosen, sowie der spitzen IRütze, richte» sich nach der Sarbe dieser Pompons. Recht kleidsam ist die breite, getollte Rüsche um den kals. Dasselbe Kostüm ist auch für kerren und Kinder im Schnitt vorrätig und außerordentlich leicht anzufertigeii. Schnitt für Damen und Mädchen unter llr. 258» in SS. 40, 44. 48, 52 cm halber Oberweite 75 Pf., für kerren und Knabe» unter Nr. 258g in 22. 36, 40, 44, 48, 52 cm halber Oberweite 76 Pf. Nr. 258». Die Faschingszeit bringt uns auch manche Kinderkostümbälle und in den Rheinlanden ist es sogar Sitte, daß das kleiiie Volk sich in dieser Zeit in mancherlei Verkleidungen fröhlich auf der Straße tummelt oder je nach dem Geldbeutel der Lltern vornehm darin spaziere» fährt. Sür beide Zwecke eignet sich der Anzug unserer kolländerin, der für Kinder und Backfische im Schnitt vorrätig ist und aus einem halblangen, oben einge- reihten, aus gestreifter Seide gefertigten Rock besteht, über den ein schwarzes Samtjäckchen mit kurzem Schößchen gezogen wird. Die weiße, in Salten gelegte Mullsckürze wird 10 cm kürzer als der Rock genommen. Aeußerst kleidsam ist das um den kalsausschnitt gelegte Sich» aus weißein Mull, das von einer Spitze uin- rahmt wird, und weiße Mullstulpen erhalten auch die kurzen 2lermel. Je nach der Zusammensetzung des ganzen Anzugs ist auch die kaube der kolländerin oft recht verschieden gestaltet. Unser besonders hübsches Modell setzt sich aus Deckel und Rand zusammen, die aus weißem Steifleinen bestehen und auf beiden Seiten mit Batist gedeckt werden. Rund um die kaube wird wasserfallartig ein feines Plissee gelegt, doch muß in der Mitte ein Stückchen frei bleiben für den charakteristische» Metallbügel, der meistens aus gelbem Messing besteht. Statt des 2ltlas kann zum Rock auch blau und schwarz gestreifter Wollstoff, sowie zur Jacke schwarzes Tuch genommen werden, wodurch der Anzug-bedeutend ivohlfeiler wird. Schnitt in 32, S6, 40 cm halber Oberweite 80 Pf. llr. 584».. Unser Dirndlkostüm ist ebenfalls für Kiiider und Backfische im Schnitt vorgesehen und als außerordentlich praktisch zu empfehlen, da es sich für die Sommerfrische wieder verwenden läßt. 2lus diesem Grunde wurde auch statt des gewöhnlichen Mieders und weißen kemdes eine glatte Taille gewählt, an der der Rock angereiht wird. Das ganze Kleidchen ist aus ein und demselben Stoff, — am besten wähle man geblümten Kattun, das sogenannte Bauernmuster. — Um de» viereckigen kalsausschnitt wird eine kleine Spitze und zwei Reihen schwarzes Samtband gefetzt, das sich um den Rock und die eingesetzten Aermel wiederholt, und schwarze Samtknöpfe zieren auch die vordere Taillenmitte. Das gerade geschnittene Mullschürzchen ist oben leicht eingereiht und hinten in einer Schleife mit langen Lnden zusammengefügt. Schnitt in 28, SO, 32, 34, 36, 38, 40 cm halber Oberweite 50 Pf. llr. H25. Dieses niedliche Kostüm ist ebenso gut für Slachs- wie Schwarzköpfe geeignet, dem, das rote, durch Bänder geschloffene Samtkäppchen kleidet die meisten Kindergesichter gut. Die weiße Batistbluse erscheint hier am kalse etwas ausgeschnitten und durch einen Zug anschließend gemachte zu ihrer Lr- gänzung dient ein kurzes volles puffärmelchen. Das rote Samtmieder liegt glatt an und wird durch schwarze Schnur zusammengehalten, unter ihm fällt in Reihfalten das kurze fällige Röckchen aus rotweiß gestreiftem Wollstoff hervor, das vorn eine glatte weiße Batiftschürze Leckt. Schnitt in 32, 36, 40 cm halber Oberweite 80 Pf. k. S. llr. 2587. 2>o,'e„tavalier. Nr. 925. N-ttäppchrn. Nr. 584 Dirndl-Nojilim. Nr 255». Soll ändert». / _ lultri fehnell und billig Druckerei Klein, Selftrswr « Einladung - Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers wird Dienstag, den 27. Januar nachm. IV- Uhr, im Saale de Gesellschaftsvereins dahier ein stattfinden. Die Unterzeichneten beehren sich die Bürgerschaft Giessens hierzu ergebenst einzuladen. Listen, in welche Einzeichnungen bis zum 24. 1. Mts. erbeten werden, liegen bei den Herren Ernst Baiser, Mäusburg; Ems Challier, Neuenweg; Gustav Sonntag, Ecke Schulstrasse; im Cafe Hettler, Frankfurterstrasse, sowie im Gesellschaftsverein aus. Der Preis für da trockene Gedeck einschl. der für Musik u. a. erwachsenden Unkosten beträgt 3.50 Mk. Absagen bestellter Gedecke können nur bis zum 25. 1. M einschl. angenommen werden und haben bei Herrn Hausverwalter Todt im Gesellschaftsverein zu erfolgen. Giessen, den 16. Januar 1914. Pr. Qüngerich Körte Mecum Pr. llsinger Landgerichts-Präsident. Universitäts-Rektor. Oberbürgermeister. Provinzialdirektor. (üallen Sie ln Ihrem Berufe vorufirts? Q üf e rs I o h ,Westf. EfiT (Äduianbtiugrt br Geschäfte «... Gewerbebetriebe, Grundstücke , Landwirtschaften, Induftrltunterncbmcti f. erufth. Kapitalist. Zwecke Kan] ob(( Beteiligung sofort gefmbt. Gcgr 1902 KoiirabCttoltÄ Verl. Cie uxvrrbiudl Belach. glänzende Existenz! oder Nebenerwerb erhalten Sie durch uns. 5—20 Mark tägl. kann jede inteil. Dame od. Herr verdienen. Tätigkeit im Hause täglich wenige Stunden. Fast ohne Kapital, ohne Lager. Auskunft gratis, streng reell. l»r. Weisbrod &. Co. Waidmannslust 6 Z. 0 D Die landwirtschaftlichen Fachschulen I Handbücher zur Aneignung der Kenntnisse, die an landwirtschaftl. T , , , i.L.a ____ 1 1’ .. * m ____ F achschulen gelehrt werden, u. Vorbereitung zur Abschluss der entsprechenden Anstalt. — Inhalt: Ackerbaulehre, Pflanzen- banlehre, landwirtschaftliche Betriebslehre und Buchführung, Tier- nroduktionslehre, landwirtschaftliche Chemie, Physik, Mineralogie, Naturgeschichte, Mathem., Deutsch, Französ., Geschichte, Geographie. Aus.abe A: bandwlrtsclialtsscbule Ausgabe B: Ackerbiuiscliule \usgabe C: Lauda irtschatll. Wlnterschale Ausgabe D: Landalrtschaltliche Fachschule | Obige Schulen bezwecken, eine tüchtige allgemeine und eine vorzügliche Fachschulbildung zu verschaffen. Während der Inhalt der Ausgabe A den gesamten Lehrstoff der Landwirtschaftsschule vermittelt u. das durch das Studium erworbene Reifezeugnis dieselben Berechtigungen gewährt wie die Versetzung nach der Obersekunda höh Lehranstalten, verschaffen die Werke B u. C die theoretischen Kenntnisse, die an einer Ackerbauschule bzw. landwirtschaftlichen Winterschule gelehrt werden. Ausgabe D ist für solche bestimmt, die nur die rein landwirtschaftlichen Fächer beziehen wollen, um sich die nötigen Fachkenntnisse anzueignen. Auch durch das Studium nachfolgender Werke legten sehr viele Abonnenten vortreffliche Prüfungen ab und verdanken ihnen ihr ausgezeichnetes Wissen, ihre sichere einträgliche Stellung- Oer Elnj.-Frelw., Das Ahlturlentenexamen, Das Gymnasium, Das Realgyuin., Die Ober- realsdiule, Das Lyzeum, Der geb.Kaufmann. Ausführl. Prospekte u. glänzende Dankschreiben über bestandenf Prüfungen, die durch das Studium der Methode Rustin abgelegt sind, gratis. — Hervorragende Erfolge. — Bequeme monatliche Teilzahlungen. — Brieflicher Fernunterricht. — Anwlclitfi- Hendungcn ohne Kaufzwang bereit«lllJg«t. Bonness & Hachfeld, Verlag. Potsdam 8.0. Kuverle mil Sink billigst Ein ivnnöerbaver Werk fitr alle. Me gern lesen ttttfc denken! „Die Erde und unsere Ahnen". Bon Bescha. Mil vielen Illustrationen. Es ist eine bekannte Tatsache, das, unsere Wissenschaft über die alte Zeit sehr gering ist. In dein vorliegenden Werke wird die bisherige Forschung aus ganz neue Wege gewiesen. ^ ® c, i Q legt die Zeit der ersten Bewohner Europa? um viele Iahrzehntausende zurück. Die Urgeschichte der Menschheit ist eine den heutigen Begriffen völlig verschiedene; aus den erhaltenen Werken und Samm- lungen der grauesten Vorzeit baut er ein nanz neues Gebäude auf, das unsere bisherige Kenntnis in ganz andere Bahnen verweisen wird. Eine Welt sehen wir hier entstehen, die an Grötzenverhältnissen. an Glanz der Kultur unsere kühnsten Erwartungen übertrifst. Die neuesten archäologischen Funde bestätigen die Dar- stellungen >n diesem Werke, das in 4 Bücher eingeieilt ist, in geradezu srappander Weise. ES ist ein außerordentlich günstiger ^zusall, dah gerade bei Herausgabe dieses Werkes diese Funde entdeckt wurden und so eine Unterstützung bieten sllr ein Werk, das vielen zuerst wie ein Märchen Vorkommen muh. Ueberhaupt ist besonders heroorzuheben, dah unsere bisherige Geschichtssorschung nur auS wenigen Anhaltspunkten und Funden sich die Vorzeit zusammengedichtet hat, während in diesem Werke UBgr* Beweise in oft vielfacher Anzahl gegeben werden und nur das Wenigste wird aus Grund von gewissen Schessstellen als mulmahlich hingestellt. Mehr als 15 Jahre ist an diesem Werke gearbeitet worden und nur der wird von der ungeheuren Arbeit, die hier geleistet wurde, sich einen Begriff machen können, der an das Studium der einzelnen Punkte herangeht, von denen hier einige folgen: Der Zug des Moses Alexander nach Westen und Norden, nicht nach Osten. Das Jerusalem der Bibel und das Jöruvalla der Edda ist ein und dieselbe Stadt und befand stch dort, wo heute Goslar steht. Tie einstige Götterlade der Äsen ist identisch mit der Bundeslade der Jöten (fälschlich Juden übersetzt) und bestndet stch heute noch erhalten als Krodoaltar, somit wohl das älteste erhaltene Kunstwerk. Juden haben überhaupt mit der ganzen Ehristus- mtzthe nichts gemein. Die Feststellung der nenn indogermanischen Völkerstämme nnd ihrer Urheimat, jener Stämme, die Edda und Homer gleichzeitig erwähnen. In dieses wunderbare Werk, das nicht nur ein vornehmer Geschenkartikel sür die eigene Bibliothek, sondern auch sür den besten Freund ist, muh sich jeder Gebildete vertieft haben. Die Stimmen der Preffe taffen aus ein mehr als inlereffanies Werk schlichen. Preis in Halbleder-Prachtband M. 8.— sbroschllrl M. 0.—), aus Wunsch 2 gleiche Raten. Im letzteren Falle Eigentumsvorbehalt bis zur vollständigen Bezahlung. Porto 50 Ps, Nachnahme 35 Psg. teurer. Hugo Mnnasch, Abt. A 4^2, Berlin-Steglitz f. Ich suche einen Knecht au« eh,b. Familie für 2 junge Pierre, welcher zuverlässig ist und gut «abren kann. Von jetzt bis l. Mär, 10 M.. und vom 1. März ab bis aus w-iteres >4 Mark pro Woche lei freier Station. Zu melden bis zum 25 Jan. >914 bei Wilh Vuhlmau», Unternehmer, Erouberg i. T. Eine» duukelgelbeu alle deutsche Gesellschaft der Lebens-, Unfall- u. Haftpflcht- branche mit grossem Inkasso-Be- stande, der übertragen werden soll, sucht für Giessen einen tüchtigeneingeführten Herrn aus guten Kreisen als Vertreter. Ausführliche Offerten von kautionsfähigen Herren u. P. 6939 an die Expedition ds Bi. erbeten. Paehshund ohne Abzeichen. Off-rt. ueb PrelSa, abe stud zu richte« a Frau? Dikomeit, Heilkünstler, Siiesteu. 1 .Mudermädchen sucht auf I. Februar Fron Baumeister Kraft, Bad - Nauheim , Burgstraße 2, Günstig abgebbar: gebraucht« Rolzscbwellcr zu Gleis. Pfost. Belag etc. Anfi unt. 4659 an d. Exp. d. Blatte; Dauerwäscbe kalt abwaschbar, von Leinen - wasche nicht zu unterscheiden, neueste Formen u. Farbenmuster, (Kragen schon von 60 Pfg. an, j ausserdem noch Riesenrabatte bei Sammelaufträg. Muster u. Preise 1 grat. Deutsche Dauerwäsche-In- i dustrie Dr. G. Weisbrod & Co., Weldmannslust. G. Z. Bar Seid an jedermann auch geg. Raten- rückzahlg , reell, diskret u schnell verleiht Carl Winkler, Berlin 208, Friedrichstr. 113 a. Provision erst bei Auszahlung; täglich eingehende Dankschreiben. Alleinstehend? Waffe, böbsche Ei scheing ,75000M. Vermag .wünsch bald Heirat. Rcstekt. wtrb au charaktervolle Herrn, w a. ohr Vermög. „Hymeu", Berlin, El.saberitrahe 66. M! AuftieSrrasse OZauterrai» in schöner Lage zu ^2 kaufe« gesucht Off. unter I. 8. 5663 de'. Rudolf Masse, Frankfurt am Mat». lut wöbl. Zimmer zu vcr- ' mieten. Walltoeftr. 77 l. Rino-SalbeK;,^»'^: rrbbidl. ichnefl geheilt. Verbtndl. Dank werde ne jedermann «»pichte*. e.. 13. 11. II. E. r.. Uärtner. ifletmen offenen Fuß hat Ihn * * 1 RUw-Salbe sehßn gehellt. Alle» andere hat nkhts gtholfiru Ich werde Rmo-Smlbe überall empfehlen. 5,. O., i. 12. II. c. K I führt viele Menschen die tägliche Berufsarbeit. Bon der Straße bringen Sie die Erkältung heim, dieIhnen so lästig ist. DieBerufs- arbeit auf der Straße erfordert einVorbeugungs-u.Linderungsmittel für Heiserkeit, Katarrh und Küsten, und das sind die altbekannten Wyberl-Tabletten, die in allen Apotheken u. Drogerien pro Schachtel I Mark kosten. 6| Niederlagen in (niessen: jPelikan-Apoth., Hirsoh-Apoth.l Löwen-Drog., Central-Drog. | de, bei 1 da, Ihre Zukunf Rino-SalbeXrÄ HsntleJden, offenen Wunde», auf vwprMageftcB Händen, m Dosen von Mk. 1.15 nnd ta heben In allen Apotheken. Achten Sit beim Einkauf auf den Namen Rino u»d die n«raen tun» eie rir my t fUeASeh AbOKänfilermarken von der Erdal-Fabrik in Mainz.