Vezvgrpiktk 25 Psg. monatlich «irrtet,itzrtich 7b W«-, „rautzahlbar, frei in« Hau«. Ab,eh»lt tn tm^rrc **»eWtton oder in den Zweig, auggabestrllen nier»eli»hrl!ch M Psg. — Erscheint «itlw»che und EawStag». — Redaktion: Selter«, weg 88. — Kör «nsbewahrnng oder Rücklendung nicht »erltwgter Manutkrioik wird nicht garantiert. Verlag der „«irdener Zeitung" «. m. b. * Expedition: Selters veg 85. r Gtetzeucr Tageblatt) Knzeisenvreis is pfg. i die 44 mm breite Petitzcile sür Auswärts 20 Pfg Tie 90 mm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewi: und Gröht berechnst. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung desZablung«. zieicL <30 Lage», bei gerichtlicher Beitreibung oder Konkurs in Weg'all. Piatzvorlchristen ohneBerbindüchle!:. Druck der Eiehcircr VerlagSdruckerei. Albin Klein Nr. 2 Telep hon: Nr. 302. Mittwoch, den 7. Januar 1914. Telephon Nr. 882. 20. I 6 1)70. KrVKJ-2" tns Zabern und Deuifc^um Die deutschfeindliche Hetze in Elsatz-Lothringen hat der Herausgeber der Rheinisch-Westfälischen Zeitung, Herr Dr. Reismann-Groone, in emer sorlschrittlichen Versammlung gegenüber dem Abg. Wolf mii folgenden Ausführungen gekennzeichnet: „Elsatz-Lothringen isl deuisch, und wir lieben dieses deutsche Voll jo wie jeden anderen deutschen Stamm. Aber dieses Land ist von einer Mut von Spionen, französischen Hetzern und Französlingen überzogen, und wie man ein Wall schützt, in das die See hineinschlägt, so mutz man Elsatz-Lolht- ringen besonders schützen. Die V e r f a s s u n ci ritz den Damm um. Seitdem sind die Zustände in Elsatz-Lothringen fürchterlich. Bor 10 Jahren halten wir drei französische Zeitungen, heute haben wir 15, und die Presse hetzt tagtäglich gegen alle Deutsche." Wolf erzählte über den Zaberner Fall eine Stunde, aber hier (Redner zeigt ein Bild der Wochenschrift „Durch Elsatz" vor) sehen Sie, wie man uns Deutsche andauernd beschimpft; hier sehen sie den deutschen Michel abgebildet mit der schwarzrolen Zipfelmütze als einen stoppelhaarigen Kerl mit roter Schnapsnase (Pfui!), und so wird in diesem clsässischcn Witzblatt, das in Tausenden von Eiemplaren übers Land geht, der Deutsche stets als ein abstotzender, gemeiner Kerl, vor allem der deutsche Wanderer als ein plumper, brillenbehafleter, unrassierter Bummler darstellt, der Franzose aber stets elegant, bildschön, meist in zärtlicher Beziehung zu der Elsässerin oder Lothringerin, während der tölpelhafte deutsche Liebhaber hinter chm her- läuft. Dies ist die Germania (Redner zeigt ein anderes Bild vor), ein gemeines Fischweib, mit Triefaugen, die deutsche Kaiserkrone auf dem Kops, die mit einem anderen Frauenzimmer zusam- die Verkörperung der deutschen Frau, Elsatz-Lothringen zerreitzt. (Pfninise und Tumult.) Hier ein Bild: der reitende Kaiser; hinter ihm laufen die deutschen Beamten und Offiziere und fangen entzückt in Hüten und Helmen Orden und den Dreck des kaiserlichen Pferdes auf. (Pfuirufe.) Und für die d e u t s ch e Frau gibt es immer nur ein Bild: ein ekelerregendes, f e t t- w a n st i g es, ungekämmtes Frauenzimmer, während die Französinnen und Elsatz-Lothringer- innen in der schicksten Form und Toilette erscheinen. Im Saale werden Schullehrer sein. (Redner zeigt ein Bild.) So werden deutsche Schullehrer in Elsatz an den Pranger gestellt: ein schlampiger Knote, der mit der Klopfpeitsche die Elsatz als Kind verprügelt; daneben steht wiederum die gemein karikierte Germania. Und so geht das in Hunderten von Abbildungen wöchentlich weiter. Ich zeige ein Blatt, aher Dutzende sind derselben Gesinnung. Was tut Abg. Wolf dagegen ? Nichts. S o werden wir Deutsche in Elsatz-Lothringen behandelt, öffentlich, ununterbrochen, in Tausenden von Bildern gedruckt, wir Schwowe haben keine Ehre — und da wagte man es, sich über den lächerlichen Fall von Forftner zu beschweren. Abg. Wolf sprach vom seinen Ton. Redner könnte hier stundenlang Bände vortragcn. Nur ein paar Beispiele: Der Abg. Hauh erklärte im el- sah-lothringischen Landtag: das Prinzip der deutschen Beamten im Reichsland sei der Stiefelabsatz und die Schnauze und ihr Patriotismus sei hündisch. Der Abg. Ostermeyer nennt in öffentlicher Sitzung des früheren Landesausschusses die deutschen Beamten Lumpen und Strauchdiebe. Der Abg. Dr. Häoy, der intimste Freund Wetterles, fordert die Nationalisten auf, bei der Landtagswahl dem deutschgesinnten Gegner „eins in das fchmuihtriefende Affengesicht" zu versetzen. Das ist die berühmte Doppelkultur! In Schrift, Bild und Wort wird seit Jahren das Deutschtum gemein beschimpft, der Deutsche als ein feiger und fieber Schuft dargestellt. Das Deutschtum steht in Elsatz-Lothringen am Pranger, und der Deutsche ist rechtlos; vom Nachtwächter herauf bis zum Statthalter beugt sich alles vor den Französlingen, die das Land beherrschen, und die E «- mahlin des Statthalters schickt dem wegen Beleidigung eines hohen altdeutschen Beamten aus zwei Monate ins Gefängnis gesandten Wetterte Geschenke in die Zelle, und sie spricht mit Vorliebe bei öffentlichen Gelegenheiten französisch in einenr Lande, das seit 1870 zum Deutschen Reich gehört, und dessen Bevölkerung, auch soweit sie national-französisch ist, seit 43 Jahren den Segen der deutschen Schulbildung genietzt. Was ist der Fall Zabern? Die Generalprobe der Welschen, oh sich das deutsche Heer auch schon heute an die Wand drücken lätzt und ob der deutsche Offizier dieselben Beschimpfungen einsteckt wie der einzelne Altdeutsche und altdeutsche Beamte. Ich bin kein Offizier, aber ich bin den deutschen Offizieren dankbar, das; sie antworten: wir lassen uns nicht als Kanaille behandeln. (Tosender Beifall.) Auch wir lieben die bürgerliche Freiheit und werderv sie zU schützen wissen, es handelt sich aber nicht um BürgertUm Und Militär im Zaberner Fall, sondern um: deutsch oder welsch. Die Französlinge haben cs verstanden, aus einer lächerlichen Winzigkeit einen Kampf um die Freiheit in Elsatz-Lothringen zu machen, und nachdem sie in Elsatz-Lothringen gesiegt, haben sie das deutsche Volk mitgerissen. Aber ich sage: Das deutsche Volk und der Deutsche Reichstag sind hier von den Welschen schamlos belogen und betrogen worden." v. Rruiter proresz. Der Prozetz gegen den Oberst von Reutter hat seinen Fortgang genommen. Man mag sich auch noch ! so verschieden zU der Schuld des Obersten stellen, niemand, auch seine Gegner nicht, wird ihm seine Siym- \ pallste versagen können, denn freimütig fable er vor Ge- j richt au's und nahm alle Schuld allein auf sich. Auch ! wird jetzt klar, datz die Hauptschuld an der Zaberner ! Affäre die Bel,örden mit ihrer Taktlosigkeit tragen. Die ! „L. N. N." charakterisieren sie treffend und kurz folgendermatzen: „Das deutsche Volk hat nun wirklich ernsthaft genug davon, datz wegen kleinlicher Zwistigkeiten und Rechthabereien zwischen Militär- und Zivilbehörden in einer elsässischen Kleinstadt das Ansehen unseres Heeres nun schon wochenlang herabgesetzt und geschädigt wird, und datz die Feinde unseres Staates und Volkes glauben, sie konnten sich wegen der Passivität matzgebender Regierungsstellen — denn sonst wäre dieses letzte Stücklein doch unmöglich gewesen — jede Provokation unbestraft erlauben. Wenn jetzt nicht ein Ddnnerwetter dazwischenfährt, sc läuft unsere gesamte Staatsautorität Gefahr, dauernden Schaden zu erleiden." In der gestrigen Verhandlung, dem 2. Tag, wurde mit dem Zeugenverhör sortgesahren. Man meldet sollendes : Zeuge Leutnant B o e 1 t g e sagt über die Vorgänge am 0. und 10. November und am 28. November aus, arme neue Momente zu bringen. Zeugin Frau Ewers, Inhaberin eines Zigarren- aeschäfts in Zabern, gibt u. a. an, wie ein Arbeiter in jenen kritischen Tagen in ihrem Laden geäutzert habe: „Von Mülhausen kommen uns jetzt die dortigen Genossen zu Hilfe." Sie gibt eine Reihe von Schimpfworten wieder, die in jenen Tagen zu hören waren, wie z. B. Drcckschwob! Als Zeugin geäutzert hatte, es werde offenbar gegen die Offiziere gehetzt, wurde sie von dem Oberbürgermeister Knüpfer zur Zurücknahme dieser Ecklärung veranlatzt. Die Radaumacher sind nach Ansicht der Frau Ewers Leute aus der Umgegend gewesen. Dazu halbwüchsige junge Leute aus Zabern. Was die b e s s e r e n L e u t e in Zabern anlange, so seien diese zweifellos nicht auf seiten der Unruhestifter. Im übrigen schildert die Zeugin den O b e r st e n v. Reutter als einen begeisterten E l s a h s r e u n d, der auch mehrfach seine Freundlich - keit durch Werke stiller Teilnahme an dem Elend, das kleine Leute betroffen, bewiesen habe. Zeuge Leutnant Brunswick weitz sich einer Szene zu erinnern, wo 7 Arbeiter, jedenfalls auswärtige, am 29. November im „Karpfen" sich dicht neben die Offiziere setzten, Vive la srance riesen und heraus - fordernde Reden fühlten. Wie dem Wirt bekannt sein mutzte, hatten die Leute vor, das Gas herunterzureitzcn und Skandal zu organisieren. Das Erscheinen des Obersten von Reutter habe aber die Radaubrüder auf andere Gedanken gebracht. Um 10 Uhr zieht sich der Gerichtshof zurück, um gegen die Berichterstattung der „Frankfurter Zeitung" Stellung zu nehmen. Der deutsche Kronprinz hat dem Obersten von Reutter, sc wird jetzt bestätigt, kurz nach den Zaberner Demonstrationen ein Telegramm gesandt, in dem dem Oberst für sein Eintreten sür die Ehre und das Ansehen der Armee die Anerkennung des Kronprinzen ausgesprochen wurde. I politische Rundfcbau Deutschland. * Der Herz o-g von Braunschweig trifft am 16. Januar in Berlin ein, um als Bundesfürst den Antrittsbesuch am deutschen K a i s e r h o f e abzru statten. Der Herzog wird von der Herzogin begleitet sein. Es wird festlicher Empfang und feierliche Einholung stattfinden. * Die Berusungsverhandlung in dem Prozetz gegen den Leutnant v. F o r st n e r wurde aus den 10. Januar anberaumt. Türkei. * Konstantinopel, 6. Jan. E n v e r P a - s ch a ist znm Kriegsminister ernannt worden. Diese Beförderung hat auch auf die ältere Generalität einen vorwiegend guten Eindruck gemacht. Man verkennt den Vorteil nicht, den ein politisch homogenes Kabinett besitzt. In der französischen Presse wird allgemein darauf hingewiesen, datz Enver Bei derjenige Politiker der Türkei ist, der am meisten zu Deutschland geneigt ist. flu$ 5tE und Land. * Das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 1 IG schreibt uns: „Junge Leute, die beabsichtigen, bei dem Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm" Nr. 116, sowie bei der Maschinengewehr-Kompagnie in E i e - tz e n in diesem Herbst als Freiwillige cinzutreten, wird dringend geraten, sich den Meldeschein vor der Musterung zu besorgen, weil ihnen nachher Schwierigkeiten entstehen. Die Meldung auf dem Regimentsgeschästs - i zimmer kann an jedem Dienstag vormittag erfolgen, j Besonders erwünscht sind: Schuhmacher, Schneider, Satt- j ler, Schmiede, Stellmacher, Schreiner, Schlosser, Köche, Maler, Weitzbinder, Mechaniker usrv." ! Hanau. (Eine rauflustige Familie.) Der Schrei- j ner I. Schömbo bekam in einer Wirtschaft Streit und - prügelte mit seinen vier Söhnen sämtliche Gäste hinaus. Am Schöffengericht erhielt Schömbo sechs Wochen Tärberei 0cbr. Rover Frankfurt a. ILI Chemisches Reinigen und Färben von Danen-, Herren- und Kindergarderobe, Vorhängen, Decken. Teppichen, Portieren Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte. Gefängnis und seine Söhne wurden zu Slrascn von 60 Mark bis 6 Monate verurteilt. Die Verurteilten uud der Amtsanwalt legten Berufung ein, die den Erfolg batte, das; der alte Schömvo jetzt vier Monate, der eine Sohn statl einem Monat drei Monate und ein zweiter Lohn zu seinen sechs Monaten noch drei Monate dazu bekam. ! O b e r u r s e l. Am Donnerstag abend trifft Prinz Heinrich der Niederlande im Sanatorium Hohemark ein, um sich hier, wie im Vorjahr, einer auf mehrere Monate berechneten Kur zu unter - ziehen. ):( Frankfurt a. M. Für die städt. obligatorischen Fortbildungsschulen ist mit Anfang des Jahres eine Aenderung dev Ortsstatuis geplant, nach der künftig die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen Dienst nicht mebr als Befreiungsgrund vom Besuch der Schulen gelten soll. Der Schulvorstand hat beriits entsprechend beschlossen. Sein Beschluß bedarf noch der Zustimmung der oberen städtischen Behörden. o E r b a ch. In den drei verflossenen Jahren erbeutete mit Tellereisen Forstwart Friedrich in Schönnen auf der dortigen Jagd 50 Füchse. ):( Kreuznach. Ein Nachkomme des Wägers aus Kurpfalz ist gestern im Alter von 75 Jahren in Langenlonsheim gestorben, der Ritter Georg Borosini, Edler von Hohenstein. ):( Koblenz. Ein hiesiger Bahnassistent wurde in dem Augenblick, als ein Schnellzug hielt, von einer ausgehenden Wagentür derart am Kopfe getroffen, daß er tot umfiel. 'Alldeutscher Verband, Rkein-Main-Oinu. In der Winter-Versammlung der Alldeutschen Vertrauensmänner des Rhein-Main-Gau, die stärker wie je besucht war und in Mainz stattfand, berichtete an erster Stelle der stellvertretende Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, Admiral z. D. Breusing Exz., Berlin, über die außerpolilische Lage. Der Redner stellte den Satz auf, daß das Deutsche Reich endlich wieder aktive Politik treiben müsse, wenn unser Volk nicht in seiner Entwicklung dauernd Schaden nehmen solle. Er erklärte einen friedlichen Ausgleich mit England für höchst erwünscht und begründete seine Auffassung, das; England dazu um so geneigter sein werde, je stärker die deutsche Flotte sei. Wer genau prüfe, werde erkennen, daß Englands Weltmacht ernsthaft gefährdet sei; vor allem im fernen Osten zögen sich Wolken zusammen; Japan rüste gegen England, das wisse jeder Politiker Durchgreifende Kuren bei ßaiS'tiXungenkiden ist der Titel eines in unserem Verlage erschienenen Büchleins, in welchem eine neue kombinierte Milch- und Pfldnzenkur beschrieben wird. Dieses Büchlein wird gratis an jeden Kranken versandt, der es verlangt. Jeder Hals- und Lungenkranke sollte es sofort verlangen, selbst wenn sein Leiden harmloser Art zu sein scheint. Denn jede schwere Erkrankung der Lunge, vor allem die mörderische Lungenschwindsucht, beginnt mit dem „bißchen Husten" mit dem „kleinen Katarrh" und vernichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Menschenleben. Das Mittel selbst besteht cms giftfreien, von alters her berühmten und auch von dem verstorbenen Pfarrer Kneipp empfohlenen Heilpflanzen. Die gute Wirkung liegt in der geschickten Zusammenstellung, die darauf berechnet ist, das Uebel von mehreren Seiten zutzleich zu packen. Es wird auch bei größter Körperschwäche gut vertragen und ist so billig, daß auch der Minderbemittelte seine segenbringcnde Wirkung sich zu Nutzen machen kann. Kein Arzt dürfte gegen seine Anwendung etwas einzutoenden haben, wenn man ihn darum fragt, da es sich nicht etwa um eines der teuren und dabei oft schädlichen Geheimmittel, sondern um eine wissenschaftlich einwandfreie Sache handelt. Damit jeder, der es benutzen will, es erst versuchen kann, ehe er Geld dafür ausgibt, senden wir eine Probe völlig kortenlos zugleich mit dem Büchlein. Nur 20 Psg. für Porto rc. sind in diesem Falle in Briefmarken beizufügen. Mittellosen Kranken senden wir das ganze, zu ihrer Wiederherstellung nötige Quantum kostenlos und portofrei, wenn sie uns eine Bescheinigung ihres Pfarrers oder der Orts-Polizeibehörde über ihre Mittellosigkeit und ihre Krankheit einsenden. Deutfche Gmllfcbaft für Pflanzenbeilkunde Scrlin Halensee 8. über dem Kanal. Aufgabe unserer Politik sei es, die Gelegenheit auszunützen, die sich aus der zunehmenden Stärke unserer Flotte und aus den Verlegenheiten Englands ergäbe. Wir haben die Aufgabe, die öffentliche Meinung aufzuklären und sie dahin zu bringen, daß in dem ganzen Volke der Ruf ausgenommen wird: aktive Politik - der Ruf nach einer Politik, die uns vor der Verkümmerung rettet. Der glänzende Dortrag von Exz. Breusing wurde mit langem begeistertem Beifall ausgenommen. Der Verbands-Vorsitzende Rechtsanwalt Elaß, Mainz, sprach sodann über die Iaberner Vorgänge und die Lage im Reichslande. Es handelt sich in Iabern nicht um einen Angriff des sog. Militarismus gegen die Freiheit des Bürgertums - ganz und gar nicht - sondern um eine Notwehr-Handlung des Regiments 99 gegenüber der planmäßigen Hetze aller deutsch-feindlichen Elemente im Reichslande. Die sachliche Haltung des Reichskanzlers erklärte der Redner für durchaus der Sachlage angemessen und bedauerte nur, daß er nicht zum Angriff gegen die reichsfeindlichen Hetzer verschiedener Richtung im Reichslande übergegangen sei; das habe der Kriegsminister getan und sich damit den Dank aller Staatstreuen verdient. Erfreulich sei auch die Festigkeit des kommandierenden Generals in Straßburg, der sich nicht habe einschüchtern lassen. Die Ausführungen des Verbands-Vorsitzenden wurden häufig durch Zustimmungs- Kundgebungen unterbrochen und fanden am Schluffe begeisterten Beifall. An beide Vorträge knüpften sich gründliche Besprechungen, an denen sich die Herren Fabrikant Klingspor-Offenbach, Professor Dr. von Liebig-Gießen, Professor Dr. Merbach-Wiesbaden, Lehrer Daab-Rüffels- heim, cand. rer. pol. Weber-Saarbrücken, und Professor Weißgerber-Offenbach beteiligten. Um 7 1 /., Uhr schloß der Vorsitzende Gymnasiallehrer Grünschlag-Mainz die Tagung, die allen Teilnehmern eine Fülle von Belehrung und Anregung gebracht hatte. Zur Rauchschüdenflagr im iheinisch-lvestsäUschen Industriegebiet wird uns geschrieben: Zahlreiche Blätter des Jndustriereviers brachten kürzlich ein Referat über einen Vortrag, den Gutsbesitzer Siepmann, Günnigfeld, in der Sitzung des westfälischen Bauernvereins in Essen über Rauchschäden gehalten hat. Die Darlegungen des Vortragenden zeugen z. T. von einer sehr einseitigen Beurteilung der Rauchschäden- srage. Herr Siepmann malt die Wirkungen des Räu- ches der industriellen Betriebe auf die landwirtschaftlichen Kulturpflanzen mit den schwärzesten Farben. Er behauptet sogar, daß die Rauchbeschädigungen in kurzer Zeit den Ruin der Landwirtschaft im Industriegebiet herbeiführen würden. Das ist natürlich stark übertrieben. Wenn auch selbstverständlich nicht geleugnet werden kann, daß, nameMlich in der Nähe indifftrieller Werke, durch den Rauch Schäden entstehen und Ertragsausfälle veranlaßt werden, so sind dieselben doch keineswegs so groß wie behauptet wird. Wie überall, kann man auch im hiesigen Revier vielfach beobachten, daß einzelne Fruchtbestände gut, andere schlecht stehen. Manche Landwirte haben sich nun daran gewöhnt, den schlechten Stand ihrer Feldfrüchte ohne weiteres auf Rauchschäden zu schieben, obgleich vielsach die Bodenbeschaffenheit, nicht ausreichende Düngung, unzweckmäßige Fruchlfolge oder schlechtes Saatgut die Schuld trägt. So erklärt z. B. auch der Vortragende, daß namentlich die Kartoffeln infolge des Räu- ches stark zu leiden hätten und schon im August abftür- ben, er hat aber nicht von der allgemein"bekannten Tatsache gesprochen, daß die Kartoffeln außerordentlich stark unter verschiedenen Kartoffelkrankheilen zu leiden haben, die ein frühzeitiges Absterben und somit einen geringen Kartoffelertrag herbeisühren. Diese Krankheitserscheinungen, besonders die Blattrollkrankheit und die Stengelsäule find erheblich, sie werden durch krankes Saatgut erzeugt und kommen in demselben Umfange auch in rauchfreien Gebieten, vor, sodaß infolge des starken Auftretens dieser Krankheiten schon von einem drohenden Ruin des deutschen Kartoffelbaues gesprochen worden ist. In den letzten Jahren |Vnb zur Beurteilung des Umfanges von Rauchschäden von vielen Gutachtern Ertragsermittelungen in landwirtschaftlichen Betrieben des -Industriegebietes vorgenommen worden. Es hat sich gezeigt, daß bei guter Düngung, sorgsältiger Pflege uud richtiger Mutzwahl gesunden Saatgutes auch unter dem Einfluß der Industrie noch befriedigende Erträge geerntet werden können. So wurden festgeftellt pro Morgen 450 Zentner Runkelrüben, 100 bis 130 Ztr. Kartoffeln, 16 bis 18 Ztr. Roggen und 300 bis 400 Ztr. Weißkohl. Wo solche Erträge geerntet werden, kann doch nicht von einem Ruin der Landwirtschaft gesprochen werden ! Da wo Krankheitserscheinungen auftreten, wo ungünstige Bodenbeschaffenhcit und unzureichende Ernährung vorliegen, können solche Erträge natürlich nicht erwartet werden. Die häufig zu beobachtenden Ertragsausfälle bei den Kartoffeln in unserer Eeaend haben vielfach noch eine ganz besondere Ursache, die nicht vek- Briefkassctten mit Namen empfiehlt als Geburtstagsgeschenke Albin Klein, Papierhandlung, Buch- u. Akzidenzdruckerei schwiegen werden darf: Viele Landwirte verpachten grünere Ackerflächen an kleine Leute, die alljährlich — oft 8 bis 10 Jahre hindurch — ohne nennenswerte Düngung Kartoffeln anbauen. Es ist Nar, daß unter solchen Umständen der Boden kartoffelmüde wird, daß die an sich zu Krankheiten neigende» Kartoffeln degenerieren und Ertragsautzfälle entstehen. Die oben genannten Zahlen über Ertragsermittelungen lassen aber erkennen, daß auch im Industriegebiet noch recht befriedigende Ernten erzielt werden können, wenn für eine sachgemäße Dündung und Psltzge der angebauten Kulturpflanzen gesorgt wird. Daran fehlt es jedoch leider vielsach, wenn es auch ein« allbekannte Tatsache ist, daß in unseren modernen Landwirtschaftsbetriebes eine stärkere Düngung als früher gegeben werden muß; denn die »euch hochgezüchteten Sorten der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bringen wohl höhere Erträge, erfordern aber auch eine reichlichere Ernährung, wofür Stalldünger allein nicht ausreicht. Die tierischen pflanzlichen Schädlinge, deren Auftreten der Vortragende, wie es scheint, fast ausschließlich der Industrie zur Last legen will, finden sich in gleicher Menge auch in industriefreien Gegenden. So ist;. B. im Jahre 1911 fast die gesamte Rüben- und Pfer- debohncnernte in der Provinz Sachsen durch Blattläuse zerstört worden. Der Rückgang der BauMvegetation im Industriegebiet, von dem der Vortragende spricht, ist eine nicht zu leugnende Tatsache, aber diese Erscheinung findet sich in der Nähe aller großen Städte, besonders dort, wo vielejStadtkomplere dichttpeieinandett liegen, wo die BäuMe also von allen Richtungen von Rauchgasen getroffen werden. Nun bildet aber das ganze Industriegebiet einen gewaltigen Stadttompler, in dem nicht nur die Bergwerke, Hütten und andere industrielle Unternehm- ungen, sondern mehr noch die unzähligen Hausfeuenm- gen und Feuerungen der Kleingewerbeireibenden Rauchgase in die Lust senden. Für den Rückgang der BauMvegetation im Industriegebiet kann daher nicht die Industrie allein oder gar einzelne Wecke verantwortlich ge- macht werden, sondern diese bedauerliche Erscheinung ist als eine Gesamtwirkung aller Rauchquellen aufzufassen. Und es ist eine bekannte Tatsache, daß die Hansfeneü- ungen, infolge ihrer weniger guten Verbrennung, eine erheblich größere Rauchmenge verursachen als die industriellen Anlagen. J?a$ aller Mir. ::: Berlin. Am Montag abend fand die Erstaufführung des „P a r s i s a l" im Beisein des K a i - ferpaares, des Kronprinzerpaares und eines zahlreichen Gefolges im Kgl. Opernhause in Berlin statt. Das Werk machte einen tiefen Eindruck. * Heidelberg, 6. Jan. Oberbürgermeister a. D. W i l ck e n s ist an einer Lungenentzündung heute Nacht 1 % Uhr gestorben- Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Ich sage es Ihnen immer wieder: Sie müssen genau auf das geschlossene Paket mit Bild und Namenszug des Pfarrers Kneipp achten. Nur dann erhalten Sie echten Kathreiners Malzkaffee. Seien Sie vorsichtig: Es gibt tauschend ähnliche Packungen. Vorzügliche Dienste b. Hämorrhoide« M _ JlB ______ Verstopfung — Fettleibigkeit — Leber- £*SSE*fFFE !a Schwellungen, Gallenstockungen und zur Blutreinigung leisten Münchener Pillen ä 1 M. Erhältlich in Apotheken. Ver- D sandstelle der Dr. Banholzer'schen Präparate, München 31. 3BE Der Schein soll nie die Wirklichkeit er- reichen, Und siegt Natur, so muß die Kunst ent weichen. llj unft ent. im 3S^| 13, XXII Moderne Kleiderärmel. Jn Paris zeigen fast alle Schneiderkünstler und -Künstlerinnen jetzt das vereinte Bestreben, den neuen Slusen und Taillen lange, bis weit auf die Land herabfallende Aermel zu geben. Dabei sucht der eine den anderen durch möglichst eigenartige Sormen zu überbicten und so ist unter anderen auch der .Ritterärmel" wieder auferstandcn. wie alle nach älteren Vorbildern geschaffenen .Neuheiten", ist er natürlich dem Aermel, mit dem unsere Ritterfräulein vergangener Seiten sich buchstäblich recht breit machten, nicht schablonenmäßig nachgebildet, sondern er hat, wie unser« Abb, 1 veranschaulicht, eine neue, graziösere Sorm erhalten und wird sich zweifelsohne zu einer dazu paffenden Taille oder Bluse nicht übel ausnehmen, Lei Abb, 2 sehen wir auch einen solchen hochmodernen pariser Aermel, der ebenfalls recht bauschig ist, a» der Land aber durch eine Spange, die oft aus Metall besteht und armbandartig wirkt, fest umschloffen wird, während unter diesem festen Verschluß wieder eine breite, volant- artige Rüsche hervorkommt, die fast die halbe Land bedeckt. Auch bemerken wir hier die tief herabhängende Schulter, die durch eine weit über den Aermel fallende Patte noch verstärkt wird Recht kleidsam werden diese Aermel sicher sein, wenn sie (n rechter weise angebracht und für die dazu paffenden Gestalten verwendet werden, kleinere Siguren täten allerdings gut, auf diese neue Mode zu verzichten, während sie sich bei großen, schlanken Damen sicherlich gut ausnchmen wird, Ts gibt ja so viele verschiedene Sormen auch bei den Aermeln, daß gewiß jede nicht nach dem ersten Lesten zu greifen braucht, sondern sorgfältig das eigens für sie Geeignet« auswählen kann. Abb. I. Moderner Uitt-rZ»u!«l. Die Damenweste. wiederholt haben wir gesehen, daß die Westen der Damen nicht viel mit denen der kerrcn der Schöpfung gemein haben , und doch finden wir manche Westen, formen, die sich in Nichts von denen der Männer unter- scheiden, so daß ivir getrost die Weste irgendeines unserer männlichen verwandten anlcgcn können, ohne auch nur im mindesten damit aufzufallcn. Unsere Abb, Z zeigt ein solches Exemplar von Iveste, das, da es zu einem korfettlofcn Jilciö getragen wird, ein äußerst charakteristisches Beispiel für die von uns ausgestellten Lehauptungen bietet. Ans schwarz-weiß gestreifter Seide gefertigt, ist diese Iveste leicht blusig gehalten und wird, ganz wie die Lerrenweste, in der vorderen Mitte mit Knöpfen geschlossen. Das Rückenteil kann, wenn man Stoff sparen will, aus Satin gearbeitet werden, wie die meisten lose» Ueberzichwesten wird auch diese über die Linse gelogen und dann mittels Druckknöpfen am Jackett befestigt, damit man die Jacke leicht mit der Iveste zusatnmcn aiiszichen und cbensoleicht zusainmen wieder anzichen kann, Lei jeder Weste — einerlei wie sie gestaltet sein mag — sollte man diese Vorrichtungen anwenden, denn cs macht durchaus keinen angenehmen Eindruck, wenn man Damen sieht, die sich der Jacke und Weste einzeln nach und nach entledigen, sobald sie aus dem Sreien kommen und einen geschloffenen Raum betreten, Lelene Grub«, Heber Fußbekleidung von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. weit mehr noch am Schul, als am J^feib erkennen wir den Charakter der gesellschaftlichen Klasse des Menschen, Schon in den ältesten Seiten umwickelten die alten Lgnpter ibre Süße mit einem Palm- oder Papyrusblatt, auf dem sie langsam und gesetzt einherschritten, — Die Sandalen der alten Griechen und der Kothurn der Römer wurden bald von den roten Schuhen der phrygier übertroffen, und die Eqnptcr begnügten sich im Laufe der Jahre auch nicht mehr mit dem einfachen Palmen- blatt, sondern verstanden cs bald, reizende Sandalen und Schuhe aus Linsenglas zu flechten, Lei den alten Germanen wurde das Palmenblatt durch ein Stück Ticrliaut ersetzt, doch schon um die Seit Ludwigs des Srommen trug man lederschuhe mit Lolzsohlen, die oft mit Gold und edlen Steinen besetzt waren. Nach und nach jedoch wurden die Schuhe immer spitzer, so daß diese Spitzen mit Werg ausgestopft werden mußten. Diejenige», die heute gegen manche ertra- vagante Schuhmode eisern und glauben, ein solcher Lupus sei etwas ilnerhörles, noch nie Dagewefenes, befinden sich in einem großen Irrtum, In den ver- schicdensten Museen Deutschlands und -es Aus- landes finden wir Schuhe aus dem IS,, 1(5. und 17 . Jahrhundert von einer Pracht und Kostbarkeit des Materials, daß auch der prächtigste neuzeitliche Schuh kaum dainit wetteifern kann, Weiße Atlasschuhe, mit bunter Seide kunstvoll bestickt und mit kostbaren Edelsteinen verziert, bildeten auch schon einen Lauptschmuck in der Damengarderobe zur Seit der Königin Elisabeth von England, und -zu Anfang des IS, Jahrhunderts wurden auch Schuhe aus kostbaren Lrokatstoffen, mit kermelin umsäumt, getragen. Jm 17 , und 18, Jahrhundert trieben selbst die kerren einen unerhörten Luxus mit ihrer Sußbekleidung, und sowohl Sranz t. Mit feinen kostbaren weißen Atlasschuhen, wie Ludwig XV., der nicht minder kostbar beschuht war, und dessen rote Absätze an seinen Schuhen ihn schon von weitem erkennen ließen, geben uns ein Leispiel von der Schuhmode ihrer Zeit. w>e bei den antiken Sandalen, so finden wir auch heute vielfach den durch .Kreuzbänder" erzielten Verschluß, Allerdings sind die Schuhe nicht von so primitiver Art wie die Sandalen, sondern aus feinstem Lackleder, Tuch oder Seidenstoffen, zu der Sarbe de; Kleides paffend. Lreite Länder aus glänzendem Atlas legen fich kreuzweise über den Sufi und enden meistens oberhalb des Knöchels (wie Abb s veranschaulicht), wo sie mittels einer Sch-alle geschloffen werden, (Siebe Abb, Z.) Weiße Schuhe mit breiten, schwarzen lackkappen, Schube, die bis auf die Zehenspitzen ganz durchbrochen und dort nur mit etwas Stoff unterlegt werden, der zum Kleid paffen muß (siehe Abb, S) find als Straßenschuhe nichts Ungewöhnliches und im vergleich zu den prunkhaften Abendschuhen Abb. «. Welt«» 8»xt> mit c»(N«»pe. Abb B. »uttt« S-abalz Daß zu solchen kostbaren Schuhe» gleich kostbare Strümpfe getragen werden, ist begreiflich. Aus feinsten echten Spitzen, bestickt und bemalt, mit glitzernden Steinen übersät, repräsentiert auch der Strumpf mancher Mondäne heute ein Veen gen. Doch haben wir deshalb keinen Grund, diese» unerhörten Lupus auf unser .entartetes Zeitalter" zu schieben, denn zu allen Zeiten und bei allen Völkern gab es ähnliche Uebeririebenheiten, die damals, wie heut« von einsichtsvollen Menschen nicht mitgemacht wurden. Selbst wenn ihre Kasse er ihnen gestattet«, bemühten sie sich, die Moden des Tages für ihre Ledürfniffe einfacher zu gestalten und jede Extravaganz als unstatthaft zu verwerfen. L, G, Bibliothekarisch arbeitende Frauen. 8u den Srauenberufen, die erst im letzten Jahrzehnt entstanden und sich lebensfähig entwickelt haben, gehört der der L>blioth«Karin, In einer dem Ministerium 1902 «ingereichten, auch auf verschiedenen Versammlungen der Deutschen Libliotheken günstig beurteilten Denkschrift befürwortete Libliothekzdircktor Ätto Lartwig die Verwendung von Srauen als Lilfskräfte »i wissenschaftlichen Libliotheken, Infolgedessen fanden, besonders in Lerlin. Lilfsarbciterinnen zur Entlastung der wissenschaftlichen Leamten Anne li.ng. De Tätigkeit der an wissenschaftlichen Libliotheken arbei-enden Srauen besteht in Titelaufnahmen für die Kataloge, in bibliographischen Arbeiten, Sührung der Accesnons Journale und der Zeitschriftenfortsctzungslisten, im Verkehr mit dem Buchbinder, in Ordnungsarbeiten und ähnlichem. So spielt sich ihre Lcschäftigung meist hinter den Kulissen der innere» Verwaltung ab. An der Volksbibliothek tritt dagegen der Verkehr mit dem Publikum in den Vordergrund, Da sich die Volksbibliothek grundsätzlich von der wissenschaftlichen durch ihren Lüchcrbestand und die Oualität ihrer Leser unterscheidet, so ist auch die Organisation und Verwaltung in ihr anders als in wissenschaftlichen Lücher- sammlungen. Licr >nuß die Libliothekarin neben der Beamtin auch Leiterin des Publikums sein. Sie muß vor allem pädagogisches Talent besitze», um den Geschmack der Leser, ohne daß sie cs selbst merken, bessern und leiten zu können. Dazu gehört natürlich eine große Belesenheit auf allen Gebieten, um für de-, einzelnen immer das passende zu treffen. Ist die l „ iksbiblio- tkekarin zugleich Verwalterin, so liegen ihr auch alle verwaltungsarbciten ob. Sie muß die Lücherver- zeichniffe vervollständigen, das Zugangsjournal führen, die zcrlcsencn Lücher ausscheiden, die Ausleih- und Lejerstatistik führen, die pünktliche Rückgabe der entliehenen Lücher überwachen und die Mahnungen veranlassen, die kaffe über verkaufte Kataloge und Ouit- tungen führen, Lesekarten ausstellen, den Lilfsarbeite- rinücn und Dienern ihre Lcschäftigung anweisen, Neuanschaffungen bewirken, wobei sie nach Möglichkeit den wünschen der Le-er Rechnung tragen und die neuen Werke kennen muß. Außerdem bleibt noch der Verkehr mit dem Luchbinder und die Vertretung der Libliothek nach außen, während für die Lcschäftigung an wissenschaftlichen Bibliotheken eine theoretische Vorbildung unumgänglich notwendig ist, erhalten die Srauen ihre Ausbildung für den Dienst an Volksbibliotheken vielfach in diesen selbst. Sie treten als volontärinnen in die Praxis, Die auf diese weise zuerst gemachten versuche in der Lesehalle der Gesellschaft für ethische Kultur, in der Lamburger Bücherhalle, in der Lharlottenburger Volksbibliothek und in der Elberfclder Stadtbücherei hatten guten Erfolg, In theoretischer Linsicht wirkt diese Ausbildung jedoch vielfach einseitig, Sa sie den jeweiligen veihältuih'cn der ibliothcken ange.ußt ist. Line allge- mcincre theoretisch« Ausbildung ist deshalb vorzuzichcn. Das Ziel, Stauen zum Dienst an wissenschaftlichen und volkstümlichen Libliotheken vorzubereiten, verfolgt das Unternehmen des Prof, Dr. wolfsticg, Berlin, des Direktors der Libliothek des Abgeordnetenhauses, der feit 1002 „Kurse zur Ausbildung von Libliothekarinnen abhält, 21» den Unterricht, der sich auf alle Zweige der Bibliothekswissenschaft, auf die Geschichte der Literatur und der Philosophie, auf philosophische pro- pädeutik, Aesthetik und Sozialpädagogik erstreckt, schließen sich praktische Ucbungen in der Libliothek des Abgeordnetenhauses, Besuche anderer Libliotheken,' technischer 2lnstaltcn und einiger Luch- händlcrinstilutc in Leipzig an. Weihnachten endet der (,» März jedes Jahres beginnende Kurius mit einer Prüfung, Aufnahmefähig sind im Alter von 10 — 20 Jahren stehende Stauen, die eine höhere Töchterschule oder die Obersckunda eines Mädchen- gmunafiums absolviert haben, gute Kenntnisse in den neueren Sprachen, in der Literatur, der Stenographie und im Maschinenschreiben besitzen und ein Jahr in einer Bibliothek oder Buchhandlung als volontärin gearbeitet haben. Schon 1000 gründete Prof, Dr. Lottinger eine Libliotkekarinnenfckule in Lerlin, in der die Schülerinnen nach Trendigung des Kursus eine Prüfung ;; ^öen, v« -."---"3 zu dem »och jungen Beruf ziemlich stark ch"worden, so ist es freudig zu begrüßen, daß die Ausnahme- und Vorbedingungen für ihn durch den mfhsüerteilen Erlaß, betreffend die Einführung einer Diplomprüfung für den mittleren Libliotheksdienst vom iC. eine Regelung erfahren hat. Jährlich wird mindestens eine staatliche Prüfung abgehalieu Abb, r, ermet mit Schnlterpatte- Ibb, 4. Abb, 6. Schube »ul Kreuzbänder». ip deren als einfach zu bezeichnen, vergoldete, mit Edelsteinen besetzte, bemalte und mit perlen bestickte, aus glänzendem Atlas mit echter Chantillpspitze überzogene Schuhe, die mit Diamanten besetzte, hohe Absätze sehen wir über das Parkett eines eleganten Lallsaals gleiten, als Abschluß einer nicht minder praMNgen Toilette. _ _ _ |iuuuiu/i y ui]uiiy uoyti/uuui , Zulassung der Nachweis der primareife eines Gnmnasiums. Realgnmnasiums oder einer Oberrealschule notwendig ist. 2lusnahmsweije kann bei weiblichen Bewerbern auch das Abgangszeugnis einer zehn- klafsigen höheren Mädchenschule genügen, wenn der Nachweis erbracht wird, daß sich die Bewerberin noch wenigstens ein Jahr in den wichtigeren Schulfächern fortgebildet hat. Außerdem ist der Nachweis einer mindestens dreijährigen Ausbildungszeit in den Prüfungsfächern erforderlich, von dieser Zeit wird wenigstens «in Jahr praktischer Tätigkeit im vollen Libliotheksdienst verlangt. Die Wege und Methoden der Vorbereitung sind noch in jedem einzelnen Salle verschieden, weil ein einheitlicher Lehrplan nicht besteht. Der am häufigsten eingeschlagene weg ist der Besuch einer Libliothekarinnen- schul« und privates Studium, 1007 organisierten sich die Libliothekarinnen durch die „Vereinigung bibliothekarisch arbeitender Srauen", mit den, Sitz in Lerlin, d,e es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lerufsintcreffen durch geschloffenes Vorgehen zu wahren. So unterhält sie eine Stellenvermittelung und veranstalte! auch verjanluitungsabende mit Vorträgen. Seit 1012 werden die „Mitteilungen der Vereinigung bibliothekarisch arbeitender Srauen" in den „Blättern für volksbibliotheken und Lesehallen" veröffentlicht. In der »n Srühjahr 1012 in Berlin statlgefundenen Ausstellung „Die Srau in Laus und Beruf" gab der Verein ein anschauliches Bild des Libliolhekarinnenberufes. Seme Ausbildung geht mit der fortschreitenden Entwickelung des Bibliothekswesens in Deutsch, land Land in Land. Laup,sächlich aber erschließt sich auf dem Gebiete des volksbibliothckswesen« «in weites und dankbares Seid für die Srauen, Josephs Elstner. Recbnungsfornsuiare mit Tirmenaufdruck iuterf fcbnell und billig Druckerei Klein, Seltersweg §z. Dchllicseljaures Marke: A m N! ö tt i a der gehaltreichste, sicherste und durch die nachhaltigste Wirkung ausgezeichnete, vollständig giftfreie Stickstoffdünger von stets gleichmäßig leichter Streubarkeit ist das erprobte und bewährte Stickstoffdüngemittet der praktischen Landwirtschaft für alle Kulturpflanzen und auf allen Bodenarten, in Feld und Garten, auf Wiese und Weide sowohl zur Herbstdüngung als auch zur Düngung der 5ommerfrüchte und insbesondere auch d Ü I Äopsdil ilgnnll der Wintersaaten, weil es, obwohl in einer Gabe breitwürfig ausgestreut, als eine stetig fließende Stickstoffquelle ein gleichmäßiges und ruhiges Wachstum der Pflanzen sichert. Keine Ticker- oder Verdunstungsverluste! Kein Befall! 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Mit Hilfe des Mikroskops findet man dagegen in fünf Gramm Rcichardt-Kakao, also in der zu einer Tasse Getränk verwendeten Menge, etwa 1000 mal mehr Teilchen, also 100000 Millionen. Eine so seine Verarbeitung ergibt eine Trinknahrung, die schon beim Genüsse Behagen bewirkt, leichlbekömmlich ist und ihre stärkende Wirkung alsbald entfaltet. -Kakao erschließt dem modernen Da- seinskämpfer neue Möglichkeiten der Energie- und Krafterhaltung. Die Nichtbeachtung dieser Tatsache ist eine jener Unbedachtsamkeiten, die zum wirtschastlichen Nachteil des Einzelnen wie der Gesamtheit nur allzu oft begangen werden. Die Reichardt - marken sind zu den gleichen Einzelpreise» wie in der Fabrik erhältlich Kismarkstraffe 38 . ‘sysende verdanke! iiSiimsende SfeltuiiM, ihr gediegenes Wissen und Können dem Stadium der weltbekannten Seifest ■ U nierriehts - Werke jS&K verbände^ mit cSogebentfom brt«*51iclien Fercuijierrlcht 11 eräla$gegeben vom ÄlustlnecSicn L»>tirlnft$4tut. Vd'sierJ vo» Professor :-3 Tku slr.r’ ,c?g;ca mur/itl. S^tonzalilcug: von Mark S— Ii.D'pisLoa.uhi.' liehenT’rric^xlr» ■ c ni.t u.-'. . .iciiBui; ii«t. rkirn -» verke, hlethode Rustin, y'fetzeu y.-'.z. V. „2ir:..'-'S vo’i’is und bez’eL?n. 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