(Keacfte «»chrichte») Vezagrprek 25 pfg. monatlich aitn^idiitlid) 76 Pt^, „rauOzahlbar, fiel in» Hau» Li>,eh«lr i» lwlerrr »rpehtüun oder in den Zwei^- !w«^abestellen ^«»IlthrOch SO Pf,. — Srscheiu» M1tt>i-»ch« nnt Goeg >S. — Kür Ansdewahrunx »der Rü^iendung «ich: verianqier Manuikrirne wird nicht qar-nnterc. Verlag der ,.Gi«ße«er tteiiun- m. m. b. H Nr. 1. Xe 1 co f)on: Expedition: Zelters weg 8Z. Gleßeirer Tagedlattl Anzeigenpreis 15 pfa. die «4 row breite Petitzeile für Auswärts SO P!g Die 80 mm breite Neklame-Zci!.- 7,0 Pien»i>> Er t r a b eilag en werden nach g»->v ^ icui Größt berechnet. Rabatt konimt bei Ueberschreitung des Zahlung». ziele» 130 Tage», bei gerichtlicher Beil reu-mg oder Konkurs in Deaiall. Platzvorfchriiten ohneBerbind ■ ■ Druck der Giehener VerlaaSdritckerei. Sllbir, jtlci> PolitUcbc RundfcMu Deutschland. * Die Neujahrsfcier am kaiserlichen Hofe wur^pip der üblichen Weife beganaen. Hr 10%lll)r beaWWn der Schloßkapelle der '''"ttesbienft. Danach war im Weißen Saale u .lon-couc, bei der der Kaiser dem R * - ianzIer kräftig die Hand schüttelt«. * Anläßlich des Jahreswechsels bal König L u d- w i g mit dem deittfchen Kaiser und dem Kaiser von Oesterreich, sowi' sämtlichen Bundessürsten und zahl- reichen Fürstlich üten und Staatsoberhäuptern telegraphische Gtückwü?che ausgetauscht. ' Anläßll , des Jahreswechsels hat zwischen dem Reichskanzler v. Bethmann Hollweg. dem Grasen Berch- told and dem Marchese die San Giuliano ein herzlicher Depeschenwcchsel staltgesnnden. ' Der Kaiser hat in Anerkennung der ausgezeichneten und hingebungsvollen ärztlichen Pflege sowie der lebhaften Sympathien, die dem Militärattackee Oberstleutnant v. Winterseld in Frankreich zuteil geworden sind, eine Reihe von Auszeichnungen »nd Ehrenga- gaben verliehen. Erwähnt sei von diesen, daß der deutsche Botschafter Frhr. v. Schoen dem srüheren Kriegsminister Ettenne, als dieser noch im Amte war, ein Bildnis des Kaisers überreichte. * r Kaiser und die Kriegervereine. In der „Parole", dem Blatte des Deutschen Kriegerbun- des, lesen wir eine Erklärung des Präsidenten des Deutschen Kriegerbundes, in der es heißtDer Kaiser ha> im Laufe des Herbstes wiederholt seine Zufriedenheit und Freude zu erkennen gegeben über den vortrefflichen E i n d r u d, den die Kriegervereinc an allen Orten hervorriesen, die er in verschiedenen Teilen des Balerlandes besuchte. In großer Anzahl erschienen, hätten die Mitgl der durch straffe Haltung, durch Erscheinung und Ansdruck erkennen lassen, daß der alte Soldatengeist in ihnen weiter lebe. Das habe dem Kaiser wahlgctan. * Bon euer Kanzlerkrise war in einigen Blättern gesprochen worden. Dazu führt der Mannheimer „Een.-Anz.", der dem Abg. Basseimann nahe steift, folgendes aus: Kundige Beurteiler der Menschen und Dinge nehmen an, daß eine schwere politische Krise h e r a u f z i e h c. Die konservative Partei sei im Ausruhr gegen die Regierung, weil diese es zugekassen habe, daß der Leutnant v. Forstner seine gesetzliche Strafe erhalten habe. Polizeipräsident v o n I a g o w, der übrigens bei Hose beliebt sei — ein sehr wichtiges Moment — habe mit seinem Briese an die „Krcuzzeitung" die Führung des Ansturmes der Konservativen gegen den Reichskanzler übernommen. Dieser beiindet sich in einer überaus peinlichen Situation. Die Art der jüngsten Betrachtung der „Norddeutschen Allg. Zeitung", mit der vielleicht Eindruck bei den Konservativen gemacht werden sollte, werde vom gesamten Liberalismus abgelebnt." Uns scheint, daß Herr v. Beth- niann Hollwegs politische Gesundbeil noch recht sest ist »Md daß ganz andere „Zufälle" nötig wären, um ihr «inen Stoß zu versetzen. * Aus Dar-es-Salaam wird telegraphier!, daß die Bürgerversammlung in Dar-es-Salaam die Städteordnng angenommen hat. Die Einführung derselben w ade für Dar-es-Ta!aam und Tanga mit Wirtnng von 1. April 1914 ab durch Berfügimg des Gouverneurs ungeordnet. Samstag, den 3. Januar 1914. Rußland. * Die russische kaiserliche Familie ist nach Zarskojc Soelo a b g e r e i ft. Hm 5lM und Land. * Gedenket der Vögel! Das Anlegen von Futterplätzen für unsere Vögel ist jetzt bei dem eim geiretenen Schneefall Plflicht aller Tierfreunde. Den Vögeln ist nunmehr fast jede Nahrungsquelle genommen, deshalb muffen mitleidige Menschen Helsen. Beim Anlegen der Futlcrplätze ist daraus zu achten, daß sie vor Katzen gesichert sind. Am besten stellt man Futterhänschen auf, die so eingerichlet werden müssen, daß sie nicht verschneien können. * Die Beschädigungen an den Telegraphen- und Fernsprechlinien durch das Schneewelter am Abend des 28. Dezember haben einen ganz echeblichcn Umfang angenommen. Es ist jedoch möglich gewesen, die Tclegraphenleitungen und die Sprechleitungen für den Fernverkehr soweit instand zu setzen, daß jetzt der Verkehr in der Hauptsache wieder ausgenommen werden konnte. Bedenklich sieht es noch im Giehener Orts-Fernsprechnetz aus. Die Jnstaudfetz- ungsarbeiten sind gestern aber auch hier mit Nachdruck ausgenommen worden. Zur möglichsten Beschleunigung dieser Arbeiten sind Arbeitskräfte von auswärts herangezogen worden. Morgen werden weitere Vauabteilun- ccn aus Rheinhessen hier eintreffen. Auswärlige Hilfs- ! krafte hierher zu überweisen war nicht eher möglich, weil ! fast im ganzen Reichsgebiel außergewöhnliche Be- j schädigungen der Telegraphenlinien eingetreten waren > und überall zunächst wenigstens für vorläufige Her- j stellung der wichtigsten Leitungen gesorgt werden mutzte. Die diesjährige Genosienjchaftsversammlung der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschaft für das Großyerzoulum Hessen fand unter den, Vorsitz des Gr. Geh. Regierungsrats Bichmann am 29. Dezember tm Hotel „Prinz Carl" in Darmstadt statt. Die Versammlung nahni den zum 25. Jahrestag des Bestehens der Berufsgenossenschaft herausgegebenen Verwaltungs- bericht, dcr^ sich eingehend über die bisherige Organlsa- lion und Tätigkeit äußert und eine ganze Reihe statistischen Materials und grafischer Darstellungen enthält, entgegen. Zugleich stattete der Vorsitzende den Dank des Eenosienschaftsvorftandes an die noch lebenden Mitglieder der Genoffenschaftsversammlung von 1889 ab, ebenso an Gr. Ministerium des Innern und der Finanzen für das der Berussgenossenschaft gegenüber jederzeit betätigte Wohlwollen, den Vorsitzenden des früheren LandesvcrsicherungsanNes und der Schiedsgerichte für die unparteiische, die Interessen der Berussgenosscn- schaft und der Versicherten wahrende Geschäftsführung und Rechtsprechung. Nach dem Rechenschaftsbericht für 1912 betrug die Zahl der angemeldeten Betriebsunfälle 3279. Uebernommen wurden aus dem Vorjahre 1622 linfälle, sodaß insgesamt 4901 Unfälle neu zu bearbeiten waren. An Entschädigungen siir Renten an Verletzte, Kosten des Heilverfahrens ufw., wurden 159 605 Mark bezahlt und 5460 Rentenbcscheide erlassen. Die Summe der erstmalig im Rechnungsjahre gezahlten Entschädigungen betrüg 191 113 Ml. Die Mittel der Rücklage beziffern sich aus 2 097 563 Mk. Der Voranschlag der Berufsgenossenschaft für 1914, der in Einnahme utid Ausgabe mit 2 812 738,90 Mk. balanziert, wurde gut- gel,eisten, ebenso derjenige der der Berussgenossenschaft angeglicdcrten Hastpslichiversicherungsanstalt. Die Ge- noisenschastsversammlung genehmigte den Erlaß von Un- sallrerhütungsvoischrislen über landwirtschaftliche Ge- Telephon Rr. 862. •2<; i 0. rate und Sprengmittel, landwirtschaftliche Bteb- und Fuhrwerkshaltung, landw. Bauhallung und Verwendung des elektrischen Stromes und war banxit einverstanden, daß von der in Ausfichi genommenen Errichtung eines Unsallkrankenhaufes in Gießen mit Rücksicht auf inzwischen eingetretene Schwieriglciten sinanziellcr und , sonstiger Art Abstand genommen wird. Eine Reihe weiterer Beschlüsse entbehren des allgemeinen Interesses. * Die Aufwandsentschädigungen an ! Familien sür im Reichsheer oder in der Marine ! eingestellte Söhne gemäß dem Gesetze, betreffend die : Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushallsetats ! für das Rechnungsjahr 1913 vom 3. Juli 1913 werden erstmalig im April 1914 für die Zeit vom 1. i Oktober 1913 bis Ende März 1914 gezahlt. Die j erforderlichen Aussührungsvorschristcn werden von dem Bundesrat demnächst bekannt gegeben werden. * Sinkende F l e i s ch p r e i s e auf der ganzen Linie ergaben sich laut „Deutscher Tageszeitung" aus dem Ergebnis der Fleischlieferungen für die Garnison - küchen. Es setzt aber nicht nur eine Abwärtsbewegung sämtlicher Fleischpreise ein, sondern die abgegebenen Angebote lassen, wie das Organ des Bundes der Land - wirte hervorhebt, dem Produzenten auch keinen Nutzen mehr. n Gießen, 1. Jan. Die Stadtverordneten bewilligten einen nachträglichen Kredit von 600 000 Mk. für die U e b c r I a n d z c n t r n l e. Die Ueberschreitung der sür die Anlage bewilligten Summe von 1 Million Mark rechtfertigt sich durch die wider Erwarten größere Zahl von Hausanschlüssen an die Ortsnetze im Versorg- ungsaebiet. Das Ergebnis hat gezeigt, daß unsere Landbevölkerung der modernen Errungenschaft durchaus verständnisvoll gegenübersteht, denn es eütsällt bereits auf 'je 8 Einwohner ein Hausanschluß. Die Abgabe von Strom dürfte doppelt so groß sein, als angenommen wurde. * Aus Hesse n. Nun, da der Kamps um die hessischen Rathäuser mit Ausnahme von Mainz, beendet ist, mag es von Interesse sein, zu hören, welche Rolle dabei die Lehrer gespielt haben, die seit 8. Juli 1911 das passive Wahlrecht, freilich nur in Städten, erlangt haben. Daß sie von dieser Neuregelung reichlich Gebrauch machen würden, lag auf der Haud; daß der Wahlkampf selbst auf die politischen Strömungen in der Lehrerschaft ein scharfes Licht werfen würde, war sür den, der die Verhältnisse näher kennt, nicht verwunderlich. In Osfenbach, wo die Wahlen am 20. Oktober stattfauden, hatten die vereinigten bürgerlichen Parteien zwei Lehrer aus ihre Liste gesetzt, einen, der sich politisch zum Zentrum und einen, der sich zum Freisinn bekennt. Daß einer der unent - wcgt liberalen Lehrer, Joh. G. Jost mit Namen, sehr eifrig für seine eigene Kandidatur agitierte, von Haus zu HaUs sogar, war allgemein bekannt, aber auch das, daß er ein durchaus aussichtsloser Bewerber war, der außerhalb der radikalen Gruppe im Offenbachcr Lehrerverein sich keinerlei Sympathie erfreute. Und wenig Tage vor der Wahl schrieb das sozialdemokratische Offenbarster Abendblatt (Aus Lestrcrkreiscn), der Offenbachcr Lehrerverein habe mit den beiden Lehrerkandidaten nichts zn tun, der eine sei ja ein strammer Zentrumsmann, der andere ein Fortschrittler aber ein „Fortschrittler mit Krebsbeinen". Und nach der Wahl berichtete die „Allg. Deutsche Lehrerzeitung" mit sichtlichem Behagen, der ultramontane Lehrer habe es glücklich zur zweitkleinften Stimmenzahl gebracht. Auch der Freisinnige wurde nicht gewählt. In D a r m st a d t standen am 19. November zwei Lehrer auf dem Wahlzettel, Hanpllehrer (Rektor) Kaklik (ntl.), der früher als Reallehrer bereits 12 Jahre dem Stadtvcrordneten-Kollegium angebört hatte, 1904 aber, als er an die Volksschule übertrat, das Mandat niederlegte infolge der gesetzlichen Bestimmung, die den Lehrern an Volksschulen das passive Wahlrecht vorenthielt, und der freisinnige Lehrer Jung. Er wurde gewählt, ft. aber unterlag. Auch hier wirkte die Apathie der Lehrerschaft gegen einen der ihren. In Worms hatten die vereinigten Sozialdemokraten, Freisinnigen und wirtschaftlichen Verbände einen penfibnier- ten Lehrer auf ihren Zettel übernommen, der allerdings den vereinigten Zentrum und Nationalliberalen unterlag. In Bietzen kandidierten drei Lehrer: Fischer, Väl. Müller, Vorsitzender des Gietzener Lehrervereins, und Haggenmüller. Fischer siel durch, Müller und Haggenmüller vereinigten, nach einem ergötzlichen Spiel des Zufalls, das zweimal dem einen und zweimal dem anderen die Mehrheit zuschrieb, schlietzlich die gleiche Stim- menzahl aus sich, und das Los entschied für Reallehrer Haggenmüller. o Harbach. Am 1. Januar trat der 91jährige Eemeindeschafhirt ftaspar Schäfer in den Ruhestand. Nahezu 80 Jahre, seit seinem letzten Schuljahr, hat der greise Hirt seines Amtes gewaltet. o Gelnhausen, 30. Dez. Hier ist im 91. Le- bensjahre der Lehrer Johannes Jahn gestorben. Herr Jahn, einer hessischen Lehrerfamilie entstammend, wurde 1822 zu Breitenbach im ftreise Schlüchtern geboren. Ge. radezu rührend war es, als bei einem der letzten Schulfeste der infolge eines Schenkelbruchs kaum des Gehens mächtige Greis auf ftrücken gestützt sich hinaus vor das Tor der Stadt arbeitete, um sich an dem Anblicke, der nach dem Walde ziehenden fröhlichen ftinderschar zu erfreuen. s D a r m st a d t. Am 27. Dezember verschied nach kurzem ftrankenlager der geschäftsführende Beamte der Handwerkskammer zu Darmstadt Herr Friedrich E n g e l b a ch. Der Verstorbene, ein in den Handwerkerkreisen des Hessenlandes allseits bekannter und ae- ehrter Mann, hat die Geschäfte der Handwerkskammer seit deren Errichtung geleitet. Allezeit stand er den Handwerkern mit Rat und Tat zur Seite und war unermüdlich tätig, wo es galt zum Wohle des Handwerks zu wirken. Sein Andenken wird bei all denen, die mit ihm in näheren Verkehr getreten sind, unvergeßlich blei- den. s Darmstadt, 1. Jan. Ein gewisser Franz Höhn, der beschuldigt wird, als Bankbuchhalter in Heppenheim (Hessen) Fälschungen in Höhe von 190 000 Mark begangen zu haben, ist in N e w » S) o r f ver - haftet worden. ! Mainz, 1. Jan. Heute früh brach in Nier - stein in der Putzanlage der Malzfabrik Gebrüder Beitel Erotzfeuer aus. Die Flammen ergriffen sofort das ganze Gebäude. Die Feuerwehr konnte das Feuer auf seinen Herd beschränken, was ihr nach starken Anstrengungen gelang. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Der Betrieb erleidet keine Unterbrechung. ):( ft lein er n b. Wilduugen. Straube, ein Mann von 46 Jahren, wollte von seiner Arbeitsstelle an- derl Edertalsperre in später Stunde nach seinem Wohnorte ftleinern gehen. Er hat sich jedenfalls in dem starken Schneesturme über Gebühr angestrengt, ist kurz vor dem Dorfe in der Nähe des Totenhofes in dem tiefen Schnee niedergesunken und hier liegen geblieben, obwohl nur hundert Schritte davon s e i n e W o h- n u n g war, wo die Frau und drei ftinder auf seine Rückkehr warteten. Straube ist erfroren. J\u aller Ml!. ::: Der Ausbau der Universität M ü n » st e r zur Volluniversität, der schon lange geplant ist. soll in diesem Jahre energisch in Angriff genommen werden. Um die Errichtung der noch fehlenden medizinischen Fakultät zu ermöglichen, sind in den nächstjähri- gen Etat bereits mehrere Forderungen als Anfangsraten zuin Bau der medizinischen und chirurgischen ftlinik, sowie der Spezialabteilungen eingestellt. Die gesamten Baukosten werden, da ganz neue und moderne, allen Anforderungen der Wissenschaft entsprechende klinische Anstalten geschaffen werden sollen, auf etwa 3—4 Millionen Mark veranschlagt. ::: Bebels Nachlatz. Nach Blättermeldungen ans Zürich haben die Erben Bebels nunmehr die schwel- zerische Erbschaftssteuer bezahlt und dabei hat es sich dann bestätigt, datz das von dem deutschen Sozialistenführer hinterlassene Vermögen nicht 300 000 Martz wie der „Vorwärts" behauptet hatte, sondern 995 000 Mark beträgt, also nur etwas weniger als eine Million. Hiervon hat Bebel nur ganze 30 000 Mk. Mag&nä&idon I Vorzügliche Dienste bei Magenkrampf. _ Daraikatarrh, Blähungen, Sodbrennen u. Wasserbrechen leistet Stamaehlcum, ä Sch 1 M. SO Pfg. wird ärztl. empf. u verord. Erhältlich i. Apotheken, w. n. wende man sich an Versandstelle % der Dr B.mholzrr'schen Präparate. München dl den Genossen zugewendet, also ungefähr 3 Prozent seines Vermögens. Das ist der schreiende Widerspruch zwischen Theorie und Praiis: Bebel predigt den ftampf gegen den ftapitalismus und zählt dabei selbst zu den größten ftapitalisten. (:: Leipzig. Der Direktor des Zirkus Barnum, Arthur ftreiser, der durch die Leipziger Lbwenfagd in der Nacht vom 19. zum 20. Oktober bekannt geworden ist, war von der Polizei mit einem Strafmandat von über 100 Mark bedacht worden, weil er es unterlassen hatte, die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Das Schöffengericht bestätigte die Strafe, nachdem Zeugen die Schuld des Angeklagten bekundet hatten. ::: Berlin. Der Stadt sind 5 Millionen Mark von einem Einwohner geschenkt worden, die zur Anlegung und Unterhaltung einer Waldschule für ftnaben, die gesund und namentlich nicht erblich mit Fehlern belastet sind, dienen sollen. Die Schule soll in waldreicher Gegend in der Nähe von Lanke errichtet werden. Berlin. Gestern nachmittag überfuhr ein von Berlin, kommender D-Zug in der Nähe der Station Schönlanke (Posen) am Wege, der nach dem Dorfe Behle führt, ein Gespann, welches vom Markte nach Hause zurück'.- rte. Sämtliche 4 Personen, die sich aus dem Wagen befanden, wurden getötet. Das Pfers blieb unverletzt. Angeblich hatte der Bahnwärter vergessen, die Schranke zu schliehen. Billiger Tabak. Es schlängelt sich aus der Havanna Eine liebliche Märe durchs Meer, Die träufelt wie Honig und Manna Auf der Raucher reisiges Heer: Das Jährchen, das jetzt sich entfernte, Das bissige Dreizehnerjahr, Das gab ein« Tabaksemte, Die fast wie ein Wunder war. Die Biedern vernehmen es willig, Erhoben, beglückt und erbaut: In Zukunft wird besser und billig Dar braune, freundliche ftraut! In unseren Tagen, den tristen, Welch Labsal dem Bürgersmann! Hat jemand noch volle ftisten, Jetzt müssen sie tüchtig ran! Es geht an ein seliges Schmauchen Mit fröhlicher Konsequenz, Man wird die teuren verrauchen Mit mächtiger Vehemenz, Unbendig wird man sich freuen, Geschieht das in kürzester Zeit, Glückselig kauft man die neuen (Aus Gründen der Sparsamkeit). M a r ch i c u s. Qefcfeätslicbes. :: Welches Stickstoffdüngemittel i st b^i l l i g e r, Ehilisalpeter oder schwefelsaures Ammoniak'? So wird jetzt die Frage lauten müssen, di« sich jeder Landwirt vorzulegen hat, ehe er den Einkauf irgend eines Stickstoffdüngemittels bewerkstelligt. Bei Lösung dieser Frage ist vor allem der höhere Stickstoffgehalt des schwefelsauren Ammoniaks gegenüber Chilisalpeter zu beachten, so daß es jedermann verständlich ist, datz der Zentnerpreis des schwefelsauren Ammoniaks nicht dem Zentnerpreis des Chilisalpeters gleich fein kann. 100 ftilogramm schwefelsaures Ammoniak enthalten 20,6ftg. Stickstoff,^100 ftg. Chilisalpeter dagegen gewöhnlich nur 15 ftg. Stickstoff. Der Gehalt des schwefelsauren Ammoniaks an Stickstoff ist also um 37 Prozent höher als der des Chilisalpeters, sodatz 73 ftg. schwefelsaurem Ammoniak 100 ftg. Chilisalpeter entsprechen oder 100 ftg. schwefelsaures Ammoniak 137 ftg. Ehilisalpeter. Die j Preislage des schwefelsauren Ammoniaks ist gerade für ! das kommende Frühjahr derartig, daß allein uüter Be- ! rücksichtigung des höheren Stickstoffgehaltes das ftilogr. Stickstoff im schwefelsaurem Ammoniak bei rechtzeitigem Einkauf bedeutend billiger zu stehen kommt als im Ehilisalpeter. Außer dieser für den Einkauf des schwefelsauren Ammoniaks allein schon sprechenden Tatsache kommt noch die bedeutende Frachtersparnis hinzu', die sich au's dem erwähnten höheren Stickstoffgehalt des schwefelsauren Ammoniaks ergibt. Wenn der Landwirt früher beim Bezug von Ehilisalpeter, sagen wir, mit einer Fracht für 1000 ftilogramm rechnen muhte, hat er heute beim Bezug von schwefelsaurem Atnmoniak bei gleicher Stickstoffmenge nur die Fracht für 730 ftilogr. zu bezahlen. Durch diese Frachtersparnis wird der Preis für 1 ftg. Stickstoff im schwefelsaurem Ammoniak noch billiger, so datz jeder Landwirt zu dem Schlüsse kommen muß, daß das schwefelsaurc Ammoniak als billigstes und außerdem bestes Stickstoffdüngemittel für den Einkauf allein in Frage kommen kann. :: Das Bankhaus E. Calmann in Hamburg bringt seinen altbekannten ftalender für Besitzer von Wertpapieren von 1914 zur Ausgabe, worauf wir unsere Leser Hinweisen. Dieses praktifTe wesentlich erweiterte Handbuch enthält die Verlosungspläne und Ziehungsdaten aller Prämienanleihen, welche in Deutschland gehandelt werden, ferner genau« Angaben der Auslosungen von Renten, Pfandbriefen, Eisenbahnprioritäten usw. Eine besondere Annehmlichkeit des Kalenders ist die init großer Sorgfalt ausgearbeitete Uebersicht über die Papiere, welche gegen ftursverluft versichert werben müssen Auch sonst enthält das Buch viele wissenswerte Notizen, ftursangaben nsw. für Besitzer von Wertpapieren. Der ftalender wird jedem von obigem Bankhaus« auf Wunsch gratis und kostenfrei übersandt. Airchüchc Uachrichlrn. EvangilZche Grmeinde iu Girhcn. Sonntag, den 4. Januar, Sonntag nach Neujahr. In der Stadtkirck e. Vormittags 9% Uhr: Pjarraffistenl Hoffmann. Vorm. 11 Uhr: ftinderkirche für die Matlhäusgemeinde. Psarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Mittwoch, den 7. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde. Donnerstag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, im Matthäussaal: Bibel- und Miffionsstunde. Pfarrer D. Schlosser. In der Johannes kirche. Vorm. 9% Uhr: Professor D. Eck. Vormittags 11 Uhr: ftinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends y 2 8 Uhr: Vereinigung der konftrmierten männlichen Jugend der Lukas- und Iohannesgemeinde. Mittwoch, den 7. Januar, abenus 8 Uhr: Bibel- stunde im Lukassaal. Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 9. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Lukassaal: Frauenmissionsverein der Lukasgemeinde. Nächstkünstigen Sonntag, den 11. Januar, als am Landesmifftonsfest, wird in beiden ftirchen die alljährliche Kollekte für die Heidenmission erhoben werden. Katholische Hrmeinde h Wirken. Samstag, den 3. Januar Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 4. Januar. Sonntag nach Neuijahr. Vorni. 6/ Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Meffe. Bonn. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 4‘/£ Uhr: Jungsrauen-ftongregation. Nachmittags 5% Unr: Andacht. Gottesdienst in der Diaspora In L a u b a ch um 10 Uhr. In Lich 9'A Uhr. Verantwortlich: Albin Klein Gießen. Miele die erfolgreichste Zentrifuge Grösste Spezlalfabrtk Deutschland* fUr Milch -Zentrifugen. Butter-Maschinen. Wasch-, Wring- und Manoel-Masohmen. UU' - Jieicf?« Kerzen erleben viel in kurzer Zeit. Betrachtungen über Aebnlichteiten in der Lrauentracht „einst und jetzt". Ls scheint allo Tatsache zu werden, man ist der geraden Linie wirklich überdrüssig geworden und will nicht- mehr von der schlanken, bauch, und bü tcniosen >Node winen! Das behaupten wenigstens die/weich- cs gern mit den Stosfabrikantc» halten und ihnen ein« größere Mnabme is'rer Gewebe wünschen mochten, Ls soll hier nicht unser- Aufgabe sein, zu untersuchen, ob die enge Kleidertracht den Labrikanten wirklich soviel weniger eingebracht, was einigen nicht recht glaubhaft erscheint, da jetzt bessere Stoffe von allen -Kelsen getragen werden und eine Lrau ein und dasselbe Kleid trotzdem weit kürzere Seit trägt als früher, also wohl weniger Zeug zu einem Gewand benutzt, aber dennoch das Doppelte gebraucht, da sie es öfter erneuert. Genug, der langen Rede kurzer 5»nn ,e> .Ls geht ein wispern und Raunen durch Li- Frauenwelt von einer vollen, bauschigen Diode, die das Lrauenbild gerade in das Gegenteil von dem umwandelt, was wir in den letzten fahren zu sehen gewohnt waren.' tose, kurze Taillen mit bauschigen Lermeln. vollen Rüschen um Lats und Arme, volle, nach vorn stark, abstehende Röcke, di« fast an den Leibesumfang der Damen aus dem IS. Jahrhundert gemahnen, werden demnächst unsere Si ratzend,!der beleben! von der .neuen Lrauentracht' veranschaulichen wir unter 2ldb. 1 und 2 noch recht mäßig gehaltene Modelle, bei denen trotzdem Ser starke, vortretend- Leck sich bemerkbar macht und bei Abti. 1 nicht viel schlanker wirkt, als bei dem Lraucnbildnis ans dem ls. Jahrhundert, das den ,kolbein.Bildern': „Baseler Lrauentrachten' entnommen ist. Alle unter diesem r-tichwort tm .Bastler Museum' verewigten Bilder der großen Malers zeigen den starken, vorgestreckten Leib, die kurze Taille. bauschigen Aermel, ja sogar Kragen, wie sie auch heute wieder genommen werden, und auch die langen, wallenden Bänder der Lrauenhaube gemahnen an die Jetztzeit Allerdings hat di« heutige Lrauenwelt er noch nicht bis zu den Dimensionen in ihrer Tracht gebracht, die man zu kolbeins Zeiten bevorzugte, aber das Wort, „Mit Kleinem fängt man an, mit Großem hört nian auf' hat sich schon zu oft in der Dainenmoüe behauptet, als daß wir nicht auch jetzt damit zu rechnen Grund hätten! Zwar ist es fraglich, ob das, was man vor 400 Jahren schön fand, heute ebenfalls schön gefunden wird 1 / / // " tt bei unserem geläuterten Geschmack // // I tt und bei dem Linsluß, den das Kunst- //Hl il gewcrbc, ja sogar seine illustrc Schwester, die Kunst, zweifelsohne auf die Mode'des zwanzigsten Jahr- Hunderts hat. Immerhin _ aber müssen wir mit de» Tatsachen rechnen, Latz alle mögliche» und un- möglichen versuche gemacht werden, die neuzeitlich? Mod^ in aiidcr? Bahnen zu lenken, tbb "da? »u,l aller Bahnen sind, die heute betreten, um morgen wieder verlassen zu werden, oder ob sie Aussicht haben, sich zu wirklich ausgetretenen wegen zu entwickeln, wollen wir dahin, gestellt sein lassen, denn das zu entscheiden, mutz einer späteren Seit vor- behalten bleiben. Also heißt es wieder einmal, rvie so oft schon auf dem Gebiete der Mode: .Abwarten, nicht alles gleich mitmachen, was plötzlich am Lirma- ment der Mode aufflammt, es Lunten nur Sternschnuppen sein, die ebenso plötzlich wieder erlöschen, wie sie sich unserem Auge gezeigt haben.' Aus die Dauer wird unsere praktisch gesinnte Zeit, die sich auch in der Mode geltend macht, schwerlich für bauschige, die freie Körperbewegung hindernde Gewänder zu Häven sein, mag rnan auch entgegnen, der e»ge Rock hinderte am Gehen, da dem ja das rasche, flotte Dahinschreiten der Lbb. i Oto*< a>» de» JO, Iahet»nd-ei. 5. 'm mit Reckt wer sick gewöhnt hat, alle Ausgaben zu no. oi\ wird am Lude des Monats sehen, was überflüssig war. und zu,lei euch das, was er zu teuer bezahlte. Beides wird er »n .!; , Monat zu vermeiden streben. Ebensolche falsche Rechnung ist es, am Unrechten Ende sparen zu wollen. Schlechte Stoffe kaufen, die das Arbcitsgeld nicht lohne», oder billige, verdorbene Lßwaren, die niemand ejfen kann, zeigt, daß der Betreffende nicht zu rechnen versteht. Da ist der Lauswirt, der kleine Reparaturen an seinem kauf« für Verschwendung hält, welche falsche Rechnung! was jetzt noch mit geringe» Kosten herzustcllen wäre, wächst in Jahresfrist zu einem großen Schaden heran, der eine umfassende Reparatur von vielleicht mehreren hundert Mark nötig macht, lver täglich nur tO Minuten Gas oder Licht unnötig verbrennt, hat in 6 Tagen für 1 Stunde, im Monat für 5 Stunden mehr zu bezahlen. Man berechne, wie unsparsani diese Verschwendung ist. Rechnen bleibt nun einmal die erste Bedingung zum wirklich guten Laushalten. Ls gibt verschiedene Lausfraucn, die sehr geübt im Kochen, sehr tüchtig in Landarbeiten, sehr peinlich in bezug aus Reinlichkeit sind. Trotzdem kommen sie mit ihren Ausgaben nie- mals zurecht. Das liegt am „flichtrechnen". Sie brauchen wohl ihre stände, aber ihren Kopf und verstand nicht genügend, um alle Bedürfnisse der Lamilie zu überdenken. Im Sommer muß man die Ausgaben, die der Winter mit sich bringt, tm Auge behalten und beständig etwas zurücklegen, um später die Kosten de; Leuerungsmaterials, der Wintergarderobe usw. decken zu können. Man darf nicht alles, was man verdient, aus- gcbcn , erst das Notwendige, dann das Wünschenswerte anschaffen und - bestrebt sein, einen Notgroschen zurückzulegen. Zum guten staushalten hilft ungemein: „Stets bar bezahlen". Auch erleichtert dies das Rechnen bedeutend. Man wird sich in diesem Lalle vor jeder unnötigen Ausgabe hüten und lediglich das kaufen, was man im Augenblick auch wirklich gebraucht. Man kann außerdem auch auf bessere Ware rechnen, als wenn man .auf Rechnung' ninimt. Jeder noch so einfache Arbeiter, der mit seinen Einnahmen schnell im Klaren ist, braucht im Grunde genommen die Buch, führung, d. h. ein genaues Anschreiben und Rechnen zur Be heutigen Lrauenwelt in ihren knappen, kurzen Röcken geradezu widerspricht. stielen« Grub«. Etwas vom Rechnen und Berechnen. Gbne richtige Buchführung kann heut» kein standwerkcr sein Geschäft betreiben. Jeder Land- Wirt muß zu rechnen, ,eder Kaufmann seine Preise abzuwägen verstehen, — aber auch die kausfrau darf nimmermehr ihr Rechnungsbuch vernachläfsigen Die Ansicht: „warum soll ich alles aufschreiben? Da; ausgegcbenc Geld kommt dadurch vt zurück, und ich weiß, daß ich nichts unnötig ausgegeben!' die n häufig hört, kann unter Umstanden zum Ruin führen. Rechnen, d. h. richtiges, vernünftiges Rechnen ist der weg zur Wohlhabenheit. Das Rechnen erzieht zum richtigen Wirtschaften. Ls zeigt uns. wo wir Lehler gemacht Ls spornt uns zu weiteren Erfolgen an, sobald wir das Geringste erreicht haben. Rechnen gehört zum vernünftigen Einkauf, d. h. man berechne vorher, ob man die waren, die man kaufen möchte, auch wirklich gebraucht, oder ob man sich nur die „billige Gelegenheit" nicht entgehen lassen will, waren, die vielleicht bei dieser oder jener GAegenheit tatsächlich „unter dem Werte" losgeschiagen werden, find für uns, sobald sie unnütz find, doch „zu teuer", „wer kauft, was , er nicht braucht, muh bald Las verkaufen, was er braucht," sagte der bekannte Amerikaner Benjamin siimmiiiig seiner Ausgaben. wenn er nicht teststellt, 1V.IL er in! letzten Jahre für jeden einzelnen Zweig seiner Ausgabe», d. i. für Miete, Nahrung, Kleidung, Arzt usw. verbrauchte, und was er also im nächsten Jahre ausgcben darf, dann koiiiint er sehr leicht dazu, mehr auszugebcn, als er einnimmt, und — in Schulden zu geraten. Das Rechnen ist für jedes Menschen Lebe» eine gewisse Notwendigkeit, und cs würde sehr viel weniger Rng:n ach Kerrsche», wenn die Menschen im allgeineinen besser zu rechnen verstünden. A- Burger. f ■ ... - ■ •y' .. : Lin Beim für deutsche Madcben in London. Mehr als 1360 Deutsche weiblichen Geschlechts sollen jährlich nach London reisen, um dort Stellung ZU suchen. Das ist immerhin eine gewagte Sache, zumal es immer schwieriger wird, in der großen Stadt, Unterkunft und Verdienst zu finden, und die Lrauen dort oft vier bis acht Wochen, ja noch länger, warten müssen, bis sie irgendeinen Erwerb gefunden haben. Das leben in der englischen stauptstadt ist teuer, und wer nicht das Glück hat, in irgendeinem steim oder einer derartigen Anstalt gegen mäßiges Entgelt Unterkunf! zu erlangen, ist oft Übel daran. Da ist es gewiß mancher erwünscht, von einem Leim zu hören, in dem viele junge Deutsche nicht nur Wohnung, sondern auch in jeder Linficht Beistand gefunden haben. Es ist das .Victoria-Leim', London, Newington-Lanfeway 17, das von dem edlen Menschenfreuiid Lord Rodstock gegründet und teilweise noch immer mit erhalten wird; denn da es feinen Gästen alles äußerst billig liefert, kann es von der Einnahme allen, nicht bestehen. Lür Wohnung, d. h. für ein Zimmer, zahlt man die Woche nur 3,56 bis 4 M., und dem- entsprechend ist auch die Beköstigung äußerst mäßig berechnet. Sämtliche Mahlzeiten werden gemeinsam und stets in Gegenwart der liebenswürdigen Lausmutter. Miß Gosse, eingenommen, die es den Lremde» sogar gestattet, sich im keim ab und zu mal eine Bluse oder ein paar Strümpfe auszuwaschen. Die Mahlzeiten müssen natürlich sämtlich innegehalten werden, abends bis 11 Uhr müssen alle >m Lause sein, denn um diese Zeit wird das Leim geschloffen. Im übrigen können die Insassen gehen und kommen, wenn es ihnen beliebt. Jeder steht die sprachgewandte Lausmutter mit Rat und Tat zur Seite. Bald begehrt eine Deutsche, bald eine Italienerin, bald eine Lranzösin irgendeine Auskunft, und allen kann sie in der Muttersprache der Ratsuchenden die gewünschte Auskunft erteilen, was sicherlich für die in der Weltstadt London gänzlich unerfabrenen Mädchen, die häufig zum ersten Male den Llug in die Lremde g«. wagt, von grotzern Rutzei, ist. natürlich wird „n erwähnte» keim nicht .all und jede' ausgenommen. Nur mit Empfehlung» bliesen, amtlich beglaubigten Zeugnissen - und seien es auch nur Schulzeugnisse —, sowie mit den nötigen Lamilienpapicren verfeheiie finden dort Aufnahme. Außer dem eigentlichen Leim, das seinen Speisesaal im ersten Stock hat, befindet sich im Lause auch ein Lrauen-Restaurant, in dem etwa 260 außerhalb des Kaufes wohnende ihre Mittagsmahlzett einnehmen. So ist es in ,eder kinsicht eine für Lremde geeignete Stätte, zu der di« Mädchen später gern wieder zurückkehren, wenn Zeit und Umstände er ihnen gestatten. fc. g. 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